Heute arbeite ich erstmals mit 74ern!
Und ich habe direkt eine Grundlagen Frage:
Worin unterscheiden sich diese Typen?:
SN 74xx
SN 74 LS xx
74 HC xx
74 HCT xx
xx= Ist dann die Zahl die bei jedem anders ist!
Welchen muß ich nehmen wenn in der Schaltung zb. 7404 steht??
Vielen Dank für alle Antworten
&
Mit freundlichen Grüßen
Daniel
ICQ-UIN: 43301881
Daniel Platz wrote:
> Worin unterscheiden sich diese Typen?:
>
> SN 74xx
> SN 74 LS xx
> 74 HC xx
> 74 HCT xx
>
Die Zahl 74 gibt an, dass der Baustein aus der 74-Reihe stammt.
Die Buchstaben in der Mitte geben die Bauweise des IC's an:
S: Schottky Logic (Nicht mehr für neue Designs einsetzen)
LS: Low Power Schottky Logic (Standard)
ALS: Advanced Low Power Schottky Logic (Ersatz für Schottky Logic)
AS: Advanced Schottky Logic (Ersatz für Schottky Logic)
HC: High Speed CMOS Logic (Ersatz für die C-Logik)
HCT: High Speed CMOS Logic (Eingänge TTL-Pegel kompatibel)
ACL: Advanced CMOS-Logic (Schnelle CMOS-Logik, Unterschiedliches PIN-OUT
von verschiedenen Herstellern)
ACT: Advanced CMOS-Logic (Eingänge TTL-Pegel kompatibel)
FACT: Fairchild Advanced CMOS Technology (siehe ACL)
F(AST): F-Logic (Schnelle bipolare Logik)
Die Zahl danach gibt die Funktion an. Zum Beispiel AND, OR, INVERTER,...
> Welchen muß ich nehmen wenn in der Schaltung zb. 7404 steht??
Kommt auf Deine Schaltung an. Am ehesten ein 74LS04 (Standard).
Gruss
Christian Biefer
Der Buchstabencode vor 74 bezeichnet soviel ich weiss einfach den
Hersteller.
Die 74 kennzeichnet die Familie.
Der darauffolgende Buchstabencode bezeichnet die Technologie:
- keine Buchstaben = normal TTL
- C = CMOS
- F = Fast TTL
- H = High speed TTL
- HC = High speed CMOS
- L = Low-power TTL
- LS = Low-power Schottky TTL
- S = Schottky TTL
Es gibt noch mehr Kombinationen (auch mit drei Buchstaben).
Die Zahlen dahinter bezeichnen die Funktion des IC (die ist dann
natürlich für alle Technologien gleich, jedoch gibt es nicht alle Typen
in jeder Technologie)
Wenn einfach 7404 steht, ist es prinzipiell dir überlassen, welche
Technologie du verwendest. Natürlich nimmst du dann nicht für jeden IC
eine (grundlegend) andere. Welche du wählst, hängt von den
Spezifikationen deiner Schaltung ab.
Gruss, Matthias
Daniel Platz wrote:
>
> Hi Leute!
>
> Heute arbeite ich erstmals mit 74ern!
> Und ich habe direkt eine Grundlagen Frage:
> Worin unterscheiden sich diese Typen?:
>
> SN 74xx
> SN 74 LS xx
> 74 HC xx
> 74 HCT xx
>
> xx= Ist dann die Zahl die bei jedem anders ist!
>
> Welchen muß ich nehmen wenn in der Schaltung zb. 7404 steht??
>
> Kommt auf Deine Schaltung an. Am ehesten ein 74LS04 (Standard).
>
Ich möchte einen Countdown Timer bauen!
7404
7408
7432
7448
74147
74190
Diese Bauteile möchte ich einbauen!
Die ersten 5 in der 74 LSxx Form
Das letzte hat C***** nur als ein 74HCT190!
Ist das schlimm? Sind die Abwärtskompatibel?
Sind die HCT nicht nur schneller als die LS??
Dann könnte ich ja Problemlos den HCT nehmen!
--
Nur die Eingänge oder auch die Ausgänge?
Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen CMOS und TTL ??
> Die ersten 5 in der 74 LSxx Form
> Das letzte hat C***** nur als ein 74HCT190!
> Ist das schlimm? Sind die Abwärtskompatibel?
Nein, schlimm ist das nicht, aber auch nicht sehr schön. IMHO sollte man
nach Möglichkeit schon in einer Familie bleiben. Du könntest natürlich auch
etwa bei http://www.reichelt.de bestellen, aber wenn Du nur die sechs ICs
hast, lohnt das wohl nicht. Dann nimm halt den HCT.
> Sind die HCT nicht nur schneller als die LS??
Kaum. Ist halt eine andere Technologie. LS ist aus Bipolar-Transistoren,
HC(T) aus FET-Transistoren aufgebaut. HC ist moderner und eigentlich sollte
man für Neuentwicklungen schon diese Familie nehmen. Aber das ist auch
Geschmacks- bzw. Glaubensfrage. Ich nehme HC... :-))
> Dann könnte ich ja Problemlos den HCT nehmen!
Ja, schon... :-)
Patrick
--
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>Die ersten 5 in der 74 LSxx Form
>Das letzte hat C***** nur als ein 74HCT190!
Das funktioniert. Achte bitte darauf, daß die Eingänge vom 74HCT190
mit Widerständen (10kOhm) auf +5V gelegt werden. Sie werden damit
LS-kompatibel.
Holger
Das kann man so nicht stehen lassen. LS verbraucht immer Strom (5-20mA
pro Chip), waehrend HC(T) nur Strom verbraucht wenn tatsaechlich geschalten
wird. Man kann also eine Schaltung wie die vorgeschlagene (ca 5 Chips)
entweder als einem Stueck Apfel versorgen oder eine 9V Batterie in wenigen
Stunden leersaugen.
Der Schluss ist aber wieder der gleiche: in beinahe jedem Fall
ist HC(T) vorzuziehen.
>Das letzte hat C***** nur als ein 74HCT190!
Hallo,
im Hauptkatalog 1999 steht auch SN74LS190 drin.
Ausserdem wird dort auch Literatur zu TTL Logik angeboten, da steht
dann auch hoffentlich erklärt das TTL Transistor Transistor Logik
heisst.
Bye
--
Uwe Hercksen
Elektronikwerkstatt
Universität Erlangen-Nürnberg
Cauerstr. 5
D91058 Erlangen
Holger Bruns schrieb:
>
> On Sun, 16 Jan 2000 20:07:26 +0100, "Daniel Platz"
> <Danie...@T-Online.De> wrote:
>
> >Die ersten 5 in der 74 LSxx Form
> >Das letzte hat C***** nur als ein 74HCT190!
>
> Das funktioniert. Achte bitte darauf, daß die Eingänge vom 74HCT190
> mit Widerständen (10kOhm) auf +5V gelegt werden. Sie werden damit
> LS-kompatibel.
*
Is' nicht nötig. Die Totem-Pole-Ausgangsstufe der LSTTLs ist so
niederohmig, daß ein Pullup keinen Effekt hat (von höheren
Energieverbrauch abgesehen). HCTs ersetzen LSTTLs ohne weitere
Außenbeschaltung.
Die einzige vorzunehmende Anpassung zwischen Logik-Familien ist:
HC-Ausgang -> TTL-Eingang
Der TTL-Eingang braucht einen Pullup gegen +U, weil der Bereich einer
"ungültigen" HC-Ausgangsspannung von 0,4..U_DD-0,8V einem "ungültigen"
TTL-Eingangsspannungsbereich von 0,8..2V gegenübersteht. Allerdings
reduziert der Pullup die Geschwindigkeit und erhöht den
Energieverbrauch.
________________________________________________________________
Dipl.-Ing(FH) Olaf Cichewicz
Ruhr-Universitaet Bochum
Experimentalphysik
________________________________________________________________
OS/2 WARP 4.5 - Aurora mit dem Sonnenstern...
>> Das funktioniert. Achte bitte darauf, daß die Eingänge vom 74HCT190
>> mit Widerständen (10kOhm) auf +5V gelegt werden. Sie werden damit
>> LS-kompatibel.
>Is' nicht nötig. Die Totem-Pole-Ausgangsstufe der LSTTLs ist so
>niederohmig, daß ein Pullup keinen Effekt hat (von höheren
>Energieverbrauch abgesehen). HCTs ersetzen LSTTLs ohne weitere
>Außenbeschaltung.
Is' doch nötig, wenn HC anstelle von HCT verwendet wird. Aus einem
Datenblatt eines HC-Schaltkreises von Motorola: "The device inputs are
compatible with standard CMOS outputs; with pullup resistors, they are
compatible with LSTTL outputs." HC ist High Speed CMOS.
Das bedeutet: HC-Eingänge passen direkt an CMOS-Ausgänge. HC-Eingänge
passen mit Pullup-Widerstand auch an LSTTL-Ausgänge. Die HCT-Eingänge
untscheiden sich von HC-Eingängen nur insoweit, als das sie an die
Pegel von LSTTL angepaßt sind und damit mit kleineren Spannungen am
Eingang für High auskommen als HC. Man kann HCT also als Übergang
zwischen LSTTL und CMOS einsetzen.
Dennoch ist HCT kein direkter Ersatz für LSTTL, denn unbenutzte
HCT-Eingänge müssen auf einem definierten Pegel liegen. Sie sind
entweder mit GND für Low oder für High mit +5V zu verbinden; dafür
nehme ich Widerstände mit Werten zwischen 10kOhm und 100kOhm.
Ich hoffe, Mißverständnisse geklärt und Fragen beantwortet haben zu
können.
Holger
TTL heißt Transistor-Transitor-Logik. Bei dieser Technik wird dis Schaltung
mit normalen bipolaren Transistoren (natürlich auf dem Chip) realiesiert.
Bei CMOS werden Feldeffektransistoren genutzt. Diese lassen zwischen dem
Steueranschluß und den geschalteten Anschlüßen keinen Strom fließen.
Deswegen fließt teoretisch weder Strom in sie hinein noch hinaus wenn sie
nicht grade umschalten und wenn an ihren Ausgängen ebenfals nur CMOS-"Last"
hängen. Die Betonung liegt auf theoretisch. Für genaue Informationen wende
dich an die örtliche Bibliothek oder an den Buchhändler deines Vertrauens.
--
Matthias Weißer
DT...@GMX.de
Wir meinen schon fast das Gleiche, aber eben nur fast. ;)
> >> Das funktioniert. Achte bitte darauf, daß die Eingänge vom 74HCT190
> >> mit Widerständen (10kOhm) auf +5V gelegt werden. Sie werden damit
> >> LS-kompatibel.
Das ist (noch immer) nicht nötig, da:
LSTTL-Ausgang: VOL <= 0,5V VOH >= 2,7V
HCT-Eingang: VIL <= 0,8V VIH >= 2V
> Is' doch nötig, wenn HC anstelle von HCT verwendet wird. Aus einem
> Datenblatt eines HC-Schaltkreises von Motorola: "The device inputs are
> compatible with standard CMOS outputs; with pullup resistors, they are
> compatible with LSTTL outputs." HC ist High Speed CMOS.
Das ist korrekt, aber wir sprachen oben ja über HCTs.
Bei dieser Gelegenheit sagt Motorola übrigens auch (DL121/Rev.4):
"
Motorola LSTTL circuits do not use the multi-emitter structure that
originally gave TTL its name. Most LS elements use a DTL type input
circuit with Schottky diodes to perform the AND function...
"
Was lehrt uns das (retorisch...)? Es lehrt uns, im Datenbuch
nachzusehen, wie die Eingangsstufe des benutzten Typs tatsächlich
aussieht. Für normale Logikanwendungen ist das in der Regel nicht nötig,
aber gelegentlich muß man in bestimmten Applikationen doch mal etwas
Strom durch die Eingangsdiode fließen lassen und dann ist es gut sicher
zu wissen, daß z.B. für den ausgewählten Baustein auch tatsächlich die
berühmte 2mA-Grenze gilt.
> Das bedeutet: HC-Eingänge passen direkt an CMOS-Ausgänge. HC-Eingänge
> passen mit Pullup-Widerstand auch an LSTTL-Ausgänge. Die HCT-Eingänge
> untscheiden sich von HC-Eingängen nur insoweit, als das sie an die
> Pegel von LSTTL angepaßt sind und damit mit kleineren Spannungen am
> Eingang für High auskommen als HC. Man kann HCT also als Übergang
> zwischen LSTTL und CMOS einsetzen.
Ja, wenn man möchte. Und hier ist der Haken, den ich mir in der letzten
Nachricht eingestielt habe. Ich vertauschte intelligenterweise die
Seiten bei der HC/TTL-Kombination.
Richtig ist natürlich, daß ein Pullup bei
TTL-Ausgang -> HC-Eingang
für die Pegelanpassung sorgen muß.
> Dennoch ist HCT kein direkter Ersatz für LSTTL, denn unbenutzte
> HCT-Eingänge müssen auf einem definierten Pegel liegen. Sie sind
> entweder mit GND für Low oder für High mit +5V zu verbinden; dafür
> nehme ich Widerstände mit Werten zwischen 10kOhm und 100kOhm.
Obwohl LSTTLs (nicht Standard-TTLs) starke interne Pullups im Eingang
haben (ca. 20k) ist generell bei jedem Schaltungsdesign dafür zu sorgen,
daß unbenutzte Eingänge extern auf einem definierten Pegel liegen. Davon
geht z.B. auch Valvo aus und schreibt bezüglich HCT in den Datenbüchern:
"
The HCMOS HCT range makes it unnecessary to sacrifice noise margin,
speed and quiescent power dissipation in constructing interfaces to
archive mixed technology designs. This is because HCT devices are TTL
compatible and can directly replace LSTTL counterparts without the
addition of pull-up resistors at the LSTTL outputs.
"
Ließe ein TTL-Schaltungsdesign unbenutzte Gattereingänge offen, träten
beim Wechsel von LSTTL nach HCT Probleme mit den offenen HCT-Eingängen
auf. Also immer brav die ungenutten Eingänge festnageln.
> Ich hoffe, Mißverständnisse geklärt und Fragen beantwortet haben zu
> können.
Jau. Ich auch. Ich hätte auch einen anständigen Beruf lernen können. *g*
Schönen Gruß
Olaf
Au weia. Warum sieht man Tippfehler immer erst hinterher...? Und dann
noch sowas...