Haben NiMH batterien einen Memory Effekt?
Auch nicht, wenn die Betriebs- und Ladezeiten bei 1600 mAh immer nur 5
Minuten sind?
Alex
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.
mra...@my-deja.com wrote:
>
> Hallo,
>
> Haben NiMH batterien einen Memory Effekt?
> Auch nicht, wenn die Betriebs- und Ladezeiten bei 1600 mAh immer nur 5
> Minuten sind?
doch!
mra...@my-deja.com schrieb:
> Hallo,
>
> Haben NiMH batterien einen Memory Effekt?
> Auch nicht, wenn die Betriebs- und Ladezeiten bei 1600 mAh immer nur 5
> Minuten sind?
>
> Alex
>
> Sent via Deja.com http://www.deja.com/
> Before you buy.
Moin moin!
Sie haben einen minimalen Memory Effekt. DEr ist aber nicht so ausgeprägt
wie bei NC Akkus. Akkus mit dem geringsten (so gut wie keinem) Memory
Effekt sind Lithium-Ionen Akkus.
>Fred<
>> Haben NiMH batterien einen Memory Effekt?
> Sie haben einen minimalen Memory Effekt. DEr ist aber nicht so ausgeprägt
> wie bei NC Akkus.
Verhindern die gängigen Reflex- (oder Impuls-) Ladegeräte eigentlich
wirklich den Memory-Effekt?
Die Hersteller der Geräte und ICs behaupten das ja, ich höre aber
öfters, daß das Wunschdenken sei und sich der Memory-Effekt sowohl
bei NiCd als auch bei NiMH nur durch das bewährte Entladen vor dem
Aufladen vermeiden lässt.
Oder hängt das von der Art des verwendeten Impuls-Verfahren ab?
Beim ICS 1700/02 soll der Memory-Effekt ja wohl dadurch vermieden
werden, daß im Anschluß an eine kurze Ladephase (ca. 1s) durch einen
sehr kurzen (ca. 5ms), starken (2,5C) Entladeimpuls die Kristalle
aufgebrochen werden, die den Memory-Effekt verursachen sollen.
Andere ICs, wie das CCS 9620 verhindern angeblich auch den Memory-
Effekt, verwenden aber AFAIK keinen solchen Entladeimpuls, sondern
lediglich einen gepulsten Ladestrom, dessen Frequenz unerheblich
sein soll.
Reicht es also, daß der Ladestrom einfach nur gepulst ist, um den
Memory-Effekt zu vermeiden?
TIA, Martin
Am Wed, 5 Jan 2000 21:55:22 +0100 schrieb Martin Klaiber
<mart...@zedat.fu-berlin.de>:
>Verhindern die gängigen Reflex- (oder Impuls-) Ladegeräte eigentlich
>wirklich den Memory-Effekt?
Nein.
>Die Hersteller der Geräte und ICs behaupten das ja, ich höre aber
Mag sein.
>Oder hängt das von der Art des verwendeten Impuls-Verfahren ab?
Nein.
>Beim ICS 1700/02 soll der Memory-Effekt ja wohl dadurch vermieden
>werden, daß im Anschluß an eine kurze Ladephase (ca. 1s) durch einen
>sehr kurzen (ca. 5ms), starken (2,5C) Entladeimpuls die Kristalle
>aufgebrochen werden, die den Memory-Effekt verursachen sollen.
Nein. Die Kristallstrukturen bewirken nicht den Memory-effekt, sondern
'Voltage Depression', einen Spannungsabfall zum Ende der Kapazität
hin. Schaltet ein Verbraucher zum 'Akkuschutz' spannungsgesteuert ab,
dann tut er das nun zu früh, und der Akku hat scheinbar Kapazität
verlohren. Der Effekt ist größtenteils reversiebel, wenn durch
geeignete Maßnamen die Kristallstrukturen aufgebrochen werden, so daß
sich der Akku neu formieren kann.
Der eigenltiche Memory-effekt ist nicht reversibel, und kann
auftreten, wenn der Akku mehrfach exakt auf den gleichen Wert
entladen/geladen wird. Im Labor kann man das durchaus provozieren.
Zurück zu den Kristallstrukturen: auch dieser Effekt ist nicht
gewünscht. Diese großen Kristallstrukturen bilden sich gerade dann
aus, wenn mit kleinen Strömen geladen/entladen wird. Hohe Ströme
verhinden die Bildung großer Kristalle, weil hier die große Oberfläche
vieler kleiner Kristalle benötigt wird.
Hohe Ladeströme verhindern also gut die Bildung des Voltage Depression
- Effektes. Besteht das Problem schon, dann kann man durch
Tiefentladung des Akkus die Kristallstrukturen aufbrechen, und dann
durch neues Laden mit hohen Strömen den Akku gut neu formieren.
Das Reflexverfahren ermöglicht nun Hochstromladung auch bei nicht
schnelladefähigen Akkus: Es bilden sich Gasbläschen an den Elektroden,
die den Innenwiderstand und -druck ansteigen lassen. Der negative
Ladeimpuls löst diese Gasbläschen ab. So bilden sich viele kleine
Bläschen, die nicht an den Elektroden 'festbacken' und leicher vom
Akku kompensiert werden können. Schnelladefähige Akkus können besser
mit diesen Vorgängen umgehen, und brauchen den negativ-Impuls nicht
unbedingt. Freuen tun sie sich trotzdem,
>Reicht es also, daß der Ladestrom einfach nur gepulst ist, um den
>Memory-Effekt zu vermeiden?
Nur dann, wenn sich im Zeitlichen mittel ein hohen Ladestrom ergibt.
Das ist aber bei den Impulsladern eigentlich gegeben, sonnst bräuchte
man den aufwand nicht treiben. Gepulst wird der Strom eigentlich nur,
um den Akku mit dem hohen Ladestrom nicht unnötig zu stressen. So
lassen sich hohe Spitzenströme erreichen (gut zur Vorbeugung gegen
Voltage Depression), während im mittel der Ladestrom moderat bleibt
(weniger 'Stress' für den Akku).
cu-Arndt
danke erstmal für Deine ausführliche und informative Antwort. Leider
hatte ich einen kleinen Sportunfall und melde mich deshalb so spät.
Arndt Spelten <a...@bscom.de> schrieb:
> Der eigenltiche Memory-effekt ist nicht reversibel, und kann
> auftreten, wenn der Akku mehrfach exakt auf den gleichen Wert
> entladen/geladen wird. Im Labor kann man das durchaus provozieren.
Heißt das, daß der eigentliche Memory-Effekt gar nicht so häufig
auftritt, bzw. nur auftritt, wenn man den Akku mehrfach auf den
exakt gleichen Wert entlädt bevor er wieder aufgeladen wird?
>>Reicht es also, daß der Ladestrom einfach nur gepulst ist, um den
>>Memory-Effekt zu vermeiden?
> Nur dann, wenn sich im Zeitlichen mittel ein hohen Ladestrom ergibt.
Also kann man mit einem (im Mittel) hohen Ladestrom doch den Memory-
Effekt verhindern, wogegen das Pulsen eher den Voltage-Depression-
Effekt vermeidet?
Gruß und TIA, Martin
Am Sat, 8 Jan 2000 19:52:17 +0100 schrieb Martin Klaiber
<mart...@zedat.fu-berlin.de>:
>hatte ich einen kleinen Sportunfall und melde mich deshalb so spät.
Na dann: Gute Besserung...
>Heißt das, daß der eigentliche Memory-Effekt gar nicht so häufig
>auftritt, bzw. nur auftritt, wenn man den Akku mehrfach auf den
>exakt gleichen Wert entlädt bevor er wieder aufgeladen wird?
Jep. Irgentwer (Eine Werkzeugfirma glaube ich) hat vor einiger Zeit
wohl mal aktuelle NC-Akkus unter die Lupe genommen zwecks eignung für
Elektrowerkzeuge. Den eigentlichen Memoryeffekt konnten sie nur
teilweise belegen, und nur unter Laborbedingungen (sehr genaue
Einhaltung der Parameter). Da hat sich wohl einiges getan in der
Zellenentwicklung. Aber wie gesagt: Bei Geräten, die
Spannungsgesteuert zum Akkuschutz abschalten, führt auch der Voltage
Depression - Effekt zu einer verminderten nutzbaren Kapazität, weil
das Teil "zu früh" abschaltet.
>>>Reicht es also, daß der Ladestrom einfach nur gepulst ist, um den
>>>Memory-Effekt zu vermeiden?
>
>> Nur dann, wenn sich im Zeitlichen mittel ein hohen Ladestrom ergibt.
>
>Also kann man mit einem (im Mittel) hohen Ladestrom doch den Memory-
>Effekt verhindern, wogegen das Pulsen eher den Voltage-Depression-
>Effekt vermeidet?
Nein. Ein hoher Ladestrom verhindert die Bildung von großen
Kristallen, da für hohe Ströme die große Oberfläche von vielen kleinen
Kirstallen gebraucht wird. Bilden sich keine großen Kristalle, dann
gibt's auch keinen Voltage-Depression-Effekt. Den Strom zu pulsen
ermöglicht einen sehr hohen Ladestrom, der im Mittel aber für den Akku
erträglich ist. Bevor das Ding platzt, macht das Ladegrät eine
Pause... :-) Reflexladen mit Entladeimpuls macht es noch erträglicher
für den Akku und ermögicht auch hohe Ströme bei Akkus, die nicht
unbedingt schnelladefähig sind.
Den eigentlichen Memory-Effekt kann man durch das Ladeverfahren
eigentlich kaum beeinflussen. Der Memory-Effekt tritt in der Praxis -
abgesehen vielleicht von sehr wenigen Spezialanwendungen - so gut wie
nicht auf. Der Voltage-Depression-Effekt hingegen findet man sehr
häufig. Oft sagt man 'Memory-Effekt' und meint 'Voltage Depression'.
Hat sich wohl "Umgangssprachlich" so eingeschliffen...
Die "Sündenliste", die den Voltage-Depression-Effekt fördert:
- Einsatz von NC-Akkus in Verbrauchern mit sehr geringem Strombedarf
- Lagerung von geladenen NC-Akkus über lange Zeit (Selbstentladung
mit kleinen Strömen, Kristallbildung bis zum Druchwachsen ->
Kurzschluß).
- Den NC-Akku ständig in einem Lader lassen, der über keine gute
Ladeschlußabschaltung verfügt oder den Akku mit 'Erhaltungsladung'
ständig mit kleinem Strom läd (bis zum Ende der Überladereserve, dann
sowieso kaputt).
- Laden mit kleinen Strömen, führt zwar nicht zwinged zum V-D-Effekt,
kann ihn aber auch nicht verhindern.
cu-Arndt
> Na dann: Gute Besserung...
Danke, geht schon wieder ganz gut... und Danke für Deine Infos :-)
> Die "Sündenliste", die den Voltage-Depression-Effekt fördert:
> - Lagerung von geladenen NC-Akkus über lange Zeit (Selbstentladung
> mit kleinen Strömen, Kristallbildung bis zum Druchwachsen ->
> Kurzschluß).
Das ist interessant: Mir wurde immer gesagt, NC-Akkus solle man vor
längerem Lagern voll aufladen. Also vor dem Lagern entladen?
> - Den NC-Akku ständig in einem Lader lassen, der über keine gute
> Ladeschlußabschaltung verfügt oder den Akku mit 'Erhaltungsladung'
> ständig mit kleinem Strom läd (bis zum Ende der Überladereserve, dann
> sowieso kaputt).
Und auch hier kenne ich die Regel, daß man NC-Akkus mit C/100
dauerladen könne, ohne Schaden anzurichten.
Gelten obengenannte "Sünden" eigentlich auch für NiMH, bzw. gibt es da
die gleichen/ähnliche Probleme mit Voltage-Depression?
TIA, Martin
Am Mon, 10 Jan 2000 13:48:15 +0100 schrieb Martin Klaiber
<mart...@zedat.fu-berlin.de>:
>Das ist interessant: Mir wurde immer gesagt, NC-Akkus solle man vor
>längerem Lagern voll aufladen. Also vor dem Lagern entladen?
Unbedingt. Es gibt sogar Leute, die die einzelnen NC-Zellen mit
niederohmigen Widerständen 'kurzschließen'. Tiefentladung macht den
Dingern nix, langsames leernuckeln durch Selbstentladung hingegen
schon.
>Und auch hier kenne ich die Regel, daß man NC-Akkus mit C/100
>dauerladen könne, ohne Schaden anzurichten.
Gewagt. Der kleine Strom lässt die Kristalle wachsen, und die
Überladereserve wird langsam aber sicher aufgebraucht. Der Akku hällt
das schon eine weile aus, aber dann... nicht umsonnst gibt man für
soche einfachen Lader einige hundert Ladezyklen an, gute Lader (meist
Impuls) schaffen im 1000er-Bereich, und Reflexlader gar das doppelte.
So genau gibt die Zahlen keiner an, aber die Größenordung dürfte schon
hinkommen... Die guten Lader laden den Akku auch nicht ständig, sonder
geben nach einer längere Pause ein paar Impulse 'rein.
>Gelten obengenannte "Sünden" eigentlich auch für NiMH, bzw. gibt es da
>die gleichen/ähnliche Probleme mit Voltage-Depression?
Bei NiMH bin ich nicht so im Thema, nur soviel: Überladung mögen die
auch nicht, weshalb man Lader einsetzen sollte, die für NiMH geeignet
sind. Zwar verhallten sie sich ähnlich wie NC-Zellen, was den Schluß
nahelegt, das man auch NC-Lader nehmen kann. Allerdings ist bei NiMH
das Verhalten zum Ladeende hin nicht so ausgeprägt wie bei NC, so das
ein Lader eventuell den 'Knall' nicht hört, und die NiMH Zelle
jedesmal ein bischen überläd, was die Zelle nicht lange mitmacht. Den
Voltage-Depression-Effekt gibt es wohl so gut wie nicht, ebenso ist
der Memory-Effekt noch weniger ausgeprägt als bei NC-Zellen.
NiMH-Zellen mögen eher mittlere Ladeströme. Ich habe selber schon eine
ganze Reihe NiMH-Zellen in der Hand gehabt, die zwar noch etwa die
aufgedruckte Kapazität schafften, aber deren Impedanz abartig hoch
war: die Spannung klappte schon bei rund 50mA Stromentname auf Werte
unter 1V. Nicht mehr so klasse... Vermutlich kommt es bei dauernder
Überladung zu einer chemischen Umwandlung der Elektrodenoberfläche
und damit zu einem höheren Innenwiderstand.
Das alles aber - wie gesagt - nur AFAIK.
cu-Arndt