On Sat, 18 Sep 2021 00:41:03 +0200, Hanno Foest wrote:
> On 17.09.21 23:30, Karl Davis wrote:
>>> [Das hat übrigens der Volker geschrieben]
>>> Tip: Gleich einen Sack Ersatztaster kaufen und nicht nur das defekte Teil
>>> tauschen, sondern auch noch die anderen häufig benutzten Exemplare.
>> Scheint also eher semi-professionell zu sein. An meinen IBM Model-M aus
>> den 80ern musste ich noch nie etwas austauschen.
Die Gummitastatur meines Sinclair ZX Spectrum geht auch noch.
> Besser als Model M geht es kaum
... welche wir ja jederzeit neu kaufen können. Daß es irgendwann früher
mal was Tolles gab, hilft weder Olaf noch jemandem, der abseits von
Flohmarktnostalgie eine brauchbare Tastatur kaufen will. Der ist mit
einer Cherry G80-3000 immer noch gut beraten, wer den
Anschaffungswiderstand scheut (was ich durchaus nachvollziehen kann),
sollte sich bei Tesoro umsehen.
Und Olaf freut sich, daß er seine heißgeliebte Cherry mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit bis zum St. Nimmerleinstag wird
instandsetzen zu können, anstatt unnötig Elektroschrott zu produzieren.
> sind auch die nicht unverwüstlich. Die Plastik-Nieten, mit denen das
> Chassis zusammengehalten ist, können mit der Zeit brechen, und wenn
> man sich $Getränk in die Tastatur gekippt hat, müssen die zur
> Zerlegung eh ab, und dann ist der "Modem M bolt mod" (google -
> Schrauben statt Nieten) fällig. Daß Unicomp Tastaturfolien als
> Ersatzteil verkauft hat sicher auch einen Grund. etc.
!
> Eine Cherry-MX-Tastatur kann man dagegen gerüchteweise (selber hab ichs
> noch nicht probiert) problemlos in der Geschirrspülmaschine reinigen.
Da wäre ich tatsächlich zuversichtlich. Mit den Kappen (Doppel-Spritzguß
und gelasert) habe ich das schon mehrfach getan, allerdings in der
Waschmaschine. Bei den MX-Tastern selber dürfte das Problem sein, daß
Wasser in den Innereien tagelang nicht verdunstet und Kriechströme
erzeugt. Man könnte in Isopropanol tauchen und ggfs. im Vakuum
abdampfen. Ist aber insgesamt schwachsinnig, weil jeder, der mal so eine
MX-Taste von innen gesehen hat, unmittelbar sofort checkt, daß die nicht
ohne Zerlegung sauber zu bekommen sind.
Die soundsoviele Millionen Anschläge sind absolut plausibel, wenn eine
Taste mal prellt oder komplett versagt, ist meist nur Dreck zwischen den
Kontaktfedern. Das geht nach Zerlegung mit Bremsenreiniger/Kontakt 60
problemlos zu beheben, nachher mit dem Kompressor abblasen. Ist dann
wieder gut für weitere 10'000'000 Betätigungen. Irgendwann erlahmt die
Rückstellfeder (kann man ebenfalls tauschen), schleift sich die
Kontaktrampe ab (dito) und die Anschlagcharakteristik verändert sich.
Das endgültige Ende ist erreicht, wenn der Kontakt bricht. Dann kann man
zumindest das Gehäuse erhalten, Snap-In und Platinenbefestigung sind
zwischeneinander umbaubar.
> Die Cherry-Taster, von denen es, seit mechanische Tastaturen zum
> Hipster-Kultobjekt geworden sind, inzwischen unzählige Nachbauten subtil
> unterschiedlicher Eigenschaften gibt, sind zum Quasi-Standard geworden -
> wohl weil die Konstruktion ein guter Kompromiß aus passablem
> Tastengefühl (es gibt bessere), günstigem Preis und einer guten
> Kapselung / Haltbarkeit ist.
So siehts aus. Da kommen diese skelettierten Kailh-Gamerbretter nicht
ran. Jeder Dreck schafft sich nicht nur rein, sondern eben auch
gefährlich nahe an die Kontaktmimik. Bei den gekapselten Varianten von
Cherry und Tesoro nimmt man gelegentlich die Abdeckung ab, saugt den
Ekel vom Motherboard und weiter gehts.
Volker