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was ist schlimmer 100 V AC oder DC?

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Paul Tanner

unread,
May 2, 2003, 5:01:44 AM5/2/03
to
was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
AC in Berührung kommt?

Gruss, Paul

Christian

unread,
May 2, 2003, 5:05:47 AM5/2/03
to
Paul Tanner <PaulT...@gmx.de> wrote:

> was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
> AC in Berührung kommt?

Ich bin weder Elektro-Spezialist noch Mediziner, aber trotzdem:

Auf die Spannung kommt es nicht primär an. Wenn du dich z.B. mit
Kunstfaserkleidern elektrisch auflädtst, dann sind das mehrere 10'000
Volt (Gleichstrom, natürlich). Trotzdem schadet dir weder die Aufladung
noch die Entladung besonders, obwohl es dir vielleicht bei der Entladung
eines "zwickt".

Christian.

--
Christian F. Buser, Hohle Gasse 6, CH-5507 Mellingen (Switzerland)
Hilfe für Strassenkinder in Ghana: <http://www.chance-for-children.org>

MaWin

unread,
May 2, 2003, 5:15:17 AM5/2/03
to
Paul Tanner <PaulT...@gmx.de> schrieb im Beitrag <Ytqsa.199$i01....@se2-cb104-9.zrh1.ch.colt.net>...

> was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
> AC in Berührung kommt?
>
Egal, du kannst auch 750000V anfassen, dir stehen hoechstens die Haare zu Berge
http://www.resonanceresearch.com/bridge-fire-electrostatic-hands-on-display.htm
aber du solltest nicht mit der anderen Hand an 0V kommen ....

Dann ist DC schlechter, obwohl 100VAC eigentlich 141V Spitzenspannung haben.
--
Manfred Winterhoff, mawin at gmx.net, remove NOSPAM if replying
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Christian Müller

unread,
May 2, 2003, 4:59:12 AM5/2/03
to
"Christian" <christi...@rumantsch.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:1fubw1v.1ce...@christian.rumantsch.ch...

> Paul Tanner <PaulT...@gmx.de> wrote:
>
> > was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
> > AC in Berührung kommt?
>
> Ich bin weder Elektro-Spezialist noch Mediziner, aber trotzdem:
>
> Auf die Spannung kommt es nicht primär an. Wenn du dich z.B. mit
> Kunstfaserkleidern elektrisch auflädtst, dann sind das mehrere 10'000
> Volt (Gleichstrom, natürlich). Trotzdem schadet dir weder die Aufladung
> noch die Entladung besonders, obwohl es dir vielleicht bei der Entladung
> eines "zwickt".

Dann kann man bei Gleichstrom eher nicht mehr losslassen, weil sich die
Muskeln dauerhaft zusammenziehen. Ausserdem hab ich gehört, dass so der
Bereich um 400 Volt der schlimmste ist, denn bei höherer Spannung wirst Du
wieder weggeschleudert.

Da gibt's doch die Geschichte, vom Elektriker der auf der Leiter stand und
den's geschüttelt hat. Das sah ein anderer und erinnerte sich daran, ihn ja
nicht anzufassen sondern nur die Leiter mit irgendwas umzustossen. Gedacht,
getan. Der andere fiel von der Leiter und brach sich nur ein Bein.

Allerdings hatte der Elektriker nur eine Biene im Hosenbein...

> Christian.
>
> --
> Christian F. Buser, Hohle Gasse 6, CH-5507 Mellingen (Switzerland)
> Hilfe für Strassenkinder in Ghana: <http://www.chance-for-children.org>

Chregu, in Rumänien sozial tätig


Gerhard Frank

unread,
May 2, 2003, 5:48:50 AM5/2/03
to
Wolfgang Gerber schrieb:
>
> Paul Tanner schrieb:

>
> >was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
> >AC in Berührung kommt?
>
> AC - weil der menschliche Körper eine gewisse Kondensatorwirkung hat.
> D.h. Wechselstrom fliesst besser. Und wirkt somit besser.

Andererseite: DC de-polarisiert die Nerven vollständig -> Reizleitung gestört
und das ist bei Herz und Lunge recht böse ... In jedem Fall ist aber die
Leistung, die "verbraten" wird, interessant und schädigend.
Bei hochfrequenten AC dringt der Strom noch dazu nicht in den Körper ein
(Skin-Effekt), die muß man bei AC also auch noch berücksichtigen.

Ein ähnliche Frage habe ich schon vor ca. 3 Jahren mal gestellt und keine
eindeutige Antort bekommen. Vielleicht klappt's ja diesmal.

Gruß
Gerhard Frank

> snip snap [Beispiele]

Paul Tanner

unread,
May 2, 2003, 6:01:02 AM5/2/03
to
"MaWin" <ma...@gmx.net> wrote:

>Paul Tanner <PaulT...@gmx.de> schrieb im Beitrag <Ytqsa.199$i01....@se2-cb104-9.zrh1.ch.colt.net>...
>> was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
>> AC in Berührung kommt?
>>
>Egal, du kannst auch 750000V anfassen, dir stehen hoechstens die Haare zu Berge

>aber du solltest nicht mit der anderen Hand an 0V kommen ....

ok, ich definiere es genauer: 100 V AC oder DC fliessen DURCH den
Körper


>
>Dann ist DC schlechter, obwohl 100VAC eigentlich 141V Spitzenspannung haben.

Das DC schlechter/gefährlicher ist, habe ich auch vage im Gedächtnis.
Aber ich weiss nicht mehr ob es stimmt und wenn ja, warum.

Gruss, Paul

Hans Jürgen Riehl

unread,
May 2, 2003, 5:58:21 AM5/2/03
to
Hallo Paul,

wenn man relativ kleine Stromstärken betrachtet (100 mA), wie sie bei
Berührung vorkommen, so ist technischer Wechselstrom gefährlicher, weil er
die Reizerzeugung und -fortleitung im Herzen stört. Die Gefährlichkeit ist
bei 16.7 Hz (Bahnstrom) höher als bei 50 Hz und nimmt kontinuierlich für
Schnellfrequenzsysteme (z.B. 400 Hz) ab. Bei etwa 3 kHz wird das
Gefährdungspotenzial von Gleichstrom erreicht. Das Todesintegral (50 %
Todesfälle nach Einwirkung) bei 50 Herz beträgt 30 mA bei 100 ms (Bemessung
der Fehlerstromschutzschalter für Personenschutz), bei Gleichstrom mehr als
100 mA.

Gruß
Hans Jürgen


Martin Willisegger

unread,
May 2, 2003, 6:38:43 AM5/2/03
to
Hallo Paul

> ok, ich definiere es genauer: 100 V AC oder DC fliessen DURCH den
> Körper

100V Spannung fliessen nicht, die liegen höchstens an. Nur der Strom (in A
bzw. mA) "fliesst" durch den Körper und von diesem hängt die Gefährlichkeit
ab. Wenn Du sehr gut Isoliert stehst, machen dir auch 1000V nichts - ega ob
AC oder DC).

> Das DC schlechter/gefährlicher ist, habe ich auch vage im Gedächtnis.
> Aber ich weiss nicht mehr ob es stimmt und wenn ja, warum.

DC ist technisch gesehen gefährlicher, weil z.Bsp, Lichbögen bei wachsender
Entfernung nicht mehr selbständig löschen (kein 0V Durchgang). Das ist bei
technischen Einrichtungen wie Schaltern zu berücksichtigen. Wie es beim
Menschen aussieht kann ich nicht genau sagen, sicher ist einfach dass das
beim Stromschlag häuffig auftretende Herzkammerflimmern eine Wirkung des
Wechselstromes ist - dies zumindest tritt bei DC nicht auf.

Viele Grüsse

Martin


Frank Feger

unread,
May 2, 2003, 6:48:26 AM5/2/03
to
Paul Tanner (PaulT...@gmx.de) wrote:
: was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
: AC in Berührung kommt?

100 V Wechselspannung, sofern mit kleiner Frequenz, also z.B. 50 Hz.
1000 V Gleichspannung kann man auch bei belastbarer Spannungsquelle
gut überleben, Wechselspannung macht gerne tot.

Das war auch Edisons Argument gegen Teslas Wechselspannung. Allerdings
ist Wechselspannung mit einem Trafo verlustarm umzuspannen, weshalb
sie sich durchgesetzt hat.


Grüße,

F^2

Wolfgang Berger

unread,
May 2, 2003, 7:08:36 AM5/2/03
to
> Das Todesintegral (50 %
> Todesfälle nach Einwirkung) bei 50 Herz beträgt 30 mA bei 100 ms (Bemessung
> der Fehlerstromschutzschalter für Personenschutz), bei Gleichstrom mehr als
> 100 mA.

Sind die 30mA als Strom über das Herz zu verstehen ? Ansonsten würde das
ja heißen, dass bei Berührung von 230V und Auslösung des FIs 50% der
Probanden sterben.

Viele Grüße
Wolfgang

MaWin

unread,
May 2, 2003, 7:28:11 AM5/2/03
to
Paul Tanner <PaulT...@gmx.de> schrieb im Beitrag <ylrsa.201$i01....@se2-cb104-9.zrh1.ch.colt.net>...

>
> Das DC schlechter/gefährlicher ist, habe ich auch vage im Gedächtnis.
> Aber ich weiss nicht mehr ob es stimmt und wenn ja, warum.
>
Kommt auf die Todesursache an :-)

Herzstillstand

Strom direkt durch die Nerven der Herzmuskel, so hoch das der 'Originalimpuls'
ueberdeckt wird und nicht durchkommt: Es reicht weniger als 1 mA und (da
die Koerperfluessigkeit dank Salzen recht gut leitet) dafuer weniger als
10mV. Man muss nur mit Nadeln den Nerv kontaktieren. Hier wirkt Gleichstrom
am besten, hindert er doch am laengsten das Herz am Schlagen.

Verbrennen

Es kommt lediglich auf die elektrische Wirkleistung an, DC oder AC ist also
egal, eine Hochspannungsleitung ist aber notwendig.

Von der Leiter fallen Genick brechen

Wechselstrom ist gut, weil man dann die defekte Lampenfassung eher loslassen
kann, sonst baumelt man ja an der Decke :-(

Der wesentliche Schutz des Menschen vor Strom ist die relativ trockene und
schlecht leitende Haut. Deswegen brauchen wir *von aussen* mindestens 45V,
bis bei ungluecklichen Umstaenden eventuell ausreichend viel Strom fliesst,
um das Herz aussetzen zu lassen. Die U.S.A. nehmen aber mehrere tausend Volt,
um sicher zu sein, den Unschuldigen vor der Revision zu toeten, und nicht
mal da klappt jeder Versuch.

Bei 50Hz besteht die Chance, in den Strompausen loslassen zu koennen, so das
AC nicht ganz so viele Tote kostet.

Carsten Pohland

unread,
May 2, 2003, 7:30:40 AM5/2/03
to

"Paul Tanner" <PaulT...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:Ytqsa.199$i01....@se2-cb104-9.zrh1.ch.colt.net...

> was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
> AC in Berührung kommt?

Hallo Paul

Wie andere schon erwähnt haben ist es der Strom der schädlich sein
kann. Man spricht AFAIK von 100mA die bereits tödlich sind.

Die Zäune um eine Kuhweide haben z.B. eine Spannung von
bis zu 10000 V. Und die Kühe leben noch :)

Aber Vorsicht. Das heisst nicht, dass du jetzt in die Steckdose
fassen darfst, nur weil da nur 230 V bzw. 400 V draufsteht !

--
Carsten

Joerg Wunsch

unread,
May 2, 2003, 7:26:25 AM5/2/03
to
Hans Jürgen Riehl <hans....@t-online.de> wrote:

>Die Gefährlichkeit ist bei 16.7 Hz (Bahnstrom) höher als bei 50 Hz
>und nimmt kontinuierlich für Schnellfrequenzsysteme (z.B. 400 Hz) ab.

Ist das eigentlich der Grund, warum die Schutzkleinspannungsnetze, die
man früher zumindest in Industriebetrieben hatte, bei 42 V mit 400 Hz
betrieben worden sind?
--
J"org Wunsch Unix support engineer
joerg_...@interface-systems.de http://www.interface-systems.de/~j/

Walter Loos

unread,
May 2, 2003, 8:02:00 AM5/2/03
to
Was noch nicht erwähnt wurde:
Bei DC gibt es Elektrolyse in den Körperflüssigkeiten mit zum Teil toxischen
Resultaten.

--
Member of the Linux User Group Basel www.BLUG.ch

Georg Acher

unread,
May 2, 2003, 8:11:02 AM5/2/03
to
In article <01c31096$c5d957c0$0100007f@amdk6-300>,
"MaWin" <ma...@gmx.net> writes:

|> Der wesentliche Schutz des Menschen vor Strom ist die relativ trockene und
|> schlecht leitende Haut. Deswegen brauchen wir *von aussen* mindestens 45V,
|> bis bei ungluecklichen Umstaenden eventuell ausreichend viel Strom fliesst,
|> um das Herz aussetzen zu lassen. Die U.S.A. nehmen aber mehrere tausend Volt,
|> um sicher zu sein, den Unschuldigen vor der Revision zu toeten, und nicht
|> mal da klappt jeder Versuch.

Allerdings habe ich auch von einem dokumentierten Fall in der US Navy gelesen, wo
jemand patschnass (Salzwasser) in einem Boot (grosse Ableitfläche) rumgebastelt
hat. Es waren nur 9V, die haben aber trotzdem zum Heldenbegräbnis gereicht.

--
Georg Acher, ac...@in.tum.de
http://wwwbode.in.tum.de/~acher
"Oh no, not again !" The bowl of petunias

Andreas Weber

unread,
May 2, 2003, 9:35:27 AM5/2/03
to
Hallo Manfred,

MaWin wrote:

> Herzstillstand
>
> Strom direkt durch die Nerven der Herzmuskel, so hoch das der 'Originalimpuls'
> ueberdeckt wird und nicht durchkommt: Es reicht weniger als 1 mA und (da
> die Koerperfluessigkeit dank Salzen recht gut leitet) dafuer weniger als
> 10mV. Man muss nur mit Nadeln den Nerv kontaktieren. Hier wirkt Gleichstrom
> am besten, hindert er doch am laengsten das Herz am Schlagen.


AC ist für das Herz viel gefählicher als DC.
DC würde am Herzen eine Erregung auslösen und die Repolarisation des
Myokards so lange verhindern, bis der Strom auf 0 geht.
( So lange Stillstand wie der Strom fließt )
Hinterher würde höchst wahrscheinlich die Asysolie wieder in einen
normalen Sinusrhythmus überspringen.
Bei AC fällt die Erregung (positive oder neg. Halbwelle) in die
vorhergehende Erregung (100mal pro sec.). Diese Erregung
während der Repolarisation führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer
kreisenden Erregung -> Kammerflimmern.
Auch nach dem Wegfall der äußeren Spannung (Du fällst von der Leiter,
jemand zieht dich weg) bleibt das Kammerflimmern bestehen.
Wenn du Glück hast und jemand verständigt den Rettungsdienst und fängt
schonmal mit der Reanimation an, dann kommen die Typen vom
Rettungsdienst und legen dir ca. 40A DC (neuerding nicht nur
monophasisch sondern auch biphasisch) an den Brustkorb um eine
kurzzeitige Asystolie zu erzeugen (die dann hoffentlich in einen
Sinusrh. umspringt)

http://www.forum-intensivpflege.de/fachweiterbildung/defib.htm

Für das Herzen ist somit AC (ich gehe hier von 50Hz aus)
viel gefählicher als DC.

Gefahren liegen noch in der Elektrolyse, wobei es hier IMHO nach keinen
Unterschied zwischen DC und AC gibt.

Durch die entstehende Leistung in Wärme erleidet man bei höheren
Spannungen Verbrennungen und das Eiweiß denaturiert.

Gruß Andy

Andreas Weber

unread,
May 2, 2003, 9:38:33 AM5/2/03
to
Wolfgang Berger wrote:

> Sind die 30mA als Strom über das Herz zu verstehen ?


Die fließen (gedacht) von der linken Hand über den Brustkorb zur rechten
Hand. Gruß Andy

Thomas Heier

unread,
May 2, 2003, 11:25:14 AM5/2/03
to
Paul Tanner <PaulT...@gmx.de> wrote:

> was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
> AC in Berührung kommt?

Egal, ist eh´ englisch.


Falls du aber Gleich/Wechselstrom meinst (schließlich ist hier die
de.*-Abteilung): Laut Auskunft meines Lehrmeisters und Berufsschule:
Wechselstrom wegen 50Hz und dem daraus folgendem Herzkammerflimmern.

--
Gruß aus Schleswig-Holstein, dem Land zwischen den Horizonten.

Bernd Brägelmann

unread,
May 2, 2003, 12:55:23 PM5/2/03
to
Entscheident ist auch der elektrische Zustand des Herzens zum Zeitpunkt
des Stromschlages. Besonders gefährlich ist hier die "vulnerable Phase"
während der Repolarisierung des Herzen (1. Hälfte der T-Phase), da hier
die Refraktärzeit der Herzmuskelzellen bereits überschritten ist und die
für das Herzkammerflimmern verantwortlichen "kreisenden Erregungen"
entstehen können.
Gruß
Bernd

--
Think different

MaWin

unread,
May 2, 2003, 1:20:09 PM5/2/03
to
Andreas Weber <www...@web.de> schrieb im Beitrag <3EB2741F...@web.de>...
>
> ( So lange [Herz-]Stillstand wie der Strom fließt )

> Hinterher ...

Nach dem Tod ? Hmm...

Albert Sutter

unread,
May 2, 2003, 12:41:54 PM5/2/03
to
"Paul Tanner" <PaulT...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:Ytqsa.199$i01....@se2-cb104-9.zrh1.ch.colt.net
> was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
> AC in Berührung kommt?

Es kommt auf die Stromstärke an. Diese hängt von der Spannung und vom
Widerstand ab. Vögel können zum Beispiel auf einer Hochspannungsleitung
sitzen und es macht ihnen nichts, weil der Widerstand unendlich gross
ist und somit kein Strom fliesst.

Wechselstrom ist gefährlicher als Gleichstrom.

0.3mA - Empfindungsgrenze
1mA - Schreck
10mA - Muskelkrampf
30mA - Betäubung
50mA - Herzkammerflimmern, Tod


Raimund Nisius

unread,
May 2, 2003, 2:17:14 PM5/2/03
to
Paul Tanner <PaulT...@gmx.de> wrote:

> was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
> AC in Berührung kommt?

Für solche Fragen habe ich mir Msg-ID
<slrn8cl4e1....@bardolino.techfak.uni-bielefeld.de>
aufgehoben. Dort schrieb Andreas Ferber
<afe...@techfak.uni-bielefeld.de> u.a.:
<Zitat>

Der Unterschied liegt in der Physiologie der Muskelzellen begründet.
Eine Muskelzelle wird durch elektrischen Strom zur Kontraktion
angeregt. Dabei löst ein einzelner Impuls nur ein kurze Zuckung der
Muskelzelle aus, ebenso das Einschalten eines lang andauernder
konstanter Strom. Danach erschlafft die Zelle sofort wieder. Wenn
mehrere Impulse kurz aufeinander folgen, erschlafft die Faser nicht
vollständig bevor die nächste Kontraktion beginnt. Je dichter
aufeinanderfolgend die Impulse sind, desto stärker wird die
durchschnittliche Kontraktion der Muskelfaser, bis ab einer gewissen
Schwelle der sogenannte Tetanus eintritt (dann sind die Fasern
vollständig kontrahiert).

Der Punkt, an dem ein Loslassen eines umfassten elektrischen Leiters
nicht mehr möglich ist, nennt man die Loslassstromstärke. Bei der
50Hz-Wechselspannung unseres Stromnetzes liegt sie für Männer bei
ca. 20mA, für Frauen bei nur ca. 10mA. Trägt man die
Loslassstromstärke gegenüber der Frequenz des Stroms auf, so erhält
man ungefähr den folgenden Verlauf:

I in mA ^
|
55 | /
45 | /
35 | /
25 | /
15 | \___________________/
5 |
+-------------------------------->
10 100 1000 10000 f in Hz

Bei Frequenzen oberhalb von ca. 7kHz kann man nicht mehr von einer
Loslassstromstärke sprechen, da hier die oben beschriebenen Effekte
i.d.R. nicht mehr auftreten, die Vorgänge in der Muskelzelle sind
einfach zu langsam.

Tödlich kann der Wechselstrom sein, weil die oben beschriebenen
Vorgänge natürlich genauso auch beim Herz zu finden sind, daher löst
der Strom u.U. einen Herzstillstand oder Kammerflimmern aus.

Bei reinem Gleichstrom sieht das ganze ein wenig anders aus. Wenn der
Gleichstrom eingeschaltet wird (ob gewollt oder nicht), verkrampfen
die stromdurchflossenen Muskeln einmal kurz und erschlaffen dann
wieder. Häufig führt dies bereits dazu, daß der Kontakt zu der
Spannungsquelle unterbrochen wird, da man durch die Muskelzuckungen
fortgeschleudert wird. Beim Ende des Stromflusses sind auch wieder
Bedingungen gegeben, die zu einer Muskelverkrampfung führen, daher
gibt es beim Abschalten auch noch einmal einen kurzen Krampf. Während
der Strom aber konstant fliesst, ist ein Loslassen unabhängig von der
Stromstärke immer möglich. Beim Gleichstrom hat man von daher nur
Messungen gemacht, ab welcher Stromstärke freiwillige Versuchspersonen
nicht mehr bereit sind, die Krämpfe beim Ein- und Ausschalten
hinzunehmen, und der Versuch daher beendet wurde. Diese Stromstärke
liegt für Männer bei ca. 75mA, also bereits deutlich höher als die
Loslassstromstärke beim Wechselstrom.

Reiner Gleichstrom ist aber im Gegensatz zu Wechselstrom i.d.R. nicht
in der Lage, ein Kammerflimmern oder gar einen Herzstilstand zu
verursachen (dies kann nur dann geschehen, wenn das Ein-/Abschalten
des Stroms genau in die sogenannte "vulnerable Phase" des Herzschlags
kurz vor Beginn der Diastole fällt, aber selbst dann ist es relativ
unwahrscheinlich), daher sind tödlich Unfälle mit reinem Gleichstrom
ziemlich unwahrscheinlich (selbst bei höheren Spannungen von mehreren
100V).

Anders sieht es mit technischem Gleichstrom aus, der noch eine gewisse
Welligkeit besitzt. Dieser setzt sich im Prinzip aus einem reinen
Gleichstrom und einem Wechselstrom zusammen, und diese beiden Ströme
kann man im Hinblick auf ihre physiologische Wirkung getrennt
betrachten. Ein aus Wechselspannung durch eine einfache Diode ohne
Glättung gewonnener Gleichstrom ist sicherlich nicht wesentlich
weniger gefährlich als der Wechselstrom.

Eine andere Wirkung, die unabhängig von der Art des Stromes immer
auftritt, ist die thermische Wirkung des Stroms. Diese ist jedoch
relativ selten tödlich, nur bei Hochspannungsunfällen ist sie eine
häufige Todesart. Dabei ist zu beachten, daß damit nicht nur äussere
Verbrennungen gemeint sind. Ein Stromopfer kann äusserlich relativ
unverletzt sein, während das Körperinnere regelrecht verkocht ist.
Auch z.B. das bei Hochspannungsunfällen häufig auftretende
Nierenversagen hängt mit diesen Effekten zusammen. Äussere
Verbrennungen entstehen meistens durch Lichtbögen, die vor allem bei
Mittel- und Hochspannungsunfällen häufig entstehen.

> Es kann allerdings auch sein, dass der Physiklehrer es zu kompliziert
> fand, einen anderen Zusammenhang zu erlaeutern:

Ist IMO wahrscheinlicher ;-) (obwohl ich deinen Leerer natürlich nicht
kenne)

> Ein (sinusfoermiger) Wechselstrom von 230 Volt Nennspannung richtet
> nach Siebung und Glaettung den gleichen Schaden im Koerper an wie
> eine Wechselspannung von 327 Volt.

Siehe oben (->Restwelligkeit), anders könnte ich mir da absolut keinen
Reim drauf machen.

> Nebenher:
> Mit einer Diode und zwei Kondensatoren kann man daraus problemlos
> eine Gleichspannung von knapp 700 Volt erzeugen.

Wobei übrigens dieser Fall im Hinblick auf Unfälle gesondert
betrachtet wird. Bei einer Kondensatorentladung können extrem hohe
Stromstärken (bis über 1000A) im Körper auftreten, da der kapazitive
Wiederstand der Haut in diesem Fall nicht wirksam ist. Dennoch sind
Kondensatorentladungen relativ ungefährlich, da sie nur sehr kurz
sind. Allerdings können sie z.B. Herzrhythmusstörungen auslösen oder
begünstigen. Eine thermische Wirkung kommt bei Kondensatorentladungen
hauptsächlich an den Ein- und Austrittsstellen des Stroms auf, da
häufig auch kurzzeitig ein Lichtbogen entsteht. Innerhalb des Körpers
treten keine nennenswerten thermischen Effekte auf, da der Strom nur
kurz einwirkt (i.d.R. unter 100ms).

Zu beachten ist hierbei, daß es noch einen Sonderfall gibt, die
oszillierende Kondensatorentladung (kann bei Schwingkreisen, und bei
Gewittern vorkommen). Hier gilt wieder das gleiche wie beim welligen
Gleichstrom. Vorsicht: ein Schwingkreis kann sich an Stellen
verbergen, wo man garkeinen vermuten würde.

> > Eine leichte Variante davon hat jeder schon einmal gespürt, der einmal
> > einen elektrischen Weidezaun angefasst hat, das Zucken ist nicht nur
> > eine Reflexreaktion, es wird auch durch den Strom ausgelöst.
>
> Leicht ist gut. Du hast wohl noch nie drangepinkelt.

Ich nicht, aber der Hund meiner Eltern. Der hat einen Satz bis auf
die andere Strassenseite gemacht, und die nächsten Wochen wollte er
sich keinem Zaun mehr nähern. An die Tierschützer: ich war in keiner
Weise direkt daran beteiligt, ich war nur mit dem Hund spazieren, an
den Zaun gepinkelt hat er aus freien Stücken! Er war zu dem Zeitpunkt
nicht mal an der Leine.

Bis denn dann

Literatur:
[1] J. Kupfer, R. Stieglitz: Unfälle durch elektrischen Strom
Verlag Tribüne Berlin, 1973


</Zitat>
Ende von <slrn8cl4e1....@bardolino.techfak.uni-bielefeld.de>

F'up nach dsmm

Gruß,
Raimund
--
Mein Pfotoalbum http://home.snafu.de/nisius/

Th. Rehm

unread,
May 2, 2003, 2:19:45 PM5/2/03
to
>>was ist für den Körper schlimmer: wenn er mit 100 V DC oder mit 100 V
>>AC in Berührung kommt?

Wolfgang Gerber wrote:
> AC - weil der menschliche Körper eine gewisse Kondensatorwirkung hat.
> D.h. Wechselstrom fliesst besser. Und wirkt somit besser.

Die Kapazität des menschlichen Körpers beträgt ca. 150 bis 300 pF.
Bei 230V und 50Hz fließt da ein Strom von etwa 20 Mikroampere.
Ströme unter 0,5 Milliampere spürt man jedoch noch nicht einmal - die
Kapazität eines Menschen hat also nichts damit zu tun.

Thomas.

--
Es gibt 3 Sorten Ingenieure: Die einen können bis 3 zählen, die anderen
nicht.

Th. Rehm

unread,
May 2, 2003, 2:24:43 PM5/2/03
to
Joerg Wunsch wrote:
>>Die Gefährlichkeit ist bei 16.7 Hz (Bahnstrom) höher als bei 50 Hz
>>und nimmt kontinuierlich für Schnellfrequenzsysteme (z.B. 400 Hz) ab.
> Ist das eigentlich der Grund, warum die Schutzkleinspannungsnetze, die
> man früher zumindest in Industriebetrieben hatte, bei 42 V mit 400 Hz
> betrieben worden sind?
Ich vermute, dies war in erster Linie eine Kostenfrage: Transformatoren
für 400Hz sind erheblich kleiner, leichter und kostengünstiger als
für 50 Hz. Heute noch verwendet man aus diesem Grunde in den Bordnetzen
von Flugzeugen 400 Hz.

Thomas.

(Fup2 de.sci.electronics)

Andreas Weber

unread,
May 2, 2003, 2:34:36 PM5/2/03
to
MaWin wrote:

> Andreas Weber <www...@web.de> schrieb im Beitrag <3EB2741F...@web.de>...
>>( So lange [Herz-]Stillstand wie der Strom fließt )
>
>>Hinterher ...
>>
>
> Nach dem Tod ? Hmm...


Ja, es gibt ein Leben nach dem Tod. Ich habe in den 2 Jahren
Rettungsdienst schon mit ca. 5 Leuten gesprochen, die bis zu
ca. 4 Minuten (klinisch) tot waren. Die meisten davon haben keine
neurologischen Ausfälle davon getragen. Einer davon ist mir heute mit
dem Fahrrad entgegen gekommen...
Gruß Andy

Andreas Weber

unread,
May 2, 2003, 2:43:38 PM5/2/03
to
Paul Tanner wrote:


Ich würde ganz klar sagen AC (50Hz) ist schädlicher.
Aber das wurde bis jetzt auch schon ganz nett begründet.

Trotzdem eine kleine Geschichte die sich bei einem ehemaligen
Arbeitgeber von mir so zugetragen hat. Ein Mitarbeiter hatte
am 20kV Netz (Außenleiterspannung, die Spannung gegen Erde
beträgt ca. 34600V) zu tun. Die vorgeschriebene Kunststoffabdeckung
an einem Lasttrennschalter hat er vergessen einzulegen.
Bei arbeiten an diesem Schalter muss er dann mit dem Kopf zu nahe
an eine Phase gekommen sein -> Lichtbogen Hinterkopf rein,
an den beiden Füßen wieder raus. Er hat mit schwersten Verbrennungen
(Kopf,Ohren,Nase, Beine und Füße) überlegt. Sitzt aber jetzt
im Rollstuhl und hat starke geistige Einschränkungen.
Dies soll nur zeigen, daß offenbar nicht gleich das Herz,
selbst bei größten Strömen, aussetzt. Die Thermische Wirkung sollte
man auf keinen Fall unterschätzen.
Gruß Andy

Georg Richter

unread,
May 2, 2003, 3:32:43 PM5/2/03
to
Andreas Weber <www...@web.de> schrieb

Immer eine Hand in der Tasche!

--
Georg O.F. Richter
alias Hourdi
hourdi_@_t-online.de

Mario Rothacher

unread,
May 2, 2003, 3:46:23 PM5/2/03
to
Albert Sutter wrote:
> Es kommt auf die Stromstärke an. Diese hängt von der Spannung und vom
> Widerstand ab.

Da geb ich Dir recht.

> Vögel können zum Beispiel auf einer Hochspannungsleitung
> sitzen und es macht ihnen nichts, weil der Widerstand unendlich gross
> ist und somit kein Strom fliesst.

Das hingegen ist falsch! Oder welchen Widerstand zwischen welchen
Leitern meinst Du?

Der Vogel hat keinen unendlichen Widerstand. Die Spannung zwischen den
beiden Beinchen ist aber vernachlässigbar klein. Er sitzt ja nur auf
einer Leitung. Der Spannungsabfall zwischen den beiden Beinchen
verursacht durch den sehr kleinen Widerstand der Leitung dürfte irgendwo
im microV-Bereich sein. Und da der Vogel einen viel grösseren Widerstand
als die Leitung besitzt, ist natürlich der Strom auch sehr viel kleiner
(Parallelschaltung von einem sehr grossen und einem sehr kleinen
Widerstand).

Würde der Vogel das einte Beinchen auf einer Leitung haben und der
andere auf einer anderen, dann würde es den Vogel auch braten...

Wenn Du eine Hochspannungsleitung berührst und keinen Kontakt zum Boden
oder anderen Leiter hast, passiert Dir auch nichts. Ausser die Distanz
zum Boden oder zum nächsten Leiter ist so gering, dass es einen
Lichtbogen gibt. Dann wirst auch Du gebraten.

cu
Mario

Axel Schwenke

unread,
May 2, 2003, 6:12:30 PM5/2/03
to
Mario Rothacher <tr...@rothacher.ch> wrote:
> Albert Sutter wrote:
>> Es kommt auf die Stromstärke an. Diese hängt von der Spannung und vom
>> Widerstand ab.
>
> Da geb ich Dir recht.
>
>> Vögel können zum Beispiel auf einer Hochspannungsleitung
>> sitzen und es macht ihnen nichts, weil der Widerstand unendlich gross
>> ist und somit kein Strom fliesst.
>
> Das hingegen ist falsch! Oder welchen Widerstand zwischen welchen
> Leitern meinst Du?

Technischer Einwand: Hättest du nicht erst fragen müssen was er meint,
ehe du "Falsch!" schreist?

Und natürlich hat er recht. Der Widerstand zwischen der Hochspannungs-
leitung und irgendwas wo der Strom hinfließen könnte, ist in etwa
unendlich groß. Spannung ist Potential*differenz* und in diesem Fall
ist das Bezugspotential die Erde. Ein Vogel der auf einer Hochspannungs-
leitung sitzt und irgendwo Erde berührt, ist extrem unwahrscheinlich :-)


XL
--
Das ist halt der Unterschied: Unix ist ein Betriebssystem mit Tradition,
die anderen sind einfach von sich aus unlogisch. -- Anselm Lingnau

Rolf Bombach

unread,
May 3, 2003, 2:40:00 PM5/3/03
to
Andreas Weber wrote:
>
> Ja, es gibt ein Leben nach dem Tod. Ich habe in den 2 Jahren
> Rettungsdienst schon mit ca. 5 Leuten gesprochen, die bis zu
> ca. 4 Minuten (klinisch) tot waren. Die meisten davon haben keine
> neurologischen Ausfälle davon getragen. Einer davon ist mir heute mit
> dem Fahrrad entgegen gekommen...

Auf deiner Seite?
SCNR
--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach

unread,
May 3, 2003, 2:40:13 PM5/3/03
to
MaWin wrote:
>
> Wechselstrom ist gut, weil man dann die defekte Lampenfassung eher loslassen
> kann, sonst baumelt man ja an der Decke :-(

Woher hast du das? Bei uns kommt jährlich das Starkstrom-
inspektorat vorbei und gibt eine kurzweilige Gefahrenbelehrung.
Dabei ist manchmal ein Gerät, mit welchem jeder selber
ausprobieren kann, bei welchem Strom er noch loslassen
kann. Bei 25mA lässt du nicht mehr los. Schon gar nicht
in 10 Millisekunden.
Siehe auch Raimunds Posting, warum deine Raterei auch
physiologisch völlig unbegründet ist.

> Bei 50Hz besteht die Chance, in den Strompausen loslassen zu koennen, so das
> AC nicht ganz so viele Tote kostet.

Welche Statistik sagt denn so was?

--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach

unread,
May 3, 2003, 2:40:25 PM5/3/03
to
Gerhard Frank wrote:
>
> Andererseite: DC de-polarisiert die Nerven vollständig -> Reizleitung gestört
> und das ist bei Herz und Lunge recht böse ... In jedem Fall ist aber die
> Leistung, die "verbraten" wird, interessant und schädigend.
> Bei hochfrequenten AC dringt der Strom noch dazu nicht in den Körper ein
> (Skin-Effekt), die muß man bei AC also auch noch berücksichtigen.

Dass HF wenig Effekt zeigt, ist IMHO eher physiologisch
begründet. Der Skin-Effekt zeigt sich erst bei sehr hohen
Frequenzen, er kann nicht als Erklärung für die einschlägigen
Tesla-trafo-Vorführungen herhalten. Die verwendete Frequenz
von etwa 150 kHz hätte zwar bei Kupfer nur eine Eindring-
tiefe von 0.2mm, aber der Körper leitet wesentlich schlechter
als Kupfer und dementsprechend geringer ist der Skin-Effekt.

--
mfg Rolf Bombach

MaWin

unread,
May 3, 2003, 4:27:17 PM5/3/03
to
Rolf Bombach <rbom...@bluewin.ch> schrieb im Beitrag <3eb40cc1$1...@news.bluewin.ch>...
>
> Woher hast du das?
> Welche Statistik sagt denn so was?

Hugo Linse: "Elektrotechnik fuer alle" Franck'sche Verlagsbuchhandlung,
wohl so 1962, Kapitel 21 Seite 202:
"Die groessere Gefahr fuer den menschlichen Koerper bringt der Wechselstrom..."
aber keine Statistik, bloss populaerwissenschaftliches, insofern habe ich
Raimunds Posting von Andreas geFAQd.

Michael Redmann

unread,
May 5, 2003, 2:49:34 AM5/5/03
to
Andreas Weber
>...

> Für das Herzen ist somit AC (ich gehe hier von 50Hz aus)
> viel gefählicher als DC.

Ist das vielleicht auch der Grund, weshalb in der VDE 0105 für Arbeiten
unter Spannung verschiedene Grenzwerte des Kurzschlussstroms an der
Arbeitsstelle festgelegt sind?
(12 mA für Gleichstrom und 3 mA für Wechselstrom)

Ich persönlich empfinde das Berühren von z. B. einer
Gleichspannungsquelle als wesentlich unangenehmer und schmerzhafter als
einer Wechselstromquelle. Aber die VDE nimmt ja auch nicht Rücksicht auf
"gefühlte" Gefahren.

Grüsse
Michael


Th. Rehm

unread,
May 5, 2003, 3:39:44 AM5/5/03
to
Michael Redmann wrote:
> Ich persönlich empfinde das Berühren von z. B. einer
> Gleichspannungsquelle als wesentlich unangenehmer und schmerzhafter als
> einer Wechselstromquelle.
Unter stets gleichen Bedingungen? Der Übergangswiderstand an der
Hand kann sehr stark schwanken, auch die sonstigen "Isolations"-
Widerstände (Schuhe, Boden etc.) sind undefiniert und von Fall zu
Fall anders.
Vielleicht kannst Du mal eine Testreihe machen? (Nur ein Scherz...)

Thomas.

Rolf Bombach

unread,
May 5, 2003, 5:59:05 AM5/5/03
to
MaWin wrote:
>
>>Woher hast du das?
>>Welche Statistik sagt denn so was?
>
> Hugo Linse: "Elektrotechnik fuer alle" Franck'sche Verlagsbuchhandlung,
> wohl so 1962, Kapitel 21 Seite 202:
> "Die groessere Gefahr fuer den menschlichen Koerper bringt der Wechselstrom..."
> aber keine Statistik, bloss populaerwissenschaftliches, insofern habe ich
> Raimunds Posting von Andreas geFAQd.

Super. Besten Dank, so können wir in Zukunft bei diesem immer
wiederkehrenden Thema auf die FAQ verweisen, scheint ja leider
nötig zu sein.

Trotzdem will ich's nochmal wiederholen: Wechselstrom ist
_unter Anderem_ deswegen sehr gefährlich, weil man bei bereits sehr
kleinen Strömen den Leiter nicht mehr loslassen kann.

Bei DC ist sicher die Bogenbildung ein zusätzliches Risiko.
Hochspannungs-DC-Netze sollten daher unbedingt eine schnelle
Crowbar-schaltung aufweisen, wenn immer möglich. Die hat einem
Techniker am CERN mal das Leben gerettet. Er wollte die 6.3V
Heizspannung an einem Klystron messen, so einfach mit dem
Multimeter, und hatte nicht bedacht, dass die Anodenspannung
hier ja auf der Kathode liegt. Also -100kV, und für diese
Spannung hat's da so einen Bus... Immerhin hatte es so eine
Art FI für DC und eine Crowbarschaltung.
BTW, normale Gummisohlen haben eine Durschlagspannung <100kV.
Eine leichte Gehbehinderung ist geblieben, AFAIK.

Die im zitierten Artikel erwähnten Kondensatorentladungen sollten
ebenfalls nicht verharmlost werden. Ein Doktorand wollte mal
die 20kV an einem Blitzkondensator eines lampengepumpten
Farbstofflasers messen, ebenfalls mit einem normalen Multimeter.
Also die rote und die schwarze Spitze in die Fingerchen und
langsam ran an diese komischen Porzellanknubbelchen....
Es blieben permanente Herzrhythmusstörungen.

--
mfg Rolf Bombach Switzerland, surfer's paradise
Seit 01.04.03 sind alle Schweizer ISP dazu verpflichtet, sämtliche
Email-Daten und alle Links besuchter Seiten jedes Users für
sechs Monate zu archivieren.

Michael Redmann

unread,
May 5, 2003, 9:14:33 AM5/5/03
to
Thomas Rehm schrieb:

> Unter stets gleichen Bedingungen? Der Übergangswiderstand an der
> Hand kann sehr stark schwanken, auch die sonstigen "Isolations"-
> Widerstände (Schuhe, Boden etc.) sind undefiniert und von Fall zu
> Fall anders.

Der Grund für den Unterschied sind wahrscheinlich die immer irgendwo
vorhandenen Kapazitäten. Bei Gleichspannung zuckt's erst mal mehr oder
weniger gebremst in den Finger während AC eher brummt und vibriert.

Ich hatte nur keine rechte Begründung dafür gefunden, dass die
Grenzwerte für DC und AC so weit auseinander liegen, immerhin Faktor 4!

> Vielleicht kannst Du mal eine Testreihe machen? (Nur ein Scherz...)

Mach ich täglich, bleibt bei offenen Versuchsaufbauten auch nicht aus.
Allerdings spielt sich das Ganze im Kleinleistungsbereich (< 10 Watt)
und mit einer schnellen Abschaltung ab. Inzwischen bin ich schon ganz
geübt im Hinfassen.

Michael


Andreas Weber

unread,
May 5, 2003, 9:50:51 AM5/5/03
to
Michael Redmann wrote:

> Der Grund für den Unterschied sind wahrscheinlich die immer irgendwo
> vorhandenen Kapazitäten.


Nein, wie geschrieben ist der gleiche Strom bei Wechselspannung viel
gefährlicher als bei Gleichspannung weil die Gefahr des Kammerflimmerns
bei AC größer ist.

> Bei Gleichspannung zuckt's erst mal mehr oder
> weniger gebremst in den Finger während AC eher brummt und vibriert.


Bei Gleichspannung wird einmal die Natrium-Kaliumpumpe durch
die Potentialdifferenz angeworfen und dann blockiert. Der Muskel
zieht sich zusammen und bleibt kontrahiert bis die Spannung weg ist.
(Mediziner möchten die oberflächliche, vereinfachte Beschreibung bitte
stillschweigend hinnehmen :-) )
Bei AC versucht sich der Muskel zusammen zu ziehen, dann zu entspannen,
dann zusammenziehen usw. Das verspürst du dann als zittern oder vibrieren.

> Ich hatte nur keine rechte Begründung dafür gefunden, dass die
> Grenzwerte für DC und AC so weit auseinander liegen, immerhin Faktor 4!


s.o. Gefahr des Kammerflimmerns viel höher.

> Inzwischen bin ich schon ganz geübt im Hinfassen.


psychische Komponente, wie stark der Stromschlag gewertet wird.
Der Schrecken/angst läßt manche (unerfahrenen) viel stärker
zusammenzucken. Ein kleines Kind, welches das erste mal an einen
Weidezahn faßt, denkt es wäre jetzt fast an dem Stromschlag gestorben.
Wenn du die Schmerzwirkung kennst, dann fehlt der "Angstverstärker".
An den Gefahren für deinen Körper ändert das allerding leider nichts.

Gruß Andy

Andreas Weber

unread,
May 5, 2003, 9:56:07 AM5/5/03
to
Michael Redmann wrote:

> Der Grund für den Unterschied sind wahrscheinlich die immer irgendwo
> vorhandenen Kapazitäten.


Nein, wie oben schonmal geschrieben, lößt AC viel leichter
(Herz-)Kammerflimmern aus als DC.

> Bei Gleichspannung zuckt's erst mal mehr oder
> weniger gebremst in den Finger während AC eher brummt und vibriert.


DC: Muskel zieht sich zusammen und bleibt angespannt.
AC: Muskel zieht sich zusammen, versucht sich zu entspannen, wird wieder
angespannt usw. Das spürst du als zittern oder vibrieren.

> Ich hatte nur keine rechte Begründung dafür gefunden, dass die
> Grenzwerte für DC und AC so weit auseinander liegen, immerhin Faktor 4!


Siehe oben, Die Hertz sind gefählich für das Herz. :-)

> Mach ich täglich, bleibt bei offenen Versuchsaufbauten auch nicht aus.
> Allerdings spielt sich das Ganze im Kleinleistungsbereich (< 10 Watt)
> und mit einer schnellen Abschaltung ab. Inzwischen bin ich schon ganz
> geübt im Hinfassen.

Das ist die psychische Komponente, wie du den Schmerz empfindest.
Ein "unerfahrener" bekommt einen riesen Schrecken und dem endsprechen
empindet er den Schmerz als viel stärker.
Du hast das schon einige male gespürt und hast immer überlegt,
also kannst du den Schmerz eher verkraften und er kommt dir schwächer
vor. An den Gefahren, die für deinen Körper bestehen, ändert das nur
leider nichts.
Gruß Andy

Harald Wilhelms

unread,
May 5, 2003, 10:04:01 AM5/5/03
to
Mario Rothacher <tr...@rothacher.ch> wrote in message news:<1051904783.487343@exnews>...

> Würde der Vogel das einte Beinchen auf einer Leitung haben und der
> andere auf einer anderen, dann würde es den Vogel auch braten...

...deshalb haben Vögel ja auch so kurze Beine...

Übrigens scheint das elektrische Feld von Hochspannungsleitungen
zumindest störend zu sein, denn Vögel sitzen eigentlich nie
auf Hochspannungsleitungen, sondern nur auf Niederspannungsleitungen.
Gruss
Harald

Lars Mueller

unread,
May 5, 2003, 11:37:11 AM5/5/03
to
Harald Wilhelms wrote:

> ...deshalb haben Vögel ja auch so kurze Beine...

Sag das mal den Reiern, Störchen oder Pelikanen!

> Übrigens scheint das elektrische Feld von Hochspannungsleitungen
> zumindest störend zu sein, denn Vögel sitzen eigentlich nie
> auf Hochspannungsleitungen, sondern nur auf Niederspannungsleitungen.

Klar! Möchtest du total elektrisch geladen mit einem sich aufplusternden
Federkleid, bei dem sich alle Federn duch Abstoßung senkrecht
aufstellen, auf einer Leitung sitzen? Der Pulli über die Haare-Effekt
bei trockenem Wetter ist doch schon blöd genug! :-)

Gruß Lars

PS: Xpost repariert!

Georg Seegerer

unread,
May 5, 2003, 12:53:10 PM5/5/03
to
> ...deshalb haben Vögel ja auch so kurze Beine...

Bei Störchen tatsächlich ein Problem auf 20kV-Leitungen,
aber weniger wegen der Beine sondern wegen der Flügelspannweite.

Bis die Tage
Georg

Matthias Plaßmann

unread,
May 6, 2003, 6:17:32 AM5/6/03
to
Hi,
Im allgemeinen hängt die Gfährlichkeit eines Stromschlages nicht von der
Spannung sondern von der Stromstärke am. Generell liegt aber bei einem
Wechselstrom (AC) eine höhere Spannung an, da die 100V der effektivwert der
Sinusförnigen Spannungskurve ist. Beispielsweise liegen an einer
gewöhnlichen Steckdose (1 Phase) effektiv 230V an. Die Spitzenspannung der
Hüllenkurve liegt allerdings bei 400V, sodass beim Kurzschluss zweier Phasen
(Winkelversetzte Spannungskurven) eine Spannung von 400V anliegt (das knallt
besonders gut <g>)
Bei einer Gleichstromspannung hingegen ist der Effektivwert gleich der
Spitzenspannung, da hier keine sinusförmige (oder Dreieck-, Rechteck oder
was auch immer) Spannung anliegt.

Wenn ich Deine Frage so deute, wie Du sie warscheinlich gemeint hast dann
sind Wechselströme generell als gefährlicher einzustufen, da die
Effektivspannung höher ist.

Gruß, Maze


Marc Fehrenbacher

unread,
May 6, 2003, 6:54:03 AM5/6/03
to
Georg Seegerer schrieb:

>> ...deshalb haben Vögel ja auch so kurze Beine...
>
>Bei Störchen tatsächlich ein Problem auf 20kV-Leitungen,
>aber weniger wegen der Beine sondern wegen der Flügelspannweite.

Darum haben sie bei uns an den Masten so kleine Spieße drauf gemacht,
damit kein Vogel darauf landet. Sieht so aus wie der Taubenschutz in
Großstädten.

Marc
--
Serien, bei denen ich mich aufrege, gibts genug, z.B.
Verbotene Liebe oder Marienhof.
Tagesschau ist irgendwie anders, das ist
Aufregen auf hohem Niveau. (Manfred Dösl)

Rolf Bombach

unread,
May 6, 2003, 10:29:08 AM5/6/03
to
Andreas Weber wrote:
>
> DC: Muskel zieht sich zusammen und bleibt angespannt.

[ ] Du hast Raimunds Posting gelesen und verstanden.

--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach

unread,
May 6, 2003, 10:29:43 AM5/6/03
to
Matthias Plaßmann wrote:
>
> Im allgemeinen hängt die Gfährlichkeit eines Stromschlages nicht von der
> Spannung sondern von der Stromstärke am. Generell liegt aber bei einem
> Wechselstrom (AC) eine höhere Spannung an, da die 100V der effektivwert der
> Sinusförnigen Spannungskurve ist. Beispielsweise liegen an einer
> gewöhnlichen Steckdose (1 Phase) effektiv 230V an. Die Spitzenspannung der
> Hüllenkurve liegt allerdings bei 400V,

230V * sqrt(2) = 325 V

> sodass beim Kurzschluss zweier Phasen
> (Winkelversetzte Spannungskurven) eine Spannung von 400V anliegt (das knallt
> besonders gut <g>)

Hu, jetzt sind's schon 2 Phasen? OK, die Spannung zwischen den
Aussenleitern ist in der Tat 230V * sqrt(3) = 398V, vulgo 400V.
Aber das hat mit dem Spitzenwert nichts zu tun, der wäre dort
ja bereits 565V.

> Bei einer Gleichstromspannung hingegen ist der Effektivwert gleich der
> Spitzenspannung, da hier keine sinusförmige (oder Dreieck-, Rechteck oder
> was auch immer) Spannung anliegt.
>
> Wenn ich Deine Frage so deute, wie Du sie warscheinlich gemeint hast dann
> sind Wechselströme generell als gefährlicher einzustufen, da die
> Effektivspannung höher ist.

Hmm, 230V AC *ist* die Effektivspannung, wie soll die höher als
sie selber sein?

BTW, habt ihr Raimunds Posting denn immer noch nicht gelesen?

--
mfg Rolf Bombach


Andreas Weber

unread,
May 6, 2003, 10:34:26 AM5/6/03
to
Matthias Plaßmann wrote:


> Wenn ich Deine Frage so deute, wie Du sie warscheinlich gemeint hast dann
> sind Wechselströme generell als gefährlicher einzustufen, da die
> Effektivspannung höher ist.

Nein, nicht deshalb.
(Außerdem stimmt der obige Satz nicht. Die Maximalspannung û ist größer
und zwar Ueff*sqr(2). Aber das meintest du ja)
Selbst wenn man die Sinuskurve mit betrachtet: Die Thermische Wirkung
(Wirkleistung) ist bei DC P=U²/R , bei AC P=Ueff²/R (nicht P=û²/R). Also
schenkst du dir (über eine oder mehrere Perioden betrachtet) nichts.
Elektrolysewirkung dürfte bei AC sogar IMHO geringer sein, da sich
die gebildeten Reinstoffe wieder in Kationen und Anionen wandeln müßten.
Über die wirkung am Herzen hat Raimund ausführlich etwas geschrieben.
Gruß Andy

oliverkuhlmann

unread,
May 6, 2003, 10:38:16 AM5/6/03
to
Marc Fehrenbacher wrote:
> Georg Seegerer schrieb:
>
>
>>>...deshalb haben Vögel ja auch so kurze Beine...
>>
>>Bei Störchen tatsächlich ein Problem auf 20kV-Leitungen,
>>aber weniger wegen der Beine sondern wegen der Flügelspannweite.
>
>
> Darum haben sie bei uns an den Masten so kleine Spieße drauf gemacht,
> damit kein Vogel darauf landet. Sieht so aus wie der Taubenschutz in
> Großstädten.

Hm, bei Die Bahn haben die Hörnerelektroden auf den Masten (meine nicht
diese kleinen Bleche an den waagerech montierten Isolatoren der
Fahrdrahtaufhängung) aber eingentlich einen anderen Zweck, oder? Habe
mal gesehen, wie da eine Taube hineingeraten ist. Eigentlich habe ich
nur aus dem Augenwinkel einen Schwarm Vögel gesehen und bei denen, die
überlebt haben, handelte es sich eindeutig um Tauben. Jedenfalls gab es
einen lauten Knall, ein Wölkchen und Federn wurden vom Wind davon
getragen, während so ein Lumpen in Richtung Boden herabstürzte.
Olli

Andreas Weber

unread,
May 6, 2003, 4:09:31 PM5/6/03
to
Rolf Bombach wrote:

>
> [ ] Du hast Raimunds Posting gelesen und verstanden.

jetzt mal ausführlich gelesen und verstanden.
Wie weit ich mit den Ausführungen von Kammerflimmern
Asystolie,Re-entry Mechanismus,R auf T Phänomen usw. einer Meinung bin
sei dahingestellt.
Ich hätte wohl eher schreiben sollen, daß eine Polarisation entsteht
und die Reizleitung weiter aktiviert wird, es aber nicht möglich ist
neue Muskelfasern zu aktivieren da die Repolarisation behindert wird.
Ich dachte eigentlich das mein erstes Posting ins Nirvana gewandert ist.

zitat:


(Mediziner möchten die oberflächliche, vereinfachte Beschreibung bitte
stillschweigend hinnehmen [:-)] )

/zitat

Gruß Andy

TekMan

unread,
May 7, 2003, 2:28:33 AM5/7/03
to
Walter Loos <wNOSP...@balcab.ch> wrote in message news:<Xns936F8EA45EC66...@157.161.139.29>...
> Was noch nicht erwähnt wurde:
> Bei DC gibt es Elektrolyse in den Körperflüssigkeiten mit zum Teil toxischen
> Resultaten.


Zu ergänzen:

Die toxische Wirkung kann durchaus erst einige STUNDEN nach dem
Stromschlag einsetzen und zum Tode führen ==> das macht die Sache mit
DC besonders tückisch.

scnr,
Andreas

Ernst Keller

unread,
May 7, 2003, 11:15:53 AM5/7/03
to
On Fri, 02 May 2003 20:24:43 +0200, "Th. Rehm" <th....@t-online.de> wrote:

>Joerg Wunsch wrote:
>>>Die Gefährlichkeit ist bei 16.7 Hz (Bahnstrom) höher als bei 50 Hz
>>>und nimmt kontinuierlich für Schnellfrequenzsysteme (z.B. 400 Hz) ab.
>> Ist das eigentlich der Grund, warum die Schutzkleinspannungsnetze, die
>> man früher zumindest in Industriebetrieben hatte, bei 42 V mit 400 Hz
>> betrieben worden sind?
>Ich vermute, dies war in erster Linie eine Kostenfrage: Transformatoren
>für 400Hz sind erheblich kleiner, leichter und kostengünstiger als
>für 50 Hz. Heute noch verwendet man aus diesem Grunde in den Bordnetzen
>von Flugzeugen 400 Hz.
>
In der Industrie wird/wurde 400Hz für für schnelllaufende Werkzeuge verwendet,
die höhere Drehzahl ist für einige Anwendungen im Flugzeug auch von Vorteil,
z.B. Pumpen und Ventilatoren.

Ernst

--
Was ist TOFU? Wieso finden die anderen meine Artikel schwer zu lesen?
TOFU steht für "Text Oben, Fullquote Unten". Das ist eine Unart, die einen
nicht nur in dieser Newsgroup, sondern im ganzen Netz unbeliebt macht.
Lies "Wie zitiere ich im Usenet?": http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/.

Lars Mueller

unread,
May 7, 2003, 1:20:28 PM5/7/03
to
TekMan wrote:

> Zu ergänzen:
>
> Die toxische Wirkung kann durchaus erst einige STUNDEN nach dem

Warum schreist du so?

> Stromschlag einsetzen und zum Tode führen ==> das macht die Sache mit
> DC besonders tückisch.

Aha und bei AC kann man nicht im Nachinein sterben? So ein Unsinn!
Selbst wenn das so wäre: DC ist gefährlicher, wenn man z.B. bei AC
schon an 50V stirbt, bei DC aber nicht sofort, sondern später und
erst z.B. ab 120V, weil dir das tückischer vor kommt?

Lars

PS: Unnöties querfeldein-Xpost beendet (wieder mal).

Martin Lenz

unread,
May 8, 2003, 12:51:55 PM5/8/03
to
Andreas Weber schrieb:
>
> Hallo Manfred,

>
> MaWin wrote:
>
>
> Für das Herzen ist somit AC (ich gehe hier von 50Hz aus)
> viel gefählicher als DC.
>
> Gefahren liegen noch in der Elektrolyse, wobei es hier IMHO nach keinen
> Unterschied zwischen DC und AC gibt.
>
AC ist meines Wissens nach nicht in der Lage Elektrolyse auszulösen. Das
nützt man auch bei Wasserstandssensoren aus um die Korrosion der
Elektroden zu verhindern.

Martin

Frank Feger

unread,
May 9, 2003, 9:11:52 AM5/9/03
to
oliverkuhlmann (oliver...@otelo-online.de) wrote:

: Hm, bei Die Bahn haben die Hörnerelektroden auf den Masten (meine nicht

: diese kleinen Bleche an den waagerech montierten Isolatoren der
: Fahrdrahtaufhängung) aber eingentlich einen anderen Zweck, oder?

Überspannungsableitung. Schlägt ein Blitz ein, wird die Überspannung
zur Erde abgeleitet. Die von dem entstehenden Lichtbogen entwickelte
heiße Luft nimmt den Bogen nach oben mit, wo er durch den höheren
Elektrodenabstand erlischt. Ist die übliche Anwendung für Hörner-
blitzableiter, außer Frankensteinfilmen natürlich. ;-)


Grüße,

F^2

Frank Feger

unread,
May 9, 2003, 9:41:59 AM5/9/03
to
Andreas Weber (www...@web.de) wrote:

: am 20kV Netz (Außenleiterspannung, die Spannung gegen Erde
: beträgt ca. 34600V) zu tun.

Kann mal jemand einem dummen Chemiker erklären, warum die Spannung
gegen Erde höher ist als die Außenleiterspannung? Bei dem im Haus
benutzten Drehstrom (400V) ist das ja anders.


Grüße,

F^2

Rolf Bombach

unread,
May 12, 2003, 3:38:46 PM5/12/03
to

Vielleicht ist der Mittelpunkt um 23kV verschoben ;-)
Ich geh mal von einer Verwexlung aus.

--
mfg Rolf Bombach

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