wie auch gerade im Thread "TV-Schaltnetzteil" erwähnt, besteht ab und an die
Möglichkeit, daß Widerstände "mal eben so" hochohmig werden.
Ich hatte auch schon so ein Exemplar (Metallfilm, 3,32 MOhm), der ohne daß er
besonderer thermischer Belastung ausgesetzt war, hochohmig (> 1GOhm) wurde.
Wie kommt sowas?
Frank
entweder ist das kein normaler Widerstand, oder er hat sich stark erwärmt.
Sebastian
Frank Scheffski schrieb:
Joerg
In article <20000617160046...@ng-bj1.aol.com>, Frank Scheffski
<URL:mailto:f64...@aol.com> wrote:
> Hallo allerseits,
>
> wie auch gerade im Thread "TV-Schaltnetzteil" erwähnt, besteht ab und an die
> Möglichkeit, daß Widerstände "mal eben so" hochohmig werden.
>
> Ich hatte auch schon so ein Exemplar (Metallfilm, 3,32 MOhm), der ohne daß er
> besonderer thermischer Belastung ausgesetzt war, hochohmig (> 1GOhm) wurde.
>
> Wie kommt sowas?
>
>
> Frank
>
MfG
Michael Manusch
"Frank Scheffski" <f64...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:20000617160046...@ng-bj1.aol.com...
>Kann es sein, daß er durchgebrannt ist ???
Sicher nicht, da er einer von mehreren Widerständen in einem Spannungsteiler
war, der extrem hochohmig ausgelegt war.
Thermische Überlastung und andere physikalische Einflüsse können ausgeschlossen
werden.
>...dann nicht mal eben so, denn das ist ein dauerhafter Zustand...
Mit "mal eben so" meinte ich "ohne erkennbaren äußeren Grund".
MfG
Frank
War der Widerstand auch fuer die Spannung ausgelegt? Wenn er hochohmig ist,
dann kommst Du ja nicht in den Bereich der problematischen Verlustleistung
und hast evt. eine zu hohe Spannung gewaehlt.
Bye
--
Uwe Bonnes b...@elektron.ikp.physik.tu-darmstadt.de
Institut fuer Kernphysik Schlossgartenstrasse 9 64289 Darmstadt
--------- Tel. 06151 162516 -------- Fax. 06151 164321 ----------
>War der Widerstand auch fuer die Spannung ausgelegt? Wenn er hochohmig ist,
>dann kommst Du ja nicht in den Bereich der problematischen Verlustleistung
>und hast evt. eine zu hohe Spannung gewaehlt.
Es war kein Selbstbau sondern ein kommerzielles Medizingerät (Defibrillator).
Ein Hochspannungskondensator wird über einen Wandler geladen. Über den, aus
mehreren Widerständen aufgebauten, Spannungsteiler wird die aktuelle
Ladespannung abgegriffen und über einen Komparator mit einer Referenzspannung
(über Drehschalter wählbar, Maß für gewünschte Energie) verglichen, was dann
zum Abschalten des Wandlers und Freigabe des Geräts führt.
Ein Serienfehler oder eine Fehlfunktion des Wandlers kann ausgeschlossen
werden.
Ich hab zwar zuerst den Fehler gesucht wie ein Verrückter, weil: "Widerstände
sind nicht kaputt, wenn sie nicht durchgebrannt aussehen" ;-).
Die Beschaffung des Ersatzteils war jedoch der wesentlich aufwendigere Teil der
Reparatur:-(
Da ich schon eine Weile hier mitlese und des öfteren mal davon die Rede ist,
daß Widerstände hochohmig werden, hat`s mich schon interessiert, warum
eigentlich.
Der Hinweis auf die extrem dünne und daher sehr anfällige Schicht bei
hochohmigen Widerständen scheint wohl der Hauptgrund für diesen Effekt zu sein.
MfG
Frank
>...
>Thermische Überlastung und andere physikalische Einflüsse können
ausgeschlossen
>werden.
>...
>Mit "mal eben so" meinte ich "ohne erkennbaren äußeren Grund".
>
>MfG
>
>Frank
Es kann auch durch meschaniche Einfluesse zu Kontaktverlusten an der
Metallkappe
des Widerstands kommen. Dies ist von aussen nicht sichtbar, wenn die
Lackierung
noch OK ist. Besonders schwehr sind Fehler in einer Schaltung zu finden,
wenn
ein Widerstand einen Wackelkontakt hat. So etwas kommt zwar nur ausserst
selten vor,
aber gerade desshalb rechnet man nicht damit.
Wissen sollte man, das auch ein Widerstand nur eine begrenzte
Lebenserwartung
hat. Wenn man in seine Schaltung einen Widerstand einloetet, der schon 20
Jahre
in irgendeiner Schublade verbracht hat, dann ist die Warscheinlichkeit, dass
die Schaltung frueher als geplant ausfaellt, recht hoch.
Gruesse
Andreas
>Kann es sein, daß er durchgebrannt ist ???
>...dann nicht mal eben so, denn das ist ein dauerhafter Zustand...
...den insbesondere Metallschichtwiderstände schon bei sehr geringer
Überlastung gerne annehmen, ohne daß man es ihnen ansieht.
Kohleschicht fackelt bei Überlastung eher sicht-und riechbar ab,
zumindest meiner Erfahrung nach, es sei dem die Überlastung ist
extrem. Ich habe mal ausprobiert, was passiert, wenn man 1/4W
Widerstände so mit 100W belastet, die werden sofort und unsichtbar
hochohmig (sonst würden sie auch nicht abfackeln, sondern mit einem
lauten Knall VERDAMPFEN... man gehe mal von 50 Grad Temperaturerhöhung
pro 1/4W bei einem 1/4W Widerstand aus.. ).
Daher NIE in einem Gerät, in dem ein bestimmter
Metallschichtwiderstand dauernd hochohmig wird, einen
Kohleschichtwiderstand einsetzen...!
>
>MfG
>Michael Manusch
>"Frank Scheffski" <f64...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
>news:20000617160046...@ng-bj1.aol.com...
>> Hallo allerseits,
>>
>> wie auch gerade im Thread "TV-Schaltnetzteil" erwähnt, besteht ab und an
>die
>> Möglichkeit, daß Widerstände "mal eben so" hochohmig werden.
>>
>> Ich hatte auch schon so ein Exemplar (Metallfilm, 3,32 MOhm), der ohne daß
>er
>> besonderer thermischer Belastung ausgesetzt war, hochohmig (> 1GOhm)
>wurde.
>>
>> Wie kommt sowas?
>>
>>
>> Frank
>
>
If you reply via email, please include "ngreply" in the subject because of mail filter.
das Widerstände in Schaltnetzteilen hochohmig werden, soll an der doch
recht hohen dort abfallenden Spannungen liegen und die Schicht langsam
"abdampfen".
Genau wie Dein Fall habe ich auch mal einen gehabt, bei dem ich immer
noch überlege, wie so etwas passieren kann. Ich habe mal einen Marshall
Röhrenverstärker auf dem Tisch gehabt, der brummte. Nach längerem Suchen
ist mir aufgefallen, daß die Röhrenheizung (Wechselspannung) nicht mit
der Signalmasser verbunden ist. Dieses sollte durch einen 10
Ohm.Widerstand passieren. Um die Schaltung näher zu beschreiben: Es ist
ein Trafo mit 2 sekundärwicklungen vorhanden. Eine davon wird
gleichgerichtet. Die zweite wird direkt "verheizt". Um Brummstörungen z
vermeiden, wird jener 10 Ohm-Widerstand zwichen den beiden
sekundärwicklungen geschaltet, die ansonsten nicht miteinander verbunden
sind. So kann eigentlich kein Strom über den Widerstand fließen - und
darum frage ich mich, warum ein (auch noch niederohmiger) Widerstand
einfach hochohmig >20MOhm haben kann - Materialfehler ?
Ciao,
Dietmar
MfG JRD
> Ich hatte auch schon so ein Exemplar (Metallfilm, 3,32 MOhm), der ohne daß
er
> besonderer thermischer Belastung ausgesetzt war, hochohmig (> 1GOhm)
wurde.
Das komische an Widerständen ist, dass die Hersteller keine Bedenken haben,
dir einen 1/2 W Widerstand mit vielen MOhm zu verkaufen, und einer
Spannungsfestigkeit von wenigen Hundert Volt. Wenn man das dann nachrechnet,
kommt man drauf, dass bereits bei einem Bruchteil der angegebenen Leistung
die Spannungsfestigkeit überschritten wurde, der Widerstand also niemals die
angegebene Leistung verträgt.
--
Wolfgang Horejsi
Wir ziehen doch alle an einem Strick,
wenn auch nicht in die gleiche Richtung.
> entweder ist das kein normaler Widerstand, oder er hat sich stark erwärmt.
Es ist von 3.32 M-Ohm die Rede. Bei bloss einem halben Watt braucht es
dazu etwa 1.2 kV......
Gruss
Thomas Meine Mini-Elektronik-Kurse in:
http://www.e-online.de/public/schaerer/
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* Thomas Schaerer >>> scha...@isi.ee.ethz.ch <<< ||| *
* Swiss Federal Institute of Technology Zurich, ETHZ ||| *
* Signal and Information Processing Laboratory ISI / | \ *
* Sternwartstr. 7 CH-8092 Zurich, Switzerland / | \ *
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>Es ist von 3.32 M-Ohm die Rede. Bei bloss einem halben Watt braucht es
>dazu etwa 1.2 kV......
Durchaus richtig. Die max. Ladespannung des Kondensators beträgt ca. 3kV.
Allerdings ist der Spannungsteiler im "oberen Bereich" (=heiße Seite) aus
mehreren Widerständen aufgebaut.
Einer davon war der defekte 3M32.
Da das Gerät im Fahrzeug "lebt" und bei jedem Einsatz durch die Gegend
geschleift wird, könnte somit auch eine mechanische Unterbrechung durch
Stoß/Vibration die Ursache gewesen sein.
MfG
Frank