ich hatte mir 2005 über ebay bei iqshopping-worldwide zwei 7,2Volt / 3600mAh Racing-Akkupacks gekauft.
Ich habe sie seitdem nicht verwendet und sie hängen über eine Schaltuhr an einem Computerladegerät ASC 410 von Ansmann und erhalten
täglich 2 Stunden Netzanschluss damit sie nicht kaput gehen sollen.
Nachdem ich sie nun benutzen wollte musste ich feststellen das der eine Akkupack nach dem Formattieren mit einem Ladegerät
Akkumaster C3 nur noch ca. 600 mAh Restkapazität hat, der andere Akkupack ist tot und läßt sich auch durch Auffrischversuche nicht
wiederbeleben.
Laut Auskunft von Ansmann dürften sich die Eigenschaften eines NiMh-Akkus bei der von mir verwendeten Lademethode nicht derartig
verschlechtern.
Man kannte dort aber keine Xcell-Akkus.
Es liegt also der Verdacht nahe, dass die Akkus hochgradig minderwertig sind.
Wer hat Erfahrungswerte mit diesen Akkus oder hat eine anderweitige Erklärung für den Tot der Akkus?
Gruß
Jürgen
Juergen Kanuff schrieb:
> Ich habe sie seitdem nicht verwendet und sie hängen über eine Schaltuhr
> an einem Computerladegerät ASC 410 von Ansmann und erhalten täglich 2
> Stunden Netzanschluss damit sie nicht kaput gehen sollen.
Das ist so ziemlich die sicherste Methode, einen Akku zu killen.
Das ASC 410 ist ein -dU Ladegerät, d.h. es besitzt eine
Ladeendabschaltung, gesteuert durch den Spannungsrückgang bei
Temperaturerhöhung der Zelle durch Voll-/ Überladung.
Das funktioniert solange Prima, wie die Zelle vorher leer genug ist, um
langsam Innendruck u. Temperatur aufzubauen. Dann hat das Ladegerät
nämlich genug Zeit den Rückgang zu erkennen und abzuschalten.
Wenn du eine volle Zelle an das Ladegerät anschließt, wird der Akku ab
der 1. Sekunde überladen, dadurch findet im Inneren eine Reaktion statt,
durch die sich die Kapazität vermindert. Je länger die Überladung
dauert, desto mehr "kocht" die Zelle aus und verliert Kapazität.
Wenn du jetzt täglich einen Ladezyklus startest, wird die Zelle jeden
Tag aufs neue Überladen bis der Ladeschluss erkannt werden kann, und
dadurch dauerhaft geschädigt.
Danach wird das Ladegerät in eine Erhaltungsladung übergehen, welches
für die Akkus auf Dauer weniger schädlich gewesen währe.
Somit dürftest du die Akkus mit viel technischem Aufwand sehr effektiv
zerstört haben.
mfg
Björn Schrader
danke für deine Info.
ich werde mich damit nochmal an Ansmann wenden denn dort hatte man nichts
gegegen meine Erhaltungsbemühungen.
welches Ladegerät wäre denn deiner Meinung nach für meine Anwendung geeignet?
Gruß
Jürgen
Juergen Kanuff schrieb:
> welches Ladegerät wäre denn deiner Meinung nach für meine Anwendung
> geeignet?
Lass das Ladegerät einfach dauerhaft an, dann fließt nur ein
Erhaltungsladestrom und nicht jeden Tag aufs neue 1,2A bis der Akku qualmt.
Ich kenne allerdings das Ladegerät nicht im Detail, und kann nicht sagen
wie groß der Erhaltungsladestrom ist. Besser als das tägliche
Dauerüberladen ist der allerdings mit Sicherheit.
mfg
Björn Schrader
Juergen Kanuff schrieb:
> Ich habe sie seitdem nicht verwendet und sie hängen über eine Schaltuhr
> an einem Computerladegerät ASC 410 von Ansmann und erhalten täglich 2
> Stunden Netzanschluss damit sie nicht kaput gehen sollen.
Hallo,
hast Du Dir eigentlich mal überlegt was Du seit 2005 bei täglich 2
Stunden an elektrischer Energie verballert hast?
Nehmen wir mal als Beispiel drei Jahre, das macht bei z.B. 10 W:
365*3*2*10 = 21,9 kWh.
Die Akkus hast Du durch diese Überlademethode auch noch zerstört.
Bye
Vermutlich gar keins. Es häte gereicht,
die Zellen vor dem Gebrauch einmal
aufzuladen. Es gibt teilweise sogar
die Empfehlung, Zellen einzeln kurz-
geschlossen zu lagern. Das gilt natürlich
nur für Nickelzellen und nicht für
Blei oder Li-Akkus.
Gruss
Harald
>Es gibt teilweise sogar
>die Empfehlung, Zellen einzeln kurz-
>geschlossen zu lagern. Das gilt natürlich
>nur für Nickelzellen
Vorsicht! Das gilt für NiCd-Zellen, aber definitiv nicht für NiMH-Zellen.
Die NASA beispielsweise lagert bei langen Satellitenmissionen
NiCd-Akkus, die erst nach einer mehrjährigen Flugzeit zum Einsatz kommen
sollen, zellenweise mit jeweils 50Ohm überbrückt. Damit erreicht man
wohl die längstmögliche Lagerzeit. Ich hatte mal eine Web-Seite bei der
NASA gefunden, auf der das dokumentiert wurde.
Allerdings ist das NiCd-System so ziemlich das einzige, das eine
Entladung bis 0V je Zelle verträgt. Die anderen -- NiMH eingeschlossen
-- werden durch so eine Behandlung beschädigt oder zerstört.
>und nicht für
>Blei oder Li-Akkus.
Besonders bei letzteren kann die Entladung bis 0V auch für den Nutzer
ungesund werden.
Grüße,
Günther
PS: Ich könnte mir vorstellen, dass die NASA wegen der guten
Lagerfähigkeit weiterhin NiCd-Akkus verwenden wird, auch wenn andere
Systeme sowohl auf Gewicht wie auch auf das Volumen bezogen bessere
Kapazitätswerte bieten (solange sie neu sind).
Günther Dietrich schrieb:
> Die NASA beispielsweise lagert bei langen Satellitenmissionen
> NiCd-Akkus, die erst nach einer mehrjährigen Flugzeit zum Einsatz kommen
> sollen, zellenweise mit jeweils 50Ohm überbrückt. Damit erreicht man
> wohl die längstmögliche Lagerzeit. Ich hatte mal eine Web-Seite bei der
> NASA gefunden, auf der das dokumentiert wurde.
Hallo,
Du meinst die Zellen sind während des Fluges zellenweise mit 50 Ohm
gebrückt und werden dann wenn sie gebraucht werden per Fernsteuerung
"entbrückt"?
Dazu bräuchte man aber sehr zuverlässige Schaltkontakte die den
geschlossenen und geöffneten Zustand ohne Energiezufuhr beliebig lange
halten können. Ein bistabiles Relais pro Zelle, Ansteuerung zum Öffnen
des Kontakts für alle Relais gemeinsam?
Bye
>> Die NASA beispielsweise lagert bei langen Satellitenmissionen
>> NiCd-Akkus, die erst nach einer mehrjährigen Flugzeit zum Einsatz kommen
>> sollen, zellenweise mit jeweils 50Ohm überbrückt. Damit erreicht man
>> wohl die längstmögliche Lagerzeit. Ich hatte mal eine Web-Seite bei der
>> NASA gefunden, auf der das dokumentiert wurde.
[...]
>Du meinst die Zellen sind während des Fluges zellenweise mit 50 Ohm
>gebrückt und werden dann wenn sie gebraucht werden per Fernsteuerung
>"entbrückt"?
Genau so wurde es auf der Web-Seite der NASA geschildert, die ich zu dem
Thema mal gefunden hatte.
>Dazu bräuchte man aber sehr zuverlässige Schaltkontakte die den
>geschlossenen und geöffneten Zustand ohne Energiezufuhr beliebig lange
>halten können. Ein bistabiles Relais pro Zelle, Ansteuerung zum Öffnen
>des Kontakts für alle Relais gemeinsam?
Da wurde das Prinzip der Langzeitlagerung von NiCd-Akkus erläutert,
nicht das der Konstruktion von Raumfahrzeugen für Langzeitmissionen. :)
Aber ich halte Deine Vermutung für durchaus sinnvoll. Man sollte nur
keine quecksilberbenetzten Reed-Kontakte verwenden - da frieren
geschlossene Kontakte zusammen, wenn's kalt wird (muss bei - wenn ich
mich recht erinnere - IABG mal während der Entwicklung eines Satelliten
aufgetreten sein).
Grüße,
Günther