Hallo Hermann,
> Im Fernsehen sind Mehrfachsteckdosenprobleme aktuell:
Da schreibt einer vom anderen ab...
Leider sieht man ja nicht, was am Ende all dieser Leitungen hängt.
> Bei einfachen schaltbaren Steckdosen habe ich mehrfach
> beobachtet, das ab ca 4 PCs manchmal die 16A Sicherung
> den Haushaltsstrom wegdreht.
Das ist zunächst einmal ein gutes Zeichen, das Dir sagt, dass die
Übergangs und Leitungswiderstände nicht das Problem sind ;-)
Das Dumme an diesen Schaltnetzteilen (möglicherweise noch ohne
funktionierende PFC?) ist der Stromstoß im Einschaltmoment, wenn die
Kondensatoren gleich nach dem Primärgleichrichter geladen werden. Das
gibt mal schnell herzhaft viel Strom für wenige ms. Das zieht manchmal
heftig helle Lichtbögen an Schalter und Stecker, deren
Übergangswiderstände dadurch nicht besser werden.
Das Hauptproblem, das derzeit durch die Medien getrieben wird, bleiben
aber die Nutzer, die sinnlos Verbraucher mit sehr hohen Lasten an teils
zu billige Steckdosenleisten gehängt werden. Da der Unterschied zwischen
Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosenleiste im gemeinen Volk auch
nicht mehr bekannt ist und Mehrfachsteckdosenleisten mit 1,2 m
Anschlussleitung so billig an jeder Ecke zu bekommen sind, werden diese
eben so lange aneinander gehängt, bis es passt. Und dann werden da eben
drangehängt, was ansteckbar ist. Schon eine Weile her, da ward eine
Studi-WG-Küche gesehen (2 Künstler ein Bauing und eine ETEC-Studentin,
die gar nicht mal schlecht abgeschlossen hatte!) In der Altbauküche gab
es genau zwei Steckdosen, eine für den Kühlschrank und eine für den
Rest. An dem hingen dann gefühlte 5 solcher Dreifachsteckdosenleisten
mit 1,2 m Anschlussleitung hintereinander. Daran verteilt: Ein
Wasserkocher, eine Doppelherdplatte, Ein
Mikrowellen-Backofen-Grill-Kombigerät, ein Thermomix und diverses
Kleinzeugs.
Solange jeder nur allein in der Küche werkelte war das alles unkritisch,
als aber mal mehrere dieser Geräte gemeinsam in Aktion gehen mussten
(Geburtstagsparty mit gemeinsamem Kochen) meinten zwei der
dazwischenliegenden Leisten, das Schmoren beginnen zu müssen...
Der 16 A Sicherung war das anscheinend noch gar nicht aufgefallen, aber
den Steckern wurde es empfindlich zu warm. Alle überlasteten
Mehrfachsteckdosen die ich bisher gesehen hatte, fehlte es hierbei nie
an den Leitungsquerschnitten (die nominell auch sehr oft zu dünn
ausgelegt sind), Die Schmorstellen langen immer um die Stecklöcher. Die
Übergangswiderstände dominieren hier ganz deutlich das Schadensbild.
Gern gesehen auch Flüssigkeiten, die über die eingestecketen Stecker
liefen udn sich als Kapillarfilm unter die Stecker ziehen konnten, dort
einen Stromfluß etablierten, der eine Kohleschicht auf dem Kunststoff
bildete, der sich dann nach und nach soweit etablierte, bei das Große
Stinken begann.
Solange Du nur Steckernetzteile hinten dran setzt, die hoffentlich
intern auch mit kleineren Schmelzsicherungen abgesichert sind, würde ich
jetzt keine Gefahr sehen, wenn hinten aber viel leistung gefordert ist
und möglicherweise die Stechdosen auch noch Wasser abbekommen könnten,
dann schon.
Marte