Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Wie lange ist voraussichtlich noch bleihaltiges Lötzinn erhältlich?

460 views
Skip to first unread message

Johann Meier

unread,
May 16, 2006, 1:19:34 PM5/16/06
to
Liebe Newsgroup!

Wie lange kann man davon ausgehen, dass bleihaltiges Lötzinn noch
erhältlich sein wird (preisgünstig und einfach zu beschaffen).

Wie man hier lesen kann, wenn man die Archiv-Suche bemüht, dürfte ja
das als "Ersatz" gedachte Lötzinn ohne Plumbum nicht so allzu toll zu
löten sein und auch für manche routinierte Löter eine
Herausforderung darstellen.

Wenn nun nicht sonderlich mit Routine im Löten gesegnete Personen mit
sowas löten sollen, wird es vermutlich etwas schwierig werden
(Schüler, 13 Jahre alt).

Daher stellt sich nun die Frage: Jetzt noch (für unsere Verhältnisse)
riesige Mengen Lötzinn einbunkern (einige kg) und dann die nächsten
Jahre davon zehren oder hoffen, dass bleihaltiges ("gutes") Lötzinn
auch in Zukunft von Händler um die Ecke zu haben sein wird zu heutigen
Preisen.
Oder ist davon auszugehen, dass das "neue" RoHS-konforme Lötzinn doch
einmal in nicht allzu ferner Zukunft die guten Löteigenschaften von
altbewährten Lötzinn bekommen wird und preislich im Rahmen bleibt.

Ich würde mich freuen, zahlreiche Antworten von Euch zu erhalten!
LG,
Johann

Robert Obermayer

unread,
May 16, 2006, 1:33:32 PM5/16/06
to
Hallo,

zumindest von Reichelt hab ich das hier bekommen:
"Laut Aussage unserers Einkaufs werden wir auch weiterhin bleihaltiges
Lötzinn führen."

Gruß, Robert

Jan Lucas

unread,
May 16, 2006, 3:45:25 PM5/16/06
to
Robert Obermayer schrieb:

> zumindest von Reichelt hab ich das hier bekommen:
> "Laut Aussage unserers Einkaufs werden wir auch weiterhin bleihaltiges
> Lötzinn führen."

Bleihaltiges Lötzinn ist für bestimmte Ausnahmen und Reparaturen von
Altgeräten so weit mir bekannt ist auch weiter erlaubt. Nur die meisten
Neugeräte müssen halt mit bleifreiem Lötzinn gefertigt werden.

Jan

Markus Haastert

unread,
May 16, 2006, 3:59:01 PM5/16/06
to
> Wenn nun nicht sonderlich mit Routine im Löten gesegnete Personen mit
> sowas löten sollen, wird es vermutlich etwas schwierig werden
> (Schüler, 13 Jahre alt).

Falls das Lötzinn in der Schule eingesetzt werden soll, hier eine Anmerkung:
Ich habe irgentwie in Erinnerung, das bei mir in der Realschule (so 1998/9
müsste das gewesen sein) bleifreies Lötzinn eingesetzt wurde, mit der
Aussage bleihaltiges sei in der Schule nicht mehr erlaubt.
Ist wie gesagt schon ein paar Jahre her und ich kann mich da auch täuschen,
aber ich habe da irgentwie sowas in erinnerung. Kann das jemand bestätigen?

mfg. Markus


Uwe Bonnes

unread,
May 16, 2006, 3:58:19 PM5/16/06
to

Fuer das Loeten von Kupfer, wie z.B. bei Regenrinnen, ist bleihaltiges Lot
auch noch erlaubt. Und diese Bereich ist auch ein grosser verbraucher von
Loetzinn. Noch ein Grund mehr, warum die bleifrei Regelung unsinnig ist...

--
Uwe Bonnes b...@elektron.ikp.physik.tu-darmstadt.de

Institut fuer Kernphysik Schlossgartenstrasse 9 64289 Darmstadt
--------- Tel. 06151 162516 -------- Fax. 06151 164321 ----------

Andreas Erber

unread,
May 16, 2006, 7:19:06 PM5/16/06
to
Johann Meier wrote:
> Liebe Newsgroup!
>
> Wie lange kann man davon ausgehen, dass bleihaltiges Lötzinn noch
> erhältlich sein wird (preisgünstig und einfach zu beschaffen).
>
> Wie man hier lesen kann, wenn man die Archiv-Suche bemüht, dürfte ja
> das als "Ersatz" gedachte Lötzinn ohne Plumbum nicht so allzu toll zu
> löten sein und auch für manche routinierte Löter eine
> Herausforderung darstellen.
>

Hm, ich kam mit dem Silberlot eigentlich immer super zurecht, besser fast
als mit dem bleihaltigen. Wir haben sogar in der Facharbeiterprüfung
Silberlot benutzt weils schöner aussieht und leichter ging....

LG Andy


Markus

unread,
May 17, 2006, 12:52:04 AM5/17/06
to
Das Gesetz verbieter den Einsatz von Pb in z.B. Konsumergeräten.
Von einem Verkaufsverbot war nie die Rede.

Allerdings sehe ich das persönlich so sehen:
Die Belastung in einem Konsumergerät (z.B. ein Mixer)
ist für den Anwender noch ziemlich gering. Die Belastung
tritt ja erst auf, wenn der Mixer kaputt geht und mal
etwas von dem Lot explodiert bzw. verdampft (z.B. durch Kurzschluss)
Jetzt überleg mal was passiert, wenn du das Zeug selber verlötest
und die Dämpfe die etwas Blei mitreißen einatmest etc.

Denkt hier wirklich einer ernsthaft, dass bleihaltiges
löten besser ist?


MfG,

Markus

Henning Paul

unread,
May 17, 2006, 1:45:47 AM5/17/06
to
Markus wrote:

> Denkt hier wirklich einer ernsthaft, dass bleihaltiges
> löten besser ist?

"Besser" im gesundheitlichen Sinne wohl nicht, einfacher aber auf jeden
Fall. Das bleifreie Lot ist einfach sch*iße zu löten.

Gruß
Henning

Henning Paul

unread,
May 17, 2006, 1:48:20 AM5/17/06
to
Andreas Erber wrote:

> Hm, ich kam mit dem Silberlot eigentlich immer super zurecht, besser
> fast als mit dem bleihaltigen.

Hast Du nicht das Problem, daß das Silberlot von Anfang an "Schnotten"
zieht, so wie Bleilot, das schon eine Minute an der viel zu heißen
Lötspitze hängt?

> Wir haben sogar in der Facharbeiterprüfung Silberlot benutzt weils
> schöner aussieht und leichter ging....

Habe ich auch schon von anderen gehört, das kann aber unmöglich das
Silberlot sein, das man bei den üblichen Verdächtigen verkauft bekommt.
Das ist ekelhaft, als ob überhaupt kein Flußmittel drinwäre.

Gruß
Henning

Christian Zietz

unread,
May 17, 2006, 4:01:38 AM5/17/06
to
Markus schrieb:

> Jetzt überleg mal was passiert, wenn du das Zeug selber verlötest
> und die Dämpfe die etwas Blei mitreißen einatmest etc.

Wobei ich mal gelernt habe, dass der größte Teil der Bleibelastung beim
Löten durch orale Aufnahme erfolgt. Also zum Beispiel Lötzinn angefasst
und danach Brötchen gegessen, ohne sich vorher die Hände gewaschen zu haben.

CU Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
WWW: http://www.chzsoft.com.ar/
PGP-Key-ID: 0x6DA025CA

Andreas Erber

unread,
May 17, 2006, 11:09:04 AM5/17/06
to
Henning Paul wrote:
> Andreas Erber wrote:
>
>> Hm, ich kam mit dem Silberlot eigentlich immer super zurecht, besser
>> fast als mit dem bleihaltigen.
>
> Hast Du nicht das Problem, daß das Silberlot von Anfang an "Schnotten"
> zieht, so wie Bleilot, das schon eine Minute an der viel zu heißen
> Lötspitze hängt?

Nein gar nicht, es hatte eher die Eigenschaft gar nicht zu verbrennen, fast
egal wie lang man dran rumgelötet hat. Die Lötstellen sahen zwar ein bisserl
nach kalter Lötstelle (nicht schön konkav sondern eher gerade Oberfläche)
aus, waren aber dennoch richtig gemachte.

>
>> Wir haben sogar in der Facharbeiterprüfung Silberlot benutzt weils
>> schöner aussieht und leichter ging....
>
> Habe ich auch schon von anderen gehört, das kann aber unmöglich das
> Silberlot sein, das man bei den üblichen Verdächtigen verkauft
> bekommt. Das ist ekelhaft, als ob überhaupt kein Flußmittel drinwäre.
>

Hm ja das muss was anderes sein. Leider weiß ich die Zusammensetzung unseres
Lotes nicht mehr, ist zulange her. Jedenfalls gabs unser gutes Silberlot vor
5 Jahren schon und da wars nicht mehr neu.

Ich nehm einfach mal an dass es bei Silberlot genauso wie beim Bleilot eben
drauf ankommt. Unser Silberlot war jedenfalls so "teuer" dass es der
Lagerrist nur auf Meisteranweisung rausgerückt hat.

LG Andy


Wiebus

unread,
May 17, 2006, 12:54:43 PM5/17/06
to

Hallo Markus.

> Denkt hier wirklich einer ernsthaft, dass bleihaltiges
> löten besser ist?

Ja. Ich.

1)Tatsächlich ist es so, das bei Messinstrumenten, Avionik,
Militärische, medizinischen oder sicherheitsrelevanten Anwendungen
bleihaltig nicht nur erlaubt, sondern teilweise sogar zwingend
vorgeschrieben ist. Eben weil man dem Bleifreien unter bestimmten
Umständen nicht trauen kann.

2)Ziehe ich meine Daseinsberechtigung zur Zeit noch aus dem Umstand,
das ich mit viel Geduld und Handarbeit Fehler suche und beseitige.
Leider muss ich zugeben, nicht besonders geschickt zu sein. Bleifreies
Lot bereitet mir darum Probleme. Egal wie Du es drehst und wendest, es
ist immer problematischer zu verarbeiten. Falls irgendwann einmal auch
für Reparaturen nur noch bleihaltiges zu verwenden ist, werde ich mich
in die Reihe der Langzeitarbeitslosen einreihen müssen. Da wasche ich
mir lieber ein paar mal öfter die Hände.

Das Hauptargument gegen Blei ist übrigens der Umweltschutz bei der
Entsorgung, nicht
die Giftigkeit beim Handling. Das wollen Dir nur Gewerkschaftler
einreden.....aber die sind ja auch eine Lobby der "fest im Sattel
sitzenden". Nicht Umsonst kannst Du als Arbeitsloser nicht in eine
Gewerkschaft eintreten.

Umweltschutz und Sicherheitsbestimmungen sind immer für die Starken
und gegen die Schwachen, weil teuer. Das fordert als Ausgleich mehr
Leistung und Effizienz, die ich als von allen Fähigkeiten her etwas
unterbelichteter nicht erbringen kann.....
Wenn ich im normalen Wettbewerb nicht mithalten kann, bleibt mir eben
nur mehr Risiko einzugehen (wenn ich wegen irgendeiner doofen
Mindestlohnregelung meine Mitbewerber auch nicht mehr unterbieten kann,
oder kriminell zu werden.

Mich auf Sozialhilfe zu verlegen ist auch keine gute idee. Das müssen
zu viele machen, und die hohe Last schürt dann bei denen die diese
Tragen sollen den Wunsch, sich dieser gewaltsam zu entledigen. Und
davor habe ich eben Angst.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic


--
--

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.
Ich will keine besseren Politiker, ich will ein besseres Volk!

Robert Obermayer

unread,
May 17, 2006, 1:02:42 PM5/17/06
to
Andreas Erber wrote:
> Ich nehm einfach mal an dass es bei Silberlot genauso wie beim Bleilot eben
> drauf ankommt. Unser Silberlot war jedenfalls so "teuer" dass es der
> Lagerrist nur auf Meisteranweisung rausgerückt hat.

Gibt und gab schon lange "Silberlot" mit Blei, meist so 60% Zinn, 4%
Silber und Rest Blei.
Das ist wirklich sehr gutes Zeug, super für SMD und meist mit besonders
gutem Flussmittel, aber auch zu seinem Preis.

Soeren Ludwig

unread,
May 17, 2006, 2:00:01 PM5/17/06
to
Hallo Johann,

Johann Meier wrote:

> Daher stellt sich nun die Frage: Jetzt noch (für unsere Verhältnisse)
> riesige Mengen Lötzinn einbunkern (einige kg) und dann die nächsten
> Jahre davon zehren oder hoffen, dass bleihaltiges ("gutes") Lötzinn
> auch in Zukunft von Händler um die Ecke zu haben sein wird zu heutigen
> Preisen.
> Oder ist davon auszugehen, dass das "neue" RoHS-konforme Lötzinn doch
> einmal in nicht allzu ferner Zukunft die guten Löteigenschaften von
> altbewährten Lötzinn bekommen wird und preislich im Rahmen bleibt.

bleihaltiges Lot wird es erstmal weiter geben, da große Teile der
Wirtschaft(Automotive, Militär-Bereich) von RoHS ausgenommen sind.

CU Sören

Message has been deleted

Lars Mueller

unread,
May 17, 2006, 2:58:38 PM5/17/06
to
Uwe Bonnes wrote:

> Fuer das Loeten von Kupfer, wie z.B. bei Regenrinnen, ist bleihaltiges Lot
> auch noch erlaubt. Und diese Bereich ist auch ein grosser verbraucher von
> Loetzinn. Noch ein Grund mehr, warum die bleifrei Regelung unsinnig ist...

Toll! Und das ist im Außenbereich, also ständiger Verwitterung
ausgesetzt und es läuft massenhaft genau das Wasser durch, das doch
angeblich geschützt werden soll, nämlich jenes, welches versickert.

Wollen die uns verarschen?

Lars

John F

unread,
May 17, 2006, 3:09:55 PM5/17/06
to


Regenwasser von Dächern wird seit längerer Zeit bereits gesammelt und
einer Klärung zugeführt. (Schon allein wegen des Zinks, das ja auch
immer abgewaschen wird...)

Aber rein prinzipiell ist schon was dran. Der wahre Grund ist die
Demontage und die Entsorgung von E-Schrott ...
Umweltschutz i.a. is da nicht so ganz dahinter

--
lg
Johannes


Henning Paul

unread,
May 18, 2006, 2:19:20 AM5/18/06
to
Robert Obermayer wrote:

0.8er Pitch löte ich auch mit 1mm Sn60Pb38Cu2 und 1,3mm Spitze noch
problemlos. Auch 0805er Widerstände:
http://home.arcor.de/henning.paul/cs4331.jpg

Gruß
Henning

Falk Brunner

unread,
May 18, 2006, 3:13:43 AM5/18/06
to
Henning Paul schrieb:

> 0.8er Pitch löte ich auch mit 1mm Sn60Pb38Cu2 und 1,3mm Spitze noch

Uuups, ich dachte hier im ersten Moment an 0.8mm BGAs ;-)

> problemlos. Auch 0805er Widerstände:
> http://home.arcor.de/henning.paul/cs4331.jpg

Naja, nicht schön aber selten ;-)

MfG
Falk

Henning Paul

unread,
May 18, 2006, 3:24:04 AM5/18/06
to
Falk Brunner wrote:

> Henning Paul schrieb:
>
>> 0.8er Pitch löte ich auch mit 1mm Sn60Pb38Cu2 und 1,3mm Spitze noch
>
> Uuups, ich dachte hier im ersten Moment an 0.8mm BGAs ;-)

PQFP.

>> problemlos. Auch 0805er Widerstände:
>> http://home.arcor.de/henning.paul/cs4331.jpg
>
> Naja, nicht schön aber selten ;-)

In der Tat... :-)

Gruß
Henning(der das Stereomikroskop in der Uni für 0603 schon schätzen
gelernt hat)

Thomas Schaerer

unread,
May 18, 2006, 5:06:28 AM5/18/06
to
John F <sp...@127.0.0.1> wrote:

> Aber rein prinzipiell ist schon was dran. Der wahre Grund ist die
> Demontage und die Entsorgung von E-Schrott ...

> Umweltschutz i.a. is da nicht so ganz dahinter

Ich verstehe nicht, wie Du das mit dem letzten Satz meinst. :-/

Vor etwa 2 Jahren war ich an einem Einfuehrungskurs zum bleifreien
Loeten. Dort wurde uns gesagt, dass die gesamte Elektronik-Industrie
etwa 1% des weltweit gesamten Bleiverbrauchs ausmacht. Das bleifreie
industrielle Loeten bedingt einen gignatischen Materialverschleiss und
Recoursenverbrauch in den Neukonzeptionen von automatischen
Loetstrassen. Der Energieverbrauch steigt insgesamt und die chemische
Belastung durch Reinigungsmittel nimmt zu und nicht ab. Fazit sei, ob
diese ganze Uebung fuer die Natur etwas bringt, ist fraglich. Es
bringt vor allem neue fette Gewinne fuer die, welche auf dieses Pferd
setzen. Es gibt der Begriff Baumafia. Wie koennte man eigentlich eine
solche Mafia bezeichnen... :-)

Gruss
Thomas
--
Meine Elektronik-Minikurse in:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/
(Loesche alle 'x' in der Mailadresse fuer Replay!)
*** 'de.sci.electronics' wurde am 07.02.2006 12 Jahre alt! ***

Thomas Schaerer

unread,
May 18, 2006, 5:20:28 AM5/18/06
to
Soeren Ludwig <use...@soeren-ludwig.de> wrote:

> bleihaltiges Lot wird es erstmal weiter geben, da große Teile der
> Wirtschaft(Automotive, Militär-Bereich) von RoHS ausgenommen sind.

Militaerbereich? Das sagt doch schon einiges ueber die Betriebssicherheit
von Schaltungen aus, die bleifrei geloetet sind... *gruebel*

Nicholas Preyß

unread,
May 18, 2006, 4:35:15 AM5/18/06
to
<Thomas Schaerer> wrote:
> Der Energieverbrauch steigt insgesamt und die chemische
> Belastung durch Reinigungsmittel nimmt zu und nicht ab. Fazit sei, ob
> diese ganze Uebung fuer die Natur etwas bringt, ist fraglich. Es
> bringt vor allem neue fette Gewinne fuer die, welche auf dieses Pferd
> setzen. Es gibt der Begriff Baumafia. Wie koennte man eigentlich eine
> solche Mafia bezeichnen... :-)

Naja wenn t nur gross genug ist, wird das für die Natur schon was
bringen. Im Wesentlichen gibt es aber unserer Maschinen-exportierenden
Industrie einen Vorteil. Real ist es IMHO einfach eine indirekte
Gewinnabschöpfung bei fernasiatischen Elektronikfertigern.
Ich denke unter dem Strich gewinnen wir dabei.

nicholas
--
> Um die PMPO hochzutreiben sollten aber dann zusätzliche Elkos reichen.
Elkos? Viel zu teuer! Ein Aufkleber reicht völlig.
Dieter Wiedmann in d.s.e

Robert Obermayer

unread,
May 18, 2006, 5:18:56 AM5/18/06
to
Henning Paul wrote:
> 0.8er Pitch löte ich auch mit 1mm Sn60Pb38Cu2 und 1,3mm Spitze noch
> problemlos. Auch 0805er Widerstände:
> http://home.arcor.de/henning.paul/cs4331.jpg

Typische TQFP (z.b. Mega32) gehen mit genug Flussmittel auch noch mit
normalem Lot, aber mit dem silberhaltigen gehts halt besser (fließt fast
wie Wasser).Muss mir wohl noch mal ne Rolle davon besorgen, auch wenns
teuer ist...Die ICs werden immer kleiner...

Joachim Mueller

unread,
May 18, 2006, 5:22:06 AM5/18/06
to
Michael Holzt wrote:

> Lange. Ich glaube die Zeitschrift Funkamateur hat kürzlich noch einen
> Hersteller dazu befragt und dieser sagte, daß man eine Einstellung
> des Vertriebs nicht plane, da dies u.a. durch Privatpersonen weiter
> genutzt werden darf.

Erstens das, zweitens sagt ROHS ja aus, dass nur ein gewisser Prozent-
anteil Deines Gerätes mit Gefährlichen Substanzen bestückt sein darf.
Wenn Du mit Deinen Lötbatzen bei unter zwei Prozent Gewichtsanteil
liegst dürfte das auch noch ROHS konform sein, auch ohne Silberlot.
Oder liege ich da falsch.

Als dritten Punkt denke ich, dass ROHS auch nur für Geräte gilt, die
nach dem ersten Juli 2006 gefertigt wurden. Das heisst, die alten
Kisten können (teilweise müssen) auch noch mit altem Lot repariert
werden.

Falls es jemand besser weiss, oder mich hier berichtigen möchte, bitte
ich darum, da mich das Thema auch halbwegs interessiert.

Grüsze, Joa

Rainer Buchty

unread,
May 18, 2006, 5:35:54 AM5/18/06
to
In article <446b7262$0$4498$9b4e...@newsread2.arcor-online.net>,
Lars Mueller <2103006...@tiscali.de> writes:
|> Wollen die uns verarschen?

Du kommst *jetzt* erst darauf?

Rainer

Falk Brunner

unread,
May 18, 2006, 5:45:26 AM5/18/06
to
Thomas Schaerer schrieb:

> Soeren Ludwig <use...@soeren-ludwig.de> wrote:
>
>
>>bleihaltiges Lot wird es erstmal weiter geben, da große Teile der
>>Wirtschaft(Automotive, Militär-Bereich) von RoHS ausgenommen sind.
>
>
> Militaerbereich? Das sagt doch schon einiges ueber die Betriebssicherheit
> von Schaltungen aus, die bleifrei geloetet sind... *gruebel*

Nun, in erster Linie fehlen echte Langzeiterfahrungen. Beschleunigte
Alterungsprozesse sind eben nur Hilfsmittel, die echte Erfahrungen nicht
vollständig ersetzen können. Deshalb gibts eben noch viele Ausnahmen,
z.B. auch im Telecom-Bereich (Zumindest auf Netzwerkseite, Consumer-Kram
eher nicht)

MfG
Falk

Ingo Liebe

unread,
May 18, 2006, 6:05:28 AM5/18/06
to
Hallo,

Johann Meier wrote:
> Liebe Newsgroup!
>
> Wie lange kann man davon ausgehen, dass bleihaltiges Lötzinn noch
> erhältlich sein wird (preisgünstig und einfach zu beschaffen).

Vermutlich noch ewig. Wenn man die ganzen Ausnahmen von RoHS mal
genau anschaut, bleibt nur noch Wegwerf Consumer Elektronik über.
Automobilindustrie, Medizintechnik und Hersteller von Baugruppen,
welche fest an Wänden verschraubt oder verbaut sind (Haustechnik z.B)
sind vom RoHS Zwang befreit. Oftmals sind aber auch diese Kunden
an der Umstellung auf RoHS interessiert. Warum ist mir rätselhaft.

>
> Wie man hier lesen kann, wenn man die Archiv-Suche bemüht, dürfte ja
> das als "Ersatz" gedachte Lötzinn ohne Plumbum nicht so allzu toll zu
> löten sein und auch für manche routinierte Löter eine
> Herausforderung darstellen.

Nein. Es gibt nur einen Unterschied. Die erhöhte Temperatur.
Naja, die Lötstellen sehen matter aus. Schlechter löten lässt es
sich mit Bleifrei Lot deshalb nicht. Man sollte sich allerdings
an 0,5mm Lot gewöhnen. Dann hat man (ich jedenfalls) keinen
merkbaren Unterschied. Die Temperatur an der Löte hoch und
fertig.


>
> Wenn nun nicht sonderlich mit Routine im Löten gesegnete Personen mit
> sowas löten sollen, wird es vermutlich etwas schwierig werden
> (Schüler, 13 Jahre alt).

Nein, ich sehe das nicht.

>
> Daher stellt sich nun die Frage: Jetzt noch (für unsere Verhältnisse)
> riesige Mengen Lötzinn einbunkern (einige kg) und dann die nächsten
> Jahre davon zehren oder hoffen, dass bleihaltiges ("gutes") Lötzinn
> auch in Zukunft von Händler um die Ecke zu haben sein wird zu heutigen
> Preisen.
> Oder ist davon auszugehen, dass das "neue" RoHS-konforme Lötzinn doch
> einmal in nicht allzu ferner Zukunft die guten Löteigenschaften von
> altbewährten Lötzinn bekommen wird und preislich im Rahmen bleibt.

Wir haben bei uns im Unternehmen (Bestücker) schon einige Fabrikate
von Bleifrei Lot für die Verwendung gesperrt, da Korrosionsprobleme
durch das verwendete Flussmittel bekannt wurden. Ich denke, da ist noch
nicht alles in dem Topf, wo es dann kochen soll.
Also, kauf ruhig weiter das verbleite Lot. Zum Basteln und für
Reparaturen
in oben genannten Bereichen muß es das noch lange Zeit weiter geben.

Gruß Ingo


Ingo Liebe

unread,
May 18, 2006, 6:11:49 AM5/18/06
to
Hallo,

Jan Lucas wrote:

> meisten Neugeräte müssen halt mit bleifreiem Lötzinn gefertigt werden.

Nein, die wenigsten Geräte. Es trifft tatsächlich nahezu ausschließlich
Consumerschrott.
Und mal noch einen kleinen Tip am Rande. Ich arbeite bei einem
Bestücker als Beauftragter für Qualität und Retouren.
Das beinhaltet auch Wareneingangskontrollen von Material.
Bei Jeder Lieferung Bleifrei Lot für unsere Wellen wird eine Probe
gezogen und zu einem unabhängigen institut zur Kontrolle auf RoHS
Konformität geschickt. Hintergrund der Geschichte ist eine Lieferung
Lot, welches laut Herstellergutachten RoHS konform ist und es nach
Prüfung dann doch nicht war. Ergebnis war, der Lieferant vom Lot
konnte antreten und eine Welle leerpumpen und reinigen.
also Vorsicht. Nicht überall wo RoHS draufsteht ist es auch drin.


Gruß Ingo


Lutz Schulze

unread,
May 18, 2006, 8:37:21 AM5/18/06
to
On Thu, 18 May 2006 11:22:06 +0200, Joachim Mueller <jo...@gmx.de>
wrote:

>Michael Holzt wrote:
>
>> Lange. Ich glaube die Zeitschrift Funkamateur hat kürzlich noch einen
>> Hersteller dazu befragt und dieser sagte, daß man eine Einstellung
>> des Vertriebs nicht plane, da dies u.a. durch Privatpersonen weiter
>> genutzt werden darf.
>
>Erstens das, zweitens sagt ROHS ja aus, dass nur ein gewisser Prozent-
>anteil Deines Gerätes mit Gefährlichen Substanzen bestückt sein darf.
>Wenn Du mit Deinen Lötbatzen bei unter zwei Prozent Gewichtsanteil
>liegst dürfte das auch noch ROHS konform sein, auch ohne Silberlot.
>Oder liege ich da falsch.

Liegst du. IMHO wird jedes einigermassen homogene Material im Produkt
einzeln betrachtet.

Lutz
--
Temperatur und mehr mit dem PC messen - auch im Netzwerk: http://www.messpc.de
mit Ethernetbox für direkten Anschluss der Sensoren im Netzwerk
neu: USB-Sensor spricht Klartext: http://www.messpc.de/sensor_alphanumerisch.php
Test im IT-Administrator: http://www.messpc.de/MessPC-Testbericht-ITA.pdf

Ingo Liebe

unread,
May 18, 2006, 9:33:12 AM5/18/06
to
Hallo,

Lutz Schulze wrote:
> On Thu, 18 May 2006 11:22:06 +0200, Joachim Mueller <jo...@gmx.de>
> wrote:
>
>> Michael Holzt wrote:

>> Erstens das, zweitens sagt ROHS ja aus, dass nur ein gewisser
>> Prozent- anteil Deines Gerätes mit Gefährlichen Substanzen bestückt
>> sein darf. Wenn Du mit Deinen Lötbatzen bei unter zwei Prozent
>> Gewichtsanteil liegst dürfte das auch noch ROHS konform sein, auch
>> ohne Silberlot. Oder liege ich da falsch.
>
> Liegst du. IMHO wird jedes einigermassen homogene Material im Produkt
> einzeln betrachtet.

Nicht wirklich. Es ist durchaus möglich, auf einer RoHS konformen
Baugruppe
nicht RoHS konforme Bauteile zu verwenden. Man ist manchmal sogar dazu
gezwungen, weil es manche Sachen eben nicht Bleifrei gibt. Solange man
die
Prozente nicht überschreitet, ist das OK. Im Übrigen wird die gesamte
Baugruppe
als Ganzes betrachtet.
Der ganze Quatsch mit Bleifrei treibt sonderliche Blüten. So haben wir
z.B. Baugruppen,
bei denen Seite 1 bleifrei ist, Seite 2 aber verbleit. Was auch immer
der Entwickler
sich dabei gedacht hat. Des Kunden Wunsch ist uns ein Befehl...

Gruß Ingo


Olaf Schultz

unread,
May 18, 2006, 1:02:56 PM5/18/06
to
Joachim Mueller wrote:

> Michael Holzt wrote:
>
>> Lange. Ich glaube die Zeitschrift Funkamateur hat kürzlich noch einen
>> Hersteller dazu befragt und dieser sagte, daß man eine Einstellung
>> des Vertriebs nicht plane, da dies u.a. durch Privatpersonen weiter
>> genutzt werden darf.
>
> Erstens das, zweitens sagt ROHS ja aus, dass nur ein gewisser Prozent-
> anteil Deines Gerätes mit Gefährlichen Substanzen bestückt sein darf.
> Wenn Du mit Deinen Lötbatzen bei unter zwei Prozent Gewichtsanteil
> liegst dürfte das auch noch ROHS konform sein, auch ohne Silberlot.
> Oder liege ich da falsch.

Hey, das ist ja auch ein Umweg. Ich kenn da noch eine Computer-Tastatur, die
hatte zur Wertigkeitssteigerung links und rechts im Gehäuse
Zinkdruckgußgewichte eingeschraubt :-)

Olaf, Idioten sind einfach zu erfinderisch, Schultz

Bernd Laengerich

unread,
May 18, 2006, 1:31:40 PM5/18/06
to
Olaf Schultz wrote:

> Zinkdruckgußgewichte eingeschraubt :-)

Immer noch besser, als die federleichten Plastetasten mit
Spax-Schrauben an der Flucht hindern zu müssen.

Bernd

John F

unread,
May 18, 2006, 5:24:42 PM5/18/06
to
Thomas Schaerer wrote:
> John F <sp...@127.0.0.1> wrote:
>
>> Aber rein prinzipiell ist schon was dran. Der wahre Grund ist die
>> Demontage und die Entsorgung von E-Schrott ...
>
>> Umweltschutz i.a. is da nicht so ganz dahinter
>
> Ich verstehe nicht, wie Du das mit dem letzten Satz meinst. :-/

Genau wie du. Wenn man es genau nähme.

> Vor etwa 2 Jahren war ich an einem Einfuehrungskurs zum bleifreien
> Loeten. Dort wurde uns gesagt, dass die gesamte Elektronik-Industrie
> etwa 1% des weltweit gesamten Bleiverbrauchs ausmacht.

Könnte stimmen. Bleiakkus und Kriegsgerät dürften zu den größten
Verbrauchern zählen.
Ev. auch im Schiffsbau zum Gewichtsausgleich...
Oder als Abschirmung von Radioaktivität.

> Das bleifreie
> industrielle Loeten bedingt einen gignatischen Materialverschleiss
> und
> Recoursenverbrauch in den Neukonzeptionen von automatischen
> Loetstrassen.

Das allerdings. Der Eutektische Punkt liegt ein wenig höher, als mit
Blei.

> Der Energieverbrauch steigt insgesamt und die chemische
> Belastung durch Reinigungsmittel nimmt zu und nicht ab. Fazit sei,
> ob
> diese ganze Uebung fuer die Natur etwas bringt, ist fraglich. Es
> bringt vor allem neue fette Gewinne fuer die, welche auf dieses
> Pferd
> setzen. Es gibt der Begriff Baumafia. Wie koennte man eigentlich
> eine
> solche Mafia bezeichnen... :-)


Vor allem für die, die in der Umstellphase das richtige Prudukt am
Markt haben...

--
Johannes

You can have it:

Quick.
Accurate.
Inexpensive.

Pick two.


MaWin

unread,
May 19, 2006, 3:16:11 AM5/19/06
to
"John F" <sp...@127.0.0.1> schrieb im Newsbeitrag
news:446ce61c$0$11610$3b21...@tunews.univie.ac.at...

>
> Könnte stimmen. Bleiakkus und Kriegsgerät dürften zu den größten Verbrauchern
> zählen.
> Ev. auch im Schiffsbau zum Gewichtsausgleich...
> Oder als Abschirmung von Radioaktivität.
>

Vor einfuehrung des Bleiverbots auch dort,
waren Jaeger und ihre Munition ein wesentlicher Anteil,
am Bleieintrag in die Umwelt.
--
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.


Axel Berger

unread,
May 18, 2006, 7:26:00 AM5/18/06
to
*Lars Mueller* wrote on Wed, 06-05-17 20:58:
>Wollen die uns verarschen?

Ich sitze zwar nur im Gemeinderat und nicht im Bundestag, aber dazu,
andere zu verarschen, gehört, es zunächst selbst begriffen zu haben.
Das halte ich für sehr wenig wahrscheinlich.

"Wir schlagen für die Schulbeheizung ein BHKW mit 70 kW vor." "Ist das
pro Tag oder pro Monat?" [Fraktonsvorsitzender CDU, Hochschulabschluß]


John F

unread,
May 19, 2006, 12:03:37 PM5/19/06
to
MaWin wrote:

> "John F" wrote:
>>
>> Könnte stimmen. Bleiakkus und Kriegsgerät dürften zu den größten
>> Verbrauchern zählen.
>> Ev. auch im Schiffsbau zum Gewichtsausgleich...
>> Oder als Abschirmung von Radioaktivität.
>>
>
> Vor einfuehrung des Bleiverbots auch dort,
> waren Jaeger und ihre Munition ein wesentlicher Anteil,
> am Bleieintrag in die Umwelt.


Stimmt. Die Zunft hab ich übersehen :-), hast natürlich recht...

Falk Brunner

unread,
May 19, 2006, 1:13:35 PM5/19/06
to
John F schrieb:

>>Vor einfuehrung des Bleiverbots auch dort,
>>waren Jaeger und ihre Munition ein wesentlicher Anteil,
>>am Bleieintrag in die Umwelt.
>
> Stimmt. Die Zunft hab ich übersehen :-), hast natürlich recht...

Und was macht die Zunft jetzt? Auf Uran umstellen?
*duckundwech*

MfG
Falk

John F

unread,
May 19, 2006, 1:58:55 PM5/19/06
to

lol ... der war gut... obwohl... hm... *böhsegrins*

--
Johannes (der trotz allem _kein_ Jäger ist)


John F

unread,
May 19, 2006, 1:59:46 PM5/19/06
to
John F wrote:
> Falk Brunner wrote:
>> John F schrieb:
>>
>>>> Vor einfuehrung des Bleiverbots auch dort,
>>>> waren Jaeger und ihre Munition ein wesentlicher Anteil,
>>>> am Bleieintrag in die Umwelt.
>>>
>>> Stimmt. Die Zunft hab ich übersehen :-), hast natürlich recht...
>>
>> Und was macht die Zunft jetzt? Auf Uran umstellen?
>> *duckundwech*
>
> lol ... der war gut... obwohl... hm... *böhsegrins*


Ich meine... wenn mal gepanzerte Wildschweine auftauchen sollten, wärs
nicht schlecht...

--
Johannes


Olaf Schultz

unread,
May 19, 2006, 2:13:28 PM5/19/06
to
Falk Brunner wrote:

Damit würden die doch nur den besoldeten nacheifern...

Plutonium wäre deutlich bedenklicher (chemische Giftigkeit).

IIRC wurde Uran auch gerne in Segelbootkielen verwendet. Gold, Irdium,
Molybdän, Platin etc., Tantal und Wolfram sind halt leider zu teuer in den
Massen, die man da braucht.

Viele Grüße,

Olaf

Michael Roth

unread,
May 19, 2006, 3:16:35 PM5/19/06
to
Axel Berger wrote:

> "Wir schlagen für die Schulbeheizung ein BHKW mit 70 kW vor." "Ist das
> pro Tag oder pro Monat?" [Fraktonsvorsitzender CDU, Hochschulabschluß]

Aua! Das tut _richtig_ weh!

Oliver Betz

unread,
May 19, 2006, 4:45:10 PM5/19/06
to
Falk Brunner <Falk.B...@gmx.de> schrieb:

[...]

>Nun, in erster Linie fehlen echte Langzeiterfahrungen. Beschleunigte
>Alterungsprozesse sind eben nur Hilfsmittel, die echte Erfahrungen nicht
>vollständig ersetzen können. Deshalb gibts eben noch viele Ausnahmen,

das Problem hierbei ist, daß die alten Modelle für beschleunigte Tests
für die bleifreien Lote nicht mehr gelten.

Servus

Oliver
--
Oliver Betz, Muenchen (oliverbetz.de)

Michael Eggert

unread,
May 19, 2006, 7:07:14 PM5/19/06
to
Michael Roth <mr...@nessie.de> wrote:

Hi!

>> "Wir schlagen für die Schulbeheizung ein BHKW mit 70 kW vor." "Ist das
>> pro Tag oder pro Monat?" [Fraktonsvorsitzender CDU, Hochschulabschluß]

>Aua! Das tut _richtig_ weh!

Natürlich tut das weh.
Selbstverständlich pro Monat, wer soll denn ein BHKW pro Tag bezahlen?

Gruß,
Michael.

Dieter Wiedmann

unread,
May 20, 2006, 4:06:02 AM5/20/06
to
Axel Berger schrieb:

> "Wir schlagen für die Schulbeheizung ein BHKW mit 70 kW vor." "Ist das
> pro Tag oder pro Monat?" [Fraktonsvorsitzender CDU, Hochschulabschluß]

Und, wie eine kurze Recherche ergab, sogar ein technischer Abschluss.
Doppelautsch!


Gruß Dieter

Bjoern Schliessmann

unread,
May 20, 2006, 6:51:30 AM5/20/06
to
John F wrote:
> MaWin wrote:

>> Vor einfuehrung des Bleiverbots auch dort,
>> waren Jaeger und ihre Munition ein wesentlicher Anteil,
>> am Bleieintrag in die Umwelt.

> Stimmt. Die Zunft hab ich übersehen :-), hast natürlich recht...

So natürlich ist das garnicht. Ich habe gelesen, dass der Eintrag in
die Umwelt durch Bleischrot sogar relativ gering sein soll, weil
sich das Zeug angeblich nur schwer löst.

BTW, bei Jägern gibt es kein Verbot, Bleischrot ist immernoch in
Verwendung (Stahlschrot erfordert eine geeignete Flinte und macht
IIRC mehr Verschleiß).

Grüße,


Björn

--
BOFH excuse #53:

Little hamster in running wheel had coronary; waiting for
replacement to be Fedexed from Wyoming

MaWin

unread,
May 20, 2006, 7:00:46 AM5/20/06
to
"Bjoern Schliessmann" <usenet-mail-03...@spamgourmet.com> schrieb im
Newsbeitrag news:4d8aljF...@individual.net...

>
> Ich habe gelesen, dass der Eintrag in die Umwelt durch Bleischrot
> sogar relativ gering sein soll,

Wo ? In der Jaegerzeitschrift ?
Je nach Quelle sind es zwischen 1500 und 9000 Tonnen/Jahr, wobei
alleine EIN Hersteller 2600 Tonnen pro Jahr verkauft.

> weil sich das Zeug angeblich nur schwer löst.
>

Haeh ? Aus was loest ? Aus dem Gewehr loest ? Da ist ein ganzer
Treibsatz hinter, damit sich das ruck-zuck loest.
Und wenn es erst mal verteilt im Wald liegt, IST es in der Umwelt,
auch wenn ein Jaeger es dann nicht mehr sieht.

> BTW, bei Jägern gibt es kein Verbot,

Im Zuge von RoHS sollte es das doch geben. Daenemark und
Niederlande haben es schon umgesetzt.

> Bleischrot ist immernoch in
> Verwendung (Stahlschrot erfordert eine geeignete Flinte und macht
> IIRC mehr Verschleiß).

Es gibt Wismut und Zinn, ist euch zu teuer weil kein Abfall, was...

Marc Fehrenbacher

unread,
May 20, 2006, 7:04:43 AM5/20/06
to
John F schrieb:

>Regenwasser von Dächern wird seit längerer Zeit bereits gesammelt und
>einer Klärung zugeführt. (Schon allein wegen des Zinks, das ja auch
>immer abgewaschen wird...)

Quatsch. In der (Klein-)Stadt gibt es zwei Systeme. Das mit dem
Oberflächenwasser geht direkt in den Bach.

Im Fernsehen haben sie sogar Kontrolleure gezeigt. Die haben Rauch in die
Kanalisation geblasen und geschaut, ob er zum Regenrohr oder zum
Klo-Abluftschacht wieder raus kommt.

Auf dem Dorf wird das Regenwasser in so kleine Kanäle geleitet, die nach und
nach versickern. Nur bei Überlauf (1-2mal im Jahr) geht was ins normale
Abwassersystem.

Marc

Dieter Wiedmann

unread,
May 20, 2006, 7:15:42 AM5/20/06
to
MaWin schrieb:

> > Bleischrot ist immernoch in
> > Verwendung (Stahlschrot erfordert eine geeignete Flinte und macht
> > IIRC mehr Verschleiß).
>
> Es gibt Wismut und Zinn, ist euch zu teuer weil kein Abfall, was...

Gold! Dann kann sich der Waldspaziergang auch pekuniär lohnen.:-)


Gruß Dieter

Falk Brunner

unread,
May 20, 2006, 7:17:35 AM5/20/06
to
MaWin schrieb:

>>weil sich das Zeug angeblich nur schwer löst.
>>
>
> Haeh ? Aus was loest ? Aus dem Gewehr loest ? Da ist ein ganzer
> Treibsatz hinter, damit sich das ruck-zuck loest.
> Und wenn es erst mal verteilt im Wald liegt, IST es in der Umwelt,
> auch wenn ein Jaeger es dann nicht mehr sieht.

Schon klar, aber es besthet ein Unterschied ob kleine Bleiküglchen mit
Oxydschicht im Wald liegen oder ob das Blei chemisch fein verteilt im
Boden ist.

MfG
Falk

John F

unread,
May 20, 2006, 8:02:53 AM5/20/06
to
Bjoern Schliessmann wrote:
> John F wrote:
>> MaWin wrote:
>
>>> Vor einfuehrung des Bleiverbots auch dort,
>>> waren Jaeger und ihre Munition ein wesentlicher Anteil,
>>> am Bleieintrag in die Umwelt.
>
>> Stimmt. Die Zunft hab ich übersehen :-), hast natürlich recht...
>
> So natürlich ist das garnicht. Ich habe gelesen, dass der Eintrag in
> die Umwelt durch Bleischrot sogar relativ gering sein soll, weil
> sich das Zeug angeblich nur schwer löst.

Nur wenn es oberflächlich oxidiert ist.

> BTW, bei Jägern gibt es kein Verbot,

noch nicht... :-)

> Bleischrot ist immernoch in
> Verwendung (Stahlschrot erfordert eine geeignete Flinte und macht
> IIRC mehr Verschleiß).

Soweit so klar... Gibt ja einen gewissen Unterschied in der Härte...

--
Johannes


John F

unread,
May 20, 2006, 8:14:11 AM5/20/06
to
Marc Fehrenbacher wrote:
> John F schrieb:
>
>> Regenwasser von Dächern wird seit längerer Zeit bereits gesammelt
>> und
>> einer Klärung zugeführt. (Schon allein wegen des Zinks, das ja auch
>> immer abgewaschen wird...)
>
> Quatsch. In der (Klein-)Stadt gibt es zwei Systeme. Das mit dem
> Oberflächenwasser geht direkt in den Bach.

Im Oberflächenwasser ist aber die Belastung viel geringer...
(Zumindest ist in .at die Entwässerung über Sammelanlagen auf
öffentliches Gut nicht gestattet, IIRC)

> Im Fernsehen haben sie sogar Kontrolleure gezeigt. Die haben Rauch
> in
> die Kanalisation geblasen und geschaut, ob er zum Regenrohr oder zum
> Klo-Abluftschacht wieder raus kommt.

beim Klo-Abluftschacht wird nichts raus kommen... ist ja immerhin ein
wenig Klo und wasser dazwischen. Das Einzige wären die Fallrohre der
Dachsammelanlage... Und auch die haben Rüchschlagventile und so
weiter...

> Auf dem Dorf wird das Regenwasser in so kleine Kanäle geleitet, die
> nach und nach versickern. Nur bei Überlauf (1-2mal im Jahr) geht was
> ins normale Abwassersystem.

Ich kenne Dörfer, da gibt es gar keine Dachrinnen an den Häusern...
nur das sind wenige. Dort, wo Kanalisation verfügbar ist, gibt es ev.
sogar getrennte Regen/Schmutzwasser Kanäle.

Fakt:

Markus

unread,
May 20, 2006, 9:08:10 AM5/20/06
to

"Dieter Wiedmann"

Erschieß mich ich brauch Geld

Oliver Betz

unread,
May 20, 2006, 10:36:56 AM5/20/06
to
"MaWin" <m...@private.net> schrieb:

>> Ich habe gelesen, dass der Eintrag in die Umwelt durch Bleischrot
>> sogar relativ gering sein soll,

was in der Form wenig interessant ist.

[...]

>Und wenn es erst mal verteilt im Wald liegt, IST es in der Umwelt,
>auch wenn ein Jaeger es dann nicht mehr sieht.

Bleikugeln im Boden sind noch nicht gleich das Problem. Die Frage ist,
wie das Blei in Organismen kommt.

Und genau hier liegt das Problem bei den ganzheitlichen Abwägungen. Um
zurück zum Bleilot zu kommen: mir fehlt die Information, wie Bleilot
auf Deponien im Grundwasser gelöst wird.

Hat jemand dazu eine verläßliche Studie parat?

Message has been deleted
Message has been deleted
Message has been deleted

Bjoern Schliessmann

unread,
May 21, 2006, 6:39:35 AM5/21/06
to
Rolf_Bombach wrote:

> (Schon mal einen
> Chemikalienschrank bei den Physikern gesehen? Da sind Sachen drin,
> die sich der Chemiker nicht hinzustellen traut).

Was denn z.B.?

Grüße,


Björn

--
BOFH excuse #401:

Sales staff sold a product we don't offer.

Message has been deleted

Thomas Schaerer

unread,
May 24, 2006, 5:14:24 AM5/24/06
to
Rolf_Bombach <rolfnosp...@bluewin.ch> wrote:

> Olaf Schultz wrote:
>>
>> Plutonium wäre deutlich bedenklicher (chemische Giftigkeit).

> Plutonium ist radiotoxisch. Chemisch weniger giftig als Arsen, welches
> früher übrigens im Weinbau eingesetzt wurde. Die "extreme chemische
> Giftigkeit" von Pu ist eine UL, eventuell von Physikern freigesetzt,
> welche sich nicht vorstellen können, dass Schwermetalle tatsächlich
> giftig sind.

Also das haut mich jetzt restlos vom Stuhl! *PLUMP_WUMM* Auaaaaa!!!!

Vor mehr als 20 Jahren las ich in einem Bericht ueber
Reaktorsicherheit, dass Plutionium mit einer Menge von 1 Micro-Gramm
pro Kilo Koerpergewicht innerhalb 20 Jahren statistisch Lungenkrebs
erzeugen soll.

Auch wenn es 1 mg waere, ist das noch schlimm genug, finde ich...

Ist das alles nur Mumpitz? Und wenn ja, aus welchen Quellen weisst Du
das?

Diesen Bericht habe ich zuhause noch irgendwo. Ich muesst aber erst
kraeftig danach suchen...

Gruss
Thomas
--
Meine Elektronik-Minikurse in:
http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/
(Loesche alle 'x' in der Mailadresse fuer Replay!)
*** 'de.sci.electronics' wurde am 07.02.2006 12 Jahre alt! ***

Ansgar Strickerschmidt

unread,
May 24, 2006, 4:24:30 AM5/24/06
to
Thomas Schaerer schrub:

> Vor mehr als 20 Jahren las ich in einem Bericht ueber
> Reaktorsicherheit, dass Plutionium mit einer Menge von 1 Micro-Gramm
> pro Kilo Koerpergewicht innerhalb 20 Jahren statistisch Lungenkrebs
> erzeugen soll.

> Ist das alles nur Mumpitz?

Na, sagt er doch:

>> Plutonium ist radiotoxisch.

Was ist daran unklar?

Ansgar

--
Mails an die angegebene Adresse erreichen mich - oder auch nicht! Gültige
Adresse gibt's bei Bedarf!
Mails to the given address may or may not reach me - valid return address
will be given when required!

MaWin

unread,
May 24, 2006, 11:53:14 AM5/24/06
to
"Ansgar Strickerschmidt" <dropsp...@onlinehome.de> schrieb im Newsbeitrag
news:op.s91qy...@stargar.de...

> Thomas Schaerer schrub:
>
>> Vor mehr als 20 Jahren las ich in einem Bericht ueber
>> Reaktorsicherheit, dass Plutionium mit einer Menge von 1 Micro-Gramm
>> pro Kilo Koerpergewicht innerhalb 20 Jahren statistisch Lungenkrebs
>> erzeugen soll.
>
>> Ist das alles nur Mumpitz?
>
> Na, sagt er doch:
>
>>> Plutonium ist radiotoxisch.
>
> Was ist daran unklar?
>


Bei der langen Halbwertszeit ? Jeder andere Stoff mit geringerer
Halbwertszeit muesste mit 1ug doch viel radiotoxischer sein, mehr
Zerfaelle, mehr Gendefekte.

Message has been deleted
Message has been deleted

Bjoern Schliessmann

unread,
May 25, 2006, 4:03:22 PM5/25/06
to
Rolf_Bombach wrote:

> Ist aber ein Alphastrahler, was bei kurzlebigem Zeug eher
> selten ist. Alphazerfall kommt eher bei schweren Elementen
> vor und seltener bei Spaltprodukten oder Aktivierungsprodukten
> aus der Mitte des Periodensystems. Siehe Karlsruher Nuklidkarte.

Und Alphastrahlung bedeutet für Organismen eine extrem höhere
Äquivalentdosis, da alles im Gewebe angelagerte Material garantiert
die Energie *im* Gewebe auf kleinstem Volumen deponiert (nicht wie
bei Beta- oder Gammastrahlung, die organisches Gewebe zu einem
gewissen Grad durchdringen).

> Das ist der Nachteil des Kernkraftwerks, es "verkürzt"
> Halbwertszeiten und erhöht dadurch die Aktivität.

NACK. Wenn die Abfälle von Kernkraftwerken alle kurzlebig wären,
hätten wir keine Probleme mit der Endlagerung. Kurzzeitig hohe
Aktivität ist kein Problem.

Der große Nachteil ist stattdessen, dass bei der Kernspaltung für
jeden gespaltenen Kern zwei oder drei meist instabile entstehen,
die viele verschiedene Halbwertszeiten besitzen. Im Laufe der
Zerfallsketten entstehen auch jedesmal extrem lange, deren "Träger"
endgelagert werden müssen.

Grüße,


Björn

--
BOFH excuse #137:

User was distributing pornography on server; system seized by FBI.

MaWin

unread,
May 26, 2006, 3:57:32 AM5/26/06
to
"Rolf_Bombach" <rolfnosp...@bluewin.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:4475e...@news.bluewin.ch...

>
> Ist aber ein Alphastrahler, was bei kurzlebigem Zeug eher
> selten ist.

Americum ist doch auch in jedem U.S.-Feuermelder drin.

Arthur Erhardt

unread,
May 26, 2006, 5:01:55 AM5/26/06
to
MaWin <m...@private.net> wrote:
> "Ansgar Strickerschmidt" <dropsp...@onlinehome.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:op.s91qy...@stargar.de...
> > Thomas Schaerer schrub:
> >
> >> Vor mehr als 20 Jahren las ich in einem Bericht ueber
> >> Reaktorsicherheit, dass Plutionium mit einer Menge von 1 Micro-Gramm
> >> pro Kilo Koerpergewicht innerhalb 20 Jahren statistisch Lungenkrebs
> >> erzeugen soll.
> >
> >> Ist das alles nur Mumpitz?
> >
> > Na, sagt er doch:
> >
> >>> Plutonium ist radiotoxisch.
> >
> > Was ist daran unklar?
> >


> Bei der langen Halbwertszeit ? Jeder andere Stoff mit geringerer
> Halbwertszeit muesste mit 1ug doch viel radiotoxischer sein, mehr
> Zerfaelle, mehr Gendefekte.

Hm. 1 ug Pu 239 hat eine Aktivität von etwa 4 kBq. Bei einem inhalierten
Staubkorn wird die daraus resultierende Energie in ein sehr kleines
Stück Lungenvolumen deponiert (Alphastrahler, wie schon andere erwähnten).
Das reicht völlig.

Ein ganzer Mensch (viel mehr Volumen) hat sowas wie 6 .. 10 kBq, aber
überwiegend Gamma-Aktivität aus Kalium 40. Alphastrahlung wird bei
der Berechnung der Äquivalentdosis mit einem Faktor 20 gewichtet,
Gamma mit 1.

--
arthur dot erhardt at pit dot physik dot uni dash tuebingen dot de
*pgp key available* dg7sea

A physicist is an atom's way of knowing about atoms.

Udo Stenzel

unread,
May 26, 2006, 8:33:21 AM5/26/06
to
Bjoern Schliessmann <usenet-mail-03...@spamgourmet.com> schrieb:

> NACK. Wenn die Abfälle von Kernkraftwerken alle kurzlebig wären,
> hätten wir keine Probleme mit der Endlagerung. Kurzzeitig hohe
> Aktivität ist kein Problem.

Die Abfälle sind (fast) alle kurzlebig und wir haben kein Problem mit
der Endlagerung. Wir haben ein politisches Problem, weil gewisse
Subjekte wie Ralpha Nader und John Gofman von der Union of Concerned
Anybodies groben Unfug verbreiten, den besonders Mütter aus Angst vor
unsichtbarer Strahlung auch noch glauben.

Wir haben weiter ein Problem, weil aus hauptsächlich politischen Gründen
das Etikett "Kernbrennstoff" von Uran, Plutonium und Transuranen
entfernt und durch "TÖDLICHER RADIOAKTIVER ABFALL" ersetzt wurde.

Und schließlich haben wir ein Problem, weil manche Leute auf rückwärtige
Logik wie "Wenn das so einfach wäre, dann wäre doch Endlagerung gar kein
Problem!" reinfallen und deswegen Endlagerung für problematisch halten.

> Der große Nachteil ist stattdessen, dass bei der Kernspaltung für
> jeden gespaltenen Kern zwei oder drei meist instabile entstehen,
> die viele verschiedene Halbwertszeiten besitzen.

Drei Viertel der Spaltprodukte sind stabil oder zerfallen noch im
Reaktor. Halbwertszeiten beim Rest liegen alle entweder unter 30 Jahren
oder über 70.000 Jahren. Ersteres ist beherrschbar durch 300 Jahre
Lagerung, letzteres muss überhaupt nicht beherrscht werden, weil dieser
Anteil nur schwach strahlt.


> Im Laufe der
> Zerfallsketten entstehen auch jedesmal extrem lange, deren "Träger"
> endgelagert werden müssen.

Spaltprodukte haben allesamt keine nennenswerten Zerfallsketten, sondern
meistens gar keine oder nur einen einzigen instabilen Nachfolger, der
dann kurzlebig ist (z.B. Sr-90 (28 a) --> Y-90 (2d) --> Zr-90 (stabil)).
Längere Zerfallsketten haben so kurze Halbwertszeiten, dass nichts davon
überhaupt den Reaktor verläßt.

MaWin

unread,
May 26, 2006, 8:53:41 AM5/26/06
to
"Udo Stenzel" <u.st...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrne7dtci.6...@arthur.sax.sub.de...

>
> Die Abfälle sind (fast) alle kurzlebig und wir haben kein Problem mit
> der Endlagerung. Wir haben ein politisches Problem, weil gewisse
> Subjekte wie Ralpha Nader und John Gofman von der Union of Concerned
> Anybodies groben Unfug verbreiten, den besonders Mütter aus Angst vor
> unsichtbarer Strahlung auch noch glauben.
>

Was haben wir denn hier fuer eine durchgeknallten Volldeppen ?

Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) hat bisher zur
Freisetzung derselben Radioaktivitaetsmenge gefuehrt, wie sie aus
dem militaerischen Einsatz von 100 Atombomben entstanden waere.

Sorry, aber schlimmer kann die Bilanz ja wohl kaum sein.

Es geht gar nicht um moegliche Zukunftskatastrophen, es reicht
alleine schon, was bisher real stattgefunden hat, um DER Technologie
fuer immer den Ruecken zu kehren.

Ich kann dir billigen Wohnraum bei Tschernobyl verschaffen,
falls du immer noch merkbefreit bist.

Udo Stenzel

unread,
May 26, 2006, 9:10:17 AM5/26/06
to
MaWin <m...@private.net> schrieb:

> Was haben wir denn hier fuer eine durchgeknallten Volldeppen ?

Du plenkst, ganz abgesehen von dem völlig unnötigen Anwurf.


> Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) hat bisher zur
> Freisetzung derselben Radioaktivitaetsmenge gefuehrt, wie sie aus
> dem militaerischen Einsatz von 100 Atombomben entstanden waere.
>
> Sorry, aber schlimmer kann die Bilanz ja wohl kaum sein.

Doch. Die ZIVILE Verbrennung von Kohle tötet jedes Jahr 6.000 Menschen
in Deutschland, 30.000 in den USA und ein ganzes Ende mehr weltweit.
Das holen Kernkraftwerke niemals auf, aber nur um den Vorsprung nicht
größer werden zu lassen, bräuchten etwa die Amerikaner immerhin zwei
GAUs mit Containmentbruch PRO JAHR.

> Ich kann dir billigen Wohnraum bei Tschernobyl verschaffen,

Darüber reden wir, wenn du einen Lagerplatz für die radioaktive und
schwermetallhaltige Asche gefunden hast, deren Produktion dich scheinbar
nicht im geringsten stört, und wenn dir etwas eingefallen ist, wie du
die schweflige Säure aus unserem Waldboden bekommst.

> falls du immer noch merkbefreit bist.

Wann merkst du, dass deine alberne Energiepolitik alle 87 Minuten einen
Menschen in Deutschland tötet?

Dschen Reinecke

unread,
May 26, 2006, 2:12:26 PM5/26/06
to
Udo Stenzel schrieb:

> MaWin <m...@private.net> schrieb:
>
>>Was haben wir denn hier fuer eine durchgeknallten Volldeppen ?

> Du plenkst, ganz abgesehen von dem völlig unnötigen Anwurf.

Ich halte das für die völlig richtige Reaktion auf Deinen AKW-Trollversuch.

>> Sorry, aber schlimmer kann die Bilanz ja wohl kaum sein.

> Doch. Die ZIVILE Verbrennung von Kohle tötet jedes Jahr 6.000 Menschen
> in Deutschland, 30.000 in den USA und ein ganzes Ende mehr weltweit.

Das zeigt, daß auch fossile Brennstoffe keine Zukunft haben. Die
Begrenzung ist nicht nur die vorhandene Menge.

> Das holen Kernkraftwerke niemals auf, aber nur um den Vorsprung nicht
> größer werden zu lassen, bräuchten etwa die Amerikaner immerhin zwei
> GAUs mit Containmentbruch PRO JAHR.

Vielleicht solltest Du bei Deinen AKW-Berechnungen genauso indirekte
Folgeschäden mit einrechnen, wie es bei Deinen Zahlen für Kohle der Fall
ist.

> Wann merkst du, dass deine alberne Energiepolitik alle 87 Minuten einen
> Menschen in Deutschland tötet?

Wie schon geschrieben sehe ich weder bei Fossiler Energie, und schon gar
nicht bei Atomenergie eine Zukunft.

Aber ich habe lieber eine seit tausenden Jahren bekannte Technik im
Einsatz, die auch bei großen Unfällen nur einen überschaubaren Schaden
anrichtet, als eine Aufwändige, seit wenigen Jahrzehnten bekannte
Technik, die bei Unfällen unabschätzbare Schäden und Verseuchung
anrichtet. Selbst ohne Unfälle werden Abfälle produziert, die durch eine
starke Konzentration von radioaktiven Stoffen für so lange Zeiträume
bewacht weggeschlossen werden müssen, daß es unverantwortlich ist.

Ciao Dschen

--
Dschen Reinecke

=== der mit dem Namen aus China ===

http://WWW.DSCHEN.DE mailto:use...@dschen.de

Sebastian Suchanek

unread,
May 26, 2006, 2:26:08 PM5/26/06
to
Dschen Reinecke spoke thusly:

> [...]


> Aber ich habe lieber eine seit tausenden Jahren bekannte
> Technik im Einsatz, die auch bei großen Unfällen nur einen
> überschaubaren Schaden anrichtet,

> [...]

...und die dazu beiträgt, schleichend unseren Planeten
vermutlich auf Jahrtausende hinaus ungemütlich zu machen.

(Ich gehe mal davon aus, daß Du mit "tausende Jahre bekannt"
fossile Energieträger meinst - wo's doch Kraftwerke,
Dampfmaschinen etc. erst seit knapp 250 Jahren gibt.)


Tschüs,

Sebastian

--
Ich WEISS was ich tue ;-)
Und wenns mal wieder Knallt, weiss ich auch genau, warum ich
mich in den Hintern treten sollte ;-)
[Michael Buchholz in d.s.e]

Udo Stenzel

unread,
May 26, 2006, 3:59:29 PM5/26/06
to
Dschen Reinecke <use...@dschen.de> schrieb:

> Ich halte das für die völlig richtige Reaktion auf Deinen AKW-Trollversuch.

Ich denke, du bist ein Dummkopf, weil alles was in deinem Weltbild
keinen Platz hat, nur durch niedere Beweggründe erklärt werden kann.


> Vielleicht solltest Du bei Deinen AKW-Berechnungen genauso indirekte
> Folgeschäden mit einrechnen, wie es bei Deinen Zahlen für Kohle der Fall
> ist.

Das sollte ich in der Tat. Vielleicht solltest du dich informieren oder
die Klappe halten.

MaWin

unread,
May 26, 2006, 4:53:44 PM5/26/06
to
"Udo Stenzel" <u.st...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrne7dvhr.7...@arthur.sax.sub.de...
>
> Du plenkst

Aha, wenn es inhaltlich nicht reicht, meckert man an der Form rum.

> Die ZIVILE Verbrennung von Kohle

Da bist du bei mir an der falschen Adresse. Ich bin sicher auch
kein Verfechter von Kohle.

Axel Berger

unread,
May 26, 2006, 7:48:00 PM5/26/06
to
*MaWin* wrote on Fri, 06-05-26 14:53:

>Was haben wir denn hier fuer eine durchgeknallten Volldeppen ?

Och, die gibt's wohl immer und überall. Man erkennt sie aber schnell,
denn sie schreiben Sachen wie diese hier:

>Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) hat bisher zur Freisetzung
>derselben Radioaktivitaetsmenge gefuehrt, wie sie aus dem militaerischen
>Einsatz von 100 Atombomben entstanden waere.

Nach Belegen frage ich gar nicht erst.

Udo Stenzel

unread,
May 27, 2006, 3:54:45 AM5/27/06
to
MaWin <m...@private.net> schrieb:

> "Udo Stenzel" <u.st...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
>> Die ZIVILE Verbrennung von Kohle
>
> Da bist du bei mir an der falschen Adresse. Ich bin sicher auch
> kein Verfechter von Kohle.

Spielt keine Rolle. Solange überhaupt Kohlekraftwerke in Betrieb sind,
ist die Abschaltung eines Kernkraftwerks Mord an 15 Menschen pro Jahr.
Keine Ideologie rettet dich vor der Pflicht, über die Folgen deines
Handelns nachzudenken.


MaWin

unread,
May 27, 2006, 4:17:12 AM5/27/06
to
"Axel Berger" <Axel_...@b.maus.de> schrieb im Newsbeitrag
news:200605270...@b.maus.de...

>>Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) hat bisher zur Freisetzung
>>derselben Radioaktivitaetsmenge gefuehrt, wie sie aus dem militaerischen
>>Einsatz von 100 Atombomben entstanden waere.
>
> Nach Belegen frage ich gar nicht erst.
>

Die hinlaenglich bekannte Kurve der radioaktiven Umweltbelastung,
die in den 50er Jahren deutlich den Eintrag durch Atombombentest
(davon im wesentlichen durch knapp 1000 ueberirdische) zeigt,
zeigt ab 86 den Eintrag durch Tschernobyl in Form einer ca. 1/10tel
so grossen Aktivitaetskurve. 1/10tel von 1000 sind 100.

Dazu gibt es selbst in dieser NG einen Thread.
<44280...@news.bluewin.ch>

Also Axel, knoepf deinen Mund immer gut zu.

Udo Stenzel

unread,
May 27, 2006, 7:48:08 AM5/27/06
to
MaWin <m...@private.net> schrieb:
>>>Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) [...]
>
> [...] zeigt ab 86 den Eintrag durch Tschernobyl [...]

Ein Plutoniumproduktionsreaktor ist ZIVILE Nutzung?

Arthur Erhardt

unread,
May 27, 2006, 9:41:09 AM5/27/06
to

Ja, sicher. Die UdSSR hatte wenig Uranreserven. Und das bißchen Plutonium
für ein paar tausend Sprengköpfe war schon fertigproduziert.

Eigentlich wollte ich auf den ... hm ... Inhalt Deiner vorigen Postings
nicht eingehen weil mir meine Zeit dazu zu schade ist.

Sebastian Suchanek

unread,
May 27, 2006, 4:16:32 PM5/27/06
to
Arthur Erhardt spoke thusly:

> Udo Stenzel <u.st...@web.de> wrote:
>> MaWin <m...@private.net> schrieb:
>>
>>>>> Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) [...]
>>>
>>> [...] zeigt ab 86 den Eintrag durch Tschernobyl [...]
>
>> Ein Plutoniumproduktionsreaktor ist ZIVILE Nutzung?
>
> Ja, sicher. Die UdSSR hatte wenig Uranreserven.
> [...]

Wie bitte? Nach meinen Informationen hat Kasachstan mit
geschätzten 848.000t Uran nach Australien die weltweit
zweitgrößten Vorkommen. Dazu kommen nochmal 264.000t in Rußland
selbst und 76.000t in der Ukraine sowie 118.000t in Usbekistan.

Und komm mir jetzt nicht mit "das ist nicht Rußland". 1986 war
es de facto Rußland.

Message has been deleted
Message has been deleted

Arthur Erhardt

unread,
May 28, 2006, 6:57:28 AM5/28/06
to
Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:
> Arthur Erhardt spoke thusly:
> > Udo Stenzel <u.st...@web.de> wrote:
> >> MaWin <m...@private.net> schrieb:
> >>
> >>>>> Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) [...]
> >>>
> >>> [...] zeigt ab 86 den Eintrag durch Tschernobyl [...]
> >
> >> Ein Plutoniumproduktionsreaktor ist ZIVILE Nutzung?
> >
> > Ja, sicher. Die UdSSR hatte wenig Uranreserven.
> > [...]

> Wie bitte? Nach meinen Informationen hat Kasachstan mit
> geschätzten 848.000t Uran nach Australien die weltweit
> zweitgrößten Vorkommen. Dazu kommen nochmal 264.000t in Rußland
> selbst und 76.000t in der Ukraine sowie 118.000t in Usbekistan.

Fragt sich, warum man dann so intensiv in der ehemaligen DDR
abgebaut hat, das ist doch dann weit weg. Ohne Deine Zahlen anzuzweifeln,
zu der Größe des Vorkommens sollte auch der Aufwand für Abbau (hängt
arg vom Vorkommen ab) und ggf. Anreicherung (i.W. konstant) gerechnet
werden.
Weiterhin wurde ja davon ausgegangen daß Kernenergie *die* Energiequelle
der Zukunft ist, da sind dann rund 9000 Tonnen Uran 235 (das steckt in
den von Dir genannten Zahlen) gar nicht so viel.
Eine GWh sind die aus knapp 50g Uran 235 durch Spaltung gewonnene
Energie, bei eine Wirkungsgrad von 50% also eher 100g. Jetzt fang mal
an eine fortschreitende Industrialisierung der UdSSR zu planen und schau
wie weit das reicht. Weiter zu berücksichtigen: Das Uran 235 in o.a.
Vorkommen steht nicht komplett zur Verfügung. Sowohl bei der
Erstanreicherung als auch bei der Wiederaufbereitung verbleibt ein Anteil
im Abfall, der wirtschaftlich nicht (zurück)gewonnen werden kann.

Ich korrigiere also meinen vorigen Satz:
Die UdSSR hatte - nach eigener Einschätzung - zu wenig Uranreserven.

> Und komm mir jetzt nicht mit "das ist nicht Rußland". 1986 war
> es de facto Rußland.

Das stimmt.

Grüße,

Arthur

Arthur Erhardt

unread,
May 28, 2006, 7:18:19 AM5/28/06
to
Rolf_Bombach <rolfnosp...@bluewin.ch> wrote:

> Arthur Erhardt wrote:
> >
> > Hm. 1 ug Pu 239 hat eine Aktivität von etwa 4 kBq. Bei einem inhalierten
> > Staubkorn wird die daraus resultierende Energie in ein sehr kleines
> > Stück Lungenvolumen deponiert (Alphastrahler, wie schon andere erwähnten).
> > Das reicht völlig.

> Zum Glück ist es fast unmöglich, ein wirklich gefährliches
> Pu-Partikel überhaupt in die Lunge zu bekommen. Obiges
> Partikel ist vielleicht 40um gross und nicht mehr lungen-
> gängig.
Die Größe war willkürlich gewählt, aus der vorangegangenen Aussage.
Kleinere Partikel sind der Regelfall, und keineswegs harmlos.

> Die einzige verlässliche Methode, Alphastrahler
> in die Lunge zu bekommen, ist Rauchen. Der frisch
> entstehende Rauch ist lungengängig und fördert das
> Polonium mit. Schau mal nach den neuesten Schätzungen,
> welche Lungen- oder sogar Ganzkörperdosis sich ein
> Raucher jährlich antut.
Ok, aber das tut sich der rauchende Teil der Menschheit freiwillig an
(mehr oder weniger, wenn man Nikotin als Suchtgift betrachtet).

Grüße,

Arthur

Udo Stenzel

unread,
May 28, 2006, 8:06:24 AM5/28/06
to
Arthur Erhardt <erh...@pit.physik.uni-tuebingen.de> schrieb:

> Fragt sich, warum man dann so intensiv in der ehemaligen DDR
> abgebaut hat, das ist doch dann weit weg.

Die Russen haben in der DDR eine ganze Menge ziemlich fragliche Dinge
getan, angefangen beim "real existierenden Sozialismus". Willst du
ernsthaft behaupten, die würden grundsätzlich rational handeln?

> Weiterhin wurde ja davon ausgegangen daß Kernenergie *die* Energiequelle
> der Zukunft ist, da sind dann rund 9000 Tonnen Uran 235 (das steckt in
> den von Dir genannten Zahlen) gar nicht so viel.
> Eine GWh sind die aus knapp 50g Uran 235 durch Spaltung gewonnene
> Energie, bei eine Wirkungsgrad von 50% also eher 100g. Jetzt fang mal
> an eine fortschreitende Industrialisierung der UdSSR zu planen und schau
> wie weit das reicht.

10.000 Reaktorjahre a 1GW. (Nach deinen Zahlen, ich würde ja eher 3000
schätzen.) Ist eine ganze Menge, mit Wiederaufarbeitung rund dreimal so
viel, mit Brütern wird's eine Million Reaktorjahre. Wieso du das im
Zusammenhang mit dem RBMK erwähnst, bleibt aber unklar. Der ist nämlich
kein Brüter.

Sebastian Suchanek

unread,
May 28, 2006, 8:46:33 AM5/28/06
to
Arthur Erhardt spoke thusly:

> Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:
>> Arthur Erhardt spoke thusly:
>>> Udo Stenzel <u.st...@web.de> wrote:
>>>> MaWin <m...@private.net> schrieb:
>>>>
>>>>>>> Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) [...]
>>>>>
>>>>> [...] zeigt ab 86 den Eintrag durch Tschernobyl [...]
>>>
>>>> Ein Plutoniumproduktionsreaktor ist ZIVILE Nutzung?
>>>
>>> Ja, sicher. Die UdSSR hatte wenig Uranreserven.
>
> [...]
> Weiterhin wurde ja davon ausgegangen daß Kernenergie *die*
> Energiequelle der Zukunft ist, da sind dann rund 9000
> Tonnen Uran 235 (das steckt in den von Dir genannten
> Zahlen) gar nicht so viel.
> [...]

Um das mal etwas zusammenzufasssen: Ja, wenn man Natururan
möglichst gut ausnutzen möchte, kommt man um einen Brutprozeß
nicht herum.

RBMK-Reaktoren sind aber *keine* Brutreaktoren, sondern normale
Spaltreaktoren mit thermischem Spektrum, die "rein zufällig" so
gestaltet sind, daß man im laufenden Betrieb anfallendes
Plutonium relativ unkompliziert abziehen kann.
Honnit soi, qui mal y pense.

Arthur Erhardt

unread,
May 28, 2006, 12:15:35 PM5/28/06
to
Udo Stenzel <u.st...@web.de> wrote:
> Arthur Erhardt <erh...@pit.physik.uni-tuebingen.de> schrieb:
> > Fragt sich, warum man dann so intensiv in der ehemaligen DDR
> > abgebaut hat, das ist doch dann weit weg.

> Die Russen haben in der DDR eine ganze Menge ziemlich fragliche Dinge
> getan, angefangen beim "real existierenden Sozialismus". Willst du
> ernsthaft behaupten, die würden grundsätzlich rational handeln?

Sicher doch. Der "real existierende Sozialismus" hat sich bloß regelmäßig
in die Tasche gelogen wenn etwas nicht wie geplant geklappt hat, m.E.
hauptsächlich weil sich (aus z.T. gutem Grund) keiner getraut hat
Mißerfolge nach oben zu melden. Berücksichtigt man diese Tatsache dann
wurde durchaus rational geplant.

> > Weiterhin wurde ja davon ausgegangen daß Kernenergie *die* Energiequelle
> > der Zukunft ist, da sind dann rund 9000 Tonnen Uran 235 (das steckt in
> > den von Dir genannten Zahlen) gar nicht so viel.
> > Eine GWh sind die aus knapp 50g Uran 235 durch Spaltung gewonnene
> > Energie, bei eine Wirkungsgrad von 50% also eher 100g. Jetzt fang mal
> > an eine fortschreitende Industrialisierung der UdSSR zu planen und schau
> > wie weit das reicht.

> 10.000 Reaktorjahre a 1GW. (Nach deinen Zahlen, ich würde ja eher 3000
> schätzen.)

Ich auch. Die obige 50% Angabe bezieht sich ausschließlich auf den
Betrieb eines Kernreaktors, also ohne Auf- und Abbau, Herstellung des
Brennstoffs, Verbreitung der gewonnenen Energie, ... .

Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk ->
"Atomstromerzeugung in Europa nach Anzahl der Kernkraftwerke"
folgt, daß das dann für so 100 Jahre reicht. Es ist doch nicht so
verfehlt anzunehmen, daß ein Energiebedarf wie die heutige EU von
der UdSSR vorausgesehen wurde. Einen Faktor 2 mal hin oder her.

Die Diskussion fing mit der Frage an ob Pu-239 Produktion in
graphitmoderierten Reaktoren zivile Nutzung sei. In den meisten Bomben
sind nur wenige kg Pu-239 drin, mithin also allenfalls einige zig
Tonnen für das ganze Arsenal des kalten Krieges.

> Ist eine ganze Menge, mit Wiederaufarbeitung rund dreimal so
> viel, mit Brütern wird's eine Million Reaktorjahre. Wieso du das im
> Zusammenhang mit dem RBMK erwähnst, bleibt aber unklar. Der ist nämlich
> kein Brüter.

Ist klar. Allerdings zur Pu-239 Produktion geeignet, weil man aufgrund
des festen Moderators die Stäbe einfach (und damit oft) wechseln kann.

Arthur Erhardt

unread,
May 28, 2006, 12:18:52 PM5/28/06
to
Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:
> Arthur Erhardt spoke thusly:
> > Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:
> >> Arthur Erhardt spoke thusly:
> >>> Udo Stenzel <u.st...@web.de> wrote:
> >>>> MaWin <m...@private.net> schrieb:
> >>>>
> >>>>>>> Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) [...]
> >>>>>
> >>>>> [...] zeigt ab 86 den Eintrag durch Tschernobyl [...]
> >>>
> >>>> Ein Plutoniumproduktionsreaktor ist ZIVILE Nutzung?
> >>>
> >>> Ja, sicher. Die UdSSR hatte wenig Uranreserven.
> >
> > [...]
> > Weiterhin wurde ja davon ausgegangen daß Kernenergie *die*
> > Energiequelle der Zukunft ist, da sind dann rund 9000
> > Tonnen Uran 235 (das steckt in den von Dir genannten
> > Zahlen) gar nicht so viel.
> > [...]

> Um das mal etwas zusammenzufasssen: Ja, wenn man Natururan
> möglichst gut ausnutzen möchte, kommt man um einen Brutprozeß
> nicht herum.

> RBMK-Reaktoren sind aber *keine* Brutreaktoren, sondern normale
> Spaltreaktoren mit thermischem Spektrum, die "rein zufällig" so
> gestaltet sind, daß man im laufenden Betrieb anfallendes
> Plutonium relativ unkompliziert abziehen kann.

Ist bekannt. Habe ich irgendwo anderes behauptet?

> Honnit soi, qui mal y pense.

Du meinst, Pu-239 kann man keinesfalls als Brennstoff benutzen?
( - Vorsicht, Ironie).

Falk Brunner

unread,
May 28, 2006, 6:52:06 PM5/28/06
to
Rolf_Bombach schrieb:

> gängig. Die einzige verlässliche Methode, Alphastrahler


> in die Lunge zu bekommen, ist Rauchen. Der frisch

Oder Atmen von Radon. Schau dir mal die (ex) Wismut an. (Uranbergbau in
der DDR)

MFG
Falk

Bjoern Schliessmann

unread,
May 29, 2006, 8:41:54 AM5/29/06
to
Rolf_Bombach wrote:

> Start ist doch beim Uran.

Nicht bei der Kernspaltung.

> Das ist eben massiv kürzer als bei U und dementsprechend
> höher ist die Aktivität.

Ich weiß zwar, worauf du hinauswillst, aber darauf kommt es im
Prinzip nicht an. Wenn ein Nuklid kurzlebig ist, ist die Strahlung
in "endlicher Zeit" weg. Wenn die Halbwertszeit sehr groß ist, ist
die Strahlung fast unbegrenzt lange vorhanden.

Grüße,


Björn

--
BOFH excuse #65:

system needs to be rebooted

MaWin

unread,
May 29, 2006, 8:55:26 AM5/29/06
to
"Udo Stenzel" <u.st...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrne7gf3v.c...@arthur.sax.sub.de...

KEIN Reaktor waere je gebaut worden, wenn es NUR um die zivile
Nutzung geht, denn dafuer ist Atomtechnik viel zu teuer und
viel zu komplex und viel zu GAU-lastig.
Es geht NUR um das erwuenschte militaerische Abfallprodukt,
auch im Iran, NUR dafuer werden die immensen Kosten vom Staat
bezahlt, nur dafuer werden die immensen Risiken eingegangen,
nur deswegen setzt man eine Technik so schnell um, das noch
nicht mal geklaert ist, wie man ihre Abfallprodukte wieder
los wird.

Udo Stenzel

unread,
May 29, 2006, 2:42:02 PM5/29/06
to
MaWin <m...@private.net> schrieb:
>>>>>Die ZIVILIE Nutzung der Atomenergie (AKWs) [...]
>
> KEIN Reaktor waere je gebaut worden, wenn es NUR um die zivile
> Nutzung geht,

Ah ja. Also gibt es keine zivile Kernenergie, was dich nicht davon
abhält, sogar zu schreien, wenn es darum geht, die angebliche zivile
Nutzung zu betonen. Haben wir wieder die falschen Pillen genommen?

> denn dafuer ist Atomtechnik viel zu teuer

3 ct/kWh sind nicht teuer. (6 auch nicht, lass die
Milchmädchenrechnungen stecken.)

> und viel zu GAU-lastig.

Deswegen gab es bisher auch keinen. (TMI-2 war keiner, Chernobyl ist
nur mit Nebenjob Kraftwerk.)

> Es geht NUR um das erwuenschte militaerische Abfallprodukt,

das in Leichtwassereaktoren (fast alle existierenden) überhaupt nicht
anfällt. Kanada, Deutschland, Belgien, Japan, Schweden, Finnland, ...
haben Kernreaktoren und keine Atombomben. Was sagt uns das über deine
Theorie?

...und mal wieder sehen wir, dass du das Maul besonders weit aufreißt
bei einer Sache, von der du besonders wenig verstehst. Beschränk dich
doch einfach auf Elektronik.


> das noch
> nicht mal geklaert ist, wie man ihre Abfallprodukte wieder
> los wird.

Wir wandeln den Abfall in Fels und befördern ihn in den natürlichen
Lebensraum von Fels, unter die Erde. Was ist daran ungeklärt? Du
kannst nicht behaupten, wir wüßten nicht, wie man Müll vergräbt.

Es ginge sogar noch einfacher (kein ernstgemeinter Vorschlag):
Glaskokille schmelzen und in den Ozean werfen. (Sag nicht, das wäre
komplizierte Technik, die noch nicht erforscht ist! Dinge versenken ist
einfach, geht manchmal sogar aus Versehen.) Das kostet pro Kraftwerk
und Jahr ca. 0.6 Tote, irgendwann in den nächsten paar Millionen Jahren.
Wesentlich besser als die 17 Toten, die das Äuivalent an Kohleasche auf
einer ordinären Mülhalde kosten wird.


Falk Brunner

unread,
May 29, 2006, 3:56:08 PM5/29/06
to
Udo Stenzel schrieb:

>>denn dafuer ist Atomtechnik viel zu teuer
>
>
> 3 ct/kWh sind nicht teuer. (6 auch nicht, lass die
> Milchmädchenrechnungen stecken.)

Und du meinst die 3 ct/kWh sind dier reine Wahrheit? Naja . ..

> Wir wandeln den Abfall in Fels und befördern ihn in den natürlichen
> Lebensraum von Fels, unter die Erde. Was ist daran ungeklärt? Du
> kannst nicht behaupten, wir wüßten nicht, wie man Müll vergräbt.

Häää?

> Es ginge sogar noch einfacher (kein ernstgemeinter Vorschlag):
> Glaskokille schmelzen und in den Ozean werfen. (Sag nicht, das wäre
> komplizierte Technik, die noch nicht erforscht ist! Dinge versenken ist
> einfach, geht manchmal sogar aus Versehen.) Das kostet pro Kraftwerk
> und Jahr ca. 0.6 Tote, irgendwann in den nächsten paar Millionen Jahren.
> Wesentlich besser als die 17 Toten, die das Äuivalent an Kohleasche auf
> einer ordinären Mülhalde kosten wird.

Ahja, russische Entsorgung. Wurde jahrzehntelang auch ohne Glaskokille
im Nordmeer und anderswo praktiziert. Und? Ist doch alles in bester Ordnung!

MfG
Falk

P.S. Ach ja, wo wir gerade bei Milchmädchenrechnungen und
Argumentationen sind. Fahr doch mal nach Sellafield oder eine andere
ähnliche Anlage. Kauf dir ein nettes Häusschen und lebe dort. Have fun.

Bjoern Schliessmann

unread,
May 30, 2006, 9:47:46 AM5/30/06
to
Udo Stenzel wrote:

> Deswegen gab es bisher auch keinen. (TMI-2 war keiner

Meinst du mit "GAU" den "größten anzunehmenden Unfall" oder
den "Super-größten anzunehmenden Unfall"?

Grüße,


Björn

--
BOFH excuse #151:

Some one needed the powerstrip, so they pulled the switch plug.

MaWin

unread,
May 30, 2006, 11:43:19 AM5/30/06
to
"Udo Stenzel" <u.st...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrne7mg4h.8...@arthur.sax.sub.de...

>> KEIN Reaktor waere je gebaut worden, wenn es NUR um die zivile
>> Nutzung geht,
>
> Ah ja. Also gibt es keine zivile Kernenergie,

Nein, es steht NICHT in meinem Satz, das kein Reaktor existiert,
der zivil genutzt wird.

Aber es steht in meine Satz, das ohne die Begehrlichkeit in den
Besitz der Atombome zu kommen, niemand so viel Geld in Forschung,
Rohstofferschliessung, Anreicherung und Bau gesteckt haette, und
wir deshalb heute keine zivile Nutzung haetten.

> was dich nicht davon abhält, sogar zu schreien,

Zu BETONEN, aber Udo plappert halt nur nach was er irgendwo mal
aufgeschnappt hat (Grossschreibung ist schreien) und analysiert
nicht selber was gemeint sein koennte. Kein Wunder, das du Atom-
Verfechter bist. Plapperst auch nur nach, was du von den falschen
Leuten gehoert hast.

> Haben wir wieder die falschen Pillen genommen?

Persoenlich angreifen kann ich auch viel besser als du,
lass es also einfach.

Sachlich-Inhaltlich kannst du einfach nicht entkraeften, was ich
ueber Atomtechnikfolgen gepostet habe.

Udo Stenzel

unread,
May 30, 2006, 6:14:11 PM5/30/06
to
MaWin <m...@private.net> schrieb:

> Aber es steht in meine Satz, das ohne die Begehrlichkeit in den
> Besitz der Atombome zu kommen, niemand so viel Geld in Forschung,
> Rohstofferschliessung, Anreicherung und Bau gesteckt haette, und
> wir deshalb heute keine zivile Nutzung haetten.

Natürlich, um eine Bombe zu bauen, erforscht man Reaktoren, die dabei
nicht helfen. Das machen deswegen inbesondere Länder wie Schweden,
Finnland, Belgien, Deutschland, Japan, Kanada, uva., die alle im Besitz
der "Bombe" sind.


> Sachlich-Inhaltlich kannst du einfach nicht entkraeften, was ich
> ueber Atomtechnikfolgen gepostet habe.

Gepostet hast du einen Haufen, aber zu entkräften gibt es da nichts.
Wie soll man eine Wahnvorstellung entkräften?


Bjoern Schliessmann

unread,
May 31, 2006, 6:04:17 AM5/31/06
to
MaWin wrote:

> Kein Wunder, das du Atom-Verfechter bist.

Ich bin auch überzeugter Atomverfechter. Ich kann mir ein Leben ohne
Atome nicht mehr vorstellen.

Grüße,


Björn

--
BOFH excuse #123:

user to computer ratio too high.

Message has been deleted
Message has been deleted

Bjoern Schliessmann

unread,
Jun 3, 2006, 7:49:20 PM6/3/06
to
Rolf_Bombach wrote:

> Bjoern Schliessmann wrote:
>> Rolf_Bombach wrote:

>>>Start ist doch beim Uran.

>> Nicht bei der Kernspaltung.

> Ach? Mit was arbeiten denn die Reaktoren?

Mit Uran.

Start der Zerfallsketten der Abfallprodukte sind aber nicht Uran,
sondern ("Abfall"-)Nuklide (typischerweise Ba/Sr oder Nachbarn),
die nach der Spaltung rauskommen. Kernspaltung passt in keine der
vier Zerfallsketten, unverändertes Uran aber sehr wohl.

Grüße,


Björn

--
BOFH excuse #258:

That's easy to fix, but I can't be bothered.

It is loading more messages.
0 new messages