jochen may wrote:
> Hallo zusammen,
>
> da es nebenan mit dem Bereich Mittelspannungstechnik recht gut
> funktioniert hat, dachte ich mir, ich probiere es hier mal mit etwas
> feinfühligerem :-)
>
> Ich würde mich gerne etwas in die Thematik Fehlersuche und Messung von
> Fernmeldekabel reinlesen. Mich interessiert vor allem:
> - was gibt es für verschiedene Messmethoden
> - was ist die typische vorgehensweise bei der Messung eines Kabels
> - was sind typische Messungen an Fernmeldekabel (Mantelfehler, Erdschluss,
> .... was gibt es da sonst noch alles?)
>
> Es handelt sich größtenteils um Kabel vom Typ A-2Y(L)2Y. Beschaltet werden
> die Kabel mit allem möglichen Signalen. Kabellänge ist zwischen 50m bis zu
> 8km.
>
Hallo Jochen,
A-2Y(L)2Y-Kabel gibt es in zwei ausführungen: mit 0,6 und 0,8mm
Aderndurchmesser.
Dieser Kabeltyp hat bei 0,6mm 119 Ohm/Km Schleifenwiderstand, 0,91 dB/Km
Dämpfung bei 800 Hz und einen Wellenwiderstand von 800 Ohm/KM bei 800Hz.
Bei 0,8mm Kabel ist der Schleifenwiderstand 67 Ohm/Km, 0,68dB/Km und
600Ohm/Km. Das sind die Daten für Fernsprechhauptanschlußkabel, von der
Ortvermittlungsstelle zum Teilnehmer.
Es gab in der Fernmeldetechnik zwei grundsätzliche Meßgeräte. Das Eine war
der Prüfschrank und damit Ortsfest, das Andere war der Kabelmeßkoffer für
den Baudienst.
Im Prüfschrank waren die Messungen immer Strommessungen mit einem In Ohm
geeichten Strommesser. Das reichte für die Messungen aus, um eine
Adernberührung (Kurzschluß) oder den Schleifenwiderstand zu Messen.
Meßspannung war i.d.R 6V. Für den Isolationswiderstand und
Leiterunterbrechungen wurde mit 60 V gemessen. Die Werte reichten aus, um
dem Entstörer vor Ort ein Bild des Fehlers zu vermitteln.
Der Kabelmeßkoffer enthielt eine Meßbrücke, die man unterschiedlich Schalten
konnte. Stichwort: Doppelbrücke nach K.W. Wagner
Später haben wir mit einem Echotest gearbeitet. Da wird ein Rechteckimpuls
auf die Leitung gegeben. Jede Änderung des Wellenwiderstandes führt zu einer
Reflektion des Impulses. Kennt man die typische Laufzeit des Kabels, so kann
man die Entfernung zum Fehlerort direkt ablesen. Als Bastellösung geht das
auch mit einem hochohmigen Rechtecksignalgeber und einem Oszilloskop. Damit
kann man die Funktion nachvollziehen.
Ich habe Kabelmeßtechnik während meines Studiums der Nachrichtentechnik
gehabt und war auch sporadisch im Kabelmessdienst tätig. Ist nur schon ca.
30 Jahre her. Mein Vorlesungskolleg habe ich noch. Die allgemeine
Fehlerortung von Kabeln umfasst ca. 30 Seiten (Handschrift). Wenn da Bedarf
besteht, dann würde ich die als PDF scannen.
Gruß
Manfred