ich möchte mir für eine kleine Elektronik-Bastelei eine Spule wickeln.
Nur habe ich das Problem, dass alle meine Ferritkerne dafür viel zu
groß sind.
Mich würde nun interessieren, ob man stattdessen als Kern auch dicken
Stahldraht oder eine Schraube nehmen könnte - und inwiefern das die
Eigenschaften einer Spule beeinflusst.
Danke!
Gruß,
Matthias
"MaWin" <ma...@gmx.net> schrieb:
> gehen die Frequenzen noch hoeher (Ultraschall bis Hochfrequenz)
> braucht man Eisenstaub (in Glas isoliert eingeschmolzen aka Ferrit).
Ach, da ist Glass drin? Darum brechen die dinger so leicht .-).
Macht das eigentlich etwas, wenn man gebrochene Ferritkerne z.B. in
Zeilentrafos mit Sekundenkleber zusammenklebt? Auch wenn ein kleines
Stückchen fehlt? Oder evakuiert sich dann gleich die Horizontalablenk-
endstufe?
Ciao,
Dirk
Warum brechen ? Was machst du mit deinen Fernsehern.
> Macht das eigentlich etwas, wenn man gebrochene Ferritkerne z.B. in
> Zeilentrafos mit Sekundenkleber zusammenklebt?
Geht.
> Auch wenn ein kleines Stückchen fehlt?
Egal.
Allenfalls Weicheisen. Anderes Zeug hat zuviel Hysterese.
Konservendosenblech soll angeblich gehen, kommt in alten
östlichen Selbstbaubeschrieben manchmal vor.
--
mfg Rolf Bombach
das hat sofort zur Verwirrung geführt. Das liegt allerdings
daran, dass der Begriff Ferrit mehrfach verwendet wird:
1) alpha-Eisen, eine Modifikation von metallischem Eisen
2) Eisen(III)-oxid haltige Mischoxide mit Spinellstuktur
3) Farbpigment
Aus 1) in feinstgepulverter Form und in Mischung mit
Glaskeramik fertigt man Eisenpulverkerne, aus 2) fertigt man
die Ferritkerne, mit 3) arbeiten Kunstmaler
Gruß Dieter
Das habe ich mit Freude gelesen.
Von wem hast Du die Informationen:
1. [ ] Vogt
2. [ ] Engels
3. [ ] Masolle
(Alle zusammen waren: TriErgon)
--
Georg O.F. Richter
alias Hourdi
hourdi_@_t-online.de
Grüße
Markus Greim
P.S. Mein Großvater und der alte Vogt kannten sich wohl
noch aus Kindertagen...
>Georg Richter wrote:
>
>>Das habe ich mit Freude gelesen.
>>Von wem hast Du die Informationen:
>>1. [ ] Vogt
>>2. [ ] Engels
>>3. [ ] Masolle
>>(Alle zusammen waren: TriErgon)
>>
>Was hat denn ein Ferritkern mit dem Tonfilm zu tun ??
>
Ist ganz einfach:
Alle 3 gemeinsam haben den Tonfilm in Berlin entwickelt und danach das
Patent in die USA verkauft.
Dr. Hans Vogt hat sich danach mit Eisenpulverkernen beschäftigt und die
heute noch bestehende Vogt electronic AG miot Sitz in Erlau bei Passau
gegründet. Der Standort ist - so nebenbei - eine Folge des 2.
Weltkrieges, da die Nazis die Technologie als Rüstungsgut ansahen und
deshalb Vogt zu einer Verlagerung von Berlin an einen strategisch
günstigen Ort zwangen.
Christoph
Mit was werden die wohl in der Produktion geklebt?
Da ists halt ein Zweikomponentenkleber, der aber auch ziemlich schnell
fest wird
Christoph
Lebt leider nicht mehr: Jahrgang 1891..
Grüße
Markus
MfG JRD
Jo, aber die "Ferrite" sind wohl eher gesinterte Keramiken, bei
den Eisenpulverkernen wird IMHO auch das Pulver zusammengepresst. wobei
Oxidschicht und ein Füllstoff die Partikel isolieren. Einschmelzen
hört sich ziemlich teuer an und die Partikel könnten vieleicht
zusammenclustern.
Du kannst allerdings auch eine spezielle Metallfolie aufnudeln,
wie es Vacuumschmelze praktiziert. TDK hat auch sowas ähnliches schonmal
gemacht. Das sah aus wie ein Metallband aus dem Kasendreher,
also natürlich gleich mal ausprobiert! Hat natürlich nicht
recht funzen wollen, weil der Eisenanteil einfach zu gering war um auf
Induktivität zu kommen - aber Versuch macht kluch...........
mit freundlichen Gruessen
best regards
Joerg Niggemeyer
--
Email: Joerg.Ni...@nuconverter.de WEB: http://www.nuconverter.de
Telefon: +49 4181 290913
> >
> Mit was werden die wohl in der Produktion geklebt?
> Da ists halt ein Zweikomponentenkleber, der aber auch ziemlich schnell
> fest wird
>
Sekundenkleber und auch andere Zweikomponentenkleber haben den
Nachteil, dass es zu einem ungewollten Luftspalt kommt.
Je nach verschiedenen Anpressdruck durch Klammern bekommst Du
keine vernünftigen Toleranzen hin im Vergleich zu ungeklebten,
durch Klammern zusammengesezten Ferritkernen ohne Spalt.
Deswegen nimmt man für das Verkleben einen Metallkleber wie
z.B. Loctite 648 (eher eine Flüssigkeit) .
Dieser Kleber ätzt die Oberflächen an, weswegen
der Klebvorgang recht lange dauert, aber die Induktivität wird
nicht verändert!
Falls Spalt vorhanden, fällt der zusätzliche Spalt natürlich weniger auf,
allerdings sollte der Kleber schon Temperatur beständig sein ;-)
Eigentlich koennte man ja auch mal Magnetband-Spulen versuchen...
Kai
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Kai H. Schmidt k.schmidt*tu-clausthal.de * = @ !
Ceterum censeo Microsoftem delendam esse.
>In article <01c25d7e$8e5087e0$0100007f@amdk6-300>, MaWin
><URL:mailto:ma...@gmx.net> wrote:
>
>>Matthias <matthi...@gmx.net> schrieb im Beitrag <6f027464.0209160317.7800224f@posti
>>ng.google.com>...
>>
>>>Mich würde nun interessieren, ob man stattdessen als Kern auch dicken
>>>Stahldraht oder eine Schraube nehmen könnte - und inwiefern das die
>>>Eigenschaften einer Spule beeinflusst.
>>>
>Induktive Heizelemente??
>
>>Massives Eisen ist nur fuer allerniedrigste Frequenzen geeignet
>>(Relaisspule, Magnetkran, ein/aus nur gelegentlich).
>>Sobald leicht erhoehte Schaltfrequenzen voliegen (50Hz Trafo)
>>braucht man schon isolierte duenne Bleche,
>>gehen die Frequenzen noch hoeher (Ultraschall bis Hochfrequenz)
>>braucht man Eisenstaub (in Glas isoliert eingeschmolzen aka Ferrit).
>>
>
>Jo, aber die "Ferrite" sind wohl eher gesinterte Keramiken, bei
>den Eisenpulverkernen wird IMHO auch das Pulver zusammengepresst. wobei
>Oxidschicht und ein Füllstoff die Partikel isolieren. Einschmelzen
>hört sich ziemlich teuer an und die Partikel könnten vieleicht
>zusammenclustern.
>
Wenn einer mehr über die Werkstoffe für die Kerne wissen will, kann sich
bei Vogt electronic unter Produkte im Katalog Werkstoffe über das ganze
informieren.
>
>Du kannst allerdings auch eine spezielle Metallfolie aufnudeln,
>wie es Vacuumschmelze praktiziert. TDK hat auch sowas ähnliches schonmal
>gemacht. Das sah aus wie ein Metallband aus dem Kasendreher,
>also natürlich gleich mal ausprobiert! Hat natürlich nicht
>recht funzen wollen, weil der Eisenanteil einfach zu gering war um auf
>Induktivität zu kommen - aber Versuch macht kluch...........
>
Diese Metalfolie ist amorphes Metall (ein Stück liegt noch bei mir rum
von einer Fortbildung während meines Praktikums). Produziert wird
dieses, in dem die Schmelze über eine schnell rotierende, gekühlte
Scheibe gegossen wird. Dies bewirkt zum einen eine dünne Folie, zum
anderen kann sich aufgrund der schnellen Abkühlung keine Gitterstruktur
im Metall ausbilden. Kerne aus amorphen Metall werden nach dem Wickeln
getempert. Sie haben eine sehr hohe Permeabilität. Solche Kerne findet
man unter anderem in Sicherungsautomaten.
Christoph
Diese Metallstreifen gibt es auch zu Matten gewebt, Breite
(geschätzt) 20cm. Diese Matten sind sehr flexibel und eignen
sich als Mümetall-Ersatz in vielen Fällen. Scheint auch
hochvakuumgeeignet, hatte sie allerdings nur bis ca 1e-6mbar
im Einsatz. Wider erwarten lässt sich dieses glasartige Metall
ohne Probleme weichlöten.
--
mfg Rolf Bombach