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Op-Amp-Problem

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Jörg Barres

unread,
Jan 15, 2023, 11:10:19 AM1/15/23
to
Hallo Leute,

leider verstehe ich mal wieder was bei meinen HiFi-Basteleien nicht.

Es geht um eine Revox B77, da ist auf der Monitor-Amp-Platine eine
Schaltung mit einem Doppel-Op-Amp (IC3 RC4559) für die Peak-LEDs drauf.

Verbaut ist aber 4558, laut Datenblatt sind die beiden aber ziemlich
identisch, sollte bei der Peak-LED also nichts ausmachen.

Schaltplan ist hier: https://www.traicon.net/ma260.pdf

Links peakt die LED bei +6dB schön vor sich hin, rechts bleibt's dunkel.
Die beiden VU-Meter funktionieren aber beide prächtig.

Eingang auf -20dB (77,5mV), Austeuerung auf 0dB (Rec voll aufgedreht),
1kHz Sinus an R und L

Meine Messungen ergeben (+6dB):

Pin 1: kein Signal
Pin 7: schönes Rechteck mit 1kHz, 14Vss

Pin 2 und 6: Gleichspannungsmessung ergibt 10,5V
Oszi zeigt sauberen Sinus, 1kHz, ca. 3.6Vss bei 0dB
und etwa 5.6Vss bei +6dB,

Pin 3 und 5: Gleichspannungsmessung ergibt 7,6V
Pin 3: kein Signal
Pin 5: schönes Rechteck mit 1kHz, von -0.8V bis 2.0V

Hah - Easy - OP-Amp kaputt.
War aber wohl nicht. Hab einen neuen 4558 reingesteckt, gleiches Fehlerbild.

Die Verbindungen zur LED ab R5 bzw. R7 sind in Ordnung, liegen nicht auf
Masse, die LED funktionieren auch.

Die Widerstände sind geprüft, die Leiterbahnen auch, die IC-Lötstellen
sind nachgelötet, alle Verbindungen piepsen brav mit meinem
Durchgangsprüfer :-)

Jetzt meine Fragen an euch.

1. Da kann doch eigentlich nur der IC defekt sein, aber wieso tut's mit
dem neuen dann nicht?
2. Kann der neue auch defekt sein?
3. Wie kann ich einen OP-Amp am Einfachsten prüfen?

Ich hab ein Oszi mit Komponententester, aber das wird ja hier kaum helfen.
Ich habe aber auch ein Netzgerät (0V-30V) und einen Funktionsgenerator.
Und so ein Steckbrettchen, Widerstände etc. habe ich auch.
Und so ein geniales "ich teste fast alles mit 2-3 Beinchen und sag dir,
was es ist Kästchen". Aber das wird hier wohl auch kaum helfen.

Im Netz finde ich nicht so wirklich was brauchbares, wie ich den testen
kann, deshalb frage ich mal euch.

Danke für Tips und Vorschläge
und einen schönen Abend,

Jörg

Leo Baumann

unread,
Jan 15, 2023, 11:51:09 AM1/15/23
to
R34 def. oder Lötstellen?


Bernd Mayer

unread,
Jan 15, 2023, 12:11:22 PM1/15/23
to
Am 15.01.23 um 17:10 schrieb Jörg Barres:
>
> Jetzt meine Fragen an euch.
>
> 1. Da kann doch eigentlich nur der IC defekt sein, aber wieso tut's mit
> dem neuen dann nicht?
> 2. Kann der neue auch defekt sein?
> 3. Wie kann ich einen OP-Amp am Einfachsten prüfen?
>
Hallo,

in der Schaltung würde ich nach einem ersten schnellen Blick darauf auch
mal die Dioden überprüfen D1 bis D4 sowie die Elkos und die beiden
Transistoren Q8 und Q10.

Einen neuen Opamp kann man am einfachsten auf dem Steckbrett überprüfen
indem man eine kleine Verstärkerschaltung aufbaut. Man überprüft dann
vorsichtig mit Funktionsgenerator und Oszilloskop ob der Opamp sauber
verstärkt und misst auch die Offsetgleichspannung am Ausgang.

Siehe Opamp Grundschaltungen o.Ä. in einer Suchmaschine oder eine
Schaltung aus einem Datenblatt.
https://www.ti.com/lit/an/snla140d/snla140d.pdf
https://www.tij.co.jp/jp/lit/an/sboa092b/sboa092b.pdf

Hier eignet sich gut die Schaltung auf Seite 9, falls Du nur eine
unipolare Versorgungsspannung hast:

https://www.mouser.com/pdfDocs/analogengineer%E2%80%99scircuitcookbookopamps.pdf

Der 4559 ist breitbandiger als der 4558.
Der 4558 sollte aber grundsätzlich auch funktionieren.


Bernd Mayer

Marte Schwarz

unread,
Jan 16, 2023, 8:20:02 AM1/16/23
to
Hi Jörg,
> Pin 1: kein Signal
was ist "kein Signal"? Sonst gibst Du uns doch auch Hinweise auf Gleich-
und Wechselanteil.
> Pin 7: schönes Rechteck mit 1kHz, 14Vss

So etwas ist ja auch zu erwarten.
> Pin 2 und 6: Gleichspannungsmessung ergibt 10,5V
> Oszi zeigt sauberen Sinus, 1kHz, ca. 3.6Vss bei 0dB
> und etwa 5.6Vss bei +6dB,
>
> Pin 3 und 5: Gleichspannungsmessung ergibt 7,6V
> Pin 3: kein Signal
> Pin 5: schönes Rechteck mit 1kHz, von -0.8V bis 2.0V

woher sollten negative Spannungen kommen? Da ist an Deiner Messung oder
Deiner Beschreibung was faul.

R34 wäre mein erster Verdächtiger gewesen. Da Du aber
gleichspannungsmäßig von 3 und 5 als identische Gleichspannung
schreibst, wird es wohl am Pfad über R20 hängen.

> Die Widerstände sind geprüft, die Leiterbahnen auch, die IC-Lötstellen
> sind nachgelötet, alle Verbindungen piepsen brav mit meinem
> Durchgangsprüfer :-)

> 1. Da kann doch eigentlich nur der IC defekt sein, aber wieso tut's mit
> dem neuen dann nicht?
> 2. Kann der neue auch defekt sein?

Kann natürlich immer uns alles sein, aber ich sehe das als eher
unwahrscheinlich.

> 3. Wie kann ich einen OP-Amp am Einfachsten prüfen?

Auf einem Brotbrett ;-)

> Ich habe aber auch ein Netzgerät (0V-30V) und einen Funktionsgenerator.
> Und so ein Steckbrettchen, Widerstände etc. habe ich auch.

Dann bau zwei Impedanzwandler auf (1 auf 2 und 6 auf 7 brücken),
versorge die nichtinvertierenden Eingänge mit Deinem Signalgenerator und
messe, was an den Ausgängen passiert.

Marte

Andreas Graebe

unread,
Jan 16, 2023, 2:05:58 PM1/16/23
to
Am Sun, 15 Jan 2023 17:10:15 +0100 schrieb Jörg Barres:

> Hallo Leute,
>
>
> 1. Da kann doch eigentlich nur der IC defekt sein, aber wieso tut's mit
> dem neuen dann nicht?

Manchmal kann es auch was triviales sein, wie ein Kurzschluß Pin 1 gegen
Masse.

Andreas Graebe

unread,
Jan 16, 2023, 3:54:16 PM1/16/23
to
Ich mach mal die Ingrid: nach Betrachtung des Layouts vermute ich eine
Zinnbrücke zwischen dem linken Anschluss von R20 zur Drahtbrücke daneben.
Einfach mal mit einer guten Lupe nachsehen.

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 5:31:31 AM1/17/23
to
Am 15.01.23 um 17:51 schrieb Leo Baumann:
>
> R34 def. oder Lötstellen?
>

R34 ist bei meinem alten Modell noch ein 150k Widerstand, kein Trimmer.
R30 und R34 sind ok, identisch mit denen für den linken Kanal.

Jörg



Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 5:41:34 AM1/17/23
to
Am 15.01.23 um 18:11 schrieb Bernd Mayer:
> Hallo,
>
> in der Schaltung würde ich nach einem ersten schnellen Blick darauf auch
> mal die Dioden überprüfen D1 bis D4 sowie die Elkos und die beiden
> Transistoren Q8 und Q10.

Die beiden VU-Meter funktionieren ja bestens, und an Pin 2 und 6 liegen
ja auch identische Signale an. Von daher sollten die Q8 und Q10 ja
funktionieren.

Könnte aber natürlich sein, dass der OP-Amp schaltet und dabei den armen
Q10 überfordert, der ist ja auch schon 40 Jahre alt :-)

Ich prüf die mal durch, mal schauen.
Immer noch besser, als zum vierten Mal die Platine auf Haarrisse zu
prüfen :-)

Die Elkos sind bereits alle getauscht, und außer C16 spielt da ja auch
keiner eine Rolle.

Die Dioden sind ein guter Tip, danke, die könnten ja theoretisch auch
irgendwie das Signal runterziehen, aber die Dioden sind laut
Komponententester im Oszi ok, alle vier haben identische schöne "ich bin
eine Diode"-Bildle.

>
> Einen neuen Opamp kann man am einfachsten auf dem Steckbrett überprüfen
> indem man eine kleine Verstärkerschaltung aufbaut. Man überprüft dann
> vorsichtig mit Funktionsgenerator und Oszilloskop ob der Opamp sauber
> verstärkt und misst auch die Offsetgleichspannung am Ausgang.
>
> Siehe Opamp Grundschaltungen o.Ä. in einer Suchmaschine oder eine
> Schaltung aus einem Datenblatt.
> https://www.ti.com/lit/an/snla140d/snla140d.pdf
> https://www.tij.co.jp/jp/lit/an/sboa092b/sboa092b.pdf
>
> Hier eignet sich gut die Schaltung auf Seite 9, falls Du nur eine
> unipolare Versorgungsspannung hast:
>
> https://www.mouser.com/pdfDocs/analogengineer%E2%80%99scircuitcookbookopamps.pdf

Danke für die Links, etwas Theorie schadet mir sicher nicht :-)))

>
> Der 4559 ist breitbandiger als der 4558.
> Der 4558 sollte aber grundsätzlich auch funktionieren.
>

Revox hat schon früh vom 58er auf den 59er umgeschwenkt, oder wars
andersrum? Im Serviceheft steht's mal so, mal so.

Und dürfte ja auch keinerlei Auswirkungen auf den Sound haben, steuert a
nur die beiden Peak-LEDs an.

Jörg

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 5:46:17 AM1/17/23
to
Am 16.01.23 um 14:20 schrieb Marte Schwarz:
>
> woher sollten negative Spannungen kommen? Da ist an Deiner Messung oder
> Deiner Beschreibung was faul.
>

Uh, grmpf, da habe ich Depp die Nulllinie am Oszi nicht auf Null geschoben.

> R34 wäre mein erster Verdächtiger gewesen. Da Du aber
> gleichspannungsmäßig von 3 und 5 als identische Gleichspannung
> schreibst, wird es wohl am Pfad über R20 hängen.
>

R34 ist bei ein 150k Widerstand, siehe Antwort an Leo.

>> 1. Da kann doch eigentlich nur der IC defekt sein, aber wieso tut's
>> mit dem neuen dann nicht?
>> 2. Kann der neue auch defekt sein?
>
> Kann natürlich immer uns alles sein, aber ich sehe das als eher
> unwahrscheinlich.
>

Sehe ich ja auch so, zumal ein Tausch ja nichts geändert hat.

>> 3. Wie kann ich einen OP-Amp am Einfachsten prüfen?
>
> Auf einem Brotbrett ;-)
>

OK, hab ich verdient :-)

>> Ich habe aber auch ein Netzgerät (0V-30V) und einen
>> Funktionsgenerator. Und so ein Steckbrettchen, Widerstände etc. habe
>> ich auch.
>
> Dann bau zwei Impedanzwandler auf (1 auf 2 und 6 auf 7 brücken),
> versorge die nichtinvertierenden Eingänge mit Deinem Signalgenerator und
> messe, was an den Ausgängen passiert.
>

Danke, genau das hab ich gebraucht.
Aufgebaut, getestet, der neue und der alte zeigen exakt das zu
erwartende Verhalten.
1kHz Sinus rein, Ausgang Rechteck von 2V bis 12V

Scheint also ok zu sein. Mist. Weitersuchen.

Jörg

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 5:47:54 AM1/17/23
to
Am 16.01.23 um 20:05 schrieb Andreas Graebe:
Mittlerweile habe ich alle Verbindungen vom IC an alle anliegenden
Bauteile durchgepiepst, jeweils immer direkt am Bauteil.
Und die Platine (mehrfach) gesäubert und mit Lupe untersucht.

alles sauber.

Mist.

Jörg

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 5:52:37 AM1/17/23
to
Am 16.01.23 um 21:54 schrieb Andreas Graebe:
Neh, das war nichts.
Ich hab die Platine mittlerweile echt gründlich mit Lupe und
Durchgangspiepser untersucht, die hat nichts.

Mist Mist Mist.

Bleiben noch die Transistoren als letzte Hoffnung. Glaub ich aber nicht
so wirklich.

Schönen Nachmittag und vielen Dank für die Tipps,

Jörg

PS: Wer noch eine Idee hat, immer her damit :-)

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 7:24:45 AM1/17/23
to
Hallo,

ich hab noch etwas rumgemessen, vielleicht hilfts.

Eingang wieder -20dB 1kHz, Rec-Regler voll auf ergeben 0dB am VU-Meter

Linker Kanal (funktioniert):
Pin 5: 7,5V DC, bei Peak Rechteck von 7,5V - 11V DC
Pin 6: 10,5V DC, bei Peak 11,5V DC
Pin 7: 6,8V DC, bei Peak Rechteck von 6,8V bis 10,4V

Rechter Kanal (defekt):
Pin 3: 7,5V DC, bei Peak auch 7,5V DC
Pin 2: 10,5V DC, bei Peak 11,5V DC (identisch zu Pin 6)
Pin 1: 1,5V DC, bei Peak 0V DC

Gucke ich beide Kanäle an Pin 3 und 5 an, hat der defekte Kanal immer
einen Spike, wenn der heile Kanal sein Rechteck macht.
Spike nach oben bei Rechteck steigende Flanke, Spike nach unten bei
fallender Flanke, Grundspannung 7,5V DC.

Da der IC-Test ja auch positiv war, schätze ich, der IC versucht zu
schalten, aber irgendetwas zieht in ganz schnell auf Masse runter.

Die Verbindung zu den LEDs ist aber absolut in Ordnung, grmpf.

Ich mach mal Pause :-)

Jörg

Gregor Szaktilla

unread,
Jan 17, 2023, 7:34:34 AM1/17/23
to
Am 17.01.23 um 13:24 schrieb Jörg Barres:
> Ich mach mal Pause :-)

Super Idee - ernsthaft. Leibniz (der Physiker) hatte seine besten
Einfälle wohl, wenn er in der Natur unterwegs war.

Gruß

Gregor

--
Sehrsehr! Vielviel!

Jaja.

Wolfgang

unread,
Jan 17, 2023, 8:05:06 AM1/17/23
to
Am 17.01.2023 um 11:52 schrieb Jörg Barres:
> Am 16.01.23 um 21:54 schrieb Andreas Graebe:
>> Am Mon, 16 Jan 2023 19:05:56 -0000 (UTC) schrieb Andreas Graebe:
>>
>>> Am Sun, 15 Jan 2023 17:10:15 +0100 schrieb Jörg Barres:
>>>
>>>> Hallo Leute,
>>>>
>>>>
>>>> 1. Da kann doch eigentlich nur der IC defekt sein, aber wieso tut's mit
>>>> dem neuen dann nicht?
>>>
>>> Manchmal kann es auch was triviales sein, wie ein Kurzschluß Pin 1 gegen
>>> Masse.
>>
>> Ich mach mal die Ingrid: nach Betrachtung des Layouts vermute ich eine
>> Zinnbrücke zwischen dem linken Anschluss von R20 zur Drahtbrücke daneben.
>> Einfach mal mit einer guten Lupe nachsehen.
>
> Neh, das war nichts.
> Ich hab die Platine mittlerweile echt gründlich mit Lupe und
> Durchgangspiepser untersucht, die hat nichts.
>
..........

Manchmal sieht man auch mit Lupe nichts. Ich hatte grad ein fieses
Problem mit meinem Scope. Natürlich weltweit keine Unterlagen verfügbar.
Aber gottseidank haben die Dinger ja auch meist zwei identische Kanäle,
so daß man einigermaßen vergleichen kann ;-/
Am Ende war es ein R 2k2, SMD 0806 mit Haarriss -> Unterbrechung.
Optisch nicht sichtbar.

Marte Schwarz

unread,
Jan 17, 2023, 8:31:52 AM1/17/23
to
Hi Jörg,
> Bleiben noch die Transistoren als letzte Hoffnung. Glaub ich aber nicht
> so wirklich.

Ne, die sind unschuldig, weil das Signal dahinter ja noch OK ist.

> PS: Wer noch eine Idee hat, immer her damit :-)

Die LED selbst hast Du auch schon getestet, samt Leitung und Vorwiderstand?

Marte

Thomas Prufer

unread,
Jan 17, 2023, 8:34:08 AM1/17/23
to
On Tue, 17 Jan 2023 11:52:34 +0100, Jörg Barres <ne...@traicon.net> wrote:

>PS: Wer noch eine Idee hat, immer her damit :-)

Mit Kältespray mal rumsuchen? Nur falls da ein Haarriss, Lötstelle mau, oder
sonstwas mechanisches ist...?

Thomas Prufer

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 8:42:22 AM1/17/23
to
Am 17.01.23 um 14:34 schrieb Thomas Prufer:
Wie funktioniert das?Hab ich noch nie gemacht. Sprüh ich das auf die
Lötseite bis es knirscht und dann schnell einschalten oder sehe ich
damit Risse besser?

Jörg

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 8:43:09 AM1/17/23
to
Am 17.01.23 um 14:31 schrieb Marte Schwarz:
Ja, die LED funktioniert, die Leitung dahin ist auch sauber.

Jörg

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 8:58:25 AM1/17/23
to
Am 17.01.23 um 13:34 schrieb Gregor Szaktilla:
> Am 17.01.23 um 13:24 schrieb Jörg Barres:
>> Ich mach mal Pause :-)
>
> Super Idee - ernsthaft. Leibniz (der Physiker) hatte seine besten
> Einfälle wohl, wenn er in der Natur unterwegs war.
>

Einen Cappuccino und Spiegel Schlagzeilen lesen später ...

Also, habe geprüft:
Q10, aber der ist wie erwartet ja ok. Ist ein BC238B.

Funktionsfähige Karte aus meiner zweiten B77 ausgebaut, beide LEDs
peaken wunderbar rum. Es *muss* also an der Karte liegen.

Einschub:
Der letzte gemeine Fehler war der abgerissene Kontaktdraht einer
verstellbaren Spule, die in einem Plastikgehäuse sitzt. War natürlich
nichts zu sehen, selbst ausgebaut nicht. Erst beim Gehäuse runter dann.

Und weiter:
Ziehe ich den Stecker für VU-Meter und Peak-LEDs ab, liegt auf beiden
Kanälen nur die Basisspannung von 7,5V DC an Pin 1 bzw. 7 an.

Frage. Warum denn das? Wenn R5/R7 nicht zur LED weiterläuft, sollte doch
der Rechteck trotzdem erscheinen?

Nuja, also die Steckkontakte nochmals gut gereinigt, die Buchsen
geprüft, falls der Pin 6 keinen Kontakt hätte, würde das eine Erklärung
sein.
Hat aber nichts geholfen.

Ich suche ja eigentlich ganz gerne Fehler, aber nur, wenn ich sie auch
finden kann. Grumpf.

Hat noch jemand eine Idee?

Jörg



Heinz Schmitz

unread,
Jan 17, 2023, 8:58:33 AM1/17/23
to
Das Material zieht sich bei Kälte zusammen, wodurch ein Fehler größer
werden könnte.

https://www.vergleich.org/kaeltespray/

Aber Vorsicht, manche sind "zur Fehler- und Funktionsprüfung"
nicht geeignet.

Grüße,
H.



Marte Schwarz

unread,
Jan 17, 2023, 9:07:15 AM1/17/23
to
Hi Jörg,
> Eingang wieder -20dB 1kHz, Rec-Regler voll auf ergeben 0dB am VU-Meter
>
> Linker Kanal (funktioniert):
> Pin 5: 7,5V DC, bei Peak Rechteck von 7,5V - 11V DC
> Pin 6: 10,5V DC, bei Peak 11,5V DC
> Pin 7: 6,8V DC, bei Peak Rechteck von 6,8V bis 10,4V
>
> Rechter Kanal (defekt):
> Pin 3: 7,5V DC, bei Peak auch 7,5V DC
> Pin 2: 10,5V DC, bei Peak 11,5V DC (identisch zu Pin 6)
> Pin 1: 1,5V DC, bei Peak 0V DC
>
> Gucke ich beide Kanäle an Pin 3 und 5 an, hat der defekte Kanal immer
> einen Spike, wenn der heile Kanal sein Rechteck macht.
> Spike nach oben bei Rechteck steigende Flanke, Spike nach unten bei
> fallender Flanke, Grundspannung 7,5V DC.

Mach mal 'ne Runde Bilder. Deine Beschreibungen sind irgendwie nicht so
hilfreich, wie sie sein müssten.

Marte

Marte Schwarz

unread,
Jan 17, 2023, 9:10:12 AM1/17/23
to
Hi Jörg,

>> Dann bau zwei Impedanzwandler auf (1 auf 2 und 6 auf 7 brücken),
>> versorge die nichtinvertierenden Eingänge mit Deinem Signalgenerator
>> und messe, was an den Ausgängen passiert.

> Aufgebaut, getestet, der neue und der alte zeigen exakt das zu
> erwartende Verhalten.
> 1kHz Sinus rein, Ausgang Rechteck von 2V bis 12V

Erwartet hätte ich jetzt das gleiche Sinus am Ausgang, aber gut ;-)

> Scheint also ok zu sein. Mist. Weitersuchen.

Was auch immer Du aufgebaut und gemessen hattest, ich tippe nicht
darauf, dass die OPs defekt sind.

Marte

Jörg Barres

unread,
Jan 17, 2023, 11:37:24 AM1/17/23
to
Am 17.01.23 um 15:07 schrieb Marte Schwarz:
Pin 1 (blau) und Pin 7 (rot) bei 0dB, ca 1.5V DC
https://traicon.net/oszi-1.gif

Pin 1 (blau) und Pin 7 (rot) bei +6dB, ca 1.5V DC, Rechteck bei Pin 7
https://traicon.net/oszi-2.gif

Pin 2 (blau) und Pin 6 (rot) bei 0dB, ca 11V DC, aufmoduliertes 1kHz-Signal
https://traicon.net/oszi-3.gif

Pin 2 (blau) und Pin 6 (rot) bei +6dB, ca 12V DC, aufmoduliertes 1kHz-Signal
https://traicon.net/oszi-4.gif

Pin 3 (blau) und Pin 5 (rot) bei 0dB, ca. 7.5V DC
https://traicon.net/oszi-5.gif

Pin 3 (blau) und Pin 5 (rot) bei 0dB, ca. 7.5V DC, Rechteck bei Pin 5
bis 12V
https://traicon.net/oszi-6.gif

Schönen Abend,

Jörg

Bernd Mayer

unread,
Jan 17, 2023, 2:45:21 PM1/17/23
to
Am 17.01.23 um 11:41 schrieb Jörg Barres:
> Am 15.01.23 um 18:11 schrieb Bernd Mayer:
>>
>> in der Schaltung würde ich nach einem ersten schnellen Blick darauf
>> auch mal die Dioden überprüfen D1 bis D4 sowie die Elkos und die
>> beiden Transistoren Q8 und Q10.
>
> Die beiden VU-Meter funktionieren ja bestens, und an Pin 2 und 6 liegen
> ja auch identische Signale an. Von daher sollten die Q8 und Q10 ja
> funktionieren.
>
> Könnte aber natürlich sein, dass der OP-Amp schaltet und dabei den armen
> Q10 überfordert, der ist ja auch schon 40 Jahre alt :-)
>
> Ich prüf die mal durch, mal schauen.
> Immer noch besser, als zum vierten Mal die Platine auf Haarrisse zu
> prüfen :-)
>
> Die Elkos sind bereits alle getauscht, und außer C16 spielt da ja auch
> keiner eine Rolle.
>
> Die Dioden sind ein guter Tip, danke, die könnten ja theoretisch auch
> irgendwie das Signal runterziehen, aber die Dioden sind laut
> Komponententester im Oszi ok, alle vier haben identische schöne "ich bin
> eine Diode"-Bildle.
>
>>
>> Einen neuen Opamp kann man am einfachsten auf dem Steckbrett
>> überprüfen indem man eine kleine Verstärkerschaltung aufbaut. Man
>> überprüft dann vorsichtig mit Funktionsgenerator und Oszilloskop ob
>> der Opamp sauber verstärkt und misst auch die Offsetgleichspannung am
>> Ausgang.
>>
>> Siehe Opamp Grundschaltungen o.Ä. in einer Suchmaschine oder eine
>> Schaltung aus einem Datenblatt.
>>
> Danke für die Links, etwas Theorie schadet mir sicher nicht :-)))
>
Hallo,

ich wollte Dir eigentlich etwas Einfaches raus suchen zu Opamps.

Da gibt es gute Zuammenfassungen auf wenigen Seiten.

Ich war aber etwas in Eile und konnte auf die Schnelle diese PDFs nicht
finden.

Ich war hinterher etwas unzufrieden mit meinem posting, daß ich Dir
solch umfangreiche PDFs als links rausgesucht hatte.

Da Du offenbar nur ein unipolares Netzteil hast, benötigst Du für den
Test des Opamps eine "virtuelle Masse".
Die besteht am Einfachsten aus zwei Widerständen (etwa ab 2,2 kOhm
aufwärts) als Spannungsteiler der Versorgungsspannung (max 30 V) und
über einem der Widerstände ist noch ein Kondensator parallel geschalten
zur Stabilisierung und für Wechselspannnungen. Der Mittelpunkt ist dann
die "virtuelle Masse" für die Beschaltung des Opamps.

Ein invertierender Verstärker hat zum Test den Vorteil, daß vor die
empfindlichen Eingänge des Opamp ein Widerstand angeschlossen ist der
dadurch eine Schutzfunktion hat. Die Eingänge gehen ja direkt auf die
Basis der Eingangstransistoren. Da würde ich keinen externen
Funktionsgenerator direkt anschließen.

Außerdem kommt dann bei einem Sinus am Eingang auch wieder ein Sinus am
Ausgang raus (bei vernünftigem Pegel und Frequenz). Und man kann auch
gegen den virtuellen Massepunkt die Offsetspannung kontrollieren.


Bernd Mayer

Gerald Eіscher

unread,
Jan 17, 2023, 3:53:26 PM1/17/23
to
Am 17.01.23 um 11:46 schrieb Jörg Barres:
>>
>> Dann bau zwei Impedanzwandler auf (1 auf 2 und 6 auf 7 brücken),
>> versorge die nichtinvertierenden Eingänge mit Deinem Signalgenerator und
>> messe, was an den Ausgängen passiert.
>>
>
> Danke, genau das hab ich gebraucht.
> Aufgebaut, getestet, der neue und der alte zeigen exakt das zu
> erwartende Verhalten.
> 1kHz Sinus rein, Ausgang Rechteck von 2V bis 12V

Nein, zu erwarten wäre am Ausgang ein Sinus mit dem gleichen Pegel wie
am Eingang. Entweder war der Pegel deines 1 kHz Sinus viel zu groß und
du hast den OPV übersteuert oder deine Beschaltung war falsch.

> Scheint also ok zu sein.
Würde ich nicht unterschreiben.

Bevor du weiter machst, befasse dich bitte mit den Grundlagen eines
Operationsverstärkers, z.B.:
<https://www.mikrocontroller.net/articles/Operationsverst%C3%A4rker-Grundschaltungen>

In deiner Schaltung sind die beiden OPVs im IC3 als Komperator mit
Hysterese geschaltet. Für die Hysterese sind R20 und R40 zuständig.


--
Gerald

Thomas Prufer

unread,
Jan 18, 2023, 1:40:07 AM1/18/23
to
Ich hab mit Kältespray bei laufender Schaltung einzelne Bauteil angesprüht, und
dann den Fehler beobachtet. Damit werden die Lötanschlüsse mechanisch gestresst,
und das Bauteil, und daraus lässt sich manchmal ein Fehler eingrenzen.

Einen Haarriss siehste damit höchtens, wenn du den da ener Riß vermutest und
genau auf den Frost achtest, wie der entsteht und abtaut.

'"zur Fehler- und Funktionsprüfung" nicht geeignet' bezieht sich oft auf
"brennbar" oder nicht -- aufpassen!

Thomas Prufer

Marte Schwarz

unread,
Jan 18, 2023, 2:06:37 AM1/18/23
to
Hallo Bernd,

> Da Du offenbar nur ein unipolares Netzteil hast, benötigst Du für den
> Test des Opamps eine "virtuelle Masse".

Wozu das denn? Es reicht bei der Verwendung nicht allzugroßer
Verstärkung, wenn man der Quelle eine geeignete Gleichspoannung mit auf
den Weg gibt. Im ZWeifelsfall geht es auch ohne, dann tut sich mit der
neg. Spannung eben nichts, es sei denn, man hat FET-Eingänge mit
parasitären Elementen, wie beim TL0xy. Bei bipolaren OPs sehe ich da
wenig Stress aufkommen.

> Die besteht am Einfachsten aus zwei Widerständen (etwa ab 2,2 kOhm
> aufwärts) als Spannungsteiler der Versorgungsspannung (max 30 V) und
> über einem der Widerstände ist noch ein Kondensator parallel geschalten
> zur Stabilisierung und für Wechselspannnungen. Der Mittelpunkt ist dann
> die "virtuelle Masse" für die Beschaltung des Opamps.

Kann man schon machen. Bei einstelligen Kiloohm, kann man auf die
Kondensatoren auch leicht verzichten. Hier geht es ja nicht um
Rauschperformance oder so was. Hier reicht ein Tut oder tut nicht.

> Ein invertierender Verstärker hat zum Test den Vorteil, daß vor die
> empfindlichen Eingänge des Opamp ein Widerstand angeschlossen ist der
> dadurch eine Schutzfunktion hat.

Was hindert Dich, beim Impedanzwandler eben jenen Schutzwiderstand
anzuschließen?

> Die Eingänge gehen ja direkt auf die
> Basis der Eingangstransistoren. Da würde ich keinen externen
> Funktionsgenerator direkt anschließen.

Wenn Du da nicht gerade eine Spannung deutlich außerhalb der Versorgung
anlegst, passiert da sicher nichts. Die Ströme eines mittelprächtigen
Funktionsgenerators sind üblicherweise ohnehin auf wenige mA begrenzt.

> Außerdem kommt dann bei einem Sinus am Eingang auch wieder ein Sinus am
> Ausgang raus (bei vernünftigem Pegel und Frequenz).

Was beim Impedanzwandler auch so ist.

> Und man kann auch gegen den virtuellen Massepunkt die Offsetspannung kontrollieren.

Und was willst Du da kontrollieren, was Du mit einem Impedanzwandler
nicht auch sofort sehen würdest?

Marte

Marte Schwarz

unread,
Jan 18, 2023, 2:26:51 AM1/18/23
to
Hi Jörg,
> Pin 1 (blau) und Pin 7 (rot) bei 0dB, ca 1.5V DC
> https://traicon.net/oszi-1.gif
>
> Pin 1 (blau) und Pin 7 (rot) bei +6dB, ca 1.5V DC, Rechteck bei Pin 7
> https://traicon.net/oszi-2.gif
>
> Pin 2 (blau) und Pin 6 (rot) bei 0dB, ca 11V DC, aufmoduliertes 1kHz-Signal
> https://traicon.net/oszi-3.gif
>
> Pin 2 (blau) und Pin 6 (rot) bei +6dB, ca 12V DC, aufmoduliertes
> 1kHz-Signal
> https://traicon.net/oszi-4.gif
>
> Pin 3 (blau) und Pin 5 (rot) bei 0dB, ca. 7.5V DC
> https://traicon.net/oszi-5.gif
>
> Pin 3 (blau) und Pin 5 (rot) bei 0dB, ca. 7.5V DC, Rechteck bei Pin 5
> bis 12V
> https://traicon.net/oszi-6.gif

Sei so gut, und nehm mir mal folgende Bilder auf:

Gemeinsame Grundeinstellung: Bezugspotential ganz nach unten drehen. Den
negativen Bereich interessiert hier niemanden, also kann man das
Oszibild auch dahin stellen, dass die Nulllinie unten liegt, dann sieht
man mehr. Dann beide Kanäle auf 3V/dev. Als Testsignal würde ich auch
eher eine Dekade tiefer gehen, dann werden die Flanken klarer ;-)

1. Bild mit den Kanälen auf 2 und 3
2. Bild mit den Kanälen auf 5 und 6

Gruß
Marte

Volker Staben

unread,
Jan 18, 2023, 3:46:48 AM1/18/23
to
Am 18.01.23 um 08:26 schrieb Marte Schwarz:
> Sei so gut, und nehm mir mal folgende Bilder auf:
>
> Gemeinsame Grundeinstellung: Bezugspotential ganz nach unten drehen. Den
> negativen Bereich interessiert hier niemanden, also kann man das
> Oszibild auch dahin stellen, dass die Nulllinie unten liegt, dann sieht
> man mehr. Dann beide Kanäle auf 3V/dev. Als Testsignal würde ich auch
> eher eine Dekade tiefer gehen, dann werden die Flanken klarer ;-)
>
> 1. Bild mit den Kanälen auf 2 und 3
> 2. Bild mit den Kanälen auf 5 und 6

Ja. Coupling auf DC. Besser noch 4 Bilder: je 2 für 0dB und +6dB
Aussteuerung. Und vielleicht nur den Kanal mit dem Testsignal
beaufschlagen, der gemessen wird, den jeweils anderen Kanal in Ruhe lassen?

Gruß V.

Wolfgang

unread,
Jan 18, 2023, 5:42:47 AM1/18/23
to
So isses. Du mußt also das Verhältnis der beiden Eingangsspannungen an +
und - untersuchen und die Reaktion des Ausgangs darauf. Die Bauteile R5
und LED sollten dabei zunächst eigentlich keine Rolle spielen.

Bernd Mayer

unread,
Jan 18, 2023, 10:32:07 AM1/18/23
to
Am 18.01.23 um 08:06 schrieb Marte Schwarz:
> Hallo Bernd,
>
>> Da Du offenbar nur ein unipolares Netzteil hast, benötigst Du für den
>> Test des Opamps eine "virtuelle Masse".
>
> Wozu das denn? Es reicht bei der Verwendung nicht allzugroßer
> Verstärkung, wenn man der Quelle eine geeignete Gleichspoannung mit auf
> den Weg gibt. Im ZWeifelsfall geht es auch ohne, dann tut sich mit der
> neg. Spannung eben nichts, es sei denn, man hat FET-Eingänge mit
> parasitären Elementen, wie beim TL0xy. Bei bipolaren OPs sehe ich da
> wenig Stress aufkommen.
>
>> Die besteht am Einfachsten aus zwei Widerständen (etwa ab 2,2 kOhm
>> aufwärts) als Spannungsteiler der Versorgungsspannung (max 30 V) und
>> über einem der Widerstände ist noch ein Kondensator parallel
>> geschalten zur Stabilisierung und für Wechselspannnungen. Der
>> Mittelpunkt ist dann die "virtuelle Masse" für die Beschaltung des
>> Opamps.
>
> Kann man schon machen. Bei einstelligen Kiloohm, kann man auf die
> Kondensatoren auch leicht verzichten. Hier geht es ja nicht um
> Rauschperformance oder so was. Hier reicht ein Tut oder tut nicht.

Hallo Marte,

die Opamps RC4559/RC4585 sind keine Rail-to-Rail-Typen.
Die haben nur einen begrenzten Common-Mode-Arbeitsbereich, siehe das
Datenblatt.

Bei einem unipolaren Netzteil (ohne virtuelle Masse) schliesst man die
Masse des Funktionsgenerators sicherlich an 0 V an. Wenn man dann die
Signalspannung vorsichtig hochdreht dann bewegt man sich zunächst nicht
im linearen Arbeitsbereich des Opamp. Da kommt man erst hin wenn ca. 2 V
bis 3 V der Signalspannung überschritten werden. Der Opammp arbeitet
daher irregulär.

Dein Vorschlag den Opamp als Impedanzwandler zu beschalten hat zwar den
Vorteil, das man keine Widerstände benötigt zur Beschaltung auf dem
Steckbrett. Man muss aber weitere Nebenbedingungen beachten damit das
zuverlässig funktioniert.

Der Kondensator über dem Spannungsteiler hat nichts mit Rauschen zu tun
sondern damit, das die virtuelle Masse für Wechselspannung niederohmig ist.

Für mich selbst spielt das keine große Rolle ob ich auf einem Steckbrett
ein paar wenige Bauteile mehr aufbaue und damit ein zuverlässiges
Testergebnis bekomme. Ein Kondensator vor dem Eingang könnte auch noch
interessant sein.

Viele Wegen führen nach Rom


Bernd Mayer

Marte Schwarz

unread,
Jan 18, 2023, 12:08:54 PM1/18/23
to
Hi Bernd,

> die Opamps RC4559/RC4585 sind keine Rail-to-Rail-Typen.

Das ist mir schon klar.

> Bei einem unipolaren Netzteil (ohne virtuelle Masse) schliesst man die
> Masse des Funktionsgenerators sicherlich an 0 V an. Wenn man dann die
> Signalspannung vorsichtig hochdreht dann bewegt man sich zunächst nicht
> im linearen Arbeitsbereich des Opamp. Da kommt man erst hin wenn ca. 2 V
> bis 3 V der Signalspannung überschritten werden. Der Opammp arbeitet
> daher irregulär.

Der Signalgenerator von Jörg kann ganz locker ein DC-Offset auflegen.
Für einen einfache Test reicht das locker.

> Der Kondensator über dem Spannungsteiler hat nichts mit Rauschen zu tun
> sondern damit, das die virtuelle Masse für Wechselspannung niederohmig ist.

Mit welcher Wechselspannung wird der denn belastet? Ich sehe keine, die
da in Frage käme, wenn man das vernünftig macht. Man sollte natürlich
dann die Widerstände am OP (die ich nicht brauche) entsprechend
hochohmiger wählen. bei den von Dir vorgeschlagenen einstelligen kÖhmer
würde ich 2 Dekaden höher in den Widerständen um den OP gehen und gut
ists. Genau genommen würde ich nur Ausgang auf Invertierenden Eingang
brücken und alles andere gut sein lassen.

> Viele Wegen führen nach Rom

Eben, KISS ;-) Für den Aufbau brauch ich noch nicht einmal ein
Steckbrett, das geht mit Krokoklemmen ;-)

Marte

Bernd Mayer

unread,
Jan 18, 2023, 1:49:32 PM1/18/23
to
Am 18.01.23 um 18:08 schrieb Marte Schwarz:
[OpAmp-Test]

> Hi Bernd,
> Genau genommen würde ich nur Ausgang auf Invertierenden Eingang
> brücken und alles andere gut sein lassen.
>
>> Viele Wegen führen nach Rom
>
> Eben, KISS ;-) Für den Aufbau brauch ich noch nicht einmal ein
> Steckbrett, das geht mit Krokoklemmen ;-)
>
Hallo Marte,

ja - das ist ein gute Idee das mit ein paar feinen Abgreifklemmen zu machen.

Mir wäre das je nach Krokoklemme ein bisschen zu wackelig und bei dem
was man üblicherweise unter Krokoklemme versteht könnte man damit auch
den Opamp schrotten und würde sich bei der eh komplexen Fehlersuche
unnötige Arbeit machen.

https://www.ecosia.org/images?q=Krokoklemme

Da Frage ich mich, ob es lohnt bei der mehrtägigen Fehlersuche den
Aufbau auf einem Steckbrett und das Einstecken von ein paar wenigen
Widerständen einzusparen. Bei mir liegt das immer parat und die Bauteile
ebenso.


Bernd Mayer

Bernd Mayer

unread,
Jan 18, 2023, 3:54:59 PM1/18/23
to
Am 18.01.23 um 19:49 schrieb Bernd Mayer:
> Am 18.01.23 um 18:08 schrieb Marte Schwarz:
> [OpAmp-Test]
>
>> Hi Bernd,
>> Genau genommen würde ich nur Ausgang auf Invertierenden Eingang
>> brücken und alles andere gut sein lassen.
>>
>>> Viele Wegen führen nach Rom
>>
>> Eben, KISS ;-) Für den Aufbau brauch ich noch nicht einmal ein
>> Steckbrett, das geht mit Krokoklemmen ;-)

Hallo Marte,

noch was dazu:

In der konkreten Schaltung ist der Opamp als Komparator beschalten.
Zum Test in der Schaltung reicht es daher an Pin 5 oder 3, je nach
Kanal, einen Widerstand anzuschließen und diesen abwechselnd an 0V/Masse
oder an 21V/Versorgung zu legen. Damit verändert man die Schaltschwelle
des Komparators. Dabei benötigt man dann weder ein externes Netzteil,
keinen Funktionsgenerator und auch kein Messgerät. Als Anzeige für die
korrekte Funktion als Komparator dient dann die Leuchtdiode.

Für den Wert des Widerstandes wäre mein erster Vorschlag um die 47 kOhm,
man kann den auch in einem gewissen Bereich variieren.

Aufwand ausser den Kabeln: 1 Widerstand
;-)

Bernd Mayer

Wolfgang

unread,
Jan 19, 2023, 3:40:53 AM1/19/23
to
Oder noch einfacher:

Kurzschluß Pin2 -> 21V -> LED dunkel
Kurzschluß Pin2 -> 0V -> LED hell

Wenn das Poti seinen maximalen Wert hat, kippt die Hysterese zwischen
ca. 6,2V und 10,2V hin und her. Je kleiner der Poti-Wert, umso mehr
verschiebt sich dieser Bereich nach oben.

Diesen Bereich sollte also deine Amplitude an Pin2 überstreichen, damit
der Komparator schaltet.

Wenn das Poti weit nach 21V gedrht ist, geht garnichts mehr. du das
schon mal kontrolliert?

Bernd Mayer

unread,
Jan 19, 2023, 3:49:02 AM1/19/23
to
Am 19.01.23 um 08:48 schrieb Wolfgang:
[Opamp Test in Uher A77]

> Kurzschluß Pin2 -> 21V  -> LED dunkel
> Kurzschluß Pin2 -> 0V  -> LED hell
>
> Wenn das Poti seinen maximalen Wert hat, kippt die Hysterese zwischen
> ca. 6,2V und 10,2V hin und her. Je kleiner der Poti-Wert, umso mehr
> verschiebt sich dieser Bereich nach oben.
>
> Diesen Bereich sollte also deine Amplitude an Pin2 überstreichen, damit
> der Komparator schaltet.
>
> Wenn das Poti weit nach 21V gedrht ist, geht garnichts mehr. du das
> schon mal kontrolliert?
>

Hallo,

ja - am Opamp ist ja laut OP gar kein Poti sondern ein Festwiderstand!


Bernd Mayer

Wolfgang

unread,
Jan 19, 2023, 4:07:22 AM1/19/23
to
Stimmt, sorry, hatte ich übersehen.

Dann gilt:

Die Hysterese kippt zwischen ca. 6,8V und 10,8V hin und her.
Dabei ist der durch die LED-Last bedingte etwas reduzierte
Ausgangsspannungshub nicht berücksichtigt.

Diesen Bereich sollte also die Amplitude an Pin2 überstreichen, damit
der Komparator schaltet.

Bernd Mayer

unread,
Jan 19, 2023, 4:22:05 AM1/19/23
to
Am 19.01.23 um 10:08 schrieb Wolfgang:
> Am 19.01.2023 um 09:49 schrieb Bernd Mayer:
>> Am 19.01.23 um 08:48 schrieb Wolfgang:
>> [Opamp Test in Uher A77]
>>
> Die Hysterese kippt zwischen ca. 6,8V und 10,8V hin und her.
> Dabei ist der durch die LED-Last bedingte etwas reduzierte
> Ausgangsspannungshub nicht berücksichtigt.
>
> Diesen Bereich sollte also die Amplitude an Pin2 überstreichen, damit
> der Komparator schaltet.
>
Hallo,

danke für die Berechnung im Detail.


Bernd Mayer

Jörg Barres

unread,
Jan 19, 2023, 6:00:27 AM1/19/23
to
Am 18.01.23 um 08:26 schrieb Marte Schwarz:
>
> Sei so gut, und nehm mir mal folgende Bilder auf:
>
> Gemeinsame Grundeinstellung: Bezugspotential ganz nach unten drehen. Den
> negativen Bereich interessiert hier niemanden, also kann man das
> Oszibild auch dahin stellen, dass die Nulllinie unten liegt, dann sieht
> man mehr. Dann beide Kanäle auf 3V/dev. Als Testsignal würde ich auch
> eher eine Dekade tiefer gehen, dann werden die Flanken klarer ;-)

Hallo Marte,

jetzt mit 400Hz-Eingang, Nulllinie unten.

> 1. Bild mit den Kanälen auf 2 und 3
> 2. Bild mit den Kanälen auf 5 und 6

Pin 5+6, 0dB: https://traicon.net/oszi-7.gif
Pin 5+6,+6dB: https://traicon.net/oszi-8.gif

Pin 2+3, 0dB: https://traicon.net/oszi-9.gif
Pin 2+3,+6dB: https://traicon.net/oszi-10.gif

Hah, und jetzt kommts.
Trara

Ich habe nicht aufgepasst und auch einmal so eingestellt:
Pin 2+4,+24dB: https://traicon.net/oszi-11.gif

Der linke Kanal schaltet also bei +6dB brav durch, der rechte erst bei
+24dB.

Mal ehrlich, hätte einer von euch so eine Aussteuerung zum Testen
bewusst verwendet?

Danke Fortuna,
und Marte natürlich :-)

Ich schmeiß jetzt bei beiden Kanälen die vier Widerstände 30,34,37,38
raus und mach die Trimmer-Variante.
Haben die ja nicht ohne Grund bei späteren Modellen so gemacht.

Euch allen vielen Dank für die tolle Unterstützung,

optimistisch,
Jörg



Jörg Barres

unread,
Jan 19, 2023, 6:56:13 AM1/19/23
to
Hallo,

vielen Dank für eure Unterstützung.

Durch den Vorschlag von Marte habe (eher aus Zufall) auch +24dB Pegel
angelegt. Da ging dann die LED.

Ich habe dann R34 und R37 durch passende Trimmer ersetzt, eh voila, es
lassen sich beide Peak-LEDs exakt einstellen, auf 0,1dB genau. :-)

Einen schönen Nachmittag wünsche ich euch,

Jörg

Volker Staben

unread,
Jan 19, 2023, 7:39:50 AM1/19/23
to
Am 19.01.23 um 12:56 schrieb Jörg Barres:
> Durch den Vorschlag von Marte habe (eher aus Zufall) auch +24dB Pegel
> angelegt. Da ging dann die LED.
>
> Ich habe dann R34 und R37 durch passende Trimmer ersetzt, eh voila, es
> lassen sich beide Peak-LEDs exakt einstellen, auf 0,1dB genau. :-)

dass sich die Schaltschwelle durch normale Drift/Alterung o.ä. soweit
verschoben haben soll, ist schon merkwürdig.

Beim Vergleich der Bilder fällt auf, dass im Sinus an Pin 2 eine Drift
überlagert ist. Bleibt denn ein einmal einjustierter Wert auch stabil?
Auch bei mechanischer Bewegung oder Kältespray? Vielleicht solltest Du
Dir doch noch einmal die DC-Arbeitspunkteinstellung des vorgelagerten
Q10 ansehen?

V.

Wolfgang

unread,
Jan 19, 2023, 8:09:05 AM1/19/23
to
Was mich ein bißchen stört, ist die vom OP gemessene Ausgangsamplitude
von 14Vss am "guten" Kanal. Nach Datenblatt sollte die bei 600 Ohm Last
und 21V UB noch wenigsten bei 17-18Vss liegen, bei 820 Ohm + LED sogar
etwas höher.

Aber der OP hat ja jetzt offenbar eine Lösung gefunden und alles ist gut :-)

Marte Schwarz

unread,
Jan 19, 2023, 9:33:45 AM1/19/23
to
Hi Jörg,
>> Gemeinsame Grundeinstellung: Bezugspotential ganz nach unten drehen.
>> Den negativen Bereich interessiert hier niemanden, also kann man das
>> Oszibild auch dahin stellen, dass die Nulllinie unten liegt, dann
>> sieht man mehr. Dann beide Kanäle auf 3V/dev. Als Testsignal würde ich
>> auch eher eine Dekade tiefer gehen, dann werden die Flanken klarer ;-)

> Pin 2+3,+6dB: https://traicon.net/oszi-10.gif

Ganz knapp dran an der Schaltschwelle.

> Ich habe nicht aufgepasst und auch einmal so eingestellt:
> Pin 2+4,+24dB: https://traicon.net/oszi-11.gif
> Der linke Kanal schaltet also bei +6dB brav durch, der rechte erst bei
> +24dB.

Erst so spät? Nun ja, warum es die Schwellen verschoben hat, bleibt
unklar, aber das scheint nicht gut designt gewesen zu sein. Nicht
umsonst hatte man das später wohl geändert.

> Mal ehrlich, hätte einer von euch so eine Aussteuerung zum Testen
> bewusst verwendet?

Spätestens wenn ich oszi-10.gif gesehen hätte, ja.

> Danke Fortuna,
> und Marte natürlich :-)

Keine Ursache. Wenn Du öfter mit Audio zu tun hast, lohnt es sich, ein
bisschen Zeit darin zu investieren, zu begreifen, wie ein OP arbeitet.

Viel kann man schon verstehen, wenn man begreift, dass die
OP/Komparator-Kennliniesich eben in diese drei Teile zerlegen läßt:

1. Komparator: Differenzspannung < 0 -> Ausgang minimal
2. Operationsverstärker: Differenzspannung = 0 (oder zumindest fast ;-)
-> Ausgang liegt irgendwo im analogen Aussteuerbereich
3. Komparator: Differenzspannung > 0 -> Ausgang maximal

Die Eingangsströme kann man oft vernachlässigen.

Damit lassen sich die meisten OP-Schaltungen errechnen. Viel mehr als
das Ohmsche Gesetz braucht es da selten.

Gruß
Marte

Gerald Eіscher

unread,
Jan 19, 2023, 7:42:19 PM1/19/23
to
Am 19.01.23 um 12:00 schrieb Jörg Barres:
>
> Ich habe nicht aufgepasst und auch einmal so eingestellt:
> Pin 2+4,+24dB: https://traicon.net/oszi-11.gif

Freut mich!

> Der linke Kanal schaltet also bei +6dB brav durch, der rechte erst bei
> +24dB.

Was sind eigentlich deine +6 dB und +24 dB? Soweit ich auf Fotos
erkennen kann, geht die Aussteuerungsanzeige der B77 nur bis + 3 dB?

> Euch allen vielen Dank für die tolle Unterstützung,

So nebenbei, falls du mit einem aktuellen Kopfhörer an den
Kopfhörerbuchsen nicht nur Monitoring betreiben sondern auch Musik hören
möchtest, solltest du die Kopfhörerverstärker umbauen. Die
Ausgangswiderstände R1, R2, R3 und R4 mit 220 Ohm sind viel zu hoch für
moderne Kopfhörer mit nur ca. 30 bis 50 Ohm anstatt damals mit 600 Ohm,
das ergibt unpräzise und zu leise Bässe.
Dazu gehören IC1 und IC2 durch modernere OPVs ersetzt, die ohne Q1, Q2,
Q3 und Q5 einen Kopfhörer direkt treiben können, z.B. OPA551.

--
Gerald

Bernd Mayer

unread,
Jan 20, 2023, 12:44:33 AM1/20/23
to
Am 20.01.23 um 01:42 schrieb Gerald Eіscher:
> Am 19.01.23 um 12:00 schrieb Jörg Barres:
>>
>> Ich habe nicht aufgepasst und auch einmal so eingestellt:
>> Pin 2+4,+24dB: https://traicon.net/oszi-11.gif
>
> Freut mich!
>
>> Der linke Kanal schaltet also bei +6dB brav durch, der rechte erst bei
>> +24dB.
>
> So nebenbei, falls du mit einem aktuellen Kopfhörer an den
> Kopfhörerbuchsen nicht nur Monitoring betreiben sondern auch Musik hören
> möchtest, solltest du die Kopfhörerverstärker umbauen. Die
> Ausgangswiderstände R1, R2, R3 und R4 mit 220 Ohm sind viel zu hoch für
> moderne Kopfhörer mit nur ca. 30 bis 50 Ohm anstatt damals mit 600 Ohm,
> das ergibt unpräzise und zu leise Bässe.
> Dazu gehören IC1 und IC2 durch modernere OPVs ersetzt, die ohne Q1, Q2,
> Q3 und Q5 einen Kopfhörer direkt treiben können, z.B. OPA551.
>
Hallo,

ja - LM301 für den Kopfhörerverstärker und dazu noch in dieser
Beschaltung mit den Ausgangstransistoren.

Das deutet auf hohe Übergangsverzerrungen hin.

Damals (gebaut von 1977 - 1989) war man schon stolz darauf, das man ICs
eingebaut hat, sogar 11 Stück.

Ähnlich wie noch früher bei Radios die Verwendung von Transistoren.


Bernd Mayer

Leo Baumann

unread,
Jan 20, 2023, 12:52:39 AM1/20/23
to
Am 20.01.2023 um 06:44 schrieb Bernd Mayer:
> Damals (gebaut von 1977 - 1989) war man schon stolz darauf, das man ICs
> eingebaut hat, sogar 11 Stück.
>
> Ähnlich wie noch früher bei Radios die Verwendung von Transistoren.

Schaltungstechni-Prof. hat 1985 gesagt:"Wer ICs nimmt ist entweder faul
oder hat keine Ahnung." - :)


Gerrit Heitsch

unread,
Jan 20, 2023, 2:20:14 AM1/20/23
to
Und an seinem ersten Computer lötet er bis heute!

Gerrit


Jörg Barres

unread,
Jan 20, 2023, 3:32:06 AM1/20/23
to
Am 20.01.23 um 01:42 schrieb Gerald Eіscher:
>
> So nebenbei, falls du mit einem aktuellen Kopfhörer an den
> Kopfhörerbuchsen nicht nur Monitoring betreiben sondern auch Musik hören
> möchtest, solltest du die Kopfhörerverstärker umbauen. Die
> Ausgangswiderstände R1, R2, R3 und R4 mit 220 Ohm sind viel zu hoch für
> moderne Kopfhörer mit nur ca. 30 bis 50 Ohm anstatt damals mit 600 Ohm,
> das ergibt unpräzise und zu leise Bässe.
> Dazu gehören IC1 und IC2 durch modernere OPVs ersetzt, die ohne Q1, Q2,
> Q3 und Q5 einen Kopfhörer direkt treiben können, z.B. OPA551.
>

Das klingt interessant.
Ich glaube aber nicht, dass ich mich an sowas ran wage, dafür sind meine
Kenntnisse noch nicht weit genug.

Aber ich merke mir das mal vor, Kopfhörerverstärker B77 an moderne
Kopfhörer anpassen.

Bin ja vermutlich auch nicht der erste, der sowas machen würde.

Jörg

Rolf Bombach

unread,
Jan 20, 2023, 5:10:49 AM1/20/23
to
Leo Baumann schrieb:
Er schliesst wohl von sich auf andere. Solche Chefs hatte ich auch schon.

Wer hat zur Zeit des frühen Monolithikums (CA3028 und so) gesagt:
"When ever possible, use IC."?

IIRC die USAF oder gar JANAF.

--
mfg Rolf Bombach

Eric Bruecklmeier

unread,
Jan 20, 2023, 5:26:20 AM1/20/23
to
... oder leidet halt schon massiv an Altersstarrsinn.

In den 90ern hatte ich einen Physikprofessor, der mit der Aussage
glänzte Halbleiterphysik nähme er nicht durch, weil das ohnehin keine
große Rolle spiele.

Nett von ihm war auch: "Das muß richtig sein, das habe ich zweimal
nachgerechnet!" Falsch wars natürlich trotzdem...



Marte Schwarz

unread,
Jan 20, 2023, 10:34:17 AM1/20/23
to
Hi Jörg,

>> So nebenbei, falls du mit einem aktuellen Kopfhörer an den
>> Kopfhörerbuchsen nicht nur Monitoring betreiben sondern auch Musik hören
>> möchtest, solltest du die Kopfhörerverstärker umbauen.

If there ain't noch Problem, don't try to fix 'em

> Das klingt interessant.
> Ich glaube aber nicht, dass ich mich an sowas ran wage, dafür sind meine
> Kenntnisse noch nicht weit genug.

Aktuelle Elektor aus der Stadtbücherei ausleihen ;-)

Marte

Marte Schwarz

unread,
Jan 20, 2023, 10:35:54 AM1/20/23
to
Hi Leo,
> Schaltungstechni-Prof. hat 1985 gesagt:"Wer ICs nimmt ist entweder faul
> oder hat keine Ahnung." - :)

Tietze meinte mal zu mir, diese einzelnen Transistoren könne man
beruhigt wegwerfen, die brauche man nie wieder.

Marte

Gerald Eіscher

unread,
Jan 20, 2023, 2:25:10 PM1/20/23
to
Am 20.01.23 um 09:32 schrieb Jörg Barres:
> Am 20.01.23 um 01:42 schrieb Gerald Eіscher:
>>
>> So nebenbei, falls du mit einem aktuellen Kopfhörer an den
>> Kopfhörerbuchsen nicht nur Monitoring betreiben sondern auch Musik hören
>> möchtest, solltest du die Kopfhörerverstärker umbauen. Die
>> Ausgangswiderstände R1, R2, R3 und R4 mit 220 Ohm sind viel zu hoch für
>> moderne Kopfhörer mit nur ca. 30 bis 50 Ohm anstatt damals mit 600 Ohm,
>> das ergibt unpräzise und zu leise Bässe.
>> Dazu gehören IC1 und IC2 durch modernere OPVs ersetzt, die ohne Q1, Q2,
>> Q3 und Q5 einen Kopfhörer direkt treiben können, z.B. OPA551.
>>
>
> Das klingt interessant.
> Ich glaube aber nicht, dass ich mich an sowas ran wage, dafür sind meine
> Kenntnisse noch nicht weit genug.

Ist nicht schwierig. Es muss (nur linker Kanal betrachtet) IC1 ersetzt
werden, Q1 und Q2 ersatzlos raus und dann kann man diskutieren, ob man
R9, R3 und R4 durch kleinere Werte oder Brücken ersetzt.
Der OPV551 wäre kurzschlussfest, daher kann man bei dem mMn auf obige
Widerstände verzichten.
C4 sollte auf 470 µF oder 1000 µF vergrößert werden, sonst hat man bei
einem 32 Ohm Kopfhörer einen Hochpass mit ca. 50 Hz Grenzfrequenz.
Parallel zu C4 sollte dann ein Folienkondensator mit 1 µF und R16 auf
1 kOhm verkleinern, dass sich der vergrößerte C4 ausreichend rasch entlädt.

Das Ganze wäre dann ein klassischer Elektrometerverstärker, dazu gibt es
tonnenweise Literatur.

> Aber ich merke mir das mal vor, Kopfhörerverstärker B77 an moderne
> Kopfhörer anpassen.
>
> Bin ja vermutlich auch nicht der erste, der sowas machen würde.

Bist du nicht. Die haben unter anderem eine neue Monitor-Platine entwickelt:
https://www.revox-online.de/monitor-platine-revox-b77
Absurderweise sind die allerdings bei den Transistoren geblieben, nur
halt als SMD.

--
Gerald

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