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Neutralleiterunterbrechung: Schaden von Versicherung gedeckt?

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Johannes Bauer

unread,
Sep 18, 2013, 2:38:54 PM9/18/13
to
Hallo Gruppe,

das ist nicht so wirklich OT, aber ich bin mir ausgesprochen sicher,
dass hier die richtigen Leute mitlesen.

Folgende Situation: In einer Wohnung bei uns im Haus (Mehrfamilienhaus)
kam es durch einen unterbrochenen Neutralleiter zu einem groᅵflᅵchigen
Schaden an Elektrogerᅵten. Die Hausinstallation ist alt (60er, evtl 70er
Jahre, TN-C).

Das ist jetzt natᅵrlich eine bescheuerte Situation fᅵr die betreffenden
Mieter. Bei mir ist die Verunsicherung jetzt auch groᅵ -- wenn es meine
Wohnung getroffen hᅵtte, wᅵre der Schaden vermutlich noch erheblich
grᅵᅵer geworden.

Darum habe ich mich jetzt bei Hausratversicherungen schlau gelesen,
damit wir nicht mᅵglicherweise in einem halben Jahr in derselben
Situation sind. Die Hausratsversicherungen zahlen aber wohl nur bei
Blitzschlag.

Gibt es da Tipps, wie man mit einer (mᅵglicherweise) vor sich hin
gammelnden Elektroinstallation aus den 70ern am geschicktesten umgeht?
Bringen ᅵberspannungsschutz-Steckdosen bei Ausfall des Neutralleiters
etwas (d.h. sichern die WIRKLICH oder ist das nur Placebo)? Was fᅵr
Hersteller von ᅵberspannungsschutzequipment sind empfehlenswert? Und
welche Versicherung wᅵrde einen solchen Schaden decken?

Wᅵrde mich ᅵber eure Tipps freuen.

Viele Grᅵᅵe,
Johannes

gUnther nanon�m

unread,
Sep 18, 2013, 3:43:41 PM9/18/13
to

"Johannes Bauer" <dfnson...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b9ua9v...@mid.dfncis.de...

> Folgende Situation: In einer Wohnung bei uns im Haus (Mehrfamilienhaus)
> kam es durch einen unterbrochenen Neutralleiter zu einem gro�fl�chigen
> Schaden an Elektroger�ten. Die Hausinstallation ist alt (60er, evtl 70er
> Jahre, TN-C).
>
> Das ist jetzt nat�rlich eine bescheuerte Situation f�r die betreffenden
> Mieter. Bei mir ist die Verunsicherung jetzt auch gro� -- wenn es meine
> Wohnung getroffen h�tte, w�re der Schaden vermutlich noch erheblich
> gr��er geworden.
>
> Darum habe ich mich jetzt bei Hausratversicherungen schlau gelesen,
> damit wir nicht m�glicherweise in einem halben Jahr in derselben
> Situation sind. Die Hausratsversicherungen zahlen aber wohl nur bei
> Blitzschlag.
>
> Gibt es da Tipps, wie man mit einer (m�glicherweise) vor sich hin
> gammelnden Elektroinstallation aus den 70ern am geschicktesten umgeht?
> Bringen �berspannungsschutz-Steckdosen bei Ausfall des Neutralleiters
> etwas (d.h. sichern die WIRKLICH oder ist das nur Placebo)? Was f�r
> Hersteller von �berspannungsschutzequipment sind empfehlenswert? Und
> welche Versicherung w�rde einen solchen Schaden decken?
>
> W�rde mich �ber eure Tipps freuen.

Hi,
Meldung an den Eigtent�mer wegen der maroden Elektroinstallation.
Schriftlich. Der mu� das sanieren. Ansonsten "hilft", sich f�r einige
Bereiche eine USV hinzustellen. Bei unserem Haus ist n�mlich die Sanierung
nach der "hypschen" Schaltschrankerneuerung ins Stocken geraten. Als es
k�rzlich zu �hnlichen Effekten kam, etwa rottenden Kabeln, Kurzen unterm
Putz, Wacklern an Erde etc, starben bei Nachbarn s�mtliche
Komsumelektroniken, bei mir gabs nichtmal Internetabbruch :-)
Aber der Leidensdruck ist noch zu gering, die kauften sich erstmal neue
Fernseher und sitzen es aus.
Komplett neue Verkabelung bedeutet bei Mehrfamilienh�usern eine wochenlang
unbewohnbare Bude...oder man braucht ein sehr f�higes Handwerksunternehmen.
Sowas ist im Rheinland nicht zu finden. Hierzulande gilt bereits ein
Handwerker, der sich im vereinbarten Monat einfindet, als "�berp�nktlich".
Wenns nicht so dreckig w�re, ich h�tte l�ngst meine eigene Bude
saniert...der Eigent�mer spielt da mit. Aber die "letzten Meter" sind nur
gemeinsam machbar. Und bis sich genug Leute dazu bereit finden, wird auch
das Dach ein Sanierungsfall. Rate mal was dann wichtiger ist...

--
mfg,
gUnther


Helmut Wabnig

unread,
Sep 18, 2013, 3:59:32 PM9/18/13
to
On Wed, 18 Sep 2013 21:43:41 +0200, "gUnther nanon�m" <g-...@gmx.de>
wrote:
Alte Elektroinstallationen haben (hier in OE) noch die
Nulleitersicherung, d.h. Phase und Nulleiter sind separat abgesichert
mit Schmelzsicherungen.
Rate was passiert wenn in einem Kreis die Nulleitersicherung geht.
Genau das was oben beschrieben ist.

Alte H�user unterliegen dem Bestandschutz, d.h. sie m�ssen nicht
neu verkabelt werden. Ich habe klammheimlich die Nulleitersicherungen
�berbr�ckt, aber drinnengelassen :-)
Au�erdem hab ich den Null mit Erde verbunden im Sicherungskasten
hatte n�mlich vorher 25 m Erdungsband verlegen m�ssen wegen des
Telefons!

w.

Klaus Butzmann

unread,
Sep 18, 2013, 4:05:59 PM9/18/13
to
Am 18.09.2013 20:38, schrieb Johannes Bauer:

> Darum habe ich mich jetzt bei Hausratversicherungen schlau gelesen,
> damit wir nicht mᅵglicherweise in einem halben Jahr in derselben
> Situation sind. Die Hausratsversicherungen zahlen aber wohl nur bei
> Blitzschlag.
Die dᅵrfte sowieso drauᅵen sein, die Schadensursache liegt im
Einfluᅵbereich des Vermieters, oder haben die Mieter selbst die
Elektroleitungen gezogen?
Ist der Vermieter seinen Sorgfaltspflichten nachgekommen?
Wann war die letzte ᅵberprᅵfung der Anlage?

Ich sehe die Haftpflichtversicherung / Gebᅵudeversicherung des
Vermieters in der Pflicht.
Direkt zum Anwalt und einen Schadengutachter einschalten, alles Andere
fᅵhrt zu Verdruᅵ.


Butzo


Axel Berger

unread,
Sep 18, 2013, 4:21:00 PM9/18/13
to
Johannes Bauer wrote on Wed, 13-09-18 20:38:
>Das ist jetzt natnrlich eine bescheuerte Situation fnr die betreffenden
>Mieter.

Nö, der Mieter ist fein raus. Eigentümer der Installation und damit
verantwortlich und haftpflichtig ist der Vermieter. Für den kommt es
darauf an, ob die schadhafte Leitung Teil des Sonder- oder
Gemeinschaftseigentums ist.

Heiko Nocon

unread,
Sep 18, 2013, 10:31:46 PM9/18/13
to
Johannes Bauer wrote:

>Darum habe ich mich jetzt bei Hausratversicherungen schlau gelesen,
>damit wir nicht möglicherweise in einem halben Jahr in derselben
>Situation sind. Die Hausratsversicherungen zahlen aber wohl nur bei
>Blitzschlag.

Als Mieter kann dir das völlig egal sein, da brauchst du keine eigene
Versicherung für diesen Fall, denn der Vermieter ist dafür voll haftbar.
Es obliegt seiner Verantwortung, die Mietsache in einem gebrauchsfähigen
Zustand zu halten und insbesondere auch Gefahrenabwehr zu betreiben.

Als Vermieter sieht das natürlich anders aus. Aber da trägt solche
Schäden der Mieter die Gebäudehaftpflichtversicherung. Und das ist eine
Pflichtvericherung, die sowieso jeder haben muß.

Allerdings: Auch die Existenz dieser Versicherung schützt nicht immer
davor, daß am Ende der eigene Geldbeutel belastet wird. Zwar reguliert
die Versicherung erstmal die Schäden der Mieter, aber sie versucht, sich
die Kohle vom Vermieter zurückzuholen, z.B. indem sie ihm mangelhafte
Anlagenwartung nachweist.

Ach so: Schäden des Vermieter reguliert sie ebenfalls nicht, das ist ja
kein Haftpflichtfall.

Lutz Illigen

unread,
Sep 18, 2013, 11:10:09 PM9/18/13
to
Johannes Bauer <dfnson...@gmx.de> wrote:

> das ist nicht so wirklich OT,

Doch, Elektrotechnik ist nebenan.

Lutz

Matthias Weingart

unread,
Sep 19, 2013, 3:46:55 AM9/19/13
to
Klaus Butzmann <k.butzmann.deletethis.@butzo.de>:

> Ich sehe die Haftpflichtversicherung / Geb„udeversicherung des
> Vermieters in der Pflicht.

Jup. Aber Überspannung ist standardmässig in den Verträgen oft nicht mit
drin. Da muesste der Eigentümer die Schäden dann aus eigener Tasche
bezahlen...

M.
--

Lutz Schulze

unread,
Sep 19, 2013, 4:06:27 AM9/19/13
to
Am Thu, 19 Sep 2013 04:31:46 +0200 schrieb Heiko Nocon:

> Gebäudehaftpflichtversicherung. Und das ist eine
> Pflichtvericherung, die sowieso jeder haben muß.

Das wäre, zumindest im Sinne von Pflicht, neu.

Dass sie einem Vermieter zu empfehlen wäre ist eine andere Sache, als selbst
nutzender Eigentümer braucht man sie eher nicht.

Lutz

--
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Manuel Reimer

unread,
Sep 19, 2013, 11:46:11 AM9/19/13
to
On 09/18/2013 08:38 PM, Johannes Bauer wrote:
> Gibt es da Tipps, wie man mit einer (möglicherweise) vor sich hin
> gammelnden Elektroinstallation aus den 70ern am geschicktesten umgeht?

Ganz einfach: Modernisieren. Erst Recht dann, wenn sie vor sich
"hingammelt". Wenn bei einem Fehler nur Elektronik Schaden nimmt, dann
ist das noch der bessere Fall. Hier können durchaus auch Personen zu
Schaden kommen!

Gruß

Manuel

Axel Berger

unread,
Sep 19, 2013, 8:04:00 AM9/19/13
to
Lutz Schulze wrote on Thu, 13-09-19 10:06:
>als selbst nutzender Eigentümer braucht man sie eher nicht.

Sag das, wenn sich im Winter der nächste Fußgänger auf die Nase
semmelt. Sie ist aber in besseren Privathaftpflichten enthalten.

Ralf Haboldt

unread,
Sep 20, 2013, 8:12:44 AM9/20/13
to
Am Mittwoch, 18. September 2013 20:38:54 UTC+2 schrieb Johannes Bauer:
> Hallo Gruppe,
>
>
>
> das ist nicht so wirklich OT, aber ich bin mir ausgesprochen sicher,
>
> dass hier die richtigen Leute mitlesen.
>
>
>
> Folgende Situation: In einer Wohnung bei uns im Haus (Mehrfamilienhaus)
>
> kam es durch einen unterbrochenen Neutralleiter zu einem großflächigen
>
> Schaden an Elektrogeräten. Die Hausinstallation ist alt (60er, evtl 70er
>
> Jahre, TN-C).
>
>
>
> Das ist jetzt natürlich eine bescheuerte Situation für die betreffenden
>
> Mieter. Bei mir ist die Verunsicherung jetzt auch groß -- wenn es meine
>
> Wohnung getroffen hätte, wäre der Schaden vermutlich noch erheblich
>
> größer geworden.
>
>
>
> Darum habe ich mich jetzt bei Hausratversicherungen schlau gelesen,
>
> damit wir nicht möglicherweise in einem halben Jahr in derselben
>
> Situation sind. Die Hausratsversicherungen zahlen aber wohl nur bei
>
> Blitzschlag.
>
>
>
> Gibt es da Tipps, wie man mit einer (möglicherweise) vor sich hin
>
> gammelnden Elektroinstallation aus den 70ern am geschicktesten umgeht?
>
> Bringen Überspannungsschutz-Steckdosen bei Ausfall des Neutralleiters
>
> etwas (d.h. sichern die WIRKLICH oder ist das nur Placebo)? Was für
>
> Hersteller von Überspannungsschutzequipment sind empfehlenswert? Und
>
> welche Versicherung würde einen solchen Schaden decken?
>
>
>
> Würde mich über eure Tipps freuen.
>
>
>
> Viele Grüße,
>
> Johannes

Ich habe einen Vertrag, der Überspannungsschäden ausdrücklich einschließt. Kostet nur wenig mehr.

Ralf

Werner Holtfreter

unread,
Sep 22, 2013, 11:55:39 AM9/22/13
to
Vermurkste e-mail wrote:

> Alte Elektroinstallationen haben (hier in OE) noch die
> Nulleitersicherung, d.h. Phase und Nulleiter sind separat
> abgesichert mit Schmelzsicherungen.
> Rate was passiert wenn in einem Kreis die Nulleitersicherung geht.
> Genau das was oben beschrieben ist.

Falsch, denn die Nulleiter-Sicherungen sind ja (hoffentlich) im
230-V-Abgang. Wenn die unterbricht, stehen beide Leitungen unter
Spannung 230 V gegen Erde und es fließt kein Strom.

Zur Spannungserhöhung kommt es nur, wenn der PEN im Dreiphasensystem
vor der Aufteilung unterbrochen ist.
--
Viele Grüße
Werner

Horst-D.Winzler

unread,
Sep 22, 2013, 12:16:05 PM9/22/13
to
Am 22.09.2013 17:55, schrieb Werner Holtfreter:
> Vermurkste e-mail wrote:
>
>> Alte Elektroinstallationen haben (hier in OE) noch die
>> Nulleitersicherung, d.h. Phase und Nulleiter sind separat
>> abgesichert mit Schmelzsicherungen.
>> Rate was passiert wenn in einem Kreis die Nulleitersicherung geht.
>> Genau das was oben beschrieben ist.
>
> Falsch, denn die Nulleiter-Sicherungen sind ja (hoffentlich) im
> 230-V-Abgang. Wenn die unterbricht, stehen beide Leitungen unter
> Spannung 230 V gegen Erde und es fließt kein Strom.

Zwei Einzelsicherungen in Reihe erhöhen in Österreich also die Sicherheit?

> Zur Spannungserhöhung kommt es nur, wenn der PEN im Dreiphasensystem
> vor der Aufteilung unterbrochen ist.
>

Gegen Spannungsüberhöhungen dieser Art helfen nur Spannungsbegrenzer
nach 1ner Sicherung.

--
mfg hdw

Helmut Wabnig

unread,
Sep 22, 2013, 12:21:31 PM9/22/13
to
Magst recht haben.
Wird schon sowas gewesen sein.
Jedenfalls war der Herd hin und alle Lampen welche die Mieter
eingeschaltet haben, und eine Null-Sicherung.
Möglicherweise Sekundärschaden (die Sicherung).

w.

Ralph Aichinger

unread,
Sep 22, 2013, 12:25:57 PM9/22/13
to
Horst-D.Winzler <horst.d...@web.de> wrote:
> Zwei Einzelsicherungen in Reihe erhöhen in Österreich also die Sicherheit?

Ob sie das wirklich tun? Keine Ahnung. Ich hab jedenfalls bei
den drei letzten Installationen bei denen ich in den Zählerkasten
hab schauen müssen, auch eine Unterbrechung des Nulleiters.

Mich würde auch interessieren, ob das tatsächlich was in
der Praxis bringt, oder ob das nur "overengineering" zu
Gunsten der Elektroindustrie ist.

Andererseits: Bei euch sind anscheinend FI-Schalter noch nicht so
lange Pflicht wie bei uns (ich hab noch nie eine Installation ohne
FI gesehen, auch nichts von kurz nach dem Krieg), und das ist
definitiv ein Sicherheitsfeature ohne das ich nicht auskommen
möchte.

/ralph

Werner Holtfreter

unread,
Sep 22, 2013, 12:40:47 PM9/22/13
to
Horst-D.Winzler wrote:

> Zwei Einzelsicherungen in Reihe erhöhen in Österreich also die
> Sicherheit?

Ich denke schon, blöd waren die Ingenieure damals ja auch nicht.

Ich vermute folgenden Grund für die Absicherung des Neutralleiters:
Das Netz ist nicht nullungsfähig. Unterbrechung des Neutralleiters
vor der Auftrennung wird berücksichtig. Dabei führt der
Neutralleiter Spannung. Wenn in einer Verbraucheranlage der
Neutralleiter irgendwo mit Erde verbunden ist (z.B. durch einen
Masseschluss in einem Gerät, was bei intaktem Netz gar nicht
auffiel) könnte über den Neutralleiter dann ein hoher
Ausgleichsstrom aus dem Netz fließen und einen Brand verursachen.
--
Viele Grüße
Werner

Horst-D.Winzler

unread,
Sep 22, 2013, 12:53:50 PM9/22/13
to
Am 22.09.2013 18:40, schrieb Werner Holtfreter:
> Horst-D.Winzler wrote:
>
>> Zwei Einzelsicherungen in Reihe erhöhen in Österreich also die
>> Sicherheit?
>
> Ich denke schon, blöd waren die Ingenieure damals ja auch nicht.

Was auch nicht behauptet wurde. Der Knackepunkt liegt woanders. Wenn
sich die ursprünglich vorausgesetzten Randbedingungen ändern, kann eine,
einmal als richtig getroffenen Entscheidung sich als kontraproduktiv
erweisen.

> Ich vermute folgenden Grund für die Absicherung des Neutralleiters:
> Das Netz ist nicht nullungsfähig. Unterbrechung des Neutralleiters
> vor der Auftrennung wird berücksichtig. Dabei führt der
> Neutralleiter Spannung. Wenn in einer Verbraucheranlage der
> Neutralleiter irgendwo mit Erde verbunden ist (z.B. durch einen
> Masseschluss in einem Gerät, was bei intaktem Netz gar nicht
> auffiel) könnte über den Neutralleiter dann ein hoher
> Ausgleichsstrom aus dem Netz fließen und einen Brand verursachen.
>

Ich vermute das die Absicherung des Nullleiters mit Einzelsicherung aus
der Zeit von Gleichstrom & flächendeckender Freileitung stammt.
Bei Erdkabelnetzen macht dieses Absicherung keinen Sinn. Was dagegen den
Komfort erhöht, ist ein Mitabschalten des Nulls bei Anwendung von FIs.
--
mfg hdw

Horst-D.Winzler

unread,
Sep 22, 2013, 12:59:18 PM9/22/13
to
Am 22.09.2013 18:25, schrieb Ralph Aichinger:
> Horst-D.Winzler <horst.d...@web.de> wrote:
>> Zwei Einzelsicherungen in Reihe erhöhen in Österreich also die Sicherheit?
>
> Ob sie das wirklich tun? Keine Ahnung. Ich hab jedenfalls bei
> den drei letzten Installationen bei denen ich in den Zählerkasten
> hab schauen müssen, auch eine Unterbrechung des Nulleiters.

Beim Ansprechen nur der Nullsicherung liegt das Teilnetz unter Spannung.
Diesen Zustand will eigentlich keiner.

> Mich würde auch interessieren, ob das tatsächlich was in
> der Praxis bringt, oder ob das nur "overengineering" zu
> Gunsten der Elektroindustrie ist.

Diese Einrichtung könnte aus der Zeit von Freileitung & DC stammen?
Ansonsten sehe in keinen sachlichen Grund für diese Einrichtung.

> Andererseits: Bei euch sind anscheinend FI-Schalter noch nicht so
> lange Pflicht wie bei uns (ich hab noch nie eine Installation ohne
> FI gesehen, auch nichts von kurz nach dem Krieg), und das ist
> definitiv ein Sicherheitsfeature ohne das ich nicht auskommen
> möchte.
>
> /ralph
>

FIs sind erst weit nach WK_II eingeführt worden. Bei uns gibt es sogar
noch alte Netze mit Nullung in der Schukodose. ;-(

--
mfg hdw

Werner Holtfreter

unread,
Sep 22, 2013, 1:13:58 PM9/22/13
to
Horst-D.Winzler wrote:

> Wenn sich die ursprünglich vorausgesetzten Randbedingungen ändern,
> kann eine, einmal als richtig getroffenen Entscheidung sich als
> kontraproduktiv erweisen.

So ist es. Im konkreten Fall ist es der Umstand, dass die Netze
nullungsfähig gemacht wurden. Dazu muss der Neutralleiter mehrfach
geerdet werden, was dessen Spannungserhöhung zunehmend
unwahrscheinlicher macht. Muss ja auch so sein, wenn er gleichzeitig
als Schutzleiter fungiert. Dadurch kann auf die Sicherung im
Neutralleiter verzichtet werden.

Wenn man klassisch nullt, muss die Sicherung im Neutralleiter sogar
weg. Bei der (sicherheitstechnisch wesentlich besseren) Auftrennung
in PE und N ist sie nur überflüssig.
--
Viele Grüße
Werner

christian mock

unread,
Sep 22, 2013, 5:36:15 PM9/22/13
to
Ralph Aichinger <ra...@pangea.at> wrote:

> Ob sie das wirklich tun? Keine Ahnung. Ich hab jedenfalls bei
> den drei letzten Installationen bei denen ich in den Zählerkasten
> hab schauen müssen, auch eine Unterbrechung des Nulleiters.

nein, mein wochenendhaus (in NÖ) hat hinter'm zähler definitiv nur
drei schmelzsicherungen. hier in wien bin ich grad zu faul zum
schauen.

> Andererseits: Bei euch sind anscheinend FI-Schalter noch nicht so
> lange Pflicht wie bei uns (ich hab noch nie eine Installation ohne
> FI gesehen, auch nichts von kurz nach dem Krieg), und das ist
> definitiv ein Sicherheitsfeature ohne das ich nicht auskommen
> möchte.

sicher, daß die vorkriegsgeschichten nicht FUs ("trennwart" sagt die
schwiegermutter immer noch zum FI) sind?

cm.

--
** christian mock in vienna, austria -- http://www.tahina.priv.at/
Inferring the workings of the US legal system from what's posted in
NANAE would be like trying to understand Europe by watching Monty
Python. -- Christopher H. in nanae

Helmut Wabnig

unread,
Sep 23, 2013, 3:17:06 AM9/23/13
to
On Sun, 22 Sep 2013 21:36:15 +0000 (UTC), christian mock
<c...@tahina.priv.at> wrote:

>Ralph Aichinger <ra...@pangea.at> wrote:
>
>> Ob sie das wirklich tun? Keine Ahnung. Ich hab jedenfalls bei
>> den drei letzten Installationen bei denen ich in den Z�hlerkasten
>> hab schauen m�ssen, auch eine Unterbrechung des Nulleiters.
>
>nein, mein wochenendhaus (in N�) hat hinter'm z�hler definitiv nur
>drei schmelzsicherungen. hier in wien bin ich grad zu faul zum
>schauen.
>
>> Andererseits: Bei euch sind anscheinend FI-Schalter noch nicht so
>> lange Pflicht wie bei uns (ich hab noch nie eine Installation ohne
>> FI gesehen, auch nichts von kurz nach dem Krieg), und das ist
>> definitiv ein Sicherheitsfeature ohne das ich nicht auskommen
>> m�chte.
>
>sicher, da� die vorkriegsgeschichten nicht FUs ("trennwart" sagt die
>schwiegermutter immer noch zum FI) sind?
>
>cm.

Ich hatte ja beim Nulleitersicherungszwischenfall noch andere Probleme
mit meinem Haus.
Alle Vorsicherungen rausgedreht, alles Spannungsfrei,
und der FI sprang raus.
Nicht immer nicht sofort, so intermittierend, innert Minuten.

War schon lustig.

w.


Rolf Bombach

unread,
Sep 23, 2013, 3:52:50 PM9/23/13
to
Heiko Nocon schrieb:

[Schaden durch �berspannung]

> Als Mieter kann dir das v�llig egal sein, da brauchst du keine eigene
> Versicherung f�r diesen Fall, denn der Vermieter ist daf�r voll haftbar.
> Es obliegt seiner Verantwortung, die Mietsache in einem gebrauchsf�higen
> Zustand zu halten und insbesondere auch Gefahrenabwehr zu betreiben.

IANAL, aber erfahrungsgem�ss wird es damit enden, dass man Grobfahrl�ssigkeit
nachweisen muss. Und ebenfalls erfahrungsgem�ss wird das nicht gelingen.

--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach

unread,
Sep 23, 2013, 3:59:14 PM9/23/13
to
Johannes Bauer schrieb:
...
> Folgende Situation: In einer Wohnung bei uns im Haus (Mehrfamilienhaus)
> kam es durch einen unterbrochenen Neutralleiter zu einem groᅵflᅵchigen
> Schaden an Elektrogerᅵten. Die Hausinstallation ist alt (60er, evtl 70er
> Jahre, TN-C).
...
> Bringen ᅵberspannungsschutz-Steckdosen bei Ausfall des Neutralleiters
> etwas (d.h. sichern die WIRKLICH oder ist das nur Placebo)?

Ja, Rauch. Diese Varistoren kᅵnnen eventuell nicht zu hohe
nicht zu energiereiche nicht zu repetitive Spikes abfangen.
Ob das den Gerᅵten genᅵgt, ist eine andere Frage. Bei
Dauer-ᅵberspannung sind die akkumulierten Joules, die die
Varistorscheibe aufheizen, schnell zusammen. Aus trivialen
Grᅵnden raucht das Ding dann ab. Ich schᅵtze mal, dass die
dann sich selbst auslᅵten resp ihre Zuleitungsdrᅵhte an
der Pille ablᅵten und nicht wie Halbleiter freundlicherweise
auf Kurzschluss verschweissen. Gasableiter kᅵnnten, mᅵssen
aber nicht, sich anders verhalten. In Glᅵcksfᅵllen reagiert
die hoffentlich ebenfalls verbaute Vorsicherung vorher, bei
der eher fᅵr diese Teile geringe ᅵberspannung aber unwahrscheinlich.
(fᅵr Nachsicherung siehe Versicherung ;-))

--
mfg Rolf Bombach

Wolfgang Allinger

unread,
Sep 23, 2013, 7:27:00 AM9/23/13
to

On 23 Sep 13 at group /de/sci/electronics in article ohqv3917l5ebm5c8m...@4ax.com
<hwabnig@.- --- -.dotat> (Helmut Wabnig) wrote:

>Alle Vorsicherungen rausgedreht, alles Spannungsfrei,
>und der FI sprang raus.
>Nicht immer nicht sofort, so intermittierend, innert Minuten.

Der FI ist nach der Hauptsicherung vor der Vorsicherung?

Die Strecke zwischen FI und VS sollten �bersichtliche Handvoll cm sein.
Irgenwo was angeschubbert/nass ?


Saludos (an alle Vern�nftigen, Rest sh. sig)
Wolfgang

--
Wolfgang Allinger, anerkannter Trollallergiker :) reply Adresse gesetzt!
Ich diskutiere zuk�nftig weniger mit Idioten, denn sie ziehen mich auf
ihr Niveau herunter und schlagen mich dort mit ihrer Erfahrung! :p
(lt. alter usenet Weisheit) iPod, iPhone, iPad, iTunes, iRak, iDiot

Axel Berger

unread,
Sep 23, 2013, 8:18:00 PM9/23/13
to
Rolf Bombach wrote on Mon, 13-09-23 21:52:
>GrobfahrlSigmssigkeit

Im Zivilrecht reicht imho leichte Fahrl�ssigkeit aus.

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