Izur Kockenhan schrieb:
> Am 05.10.2015 um 16:32 schrieb horst-d.winzler:
>> Vergiß den Link. Stellenweise schrammt das dort behauptete stark an
>> unverstanden Ursachen des Autors vorbei.
>> Beispiel: Im Artikel wird behaupte: "Ursachen des Steuergitterstromes
>>
>> Bei Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen Kathode und Anode
>> (Anodenspannung) an eine Elektronenröhre bildet sich ein
>> Elektronenstrom, der durch die elektrische Spannung des Steuergitters
>> beeinflusst werden kann. Die Größe des Gitterstromes ist im Wesentlichen
>> eine Funktion der Anodenspannung und der Gitterspannung, bezogen auf das
>> Kathodenpotential.
Ich war immer der Meinung, daß sich das Gitter negativ aufläd, wenn dort
Elektronen landen und nicht weiter zur Anode abfließen können. Ein
Gitterstrom kann dann nur fließen, wenn man das Gitter mit einem anderen
Teil der Schaltung verbindet.
Der Anteil der Elektronen, die auf dem Gitter landen, hängt wesentlich
von der Geometrie des Gitters ab (Maschenweite, Stegbreite). Die
negative Aufladung des Gitters verringert nicht nur die virtuelle
Maschenweite (erwünscht), sondern hält auch weitere Elektronen vom
Landen auf dem Gitter ab, so daß sich irgendwann eine konstante
Gitterspannung einstellt.
>> Elektronen emittieren soll nur(!) die Katode. Kommt es zu einer Gitter_1
>> Emission ist die Röhre auszusondern!
Wenn das Gitter zur Kaltkathode wird, dann ist wirklich etwas faul. Aber
wie hoch müßte dafür die Gitterspannung werden? Und wenn sich irgendwann
ein Gleichgewicht zwischen auftreffenden und abgegebenen Elektronen
einstellt, dann verschiebt das doch allenfalls das
Geschwindigkeitsprofil der Elektronen am Gitter ein wenig, wenn
überhaupt. Es können ja nur so *schnelle* (energiereiche) Elektronen auf
dem Gitter landen, die vom Gitter nicht ausreichend abgestoßen werden
und damit nicht durch die Maschen schlüpfen können. Die vom Gitter
emittierten Elektronen würden dann diese "verloren gegangenen"
energiereichen Elektronen ersetzen, abzüglich der beim Aufprall auf das
Gitter verlorenen Energie.
> Ja, o.k.. Aber auch eine intakte, neue Röhre hat einen sehr kleinen
> Gitterstrom. Ich behaupte ja nur, dass dieser kleiner wird wenn ich den
> Gitterwiderstand erhöhe.
Klar, wenn man Strom vom Gitter nach außen abfließen läßt, dann
beeinflußt dieser Ableitwiderstand die Stromstärke. Ohne
Ableitwiderstand stellt sich irgendwo ein Gleichgewicht der negativen
Gitterspannung (durch aufgesammelte Elektronen) gegenüber der Kathode
ein, was einerseits erwünscht ist, da die Gitterspannung im
Normalbetrieb negativ gegenüber der Kathode sein muß, andererseits aber
dazu führen kann, daß die Röhre nicht im erwünschten Betriebspunkt
arbeitet. Zudem dürfte die Gleichgewichtsspannung noch von
Exemplarstreuungen abhängen, was ebenfalls unerwünscht ist. Ist diese
negative Gleichgewichtsspannung zu hoch, kann man sie durch die Wahl des
Gitterwiderstands (gegen -) auf den gewünschten Wert bringen, soweit ihn
keine weitern Einflüsse (Temperatur...) über der Zeit oder Ansteuerung
abdriften lassen. Eine bessere Kontrolle des Arbeitspunkts ergibt sich
über einen Kathodenwiderstand, an dem die gewünschte Gittervorspannung
abfällt - direkt abhängig vom gewünschten Anodenstrom. Dann könnte man
das Gitter auf die negative Versorgungsspannung legen
(Gitterbasisschaltung?), oder eben einen Gitterableitwiderstand
hinzufügen, der einerseits eine unkontrollierte Aufladung des Gitters
verhindert, andererseits aber den Eingangswiderstand nicht zu stark
reduziert. In der Praxis ist es dann meist besser, wenn man von einem
festen Eingangswiderstand ausgehen kann, als von einem der entsprechend
der Exemplarstreuungen eingestellt werden müßte.
DoDi