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0-Ohm Widerstand als Sicherung?

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Nikolaus Riehm

unread,
Jun 10, 2010, 8:01:36 AM6/10/10
to
Hallo,

ich habe hier eine Platine vor mir liegen, in deren
Niederspannungsstromversorgungseingangsschaltung (ich liebe Deutsche
Sprach!) ein 0-Ohm Widerstand derart platziert ist, dass ich mir das nur
als missbrauchte Sicherungsfunktion erklären kann. Das PCB sieht so aus:
<http://pics.studiorepair.de/0-Ohm_Fuse.jpg>

Das ovale Pad links ist der Center-Pin der Buchse zur externen PSU
(+18V, 3,3A), dessen einzige Verbindung zum gesamten Rest der Schaltung
(u.a. DSP, FPGA und Class-T Verstärker) über diesen 0-Ohm Widerstand
R118 läuft, der sicht- und messbar hochohmig geworden ist (auf
derrechten Seite von R118 erkennt man Schmauchspuren). Erst dahinter
kommen Eingangsdrossel und Einschalter. Ich kann mir das nur als
Pseudo-Sicherung erklären und bin in Folge etwas unschlüssig, was ich da
am besten als Ersatz einpflanze. Dachte da am ehesten an Strom messen
und eine einigermaßen passend dimensionierte selbstrückstellende
Halbleitersicherung (Polyfuse) zu benutzen - oder?

Grüße und Danke,
Niko

Andreas Ruetten

unread,
Jun 10, 2010, 8:40:55 AM6/10/10
to
Hmm,
vieleicht ist es einfach nur eine Brücke?
Oben drüber ist ja noch ein 0R.
Ich glaube nicht so recht, das das alles Sicherungen sein sollen.


Am 10.06.2010 14:01, schrieb Nikolaus Riehm:
> Hallo,
>
> ich habe hier eine Platine vor mir liegen, in deren
> Niederspannungsstromversorgungseingangsschaltung (ich liebe Deutsche
> Sprach!) ein 0-Ohm Widerstand derart platziert ist, dass ich mir das nur
> als missbrauchte Sicherungsfunktion erklären kann. Das PCB sieht so aus:
> <http://pics.studiorepair.de/0-Ohm_Fuse.jpg>
>
>


Andreas

David Kastrup

unread,
Jun 10, 2010, 8:55:31 AM6/10/10
to
Andreas Ruetten <rue...@asratec.de> writes:

> Hmm,
> vieleicht ist es einfach nur eine Br�cke?
> Oben dr�ber ist ja noch ein 0R.


> Ich glaube nicht so recht, das das alles Sicherungen sein sollen.

Das h�ngt davon ab, ob der Layouter Fan von Karat war.

--
David Kastrup

Uwe Hercksen

unread,
Jun 10, 2010, 8:57:47 AM6/10/10
to

David Kastrup schrieb:

> Das hängt davon ab, ob der Layouter Fan von Karat war.

Hallo,

dann müssten es ja sieben 0R in Serie sein....

Bye

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Jun 10, 2010, 9:44:35 AM6/10/10
to
Nikolaus Riehm <ma...@nikolaus-riehm.de> wrote:

>Ich kann mir das nur als
>Pseudo-Sicherung erklären und bin in Folge etwas unschlüssig, was ich da
>am besten als Ersatz einpflanze.

Oder es war als Meßpunkt in der Entwicklung gedacht, und in der Serie
kam dann der 0Ohm 'rein...

>Dachte da am ehesten an Strom messen
>und eine einigermaßen passend dimensionierte selbstrückstellende
>Halbleitersicherung (Polyfuse) zu benutzen - oder?

Oder einfach wieder einen 0Ohm :)


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Joachim Gaßler

unread,
Jun 10, 2010, 9:53:54 AM6/10/10
to
Ist es vielleicht denkbar, daß es sich bei der Stromversorgung um eine
fertige Baugruppe in der Layoutbibliothek handelt, in der verschiedene
Verbindungen je nach Einsatzzweck und/oder -ort als Brücke oder
Sicherung oder sonstwas konfiguriert werden können? Ich weiß ja nicht,
ob man sowas als "good practise" bezeichnet, aber eine andere sinnvolle
Erklärung fällt mir hier nicht ein.

Gruß Joachim

Nikolaus Riehm

unread,
Jun 10, 2010, 11:46:27 AM6/10/10
to
Am 10.06.2010 15:53 schrieb Joachim Gaßler:
> Ist es vielleicht denkbar, daß es sich bei der Stromversorgung um eine
> fertige Baugruppe in der Layoutbibliothek handelt, in der verschiedene
> Verbindungen je nach Einsatzzweck und/oder -ort als Brücke oder
> Sicherung oder sonstwas konfiguriert werden können?

Nee, das ist bei dem Teil viel zu Geräte-spezifisch. Witzig ist auch die
andere 0-Ohm-Brücke (im Foto darüber): die verbindet zwei Masseflächen
und die sind auf der Oberseite nochmal mit einem Keramikkondensator
verbunden - man lässt dem Strom also höflich die Wahl des geeigneten
Weges... ;-)

Ich hab mir jetzt die stärkste Polyfuse geangelt, die hier zu bekommen
war (2,5A) und diese statt des 0-Ohm Winzlings eingesetzt.

Grüße, Niko

Nikolaus Riehm

unread,
Jun 10, 2010, 11:48:49 AM6/10/10
to
Am 10.06.2010 15:44 schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:
> Nikolaus Riehm <ma...@nikolaus-riehm.de> wrote:
>
>> Ich kann mir das nur als Pseudo-Sicherung erklären und bin in Folge
>> etwas unschlüssig, was ich da am besten als Ersatz einpflanze.
>
> Oder es war als Meßpunkt in der Entwicklung gedacht, und in der
> Serie kam dann der 0Ohm 'rein...

Hm, das würde zumindest das runde Pad links unter dem 0-Ohm erklären,
das hat nämlich weder Bohrung noch Bestückungsdruck auf der Oberseite,
könnte also zum Messpieksen gedacht sein.


>> Dachte da am ehesten an Strom messen und eine einigermaßen passend
>> dimensionierte selbstrückstellende Halbleitersicherung (Polyfuse)
>> zu benutzen - oder?
>
> Oder einfach wieder einen 0Ohm :)

Das würde mir zwar absehbar den Folgeauftrag sichern (nur eine Frage der
Zeit), ist aber nicht meine Art... ;-)

Grüße, Niko

Uwe Hercksen

unread,
Jun 11, 2010, 3:43:33 AM6/11/10
to

Nikolaus Riehm schrieb:

> Nee, das ist bei dem Teil viel zu Geräte-spezifisch. Witzig ist auch die
> andere 0-Ohm-Brücke (im Foto darüber): die verbindet zwei Masseflächen
> und die sind auf der Oberseite nochmal mit einem Keramikkondensator
> verbunden - man lässt dem Strom also höflich die Wahl des geeigneten
> Weges... ;-)

Hallo,

nach der Devise: Gleichstrom bitte hier entlang, Wechselstrom (genügend
hoher Frequenz) bitte dort entlang.

Bye

Ansgar Strickerschmidt

unread,
Jun 11, 2010, 3:55:45 AM6/11/10
to
Also schrieb Nikolaus Riehm:

> Nee, das ist bei dem Teil viel zu Geräte-spezifisch. Witzig ist auch die
> andere 0-Ohm-Brücke (im Foto darüber): die verbindet zwei Masseflächen
> und die sind auf der Oberseite nochmal mit einem Keramikkondensator
> verbunden - man lässt dem Strom also höflich die Wahl des geeigneten
> Weges... ;-)

Das ist wahrscheinlich eine Verbindung GND-SHIELD - in Deinem Fall ist
GND=SHIELD, in anderen Weltgegenden (andere Erdungs-/Schutzvorschriften?)
mag SHIELD evtl. nur kapazitiv angehängt sein.

Ansgar

--
*** Musik! ***

Knut Schottstädt

unread,
Jun 11, 2010, 5:42:56 AM6/11/10
to

... oder Kapazitiv + höherwertig resistent Ohmsch.
Das ergibt sich nicht nur aus anderen Weltgegenden sondern u.U. auch aus
dem Zusammenspiel mit anderen Geräten/Baugruppen hierzulande.
Masseführung, Schirm- und Erdungskonzepte sind vielfach noch mit heftigem
Voodoo-Zauber belegt. ;-)

--
MfG Knut

horst-d.winzler

unread,
Jun 11, 2010, 5:40:50 AM6/11/10
to

Und aus EMV Gründen könnte eine definierte Aufteilung dr Grundfläche
sinnvoll sein.

--
mfg hdw

Nikolaus Riehm

unread,
Jun 16, 2010, 6:56:31 AM6/16/10
to
Am 11.06.2010 09:43 schrieb Uwe Hercksen:
> Nikolaus Riehm schrieb:
>> Nee, das ist bei dem Teil viel zu Geräte-spezifisch. Witzig ist auch die
>> andere 0-Ohm-Brücke (im Foto darüber): die verbindet zwei Masseflächen
>> und die sind auf der Oberseite nochmal mit einem Keramikkondensator
>> verbunden - man lässt dem Strom also höflich die Wahl
>
> nach der Devise: Gleichstrom bitte hier entlang, Wechselstrom (genügend
> hoher Frequenz) bitte dort entlang.

*lol* Habe gerade ein anderes Gerät aufgemacht und da ist der Fall genau
umgedreht: nicht ein Widerstand mit 0 Ohm wird missbaucht als Sicherung
sondern <http://pics.studiorepair.de/0-Ohm_Fuse_2.jpg>

;-)

Rafael Deliano

unread,
Jun 16, 2010, 7:31:09 AM6/16/10
to
> <http://pics.studiorepair.de/0-Ohm_Fuse_2.jpg>
> ;-)

So ein Schlamper: unverzinnte Kupferlitze.
Wenn die korrodiert und Kontakt verliert ...

MfG JRD

Nikolaus Riehm

unread,
Jun 16, 2010, 8:24:39 AM6/16/10
to
Am 16.06.2010 13:31 schrieb Rafael Deliano:
>> <http://pics.studiorepair.de/0-Ohm_Fuse_2.jpg>

>
> So ein Schlamper: unverzinnte Kupferlitze.
> Wenn die korrodiert und Kontakt verliert ...

Ja, das werde ich gleich mal Nachlöten, muss nur noch das 150W-Eisen
holen, soll ja auch halten. Am Gehäuse steht Slo-Blo, kommt also hin.

Grüße, Niko

Nikolaus Riehm

unread,
Jun 16, 2010, 8:30:10 AM6/16/10
to
Am 16.06.2010 13:31 schrieb Rafael Deliano:
>> <http://pics.studiorepair.de/0-Ohm_Fuse_2.jpg>
>
> So ein Schlamper: unverzinnte Kupferlitze.
> Wenn die korrodiert und Kontakt verliert ...

Hm, jetzt (fast) ohne Spaß: habe das Gerät mal ans Netz gehängt,
Power-LED ist auch angegangen und die PSU-Spannungen sahen i.O. aus, es
kam nur kein Ton raus (ist ein alter analoger Synthesizer). Irgendwann
schlich sich doch ein blubbernder Klang ein und ich dachte mir "Naja, da
stimmt wohl etwas in der VCA-Sektion nicht." Das kam aber gar nicht aus
den Lautsprechern sondern vom Trafo, der hat in seiner eigenen Soße
gekocht und schon leise vor sich hingeblubbert. Da hat die Litze den Blo
wohl doch etwas zu Slo. ;-)

Grüße, Niko

Sebastian Z u e n d o r f

unread,
Jun 16, 2010, 3:26:36 PM6/16/10
to
Nikolaus Riehm <ma...@nikolaus-riehm.de> wrote:

>Das kam aber gar nicht aus
>den Lautsprechern sondern vom Trafo, der hat in seiner eigenen Soße
>gekocht und schon leise vor sich hingeblubbert. Da hat die Litze den Blo
>wohl doch etwas zu Slo. ;-)

Ich hatte gestern eine Endstufe mit Beschriftung "Verzerrt, sobald
Signal anliegt". Aufgemacht, eingeschaltet und sofort war ein leises
Blubbern zu hören. Dumm geguckt, denn die Lautsprecher waren noch
garnicht angeschlossen.
Die Blubberei kam aus einem der Siebelkos (Format Coladose), der sich
wohl ohne Elektrolyt irgendwie wohler zu fühlen schien. Die Ursache
der Verzerrungen war dann auch schnell klar :-)

Zuendi


--
Signatur abgelaufen!
Die Partyband vom Niederrhein: http://www.stimmtso.net

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