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Empfangsleistung einer DCF Uhr erhoehen

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Sep

unread,
Jan 27, 2002, 6:45:58 AM1/27/02
to
Hallo

Bei unguenstiger Umgebung koennen DCF-Uhren ja schon mal Empfangsstoerungen
haben :-(
Kann man die Empfindlichkeit durch einen groessen Ferittstab verbessern ?
Hat jemand das schon mal gemacht ?
So nach dem Motto: je laenger desto richtungsempfindlicher und je Dicker
desto hoeher die Antennenspannung :-)
Ok den Resonanzkondensator muss man neu ermitteln......

MFG

Robert Hoffmann

unread,
Jan 27, 2002, 7:10:05 AM1/27/02
to

Wenn du die Induktivität der Empfangsspule erhöhst kriegst du bei
gleicher Empfangsfeldstärke mehr Pegel am Ausgang des Schwingkreises,
aber du mußt den - wie du selbst sagst - die Resonanz neu abgleichen.
Aber Vorsicht wo die Schaltung angeschlossen ist: Hängt der Eingang
über eine Anzapfung der Spule dran oder direkt parallel zum
Schwingkreise, evtl. über eine kapazitiven Spannungsteiler.

Vorsicht beim Aussuchen des Ferritts, die haben z.T eine ausgeprägte
Frequenzabhängigkeit (auch ohne draufgewickelten Draht), aber ich
denke ein mittelwellentauglicher sollte auch für DCF 77 reichen. Du
mußt nur für eine sinnvolle Dimensionierung den Al-Wert irgendwie
ermitteln.

Robert
Dipl.Ing. Robert Hoffmann
robert_...@utanet.at

Thomas Rehm

unread,
Jan 27, 2002, 7:46:19 AM1/27/02
to
Sep wrote:
> Bei unguenstiger Umgebung koennen DCF-Uhren ja schon mal
> Empfangsstoerungen haben :-(
> Kann man die Empfindlichkeit durch einen groessen Ferittstab verbessern Je länger der Ferritstab, um so größer ist die Empfindlichkeit.
Aber in der Praxis ist nicht die (un-) Empfindlichkeit ein Problem
sondern Störer wie z.B. Dimmer, PCs, Monitore, auch Gewitter.
Selbst einzelne Störungen wie z.B. Ein- oder Ausschalten von
Leuchtstofflampen können den Empfang eines Telegramms (welches
1 Minute dauert) ungültig machen.
Es kann helfen, mit einem Taschenradio mit MW-Empfang nach einem
ungestörteren Empfangsort für die Funkuhr zu suchen.

Wenn die Funkuhr im Keller eines Betongebäudes steht, kann
allerdings auch die Empfindlichkeit möglicherweise nicht ausreichen.

> Ok den Resonanzkondensator muss man neu ermitteln......

Den würde ich lassen wie er ist und den neuen (längeren) Ferritstab
so bewickeln, daß die gleiche Induktivität zustande kommt wie vorher.
Für den Fall, daß die Spule auf den neuen Ferritstab draufpaßt,
dürfte es reichen, die Spule abzuwickeln. Allerdings solltest
Du dann ein paar Meßmittel haben, einen Funktionsgenerator und
ein Oszilloskop zum Beispiel.

Thomas.

--
/* Die Erde ist eine Vinylscheibe. */

Ulrich Strate

unread,
Jan 27, 2002, 8:14:43 AM1/27/02
to
Hallo,

Sep wrote:
> Bei unguenstiger Umgebung koennen DCF-Uhren ja schon mal Empfangsstoerungen
> haben :-(
> Kann man die Empfindlichkeit durch einen groessen Ferittstab verbessern ?

Mangelnde Empfindlichkeit und Empfangsstörungen sind zwei
verschiedende Paar Schuhe..


> Hat jemand das schon mal gemacht ?
> So nach dem Motto: je laenger desto richtungsempfindlicher und je Dicker
> desto hoeher die Antennenspannung :-)

Eine DCF-Uhr neben dem TV wird auch mit einer längeren
Ferritantenne nicht besser..
Sehr wahrscheinlich ist nicht zu geringe Antennenspannung,
sondern zu hoher Umgebungsstörpegel die Ursache des Problems.
Aussichtsreichere Vorgehensweise: Zunächst _ohne_ Umbau einen
Standort (z. B. Fenster, Dachboden) ermitteln, an dem die Uhr
sauber funktioniert. Danach die eingebaute Ferritantenne
ausbauen, mit einem FET-Sourcefolger + passendem Kreiskondensator
absetzen und das Signal über Koaxkabel wieder der Uhr zuführen.

Gruß

Ulrich

WZint

unread,
Jan 27, 2002, 9:11:59 AM1/27/02
to

Sep wrote in message <3c53e809$0$227$4d4e...@businessnews.de.uu.net>...
Na ja, ich habe folgende Vorschläge:

-Empfangsantenne als Aktivantenne auslegen, an 'günstigem' Ort anbringen.
Güte erhöhen, Q=1/Rs*srqt(L/C).
-Richtwirkung der Antenne erhöhen. Das geht über den längeren Antennenstab
oder über eine Rahmenantenne.
-Bandbreite des Empfängers reduzieren. Vielleicht Mehrkreiser, besser
Superhet oder Homodyne.
-Ganz speziell zum Thema 'Zeilenstörungen' gab es vor einigen Jahren in
einer Elrad einen Superhet mit TDA1072. Der hat seinen Oszillator auf
5MHz/64=78.125kHz=5*15.625kHz gelegt. Die ZF war über Gyrator auf 625Hz
eingestellt. Damit has das Ding Zeilenstörungen auf 0Hz heruntergemischt und
ganz gut unterdrückt. Die Idee ließe sich mittels synchroner Demodulation
oder SSB-Demodulator weiter ausbauen.
-NF-Bandbreite auf das Minimalmaß reduzieren (analog oder digital). Die
Pulse sind 0.1 bzw 0,2 s breit. Das gibt mit tr=0.35/fg eine NF-Bandbreite
von 7Hz. Das funktioniert mit den weit verbreiteten Geradeausempfängern mit
Hüllkurvendemodulator nicht so gut wie bei synchroner Demodulation.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Zint
<wz...@t-online.de>


Thomas Rehm

unread,
Jan 27, 2002, 10:11:40 AM1/27/02
to
WZint wrote:
> Sep wrote in message
>> Bei unguenstiger Umgebung koennen DCF-Uhren ja schon mal
>> Empfangsstoerungen
>> haben :-(
>> Kann man die Empfindlichkeit durch einen groessen Ferittstab
>> verbessern ?
> Na ja, ich habe folgende Vorschläge:
> -Empfangsantenne als Aktivantenne auslegen, an 'günstigem' Ort
> anbringen.
Das ist sicher die beste Lösung; aber nur, um einen Funkwecker
endlich zum Spielen zu bringen, reichlich aufwändig.

> Güte erhöhen, Q=1/Rs*srqt(L/C).
Der Einfluß des Ferritmaterials ist in der Formel nicht berücksichtigt.
Das LC-Verhältnis üblicher Ferritantennen/Empfangssystemen ist schon
weitesgehend optimal ausgelegt.

> -Richtwirkung der Antenne erhöhen. Das geht über den längeren
> Antennenstab oder über eine Rahmenantenne.

Dies hat keinen Einfluß auf die Richtcharakteristik (abgesehen von
möglicherweise schärferen Nullstellen, welche aber für den Empfang
des DCF77 eher störend sind ;-)
Eine "Richtwirkung" über die typische Dipolcharakteristik hinaus
ist physikalisch unmöglich, solange die Größe des Antennensystem
nicht größer als 1/2 Wellenlänge ist.

> -Bandbreite des Empfängers reduzieren. Vielleicht Mehrkreiser, besser
> Superhet oder Homodyne.

Brauchbare Funkuhrempfänger benutzen Quarzfilter, bestehend aus
einem (manchmal 2) 77,5kHz-Quarz(en). Die -3dB-Bandbreite beträgt dann
7 bis 15 Hz, also optimal für DCF77.
Überlagerungsempfänger sind unnötig, Geradeaus-Empfänger völlig
ausreichend und in der Praxis weit verbreitet und bewährt.

> -Ganz speziell zum Thema 'Zeilenstörungen' gab es vor einigen Jahren in
> einer Elrad einen Superhet mit TDA1072. Der hat seinen Oszillator auf
> 5MHz/64=78.125kHz=5*15.625kHz gelegt. Die ZF war über Gyrator auf 625Hz
> eingestellt. Damit has das Ding Zeilenstörungen auf 0Hz
> heruntergemischt und ganz gut unterdrückt.

Das Konzept war wirklich trickreich. Da 77,5kHz-Quarze jedoch
problemlos erhältlich sind und mittlerweile billiger als jede
Mischerlösung, ist das Elrad-Konzept nur für Bastler noch von
Interesse.

> Die Idee ließe sich mittels synchroner Demodulation
> oder SSB-Demodulator weiter ausbauen.

Der DCF77 arbeitet in AM-Modulation. Würde ein "SSB-Demodulator"
benutzt, müßte der Überlagerungs-Oszillator phasenstarr auf den
Träger (oder ZF) synchronisiert sein - das wäre der erwähnte
Synchrondemodulator. Aber auch das ist lediglich aufwändig.

> -NF-Bandbreite auf das Minimalmaß reduzieren (analog oder digital).
> Die Pulse sind 0.1 bzw 0,2 s breit. Das gibt mit tr=0.35/fg eine
> NF-Bandbreite von 7Hz.

Und eine HF-Bandbreite von 14 Hz. Wenn in der HF-Ebene bereits
mit Quarzen gefiltert wird, so ist Filterung in der "NF-Ebene"
(aka "Basisband" oder "nach dem AM-Demodulator") nicht nötig
bzw. da ist sowieso immer ein Schmitt-Trigger (oder bei manchen
DCF-ICs auch ein 4bit-ADC) vorhanden, damit der nachfolgende
Controller die Daten einlesen kann.

Und wenn schon Demodulator-Spielereien, warum dann nicht mal
zur Abwechslung die Phasenmodulation des DCF77 für den Zeitempfang
einsetzen? Das ist weithin unbekannt: Der DCF77 sendet parallel
zur AM auch eine 512 bit lange PNR-Folge phasenmoduliert aus,
welche je nach Bitlage invertiert wird.
Ich habe noch nie von einem DCF-Empfänger gehört, der dieses
Feature nutzt, obwohl die Zeitgenauigkeit gegenüber der AM-
Variante Faktor 10 besser sein soll...

Thomas.

--
If you can't learn to do it well, learn to enjoy doing it badly.

Bernd Mayer

unread,
Jan 27, 2002, 11:57:56 AM1/27/02
to
Thomas Rehm wrote:
>
> WZint wrote:
> > Sep wrote in message
> >> Bei unguenstiger Umgebung koennen DCF-Uhren ja schon mal
> >> Empfangsstoerungen
> >> haben :-(
> >> Kann man die Empfindlichkeit durch einen groessen Ferittstab
> >> verbessern ?
> > Na ja, ich habe folgende Vorschläge:
> > -Empfangsantenne als Aktivantenne auslegen, an 'günstigem' Ort
> > anbringen.
> Das ist sicher die beste Lösung; aber nur, um einen Funkwecker
> endlich zum Spielen zu bringen, reichlich aufwändig.
>
> > Güte erhöhen, Q=1/Rs*srqt(L/C).
> Der Einfluß des Ferritmaterials ist in der Formel nicht berücksichtigt.
> Das LC-Verhältnis üblicher Ferritantennen/Empfangssystemen ist schon
> weitesgehend optimal ausgelegt.

Hallo Thomas,

Der Dämpfungswiderstand geht beim belasteten Schwingkreis auch noch mit
in die Güte ein und beinflusst die Bandbreite und damit die
Empfindlickeit gegenüber Störungen, daher ist ein FET- Sourcefolger,
evtl. in Kaskodeschaltung wegen der geringeren Rückwirkung sinnvoll.

HTH


Bernd Mayer
--
Linux - more power for less bucks.

Jens Tiemann

unread,
Jan 28, 2002, 6:37:25 AM1/28/02
to

Thomas Rehm wrote:
>
> ...

> Und wenn schon Demodulator-Spielereien, warum dann nicht mal
> zur Abwechslung die Phasenmodulation des DCF77 für den Zeitempfang
> einsetzen? Das ist weithin unbekannt: Der DCF77 sendet parallel
> zur AM auch eine 512 bit lange PNR-Folge phasenmoduliert aus,
> welche je nach Bitlage invertiert wird.
> Ich habe noch nie von einem DCF-Empfänger gehört, der dieses
> Feature nutzt, obwohl die Zeitgenauigkeit gegenüber der AM-
> Variante Faktor 10 besser sein soll...

Hi,

den Empfaenger gibt es von Meinberg, PZF509. Ist aber
leider ein wenig teuer, so ab 1700 DM geht es los....
Die Genauigkeit ist eher noch besser, da das Auswerten der
Flanke auf einem PC einen ungenauen Offset erzeugt.
Aber das ist ja wirklich ein prima Selbstbauprojekt: Niedrige
Frequenzen, Mikrocontroller, im Kaufhaus nicht deprimierend
billig zu bekommen....

Gruss
Jens

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