Was passiert mit der Phosphorsäure in der Cola, wenn selbige erwärmt wird?
Wir mussten gekochte Cola mit Natronlauge (0,1 mol/l) titrieren und die ph
Werte messen. Das gleiche sollten wir mit frischer Cola machen.
Der ph-Wert der gekochten Cola nimmt ab einem bestimmten Pinkt schneller zu,
als der der frischen (Bsp.: 10 ml NaOH -gekochte Cola pH=10,8; frische Cola
pH=6,7)
Warum ist das so? Hat die Kohlensäure, die beim kochen verschwindet irgend
einen Einfluss?
MfG Korinna
Hmm...Was für einen Einfluss mag wohl die Anwesenheit einer Säure auf
den pH-Wert haben?
--
Marco
In Wasser (oder in Cola) löst sich erstmal Kohlendioxid. Kohlendioxid reagiert
dann mit Wasser weiter:
CO2 + H2O = H+ + HCO3-
Ich vermute, dass dieses System (Kohlendioxid/Hydrogencarbonat) wie ein
pH-Puffer wirkt. Die abgekochte Cola ist nicht gepuffert, der pH-Wert steigt bei
NaOH-Zugabe schneller.
Jörg
>
> MfG Korinna
Ja. das CO2 der frischen Cola reagiert mit dem NaOH zu NaHCO3/Na2CO3. Je
nach Zugabe.
Nimm beide Salze mal in reiner Form. Feuchte ein pH-Papier (Universal)
an un gibt einige Körnchen drauf.
Welcher pH wird angezeigt ?
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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http://www.cneweb.de/home/chemietechnik
Und was ist mit der Phosphorsäure, die da enthalten sein soll? Darauf legt
unsere Chemielehrerin nämlich besonderen Wert. Protolysegleichung mussten
wir schon aufstellen.
H3PO4 ---> PO4(3-)
Hmm. H3PO4 wird beim erwärmen aber nicht entweichen. Natürlich ergibt
sich daraus auch noch eine pH-Pufferung. Wenn Du die Möglichkeit hast
dann mach den pH-Papiertest doch auch mal mit den Phosphorsalzen.
Ist die Protolysegleichung als richtig anerkannt ? Oder gib es da noch
mehr ? (!)
Wäre es aber nicht möglich, dass die Phosphorsäure beim Erhitzen
dimerisiert/polymerisiert und so einige P-OH Gruppen in P-O-P umwandelt und
deshalb die Lösung stärker auf die Zugabe von NaOH reagiert?
Weiss jemand die Geschwindikeitskonstanten für die Hin- und Rückreaktion?
Bernd
> Und was ist mit der Phosphorsäure, die da enthalten sein soll? Darauf legt
> unsere Chemielehrerin nämlich besonderen Wert. Protolysegleichung mussten
> wir schon aufstellen.
>
> H3PO4 ---> PO4(3-)
phosphorsäure dissoziiert nicht vollständig, sondern stufenweise.
1. h3po4 +h2o => h2po4(-) + h3o(+)
2. h2po4(-) +h2o => hpo4(2-) + h3o(+)
3. hpo4(2-)+ h2o => po4(3-) + h3o(+)
außerdem hat deine lehrerin recht, in cola-drinks darf lt lebensmittegrecht
bis zu 0,7g/kg enthalten sein, s.a zutatenliste E338.
schönene feiertag
grüße
Detlef
>Hmm, das meiste CO2 ist im Wasser doch physikalisch und nicht chemisch
>gelöst. Ich glaube nicht das es durch NoOH Zugabe möglich ist innerhalb der
>kurzen Zeit der Titration CO2 chemisch zu lösen (bin da aber nicht sicher,
Das ist gut, dass Du Dir nicht sicher bist..!
Ein (Lehrbuch-) Praktikumsbeispiel ist die Titration von Soda
mit Salzsäure. Dabei muss zwischendurch immer wieder das ent-
stehende CO2 verkocht und die Lösung abgekühlt werden.
Gruss, Holger
MfG
Martin
> >
> Vielleicht will Chemie-Tantschen darauf hinaus, dass Phosphorsäure
> in Stufen neutralisiert. In der Neutralisationskurve sind also
> Plateaus.
Das ist natürlich noch ein weiterer Aspekt en Detail, trifft aber auch auf die
Kohlensäure zu. CO3^2- und HCO3-.
die 700 mg/kg beziehen sich auf eine Berechnung als P2O5.
( möglicherweise ist in der Getränkeindustrie der Einsatz
dieser Verbindung gegenüber der freien Säure vorteilhafter ? )
Demnach ist der Zusatz von Phosphorsäure als H3PO4
( darum geht's hier ja ) zu "nichtalkoholischen aromatisierten
Getränken" bis zu einer Höchstmenge von rechnerisch 976 mg/kg,
also rund 1 g/kg ( analog zu den anderen unter Anlage 4 Teil B
Liste 2 ZZulV aufgeführten Lebensmitteln ) zulässig. :-)
mfG
Christian
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"Detlef Bertling" <detlef....@uni-essen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B275B14...@uni-essen.de...
*schnipp*
> außerdem hat deine lehrerin recht, in cola-drinks darf lt
lebensmittegrecht
> bis zu 0,7g/kg enthalten sein, s.a zutatenliste E338.
*schnapp*
Welche freie Säure? :-)
Ich schätze mal, daß die reine, bei Raumtemperatur feste Phosphorsäure
etwas umständlich zu gewinnen ist, wenn man damit sowieso nur die Limo
ansäuern will, und es relativ witzlos ist, das Wasser in dem 85%igen Sirup,
den man sonst eventuell noch verwendet, durch die Gegend zu karren, wenn
reine Phosphorsäure sowieso (laut HoWi) durch die Verbrennung reinen
Phosphors gewonnen wird. Keine Ahnung, ob es wirklich so ist, aber ich finde
es dann logisch, das P_4O_{10} spazierenzufahren - das dürfte einfach die
transport- und dosierfreundlichste Form sein.
Nur so ne Vermutung,
Patrick
>Ich schätze mal, daß die reine, bei Raumtemperatur feste Phosphorsäure
>etwas umständlich zu gewinnen ist, wenn man damit sowieso nur die Limo
>ansäuern will, und es relativ witzlos ist, das Wasser in dem 85%igen Sirup,
>den man sonst eventuell noch verwendet, durch die Gegend zu karren, wenn
>reine Phosphorsäure sowieso (laut HoWi) durch die Verbrennung reinen
>Phosphors gewonnen wird. Keine Ahnung, ob es wirklich so ist, aber ich finde
>es dann logisch, das P_4O_{10} spazierenzufahren - das dürfte einfach die
>transport- und dosierfreundlichste Form sein.
[ ] Du hast gesehen, wie P_4_O_{10}_ mit Wasser reagiert...
>Nur so ne Vermutung,
Aber eine schlechte...
Gruss, Holger
Heftig. Aber da _saubere_ Phosphorsäure auf diesem Wege gewonnen wird,
kann man es wohl in den Griff bekommen. Coca-Cola ist ja keine kleine
Klitsche, wo jemand mit dem Schäufelchen steht, das Zeug in nen Eimer
Wasser kippt und sich wundert, was da passiert.
Mal ganz davon abgesehen, daß man Respekt davor haben sollte - 0,7 g auf
1 Liter Wasser ist wirklich nicht die Welt.
>>Nur so ne Vermutung,
>
> Aber eine schlechte...
Mag sein. Weißt Du definitiv, daß es in der Industrie anders läuft,
oder ist das auch nur ne Vermutung von Dir? Wohlgemerkt - ich behaupte
nicht, daß es so _ist_, aber ich sehe keinen zwingenden Grund, wieso es
nicht so sein könnte.
Tschüs, Patrick