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F: Papier auflösen od. zersetzen

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Christian Zinner

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Jun 15, 2000, 3:00:00 AM6/15/00
to
Hallo,

gibt es Substanzen, welche handelsübliches Kopierpapier zersetzen oder gar
auflösen?
Das Papier sollte dabei praktisch ohne mechanische Bearbeitung komplett
zerfallen.
Der Prozess sollte unter 100 Grad Celsius ablaufen und nicht wesentlich
länger als eine Stunde dauern.
Bin für jeden Tip dankbar!

Christian Zinner

Uwe Bieling

unread,
Jun 16, 2000, 3:00:00 AM6/16/00
to
"Christian Zinner" <e932...@stud1.tuwien.ac.at> schrieb im Newsbeitrag
news:8ibbp2$4sm$1...@news.tuwien.ac.at...

> Hallo,
>
> gibt es Substanzen, welche handelsübliches Kopierpapier zersetzen oder gar
> auflösen?
> Das Papier sollte dabei praktisch ohne mechanische Bearbeitung komplett
> zerfallen.

Kommt die Steuerfahnung? ;-)

Uwe

--
"Der Erfolg verändert keinen Menschen, er entlarvt ihn." (Max Frisch)


Christian Zinner

unread,
Jun 16, 2000, 3:00:00 AM6/16/00
to
Guter Witz, aber in dem Fall wär' ein Zippo wohl praktischer...

Christian Zinner

"Uwe Bieling" <UweBi...@uni-muenster.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8ibl3k$qs4$1...@redenix.uni-muenster.de...

Michael Schmidt

unread,
Jun 16, 2000, 3:00:00 AM6/16/00
to
On Thu, 15 Jun 2000 21:48:36 +0200, "Christian Zinner"
<e932...@stud1.tuwien.ac.at> wrote:

>Hallo,

Hallo Christian,

>gibt es Substanzen, welche handelsübliches Kopierpapier zersetzen oder gar
>auflösen?
>Das Papier sollte dabei praktisch ohne mechanische Bearbeitung komplett
>zerfallen.

>Der Prozess sollte unter 100 Grad Celsius ablaufen und nicht wesentlich
>länger als eine Stunde dauern.

Mit konzentrierter Schwefelsäure kannst du den totalen Datenschutz
realisieren. Sie zersetzt unbeschichtetes Papier bei Zimmertemperatur
in wenigen Minuten.

3 Nachteile gibt es :

Du solltest über die Gefahren beim Umgang mit konzentrierter
Schwefelsäure gut Bescheid wissen. Damit ist nicht zu spaßen. Genauso
leicht wie Papier zersetzt sie deine Haut oder Kleidung.

Die Entsorgung muss professionell erfolgen. Gib Schwefelsäure NIE in
Wasser oder den Ausguss.

Und teuer ist das Ganze auch.

Viele Grüße
Michael


Michael Burgis

unread,
Jun 16, 2000, 3:00:00 AM6/16/00
to
Was ist Dir wichtiger: Soll nur die mechanische Struktur des Blattes
zerstört
werden, so daß es chemisch gesehen noch weitestgehend existiert oder soll
das
Blatt total zerstört und quasi in seine Elemente aufgelöst werden?
Für letzteren Fall würde ich Dir Schwefelsäure empfehlen. Kleines
Glasaquarium
etc. mit verd. H2SO4 füllen und nach und nach mit Blättern füttern. Wenn Du
das schön langsam machst dürfte sich die Erwärmung in Grenzen halten.
HTH, Michael


Christian Zinner <e932...@stud1.tuwien.ac.at> schrieb in im Newsbeitrag:
8ibbp2$4sm$1...@news.tuwien.ac.at...
> Hallo,


>
> gibt es Substanzen, welche handelsübliches Kopierpapier zersetzen oder gar
> auflösen?
> Das Papier sollte dabei praktisch ohne mechanische Bearbeitung komplett
> zerfallen.
> Der Prozess sollte unter 100 Grad Celsius ablaufen und nicht wesentlich
> länger als eine Stunde dauern.

Christian Zinner

unread,
Jun 17, 2000, 3:00:00 AM6/17/00
to
Eine kleine Erläuterung, was ich damit bezwecken will:
Es geht darum, den Toner vom Papier auf eine Kupferoberfläche zu übertragen,
der dann als Ätzresist für's Kupfer dienen soll.
Das Bindemittel im Toner eignet sich sehr gut dafür, und die Graphitteilchen
ergeben noch dazu eine gute optische Kontrolle.
Die Übertragung klappt ganz einfach durch Wärme und Druck (Bügeleisen od.
Kochplatte). So weit so gut.
Nun hab' ich das Papier an der Kupferoberfläche kleben, wenn das Papier
jedoch einfach abgezogen wird, löst sich der Toner, der nur leicht am Kupfer
haftet, wieder ab. Wenn nun das Papier ohne mechanische Bearbeitung abgelöst
werden könnte, hätte ich schon gewonnen! Die Substanz, die das Papier
zersetzt, darf also weder mit Kupfer noch mit dem Toner merklich reagieren.
Hochkonzentrierte Schwefelsäure scheint mir da wenig geeignet zu sein. Hab'
schon mit Zinkchlorid experimentiert, geht auf jeden Fall besser als
Einweichen in Wasser, dürfte aber noch nicht das Optimum sein. Ein Nachteil
ist offensichtlich die hohe Qualität heutiger Kopierpapiersorten.
Es gibt auch spezielle Folien für den Zweck, jedoch habe ich mit meinem
Verfahren bereits bessere Ergebnisse erzielt.

"Michael Burgis" <Michael...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:8ie1tq$ulf$1...@kunigunde.bnv-bamberg.de...

Ulrich Wolf

unread,
Jun 17, 2000, 3:00:00 AM6/17/00
to
Christian Zinner <e932...@stud1.tuwien.ac.at> wrote:

> Nun hab' ich das Papier an der Kupferoberfläche kleben, wenn das Papier
> jedoch einfach abgezogen wird, löst sich der Toner, der nur leicht am Kupfer
> haftet, wieder ab. Wenn nun das Papier ohne mechanische Bearbeitung abgelöst
> werden könnte, hätte ich schon gewonnen! Die Substanz, die das Papier

Kann man eventuell durch das Papier aetzen? Kenne mich mit den
einschlaegigen Aetzverfahren nicht so aus, aber das Papier sollte ein
fluessiges Aetzmittel doch auf alle Faelle aufsauegn. Es quillt dabei
vermutlich, vielleicht wird es dabei auch schon abgeloest. Auf alle Faelle
duerfte das Aetzmittel aber wohl das Kupfer erreichen und schonmal das tun,
was es soll....aetzen...:-) Wenn das Papier den Aetzvorgang stoert
("verwischen oder so aehnlich) kann man es vielleicht nach kurzer Einweichzeit
auch abloesen.

> Einweichen in Wasser, dürfte aber noch nicht das Optimum sein. Ein Nachteil
> ist offensichtlich die hohe Qualität heutiger Kopierpapiersorten.

Nimm doch ein schlechteres Papier....

Ciao
U3


--
Ulrich Wolf |
Inst. f. Physikalische Chemie|
Hans-Meerwein-Str. |
D-35032 Marburg |

Ilja

unread,
Jun 18, 2000, 3:00:00 AM6/18/00
to
Hi !

> Eine kleine Erläuterung, was ich damit bezwecken will:
> Es geht darum, den Toner vom Papier auf eine Kupferoberfläche zu übertragen,
> der dann als Ätzresist für's Kupfer dienen soll.

lass es lieber, es habe schon viele Leute versucht, aber ist immer
Gluckssache :(, es ist einfach zu schwer Temperatur und Anpressdruck beim
übertragen des Toners konstan zu halten :(, auch wenn du das Papier
weggekriegt hast, haftet der Toner nicht immer gut und löst sich mitten
im Ätzen ab :((, nimm lieber die Fotomethode...

bye!

Alexander Beck

unread,
Jun 18, 2000, 3:00:00 AM6/18/00
to
"Christian Zinner" <e932...@stud1.tuwien.ac.at> schrieb im
Newsbeitrag news:8ibbp2$4sm$1...@news.tuwien.ac.at...

> Hallo,
>
> gibt es Substanzen, welche handelsübliches Kopierpapier zersetzen oder gar
> auflösen?
> Das Papier sollte dabei praktisch ohne mechanische Bearbeitung komplett
> zerfallen.

Ich hab mal aus Spaß ein Blatt Papier in eine ca.
15%-Wasserstoffperoxidlösung gehalten. Nach einer Stunde sah das Blatt
noch völlig unbeschädigt aus. Als ich aber noch ein paar Tropfen
Salzsäure zugab änderte sich dies. Das Ganze quoll an, ohne dabei
jedoch die aufgedruckte Schrift zu zerstören.

Vielleicht überlebt ja die Kupferplatte eine solche Behandlung. Viel
Spaß beim Experimentieren, aber misch die Mixtur bitte nicht mit
Aceton oder einem anderen organischen Lösungsmittel könnte bös enden.


Alex

Michael Burgis

unread,
Jun 18, 2000, 3:00:00 AM6/18/00
to

Christian Zinner <e932...@stud1.tuwien.ac.at> schrieb in im Newsbeitrag:
8ie9qh$mf3$1...@news.tuwien.ac.at...

> Eine kleine Erläuterung, was ich damit bezwecken will:
> Es geht darum, den Toner vom Papier auf eine Kupferoberfläche zu
übertragen,
> der dann als Ätzresist für's Kupfer dienen soll.

Gute Idee. Da bist Du aber nicht der Erste der darauf kommt.

[...]


> werden könnte, hätte ich schon gewonnen! Die Substanz, die das Papier

> zersetzt, darf also weder mit Kupfer noch mit dem Toner merklich
reagieren.

Warum eigenlich nicht mit dem Kopfer? In diesem Fall könntest Du doch gleich
zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Papier wird entfernt und Platine
wird
gleichzeitig geätzt.

[...]


> Es gibt auch spezielle Folien für den Zweck, jedoch habe ich mit meinem
> Verfahren bereits bessere Ergebnisse erzielt.

Dann hast Du wahrscheinlich nicht die richtigen Folien verwendet. Bei
Völkner
gibt es (ob dem immer noch so ist weiß ich leider nicht) solch eine
Transferfolie. Soll zwar saumäßig teuer sein, dafür aber wunderbar
funktionieren (ich habe so eine Folie leider nicht selbst, aber ein
Bekannter
von mir schwärmt davon, und hält sie für die Erfindung des Rads bei der
Platinenherstellung :-) ).

Gruß, Michael


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