Ich habe vor mehreren Jahren mal ein Mittelchen zum Anfärben von DCs:
Wenn ich mich recht erinnere war die Lösung orange, beim Ansprühen des
DCs wurde die besprühte Fläche blau-grün, Amine wurden dunkelblau,
(Carbon-)säuren gelb.
Weiß jemand, was das gewesen sein könnte?
Mein Laborjournal aus dieser Zeit ist leider nicht sehr
aussagekräftig..... (jaja, ich schäme mich auch!) und jetzt könnte ich
das Zeug wieder gebrauchen.
Danke schonmal!
Tschüß, Sabine
> Ich habe vor mehreren Jahren mal ein Mittelchen zum Anfärben von DCs:
> Wenn ich mich recht erinnere war die Lösung orange, beim Ansprühen des
> DCs wurde die besprühte Fläche blau-grün, Amine wurden dunkelblau,
> (Carbon-)säuren gelb.
> Weiß jemand, was das gewesen sein könnte?
Hmmm ... ich hab keine Ahnung, ob sowas für DCs verwendet wird, aber das
hört sich verdammt nach Bromthymolblau an. Indikator, der im sauren
gelb, im basischen blau und dazwischen halt grünlich ist
...(Umschlagpunkt gg. pH 7).
hth,
Ulf
Sabine Pütz schrieb:
Hallo Sabine,
ich habe folgende Reagenzien gefunden:
Anilinphthalat
Bromkresolgrün
2,7- Dichlorfluorescin
4- Dimethylaminobenzaldehyd
Dragendorffs Reagenz
Molybdatophosphorsäure
Ninhydrin
Rhodamin B
Eine davon wird die Substanz sein, die Du suchst. Da hilft nur
Ausprobieren.
(Quelle Merck Katalog)
Hope it helps.
Gruß Udo.
Gruß,
Dirk
--
Dirk Schanzenbach
Universität Potsdam / Institut für Chemie
http://www.chem.uni-potsdam.de/ochome/schanzenbach_d.html
Na, das wäre ja prima!
Einersiets würde mich natürlich meine Zeugs von früher ineteressieren,
aber das heißt ja nicht, daß es nicht da drinsteht.
Ich habe eine Substanz, in der insgesamt 3 Amide vorkommen. An einem
Ende hängt eine Carbonsäure, die nach der Reaktion hoffentlich ein
NHS-Aktivester (also eigentlich auch ein Amid) ist.
Steht in Deinem Büchle vielleicht auch was, womit man ganz allgemein
organische Verbindungen auf dem DC zu braunen Flecken verbraten kann?
Vielen Dank!
Tschüß, Sabine
einfach mit halbkonz. H2SO4 benetzen und mir der Heiáluftpistole richtig
braten. Aber erst langsam anfangen bis es einigermassen trocken ist
(vorsichtig spritzende S„ure) und dann erst richtig braten. Manchmal
bl„ttert dabei Kieselgel ab.
Lars
>
> Steht in Deinem Büchle vielleicht auch was, womit man ganz allgemein
> organische Verbindungen auf dem DC zu braunen Flecken verbraten kann?
Ich glaub, dass ist (halbkonz.?) Schwefelsäure. Reintunken, auf
Heizplatte legen, und wenn der DC-Kunststoff noch lebt, sind die org.
Flecken braun :)
Alternativ gibts auch die Molybdatophosphorsäure H3 Mo12 O40 P, die in
MeOH gelöst gelb ist, und beim Trocknen des DC mit der Heatgun nach
Eintauchen die org. Flecken (von fast allem, außer Alkane o.ä.) blau färbt.
Gruß, Ulf
> auf Heizplatte legen, und wenn der DC-Kunststoff noch lebt, [...]
Mit dem Heißluftfön überleben die Plastik-DC-Folien.
Besser geht's aber mit den Alufolien; da kannst Du braten, bis die
Flecken schwarz sind ;-)))
> Ich habe eine Substanz, in der insgesamt 3 Amide vorkommen. An einem
> Ende hängt eine Carbonsäure, die nach der Reaktion hoffentlich ein
> NHS-Aktivester (also eigentlich auch ein Amid) ist.
Jetzt wird's recht lang ;-)
<Zitat>
Chlor-Pyrazolon-Cyanid für Indole, Säureamide und Sulfonamide
Chlorierung: Die Platte wird etwa 2-3 min in eine Chloratmosphäre (z.
B. aus Kaliumpermanganat und Salzsäure (25%)) eingestellt.
Danach wird die Platte 5 min lang an der Luft liegen gelassen oder
besser im Trockenschrank auf 100°C erwärmt, um den Überschuß an Chlor
zu entfernen. Lösung a: 0,2 M 3-Methyl-1-phenyl-3-pyrazolin-5-on
Lösung b: Kaliumcyanidlösung 1 mol/l.
Sprühlösung: gleiche Volumina von a und b werden gemischt.
Vorgang: Sobald der Überschuß an Chlor entfernt ist, wird die Platte
bis zur beginnenden Transparenz besprüht. Vorsicht, giftig! Die
entsprechenden Verbindungen ergeben leuchtend rote Flecken, die nach
etwa 2 min nach Blau umschlagen.
</Zitat>
Dieses Reagenz habe ich vor längerer Zeit mal selbst an kurzkettigen
Peptiden ausprobiert und es klappte sehr gut.
Hier eine weitere Vorschrift:
<Zitat>
Hydroxylamin-Eisen(III)-chlorid für Lactone, Carbonsäureester, -amide
und -anhydride
Lösung a: 20 g Hydroxylaminhydrochlorid werden in 50 ml Wasser gelöst.
Die Lösung wird mit Ethanol auf 200 ml aufgefüllt und kühl aufbewahrt.
Lösung b: 50 g Kaliumhydroxid werden in möglichst wenig Wasser gelöst.
Dann wird mit Ethanol auf 500 ml aufgefüllt.
Sprühlösung I: 1 Vol. a wird mit 2 Vol. b gemischt. Das ausgefallene
Kaliumchlorid wird abfiltriert. Die so erhaltene Sprühlösung I soll im
Kühlschrank aufbewahrt werden (Haltbarkeit etwa 2 Wochen).
Sprühlösung II: 10 g feinstgepulvertes Eisen(III)-chlorid (FeCl3 * 6
H2O) werden in 20 ml Salzsäure (36%) gelöst. Die Lösung wird so lange
mit 200 ml Diethylether geschüttelt, bis eine homogene Mischung
entstanden ist. Die Sprühlösung II ist gut verschlossen längere Zeit
haltbar. Vorgang: Das Chromatogramm wird mit I besprüht, kurz bei
Zimmertemperatur getrocknet und dann mit II nachgesprüht.
</Zitat>
Anmerkung: diese Vorschrift kenne ich nicht aus eigener Erfahrung.
Oft funktionieren solche Vorschriften aber auch ohne das lästige
Sprühen, sondern indem man die DCs kurz (!) eintaucht und dann auf
einem Papiertuch abtupft. Das habe ich bei der erstgenannten Vorschrift
nicht probiert.
> Steht in Deinem Büchle vielleicht auch was, womit man ganz allgemein
> organische Verbindungen auf dem DC zu braunen Flecken verbraten kann?
Außer den bereits im Thread genannten H2SO4-Bruzzlereien geht auch
folgendes:
Es wird eine Tauchlösung aus 300 ml Ethanol, 2,6 ml konz. Schwefelsäure
und 0,3 ml 3-Methoxyphenol hergestellt.
Das getrocknete DC wird kurz (!) eingetaucht, abgetupft und über einem
nach oben gerichteten Heißluftfön (auf mittlere Hitze und schwachen
Luftstrom gestellt) erhitzt.
Dieses Reagenz ist zwar vornehmlich für Aldehyde (besonders
Kohlenhydrate) gedacht, es färben aber auch viele andere Substanzen.
Vorteile:
Viele Substanzen färben unterschiedlich, so dass man selbst bei sehr
ähnlichem Rf-Wert schon an der Farbe erahnen kann, ob es noch das Edukt
oder bereits das Produkt ist.
Die Färbungen reichen von graubraun über rotbraun, rosa, violett,
blauviolett bis zu grüngelb, je nach Substanz und je nach funktionellen
Gruppen.
Der "DC-Hintergrund" wird rosa bis hellbraun, so dass sich einige
nichtfärbende Substanzen teilweise als fast schneeweiße Flecken vom
Hintergrund abheben und so indirekt ebenfalls detektiert werden.
Weiterhin kann man mit etwas Übung beim Erhitzen den Effekt beobachten,
dass viele Substanzen nicht gleichzeitig färben, sondern selbst bei sehr
gleichmäßigem Erhitzen nacheinander erscheinen.
Dieses Reagenz verwende ich täglich in der Kohlenhydratchemie :-)
Zudem gibt's noch ein Reagenz aus Molybdatophosphorsäure, Cersulfat und
Schwefelsäure, das ähnlich wie das schon im Thread genannte einfache
Molybdatophosphosäurereagenz fast alles anfärbt, aber noch universeller
sein soll.
Habe ich noch nicht selbst benutzt, aber im Haus gibt's einen Kollegen,
der das für fast alles nimmt. Wenn es Dich interessiert, frage ich ihn
nach dem Rezept ;-)