Bei der Frage nach Butter aus Kohlenstaub kam mir in den Sinn, dass mir ein
Kommilitone letztens erzählte, dass auch heutzutage Quark teilweise aus
Federn hergestellt würde.
Kann mir da jemand was zu sagen? (Und sei es nur, dass da jemand versucht
hat, mich gut auf den Arm zu nehmen?!)
Vielen Dank im Voraus!!
Katja
--
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Letztendlich scheinen Schokolade und Keratin aus ähnlich aufgebauten
Eiweißarten zu bestehen. Durch relativ einfache Prozesse kann das
Keratin (Hauptbestandteil von Federn etc.)wohl in ein Produkt
umgewandelt werden, welches nach weiterer Verarbeitung (Hinzugabe von
Fetten und Farbstoffen etc.) schokoladenähnlich ist.
Ich habe auch mal gehört, das in der DDR Schokolade aus bzw. mit
Rinderblut hergestellt wurde. Was da dran ist weiß ich nicht, aber auch
Blut besteht zum Großteil aus Eiweißen, insofern könnte es ja möglich
sein.
Von Quark habe ich noch nichts gehört, aber auch dieser besteht ja fast
nur aus Eiweiß.
Die Frage warum so etwas widerliches gemacht wird liegt zumindest bei
Schokolade auf der Hand: Kakao ist ziemlich teuer, da lohnt es sich
schon wenn wenigstens teilweise billigere Komponenten eingesetzt werden
können. Ob sich dieser Aufwand aber für Quark lohnt, weiß ich nicht.
Katja Sperber schrieb:
>
> Hallihallo!
>
> Bei der Frage nach Butter aus Kohlenstaub kam mir in den Sinn, dass mir ein
> Kommilitone letztens erzählte, dass auch heutzutage Quark teilweise aus
> Federn hergestellt würde.
>
> Kann mir da jemand was zu sagen? (Und sei es nur, dass da jemand versucht
> hat, mich gut auf den Arm zu nehmen?!)
>
>Wahrscheinlich hat man
>hier die beta-Faltblattstruktur des beta-Keratins mit entsprechenden Reagenzien
>(die ich dir leider nicht nennen kann) denaturiet und in kleiner Einheiten
>zerlegt.
Federn bestehen aber, ebenso wie zum Beispiel Haare, in erster Linie
aus alpha-Keratin. Im übrigen entsteht Quark nicht durch das Zerlegen
von Proteinen in kleinere Einheiten.
Viele Grüße,
Ulf Neumann
>Letztendlich scheinen Schokolade und Keratin aus ähnlich aufgebauten
>Eiweißarten zu bestehen.
Was meinst Du in diesem Zusammenhang mit "ähnlich"?
>Durch relativ einfache Prozesse kann das
>Keratin (Hauptbestandteil von Federn etc.)wohl in ein Produkt
>umgewandelt werden, welches nach weiterer Verarbeitung (Hinzugabe von
>Fetten und Farbstoffen etc.) schokoladenähnlich ist.
Was sind diese "einfachen Prozesse"?
Hast Du eine Quellenangabe?
>Ich habe auch mal gehört, das in der DDR Schokolade aus bzw. mit
>Rinderblut hergestellt wurde. Was da dran ist weiß ich nicht,
Und bis mir dafür jemand eine seriöse Quelle liefert, bleibt das eine
"urban legend". Da das Gerücht ja immer mal wieder rumgeistert, habe
ich bereits zweimal in de.rec.mampf vergeblich einen Preis für den
Beweis ausgelobt. Ich tue das auch hier nochmal.
Da ich eine gewisse ,äh, ja, Zuneigung zu Schokolade habe und
gleichzeitig diese urban legends faszinierend finde, lobe ich jetzt
mal eine Flasche Champagner aus. Die Flasche bekommt die- oder
derjenige, die/der hier in de.sci.chemie zuerst eine _seriöse_
(allgemeinen wissenschaftlichen Kriterien entsprechende) und
_öffentlich nachprüfbare_ Quelle angibt, die _zweifelsfrei_ den, nicht
nur akzidentiellen, Zusatz von Tierblut zu Schokolade bzw. die
"Herstellung" von Schokolade aus Tierblut nachweist. Der Nachweis des
Zusatzes von aus Blut welcher Spezies auch immer gewonnenen Lecithins
ist _nicht_ ausreichend. "Schokolade" ist alles, was unter diesem
Namen in den letzten dreißig Jahren jemals öffentlich gehandelt wurde.
Spielregeln: Das Angebot gilt bis zum Ende des Monats (Es gilt der
Timestamp des jeweiligen NNTP-Servers). Zweifelhafte Quellen können
hier diskutiert werden, soweit die Charta der Gruppe nicht verletzt
wird. Sollte jemand widerspruchsfrei den Anforderungen entsprochen
haben, geht die Flasche umgehend versandkostenfrei raus. Sollte das
bis zum Monatsende nicht gelungen sein, trinke ich sie selbst oder
lege sie zurück für die nächste unbewiesene Behauptung.
>aber auch
>Blut besteht zum Großteil aus Eiweißen, insofern könnte es ja möglich
>sein.
Protein ist weder bei Blut noch bei Schokolade der Hauptbestandteil.
Bei Blut ist es Wasser, bei Schokolade Fett.
Viele Grüße,
Ulf "irgendwie kriegen wir das Sommerloch schon voll" Neumann
Grüssles
d'r Daniel
--
"Die Fähigkeit zu Denken ist nicht allein die Fähigkeit, Artikulationen
abzusondern"
DCM, 15.8.2000, 0:23 Uhr
Tobias
Ulf Neumann schrieb:
>
> Hast Du eine Quellenangabe?
>
> >Ich habe auch mal gehört, das in der DDR Schokolade aus bzw. mit
> >Rinderblut hergestellt wurde. Was da dran ist weiß ich nicht,
>
> Und bis mir dafür jemand eine seriöse Quelle liefert, bleibt das eine
> "urban legend". Da das Gerücht ja immer mal wieder rumgeistert, habe
> ich bereits zweimal in de.rec.mampf vergeblich einen Preis für den
> Beweis ausgelobt. Ich tue das auch hier nochmal.
Gilt auch eine Quelle für die gegenteilige Darstellung?
http://www3.zeit.de/zeit/tag/stimmts/199846.stimmts_blutscho.html
schoene gruesse
markus
Vor einiger Zeit hat man mal im Fernsehen gebracht, was nach EU alles
zulässig ist. Rinderblut ist selbstverstzändlich. Aber auch zermahlene
Schweinsborste für Kekse, gemahlene Knochen und mehr so unappetittlich
Sachen. Unser Lebensmittelgesetz wurde ausgehebelt.
P.Pr.
>Vollkommen korrektlich - das war die "Schlager Süss-Tafel" und die gibt's
>heute noch/wieder.
Schön. Dann mußt Du jetzt nur noch die Zutatenliste, aus der die
Verwendung von Blut hervorgeht, hier posten, mir eine
Originalverpackung und einen Kaufbeleg schicken, und schon kriegst Du
die Flasche Champagner.
>Eben einen Kollegen aus der Zone jefracht ;-))
So ist das mit den urban legends. Es ist immer der
Kollege|Kumpel|entfernte Verwandte|Schwager.
Leicht spöttisch,
Ulf Neumann
>Gilt auch eine Quelle für die gegenteilige Darstellung?
Natürlich nicht :-)
Viele Grüße,
Ulf Neumann
>In <399C10FC...@mineralogie.uni-hamburg.de> Andreas Gobbert
>wrote:
>>...
>>Ich habe auch mal gehört, das in der DDR Schokolade aus bzw. mit
>>Rinderblut hergestellt wurde. Was da dran ist weiß ich nicht,
>
>Und bis mir dafür jemand eine seriöse Quelle liefert, bleibt das eine
>"urban legend".
>....
>Da ich eine gewisse ,äh, ja, Zuneigung zu Schokolade habe und
>gleichzeitig diese urban legends faszinierend finde, lobe ich jetzt
>mal eine Flasche Champagner aus. Die Flasche bekommt die- oder
>derjenige, die/der hier in de.sci.chemie zuerst eine _seriöse_
>(allgemeinen wissenschaftlichen Kriterien entsprechende) und
>_öffentlich nachprüfbare_ Quelle angibt, die _zweifelsfrei_ den, nicht
>nur akzidentiellen, Zusatz von Tierblut zu Schokolade bzw. die
>"Herstellung" von Schokolade aus Tierblut nachweist. Der Nachweis des
>Zusatzes von aus Blut welcher Spezies auch immer gewonnenen Lecithins
>ist _nicht_ ausreichend.
Schade, denn genau darum dürfte es sich bei diesem hartnäckigem
Gerücht handeln. Ich bin kurz nach der Wende durch einen "Alles-
Ganz-Genau-Wissi" (um nicht -"Wessi" zu schreiben) damit
konfrontiert worden (Da war es übrigens Pferdeblut). Eine von mir
daraufhin angesprochene Kollegin von der Tierernährung in Jena fand
schließlich in einen Tagungsbericht der Lebensmittelchemischen Gesel-
lschaft der DDR einen Aufsatz, in dem es um Methoden der industriellen
Gewinnung von Phospholipiden von aus dem Blut von Schlachttieren
ging. Explizit war dabei die Zusammenarbeit mit dem VEB "Rotstern"
in Görlitz angesprochen -einem der großen Schokoladenherstellern der
DDR.
Leider ist mir der Artikel im Laufe der Nachwendewirren abhanden
gekommen, ich glaube aber, daß die Tagung in Dresden stattfand,
kurz bevor Prof.Ludwig das Institut f. Lebensmittelchemie an der
TU übernahm (war, AFAIK, 80 oder 81).
Vielleicht ist das ein Hinweis für weitere Recherchen.
MfG
Hartmut
>Tobias Weiss wrote:
>>
>> Wird da heute auch noch Rinderblut verwendet? Ich kann mir eigentlich nicht
>> vorstellen, dass das dann noch Schokolade genannt werden darf
>> (Lebensmittelgesetz, ect.)
....
>
>Vor einiger Zeit hat man mal im Fernsehen gebracht, was nach EU alles
>zulässig ist. Rinderblut ist selbstverstzändlich.
Da wäre ich mir nicht so sicher. Vgl.
http://europa.eu.int/eur-lex/de/dat/2000/l_197/l_19720000803de00190025.pdf
MfG
Hartmut