Da unser Balkon undicht war, wurde er auf Gewährleistung neu verfliest und
die Brüstung mit Zinkblech verkleidet.
Dort wo der Fliesenboden in die Brüstung übergeht wurde Silikon verwendet.
Das Zinkblech sieht nun häßlich aus, es ist rauh und verätzt (eeiße
Schicht).
Außerdem nehme ich an, dass nun der Korrosionsschutz durch die Zinkschicht
nicht mehr gegeben ist.
Nun meine Frage: Wie kann ich gegenüber den Firmen (Fliesenleger,
Spenglerei) argumentieren, dass der Schaden ersetzt wird. Ich nehme an in
Silikon ist Säure enthalten, und es müsste doch eine säurefreie Dichtmasse
geben.
Bitte um fundierte Antworten !!!
danke
Manfred
P.S.: Bei unserem zweiten Balkon wurde Aluminium verwendet, dort gibt es
keine Probleme.
----------------------------
Manfred Migl
Billrothgasse 43
A-8047 Graz
mail: fred...@sbox.tu-graz.ac.at
fred...@gmx.net
Tel.: +43 (0)316/321067-237
"Migl Manfred" <fred...@sbox.tu-graz.ac.at> schrieb:
> Da unser Balkon undicht war, wurde er auf Gewährleistung neu verfliest und
> die Brüstung mit Zinkblech verkleidet.
> Dort wo der Fliesenboden in die Brüstung übergeht wurde Silikon verwendet.
> Das Zinkblech sieht nun häßlich aus, es ist rauh und verätzt (eeiße
> Schicht).
> Nun meine Frage: Wie kann ich gegenüber den Firmen (Fliesenleger,
> Spenglerei) argumentieren, dass der Schaden ersetzt wird. Ich nehme an in
> Silikon ist Säure enthalten, und es müsste doch eine säurefreie Dichtmasse
> geben.
Das Silikon war sicher eines, das beim 'Erhärten' Essigsäure abspaltet.
Und diese hat dann das Zink angegriffen. Logo.
Es gibt bei den Silicondichtstoffen 3 Hauptgruppen bei den
Vernetzungssystemen, nämlich alkalisch/sauer/neutral:
a) Amin-System (alkalisch)
b) Acetat-System (sauer)
c) Benzamid-System u.ä. (neutral)
Dichtstoffe des Systems b) sind wegen ihrer hervorragenden
Hafteigenschaften auf Glas, Emaille, Keramik und _Aluminium_
hervorragend zur Abdichtung im Glaserhandwerk, Fenster- und Sanitärbau
geeignet.
Wofür sie sich nicht eigenen, siehst Du selber. :-(
Bei Dir hätte man ein Silicon des Aminsystems nehmen müssen, das wäre
das richtige gewesen - die vernetzen etwas langsamer als die
Acetatsysteme, sind aber auf Metallen, galvanisierten Oberflächen und
ähnlichem das Mittel der Wahl.
(Es gibt aber auch noch eine Reihe anderer, geeigneter Dichtstoffe ...
nicht nur auf Siliconbasis.)
Also: Argumentiere "Es wurde ein ungeeigneter Dichtstoff verwendet." Der
Unternehmer, der die Verfugung ausgeführt hat, muss IMHO für den Mangel
aufkommen.
> Bitte um fundierte Antworten !!!
Was anderes bekommst Du hier sowieso nicht. ;-)
> P.S.: Bei unserem zweiten Balkon wurde Aluminium verwendet, dort gibt es
> keine Probleme.
s.o.: für Alu ist ein Silicon auf Acetatbasis ja auch geeignet.
Gruß,
Andrea
--
(ich hätte Dich fast mit 'Hallo Migl' angeredet ... dreh doch bitte die
Reihenfolge Vor- und Nachname um)
Früher war in den Silikondichtmassen Essigsäure als Netzmittel
enthalten. Das ist auch heute bei einigen Herstellern noch der Fall.
Zu erkennen am charakteristischen Essiggeruch.
Die Essigsäure macht aus dem Zink des Bleches über kurz
oder lang Zinkazetat. Dadurch ist der Korrosionsschutz
nicht mehr gegeben. Außerdem ist meines Wissens nach
Zinkazetat giftig. Genau kann ich das aber nicht sagen.
mfG Ingo
Grüssles
d'r Daniel
--
lass das trauma kommen wahr
da macht man nun schon seit geraumer Zeit Si-Chemie und kann doch
immer noch was dazu lernen :-> Funktioniert das Benzamidsystem
ueber die Hydrolyse gemaess (Brutto, kein Mechanismus!)
2 -[-O-SiR2-NH-C(O)-Ph + H2O -> 2H2N-C(O)-Ph +
-[-O-SiR2-O-SiR2-O-]-
?
Es is doch beeindruckend, was Baustoffchemikerinnen so wissen...
Micha.
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http://www.keen.com
mp67 <mp67NO...@hotmail.com.invalid> schrieb:
> Kuckuck Andrea,
<winkewink> :-)
> da macht man nun schon seit geraumer Zeit Si-Chemie und kann doch
> immer noch was dazu lernen :->
Ooops, Du hast doch bestimmt schon eifrig gesucht ... sag bloss, Du hast
nix zum Thema gefunden? Wo Du doch der Spezi für ausgefallene
Literaturzitate bist? =:-)
> Funktioniert das Benzamidsystem
> ueber die Hydrolyse gemaess (Brutto, kein Mechanismus!)
>
> 2 -[-O-SiR2-NH-C(O)-Ph + H2O -> 2H2N-C(O)-Ph +
> -[-O-SiR2-O-SiR2-O-]-
> ?
Ja, das ist richtig - es handelt sich um einen einkomponentigen
Dichtstoff, der mit der Luftfeuchtigkeit reagiert und dabei vernetzt.
Silicondichtstoffe habe ich - entgegen den meisten anderen Baustoffen -
noch nicht selber 'zusammengemixt' und verkauft, kenne sie also nicht
aus der Praxis des Rezepturentwicklers heraus. Im Prinzip liegst Du mit
Deiner Gleichung richtig, aber in der Praxis sind daran noch eine ganze
Reihe anderer Additive direkt und indirekt beteiligt --> die rechte
Seite der Gleichung könnte auch deutlich anders aussehen. Ich habe dazu
so aus dem Stegreif nix gefunden, aber üblicherweise(?) folgt die
Reaktion eben nicht obigem Schema, weil jene Rk. zu langsam ablaufen
würde ... das hängt dann auch sehr von den 'R's ab, die typischerweise
nicht gerade -CH3 sind.
Soll ich mal so einen Teufelskreis skizzieren? Additiv A wird als
Reaktionsbeschleuniger eingesetzt und hat Nebenwirkung a, Additiv B
gegen a, hat Nebenwirkung b, dagegen wirkt Additiv C, hat aber
Nebenwirkung c und dagegen wird D eingesetzt ... =:)
Mit Reaktionsgleichungen kommt man in der Bauchemie meist nicht weit.
Einkomp.-Silicondichtstoffe mit 'neutraler' Vernetzungsreaktion kenne
ich auch noch auf Basis Oxim. Ohne genau zu wissen, welche Verbindungen
dabei eingesetzt werden ... wie beim Benzamid-System alles
Betriebsgeheimnisse der jeweiligen Hersteller. :-(
> Es is doch beeindruckend, was Baustoffchemikerinnen so wissen...
... und für mich ist es erschreckend, wie wenig die Baufachleute (Planer
und Ausführende) von der Bauchemie wissen. Der Ausführende in unserem
Fall hat einfach keine Ahnung gehabt, dass es verschiedene Silicone
gibt. Alleine schon das Wissen um die Gefahr einer Verwechslung
verschiedener, sehr ähnlicher Produkte hätte ja gereicht.
Na ja, sonst hätte ich als Gutachterin auch keine Schadensfälle mehr,
also lass ich die Herrschaften mal wurschteln...und sage ihnen dann
hinterher, was sie falsch gemacht haben. :-)
Ich muss ja immer die Brücke spannen zwischen irgendwelchen
Schadensbildern und deren Ursache(n) ... dazu muss ich möglichst genau
wissen, wie sich der Baustoff zusammensetzt und was da alles so abläuft
an Haupt- und Nebenreaktionen - schon um zwischen Produktfehler und
Anwenderfehler unterscheiden zu können.
cu,
Andrea
Neee, liebe Andrea, ich muss gestehen, ich hatte, als ich das
>> Funktioniert das Benzamidsystem
>> ueber die Hydrolyse gemaess (Brutto, kein Mechanismus!)
>>
>> 2 -[-O-SiR2-NH-C(O)-Ph + H2O -> 2H2N-C(O)-Ph +
>> -[-O-SiR2-O-SiR2-O-]-
schrieb, noch nichts _gesucht-. Aber da Dein Posting meine
Neugier etwas angestachelt hat (das ewig Weibliche zieht uns
himmelan...;->), habe ich mich auf die Suche begeben und etwas
Wissen zu meinem Halbwissen (das sich aus etlichen kleineren
Quellen speist) gefuegt und will es auch Dir nicht vorenthalten:
http://www.unitedchem.com/silanol.htm
gibt detaillierte Rezepturen fuer RTV-Silikone an. Merkwuerdig
ist nur, dass ich bis jetzt kein benzamidbasiertes fand. Nu,
kommt vielleicht noch.
>kenne ich auch noch auf Basis Oxim. Ohne genau zu wissen, welche
Verbindungen
>dabei eingesetzt werden ... wie beim Benzamid-System alles
>Betriebsgeheimnisse der jeweiligen Hersteller. :-(
Was mit dem obigen link z.T. widerlegt ist, aber ganz sicher
steckt in den Baumarkt-Silikon-Tuben mehr know-how als draufsteht
und erst recht in solchen fuer spezielle Anwendungen.
viel Interessantes über Silicone.
Hallo Andrea,
wenn ich schonmal *die* Fachfrau an der Hand habe, wärest Du so
lieb, mir gleich einige wönzige Fragen zu beantworten?
Hintergrund: ich arbeite beim Biber-Baumarkt, und habe mich
neulich über säurefreie Silicone schlau gemacht bzw. besser:
schlau machen wollen. Der Außendienstler war damit jedoch deutlich
überfordert und leierte nur sein Verkäufersprüchlein herunter.
Wir bieten seit ca. zwei Jahren Silicone auf Wasserbasis an. Die
sind - weil lösemittelfrei (ist die Essigsäure überhaupt das
einzige Lösemittel in Acetat-Siliconen?) mit Umweltengel versehen.
Über den Inhalt habe ich jedoch nichts herausfinden können.
Frage 1: wie sieht die Chemie in solchen "Wasser-Siliconen" aus?
Frage 2: wir verkaufen sie als gleichwertiges Alternativprodukt zu
Acetat-Siliconen, nach Deinen Ausführungen gibt es jedoch schon
Unterschiede in den Produkteigenschaften (was ja auch einleuchtend
ist). Du hast z.B. die Hafteigenschaften erwähnt. Wie sehen die
Unterschiede z.B. in Hinsicht auf Verwitterungsbeständigkeit oder
UV-Empfindlichkeit (Versprödung?) aus?
Frage 3: Schaffst Du es, die Antworten in nicht mehr als 20 Zeilen
zu packen ? ;-))
Gruß
Matthias
mp67 <mp67NO...@hotmail.com.invalid> schrieb:
> http://www.unitedchem.com/silanol.htm
interessant, aber auch sehr vage ...
> gibt detaillierte
... was Du so alles 'detailliert' nennst =:-|
> Rezepturen fuer RTV-Silikone an. Merkwuerdig
> ist nur, dass ich bis jetzt kein benzamidbasiertes fand. Nu,
> kommt vielleicht noch.
Benzamidsysteme gibt es hier AFAIK häufiger als das Oximsystem. Für
beide habe ich im Web schon Hersteller/Vertreiber gefunden, aber keiner
macht nähere Angaben dazu. Man muss schon froh sein, wenn da nicht nur
'neutral vernetzend' steht. Das ist eine Bauwesen-Spezialität, wenn mich
meine grauen Zellen nicht täuschen - ich weiss nur nicht mehr, warum die
aufkamen (vielleicht sind sie aus gesundheitlichen Gründen auf dem
Rückzug?). Ich habe sie wegen ihrer besseren Chemikalienbeständigkeit
gegenüber irgendwelchen Agenzien eingesetzt ... so viel weiss ich noch.
Beispiele mit technischen Merkblättern - Bau- und Spezialsilikone:
http://www.kawo.de/xdistbausilliste.htm (auch Oxim- und Benzamid)
http://www.kawo.de/xdistspezialsilliste.htm
>> kenne ich auch noch auf Basis Oxim. Ohne genau zu wissen, welche
>> Verbindungen dabei eingesetzt werden ... wie beim Benzamid-System
>> alles Betriebsgeheimnisse der jeweiligen Hersteller. :-(
> Was mit dem obigen link z.T. widerlegt ist, [...]
na ja, was ein Oxim ist, wussten wir doch auch schon vorher?
Das Geheimnis fängt doch schon bei den R- und R'-s an...
> steckt in den Baumarkt-Silikon-Tuben mehr know-how als draufsteht
> und erst recht in solchen fuer spezielle Anwendungen.
Logo. Wenn man erst einmal weiss, wie viel Know-how schon in einem
einfachen Dünnbett-Fliesenkleber auf Zementbasis stecken kann...
Andrea
--
Hinweise zur NG de.sci.chemie als HTML oder TXT:
http://svbuc.de/dsc/mfaq/einfuehrung.html oder
http://svbuc.de/dsc/mfaq/einfuehrung.txt
"Matthias Kryn" <matthi...@planet-interkom.de> schrieb:
> Wir bieten seit ca. zwei Jahren Silicone auf Wasserbasis an. Die
> sind - weil lösemittelfrei (ist die Essigsäure überhaupt das
> einzige Lösemittel in Acetat-Siliconen?) mit Umweltengel versehen.
Oh, oh. Da sag ich besser erst mal nix zu...
> Über den Inhalt habe ich jedoch nichts herausfinden können.
Na so was! Tse tse tse. :-)
Und die Vertreter wissen naturgemäß nix genaues - das sind zu 95%
Kaufleute, nur ganz wenige Techniker versuchen sich mal im Aussendienst.
> Frage 1: wie sieht die Chemie in solchen "Wasser-Siliconen" aus?
_das_kommt_darauf_an_ ... reicht das als Antwort? ;-)
> Frage 2: wir verkaufen sie als gleichwertiges Alternativprodukt zu
> Acetat-Siliconen, nach Deinen Ausführungen gibt es jedoch schon
> Unterschiede in den Produkteigenschaften (was ja auch einleuchtend
> ist). Du hast z.B. die Hafteigenschaften erwähnt. Wie sehen die
> Unterschiede z.B. in Hinsicht auf Verwitterungsbeständigkeit oder
> UV-Empfindlichkeit (Versprödung?) aus?
Das kann man nicht pauschal sagen. Es gibt solche und solche, wie fast
überall im Leben. Nur eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Um
gleichwertige Alternativprodukte handelt es sich auf keinen Fall.
Aber: Jeder Hersteller macht sein eigenes System. Die eine Firma bringt
etwas neues auf den Markt, etabliert das mit hohem VK-Preis, andere
ziehen nach und darunter dann auch schwarze Schafe, die zwar am hohen VK
partizipieren wollen, aber ganz schlechte Qualität liefern und so den
Ruf einer ganzen Produktgruppe ins Wanken bringen können. Es kommt eben
sehr auf das einzelne Produkt an.
> Frage 3: Schaffst Du es, die Antworten in nicht mehr als 20 Zeilen
> zu packen ? ;-))
Wenn Du mir die freie Wahl bei der Zeilenlänge lässt, immer. :->
zu 1) Unterschiede zw. den Systemen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Das Problem ist: Es ist nicht immer drin was draufsteht. Ein Silicon auf
wässriger Basis ist quasi eine Kunststoffdispersionsdichtmasse mit
Siliconzusatz, also etwas ganz anderes, als die klassische
Silikondichtmasse. Nenne es Etikettenschwindel oder
Verbraucherverarxxxxxx.
Bevor ich dazu mehr allgemeine Weisheiten loslasse, möchte ich wissen,
was auf der Verpackung drauf steht. Das reicht mir. Ich brauche keine
Herstellerangabe, nur die Angaben des Herstellers zu a) Basis und b)
Anwendungen sowie c) physikalische und chemische Eigenschaften soweit
gegeben. Dann weiss ich ungefähr, in welche Schublade das Zeug gehört
und kann Dir was dazu schreiben. (mailen oder posten, egal)
zu 2) kann ich Dir trotz obiger Einschränkung ganz allgemein antworten:
~~~~~
Verwitterungs- und UV-Beständigkeiten hängen entscheidend von der
Pigmentierung des Systems ab ... transparente Systeme kommen da fast
immer schlechter bei weg als pigmentierte. Transparent gibt es aber auch
fast nur im Sanitärfugenbereich. Die Dichtstoffe auf Silikon (Hac
abspaltend) und Silikon (H2O abgebend) unterscheiden sich in dem Punkt
nicht signifikant...aaaber, bei der Chemikalien- und Wasserbeständigkeit
ganz erheblich: Das erstere ist auf Dauer wasserbeständig, das letztere
nicht!
zu 1) + 2) brauche ich für genauere Aussagen mehr Input (wenn Du
möchtest: Fax mir die technischen Merkblätter durch - die Nr. findest Du
auf meinem Provisorium: http://bauchemie-schaden-info.de/)
Zu Deiner Einleitung sag ich jetzt aber doch noch was:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Silicone auf Wasserbasis sind nicht unbedingt lösemittelfrei, auch wenn
sie den Blauen Engel tragen (guck mal auf das Zeichen - da steht im
Kreis drin, weshalb sie den tragen dürfen: "Umweltzeichen weil ...")
Die Essigsäure in den 'Acetat-Siliconen' ist kein Lösemittel. Die
Essigsäure wird bei der Erhärtungsreaktion (Reaktion mit Wasser aus der
Luft) freigesetzt ... Wasser wird gebunden und Essigsäure wird frei und
verdampft (man riecht es ja beissenderweise).
Selbst wenn ich die Überschriften und Leerzeilen abziehe, ein paar mehr
Zeilen als die gewünschten 20 ... aber je exakter Deine Angaben sind,
desto kompakter kann meine Antwort werden. Wenn Du also mal eine
konkretes Problem hast ... einfach posten, mailen oder faxen.
Grüße,
da schaut man als angehender architekt und leser deines beitrags in
de.sci.architektur mal vorbei und was muss man da lesen?? :-)
> Der Ausführende in unserem
> Fall hat einfach keine Ahnung gehabt, dass es verschiedene Silicone
> gibt. Alleine schon das Wissen um die Gefahr einer Verwechslung
> verschiedener, sehr ähnlicher Produkte hätte ja gereicht.
also gegen den ausführenden kannst du hier ruhig schimpfen, denn der sollte
es - selbst wenn er es nicht begreift - eventuell mal erklärt bekommen. doch
als planer (architekt) kann ich in meinen bauplan nicht noch dranschreiben,
dass hier ein silikon des aminsystems verwendet werden soll. ganz abgesehen
davon, dass silikonfugen zeigen, dass keine gute baukonstruktive lösung
fgefunden wurde....
> Na ja, sonst hätte ich als Gutachterin auch keine Schadensfälle mehr,
> also lass ich die Herrschaften mal wurschteln...und sage ihnen dann
> hinterher, was sie falsch gemacht haben. :-)
danke, danke. ;-)
gruss
elmar
>> ... und für mich ist es erschreckend, wie wenig die Baufachleute (Planer
>> und Ausführende) von der Bauchemie wissen.
>
> da schaut man als angehender architekt und leser deines beitrags in
> de.sci.architektur mal vorbei und was muss man da lesen?? :-)
<g> Fühlst Du Dich etwa angesprochen? Oder soll ich mich beim Petzen
erwischt fühlen? </g>
Wie sieht es denn in Deinem Architekturstudium mit der Chemie aus?
Steht das im Lehrplan? (Wo studierst Du?)
Gruß,
>Das Silikon war sicher eines, das beim 'Erhärten' Essigsäure
>abspaltet.
>Und diese hat dann das Zink angegriffen. Logo.
>
>Es gibt bei den Silicondichtstoffen 3 Hauptgruppen bei den
>Vernetzungssystemen, nämlich alkalisch/sauer/neutral:
>a) Amin-System (alkalisch)
>b) Acetat-System (sauer)
>c) Benzamid-System u.ä. (neutral)
..
>
>Bei Dir hätte man ein Silicon des Aminsystems nehmen müssen, das
>wäre das richtige gewesen
Es gibt doch auch Silikon-Dichtmittel die Methanol oder Ethanol
abspalten. Die sind sogar relativ weit verbreitet.
Peter...@technologist.com
<peter_mei...@technologist.com.invalid> schrieb:
> Andrea Glatthor <glat...@gmx.de> wrote:
>> Es gibt bei den Silicondichtstoffen 3 Hauptgruppen bei den
>> Vernetzungssystemen, nämlich alkalisch/sauer/neutral:
>> a) Amin-System (alkalisch)
>> b) Acetat-System (sauer)
>> c) Benzamid-System u.ä. (neutral)
> ..
> Es gibt doch auch Silikon-Dichtmittel die Methanol oder Ethanol
> abspalten. Die sind sogar relativ weit verbreitet.
... das sind die Hydrophobierungsmittel, ein ganz anderes
Anwendungsgebiet. Alkoxyfunktionelle Silane und Siloxane sind IMHO im
Bereich Siliconkautschuk (Dichtstoff) nicht anzutreffen.
Gruß,
Andrea
(Ist Deine Email-Adresse Reply-fähig? Warum hast Du gleich zwei davon im
'From'?)
ja natürlich fühle mich dahingehend angesprochen, dass ich mir nicht
vorstellen kann, von jedem am bau verwendeten stoff die verschiedenen
untersorten zu kennen. in vielen fällen kenne ich nun mal das grundwissen
und muss mich darauf verlassen können, dass die fachleute, deren einsatz ich
koordinieren soll, mich darauf aufmerksam machen, wenn man mal genauer
differenzieren muss. aber ich bin halt noch student und muss da wohl noch
dazulernen.
> Wie sieht es denn in Deinem Architekturstudium mit der Chemie aus?
> Steht das im Lehrplan? (Wo studierst Du?)
ich studiere an der tu dortmund und unsere chemischen kenntnisse schöpfen
wir (neben dem freiwilligen engagement *grins*) aus dem wissen von prof.
dr.-ing. j. neisecke in dessen fach baustoffkunde. das fach geht über zwei
semester und dementsprechend kann er nicht alles vertiefen. nicht jeder an
architektur interessierte student ist auch ein genie in chemie und somit
kann der prof gar nicht so tief ins detail gehen. es geht in diesem fach
mehr um das verständnis der grundzüge von baumaterialien. details wie
csh-phasen oder erhärtung von kunstoffen werden auch angesprochen und
erläutert, aber wer bitteschön kann das ohne weiteres vorwissen verstehen
und dann behalten zumal wir an anderen fächern auch gut zu tun haben. ich
denke, dass ohne einen chemie-lk gehabt zu haben noch weniger hängenbleibt.
im hauptstudium kann man sein wissen dan noch bezüglich beton, kunstoffen
oder anderen materialien in wahlpflichtfächern vertiefen, doch gibt es auch
noch viel interessantere fächer für architekten.
gruss,
elmar
Hallo Andrea !
Andrea Glatthor <glat...@gmx.de> wrote:
> .... das sind die Hydrophobierungsmittel, ein ganz anderes
>Anwendungsgebiet. Alkoxyfunktionelle Silane und Siloxane sind
>IMHO im Bereich Siliconkautschuk
> (Dichtstoff) nicht anzutreffen.
Zumindest für Spezialzwecke gibt es aber solche Dicht- und
Klebmassen auf Silikonbasis. Das habe ich schon öfter gesehen.
Z.B. die Typen RTV160 und RTV162 von
GE Silicones sollen lt. Katalog Methanol abspalten.
Auf der WWW-Seite
findet man dies nur zwischen den Zeilen in Form der Bemerkung
"Low odor cure, releasing an alcohol vapor from the sealant
surface during cure".
> (Ist Deine Email-Adresse Reply-fähig? Warum hast Du gleich
>zwei davon im 'From'?)
Ich habe das gerade umgestellt.
[Momentan ist diese Änderung jedoch unwirksam. Ich habe gerade
erhebliche Probleme, überhaupt zu posten...]
Gruß
Peter
nur eine kleine Anmerkung
Zinkacetat ist nicht giftig, wird als Nahrungsmittelzusatz im Tierfutter
verwendet. In den USA kommt Zinkacetat auch in Zinkpräparaten vor (Nachteil ist
der etwas bittere Geschmack).
Tipp: Schlage auf keinen Fall den Gerichtlichen Weg ein - vergieß es, die
haben so viele Gründe...
Versuch dich irgendwie mit der Firma über eine Zahlung oder eine
kostenlose/-günstige Reperatur zu einigen.
Würd mich interessieren, wie´s ausgegangen ist.
Trotzdem viel Glück, :-)
Martin