Leinoel (was u.a. zum Streichen von Holz verwendet wird) polymerisiert
durch Aufnahme von Sauerstoff. Ich moechte diesen Vorgang beschleunigen;
suche also etwas, was ich dem Leinoel (bzw. dem Terpentinersatz/Leinoel-
oder 2-Propanol/Leinoel-Gemisch) zugeben kann und das dann oxidierend
wirkt.
Habe schonmal Kaliumpermanganat versucht, aber da passiert nichts
(Ausser ich geben Wasser hinzu, aber dann flockt alles aus).
Es muesste also ein sauerstoffabgebendes Mittel sein, dass sich in 2-
Propanol oder Oel loesst. Gibt es sowas?
thx
Matthias
(eher Heimwerker, als Chemiker :-)
> Leinoel (was u.a. zum Streichen von Holz verwendet wird) polymerisiert
> durch Aufnahme von Sauerstoff. Ich moechte diesen Vorgang beschleunigen;
> suche also etwas, was ich dem Leinoel (bzw. dem Terpentinersatz/Leinoel-
> oder 2-Propanol/Leinoel-Gemisch) zugeben kann und das dann oxidierend
> wirkt.
>
>
> Matthias
> (eher Heimwerker, als Chemiker :-)
Wenn Du Leinölfirnis verwendest sind da schon Sikkative zugesetzt.
Diese enthalten aber soweit ich weiß Schwermetalle. Deshalb verwende
ich reines Leinöl z.B. aus dem Reformhaus.
Mein Tipp - UV-Stahlung und frische Luft beschneunigen das Aushärten
enorm. Trag also Leinöl in dünnen Schichten auf (mit den Ballen) und lass
sie an der Sonne durchhärten.
(Bin kein Chemiker sonder nur Tischler.)
M.f.G. Andreas
>...polymerisiert durch Aufnahme von Sauerstoff. Ich moechte diesen Vorgang
>beschleunigen...
[...]}
> suche also etwas, was ich dem Leinoel (bzw. dem
> Terpentinersatz/Leinoel- oder 2-Propanol/Leinoel-Gemisch) zugeben >
kann und das dann oxidierend wirkt.
Es gibt zwei Sorten von Leinöl für Anstrichzwecke:
1. Reines Leinöl ohne irgendwelche Zusätze (trocknet sehr langsam)
2. Leinölfirnis (mit Zusätzen, trocknet wesentlich schneller)
Beim Firnis sind Trocknungszusätze dabei (auch Siccative genannt), das
waren früher üblicherweise Bleisalze von Fettsäuren (früher wurde ganz
einfach Bleiweiß in Leinöl gekocht). Heute werden normalerweise
Kobalthältige Siccative verwendet. Die Trocknungszusätze sind aber
keine Oxidationsmittel sondern eher eine Art Katalysator.
Kremer-Pigmente hat das reine konzentrierte Siccativ im Programm
(Bestell-Nr. 78400):
http://kremer-pigmente.de/bindem08.htm
Ansonsten mußt du darauf achten, kein reines Leinöl zu kaufen sondern
Leinöl-Firnis. Bei Kremer-Pigmente heißt der z.B.
"Leinöl-Kobaltfirnis" (Bestell-Nr. 73100):
http://kremer-pigmente.de/bindem06.htm
MFG, Andy
>> suche also etwas, was ich dem Leinoel (bzw. dem
>> Terpentinersatz/Leinoel- oder 2-Propanol/Leinoel-Gemisch) zugeben >
>kann und das dann oxidierend wirkt.
>Beim Firnis sind Trocknungszusätze dabei (auch Siccative genannt), das
>waren früher üblicherweise Bleisalze von Fettsäuren (früher wurde ganz
>einfach Bleiweiß in Leinöl gekocht). Heute werden normalerweise
>Kobalthältige Siccative verwendet. Die Trocknungszusätze sind aber
>keine Oxidationsmittel sondern eher eine Art Katalysator.
>Kremer-Pigmente hat das reine konzentrierte Siccativ im Programm
>(Bestell-Nr. 78400):
>http://kremer-pigmente.de/bindem08.htm
Danke, Blei ist da aber immernoch drin:
Siccativ für natürliche Öle, der Trockner
enthält 6,9% Blei, 0,6% Cobalt, 1,1% Zink, 1,5% Barium und 2,0%
Zirkon, Weisstrockner
M.
>Wenn Du Leinölfirnis verwendest sind da schon Sikkative zugesetzt.
>Diese enthalten aber soweit ich weiß Schwermetalle. Deshalb verwende
>ich reines Leinöl z.B. aus dem Reformhaus.
Deshalb waere ja eine andere Substanz eventuell besser; z.B.
Wasserstoffperoxid ... oder andere oxidierende Stoffe.
Vielleicht gibt es ja auch (ev. naetuerliche) Stoffe, die Oele zum
Polymerisieren bringen?
M.
> Danke, Blei ist da aber immernoch drin:
> Siccativ für natürliche Öle, der Trockner
> enthält 6,9% Blei, 0,6% Cobalt, 1,1% Zink, 1,5% Barium und 2,0%
> Zirkon, Weisstrockner
Ich habe auch nicht behauptet, dass in heutigen Siccativen überhaupt
kein Blei mehr drin ist. Kobaltverbindungen sind übrigens auch giftig.
Ein schnelltrocknender Leinölfirnis ist leider nicht ohne giftige
Siccative herstellbar (soweit ich weiß). Der "Trocknungsprozess" beim
Leinöl ist keine simple Oxidation irgendwelcher Öl-Inhaltsstoffe,
sondern eine Polymerisation, bei der Sauerstoff an den Zwischenstufen
beteiligt ist. Als Beschleuniger dieser Polymerisation sind mir nur
Öl-lösliche Schwermetallsalze bekannt, die sind nun mal giftig.
Näheres über die chemischen Details der Leinöl-"Trocknung" finden sich
z.B. hier (wenn der Link durch Zeilenumbruch zerstückelt wurde, bitte
wieder zusammensetzen):
http://www.uni-kassel.de/fb19/chemdid/lit/113%20Das%20Leinoelprojekt.p
df
Als ungiftige Alternative zu Firnis bleibt nur die Verwendung von
Siccativ-freien Ölen, Harz- bzw. Wachslasuren oder von
wasserverdünnbaren Kunstharzlacken.
MFG, Andy
Rein chemisch würde ich sagen dass Leinöl durch eine radikalische
Plymerisation aushärtet, die durch Sauerstoff ausgelöst wird. Wenn Du
Zugang zu den entsprechenden Chemikalien hast kannst Du es mit folgenden
Stoffen versuchen.
- Cupfer(I) - Salze : sind typische Einelektronenüberträger. Nachteil
ist die Farbe die das Leinöl bekommt.
- Benzoinmethylether: Ist ein sogenannter Photostarter. Das heisst Du
musst etwa 0,1 Prozent zumischen, streichen und das Teil dann der
direkten Sonnenstrahlung aussetzen.
- AIBN (Azobisisobutyronitril): Ist ein thermischer Radikalbildner.
Zumischen, streichen und erwärmen (40-50 Grad sollte reichen)
Gruß Dieter
>
>
>Rein chemisch würde ich sagen dass Leinöl durch eine radikalische
>Plymerisation aushärtet, die durch Sauerstoff ausgelöst wird. Wenn Du
>Zugang zu den entsprechenden Chemikalien hast kannst Du es mit folgenden
>Stoffen versuchen.
>
>- Cupfer(I) - Salze : sind typische Einelektronenüberträger. Nachteil
>ist die Farbe die das Leinöl bekommt.
Danke fuer die Tips hier :-)
Eine Frage noch; in welchem Nachschlagewerk (oder web) kann ich nachsehen,
ob und welche Salze oelloeslich sind?
M.
mwn...@pentax.boerde.de (Matthias Weingart) schrieb:
[Beschleuniger für die Leinöl-"Trocknung" gesucht]
> Eine Frage noch; in welchem Nachschlagewerk (oder web) kann ich nachsehen,
> ob und welche Salze oelloeslich sind?
Römpp Lexikon "Lacke und Druckfarben" zum Beispiel.
Öllösliche Schwermetallsalze, die als Katalysator die Polymerisation von
Leinöl beschleunigen, nennt man Trockenstoffe oder Sikkative ... :->
Es gibt aber auch die Möglichkeit der sogenannten Trockenstoffpasten:
Das sind *Dispersionen* anorganischer Salze in Öl.
Andrea
(Nur so ein Gedanke): Falls man da Fe2-Salze verwendet (und die oelloeslich
sind und auch im Leinoel funktionieren) duerfte das doch das Problem
loesen? Fe ist doch bei weitem nicht so giftig wie Pb oder Co (ausser es
faellt einem auf den Kopf :-)
Einen Nachteil sehe ich - die Faerbung des Oels, weshalb die
Firnishersteller das deshalb nicht einsetzen wollen; mich wuerde das aber
nicht stoeren.
M.
> (Nur so ein Gedanke): Falls man da Fe2-Salze verwendet (und die oelloeslich
> sind und auch im Leinoel funktionieren) duerfte das doch das Problem
> loesen?
*Wenn* die Fe-Verbindungen wirken, dann ja. :->
Im bereits genannten Römpp-Lexikon steht der Satz "Eisen-Verbindungen
sind vorteilhaft für Holzölfirnisse." Leider ohne nähere Angaben dazu,
warum sie so vorteilhaft sein sollen.
> Einen Nachteil sehe ich - die Faerbung des Oels, weshalb die
> Firnishersteller das deshalb nicht einsetzen wollen; mich wuerde das aber
> nicht stoeren.
Für weisse Druckfarben nimmt man lt. Römpp auch Calcium- und
Zink-Trockenstoffe, weil sie eben nicht färben. Auch wenn die Färbung
für Dich egal wäre --> diese Typen kämen evtl. ebenfalls in Frage.
Andrea