Bodo Mysliwietz schrieb:
> Am 04.12.2018 um 12:30 schrieb Stephan Gerlach:
>> Bodo Mysliwietz schrieb:
>>> Am 30.11.2018 um 06:21 schrieb Dr Engelbert Buxbaum:
>>>> In article <pteqj2$1ah$
1...@tota-refugium.de>, mam9...@studserv.uni-
>>>
>>>>> D.h. das "übliche" Natriumhydroxid NaOH ist (zumindest nach Brönsted)
>>>>> keine Base?!
>>>>
>>>> Das ist eine Definitionsfrage. Wenn ich sage: "Eine Base ist alles, was
>>>> Lackmuspapier blau färbt." (und so wird es ja im Anfänger-Unterricht
>>>> definiert) dann ist NaOH eine Base. Wenn ich sage: "Eine Base ist
>>>> alles,
>>>> was mit H+ reagiert.", dann ist das im NaOH enthaltene OH- die Base und
>>>> Na+ das Gegenion.
>>>
>>> Eben. Sonst gebe es kaum Basen und Säuren.
>>>
>>> Wenn wir noch einen Schritt weitergehen und uns z.B. Na2CO3 vornehmen
>>> sehen wir zunächst nichts basisches. Dennoch ist die wässrige Lösung
>>> alkalisch (basisch). ... womit sich dann der Kreis zum Therad bzgl.
>>> Reaktionsgeschwindigkeit/Gleichgewichtsreaktionen schliesst.
>>
>> Ist es so, daß bei der Dissoziation von Na2CO3 in Wasser OH- Ionen
>> entstehen?
>
> Ja, über einen Umweg, sonst wäre die Lösung nicht alkalisch.
>
> Na2CO3 + 2H2O --> 2Na^+ + HCO3^- + OH^-
Hmm, also unter "Zuhilfenahme" von Hydrogencarbonat-Ionen.
>> Dann wäre vielleicht als (vereinfachte) Definition denkbar:
>>
>> "Eine Base ist ein Stoff (bzw. ein Teilchen), wenn bei Lösen des
>> Stoffs in Wasser OH- Ionen enstehen."
>>
>> Diese Definition würde z.B. schonmal sowohl Natriumhydroxid NaOH als
>> auch Ammoniak NH3 erfassen.
>
> Allgemeiner: Ein Stoff ist basisch der ph-Wert der wässrigen Lösung
> höher ist als reines Wasser bei gleicher Temperatur.
Wobei ja IMHO der ph-Wert über die Konzentration der H3O+ Ionen
definiert ist - und damit indirekt auch über die OH- Ionen, da ja die
Konzentration dieser beiden Ionen-Arten in der Regel aneinander
"gekoppelt" ist.
Also es hat schon wesentlich damit zu tun, wieviele H3O+ bzw. OH- Ionen
in der Lösung sind.
> Am Ende bleibt es im Fall des Na2CO3 dennoch etwas konfus. Die Lösung
> reagiert zwar alkalisch, der eigentlich Grund liegt aber im
> Gleichgewicht CO3^2- + H2O <---> HCO3^+ - OH^-
>
> Das Carbonat-Ion ist nun Protonenakzeptor, Wasser ist der
> Protonendonator. Nach der Dissoziation kommt eine echte
> (geschwindigkeitsabhängige) Säure-Base-Reaktion
Diese Reaktion sieht mir tatsächlich nach einer Reaktionsgleichung der Form
Säure1 + Base2 --> Base1 + Säure2
aus.
>> Nochmal zu korrespondierenden Säure-/Base-Paaren bzw. der zugehörigen
>> Reaktionsgleichung, wie ist die Reaktionsgleichung
>>
>> Säure1 + Base2 --> Base1 + Säure2
>>
>> eigentlich für den Fall der Dissoziation von NaOH in Wasser aufzufassen?
>>
>> 1. Variante: NaOH + H2O --> Na+ + OH- + H2O --> Na+ + H2O + OH-
>
> Hier liegt eigentlich nur noch Dissoziation vor. Das Wasser ist aus der
> Hydroxidbildungsreaktion raus bzw. dient nur als Solvent.
>
>
>> ------------
>> oder kurz: NaOH + H2O --> Na+ + H2O + OH-
>> Hier wäre
>> Säure1 = H2O, Base2 = [...nichts...], Base1 = OH-, Säure2=H2O.
>> Sieht aber etwas komisch aus, da es keine Base2 gibt.
>
> braucht's ja nicht. Ein Stoff der sowohl auf der produkt- wie Eduktseite
> steht gilt in Chemischen Reaktion im allgemeinen als "nicht beteiligt".
Naja, das ist so gemeint, daß in der Gesamt-Konsequenz das "alte" H2O
Molekül ein Proton abgibt und somit zu OH- wird, wodurch aus NaOH ein
Na+ Ion und ein "neues" H2O Molekül entstehen.
>> 2. Variante: Na+ + OH- + H2O --> Na+ + H2O + OH-
>> ------------
>> Im Prinzip wurde nur die 1. Teil-Reaktion aus der 1. Variante
>> weggelassen.
>> Hier wäre
>> Säure1 = H2O, Base2 = OH-, Base1 = OH-, Säure2=H2O.
>> Hierbei sieht man, daß das Na+ Ion nur eine "Zuschauerrolle" einnimmt
>> und weggelassen werden könnte.
>
> Quasi. Und Analog zum Na2CO3 könnte man auch Natriumacetat (NaAc)
> herangezogen werden:
>
> Solvation: NaAc ---> Na^+ + Ac^-
>
> Ac^- + H2O --> HAc + OH^-
>
>
>> 3. Variante: OH- + H2O --> H2O + OH-
>
> Das ist eher murks
Das ist mir klar :-) .
Ich hab' wie gesagt einfach das Na+ aus der 2. Variante weggelassen,
wobei diese (merkwürdige) Reaktion übrigbleibt.
Bereits bei der 2. Variante ist ersichtlich, daß OH- und H2O auf beiden
Seiten der Reaktionsgleichung vorkommen.
> - bBesser ist:
> 2H2O <---> H3O^+ + OH^-
Ja, natürlich, weil hier das H3O+ vorkommt.
Dummerweise hat man aber, wenn man (ursprünglich) von der Dissoziation
von NaOH in Wasser ausgeht, auf der linken Seite erstmal nur NaOH, oder
Na+ + OH-. Evtl. sollte man die Dissoziation einfach so modifizieren,
daß da als Solvent gleich 2H2O statt nur H2O steht.
> Wasser wird auch als amphother bezeichnet. Meint es kann sowohl als
> Säure wie Base reagieren.
Ja, OK.
>> ------------
>> Hier wäre (wie bei der 2. Variante)
>> Säure1 = H2O, Base2 = OH-, Base1 = OH-, Säure2=H2O.
>> Allerdings sieht das nun so aus, als würde gar nichts reagieren, da
>> die Produkte und Edukte völlig gleich sind. Im Prinzip passiert hier
>> nichts weiter, als daß ein Proton von H2O auf das OH- überspringt, was
>> wie gesagt witzigerweise die gleichen Teilchen zur Folge hat.
>> Vom Natrium ist gar nix mehr zu sehen.
>
>> Welche Variante beschreibt das Konzept Säure1 + Base2 --> Base1 + Säure2
>> am ehesten? Evtl. paßt die Dissoziation von NaOH auch gar nicht in
>> dieses Konzept.
>
> Man muss auf die Definitionsfeinheiten achten. Arrhenius hatte in seiner
> Definition das Wassermolekül drin - damit auch immer das Hyroxidion
> (OH-), Brönsted nicht - Brönsted hat auf Protonen abgestellt.
>
> Nach Brönsted ist die Reaktion von (völlig) trockenen NH3 (Akzeptor) und
> HCl (Donator) zu NH4Cl eine Säure-Basereaktion.
Müßte die Reaktionsgleichung dann genaugenommen
HCl + NH3 --> Cl- + NH4+
heißen, damit es der Standardform
Säure1 + Base2 --> Base1 + Säure2
entspricht? Wobei dann in einem weiteren Reaktionsschritt erfolgt:
Cl- + NH4+ --> NH4Cl,
wobei dieser Schritt keine Säure-Basen-Reaktion mehr ist(?).