Das Teil soll ja _nicht_ abhängig von Temperatur, Druck und Licht sein.
Es hat nach Wikipedia mit dem Auftreten von Sferics an Wetterfronten zu
tun - aber warum sollten Funkwellen Auswirkungen auf den
Kristallisationsprozess haben? Das würde ja auch bedeuten, daß es in der
Nähe von Radio-/Fernsehsendern zu "Messfehlern" kommen müsste.
Mich würde interessieren, wie Seriös das ganze ist. Spezielle die vielen
Esoterik-Seiten, die sich mit dem Teil beschäftigen, machen mich schon
etwas skeptisch.
Lohnt es sich, so ein Ding zu bauen und beobachten oder handelt es sich
um offensichtlichen Unsinn?
Gruß,
Andreas Weller
>An der Art wie die Flüssigkeit kristallisiert kann man angeblich die
>Wetterentwicklung ablesen.
Ein Barometer ist ein nützliches Gerät, denn
man kann daran ablesen, wie das Wetter ist.
Grüße,
H.
Wahrscheinlich letzteres. Das Wetter läßt sich prinzipiell nur mit
Geräten messen, deren Verhalten von irgendwelchen Eigenschaften des
Wetters beeinflußt wird. In erster Linie verwendet man daher als
Meßgrößen Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte, und ein hermetisch von
der Außenwelt abgekoppeltes Instrument ist daher denkbar ungeeignet.
Außerdem erinnert die folgende Anleitung zur Auswertung der Beobachtung:
Mist, falschen Button gedrückt - hier die vollständige Version:
[...]
>> Mich würde interessieren, wie Seriös das ganze ist. Spezielle die vielen
>> Esoterik-Seiten, die sich mit dem Teil beschäftigen, machen mich schon
>> etwas skeptisch.
>>
>> Lohnt es sich, so ein Ding zu bauen und beobachten oder handelt es sich
>> um offensichtlichen Unsinn?
>
> Wahrscheinlich letzteres. Das Wetter läßt sich prinzipiell nur mit
> Geräten messen, deren Verhalten von irgendwelchen Eigenschaften des
> Wetters beeinflußt wird. In erster Linie verwendet man daher als
> Meßgrößen Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte, und ein hermetisch von
> der Außenwelt abgekoppeltes Instrument ist daher denkbar ungeeignet.
>
> Außerdem erinnert die folgende Anleitung zur Auswertung der Beobachtung:
* Wenn die Flüssigkeit im Glas klar ist, wird das Wetter sonnig und
klar.
* Ist die Flüssigkeit flockig, wird es bewölkt. Niederschlag ist
möglich.
* Wenn kleine Flöckchen in der Flüssigkeit schweben, kann man
feuchtes, nebeliges Wetter erwarten.
* Ein trübes Glas mit kleinen Sternen deutet auf Gewitter.
* Sind an einem schönen Wintertag kleine Sternchen in der
Flüssigkeit, wird es schneien.
* Sind große Flocken überall in der Flüssigkeit, wird es je nach
Jahreszeit bedeckt oder im Winter fällt Schnee.
* Wenn viele Kristalle auf dem Boden sind, gibt es Frost.
* Wenn sich an der Oberfläche Kristalle bilden, wird es stürmisch.
doch sehr an sympathetische Magie.
MfG,
Jürgen
Es besteht aus einer Glasröhre mit einer gesättigten, farblosen,
chemischen Mixtur - hermetisch abgeschlossen in einem Glastubus.
Wetterveränderungen sollen sich durch ausflocken, Kristallisation und
Ähnlichem, bemerkbar machen und einordnen lassen. Die entstehenden
Kristalle sollen je nach Wetter unterschiedliche Gestalt und Größe
annehmen. Das Gerät ist nicht von Temperatur oder Luftdruck abhängig.
Wenn dieses Gerät aber nun Luftdruckunabhängig ist scheidet die
Benutzung als Barometer aus.
:-)
Marc
"Und bisher ist dieses Phänomen Wissenschaftlich noch NICHT ergründet,
trotz intensiver Forschung.
Es wird vermutet das es an Elektromagnatischer Ladung liegt, da das
Sturmglas in der nähe von E-Feldern nicht funzt (hängt mans neben nem
Schnurlostelefon auf bilden sich keine, oder kaum Kristalle)."
MfG
Marc
> Das würde ja auch bedeuten, daß es in der Nähe von
> Radio-/Fernsehsendern zu "Messfehlern" kommen müsste.
Das könnte durchaus sein, denn aus historischen Berichten ist
überliefert, daß diese Art "Sturmglas" Barometer zu Zeiten der
Segelschifffahrt wesentlich besser funktioniert haben muß, als es mit
heutigen Beobachtungen nachvollziehbar ist.
> Mich würde interessieren, wie Seriös das ganze ist.
> Spezielle die vielen Esoterik-Seiten, die sich mit
> dem Teil beschäftigen, machen mich schon etwas skeptisch.
>
> Lohnt es sich, so ein Ding zu bauen und beobachten oder
> handelt es sich um offensichtlichen Unsinn?
Hier im http://www.wetterstationen.info/phpBB/viewtopic.php?t=9719 gibt
es einen längeren Thread zum Thema "Sturmglas", inklusive einiger Bilder
und Rezepte zum Selbermischen der Campherlösung für die Füllung sowie
eigener Erfahrungsberichte, was man denn da so beobachten kann und in
welcher Relation es zum Wettergeschehen steht. Vielleicht möchtest Du
Dich da mal durch den Thread durchwühlen.
Jürgen
>Aber die Chemiker könnten doch mal erzählen, welches prinzipielle
>Temperatur- und Druckabhängigkeitsverhalten der optischen
>Eigenschaften sie denn erwarten würden.
Eine naheliegende, bisher noch nicht gestellte Frage ist:
Wenn das "Sturmglas" funktionieren würde, stünde es dann nicht bereits
millionenfach in den Büros unserer professionellen Wetterfrösche?
Es ist doch sicher billiger, als ein Haufen Supercomputer.
Bevor diese Frage nicht beantwortet ist, lohnt sich imho kein weiteres
Spekulieren.
Grüße,
H.
PS:
Fahrgast: Warum zum Teufel hängen Sie denn hier Fahrpläne aus,
wo doch jeder Zug Verspätung hat?!
Bahner: Damit Sie wissen, daß er Verspätung hat!
> Gib 2,5g Kaliumnitrat, 2,5g Ammoniumchlorid und 10 g Kampher in 75 ml
> fünfzigprozentigen Alkohol, verschließe, erwärme und schüttele (oder
> für größere Mengen entsprechend mehr). Wie genau sind die Mengen- und
> Konzentrationsverhältnisse einzuhalten (obiges sieht mir ohnehin
Naja, wenn du viiiiel Kaliumnitrat und Ammoniumchlorid nimmst,
kannste dein Sturmglas beim Sturmangriff verwenden :-)
--
Hauke Reddmann <:-EX8 fc3...@uni-hamburg.de
Er-a svo gott sem gott kveða
öl alda sonum, því að færra veit
er fleira drekkur síns til geðs gumi.
> Und dazu möchte ich von den Chemikern
> noch gerne wissen, ob das aufwendige Theater mit Kampher zunächst in
> Alkohol auflösen und dann mit der Salzlösung mischen überhaupt
> erforderlich ist oder nicht einfach alle Zutaten zusammengeschüttet
> und eine gewisse Zeit lang erwärmt werden können bzw. sich im Laufe
> der Zeit ohnehin von alleine lösen; dann würde sich das Rezept nämlich
> vereinfachen zu:
Das Theater ist schon sinnvoll. Kampher löst sich praktisch nicht in Wasser.
Das Auflösen in Alkohol und anschließendes Mischen mit der Salzlösung
bewirkt eine sehr gute Verteilung des Kamphers im Wasser.
Andernfalls müßtest du den Kampher sehr gut zerkleinern (nicht ganz einfach)
und dann sehr lange schütteln. Die beschriebene Vorgehensweise dürfte
erheblich einfacher und schneller sein. Deswegen steht sie da wohl auch so.
Es gibt auch Rezepte, bei denen zuerst die Salzlösung hergestellt wird,
dann der Ethanol und dann der Kampher zugegeben werden. Ist wahrscheinlich
etwas einfacher, dauert aber wohl länger.
Die Salze lösen sich am schnellsten in destilliertem Wasser, die Zugabe
von Ethanol danach stört nicht. Der Kampher löst sich praktisch nicht in
Wasser, aber in einer entsprechend starken Ethanollösung.
Alles auf einmal zusammenzukippen dürfte die langsamste Methode sein.
> Wie genau sind die Mengen- und
> Konzentrationsverhältnisse einzuhalten (obiges sieht mir ohnehin
> verdächtig "gerundet" aus), in welche Richtung braucht man wovon "eine
> Prise mehr", bis was passiert, und was hat es mit dem "natürlichen
> rechtsdrehenden Kampher" mit den Borneol-Spuren (watt'n datt?) auf
> sich, kurz gesagt, was erzähle ich den Pillendrehern, wenn die gucken
> wie ein Omnibus?
Die Rezepte sprechen alle von gesättigten Lösungen. Es sollte also gerade
soviel Salz drin sein, daß es genug für die Wassermenge ist und auch soviel
Kampher, daß er für den Ethanol reicht. Die genauen Werte kann man nachlesen.
Wenn die Lösung nicht gesättigt ist, wird es keine Kristalle geben. Ich
vermute mal, daß sich durch einen (wie auch immer gearteten Umwelteinfluß)
die Sättigungsgrenzen wetterabhängig verschieben und eine gesättigte Lösung
zur übersättigten wird und dann Kristalle entstehen bzw. die Kristalle sich
wieder auflösen.
Das "rechtsdrehend" beim Kampher dürfte hier irrelevant sein, da wohl keine
chemischen Reaktionen beim Kampher stattfinden. Da Kampher in der Regel aus
Pflanzen gewonnen wird, und in der Natur in der Regel immer nur ein
Enantiomer (=optisch aktive Variante) einer Substanz produziert wird, ist
natürlicher Kampher immer rechtsdrehend.
Das Borneol ist ein Kampherderivat (genauer, ein Alkohol), welches bei der
synthetischen Herstellung von Kampher entsteht, aber im natürlichen Kampher
nicht enthalten ist. Synthetischer Kampher ist reiner als natürlicher
Kampher, aber die Nebenprodukte im natürlichen Kampher stören wohl weniger.
Kampher ist übrigens giftig (LD oral = 20g).
Kaliumnitrat ist auch als Kalisalpeter bekannt und daß könnte bei den
Apothekern die Alarmglocken schrillen lassen. Wenn du den Leutchen das
Rezept zeigst und auf die wirklich winzige Menge hinweist, sollten sich die
vernünftigeren Apotheker aber beruhigen.
Die meisten Rezepte gehen von einer Salpetermenge von wenigen g aus. Das
reicht für gar nichts, nicht mal für's Vergiften.
Ich weiß aber nicht, ob die das Zeug inzwischen überhaupt noch abgeben
dürfen. Es lebe die Paranoia!
Ammoniumchlorid ist im Prinzip harmlos.
Bauen wird dir das Sturmglas aber kaum einer. Die meisten Apotheker haben
Chemie im Studium gehabt und das war es dann auch. Der eine oder andere mag
begeistert genug sein, aber die meisten rühren bestenfalls noch eine Salbe
an oder bereiten eine Kräutertinktur zu 8-)
Zeit für so eine Bastelei hat i.d.R. auch keiner von denen, bzw. Zeit ist
Geld. Aber Fragen kostet ja nichts.
> Was mache ich übrigens zweckmäßig: Ich bestelle o. a. Mischung in 1
> großes Probierglas, oder ich kaufe zehn große Probiergläser und lasse
> mir eine Zweiliterflasche Indikatorflüssigkeit zusammenmischen und
> beglücke dann noch den Rest der Menschheit mit dem Wetter-Hokuspokus?
Du bestellst dir die entsprechenden Einzelsubstanzen in _etwas_ größerer
Menge und getrennt. Dann baust dir das Teil selber. Ich vermute mal, du
wirst mehr als einen Versuch benötigen. Das Ganze ist nicht so trivial,
wie es sich liest. Solltest du dann noch etwas übrighaben, kannst du ja
noch das eine oder andere Sturmglas bauen und in der Verwandschaft
zu Weihnachten verschenken.
> Und wem fallen eigentlich geeignete, gut verschließbare Schaugläser
> ein? Probiergläser sind nämlich so zerbrechlich. Es gibt ja auch
> verschweißbare Ampullengläser, aber die sind noch zerbrechlicher.
Kleiner Kolben mit eingeschliffenem Stopfen und HWS-Klemme?
Ist nicht ganz billig, aber dauerhaft dicht.
Bei alkoholischen Lösungen ist große Hitze kontraindiziert.
Zumindest unter Schutzgas sollte man da schon arbeiten.
gruß
stephan
--
In the fetid fleapit of Rincewind's brain the projectionist of memory put
on reel two. Recollection began to flicker.
-- (Terry Pratchett, The Last Continent)
> Hallo,
>
> Ralf Kusmierz <m...@privacy.invalid> writes:
> [...]
>> Als wie riskant ist es (aus der Sicht der Schäubles) eigentlich
>> einzuschätzen, daß ich böser Terrorist mir das Sturmglas nur deswegen
>> zulege, um es anschließend daheim zu entkorken, das Kaliumnitrat
>> auskristallisieren zu lassen und daraus dann mit Traubenzucker (auch
>> aus der Apotheke) eine Bombe zu bauen, um die Schwatzbude in die Luft
>> zu sprengen? Es leuchtet den Giftmischern unmittelbar ein, daß das
>> vollkommen ausgeschlossen ist, weil .... ?
> in dse gab es doch vor einiger Zeit die Geschichten, dass Leute den
> Schandi mit seinen Kumpels zu Besuch hatten, weil sie irgendwo Zubehoer
> zur Platinenfertigung geordert hatten.
Ja. Es gab wohl eine Durchsuchungswelle bei Kunden eines bestimmten
Händlers. das war auch hier auf dsc (oder war es doch bei den
Pyrotechnikern?) ein eher langer, spannend zu lesender Faden, der einem den
einen oder anderen Schauer(wahrscheinlich nicht durch das Sturmglas
prognostizierbar) über den Rücken gejagt hat.
Gruß
Patrick
fup2dsc
> Ich werde übrigens in die Apotheke latschen und die Herrschaften
> fragen, ob sie mir ein "Sturmglas" basteln (und davon nicht gerade
> ihren nächsten Urlaub finanzieren wollen). In
Hm. Warum mischst du das Zeug nach Einkauf in der Apoptheke nicht selbst?
>
<http://www.wetterstationen.info/phpBB/viewtopic.php?t=9719&postdays=0&postorder=asc&start=45&sid=18f7c5fd20c72f0e7c62df6ae1c459bc>
> habe ich ein Rezept gefunden. Und dazu möchte ich von den Chemikern
> noch gerne wissen, ob das aufwendige Theater mit Kampher zunächst in
> Alkohol auflösen und dann mit der Salzlösung mischen überhaupt
> erforderlich ist oder nicht einfach alle Zutaten zusammengeschüttet
> und eine gewisse Zeit lang erwärmt werden können bzw. sich im Laufe
> der Zeit ohnehin von alleine lösen; dann würde sich das Rezept nämlich
> vereinfachen zu:
>
> Gib 2,5g Kaliumnitrat, 2,5g Ammoniumchlorid und 10 g Kampher in 75 ml
> fünfzigprozentigen Alkohol, verschließe, erwärme und schüttele (oder
> für größere Mengen entsprechend mehr).
Würde ich nicht versuchen. Kampfer wird sich schon nicht allzutoll lösen.
Ammoniumchlorid kühlt beim Lösen stark ab(funktioniert auch mit
Ammoniumcarbonat IIRC), KNO_3 habe ich noch nie gelöst...
> Wie genau sind die Mengen- und
> Konzentrationsverhältnisse einzuhalten (obiges sieht mir ohnehin
> verdächtig "gerundet" aus), in welche Richtung braucht man wovon "eine
> Prise mehr", bis was passiert, und was hat es mit dem "natürlichen
> rechtsdrehenden Kampher" mit den Borneol-Spuren (watt'n datt?) auf
> sich, kurz gesagt, was erzähle ich den Pillendrehern, wenn die gucken
> wie ein Omnibus?
>
> Als wie riskant ist es (aus der Sicht der Schäubles) eigentlich
> einzuschätzen, daß ich böser Terrorist mir das Sturmglas nur deswegen
> zulege, um es anschließend daheim zu entkorken, das Kaliumnitrat
> auskristallisieren zu lassen und daraus dann mit Traubenzucker (auch
> aus der Apotheke) eine Bombe zu bauen, um die Schwatzbude in die Luft
> zu sprengen? Es leuchtet den Giftmischern unmittelbar ein, daß das
> vollkommen ausgeschlossen ist, weil .... ?
2,5g KNO_3 nicht die Welt bewegen...
>
> Was mache ich übrigens zweckmäßig: Ich bestelle o. a. Mischung in 1
> großes Probierglas, oder ich kaufe zehn große Probiergläser und lasse
> mir eine Zweiliterflasche Indikatorflüssigkeit zusammenmischen und
> beglücke dann noch den Rest der Menschheit mit dem Wetter-Hokuspokus?
>
> Und wem fallen eigentlich geeignete, gut verschließbare Schaugläser
> ein? Probiergläser sind nämlich so zerbrechlich. Es gibt ja auch
> verschweißbare Ampullengläser, aber die sind noch zerbrechlicher.
Reagenzgläser. Die kann man auch zuschmelzen. (Erst einen Hals basteln,
Lösung eifüllen, dann den Hals erwärmen und eger ziehen, das Ende abdrehen,
erkalten lassen, erfreuen.
Gruß
Patrick
fup2 dsc, passt besser
Hi,
sie dürfen (noch) Geplant ist wohl, daß demnächst der Ausweis zum
Bähka-ah gefaxt werden muß. Oder es wird ein besonderes
Gefahrstoffe-Registerbuch eingeführt. Darin werden dann auch
Ohrentropfen und Fleckentferner notiert. Bestimmt aber Warzenmittel.
> Bauen wird dir das Sturmglas aber kaum einer. Die meisten Apotheker
haben
> Chemie im Studium gehabt und das war es dann auch. Der eine oder
andere mag
> begeistert genug sein, aber die meisten rühren bestenfalls noch eine
Salbe
> an oder bereiten eine Kräutertinktur zu 8-)
> Zeit für so eine Bastelei hat i.d.R. auch keiner von denen, bzw. Zeit
ist
> Geld. Aber Fragen kostet ja nichts.
Ich kenne einen Dr.apo....und eine Apo "weit draußen", die dreht eigene
Pillen...
> wirst mehr als einen Versuch benötigen. Das Ganze ist nicht so
trivial,
> wie es sich liest. Solltest du dann noch etwas übrighaben, kannst du
ja
> noch das eine oder andere Sturmglas bauen und in der Verwandschaft
> zu Weihnachten verschenken.
>
> > Und wem fallen eigentlich geeignete, gut verschließbare Schaugläser
> > ein? Probiergläser sind nämlich so zerbrechlich. Es gibt ja auch
> > verschweißbare Ampullengläser, aber die sind noch zerbrechlicher.
>
> Kleiner Kolben mit eingeschliffenem Stopfen und HWS-Klemme?
> Ist nicht ganz billig, aber dauerhaft dicht.
>
> Bei alkoholischen Lösungen ist große Hitze kontraindiziert.
> Zumindest unter Schutzgas sollte man da schon arbeiten.
Andererseits ist das ganze offenbar eine Druckfrage, da wäre im Prinzip
auch ein Plastikrohr machbar. Oder eine dickwandige Pfandflasche, das
Ergebnis ist ja nur 50%ig, das schafft PTFE allemal. Da gäbe es dann
einen Schraubverschluß...der Vorteil ist dann die große "Dicke", viel
Gelegenheit, damit rumzurühren und dabei unkaputtbar.
--
mfg,
gUnther
> Ralf Kusmierz <m...@privacy.invalid> writes:
>
>> Und dazu möchte ich von den Chemikern
>> noch gerne wissen, ob das aufwendige Theater mit Kampher zunächst in
>> Alkohol auflösen und dann mit der Salzlösung mischen überhaupt
>> erforderlich ist oder nicht einfach alle Zutaten zusammengeschüttet
>> und eine gewisse Zeit lang erwärmt werden können bzw. sich im Laufe
>> der Zeit ohnehin von alleine lösen; dann würde sich das Rezept nämlich
>> vereinfachen zu:
>
> Das Theater ist schon sinnvoll.
Theater ist relativ. So groß sehe ich den Aufwand nun nicht.
> Kampher löst sich praktisch nicht in
> Wasser. Das Auflösen in Alkohol und anschließendes Mischen mit der
> Salzlösung bewirkt eine sehr gute Verteilung des Kamphers im Wasser.
Mir wäre ja schon das ganze Gepansche mit dem Kampher zuwider. Das ist ja
ein Megamuff, jedenfalls wenn man das in der heimischen Küche anrührern
möchte.
> Andernfalls müßtest du den Kampher sehr gut zerkleinern (nicht ganz
> einfach) und dann sehr lange schütteln.
Kampfer sollte sich ähnlich gut zerkleinern lassen wie eie Mischung aus
Kerzenwachs und Vaseline. Ich würde dazu flüssigen Stickstoff und einen
Mörser sowie warme Handschuhe bevorzugen.
> Die beschriebene Vorgehensweise
> dürfte erheblich einfacher und schneller sein. Deswegen steht sie da wohl
> auch so.
Eben.
> Es gibt auch Rezepte, bei denen zuerst die Salzlösung hergestellt wird,
> dann der Ethanol und dann der Kampher zugegeben werden. Ist wahrscheinlich
> etwas einfacher, dauert aber wohl länger.
Wenn sich überhaupt die Sättigung in absehbarer einstellt.
>> Wie genau sind die Mengen- und
>> Konzentrationsverhältnisse einzuhalten (obiges sieht mir ohnehin
>> verdächtig "gerundet" aus), in welche Richtung braucht man wovon "eine
>> Prise mehr", bis was passiert, und was hat es mit dem "natürlichen
>> rechtsdrehenden Kampher" mit den Borneol-Spuren (watt'n datt?) auf
>> sich, kurz gesagt, was erzähle ich den Pillendrehern, wenn die gucken
>> wie ein Omnibus?
>
> Die Rezepte sprechen alle von gesättigten Lösungen. Es sollte also gerade
> soviel Salz drin sein, daß es genug für die Wassermenge ist und auch
> soviel Kampher, daß er für den Ethanol reicht. Die genauen Werte kann man
> nachlesen.
Naja, im Labor würde ich ich die Lösungen arm ansetzen, abkühlen lassen,
filtrieren und dann die Lösungen in entsprechender Menge mischen. Das
dürfte das Einfachste sein.
> Wenn die Lösung nicht gesättigt ist, wird es keine Kristalle geben. Ich
> vermute mal, daß sich durch einen (wie auch immer gearteten Umwelteinfluß)
> die Sättigungsgrenzen wetterabhängig verschieben und eine gesättigte
> Lösung zur übersättigten wird und dann Kristalle entstehen bzw. die
> Kristalle sich wieder auflösen.
>
> Das Borneol ist ein Kampherderivat (genauer, ein Alkohol), welches bei der
> synthetischen Herstellung von Kampher entsteht, aber im natürlichen
> Kampher nicht enthalten ist. Synthetischer Kampher ist reiner als
> natürlicher Kampher, aber die Nebenprodukte im natürlichen Kampher stören
> wohl weniger.
>
> Kampher ist übrigens giftig (LD oral = 20g).
Ist das die LD_50 oral liegt bei 5000mg/kg Ratte. Und ist daher über 2g/kg
nichteinmal mit "Gesundheitsschädlich" zu kennzeichnen. Da beim Kaninchen
auch noch Reizungen an Augen und Haut festgestellt wurden: reizend.
So jedenfalls die gefundenen SDB im Netz.
> Kaliumnitrat ist auch als Kalisalpeter bekannt und daß könnte bei den
> Apothekern die Alarmglocken schrillen lassen. Wenn du den Leutchen das
> Rezept zeigst und auf die wirklich winzige Menge hinweist, sollten sich
> die vernünftigeren Apotheker aber beruhigen.
Also ich denke, dass kein Apotheker vom Stuhl kippt wenn man 10g KNO_3 kaufe
möchte.
> Die meisten Rezepte gehen von einer Salpetermenge von wenigen g aus. Das
> reicht für gar nichts, nicht mal für's Vergiften.
> Ich weiß aber nicht, ob die das Zeug inzwischen überhaupt noch abgeben
> dürfen. Es lebe die Paranoia!
Warum sollte es nicht abgegeben werden dürfen?
> Ammoniumchlorid ist im Prinzip harmlos.
Präziser: Ammoniumchlorid wird teilweise in Süßigkeiten(naja) verarbeitet.
> Bauen wird dir das Sturmglas aber kaum einer. Die meisten Apotheker haben
> Chemie im Studium gehabt und das war es dann auch. Der eine oder andere
> mag begeistert genug sein, aber die meisten rühren bestenfalls noch eine
> Salbe an oder bereiten eine Kräutertinktur zu 8-)
> Zeit für so eine Bastelei hat i.d.R. auch keiner von denen, bzw. Zeit ist
> Geld. Aber Fragen kostet ja nichts.
Und das ist auch nicht so schrecklich aufwendig. Das wird man gerade noch so
zusammenbekommen ;).
>> Was mache ich übrigens zweckmäßig: Ich bestelle o. a. Mischung in 1
>> großes Probierglas, oder ich kaufe zehn große Probiergläser und lasse
>> mir eine Zweiliterflasche Indikatorflüssigkeit zusammenmischen und
>> beglücke dann noch den Rest der Menschheit mit dem Wetter-Hokuspokus?
>
> Du bestellst dir die entsprechenden Einzelsubstanzen in _etwas_ größerer
> Menge und getrennt. Dann baust dir das Teil selber. Ich vermute mal, du
> wirst mehr als einen Versuch benötigen. Das Ganze ist nicht so trivial,
> wie es sich liest. Solltest du dann noch etwas übrighaben, kannst du ja
> noch das eine oder andere Sturmglas bauen und in der Verwandschaft
> zu Weihnachten verschenken.
>
>> Und wem fallen eigentlich geeignete, gut verschließbare Schaugläser
>> ein? Probiergläser sind nämlich so zerbrechlich. Es gibt ja auch
>> verschweißbare Ampullengläser, aber die sind noch zerbrechlicher.
>
> Kleiner Kolben mit eingeschliffenem Stopfen und HWS-Klemme?
> Ist nicht ganz billig, aber dauerhaft dicht.
Naja aber nicht so elegant.
>
> Bei alkoholischen Lösungen ist große Hitze kontraindiziert.
> Zumindest unter Schutzgas sollte man da schon arbeiten.
Warum? Wenn man das Ganze so macht, wie ich im Beitrag nebenan beschrieben
habe, das schon einige Male gemacht hat und zügig mit einem heißen Brenner
arbeitet sollte das schon gehen. Was auf keinen Fall passieren darf, ist
dass es einen Siederverzug gibt. Deshalb muss die Schmelstelle halt schon
ein Stück von der Flüssigkeitsoberfläche entfernt sein. Entweichende Gase
direkt anzünden, dann verpufft da auch nichts.
Die Schmelzstelle ist halt ziemlich bruchgefährdet. Aber wenn man die
Halterung entsprechend fertigt...
Gruß
Patrick
>> Das "rechtsdrehend" beim Kampher dürfte hier irrelevant sein, da wohl keine
>> chemischen Reaktionen beim Kampher stattfinden.
>
> Hat die Chiralität Einfluß auf das Kristallisationsverhalten?
Ja.
Wenn in der Lösung nur Moleküle eines Enantiomers vorhanden sind,
können offensichtlich nur enantiomerenreine Kristalle entstehen, deren
Raumgruppen keine Symmetrieelemente 2. Art (Inversionszentrum oder
Spiegelebene) enthalten.
Wenn die Lösung beide Enantiomere enthält (1:1 oder ein anderes
Mischungsverhältnis), kann es sein, dass Kristalle entstehen, die in
der Elementarzelle gleich viele R- und S-Moleküle enthalten, ein
Racemat. Solche Kristalle haben fast immer (aber nicht
norwendigerweise) ein Symmetrieelement 2. Art, das jeweils ein R- mit
einem S-Molekül verknüpft, sind also achiral. Es kann aber auch sein,
dass dennoch enantiomerenreine Kristalle entstehen; das nennt man
spontane Spaltung.
Es kann auch sein, dass je nach Temperatur oder anderen Bedingungen die
eine oder die andere Variante günstiger ist. Das von Pasteur im
klassischen Versuch verwendete Tartrat bildet unterhalb von 18 Grad C
racemische Kristalle, darüber tritt spontane Spaltung ein.
Glücklicherweise wars warm genug.
- Andi
> - "Hm, wir haben gar keine großen 100-ml-Reagenzgläser ... und ob wir
> die Chemikalien da haben, weiß ich auch nicht ..."
> "Lassen sich beschaffen?"
Diese RG übrigens auch.
>> Das "rechtsdrehend" beim Kampher dürfte hier irrelevant sein, da wohl keine
>> chemischen Reaktionen beim Kampher stattfinden.
>
> Hat die Chiralität Einfluß auf das Kristallisationsverhalten?
Sofern die "Sferics" tatsächlich der Auslöser und polarisiert sind,
wäre es denkbar, ansonsten nicht. Die Chiralität chiraler Substanzen
hat nur Einfluß auf ihre Reaktionen, wenn mindestens einer der
Reaktionspartner (inklusive Strahlungen!) ebenfalls chiral ist.
>> Kleiner Kolben mit eingeschliffenem Stopfen und HWS-Klemme?
>> Ist nicht ganz billig, aber dauerhaft dicht.
>
> Zu teuer und sieht ... unästhetisch aus. (Glas sollte zylindrisch oder
> prismatisch sein - die Apothekerin meinte "Plastik?" und ich meinte
> "Nicht dauerbeständig/unästhetisch". Sah sie ein.)
Einige Kolben sehen IMHO durchaus ästhetisch aus.
Grüße,
F^2
--
http://astro1.physik.uni-siegen.de/users/frank/index.html
Hi,
nicht vom Stuhl, aber vielleicht aus den Latschen, wenn ein
Rollkommando seine Buchhaltung abholt, um die Untaten aufzuklären.
>
> > Die meisten Rezepte gehen von einer Salpetermenge von wenigen g
aus. Das
> > reicht für gar nichts, nicht mal für's Vergiften.
> > Ich weiß aber nicht, ob die das Zeug inzwischen überhaupt noch
abgeben
> > dürfen. Es lebe die Paranoia!
>
> Warum sollte es nicht abgegeben werden dürfen?
Weil es "khemisch" klingt? Das reicht doch schon heutzutage. Irgendwer
sieht "Handlungsbedarf", erhöht den Ermittlungsdruck, und immer wenn
sich unmögliche Anforderungen mit unerfindlichen Gründen paaren, leidet
jemand. Willst Du dabeisein?
>
> > Ammoniumchlorid ist im Prinzip harmlos.
>
> Präziser: Ammoniumchlorid wird teilweise in Süßigkeiten(naja)
verarbeitet.
Lakritze?
--
mfg,
gUnther
>
> "Patrick Kibies" <linux...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:fqpdl9$8f0$03$1...@news.t-online.com...
> ..
>> Also ich denke, dass kein Apotheker vom Stuhl kippt wenn man 10g
> KNO_3 kaufe
>> möchte.
>
> Hi,
> nicht vom Stuhl, aber vielleicht aus den Latschen, wenn ein
> Rollkommando seine Buchhaltung abholt, um die Untaten aufzuklären.
Jaja. "Untaten". Ich weiß worauf du hinausmöchtest. Klar. Aber eine
ordentliche Endverbleibserklärung könnte man ja erstellen. Der Apotheker
wäre damit aus dem Schneider. Ob man allerdings die Durchsuchungswelle im
eigenen Haus haben möchte? Ich bezweifle das stark. Dennoch im Ernst:
10g Kaliumnitrat: damit kann man vielleicht ein Faller-Häuschen auf der
Modellbahn zum Einsturz bringen. Wer einem dafür die Bude umkrempelt gehört
direkt entlassen. Inklusive dem Richter, der den Schwachsinn genehmigt hat.
Verhältnismäßigkeit ist da doch nun garnicht gegeben.
>>
>> > Die meisten Rezepte gehen von einer Salpetermenge von wenigen g
> aus. Das
>> > reicht für gar nichts, nicht mal für's Vergiften.
>> > Ich weiß aber nicht, ob die das Zeug inzwischen überhaupt noch
> abgeben
>> > dürfen. Es lebe die Paranoia!
>>
>> Warum sollte es nicht abgegeben werden dürfen?
>
> Weil es "khemisch" klingt?
Tja mein Gott. Dann nennt man das ganze halt nicht Kaliumnitrat sondern
Salpeter (das kennt jeder) oder gar stickstoffsaures Kali (analog zum
übermangansauren Kali, Kaliumpermanganat).
> Das reicht doch schon heutzutage. Irgendwer
> sieht "Handlungsbedarf", erhöht den Ermittlungsdruck, und immer wenn
> sich unmögliche Anforderungen mit unerfindlichen Gründen paaren, leidet
> jemand. Willst Du dabeisein?
Ich? Nein! Aber man könnte doch Kaliumnitrat könnte man natürlich auch
gewinnen indem man Kalilauge mit Salpetersäure neutralisiert. Aber ob man
die bekommt? Ich bezweifle das. Und die gelben Flecken haben nur einen
geringen WAF. ("Ihhh, was hast du denn da an der Hand?" - "Och das war nur
ein bisschen Salpetersäure, das geht in ein paar Tagen ab!" - "Bäääääääh!")
>
>>
>> > Ammoniumchlorid ist im Prinzip harmlos.
>>
>> Präziser: Ammoniumchlorid wird teilweise in Süßigkeiten(naja)
> verarbeitet.
>
> Lakritze?
Salmialakritz! Lecker.
Gruß
Patrick
> - "Hm, wir haben gar keine großen 100-ml-Reagenzgläser ... und ob wir
> die Chemikalien da haben, weiß ich auch nicht ..."
> "Lassen sich beschaffen?"
> - "Ja, aber das ist auch eine Frage der Menge ... schreiben Sie mir
> mal das Rezept auf, dann frage ich mal rum, ob ein Labor das hat, ich
> rufe Sie morgen mittag dann an."
Hmm... hast du eine Uni in der Nähe, die Chemiker ausbildet? Wenn ja, sollte
sich normalerweise im Umfeld ein Konglomerat an Läden für Laborzubehör,
Glasgeräte, Chemikalien etc. angesiedelt haben. Die haben in der Regel schon
Ahnung und ganz so teuer wie eine Apotheke ist das dann auch nicht. Da gibt
es dann auch eine größere Auswahl an Gerätschaften und in der Regel auch zum
Mitnehmen. Ohne so etwas hätte jeder von uns im Praktikum dumm da gestanden,
wenn mal wieder ein Kolben zu Bruch gegangen war. Der in-House-Glasbläser
konnte zwar viel Reparieren, aber Neugeräte hatte er auch nur in begrenzter
Menge vorrätig.
> Das Zauberwort heißt Wasserbad und erwärmen?
Aber nur den verschlossenen Behälter erwärmen und dann auch nur vorsichtig
und wenig. Sonst macht es "plopp" und du kannst von vorne anfangen.
Bei manchen Systemen ist Erwärmen auch kontraproduktiv. Da kann es bei
höheren Temperaturen auch Entmischungen geben (hier wahrscheinlich nicht).
>> Wenn die Lösung nicht gesättigt ist, wird es keine Kristalle geben.
>
> Leuchtet ein. Also nicht dekantieren, sondern etwas Körper zugeben?
Wenn du Restkristalle hast, könnten die als Kristallisationskeime wirken und
den Zeitpunkt der Kristallbildung/auflösung bei den Messungen verschieben.
Da wirst du wohl sehr genau sein müssen. Also erstmal den Hauptteil lösen und
dann weiter Salz bis zur Sättigung zugeben. Dann ein _bißchen_ erwärmen um
die Restmenge auch noch zu lösen. Das Ganze sollte hinreichend schnell
passieren um die Verdunstung in Grenzen zu halten oder nach dem Verschließen.
> Kann sein. Interessant wäre, wie sich das Sturmglas bei ionisierender
> Strahlung benimmt.
Keine Ahnung. Versuch macht kluch...
>> Das Borneol ist ein Kampherderivat (genauer, ein Alkohol), welches bei der
>> synthetischen Herstellung von Kampher entsteht, aber im natürlichen Kampher
>> nicht enthalten ist.
> Das stand in der Netzquelle genau umgekehrt.
Hmm, bei meiner Quelle war das Borneol genau der Grund, warum man natürlichen
Kampher nehmen soll. Aber da bin ich kein Experte.
>> Kampher ist übrigens giftig (LD oral = 20g).
>
> Kochsalz ist auch giftig. (LD 500 g)
Na und? Erstens unterscheiden sich die beiden Mengen schon in der Größenordnung
und zweitens war es nur ein freundlicher Hinweis meinerseits. Aus Versehen
wirst du das Zeug jedenfalls nicht schlucken, es stinkt fürchterbar.
> Natürlich dürfen sie kein Salpeter abgeben. Aber salpeterhaltige
> Zubereitungen (sofern es keine Sprengstoffe sind) wohl schon.
Hmm, anscheinend dürfen sie auch Salpeter abgeben. Verboten ist laut
Chemikalienverbotsverordnung die Abgabe von "Stoffen, die nach der
Gefahrstoffverordnung als entzündlich, leichtentzündlich oder hochentzündlich
einzustufen sind". Kaliumnitrat ist "nur" brandfördernd.
Über die Menge müßte man sich wohl noch unterhalten...
>> Du bestellst dir die entsprechenden Einzelsubstanzen in _etwas_ größerer
>> Menge und getrennt. Dann baust dir das Teil selber.
>
> Ungern. (Hat das Potential zum Rumsauen. Chemie ist nicht direkt meine
> Lieblingsbeschäftigung.)
Aber man lernt dabei ungemein viel 8-) Irgendwie macht es mir auch mehr Spaß,
so etwas selbstgebautes funktioneren zu sehen. Aber jedem das seine.
> Wo sind die Probleme?
-Saubere Ausgangssubstanzen
-völliges Auflösen aller Substanzen ohne Verdunstungsverluste
-Vermeiden von Fremdsubstanzen (Staub etc.)
-zügiges Arbeiten (Ethanol ist flüchtig)
-stabiles, dichtes Verschließen (alle Teile der Apparatur sollten resistent
gegen Ethanol/Wasser sein).
>> Kleiner Kolben mit eingeschliffenem Stopfen und HWS-Klemme?
>> Ist nicht ganz billig, aber dauerhaft dicht.
>
> Zu teuer und sieht ... unästhetisch aus. (Glas sollte zylindrisch oder
> prismatisch sein - die Apothekerin meinte "Plastik?" und ich meinte
> "Nicht dauerbeständig/unästhetisch". Sah sie ein.)
Wir hatten damals auch so schmale Spitzkolben, die eher wie Ampullen
aussahen. Wenn man da einen eingeschliffenen Glasstopfen draufsetzt,
sieht das richtig urig aus. Zum Dichten eine winzige Menge Silikonfett
auf den Schliff gegeben und dann mit einer Klemme zusammengehalten,
hält das ewig dicht. Obendrein haben diese Schliffkolben auch einen
Hals, an den wunderbar eine Stativklemme paßt.
> Ich las: Abgefülltes Glas (Ampulle) tieffrieren und dann fix
> zuschweißen (Glasbläserarbeit, aber kein großer Akt). Gefrorener
> Alkohol brennt nämlich mangels Verdampfung nicht.
Eine alkoholische Lösung verträgt schon ziemliche Minusgrade. Da reicht
die heimische Tiefkühltruhe aber nicht mehr.
Die wenigsten Apotheker haben eine kleine Glasbläserei zur Hand.
> Gruß aus Bremen
Bremen? Ihr habt doch eine Uni. Siehe meine Hinweise ganz oben.
gruß aus Aachen (mit Uni und Läden für Laborbedarf 8-)
stephan
--
Sometimes it's better to light a flamethrower than curse the darkness.
-- (Terry Pratchett, Men At Arms)
>> Deshalb habe ich gefragt. Morgen weiß ich mehr.
>
> Hat angerufen: Überhaupt keine der Chemikalien da, müßte alles einzeln
> bestellt werden, Kaliumnitrat nicht lieferbar usw. Ich werde mir doch
> lieber eine andere Quelle suchen.
Das hast Du denen abgenommen? Das sind recht typische Stoffe die in
einer Apotheke geführt werden sollten, teilweise sogar müssen.
Alle genannten Stoffe existieren in Pharmazeutischer Qualität (Ph.Eur)
und sind bei den typischen Apothekenzulieferern wie Caelo zu beziehen.
> Nitrat: Wäre es von der Handhabung her nicht vielleicht günstiger,
> Salpetersäure mit Kalilauge zu neutralisieren? Kriegt man damit eine
> gesättigte Lösung hin, oder spritzt einem doch eher Säure/Lauge auf
> die Klamotten, mit entsprechenden Schäden? (Vermutlich kommt jetzt was
> mit "Ahnung" und "Geschicklichkeit" usw.)
unabhängig von den Sicherheitsaspekten ist es ungleich aufwendiger als
eine Dose mit KNO3 zu öffnen und mal eben 2,5g ein-/auszuwiegen.
> Ich sehe das doch richtig,
> daß sich "Sättigung" immer nur auf jeweils einen Stoff bezieht, also
> in der gesättigten Nitratlösung durchaus noch Salmiak gelöst werden
> werden kann?
Klares Jein --> Je nach Stoffen kommt der Aussalzeffekt zum tragen.
> Nächste Frage: Sehe ich das richtig, daß es eigentlich ziemlich egal
> ist, ob man Ammoniumchlorid und Kaliumnitrat oder Ammoniumnitrat und
> Kaliumchlorid zusammen auflöst, also eigentlich nur in der Summe die
> passenden Ionenmengen zusammenbringen müßte?
Im Grunde ja. Wenn eine Apotheke aber angeblich kein KNO3 besorgen kann,
wird sie erst recht kein Ammoniumnitrat besorgen.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/
>> War in Apotheke:
>
> [...]
>
>> Deshalb habe ich gefragt. Morgen weiß ich mehr.
>
> Hat angerufen: Überhaupt keine der Chemikalien da, müßte alles einzeln
> bestellt werden, Kaliumnitrat nicht lieferbar usw. Ich werde mir doch
> lieber eine andere Quelle suchen.
>
> Nitrat: Wäre es von der Handhabung her nicht vielleicht günstiger,
> Salpetersäure mit Kalilauge zu neutralisieren?
Auch da wird das Problem die Beschaffung der Salpetersäure sein. Damit
könnte man ja auch Unfug anfangen wollen. *seufz*
> Kriegt man damit eine
> gesättigte Lösung hin,
Man kann Wasse aus der resultierenden Lösung abdampfen.
> oder spritzt einem doch eher Säure/Lauge auf
> die Klamotten, mit entsprechenden Schäden?
Wenn man unvorsichtig ist...
> (Vermutlich kommt jetzt was
> mit "Ahnung" und "Geschicklichkeit" usw.)
Und vermutlich auch Erfahrung ;).
Säure-Base-Reaktionen können doch tückisch exotherm sein.
"Hmm schütt mal rein. *flöt* Scheiße, war das jetzt sauer? Ähhhm, das dampft
ja, nun faucht es ganz furchtbar, oh, die Soße liegt auf dem Tisch..."
Dennoch ist es möglich soetwas unfallfrei hinzubekommen. Ich hatte am
Semesterende die tolle Aufgabe die Inhalte der Vorratsflaschen zu
neutralisieren und zu verklappen. Das ging auch mit den konzentrierten
Säuren gegen Ammoniaklösung (und als die endlich entsorgt war gegen KOH
tech.) ganz gut, wenn man das Reaktionsgefäß im Wasserbad kühlt und
eventuell Eis zugibt.
> Ich sehe das doch richtig,
> daß sich "Sättigung" immer nur auf jeweils einen Stoff bezieht, also
> in der gesättigten Nitratlösung durchaus noch Salmiak gelöst werden
> werden kann?
Im Prizip ja. Es bezieht sich auf Ionen. Man kann beispielsweise durch
zugabe von NaCl zu AgNO_3 AgCl aus einer Lösung fällen und ähnliche Spiele.
(Welches sich bei der Zugabe von Ammoniak das als Diamminsilber wieder löst)
> Nächste Frage: Sehe ich das richtig, daß es eigentlich ziemlich egal
> ist, ob man Ammoniumchlorid und Kaliumnitrat oder Ammoniumnitrat und
> Kaliumchlorid zusammen auflöst, also eigentlich nur in der Summe die
> passenden Ionenmengen zusammenbringen müßte?
IMHO ja. Ammoniumnitrat wird aber nicht einfacher zu beschaffen sein als
Kaliumnitrat.
Gruß
Patrick
>> Ammoniumchlorid ist im Prinzip harmlos.
Reitend - wässrige Lösungen sind sauer.
> Präziser: Ammoniumchlorid wird teilweise in Süßigkeiten(naja) verarbeitet.
Die Lötkolbenfraktion nutzt das Zeug auch.
>> Also ich denke, dass kein Apotheker vom Stuhl kippt wenn man 10g
> KNO_3 kaufe
>> möchte.
>
> Hi,
> nicht vom Stuhl, aber vielleicht aus den Latschen, wenn ein
> Rollkommando seine Buchhaltung abholt, um die Untaten aufzuklären.
Warum bitte sollte das passieren?
>> Präziser: Ammoniumchlorid wird teilweise in Süßigkeiten(naja)
> verarbeitet.
>
> Lakritze?
Ja.
>> Hi,
>> nicht vom Stuhl, aber vielleicht aus den Latschen, wenn ein
>> Rollkommando seine Buchhaltung abholt, um die Untaten aufzuklären.
>
> Jaja. "Untaten". Ich weiß worauf du hinausmöchtest. Klar. Aber eine
> ordentliche Endverbleibserklärung könnte man ja erstellen. Der Apotheker
> wäre damit aus dem Schneider.
Ja.
> Ob man allerdings die Durchsuchungswelle im
> eigenen Haus haben möchte? Ich bezweifle das stark.
Warum sollte das eintreten? Dann müßte die polizei jeden Tag die
Apotheken umkrempeln. Apos sind berechtigt Chemikalien gemäß den
Bestimmungen abzugeben. Die StaWa wird nur in eine Apo gehen wenn sie
schon zuvor einen Verdacht auf eine bestimmte Person hat - nicht
umgekehrt um aus dem "Giftbuch" verdächtige Personen zu schaffen.
Ich oute mich hier: Ich habe noch ca. 0,5kg uraltes KNO3 im Keller
stehen und sehe keinen Grund mir daraus irgendeinem Strick zu drehen.
Damit verstosse ich gegen kein Gesetz.
Hi,
er hat es getan. Er hat "Jehova" gesagt. Er hat ein weißes Pulver in
einer als Waschmittel getarnten Box neben seiner Waschmaschine stehen.
Nun scheue nicht vor Deiner Courage, gib die Google-Koordinaten, die
Adresse und eine Anfahrtskizze dazu, sonst verlaufen sich die
Kommanderos beim ersten Versuch.
Wozu könnte jemand gerade uraltes Bäh im Keller lagern wollen? Gehört
das nicht in die Salami, und diese in den Kühlschrank?
--
mfg,
gUnther
Hi,
anonymer Tipp? Anzeige "netter" Nachbarn, nicht ganz so netter
Konkurrenten? Mistverständnis nach Befragung eines ertappten Schülers,
dessen "wahre Quellen" dunkel bleiben, der sich aber regelmäßig "wegen
Oma" in Deiner Apo aufhält? Oder ganz einfach, weil einer Deiner
Lieferanten ähnliches erlebte, und die Kommandos einfach alle Kunden
nach dem Schneeballsystem abgrasen? Such Dir was aus, nimm mehrfach.
Wegen solcher Tipps sind schon Veterinäre "besucht" worden, die lagern
ja auch "Khemikalien" sackweise, etwa für Desinfektionsbäder. Da reicht
es schon, wenn ein LKW mit einer Plane von Bayer vorfährt...und der
Nachbar die Bäckerblume abonniert.
--
mfg,
gUnther
> Patrick Kibies schrieb:
>
>>> Ammoniumchlorid ist im Prinzip harmlos.
>
> Reitend - wässrige Lösungen sind sauer.
Oooooch. Essig ist auch sauer.
Achso: zusammen mit Laugen entweicht Ammoniakgas
>> Präziser: Ammoniumchlorid wird teilweise in Süßigkeiten(naja)
>> verarbeitet.
>
> Die Lötkolbenfraktion nutzt das Zeug auch.
Ich weiß. Ich habe sowohl mehrere Lötkolben als auch mehrere
Salmiaksteine...
Gruß
Patrick
> Eine zweite Apotheke hat mir auch erzählt, daß es keine
> pharmazeutische Verwendung für Kalisalpeter gäbe und es daher nicht
> beschaffbar wäre.
Also ab zur Metzgerei um die Ecke, dort gibt es Natriumnitrit und
Kaliumnitrat auch in kleineren Mengen, sofern vor Ort noch gewurstet
wird. Du willst das halt auch mal probieren. ;-)
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Ralf Kusmierz schrieb:
>
>> Jetzt muß ich dann nur noch das System an sich verstehen. Wenn es in
>> dem Sturmglas gelegentlich "schneit", dann muß da eine Art Konvektion
>> zustandekommen, für die als Antrieb eigentlich nur Lichteinstrahlung
>> in Frage kommen könnte.
>
> Da dazu bisher noch keine Reaktion kam - was ist von folgender
> Hypothese zu halten:
>
> Der Inhalt des Sturmglases ist immer eine übersättigte bzw. gesättigte
> Lösung (mit Körper). Bei einer Abkühlung fällt weitere Substanz aus
> und wird zeitweise spektakulär auf der Wand deponiert bzw. "schneit"
> in Flocken, wobei es durch (kleine) Temperaturunterschiede zwischen
> Wand und Flüssigkeit zu einer "Thermik" im Glas kommt. (Bei
> Temperaturanstieg geht eher unspektakulär mehr Körper in Lösung.)
Kann ich mir durchaus vorstellen.
Hinzu kommt übrigens, dass sich die dichte einer Lösung ändert, wenn sich
dessen Konzentration ändert. Daher kann eine Strömung schon einsetzen, weil
irgendwo etwas auskristallisiert.
Je schneller die Temperaturänderung ausfällt desto kleiner und zahlreicher
dürften die Kristalle werden.
> Wären geringe kurzzeitige Umgebungstemperaturänderungen innerhalb der
> hölzernen Schiffe des 19. Jh. ein zu erwartender Vorläufer von
> "interessierenden" Wetteränderungen und somit eine gewisse
> Prognosfähigkeit des Sturmglases evtl. dadurch gegeben?
Die Schiffe dürften schon recht zugig gewesen sein. Eine
Außentemperaturänderung würde sich wahrscheinlich auch auf die
Innentemperatur auswirken.
> Benutzen
> meteorologen heutzutage solche "Kurzzeitsignale" (schnelle Luftdruck-
> oder Temperaturänderungen)?
Das weiß ich nun nicht. Aber Segler schauen gerne aufs Barometer oder -so
vorhanden- den Plot eines Barografen um Luftdruckänderungen zu verfolgen um
sich so besser auf bevorstehende starke Winde vorbereiten zu können.
Gruß
Patrick
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Patrick Kibies schrieb:
>
>>> Der Inhalt des Sturmglases ist immer eine übersättigte bzw. gesättigte
>>> Lösung (mit Körper). Bei einer Abkühlung fällt weitere Substanz aus
>>> und wird zeitweise spektakulär auf der Wand deponiert bzw. "schneit"
>>> in Flocken, wobei es durch (kleine) Temperaturunterschiede zwischen
>>> Wand und Flüssigkeit zu einer "Thermik" im Glas kommt. (Bei
>>> Temperaturanstieg geht eher unspektakulär mehr Körper in Lösung.)
>> Kann ich mir durchaus vorstellen.
>> Hinzu kommt übrigens, dass sich die dichte einer Lösung ändert, wenn sich
>> dessen Konzentration ändert. Daher kann eine Strömung schon einsetzen,
>> weil irgendwo etwas auskristallisiert.
>
> Moment mal! Wenn sich die Dichte ändert (also wohl auch das Volumen?),
Dass sich das Volumen ändert will ich nicht beschwören. Aber wahrscheinlich
ist es alleine schon deshalb so, weil ja die Kristalle eine andere Dichte
haben als die Lösung. Die Masse bleibt hingegen Konstant.
> dann würde die Kristallisation nach dem Prinzip von Le Chatelier ja
> tatsächlich auch auf äußere Luftdruckänderungen reagieren (wirklich?).
Keine Ahnung.
> Möglicherweise waren die Sturmgläser nicht besonders dicht, und falls
> sie es waren, hatte die thermische Ausdehnung eine starke Rückwirkung
> auf den Druck, der dann mit steigender Temperatur im Glas zunimmt.
>
> Wie hat man sich das vorzustellen? Nimmt die mittlere Dichte des
> Gemisches / die Dichte der Lösung beim Auskristallisieren zu oder ab?
Ich schätze dass das stoffabhängig ist.
Beispiel: löst du Ethanol in Wasser sinkt die Dichte der Lösung. Löst du
hingegen NaCl in Wasser steigt die Dichte.
> Wenn die Lösungsdichte abnimmt, dann müßte sie aufsteigen, entgegen
> der Fallrichtung der Kristalle.
Äh ja. Darüber hatte ich auch schon nachgedacht. Aber die Dichte der
Kristalle wird größer sein als die der Lösung.
>
>> Je schneller die Temperaturänderung ausfällt desto kleiner und
>> zahlreicher dürften die Kristalle werden.
>
> Mist, ich brauche so'n Ding...
>
>>> Wären geringe kurzzeitige Umgebungstemperaturänderungen innerhalb der
>>> hölzernen Schiffe des 19. Jh. ein zu erwartender Vorläufer von
>>> "interessierenden" Wetteränderungen und somit eine gewisse
>>> Prognosfähigkeit des Sturmglases evtl. dadurch gegeben?
>> Die Schiffe dürften schon recht zugig gewesen sein. Eine
>> Außentemperaturänderung würde sich wahrscheinlich auch auf die
>> Innentemperatur auswirken.
>
> Da Thermometer bekannt waren, hätten die diesbezüglich aber eigentlich
> auch gute Dienste geleistet. Was wäre der Vorteil der Sturmgläser
> gewesen?
Eine Beobachtung der Veränderung der Werte an Stelle diskreter Werte, die
der regelmäßigen Ablesung und der korrekten Interpretation bedürfen?
> Vielleicht einfach billiger und empfindlicher bei kleinen
> Temperaturänderungen (differenzierend, offsetkompensierend)?
>
>>> Benutzen
>>> meteorologen heutzutage solche "Kurzzeitsignale" (schnelle Luftdruck-
>>> oder Temperaturänderungen)?
>> Das weiß ich nun nicht.
>
> Dann schmeiß mal nicht immer die Meteorologen raus.
Oh das macht mein NUA weil ich die eben nicht abonniert habe. Ich lasse sie
einfach mal drin. Und fuppe auch nicht. Stattdessen hole ich mir gleich mal
die Gruppe. Das Thema interessiert mich nämlich inzwischen auch ;)
>
>> Aber Segler schauen gerne aufs Barometer oder -so
>> vorhanden- den Plot eines Barografen um Luftdruckänderungen zu verfolgen
>> um sich so besser auf bevorstehende starke Winde vorbereiten zu können.
>
> Aneroid-Barometer waren aber auch schon bekannt (und ggf. auch teuer).
Das Gleiche wie beim Thermometer.
Gruß
Patrick
Habe heute leider keinen Zugriff mehr auf DAB- und Pharmakopöeprüfungen,
bin mir aber ziemlich sicher das KNO3 dort mehrfach als Reagenz benötigt
wird.
Vielleicht sollte die Apotheke mal in den meist vorliegenden Katalogen
von Fluka, Merck ect. schauen.
>> Alle genannten Stoffe existieren in Pharmazeutischer Qualität (Ph.Eur)
>> und sind bei den typischen Apothekenzulieferern wie Caelo zu beziehen.
>
> Ich habe Verständnis dafür, daß die keine 100 g kaufen, um dann 2,5 g
> davon abzugeben.
und? Die könnten Dir auch vorschlagen die 250g-Dose für ~10€ zu kaufen
und Dir komplett in Rechnung zu stellen.
>> Ich oute mich hier: Ich habe noch ca. 0,5kg uraltes KNO3 im Keller
>> stehen und sehe keinen Grund mir daraus irgendeinem Strick zu drehen.
>> Damit verstosse ich gegen kein Gesetz.
>
> Hi,
> er hat es getan. Er hat "Jehova" gesagt. Er hat ein weißes Pulver in
> einer als Waschmittel getarnten Box neben seiner Waschmaschine stehen.
Nein, in der Originalbox des Herstellers mit Originaletikett.
> Nun scheue nicht vor Deiner Courage, gib die Google-Koordinaten, die
> Adresse und eine Anfahrtskizze dazu,
Das haben nadere Personen und ich selbst in der Vergangenheit schon
getan. Google ist Dein Freund.
> sonst verlaufen sich die
> Kommanderos beim ersten Versuch.
Die Verlaufen sich nicht. Die finden meine Adresse innerhalb kurzer Zeit
heraus!
> Wozu könnte jemand gerade uraltes Bäh im Keller lagern wollen?
Dazu gab es viele Gründe. Achja, ich habe auch noch irgendwo einen
uralten Kosmos-Chemikasten, viele Chemiebücher und eine große alte
technisch-chemische Enzyklopädie aus den 30er-Jahren.
Sicherlich habe ich meine bisherigen Berufe nur gelernt um damit Bomben
zu bauen die ich Tunelgabend irgendwo platziere - ja ich bin
generalverdächtig.
> Gehört
> das nicht in die Salami, und diese in den Kühlschrank?
Eine gute Salami muß eine Zeit lang in der Luft herumbaumeln. Die lass
ich lieber die Italiener herstellen.
ROFL - uns beiden unterscheiden scheinbar die Erfahrungen und der
TV-Konsum. Belassen wir es dabei.
Du wirst lachen - meine bessere Hälfte arbeitet sogar in einer solchen.
> Wenn man
> der Bande mit Einkaufspreisen kommt, dann werden die aber wirklich
> stinkesauer!
Manhcmla kann man sehr erstaunt sein wie günstig eine Apotheke sein
kann. Auf Shampoo, Rasierwasser und Seife trifft das aber meist nicht
zu. Evtl. bekommst Du in einer Apotheke die 250g-KNO3-Dose billiger als
bei einem großem Händler der sich kaum mit Privatleuten abgibt.
Es steht Dir aber auch frei mal in Bremen nach einer älteren
Drogerie/Reformhaus zu gucken und nachzufragen ob diese KNO3 führen bzw.
bestellen. Moderne Drogeriemärkte werden das wohl nur sehr selten machen.
> (Wenn ich 250 g bezahlen soll, dann will ich auch 250 g haben,
kannst es Dir ja so verkaufen lassen und sie machen nur die Mixtur führ
Dich.
> und
> dann kriegt der Verkäufer staatstreue Angstträume,
<Heul>
> und ich habe ein
> Problem mit dem Zeug (ist immerhin nicht so ganz unbedenklich: giftig,
> brandgefährlich ...).
Das steht bis zur nächsten Verwendung einfach Jahrzentelang harmlos
Regal. Hast Du keine Verwendung mehr, gibst Du es einfach mal bei der
komunalen Entsorgung ab.
> Und irgendwie wäre es wirklich am einfachsten,
> wenn man von irgendwo, wo sowas halt vorhanden ist, ein Löffelchen
> voll für den beabsichtigten Zweck bekommen kann und nicht erst
> irgendwelche Haupt- und Staatsaktion durchgeführt werde müssen.
Bremen ist leider zu weit weg.
> Wenn
> ich ein kg Sand brauche, bediene ich mich schließlich auch einfach am
> nächsten Spielplatz und bestelle keinen LKW voll im Baustoffhandel.)
Es soll Menschen geben die machen das auch wenn sie 3000-Kilo brauchen ;-)
> Das einfachste wird im Ergebnis sein, irgendwelche Praktikumsbetreuer
> in der Uni anzustiften, sowas als didaktisches Projekt zu machen, und
> dabei dann für mich auch eins abzustauben. Erzähl mir mal lieber, ob
> man überhaupt Salpeter für das Sturmglas braucht - kann doch nicht so
> schwer sein, das System zu verstehen.
nehme mir gerade eh zu wenig Zeit sorgfältig mitzulesen. Ich passe quasi.
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Patrick Kibies schrieb:
>
>>> Moment mal! Wenn sich die Dichte ändert (also wohl auch das Volumen?),
>> Dass sich das Volumen ändert will ich nicht beschwören. Aber
>> wahrscheinlich ist es alleine schon deshalb so, weil ja die Kristalle
>> eine andere Dichte haben als die Lösung. Die Masse bleibt hingegen
>> Konstant.
>
> Das ist eben die Frage: Man kann sich vorstellen, daß das Wasser eine
> gewisse "Struktur" hat, also dessen Moleküle irgendwie
> aneinanderhängen, und sich ein gelöster Stoff irgendwie
> "dazwischenmogelt", also die Ionen sich sozusagen "in die Lücken"
> einschmuggeln - dann wäre der Unterschied zwischen einer Lösung und
> ungelösten Kristallen, daß die Kristalle in der Lösung sozusagen
> "molekular zerkleinert" sind. Ich halte es jedenfalls nicht für
> zwingend, daß und in welche Richtung sich ein Gesamtvolumen beim Lösen
> ändert.
Übungsaufgabe: Mische 50ml Ethanol und 50ml Wasser. Das Ergebnis wird
niedriger als 100ml liegen. Stichwort: Volumenkontraktion:
> In solchen Fällen dürfen auch andere antworten.
Ich hoffe, dass das auch mal passiert...
>>> Wie hat man sich das vorzustellen? Nimmt die mittlere Dichte des
>>> Gemisches / die Dichte der Lösung beim Auskristallisieren zu oder ab?
>> Ich schätze dass das stoffabhängig ist.
>> Beispiel: löst du Ethanol in Wasser sinkt die Dichte der Lösung.
>
> Ich dachte immer, daß die Dichte zunimmt, wenn man Wasser in Ethanol
> löst.
Das ist die gleiche Aussage ;)
>> Löst du hingegen NaCl in Wasser steigt die Dichte.
>
> Ist das so? Annahme: Man gibt etwas NaCl in einen Kolben, füllt mit
> Aq. dest. auf - wird sich beim nachfolgenden Lösen das Gesamtvolumen
> vergrößern oder vermindern? Klar ist wohl, daß die Dichte der
> Salzlösung, die sich am Boden bildet, höher ist als die des Wassers
> darüber, so daß es nicht zu einer spontanen Durchmischung aufgrund von
> Konvektion kommt.
Aber irgendwann durch diffusion. Und die Dichte von Salzwasser ist definitiv
höher als die von Aq. Dest.
>>> Wenn die Lösungsdichte abnimmt, dann müßte sie aufsteigen, entgegen
>>> der Fallrichtung der Kristalle.
>> Äh ja. Darüber hatte ich auch schon nachgedacht. Aber die Dichte der
>> Kristalle wird größer sein als die der Lösung.
>
> Ja, aber was ist mit der verarmten Lösung in der Umgebung der sich
> bildenden Kristalle?
Durch Diffusion wird sich das durchmischen. Herr Brown und seine
Molekularbewegung halt.
Gruß
Patrick
> Kennst Du eigentlich den Ausdruck "Apothekenpreise" nicht? Wenn man
> der Bande mit Einkaufspreisen kommt, dann werden die aber wirklich
> stinkesauer!
>
> (Wenn ich 250 g bezahlen soll, dann will ich auch 250 g haben, und
> dann kriegt der Verkäufer staatstreue Angstträume, und ich habe ein
> Problem mit dem Zeug (ist immerhin nicht so ganz unbedenklich: giftig,
giftig?
Kaliumnitrat
LD/LC50 2000 mg/kg rat
Wäre an der Grenze zwischen "nix" und "gesundheitsschädlich".
um Vergleich NaCl
LD_50 3000mg/kg rat
> brandgefährlich ...).
Naja. Bei uns im Praktikumslabor stehen wesntlich giftigere und allgemein
weniger harmlose Dinge herum.
> Und irgendwie wäre es wirklich am einfachsten,
> wenn man von irgendwo, wo sowas halt vorhanden ist, ein Löffelchen
> voll für den beabsichtigten Zweck bekommen kann und nicht erst
> irgendwelche Haupt- und Staatsaktion durchgeführt werde müssen. Wenn
> ich ein kg Sand brauche, bediene ich mich schließlich auch einfach am
> nächsten Spielplatz und bestelle keinen LKW voll im Baustoffhandel.)
Ich würde den Eimer für einen Dritteleuro vom Baustoffhändler kaufen. Ich
bin nämlich sicher, dass mich irgendwer aus der netten Nachbarschaft wegen
Sanddiebstahls anzeigen würde.
> Das einfachste wird im Ergebnis sein, irgendwelche Praktikumsbetreuer
> in der Uni anzustiften, sowas als didaktisches Projekt zu machen, und
> dabei dann für mich auch eins abzustauben. Erzähl mir mal lieber, ob
> man überhaupt Salpeter für das Sturmglas braucht - kann doch nicht so
> schwer sein, das System zu verstehen.
Das können die Chemiestudis dann ja erklären. Äh. Bitte: wende dich an eine
Uni, die deiner Heimat nahgelegen ist. Ich habe nicht vor im nächsten
Semester Sturmgläser zu bauen.
Gruß
Patrick
> Das steht bis zur nächsten Verwendung einfach Jahrzentelang harmlos
> Regal. Hast Du keine Verwendung mehr, gibst Du es einfach mal bei der
> komunalen Entsorgung ab.
Kann man sich eigentlich "kommunale Entsorgung" als Künstlernamen eintragen
lassen? Ich meine, auf einem Recyclinghof standen im Chemieabfallabzug
einige sehr verlockende Stoffe. Der "Müllscheich" hat aber nicht mit sich
reden lassen und wollte mir weder das Phenolphtalein, noch den Methanol und
auch nicht die Säuren (die üblichen Verdcähtigen: HNO_3, H_2SO_4, HCl...)
überlassen.
>
> > Wenn
>> ich ein kg Sand brauche, bediene ich mich schließlich auch einfach am
>> nächsten Spielplatz und bestelle keinen LKW voll im Baustoffhandel.)
>
> Es soll Menschen geben die machen das auch wenn sie 3000-Kilo brauchen ;-)
Hui. Ein Haus aus Spielplatzsand...
Dabei ist Sand nicht das teuerste am Bau...
Gruß
Patrick
> begin quoting, Patrick Kibies schrieb:
>
>>> Moment mal! Wenn sich die Dichte ändert (also wohl auch das Volumen?),
>> Dass sich das Volumen ändert will ich nicht beschwören. Aber wahrscheinlich
>> ist es alleine schon deshalb so, weil ja die Kristalle eine andere Dichte
>> haben als die Lösung. Die Masse bleibt hingegen Konstant.
>
> Das ist eben die Frage: Man kann sich vorstellen, daß das Wasser eine
> gewisse "Struktur" hat, also dessen Moleküle irgendwie
> aneinanderhängen, und sich ein gelöster Stoff irgendwie
> "dazwischenmogelt", also die Ionen sich sozusagen "in die Lücken"
> einschmuggeln -
Deine Stichworte sind Solvation und Hydratisierung bzw. Hydrathülle
> dann wäre der Unterschied zwischen einer Lösung und
> ungelösten Kristallen, daß die Kristalle in der Lösung sozusagen
> "molekular zerkleinert" sind.
Dann sind sie keine Kristalle mehr ;-)
Ein weiteres Stichwort könnte Inklusion(en) sein.
> Ich halte es jedenfalls nicht für
> zwingend, daß und in welche Richtung sich ein Gesamtvolumen beim Lösen
> ändert.
Bei Flüssig-Flüssig-Mischungen sind die abweichenden Volumenänderungen,
bezogen auf die Einzelvolumina der Reinstoffe, verhältnissmässig klein.
Man rechnet näherungsweise 1:1.
Bei Fest-Flüssig-Lösungen sieht es teils erhbelich anders aus.
>>> dann würde die Kristallisation nach dem Prinzip von Le Chatelier ja
>>> tatsächlich auch auf äußere Luftdruckänderungen reagieren (wirklich?).
>> Keine Ahnung.
>
> In solchen Fällen dürfen auch andere antworten.
Das insbesondere natürliche Luftdruckschwankungen einen Einfluß auf das
Löslichkeits- und Kristallisationsverhalten haben, kann ich mir
irgendwie nicht vorstellen.
Bei Fest-Gas- oder Flüssig-Gassystemen mag/tut das anders aussehen
(Partialdruck).
>>> Wie hat man sich das vorzustellen? Nimmt die mittlere Dichte des
>>> Gemisches / die Dichte der Lösung beim Auskristallisieren zu oder ab?
>> Ich schätze dass das stoffabhängig ist.
>> Beispiel: löst du Ethanol in Wasser sinkt die Dichte der Lösung.
>
> Ich dachte immer, daß die Dichte zunimmt, wenn man Wasser in Ethanol
> löst.
Patrick hatte es andersherum geschrieben - _Ethanol in Wasser_
Ausgehend von der Wasserdichte ist d_Lsg < d_H2O.
>> Löst du hingegen NaCl in Wasser steigt die Dichte.
>
> Ist das so? Annahme: Man gibt etwas NaCl in einen Kolben, füllt mit
> Aq. dest. auf - wird sich beim nachfolgenden Lösen das Gesamtvolumen
> vergrößern oder vermindern? Klar ist wohl, daß die Dichte der
> Salzlösung, die sich am Boden bildet, höher ist als die des Wassers
> darüber, so daß es nicht zu einer spontanen Durchmischung aufgrund von
> Konvektion kommt.
Nehmen wir mal das nette Beispiel einer Ammoniumnitratlösung bei 20 °C
gesättigt. Die Edukte (1177g NH4NO3 und 100g H2O) haben ein
Gesamtvolumen von 0,78l - die Lösung 0,90l (hoffe mich nicht verrechnet
und recherchiert zu haben).
Bei Zucker scheint die Theorie von der Empirik ca. auf 0,5% genau zu
passen bei Kochsalz auf ca. 1,5%.
> Also so eine Art Thermo-Variometer - Frage am Rande in die Runde: Gibt
> es "differenzierende Thermometer", die also nicht die Temperatur
> selbst anzeigen, sondern die Temperaturänderung in der letzten Zeit?
Sowas wie Min-Max-Thermometer (da fehlt aber die Zeit). Ansonsten gibt's
halt schon sehr lange Thermographen (-->Wetterstationen) welche
aufzeichnen und die heutigen elektronischen Techniken werden sicher
vieles parat haben.
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Patrick Kibies schrieb:
>
>> giftig?
>> Kaliumnitrat
>> LD/LC50 2000 mg/kg rat
>> Wäre an der Grenze zwischen "nix" und "gesundheitsschädlich".
>> um Vergleich NaCl
>> LD_50 3000mg/kg rat
>
> Ach, da schau guck ...
Worauf möchtest du hinaus? Ich müsste schon 200g von dem Zeug futtern um mit
50%iger wahrscheinlichkeit Akut über den Jordan zu hüpfen. Das halte ich
nun nicht für sooooo giftig. Chronisch scheint bei der Soße auch nix zu
gehen.
>
>> Ich würde den Eimer für einen Dritteleuro vom Baustoffhändler kaufen. Ich
>> bin nämlich sicher, dass mich irgendwer aus der netten Nachbarschaft
>> wegen Sanddiebstahls anzeigen würde.
>
> ;-)
>
>>> Das einfachste wird im Ergebnis sein, irgendwelche Praktikumsbetreuer
>>> in der Uni anzustiften, sowas als didaktisches Projekt zu machen, und
>>> dabei dann für mich auch eins abzustauben. Erzähl mir mal lieber, ob
>>> man überhaupt Salpeter für das Sturmglas braucht - kann doch nicht so
>>> schwer sein, das System zu verstehen.
>> Das können die Chemiestudis dann ja erklären. Äh. Bitte: wende dich an
>> eine Uni, die deiner Heimat nahgelegen ist. Ich habe nicht vor im
>> nächsten Semester Sturmgläser zu bauen.
>
> Das ist doch für Lehramtsstudenten
Das sind die, die den Gasbrenner an den Wasserhahn anschließen. (Ich war
nicht live dabei, schade), aber der Boxnachbar von dem ärmsten, dem das
passiert ist, hat sich der Fontäne wegen dermaßen erschreckt, dass er seine
Klamotten, die er natürlich trug, prompt mit Bariumchlorid tränkte. Böse,
böse...
> (und ich hätte auch eher an Physik
> als an Chemie gedacht).
Auch über Physiker kann man lästern...
> Das Bauen übernehmen übrigens die Techniker,
> das ist für Studs viel zu gefährlich
Das wäre endlich mal Training in Glasbearbeitung. Zumindest in der Chemie
ist wesentlich gefährlicheres Zeug unterwegs.
> - die sollen nur ablesen und
> aufschreiben und sinnlose Protokolle vollschwafeln.
Genau das Richtige für's Lehramt.
Gruß
Patrick
> Es steht Dir aber auch frei mal in Bremen nach einer älteren
> Drogerie/Reformhaus zu gucken und nachzufragen ob diese KNO3 führen bzw.
> bestellen. Moderne Drogeriemärkte werden das wohl nur sehr selten machen.
Was mich an meine Schülerzeit (samt Labor im Keller) erinnert. Wir hatten
da diese altmodische Drogrie vor Ort die noch Pigmente hatte statt
fertiger Farben.
Ich: Haben Sie Kaliumpermanganat?
Angestellte: Nein.
Ich: Und dann bräuchte ich noch etwas übermangansaures Kali.
Angestellte: Ja, das haben wir.
Die gute alte Zeit, eben.
> Worauf möchtest du hinaus? Ich müsste schon 200g von dem Zeug futtern um
> mit
> 50%iger wahrscheinlichkeit Akut über den Jordan zu hüpfen. Das halte ich
> nun nicht für sooooo giftig. Chronisch scheint bei der Soße auch nix zu
> gehen.
Sagt Dir der Name "Hängdolin" etwas? Das dürfte wohl die erste Wirkung
sein.
>> Das einfachste wird im Ergebnis sein, irgendwelche Praktikumsbetreuer
>> in der Uni anzustiften, sowas als didaktisches Projekt zu machen, und
>> dabei dann für mich auch eins abzustauben. Erzähl mir mal lieber, ob
>> man überhaupt Salpeter für das Sturmglas braucht - kann doch nicht so
>> schwer sein, das System zu verstehen.
>
> Das können die Chemiestudis dann ja erklären. Äh. Bitte: wende dich an eine
> Uni, die deiner Heimat nahgelegen ist. Ich habe nicht vor im nächsten
> Semester Sturmgläser zu bauen.
Das gabs schon mal. Jeder Betrieb hatte (auch) Konsumgüter zu
produzieren. <g>
Kristian
--
The light at the end of the tunnel...
... is always the headlamp of an oncoming train!
Murphy
Öh. Hm. Direkt den Löffel mal wieder verstauen.
Gruß
Patrick
Ach was, Kristallbildung muß von den Stoffen erlernt werden. Mit
genügend gutem Zureden und Training werden die dann schon dressiert,
wie welche Kristalle gebildet werden, wenn die Ausgangsbedingungen
einigermaßen stimmen. Und wenn alles nichts hilft, dann kommen die
Keimkristalle als Startkataysatoren zur Anwendung, die sich vorwiegend
in des Chemikers Bart aufhalten;-)
X-Post über de.sci.chemie und de.sci.meteorologie, Fup2 de.sci.chemie und de
--
Grüße
Harald
> begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:
>
>> Es steht Dir aber auch frei mal in Bremen nach einer Ã?lteren
>> Drogerie/Reformhaus zu gucken und nachzufragen ob diese KNO3 fÃ1/4hren bzw.
>> bestellen.
>
> [x] Done
Aktionismus pur ;-)
> So, ich habe jetzt eine Apotheke gefunden, die "von anno dunnemals"
> einen Chemiebestand geerbt hat und mir die Chemikalien verkaufen will.
Ein Lichtblick am naturwissenschaftlichen Horizont.
> "Wir haben leider keinen Praktikanten da, der Ihnen die Mischung
> fertigmachen und abfüllen kann." Sie meinten, ich sollte auf jeden
> Fall vorher anrufen, weil sie sich nämlich Zeit nehmen müssen, das
> Zeugs aus irgendwelchen Ecken und Winkeln auszugraben.
Das das Zeug so "versteckt" in einer Apo steht wundert mich schon sehr.
Ich frage mich wirklich wie es um die Apothekenvorschriften und
Kontrolle durch Amtsapatheker steht.
Egal - man scheint sich ja wenigstens noch zu mühen. Also ein Pluspunkt.
> So, jetzt weiß ich bloß immer noch nicht, welche Mengenverhältnisse
> ich nehme, und wie ich das nun genau mache - einfach nur Reagenzglas
> und Stopfen drauf, oder doch zum Glasbläser gehen und zuschweißen
> lassen ...
Wenn Du nicht gerade Hochtemperaturreagenzgläser kaufst könntest Du die
doch glatt mit einem simplen Hartlötbrenner selbst zuschmelzen.
> Probieren geht über studieren, würde ich sagen - ich kaufe einfach von
> allem die fünffache Menge (das sind dann auch bloß 10-20 g), dann habe
> ich mehrere Versuche.
>
> (Was darf denn Kampher, Salmiak und Kalinitrat so kosten - nicht, daß
> die auf die Idee kommen, nach Gold graben zu wollen? Ein Euro pro
> Tütchen ist wahrscheinlich in Ordnung, nehme ich an.)
Teils etwas mehr. Einiges wird man Dir wohl auch nicht in Papiertütchen
sondern Plastikkruken oder Glasfläschchen abfüllen.
Eine Orientierung kannst Du Dir vielleicht dort verschaffen:
http://www.omikron-online.de/lshop,showrub,20428,d,1206046885-20435,feinchemikalien.chemikalien_a_,,,,.htm
> Ich habe übrigens eine Quelle, bein der relativ hochkonzentriertes
> Ethanol in kleinen Mengen als Abfall anfällt: Die verwenden den zum
> Reinigen von Metallproben, der ist anschließend mit Spuren von Fetten
> und Ätzmitteln usw. verunreinigt. Spricht etwas dagegen, den zum
> Kampher-Auflösen trotzdem zu nehmen?
Wenn wir darüber schon diskutieren ob oder wie die Sache funktioniert,
wie soll man das dann sicher beantworten. Ich würde Verunreinigunegn von
Fetten(ölen aber grundelgend für kontraproduktiv halten. Könnte mir
vorstellen das sie einen Einfluß auf das Kristallwachstum/Form haben.
>> Wenn wir darüber schon diskutieren ob oder wie die Sache funktioniert,
>> wie soll man das dann sicher beantworten. Ich würde Verunreinigunegn von
>> Fetten(ölen aber grundelgend für kontraproduktiv halten. Könnte mir
>> vorstellen das sie einen Einfluß auf das Kristallwachstum/Form haben.
>
> *seufz*
[...]
> Von wann war dieses Sturmglas doch gleich? Anfang/Mitte 19. Jh., wenn
> ich mich nicht irre. Und welche technischen Chemikalienqualitäten gab
> es damals wohl üblicherweise so?
>
> Übertriebene Reinheit auf heutigem Niveau könnte für die
> Erfolgswahrscheinlichkeit genausogut kontraproduktiv wie zuträglich
> sein.
Da könntest Du recht haben. Nur nützt Dir das u.U. nichts wenn Du nicht
weißt welche Verunreinigungen damals, welche heute enthalten waren/sind.
> Wie heißen denn auf "chemisch" die passenden Gläser (also so ungefähr
> 25 mm Durchmesser und 20 cm lange Zylinder - sollten etwa 100 ml
> reingehen)?
Reagenzglas? Standzylinder?
Gruß Dieter
>>>Wie heißen denn auf "chemisch" die passenden Gläser (also so ungefähr
>>>25 mm Durchmesser und 20 cm lange Zylinder - sollten etwa 100 ml
>>>reingehen)?
>>
>>Reagenzglas?
>
>
> In der Größe? Woher nehmen?
Aber sicher doch, gibts im Laborfachhandel. Ansonsten ist das für
einen Apparateglasbläser eine Kleinigkeit, Auch Kunstglasbläser
werden sowas als leichteste Übung ansehen.
>>Standzylinder?
>
>
> Im Omnilab-Katalog habe ich leider nichts Passendes gefunden. Was sind
> denn sonst so die gängigen Anbieter, wo man auch ggf. online
> nachschauen kann?
Krumpholz oder Omikron, aber schau doch einfach mal ins
Branchenbuch, da findet sich sicher auch lokal ein Fachhändler.
Gruß Dieter
zB als Mitbringsel vom nächsten Venedigbesuch. In Murano fertigen sie
auch Einzelstücke.
--
mfg hdw
> zB als Mitbringsel vom nächsten Venedigbesuch. In Murano fertigen sie
> auch Einzelstücke.
Oh weh, Borosilikatglas auf Murano, das glaub ich erst wenn ichs
gesehen hab.;-)
Gruß Dieter
Sind halt Italiener. Die machen alles möglich ;-)
--
mfg hdw
>> Reagenzglas?
>
> In der Größe? Woher nehmen?
>
>> Standzylinder?
>
> Im Omnilab-Katalog habe ich leider nichts Passendes gefunden. Was sind
> denn sonst so die gängigen Anbieter, wo man auch ggf. online
> nachschauen kann?
> HA85.1 wäre wohl recht - und was mache ich mit den restlichen 45
> Stück?
-->Sturmgläser-->VielKnete
Gruß Dieter
In der Billigversion quasi Discountpreise im Sturmglashandel.
> X-No-Archive: Yes
>
> begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:
>
>>>> HA85.1 wäre wohl recht - und was mache ich mit den restlichen 45
>>>> Stück?
>>> -->Sturmgläser-->VielKnete
>> In der Billigversion quasi Discountpreise im Sturmglashandel.
>
> Wollt ihr mich eigentlich partout in den Knast bringen?
>
> Ein Verkauf von Geräten, die giftige und feuergefährliche Chemikalien
> enthalten, ist ohne die zertifizierte Einhaltung von drölf Millionen
> Einzelvorschriften, tausenden von klinischen und Sicherheitstests und
> einem Heer von Rechtanwälten zumindest der sichere Weg in die
> Privatinsolvenz!
Och, dazu braucht man doch "nur" den Sachkundenachweis. (Bätschler Chemie
reicht völlig, alternativ kann man gegen einen Haufen FRZ das Ding wohl
auch "so" machen.)
> Hat sich eigentlich wirklich noch niemand überlegt, was mit dem armen
> Verkäufer (also mir) passiert, wenn irgend so ein Trott^WKunde sich
> das Ding auf den Fuß fallen läßt, sich aufgrund des dadurch
> ausgelösten Schrecks die Zunge abbeißt und dann wegen des
> nachfolgenden Geschreis ein anwesendes Kleinkind einen Weinkrampf mit
> nachfolgender Psychotherapie bekommt und der Staatsanwalt dann
> erfährt, daß ich gar kein habilitierter Chemiker mit juristischem
> Assessorexamen und Sperengmeisterausbildung bin?
Ja so ungefähr. Wobei völlig unerheblich ist, dass das mit einem schnöden
Messingzylinder (mir ist vor ein paar Tagen ein solcher auf den Fuß
gefallen --> Englein, Gesang, Sterne, Sichtung, Schuh, Biss, Stahlkappe,
Begeisterung, Gartenschlappen, Garage, Dummheit)
> Die dürfte ich ohne
> behördliche Erlaubnis und einem Mega-Haftpflichtversicherungsvertrag
> doch nicht einmal verschenken, die enthalten doch sogar DHMO und
> Siliziumdioxid - nee, da überfalle ich lieber 'ne Parkbank
:D du willst mit Gewalt in den Digest, oder?
> oder werde
> islamistischer Selbstmordattentäter, das ist deutlich sicherer.
Abr nur solange du nicht mit Sturmgläsern (direkt neben dem Sturmgewehr) um
dich wirfst!
>
> (Die verd... R.-Gläser kriege ich einfach nirgendwo in Kleinmengen -
> hat mal jemand 'ne Idee, wer Gläser in dem Format (30x200) wohl
> verwenden könnte, so daß man da mal wegen ein paar Abstauben anklopfen
> könnte?)
Das sind ja schon ganz schöne Klopper. Soll ich nächste Woche mal die nette
Frau von der Materialausgabe nerven (mein Auftauchen führt da eh schon zu
Stöhnen) und fragen, ob sie derartiges vorrätig hat? Die Preise dort sind
aber eher natriumchloridhaltig.
Rückgruß von der Emscher
Patrick
Worauf beziehst Du Dich dabei? Zumindest nach
§5 Abs. 1 ChemVerbotsV nützt Dir auch der Dr. rer. nat. als Chemiker nichts.
Gibt es da noch eine andere Regelung die ich übersehen habe?
Gruß
Patrick
>> Och, dazu braucht man doch "nur" den Sachkundenachweis. (Bätschler Chemie
>> reicht völlig, alternativ kann man gegen einen Haufen FRZ das Ding wohl
>> auch "so" machen.)
>
> Worauf beziehst Du Dich dabei? Zumindest nach
> §5 Abs. 1 ChemVerbotsV nützt Dir auch der Dr. rer. nat. als Chemiker
> nichts.
> Gibt es da noch eine andere Regelung die ich übersehen habe?
Sehe ich nicht so:
§ 5 Abs. 1:
Die erforderliche Sachkunde ... hat nachgewiesen, wer ... [7.] im Rahmen
eines Hochschulstudiums ausweislich des Zeugnisses der Zwischenprüfung
oder der Abschlussprüfung nach Teilnahme an entsprechenden
Lehrveranstaltungen eine Prüfung bestanden hat, die der Prüfung nach
Absatz 2 entspricht ...
Und in Absatz 2 heißt es:
Die Prüfung der Sachkunde erstreckt sich auf die allgemeinen Kenntnisse
über die wesentlichen Eigenschaften der Stoffe ... über die mit ihrer
Verwendung verbundenen Gefahren und auf die Kenntnis der einschlägigen
Vorschriften.
Mir ist nicht ein einziges Praktikum im Studiengang Chemie bekannt, bei
dem nicht vor Antritt Belehrungen über den Umgang mit Gefahrstoffen
stattfinden, d.h. die Sachkunde liegt mit Bestehen des Praktikums vor.
MfG,
Jürgen
>Patrick Kursawe schrieb:
>Und in Absatz 2 heißt es:
>Die Prüfung der Sachkunde erstreckt sich auf die allgemeinen Kenntnisse
>über die wesentlichen Eigenschaften der Stoffe ... über die mit ihrer
>Verwendung verbundenen Gefahren
Soweit ok.
> und auf die Kenntnis der einschlägigen
>Vorschriften.
Da ist wohl ein Problem?
>Mir ist nicht ein einziges Praktikum im Studiengang Chemie bekannt, bei
>dem nicht vor Antritt Belehrungen über den Umgang mit Gefahrstoffen
>stattfinden, d.h. die Sachkunde liegt mit Bestehen des Praktikums vor.
Was ist mit (m)einen Praktika, die zwischen 1970 & 1980 stattfanden?
gruebelnd, Holger
Es sollte mich schwer wundern wenn das tatsächlich anerkannt würde. Wie
Holger schon sagte, die "einschlägigen Vorschriften"... jedenfalls in NRW
wird es so gehandhabt wie auf
http://www.arbeitsschutz.nrw.de/lafa/ueberuns/chemikalien/sachkunde/index.html
beschrieben.
Da geht es um eine "entsprechende Lehrveranstaltung" und die dazugehörige
Prüfung, die Prüfung umfaßt drei Teile:
Teil I rechtliche Fragen
Teil II stoffbezogene Fragen
Teil III Fragen zu Bioziden und Pflanzenschutzmitteln
Die Richtlinie unter
http://www.bmu.de/files/chemikalien/application/pdf/chemikalien_sachkunde.pdf
sagt, daß mindestens I und II erschlagen sein müssen, für "umfassende
Sachkenntnis" auch III und, daß die Prüfung von der zuständigen Behörde
anerkannt sein muß.
In der Prüfung geht es dann wohl auch (so liest man dort) nicht nur um den
klassischen Bereich "Gefahrstoffe", sondern um Chemikaliengesetz,
Chemikalien-Verbotsverordnung, Transportkennzeichnungen,
Pflanzenschutzgesetz, Chemiewaffenübereinkommen und allerlei Krempel mehr.
Schließlich geht es ja nicht nur um den Umgang mit sondern auch um das
Inverkehrbringen von Gefahrstoffen.
Den ganzen Krempel auch nur zu erzählen dauert vermutlich länger als die
meisten Praktika.
Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt dann gab es zu meinen Studienzeiten
auch eine spezielle (nicht obligatorische) Vorlesung zu diesem Thema mit
einer schriftlichen Prüfung am Ende. Ich halte es für unwahrscheinlich, daß
das pure Langeweile der Dozenten war.
Gruß,
Patrick
> begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:
>
>>>> HA85.1 wäre wohl recht - und was mache ich mit den restlichen 45
>>>> Stück?
>>> -->Sturmgläser-->VielKnete
>> In der Billigversion quasi Discountpreise im Sturmglashandel.
>
> Wollt ihr mich eigentlich partout in den Knast bringen?
Es reicht nur für den knast?
> Ein Verkauf von Geräten, die giftige und feuergefährliche Chemikalien
> enthalten, ist ohne die zertifizierte Einhaltung von drölf Millionen
> Einzelvorschriften, tausenden von klinischen und Sicherheitstests und
> einem Heer von Rechtanwälten zumindest der sichere Weg in die
> Privatinsolvenz!
Bitte mindestens noch ein Verbot für Produkte welche das
Teleomunikationsgesetzt betreffen.
> Siliziumdioxid - nee, da überfalle ich lieber 'ne Parkbank oder werde
> islamistischer Selbstmordattentäter, das ist deutlich sicherer.
Dann mach es aber in einer Kiesgrube. Für den Nachruf werden wir sicher
ein vernünftiges Schreiben in die NG's gesetzt kriegen ;-)
> (Die verd... R.-Gläser kriege ich einfach nirgendwo in Kleinmengen -
> hat mal jemand 'ne Idee, wer Gläser in dem Format (30x200) wohl
> verwenden könnte, so daß man da mal wegen ein paar Abstauben anklopfen
> könnte?)
Tja, Du wohnst leider nicht in der Nachbarschaft. Ein paar (wirklich)
alte müßte ich noch im Keller haben.
Hast Du nach den Reagenzgläsern auch mal in der Apo oder einer älteren
Drogerie gefragt? Die Apo's sollten das zumindest auch in geringeren
Stückzahlen als 50 bei Ihrem Apothekenbedarfshändler ordern können.
Übrigens: Reagenzgläser 25x160 gibt's auch einzeln bei Omikron.
Um Chemiker zu werden muss man hierzuuni ein Praktikum in OC ablegen.
Teilnahmevoraussetzung ist der Schein in "Toxikologie und Rechtskunde", der
eben zufällig ChemVerbotsV §5 (1) Nr. 7.
,----[ChemVerbotsV §5 Abs. 1 Nr. 7 ]
|
| "7.
| im Rahmen eines Hochschulstudiums ausweislich des Zeugnisses der
Zwischenprüfung oder der Abschlussprüfung nach Teilnahme an entsprechenden
Lehrveranstaltungen eine Prüfung bestanden hat, die der Prüfung nach Absatz
2 entspricht, oder"
`----
genügt, sofern man den Bachelor erreicht. (Und da man den ohne den Schein
nicht erreichen kann reicht der Bachelor in Chemie, folgt logisch aus
ChemVerbotsV und Studienordnung)
>
> Gruß
>
> Patrick
Auch so.
> Worauf beziehst Du Dich dabei? Zumindest nach
> §5 Abs. 1 ChemVerbotsV nützt Dir auch der Dr. rer. nat. als Chemiker nichts.
> Gibt es da noch eine andere Regelung die ich übersehen habe?
Nö. "Sachkunde" erlangt man durch einen Verwaltungsakt. Dazu braucht man
entweder ein Studium inkl. der nötigen Zusatz-Scheine, oder aber eine
passende berufliche Ausbildung samt Zusatz-Qualifikation.
Dann wendet man sich in Thüringen oder BaWü (für andere Länder kann ich
nicht sprechen) an das Landesverwaltungsamt oder Landratsamt, bezahlt Geld
und gut ist.
Wenn man es richtig macht, springt für studierte Chemiker dann noch eine
Bestallung als Gutachter dabei raus. Und damit eine Möglichkeit,
investiertes Geld vom Staat zurückzuerhalten:-)
Für Tierärzte und Apotheker gelten Sonderregelungen. Für Tierärzte, weil
die gleichzeitig ihre eigene Apotheke betreiben dürfen. Für Apotheker, weil
bei denen im Moment des Über-die-Theke-reichens aus Chemikalien Medikamente
werden. Kaliumdichromat ist z.B. nicht verschreibungspflichtig bei
äußerlicher Anwendung... Im Gegenzug kann man hinter der Ladentheke in der
Apotheke bedenkenlos "Zubereitungen organischer Feinchemikalien" auch ohne
Rezept erwerben. Z.B. auch GBL oder anderen Schafscheiß. Der Apotheker
behält seine Eigenschaft bei und verliert lediglich die Eigenschaft seiner
Apotheke. Verkaufen darf er dann immer noch so ziemlich alles.
Irgendwo ist unser Rechtssystem da ziemlich übel. Umso dankbarer bin ich
für jeden Apotheker, der von Chemie Ahnung hat und über
Verantwortungsbewußtsein verfügt.
Beste Grüße,
Franz
Nö. Im Praktikum arbeitet der Studi unter Anleitung und außerdem an einer
wissenschaftlichen Einrichtung.
An "Sachkunde" hat unser lieber Gesetz- und Verordnungsgeber etwas andere
Anforderungen gestellt. Daß diese nicht wirklich nachvollziehbar sind,
steht auf einem anderen Blatt.
Ich werde jedoch nicht dagegen angehen. Was ich hab, hab ich. Und wo ich
gutachten darf, achte ich auch gut auf meinen eigenen Arsch.
Bin sozusagen vollständig durch unseren Staat korrumpiert.
Beste Grüße,
Franz
> Irgendwo ist unser Rechtssystem da ziemlich übel. Umso dankbarer bin ich
> für jeden Apotheker, der von Chemie Ahnung hat und über
> Verantwortungsbewußtsein verfügt.
und heißt das diese einem Jigendlichem keine Chemikalien für das
Hobbylabor verkaufen sollen?
>> Tja, Du wohnst leider nicht in der Nachbarschaft. Ein paar (wirklich)
>> alte müßte ich noch im Keller haben.
>
> Ich schick Dir einfach einen anderen aus der Familie vorbei. So.
Wat, da gibt's noch mehr von?
>> Hast Du nach den Reagenzgläsern auch mal in der Apo oder einer älteren
>> Drogerie gefragt? Die Apo's sollten das zumindest auch in geringeren
>> Stückzahlen als 50 bei Ihrem Apothekenbedarfshändler ordern können.
>
> In der Größe? Glaubichnich.
Erst fragen ist leicht gesagt. Wie die Erfahrungen zeigen ist das
Interesse und Engagement der Apo's scheinbar sehr unterschiedlich.
> und heißt das diese einem Jigendlichem keine Chemikalien für das
> Hobbylabor verkaufen sollen?
Nein. Leider kommt das aber nicht bei jedem Apotheker an. Einige Exemplare
haben immer noch nicht den Unterschied zwischen Verantwortung und
vorauseilendem Gehorsam geschnallt.
Beste Grüße,
Franz
Eben. Wenn etwas grundlegend verboten ist, kann ich verstehen das
Apo-Mann nicht (auch nicht in Kleinmengen) herausgibt. Unpassend finde
ich jedoch die öft gehörte Äusserung, sie dürften gar keine Chemikalien
verkaufen.
Sollen sie doch einfach sagen "Dies ja, das nein. Dazu bist Du mir noch
zu Jung/zu unerfahren".
Mir tat sich *damals* mal die Chance auf, die ich irgendwie nicht
genutzt habe, das mich ein Apotheker sogar einlud Experiemente mit Ihm
zusammen im Apolabor zu machen. Teils sogar Samstagmittag. Der war
richtig gerührt als ich mal Chemikalien bei Ihm kaufen wollte, fand das
Interesse toll und stellte fest das in realen Apoleben die chemische
Praxis irgendwo gegen Null ging.
>>> Ich schick Dir einfach einen anderen aus der Familie vorbei. So.
>> Wat, da gibt's noch mehr von?
>
> Ganze Telefonbücher voll. Deutschland braucht uns dringend.
oder http://www.maennerrat.de/neue-maenner-braucht-das-land.htm
>> Erst fragen ist leicht gesagt. Wie die Erfahrungen zeigen ist das
>> Interesse und Engagement der Apo's scheinbar sehr unterschiedlich.
>
> Liegen in einer für mich jetzt abholbereit - Stück 1,10.
Also - geht doch :-)
> Heute habe ich dann in der Drogerie erst mal den absoluten Wutanfall
> gekriegt: Der Typ hat mir doch Stücker drei Euronzen für die grauen
> Gummistopfen abgeknöpft (Durchmesser 30 mm, Höhe so ähnlich) - sind
> die wirklich so sauteuer, oder hat der den Blödmann massiv übers Ohr
> gehauen?
Sind normalerweise nicht ganz so teuer, aber durchaus auch nicht so
billig, wie man erwarten würde. Meist handelt es sich um Silikon,
was mehr als normales Gummi kostet.
> Und dann die alkoholische Campherlösung auch in gleichen
> Mengen dazu, Alkohol mischt sich schließlich leicht in beliebigen
> Verhältnissen mit Wasser
Ja, aber
> - Mist, flockte sofort aus...
Campher nicht.
Grüße,
F^2
--
http://astro1.physik.uni-siegen.de/users/frank/index.html
>> So, dann berichte ich mal ein bißchen, damit ihr auch was zu lachen
>> habt:
>
> Scheint ja nicht wirklich jemanden zu interessieren...
Wir lachen halt nicht über jeden Laien. ;-)
> Ich habe mir mal ein bißchen Theorie zu den Sturmglasphänomenen aus
> den Fingern gesaugt:
>
> Offenbar kann eine Alkohol-Wasser-Mischung nur relativ wenig Campher
> lösen, weitaus weniger jedenfalls, als die entsprechende unverdünnte
> Alkoholmenge, daher ist das Campher auch beim Mischen der alkoholische
> Campher-Lösung mit der wäßrigen Salzlösung teilweise ausgefallen.
Yepp! Das Phänomen kennt man auch in Frankreich: Etwas Wasser zum
Pastis, und schon wird das Zeug trübe, weil Öle unlöslich werden.
> Rätselhaft ist nur, woraus die unterschiedlichen Phasen
> bestehen, und in welchen Verhältnissen sie auftreten.
Zumindest den Camphergehalt könnte man mit einer Pipette und einer
sehr genauen Waage feststellen. Beim Alkohol könnte es mit etwas
mehr Aufwand auch gehen.