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Was ist Federweiss?

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Flups Baumann

unread,
Aug 12, 2001, 5:36:00 PM8/12/01
to
Kann mir mal jemand sagen, was "Federweiß" ist? Ich meine nicht den
jungen, noch gärenden Wein, sondern um etwas, das als Pulver die
Bodenhaftung beim Tanzen verbessern kann.

In de.rec.tanz läuft nämlich gerade ein Thread über das Thema. In einem
ähnlichen Thread in wurde in der Vergangenheit auch "Federweiß" als
Haftpulver empfohlen, aber so recht weiß keiner, was das ist, außer dass
die "Tanzprofis" darauf schwören sollen.

Gruß,
Flups

Klaus Leitner

unread,
Aug 12, 2001, 6:02:02 PM8/12/01
to
Hi!

> Kann mir mal jemand sagen, was "Federweiß" ist?

AFAIK: MgO, also Magnesia.

lg, Klaus.

Andreas Haimberger

unread,
Aug 13, 2001, 2:55:42 AM8/13/01
to

"Klaus Leitner" <kle...@sbox.tu-graz.ac.at> schrieb im Newsbeitrag
news:3B76FCDA...@sbox.tu-graz.ac.at...

> > Kann mir mal jemand sagen, was "Federweiß" ist?
>
> AFAIK: MgO, also Magnesia.

Nö. Federweiß ist gemahlener Speckstein, auch als Talkum bekannt.
Chemisch ist es Magnesiumsilikat.

MFG, Andy


Rolf Bombach

unread,
Aug 13, 2001, 6:10:09 AM8/13/01
to

Ja. Aber das ist doch eher ein Anti-Haftmittel? Vielleicht
sagt uns Flups noch mal, was genauer an was besser haften
soll. Als anti-Rutschmittel auf Parkett wird gelegentlich
ein spezielles Kolophoniumpulver verwendet. Besagtes
Talkumpulver, vulgo Puder, ist höllisch rutschend auf
dem Boden. Kenn ich als "Entgiftungspulver-Simulat"...

--
Rolf Bombach

Andreas Haimberger

unread,
Aug 13, 2001, 6:23:26 AM8/13/01
to

"Rolf Bombach" <rolf.b...@psi.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:3B77A781...@psi.ch...

> > Nö. Federweiß ist gemahlener Speckstein, auch als Talkum
> > bekannt. Chemisch ist es Magnesiumsilikat.

> Ja. Aber das ist doch eher ein Anti-Haftmittel?

Mir ist (z.B. von Volkstanzvorführungen aus meiner Kindheit) das
Talkumstreuen auf Holzböden bekannt. Das sollte durchaus gewollt die
Gleitfähigkeit erhöhen, damit man besser Drehungen machen kann,
vielleicht auch, um Schäden auf dem Parkett durch Kratzer oder
Schleifspuren zu vermeiden. Auf Sandpapierböden würde man sicher viel
weniger leicht ausrutschen, das Tanzen mit Drehfiguren wäre aber IMHO
sehr erschwert.

Federweiß ist jedenfalls die Handelsbezeichnung für feines, reinweißes
Talkumpulver.

MFG, Andy

Flups Baumann

unread,
Aug 13, 2001, 7:58:00 AM8/13/01
to
Ich crossposte diesen Thread jetzt mal nach drt und bitte deshalb um
Verständnis für das Vollquote.

>>>> Kann mir mal jemand sagen, was "Federweiß" ist?

>>> AFAIK: MgO, also Magnesia.

>> Nö. Federweiß ist gemahlener Speckstein, auch als Talkum bekannt.

>> Chemisch ist es Magnesiumsilikat.

> Ja. Aber das ist doch eher ein Anti-Haftmittel? Vielleicht sagt uns
> Flups noch mal, was genauer an was besser haften soll.

Dazu können sicher die übrigen Mitglieder von drt einiges mehr sagen.

> Als anti-Rutschmittel auf Parkett wird gelegentlich ein spezielles
> Kolophoniumpulver verwendet. Besagtes Talkumpulver, vulgo Puder, ist
> höllisch rutschend auf dem Boden.

Es gibt sowohl Haft- als auch Anti-Haftmittel, denn zu haftenden
Böden sind natürlich für Tänzer auch ein Problem, wenngleich zu
rutschig häufiger auftritt (Putzfrau war zu eifrig und dergleichen).

Um diesen Rutsch-Effekt zu mindern gibt es einige kommerzielle Produkte
auf dem Markt. In der Tanzschule verwenden wir z.B. grobkörniges
Paraffin.

Bei einem Produkt handelt es sich ukm Zinkstearat. Verkauft wird dieses
unter einem Markennamen in homöopatischen Mengen zu einem recht hohen
Preis. Preiswerte Alternativen sind natürlich interessant, und deshalb
ist es wichtig zu wissen, woraus die ganzen Pulver bestehen. Federweiß
wurde in dem Zusammenhang genannt.

Flups

Steffen Hoffmann

unread,
Aug 13, 2001, 11:51:14 AM8/13/01
to
On 12 Aug 2001, Flups Baumann wrote:

> Kann mir mal jemand sagen, was "Federweiß" ist? Ich meine nicht den
> jungen, noch gärenden Wein, sondern um etwas, das als Pulver die
> Bodenhaftung beim Tanzen verbessern kann.
>

Laut Roempp-Chemielexikon ist Federweiss die "Malerbez[eichnung] fuer
pulverisierten Fasergips [...] oder auch Talkpuder [...]".
Fuer die oben erwaehnte Anwendung wird also vermutlich Talkpuder
genutzt, wie das ja auch schon andere sagten.


HAND,
meint
Steffen Hoffmann

--
Vielleicht entgeht dem Gesetzgeber auch, daß das Leben an sich eine
sexuell übertragene Krankheit mit garantiert tödlichem Ausgang ist.
(Ansgar Kursawe in de.sci.chemie zum Chemikalien-Verbotswahn)

Ulrich Haubenreisser

unread,
Aug 13, 2001, 6:56:00 PM8/13/01
to
Hi Flups,

nehme nicht an. daß Du nach Weinen suchst ;-)
Daher habe ich Weine ausgelassen ;-)

Ergebnis einer Recherche ca. 15 Minuten und 1 Flasche
Bier (man achte auf die Sendezeit ) ;-)

Hoffe, Dir weitergeholfen zu haben.

1. Fireball)

Marienglas


Frauenglas, Fraueneis, Erdglas, Spiegelstein, Schöner Mädchenstein,
Mondenstein, Gipsspat, Atlasspat, Seidenspat, Federgyps, Federweiß, Selenit,
selenites, lapis specularis, diaphanes, aphroselenus

Siehe auch: Gips
Monoklin kristallisierter Gips. Calciumsulfat.

Gips, idiomorpher Kristall in Quartz-Calcedon-Ganggestein mit Ockern
Paragenese: Schwefel, Halit, Aragonit, Anhydrit, Coelestin
Bekannt seit der Antike. Nach Plinius soll Apelles den zerpochten Stein als
Überzug seiner Gemälde verwendet haben. Die dünnen Gipsplättchen wurden auch
lange Zeit (bes. im 19. Jh.) auf frommen Bildchen als Flimmerverzierung,
seit der Gotik als Füllstoffe für Weiß verwendet. Ungiftig
Heute wird Marienglas noch produziert, (leider sehr fein gemahlen, daher
auch keine oder kaum reflektierende Kristallwirkung) aber kaum noch in der
Tafelmalerei verwendet. Es kann bei der Restaurierung von Kirchen und
Alabasterrestaurierungen noch eine große Rolle spielen.


2. Fireball)
Die Darstellung dünner Platten aus Elfenbeinmasse und die Anfertigung von
Elfenbein-Fournieren
Für viele Zwecke, für welche Elfenbein in Anwendung gebracht wird, z. B. zur
Anfertigung von Fächern, Buchdeckeln, für eingelegte Arbeiten, zersägt man
das Elfenbein in sehr dünne Platten, welche mit dem Namen
"Elfenbein-Fournier" bezeichnet werden, es besitzt meist eine so geringe
Dicke, daß es das Licht stark durchscheinen läßt.
Es ist nun möglich, derartige Fournierplatten sehr schön auf künstlichem
Wege nachzuahmen und auf diese Weise Gegenstände herzustellen, welche,
abgesehen von der Zartheit der Textur, die man bei der Imitation nie in
solcher Weise herstellen kann, wie sie das Elfenbein zeigt, in allen anderen
Stücken dem echten Elfenbeine vollkommen gleichen. Wir bedienen uns zur
Darstellung der Imitations-Fourniere eines besonderen Verfahrens, welches im
nachstehenden beschrieben werden soll.
Man bedarf zur Anfertigung der Fourniere mehrerer mechanischer Hilfsmittel,
und zwar des Gießtisches, der Streichklinge, des Textierkammes und der
Glastafeln.
Die Glastafeln, welche man anwendet, sind gewöhnliche, ebengeschliffene und
polierte Spiegeltafeln von entsprechender Größe, am zweckmäßigsten haben
sich uns Tafeln von 0,6-1m Breite und 1 m Länge erwiesen; sie werden vor dem
Gebrauche mit gepulvertem Talk (Federweiß) abgerieben und dann mit Hilfe
eines Baumwollbausches sehr zart mit Öl, eventuell mit Vaselin bestrichen.
Der Gießtisch (Fig. 5) besteht aus einem viereckigen Tische, dessen Platte
mit Zinkblech überdeckt ist, das am Rande rinnenförmig aufgebogen wurde.
Durch die Platte des Tisches mit den Köpfen nach unten steigen drei
Schrauben auf, welche oben mit abgerundeten Korkstöpseln oder mit
Kautschukhütchen versehen sind. Man legt auf diese Stöpsel oder
Kautschukhütchen eine Spiegeltafel und stellt sie durch entsprechendes
Anziehen der drei Schrauben und mit Hilfe einer Wasserwaage genau
horizontal. Ist dies geschehen und bleibt der Tisch unverrückt stehen, so
kann man beliebig oft Spiegelplatten auflegen und abheben, ohne neuerdings
die Schrauben zu stellen, die obere Fläche der Tafel liegt horizontal.

3. Fireball)
Das zweite, wohl ernstzunehmendere Bergbauunternehmen, über das uns bislang
ebenfalls noch keine Unterlagen vorliegen, ist der zwischen 1940 und 1945
betriebene Talk- und Federweiß (Asbest) - Bergbau beim Lehen Groß Brugg im
Felbertal. Wenigstens ist dieser Stollen im Gelände des Gutes heute noch
identifizierbar.-

1, Google )
Talkum
(Federweiss) Magnesiumsilikat
(3MgO4SiO2:2H2O) Zusatz zu Oel und Lackfarben (bis etwa 3%) zur
Verhinderung des Absetzens: Mattierungsmittel für Seidenglanz und Mattlacke;
Zusatz zu feinen Polier- und Glättungsmitteln; Füllstoff für Anstrich-
stoffe (verbessert Oberflächeglätte, UV-Strahenabschirmung)

2. Google)
Gips

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----

Gips kommt in der Natur in zwei Varietäten vor, nämlich als eigentlicher
Gips, welcher 2 Mol. Krystallwasser enthält, gemäss der Formel CaSO4*2H2O,
und als wasserfreie Verbindung, Anhydrit genannt. Der eigentliche Gips
krystallisiert monoklin, der Anhydrit rhombisch. Die mineralische Struktur
des Gipses ist sehr vielseitig; in unreinem dichten Gefüge bildet er als
Gipsstein mächtige Gebirgszüge, z.B. am Südrande des Harzes. Körnig
krystallinisch wird er Alabaster genannt. In weit ausgedehnten Insellagern
finden wir ihn als Gipsspat, Gipsglas, Marienglas, Frauenglas, Fraueneis,
Selenit, Lapis specularis. In parallellaufenden krystallinischen Fasern, die
oft schönen Seidenglanz zeigen, wird er auch als Stengel-, Faden-, Seiden-,
Atlasgips; schuppig in lose zusammengehäuften Blättchen als Gipsblüte,
Schaum- oder Schneegips bezeichnet. Als Polyhalit wird eine Varietät
bezeichnet, welche mit Kalium- und Magnesiumsulfat verbunden, in den
Steinsalzlagern von Strassfurt, Berchtesgaden, Ischl vorkamen/vorkommen.
Neben den genannten Fundstellen im Harz findet sich Gips in Thüringen,
Franken, Württemberg, Russland, Kur- und Livland, Amerika, Neuschottland,
Italien usw teilweise in ganz bedeutenden Lagern.
Der reinweisse gemahlene ungebrannte wasserhaltige Gips ist je nach Reinheit
und Feinheit unter der Bezeichnung Leichtspat, Lenzin und Federweiss im
Handel; totgeglüht führt der gemahlene Gips den Namen Annalin.
Die Aufarbeitung des Gipses besteht im aussortieren von Verunreinigungen und
dem Feinmahlen.
Verwendung. Als Leichtspat und Annalinfindet der Gips in der
Farbenfabrikation als Füllstoff Verwendung. Zahlreiche Farben für Anstrich
und Dekorationsmalerei, z.B. Bleichromate, Ultramarin, Bremerblau,
Chromgrün, die roten und gelben Erdfarben, Manganbraun, Farblacke usw.,
erhalten davon oft mehr oder minder reichliche Zusätze, welche, ohne die
Farbtöne wesentlich zu beeinträchtigen,zu billigeren Produkten führen. Es
ist selbstverständlich Voraussetzung, dass für diese Zwecke nur feinst
vermahlenes Material verwendet wird, und dass die Herstellung der Farbe,
z.B. das Ausfällen von Chromgelb, Farblacken usw, möglichst in Gegenwart des
Gipses stattfindet. Denn im Falle einer mechanischen Zumischung oder
Verwendung groben Materials würde man die Gipskörnchen durch die Lupe
erkennen können oder beim Aufstrich mit dem Messer als weisse Streifen
wahrnehmen. Dieser Verschnitt hat Malerfarben stark in Verruf gebracht. Gute
Qualitäten sind frei von solchen Zusätzen.

Gipsarten in Abhängigkeit von der Brenntemperatur: 107 - 180° C: Modellgips,
Formgips
Verwendung: Formen für keramische Arbeiten Bildhauerarbeiten
107 - 300° C: Stuckgips, Drehofengips, Kesselgips
Verwendung: Stuckarbeiten, Gipsdielen, Wand- und Deckenputz, Zusatz zum
Kalkmörtel
107 - 700° C: Baugips, Ofengips
Verwendung: Wand- und Deckenputz
800 - 1000° C: Estrichgips
Verwendung: Unterboden, Estrich, Wandputz


Lenzin: Ist ungebrannter Naturgips

Alabastergips: Ist aus Alabaster gebrannt und ist dadurch von primärer
Kristallinität und erhärtet besonsers hart und durchscheinend.

Marienglas: Ist blättchenförmiger kristalliner, ungebrannter Gips

Scaliogla: Ist eine Gipsmischung, welche langsam erhärtet und eine harte
kristallinische Oberflächenschicht bildet, darunter langsam aushärtet

Normaler Gips: Lenzin gebrannt

Annaline: Ist so hoch gebrannter Gips, dass er nicht mehr abbindet,
totgebrannter Gips. Verwendung als Füllstoff in Ölfarben

--
Liebe Grüße aus Mainfranken

haubi
.................................................
Ulrich Haubenreisser
ha...@ubcom.de
http://www.frankfurter-kreis.de
http://www.frankfurter-kreis.de/dm2001.htm

"Flups Baumann" <fl...@flups.de> schrieb im Newsbeitrag
news:86ndp41t...@flups.de...

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