Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Magnesiumsulfat + Nesselgifte (Quallen)

97 views
Skip to first unread message

Harald Maedl

unread,
Oct 1, 2012, 3:12:09 PM10/1/12
to
Bei Kontakt mit Quallen (z.B. Feuerquallen) soll man die Kontaktstellen
mit konzentrierter Magnesiumsulfatlösung begießen.
Leider habe ich nicht gefunden, was das bewirken soll. Osmotische
Prozesse oder irgendwelche biochemischen Prozesse?
Hat jmd einen Link bzw eine Erklärung? Danke

Ggf. F'Up-2 anpassen
X'Post: de.sci.chemie,de.sci.biologie
F'Up2 : de.sci.chemie

pacifico

unread,
Oct 3, 2012, 12:09:51 PM10/3/12
to


"Harald Maedl" <harald...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:011012.2112...@maedl-online.de...
> Bei Kontakt mit Quallen (z.B. Feuerquallen) soll man die Kontaktstellen
> mit konzentrierter Magnesiumsulfatl�sung begie�en.
> Leider habe ich nicht gefunden, was das bewirken soll. Osmotische
> Prozesse oder irgendwelche biochemischen Prozesse?
> Hat jmd einen Link bzw eine Erkl�rung? Danke

Einen Link dazu hab ich nicht und genaues wei� ich auch nicht.

Aber ich glaube, mal geh�rt zu haben, dass die positive Wirkung des Toten
Meeres auf Menschen mit chronischen Hauterkrankungen z.T. auf die im
Meerwasser enthaltenen Salze und besonders auf das Magnesium zur�ckgef�hrt
wird. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass Magnesiumsalze auch gegen
Hautreizungen infolge von Angriffen von Nesseltieren wirken.

Soweit ich wei� k�nnen die Gifte mancher Nesseltiere auch gef�hrliche
Kr�mpfe ausl�sen. Und Magnesiumsalze wirken erfahrungsgem�� gegen Kr�mpfe
und Zittern.

(Die positive Wirkung von Mg-Tabletten gegen Kr�mpfe d�rfte auf der Wirkung
von Mg als Ca-Antagonist zur�ckgehen. Ob die Wirkung auf die Haut ebenfalls
darauf beruht, bezweifle ich, da ich pers�nlich wiederholt nicht Magnesium,
sondern einfaches Kochsalz, vermischt mit Speichel, mit Erfolg auf juckende
Hautstellen gerieben habe. Mit dem Gift von Nesseltieren hatte ich aber noch
keinen Kontakt.)

Ich erinnere mich an eine Fernsehsendung �ber W�rfelquallen. Diese vor der
australischen K�ste vorkommenden Tiere gelten als t�dlich giftig. Daher
liegen dort Fl�schchen am Strand aus zur Sofortbehandlung. Soweit ich mich
erinnere, enthalten diese allerdings keine Magnesiumsalzl�sung, sondern
hochprozentigen Alkohol, der die giftigen Proteine denaturieren soll.

(Teilweise sch�tzt man die Str�nde mit Netzen, was aber nur unzureichend
hilft, da kleine Exemplare, sowie abgerissene Tentakeln durchschl�pfen).

Gru�
pacifico

F'Up-2 ignoriert
X'Post: de.sci.chemie,de.sci.biologie

gUnther nanon�m

unread,
Oct 3, 2012, 1:51:41 PM10/3/12
to

"Harald Maedl" <harald...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:011012.2112...@maedl-online.de...
> Bei Kontakt mit Quallen (z.B. Feuerquallen) soll man die Kontaktstellen
> mit konzentrierter MagnesiumsulfatlīŋŊsung begieīŋŊen.
> Leider habe ich nicht gefunden, was das bewirken soll. Osmotische
> Prozesse oder irgendwelche biochemischen Prozesse?
> Hat jmd einen Link bzw eine ErklīŋŊrung? Danke

Hi,
eher nicht LīŋŊsung, sondern Puder. Sand oder Seife tuns auch, halt irgendwas,
das schnell abtrocknet und sich dann samt restlicher Nesselzellen abkratzen
līŋŊīŋŊt. Dabei ist mīŋŊglichst zu vermeiden, weitere Nesselzellen zu triggern und
wenn, dann sollte das Nesselgift neutralisiert werden. LīŋŊsung wīŋŊre
verschwendet, ist schlieīŋŊlich ein Trocknungsmittel.
Wichtig ist erstmal das AbspīŋŊlen mit quallenfreiem Meerwasser, keinesfalls
mit Limo oder SīŋŊīŋŊwasser, da dann die Nesselzellen anschwellen und platzen.
Dann mit trockenem Sand bestreuen und trocknen lassen, die Kruste mit
Plastikmesser abschaben. Als Waschwasser bietet sich ein Loch im Sand nahe
der Wasserlinie an, der Sand gibt genug Schutz gegen Quallenreste.
Keinesfalls reiben oder kratzen, nur mit Wasser bespritzen oder
untertauchen. Die FīŋŊden kann man im Wasser meist nicht sehen. Dann schnell
zum trockenen Sand und damit bestreuen, die Kruste antrocknen lassen, dann
mit einer nichtscharfen Kante abschieben.

--
mfg,
gUnther



Ly Sat

unread,
Nov 26, 2012, 6:39:35 AM11/26/12
to
Harald Maedl <harald...@gmx.de> wrote in news:011012.211210.d.s.c.67
@maedl-online.de:
Magnesiumsulfat MgSO4 (auch bekannt als Bittersalz) ist sehr stark
hygroskopisch, also wasseranziehend.
Zusätzlich hat es den Vorteil, dass es relativ schnell wieder trocknet.
Wird in der Chemie als Trockenmittel verwendet.

MgSO4 würde sich daher auch durch andere Stoffe ersetzen lassen.
Vermutlich hat man aber in der Praxis gute Erfahrungen mit MgSO4 gemacht.

Bodo Mysliwietz

unread,
Nov 26, 2012, 1:21:04 PM11/26/12
to
Am 26.11.2012 12:39, schrieb Ly Sat:
> Harald Maedl <harald...@gmx.de> wrote in news:011012.211210.d.s.c.67
> @maedl-online.de:
>
>> Bei Kontakt mit Quallen (z.B. Feuerquallen) soll man die Kontaktstellen
>> mit konzentrierter Magnesiumsulfatlᅵsung begieᅵen.
>> Leider habe ich nicht gefunden, was das bewirken soll. Osmotische
>> Prozesse oder irgendwelche biochemischen Prozesse?
>> Hat jmd einen Link bzw eine Erklᅵrung? Danke
>>
>> Ggf. F'Up-2 anpassen
>> X'Post: de.sci.chemie,de.sci.biologie
>> F'Up2 : de.sci.chemie
>
> Magnesiumsulfat MgSO4 (auch bekannt als Bittersalz) ist sehr stark
> hygroskopisch, also wasseranziehend.
> Zusᅵtzlich hat es den Vorteil, dass es relativ schnell wieder trocknet.

Wie soll es (schnell) trocknen wenn es stark hykroskopisch ist?

> Wird in der Chemie als Trockenmittel verwendet.

Ich glaube Du verwechselt mit Hygroskopisch die Tatsache sehr gut
Kristallwasser binden zu kᅵnnen.

Ich verbinde mit hygroskopisch die Eigenschaft soviel Wasser aus der
Gasphase aufnehmen zu kᅵnnen das eine Lᅵsung entstehet.

> Vermutlich hat man aber in der Praxis gute Erfahrungen mit MgSO4 gemacht.

Das kᅵnnte u.a. vielleicht auch an den pufferenden Bereich von MgSO4
liegen - Lᅵsungen liegen im schwach saurem. Dazu kᅵnnte eine
konzentrierte Lᅵsung auch einen osmotische Effekt auslᅵsen, d.h.
Kᅵrperflᅵssigkeiten nach aussen wandern (wᅵrde aber auch mit anderen
lᅵsungen gehen).

--
Glᅵck Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Martin Schuhmann

unread,
Nov 27, 2012, 11:22:11 AM11/27/12
to
Hi,

> Zusätzlich hat es den Vorteil, dass es relativ schnell wieder trocknet.
> Wird in der Chemie als Trockenmittel verwendet.
In wasserfreier Form als Vortrocknung für Lsm., um nicht zuviel von dem
"guten" Stoff zu verbrauchen. Es ist billig und das Kristallwasser läßt
sich leicht entfernen (obwohl es wirklich ziemlich stark hygroskopisch ist).
Der OP sprach aber von einer konzentrierten wäßrigen Lösung. Da sich
MgSO4 sehr gut in Wasser löst, könnte es vielleicht, wie Bodo schrieb,
auf osmotischer Basis wirken und das Nesselgift so entfernen oder auch
denaturieren. Aber das ist meinerseits pur geraten.

Martin

--
GPG-Fingerprint: E68C A45E 8358 4FED F4BF 15C4 1B63 9084 E79E 6E2C

Bodo Mysliwietz

unread,
Nov 27, 2012, 4:22:26 PM11/27/12
to
Am 27.11.2012 17:22, schrieb Martin Schuhmann:
> Hi,
>
>> Zusätzlich hat es den Vorteil, dass es relativ schnell wieder trocknet.
>> Wird in der Chemie als Trockenmittel verwendet.
> In wasserfreier Form als Vortrocknung für Lsm., um nicht zuviel von dem
> "guten" Stoff zu verbrauchen. Es ist billig und das Kristallwasser läßt
> sich leicht entfernen (obwohl es wirklich ziemlich stark hygroskopisch ist).
> Der OP sprach aber von einer konzentrierten wäßrigen Lösung. Da sich
> MgSO4 sehr gut in Wasser löst, könnte es vielleicht, wie Bodo schrieb,
> auf osmotischer Basis wirken und das Nesselgift so entfernen oder auch
> denaturieren. Aber das ist meinerseits pur geraten.

Ich denke zumindest in gleicher Richtung.


--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/
0 new messages