Als letzte News vom Unglück in Kaprun habe ich gehört, daß Hydrauliköl der
Grund der Katastrophe gewesen sei.
Hat jemand Zahlen zur Hand, was Flammpunkt und Explosionsgrezen handelsüblicher
Hydraulikflüssigkeiten angeht?
Ich fände es nahezu unverantwortlich, leichtentzündliche und explosive
Flüssigkeiten für hydraulische Zwecke oder als Schmiermittel zu benutzen.
Gruß
Thilo
ThiloBStern <thilo...@aol.com> schrieb in im Newsbeitrag:
20001116105651...@nso-dd.aol.com...
> Hallo miteinander
>
> Als letzte News vom Unglück in Kaprun habe ich gehört, daß Hydrauliköl der
> Grund der Katastrophe gewesen sei.
Hydrauliköl brennt nicht einfach so.
> Ich fände es nahezu unverantwortlich, leichtentzündliche und explosive
> Flüssigkeiten für hydraulische Zwecke oder als Schmiermittel zu benutzen.
Das Dumme ist, daß eigendlich alle Öl und Fetthaltigen Schmiermittel
irgendwann mal entflammen. Kommt erheblich auf die Temperatur an.
Hydrauliköl an und für sich ist eigendlich für hohe Temperaturen ausgelegt.
Wenn dir mal bei einer Reparatur an der Hydraulik einer Presse z.B. etwas
Öl auf die Hand gelaufen ist, weißt Du was ich meine. Da sind 100 Grad Celsius
keine Seltenheit.
Aber leicht entflammbar oder gar explosiv sind außer Sprengöl *g* keine
Schmiermittel.
Ich weiß Sprengöl ist kein Schmiermittel.
mfG Ingo
wenn schmiermittel leicht brennen würden, würden sie nicht lange schmieren,
sondern verbrennen (reibungswärme)...;-) und der motor (oder was auch immer)
wäre hin!
hydrauliköle brennen ebenfalls nicht so leicht...
genausowenig wie aluminium oder schwer entzündliche kunststoffe...
mir ist es auch ein rätsel, woher die aktivierungsenergie für den brand
kommen konnte. die theorie mit den feuerwerkskörpern war ganz plausibel-
immerhin enthalten sie magnesium, das enorm exotherm verbrennt. allerdings
hat man keine hinweise gefunden, die diese theorie bestätigen können.
ein weiterer ansatz war, daß kleidung und ausrüstung den brand gefördert
haben. die freiwillige feuerwehr hat bereits versuche mit diesen stoffen
gemacht- das zeugs brennt unheimlich gut, und braucht nur wenig
aktivierungsenergie. hier könnte ein feuerzeug oder eine zigarette (ca.400
grad celsius) genügt haben. und schließlich verbrennt der mensch ebenfalls
exotherm (wenn die erforderliche aktivierungsenergie erreicht wurde)-
leider.
hat jemand noch weitere ideen?
jedenfalls bin ich gespannt, was die untersuchungen ergeben.
grüße,
tina
"ThiloBStern" <thilo...@aol.com> wrote in message
news:20001116105651...@nso-dd.aol.com...
> Hallo miteinander
>
> Als letzte News vom Unglück in Kaprun habe ich gehört, daß Hydrauliköl der
> Grund der Katastrophe gewesen sei.
> Hat jemand Zahlen zur Hand, was Flammpunkt und Explosionsgrezen
handelsüblicher
> Hydraulikflüssigkeiten angeht?
> Ich fände es nahezu unverantwortlich, leichtentzündliche und explosive
> Flüssigkeiten für hydraulische Zwecke oder als Schmiermittel zu benutzen.
>
> Gruß
> Thilo
- elektrische Verkabelung
- Wärmeisolierung der Bahn
- Schmiermittel
Und nicht zuletzt sollte man bedenken, daß auch die Fahrgäste und
insbesondere deren Kleidung sowie mögliche Gepäckstücke eine relativ
große Brandlast darstellten. Die Aussage eines nichtbrennbaren Zuges
ist in diesem Zusammenhang einfach nur Quatsch.
steffen
Tina <tina....@kfunigraz.ac.at> schrieb in im Newsbeitrag:
8v14d3$uo$1...@fstgss02.tu-graz.ac.at...
> hallo!
>
> wenn schmiermittel leicht brennen würden, würden sie nicht lange schmieren,
> sondern verbrennen (reibungswärme)...;-) und der motor (oder was auch immer)
> wäre hin!
> hydrauliköle brennen ebenfalls nicht so leicht...
> genausowenig wie aluminium oder schwer entzündliche kunststoffe...
Erst mal mein tiefstes Mitgefühl für alle Betroffenen.
Die Energie, die beim Festfressen eines Lagers z.B. frei wird,
reicht locker um Fettreste oder Öle zu entzünden. In so einem
Fall ist das Metall rotglühend. Kommt immer mal wieder vor.
Klar, da schmiert nicht´s mehr. Aber warm wird´s dennoch.
Genauso denkbar ist eine elektrische Sache. Kabelbrände
oder Transformatorenbrände entwickeln immer giftige Dämpfe
wegen der Isolierungen. Im Allgemeinen geht man aber in der
Elektrotechnik zu "selbstverlöschenden Materialien" über.
Nur was nützt das, wenn die Kabel durch brennbare Füllstoffe
in der Bahnverkleidung geführt werden?
Ich persönlich glaube nicht an die Theorie der Feuerwerkskörper,
da ja erwiesenermaßen die Bahn schon vorher brannte.
Gruß Ingo
ThiloBStern <thilo...@aol.com> schrieb in im Newsbeitrag:
Antriebe von schweren Fahrzeugen enthalten nicht selten mehr als 100 l
Hydrauliköl oder ATF Öl. In den Antrieben gibt es Bremsen oder Kupplungen,
die im Falle eines Fehlers die gesamte Antriebsenergie in Wärme umsetzen
können. Dabei kann das Öl so weit aufgeheizt werden, daß es extrem brennbar
wird. Es wird dabei sicherlich aufschäumen oder kochen und aus der Belüftung
austreten. Öl mit Schmutz ist gut brennbar, weil die Oberfläche sehr
vergrößert wird. Wenn so ein Antrieb nicht repariert wird, sondern immer nur
Öl nachgefüllt wird, können sehr große Mengen davon im gesamten Gleisbett
vorhanden sein. Eine weitere Ursache könnten Ölgefüllte Widerstände für die
Antriebsregelung sein. Da die Rede von technischen Problemen vor dem Unglück
war, halte ich es für Wahrscheinlich, daß Schutzeinrichtungen nicht
angeprochen haben.
Roland
Ich gehe davon aus das bei einer Standseilbahn, wie bei anderen Seilbahnen und
seilgezogenen Einschienenhängebahnen, der Antrieb nich am Zug ist, sondern sich
an den jeweiligen Endstationen befindet. Der Zug wird doch sicherlich nur noch
ins Seil fest eingehängt und gleitet dann mit - ohne eigene Antriebskraft.
Entsprechende mechanische Belastungen welche zu Hitzeentwicklungen an einer
solchen Zug-Baugruppe führen, könnten dann lediglich im Achsbereich des Zuges zu
finden sein; z.B. heisslaufende Radlager, Schäden an der Achsaufhängung oder dem
Chasis (schleifende Teile).
>Eine weitere Ursache könnten Ölgefüllte Widerstände für die
> Antriebsregelung sein. Da die Rede von technischen Problemen vor dem Unglück
> war, halte ich es für Wahrscheinlich, daß Schutzeinrichtungen nicht
> angeprochen haben.
Der Meinung kann ich mich auch anschliessen. Ich würde aber auch einen
elektrischen defekt in der Spannungsversorgung des Zuges nicht ausschliessen
wollen. War der Zug mit Akkus versehen oder Schleifdrähten ?
Was ist mit einem vorsätzlichen Anschlag ?
Ungeachtet der Ursache, wie sieht es mit der Sicherheitbeschilderung vor Ort aus
? Wurde z.B. auf Pictogrammen an den Stationen darauf hingewiesen das der
Fluchtweg in dem Tunnel, bei einem Brand des Zuges, immer hätte nach UNTEN gehen
müssen ?
Das ganze ist äusserst tragisch. Und gerade deshalb muss man sich doch fragen
warum das Brandrisiko für diese Bahn so gering eingestuft wurde, das keine
Feuerlöscher installiert waren. Der Zug scheinbar keine direkte Möglichkeit
hatte die Türen im Notfall zu öffnen ?
Für jeden Gutachter und planer darf nicht nur die Eintrittswahrscheinlichkeit
für ein bestimmtes Ereigniss im Vordergrund stehen. Es muss vielmehr die
Schadensentwicklung kalkuliert werden. (Fast) Egal was die Ursache war, die
folgen hätten einfach nicht so katastrophal sein dürfen ! Für sicherlich nur
einige 10000 Ös Mehrinvestition müssten heute bestimmt nicht so viele Tote zu
beklagen sein.
Hier frage ich : Gibt es für solche Dinge keine Forschriften ? Wie sieht es mit
Sicherheitsübungen zusammen mit den Feuerwehren aus ? Wer war so blind ? Wo
sitzten die Verantwortlichen Amt und würden ? Wer nimmt ein solches Projekt ab ?
Ich bin bei dem Gedanken an dieses Unglück immer wieder geschockt
Den angehörigen wird man nur sehr schwer helfen können :-((
Bodo Mysliwietz
BRD
die Schliderungen des Brandes können natürlich übertrieben sein. Aber wenn
sie stimmen, müssen schon sehr feuergefähliche Stoffe in größerer Menge im
Spiel gewesen sein. Ich kenne auch nicht die Antriebsart socher Bahnen. Als
elektrische Ursache könnte auch ein ölgekühlter Transformator beigetragen
haben. Ein Radlager kann heißlaufen und in brand geraten. Allerdings führt
eine relativ geringe Fettfüllung, die in diesem Falle vor der Entzündung
wahrscheinlich größtenteils ausläuft, nicht sofort zu so schneller
Ausbreitung. Bei fachgerechter Wartung sind Radlager auch kein Problem.
Hoffentlich werden Konsequenzen aus der Ursache gezogen, auch wenn wir sie
wahrscheinlich nie erfahren werden.
Roland