ein Kunde von mir nervt... in seiner Anlage ist ein Schadensfall
eingetreten der eindeutig SpRK, kein Wunder im Kühlwasser konnten auch
eine Chloridkonzentration von über 60 mg/l nachgewiesen werden.
Jetzt behauptet der Knabe, daß er nur demineralisiertes Wasser
verwendet, das kein Chlor beinhaltet und der Schaden alleinig auf einen
Material / Konstruktionsfehler zurückzuführen sei.
Zum Hintergrund: der eingesetzte Werkstoff ist ein Cr-Ni-Stahl
Also gut, kann mir hier jemand weiterhelfen.
Kann demineralisiertes Wasser Korrosion verursachen?
Wenn ja, woran liegt es? pH? sonstiges?
TIA
Janne
Zumindest kann man sagen das mit zunehmender Temperatur der pH-Wert
des Wassers sinkt. Damit müßte auch die korrosive Eigenschaft von
Wasser steigen. Bei welcher T arbeitest Du ?
--
Glück Auf - Bodo M.
Es muß nicht alles richtig sein was einer sagt, manch einer sagt aber
einfach alles.
dieter schrieb:
>
> Kann demineralisiertes Wasser Korrosion verursachen?
>
> Wenn ja, woran liegt es? pH? sonstiges?
>
Hallo Dieter,
bitte das Folgende nur als Meinung und nicht als Gutachten o.ä.
betrachten:
Das Wasser alleine ist vermutlich nicht Ursache der Korrosion. Wenn
allerdings irgendwo eine Begasung mit Luft stattfindet, dann hat dieses
luft- und damit auch sauerstoffhaltige Wasser durchaus korrodierende
Wirkung. Allerdings klingt Cr-Ni-Stahl nach einem hochwertigen Material,
das im Normalfall nicht angegriffen werden sollte.
Die Cl- Konzentration ist mit 60 ppm (= mg/l) relativ gering, allerdings
für deminieralisiertes Wasser viel zu hoch. Wenn dein Kunde nach bestem
Wissen und Gewissen ehrlich geantwortet hat, ist meine Vermutung: Eine
Ionenaustauscherpatrone ist aufgebraucht oder wurde unsachgemäß
regeneriert.
Für eine Vollentsalzung werden entweder ein Anionenaustauscher und ein
Kationenaustauscher in Reihe betrieben oder beide Austauscher sind
zusammengeschüttet in einer Patrone. Ist der Anionenaustauscher
verbraucht, der Kationenaustauscher jedoch noch intakt, ist das Ergebnis
eine je nach Salzgehalt des Ausgangswasser unterschiedlich starke Säure,
die die Korrosion insbesondere in Gegenwart von Luftsauerstoff stark
beschleunigt.
Die Kombination von pH<7 und Luftsauerstoff greift so ziemlich jeden
Stahl an.
Ringo
--
How do you get holy water?
Boil the hell out of it.
>Eines noch : Was bedeutet SpRK?
SprungRiss Korrosion
--
Dipl.-Ing. Martin Gritsch
A-1150 Wien
http://welcome.to/mgritsch
Nicht "SpannungsRissKorrosion"?
Joerg
--
Dr.-Ing. Joerg Hertzer Phone: ++49-711-685-5734
Computing Center University of Stuttgart Fax: ++49-711-682357
Allmandring 30 A E-Mail: Her...@rus.uni-stuttgart.de
70550 Stuttgart, Germany
die Kühlwassertemperatur liegt bei ca. 30°C
Gruß
Janne
Hallo,
also, als erstes ist ein Wasser mit 60 ppm(mg/l) Cl nicht demineralisiert!
Diese Konzentration an Chlorid Ionen reicht aber bei weitem noch nicht für
Korrosionsvorgänge auf Cr-Ni-Stählen, die sind bis ca 150 ppm vor Lochfrass
und Spannungsrisskonzentration sicher.
Kann demineralisiertes Wasser Korrosion verursachen? Aber natürlich -
Sauerstoff Angriff !!!
Bakterien findet man übrigens nicht in einem solchen Wasser - gibt nichts
fressen.
Grüße
Jörg
Dem muss ich widersprechen. Im demineralisiertem wasser ist u.U. mehr als
genug zu fressen vorhanden, auch organische Bestandteile, die durch
demineralisation nicht entfernt werden. Notfalls fressen die Tierchen sich
selber. Erfahrungsgemäss hat dem. wasser ohne weitere behandlung eine stark
erhöhte Keimzahl.
Gruss
Philippe
Gruß
Roland
Trösch Philippe <ptro...@gmx.ch> schrieb in im Newsbeitrag:
8aq7ht$cp9$1...@pollux.ip-plus.net...
Hi zusammen,
könnte es sein, daß ausser dem Cl, noch etwas anderes in dem demin. Wasser
vorliegt was nicht hineingehört? Es klingt absurd, aber wir hatten einmal
einen Fall von Lochfraß den sich niemand erklären konnte, bis herauskam das
ein sogenanntes deionat Hg-Verbindungen enthielt. (Das Labor wo ich
arbeitete war als Gutachter, nicht als Betreiber oder Produzent der Anlage
tätig). Der Anlagenbetreiber guckte nicht schlecht als er das erfuhr.
Gruß
PF
Es ist wirklich unglaublich, was demineralisiertes Wasser anrichten kann. Diese
Erfahrung musste auch eine grosse Cellulosefabrik in der Schweiz machen.
Kilometerweise waren nach Jahren selbst Leitungen aus rostfreiem Stahl
zerfressen und wurden leck.
Lange hat man nach dem Grund gesucht; keine speziellen Ionen wurden gefunden.
Der Leitwert des Wassers entsprach dem von demineralisiertem Wasser; es fanden
sich auch kaum gelöste (org.) Stoffe, welche via Leitwert nicht angezeigt worden
wären.
(Zudem könnten diese ja auch kaum für Korrosion verantwortlich sein).
Man kam zu folgendem Schluss: Das demineralisierte Wasser (erzeugt durch
Ionentauscher
und anschliessender Umkehr-Osmose) löste CO2 aus der Luft; die so extrem
verdünnte
Kohlensäure war völlig dissoziert und wirkte dadurch als starke Säure...
Über einige Jahre war diese zu 100% dissozierte Kohlensäure in der Lage, selbst
die
rostfreien Leitungen "durchzufressen" ..
Gruss
F.Schürer
"Paul Fleißner" schrieb: