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Umgang mit Natronlauge

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Knorpi

unread,
Jan 28, 2009, 12:25:47 PM1/28/09
to
Hallo Leute,

ich möchte gerne einmal selbst Brez[e][l]n herstellen und dazu ist eine
4 %ige Natronlauge erforderlich.

Was muss man beim Umgang damit beachten? Wie gefährlich ist das? Was ist mit
kleinen Spritzern, die auf die Haut gelangen?

Grüße
Knorpi

Andreas Arnold

unread,
Jan 28, 2009, 3:10:10 PM1/28/09
to

Da ja Natronlauge üblicherweise nicht vom Himmel fällt, wird es wohl
einen Lieferanten geben. Und der ist verpflichtet, ein
Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung zu stellen.

Und du solltest dich darüber informieren, welche Qualität die
Natronlauge haben muss, damit du sie auf Brezeln schmieren darfst...

Patrick Kibies

unread,
Jan 28, 2009, 3:16:33 PM1/28/09
to
Knorpi schrieb:

> Hallo Leute,
>
> ich möchte gerne einmal selbst Brez[e][l]n herstellen und dazu ist eine
> 4 %ige Natronlauge erforderlich.
>
> Was muss man beim Umgang damit beachten?

Am Besten eine Schutzbrille tragen. Lauge in den Augen ist eine
Katastrophe. Statt Kontaktlinsen lieber eine Brille tragen,
Kontaktlinsen verhindern eine ordentliche Spülung des Auges im Fall der
Fälle.


> Wie gefährlich ist das?

Mit einer Konzentration zwischen 2% und 5% trägt deine NaOH das Zeichen
"Ätzend" und R34 "Verursacht Verätzungen".

Vorsicht: Festes Natriumhydroxid setzt beim Lösen eine Menge
Lösungswärme frei. Das Zeug am Besten in kleinen Portionen in die
gesamte Menge Wasser geben (40g auf einen Liter in mindestens 5
Portionen teilen). Und rühren, rühren, rühren. Ansonsten besteht die
Gefahr, dass das Zeug plötzlich siedet und herumspritzt. Heiße Lauge im
Auge ist noch unangenehmer als kalte Lauge im Auge ;-)


> Was ist mit
> kleinen Spritzern, die auf die Haut gelangen?

Möglichst schnell mit viel Wasser abwaschen. Wenn das Geglitsche dabei
nicht zügig aufhört hilft ein Schuss Zitronensaft um die Lauge flott zu
neutralisieren. Auch der sollte alledings gründlich (am besten mit
Seife) abgewaschen werden.

Gruß
Patrick - auf Nummer sicher gehend...

Uwe Hercksen

unread,
Jan 29, 2009, 11:55:18 AM1/29/09
to

Knorpi schrieb:

> Was muss man beim Umgang damit beachten? Wie gefährlich ist das? Was ist mit
> kleinen Spritzern, die auf die Haut gelangen?

Hallo,

wenn Du Dir Sorgen um Deine Hände machst, dann solltest Du Laugenbrezen
nicht essen. Die Schleimhäute sind da wesentlich empfindlicher als die
Haut auf den Händen.

Bye

Bodo Mysliwietz

unread,
Jan 29, 2009, 12:09:38 PM1/29/09
to
Andreas Arnold schrieb:

> Da ja Natronlauge üblicherweise nicht vom Himmel fällt, wird es wohl
> einen Lieferanten geben. Und der ist verpflichtet, ein
> Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung zu stellen.

Die Pflicht gilt nur gegenüber gewerblichen Verwendern. Privatleute kann
man "abblitzen" lassen.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Bodo Mysliwietz

unread,
Jan 29, 2009, 12:12:21 PM1/29/09
to
Uwe Hercksen schrieb:

> wenn Du Dir Sorgen um Deine Hände machst, dann solltest Du Laugenbrezen
> nicht essen. Die Schleimhäute sind da wesentlich empfindlicher als die
> Haut auf den Händen.

Nach dem backen dürfte wohl nicht mehr viel NaOH auf den Brezen zu
finden sein. Dies hat in der Zwischenzeit sicherlich mit CO2 aus der
Luft abreagiert und dürfte als (Hydrogen-?)Carbonat weniger ahgessiv sein.

Hat shonmal jemand den Oberflächen-pH von Laugenbrezen gemessen?

Andreas Arnold

unread,
Jan 29, 2009, 12:31:55 PM1/29/09
to
Bodo Mysliwietz wrote:
> Andreas Arnold schrieb:
>
>> Da ja Natronlauge üblicherweise nicht vom Himmel fällt, wird es wohl
>> einen Lieferanten geben. Und der ist verpflichtet, ein
>> Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung zu stellen.
>
> Die Pflicht gilt nur gegenüber gewerblichen Verwendern. Privatleute kann
> man "abblitzen" lassen.

Stimmt - ich habe nicht darüber nachgedacht, dass er
höchstwahrscheinlich privat handelt.

Aber fragen kann er trotzdem :-)

Bodo Mysliwietz

unread,
Jan 29, 2009, 12:43:37 PM1/29/09
to
Andreas Arnold schrieb:

und viele Firmen bieten sowas auch unkompliziert auf ihren Websites an.

Knorpi

unread,
Jan 29, 2009, 1:39:26 PM1/29/09
to
Andreas Arnold wrote:

> Aber fragen kann er trotzdem :-)

Ich überlege gerade noch, wie wichtig mir das Brezenbacken wirklich
ist... :-/

Knorpi

Jonathan Becker

unread,
Jan 29, 2009, 2:26:40 PM1/29/09
to
Knorpi schrieb:

Hallo Knorpi,
das mag jetzt alles dramatischer klingen als es ist.
Die Arbeit mit einer so stark verdünnten Natronlauge ist gar nicht so
gefährlich, wobei gefährlich natürlich relativ ist. Wichtig ist vorallem
die Schutzbrille, darauf sollte man auf gar keinen Fall verzichten!
Gelangt trotzdem etwas Natronlauge in das Auge, muss dieses unbedingt
ausgespült werden, und zwar von der Nasenseite nach außen, damit nichts
in das andere Auge gelangt.
Sollte Natronlauge sonst auf die Haut gelangen, muss man sie nur
abspülen und benetzte Kleidung entfernen. Das ganze gilt natürlich nur
für die 4% NaOH, bei höheren Konzentrationen würde ich jemand
Unerfahrenem definitiv vom Umgang abraten.
Ein Punkt auf den Du unbedingt achten solltest, ist die Qualität der
Lauge. Die sollte schon Lebensmitteltauglich sein und auf gar keinen
Fall mit dem Zusatz "technisch" versehen sein. Wahrscheinlich gibt es
gerade für Bäckereien spezielle Natronlauge, die geeignet ist. Sonst
kann man zu astronomischen Preisen sehr saubere Natronlauge in Apotheken
kaufen (erste Heimlaborerfahrungen: 1L 1 mol/L NaOH für 50DM).
Also, immer schön vorsichtig, dann kann nichts passieren, viel Spaß und
guten Apetitt ;-)

Michael Frotscher

unread,
Jan 29, 2009, 3:09:48 PM1/29/09
to
Jonathan Becker wrote:

> das mag jetzt alles dramatischer klingen als es ist.

Das würde ich jetzt auch sagen. 4% kann man ja fast noch trinken.

Ich würde dem OP ebenfalls raten, sich sicherheitshalber eine Schutzbrille
aus der Werkstatt aufzusetzen und mit sauberer NaOH loszulegen. Ideal ist
es, in Eiswasser Plätzchen für Plätzchen zu lösen.
--
Gruß,
Michael

Jan Conrads

unread,
Jan 29, 2009, 4:52:25 PM1/29/09
to
Michael Frotscher schrieb:

> Jonathan Becker wrote:
>
>> das mag jetzt alles dramatischer klingen als es ist.
>
> Das würde ich jetzt auch sagen. 4% kann man ja fast noch trinken.

4% NaOH ? Niemals! vielleicht 4% H2O2, aber Laugen sind verdammt gefährlich!


>
> Ich würde dem OP ebenfalls raten, sich sicherheitshalber eine Schutzbrille
> aus der Werkstatt aufzusetzen und mit sauberer NaOH loszulegen. Ideal ist
> es, in Eiswasser Plätzchen für Plätzchen zu lösen.

Solange die Menge Wasser groß und die Menge NaOH recht klein ist, sollte
umrühren und langsam das NaOH ins Wasser geben reichen.

Schutzbrille sollte auch Pflicht sein, Handschuhe kann man evt drauf
verzichten, wenn man nur kurz mit dem Zeug Kontakt hat und sich danach
die Finger wäscht - einmal kurz Essig kann auch nicht schaden und dann
weiter mit Seife. Ich hab mal ne Verätzung mit so ner "harmlosen"
Konzentration gehabt, es hat mir gereicht - Tage lang ne offene extrem
empfindliche Hautstelle.

Gruß Jan

Jo Warner

unread,
Jan 29, 2009, 4:59:18 PM1/29/09
to
Knorpi schrieb:

> Hallo Leute,
>
> ich möchte gerne einmal selbst Brez[e][l]n herstellen und dazu ist eine
> 4 %ige Natronlauge erforderlich.

@ Knorpi

Lege dir bitte erst einmal einen Realnamen zu, sowas wird in NG gern
gesehen.

@ all

Ich denke, das ist ein Troll. Fragt auch in der Heimwerken-NG, wie er
einen Tisch mit Fuchsschwanz tieferlegen kann.

Gruß Jo

Uwe Hercksen

unread,
Jan 30, 2009, 4:10:26 AM1/30/09
to

Bodo Mysliwietz schrieb:

> Nach dem backen dürfte wohl nicht mehr viel NaOH auf den Brezen zu
> finden sein. Dies hat in der Zwischenzeit sicherlich mit CO2 aus der
> Luft abreagiert und dürfte als (Hydrogen-?)Carbonat weniger ahgessiv sein.

Hallo,

da wird nicht nur diese Reaktion stattfinden sondern auch die
eigentliche gewünschte Maillard Reaktion die zu der gewollten braunen
Kruste führt. Dabei wird doch wohl auch NaOH umgesetzt werden.

Bye

Klaus Littmann

unread,
Jan 30, 2009, 5:05:40 AM1/30/09
to
Bodo Mysliwietz schrieb:

> Andreas Arnold schrieb:
>
>>>> Da ja Natronlauge üblicherweise nicht vom Himmel fällt, wird es wohl
>>>> einen Lieferanten geben. Und der ist verpflichtet, ein
>>>> Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung zu stellen.
>>>
>>> Die Pflicht gilt nur gegenüber gewerblichen Verwendern. Privatleute
>>> kann man "abblitzen" lassen.
>>
>> Stimmt - ich habe nicht darüber nachgedacht, dass er
>> höchstwahrscheinlich privat handelt.
>>
>> Aber fragen kann er trotzdem :-)
>
> und viele Firmen bieten sowas auch unkompliziert auf ihren Websites an.
>

Eben. Sogar die Verkäufer von Brezellauge:
http://www.brezellauge.de/de/index.html

Klaus

--
http://www.fruchtwein.net

Knorpi

unread,
Jan 30, 2009, 11:55:06 AM1/30/09
to
Jonathan Becker wrote:
> Sollte Natronlauge sonst auf die Haut gelangen, muss man sie nur
> abspülen und benetzte Kleidung entfernen. Das ganze gilt natürlich nur
> für die 4% NaOH, bei höheren Konzentrationen würde ich jemand
> Unerfahrenem definitiv vom Umgang abraten.

Ok, die Rezepte, die ich bis her gesehen habe, verwenden 4%ige Lauge.

> Wahrscheinlich gibt es
> gerade für Bäckereien spezielle Natronlauge, die geeignet ist.

Ich werde darauf achten. Vielleicht frage ich auch mal in der Metro nach.

> Also, immer schön vorsichtig, dann kann nichts passieren, viel Spaß und
> guten Apetitt ;-)

Danke! Ich freue mich schon drauf. :-)

Gruß
Knorpi

Knorpi

unread,
Jan 30, 2009, 11:57:54 AM1/30/09
to
Klaus Littmann wrote:

> Eben. Sogar die Verkäufer von Brezellauge:
> http://www.brezellauge.de/de/index.html

He super, danke für den Link!

Gruß
Knorpi

Knorpi

unread,
Jan 30, 2009, 12:00:07 PM1/30/09
to
Hallo,

noch was: Ist es aus der Sicht von Euch Chemikern eigentlich erforderlich,
die Lauge zu erhitzen? In vielen Rezepten steht das so, aber macht das
wirklich einen Unterschied? Die Brezen kommen ja anschließend sowieso in
den Ofen.

Grüße
Knorpi

Bodo Mysliwietz

unread,
Jan 30, 2009, 2:52:46 PM1/30/09
to
Jo Warner schrieb:

>> ich möchte gerne einmal selbst Brez[e][l]n herstellen und dazu ist eine
>> 4 %ige Natronlauge erforderlich.
>
> @ Knorpi
>
> Lege dir bitte erst einmal einen Realnamen zu, sowas wird in NG gern
> gesehen.

Wenn jemand vernünftig postet ist mir der Realname egal.

Dein Name ist auch nicht gerade als gewöhnlich zu bezeichnen.

> @ all
>
> Ich denke, das ist ein Troll. Fragt auch in der Heimwerken-NG, wie er
> einen Tisch mit Fuchsschwanz tieferlegen kann.

Mag sein das er das bei den Heimwerkern macht. Der Thread und das Topic
waren aber bisher On-Topic und OK.

Bodo Mysliwietz

unread,
Jan 30, 2009, 2:54:34 PM1/30/09
to
Knorpi schrieb:

ich habe noch keine Laugenbrezen selber gemacht. Ich glaube nicht
wirklich das es nötig ist. Die Frage könnte evtl. besser in den
Mampf-Gruppen aufgehoben sein. Vielleicht sind da ein paar
Hardcore-Brezen-Macher die das schon verifiziert haben ;-)

Jo Warner

unread,
Jan 30, 2009, 3:06:51 PM1/30/09
to
Bodo Mysliwietz schrieb:

>
> Wenn jemand vernünftig postet ist mir der Realname egal.
>
> Dein Name ist auch nicht gerade als gewöhnlich zu bezeichnen.

Moin,

mein Vorname ist abgekürzt, weil ich damit bei vielen Leuten bekannt
bin. Aber mit Vor- und Nachname wirst du mich bei Google schnell al real
identifizieren können.

Und manchmal sind reale Nachnamen auch schicksalhaft und werden nicht
ernst genommen. Beispiel wäre Bradhering für den ex
angelerlaubnis-erteilenden Mitarbeiter eines Hafenamtes an der Ostsee.

Jo

Bodo Mysliwietz

unread,
Jan 30, 2009, 3:18:20 PM1/30/09
to
Jo Warner schrieb:

>> Dein Name ist auch nicht gerade als gewöhnlich zu bezeichnen.
>
> Moin,

Ok, wieder ein Nordlicht ;-)

> mein Vorname ist abgekürzt, weil ich damit bei vielen Leuten bekannt
> bin. Aber mit Vor- und Nachname wirst du mich bei Google schnell al real
> identifizieren können.

Ich sehe kein Grund Deine Identität ausfindig zu machen - sowasmacht man
nur bei bösen Buben.

> Und manchmal sind reale Nachnamen auch schicksalhaft und werden nicht
> ernst genommen.

Klar, die listen wir jetzt diskreter Weise mal nicht auf. Bodo als
Vorname kommt aber auch nicht überall selbstverständlich an.

> Beispiel wäre Bradhering für den ex
> angelerlaubnis-erteilenden Mitarbeiter eines Hafenamtes an der Ostsee.

Krass - vergleichbar mit einem Polizeiobermeister Knacki.

gUnther nanonüm

unread,
Jan 31, 2009, 5:33:55 AM1/31/09
to

"Knorpi" <kno...@mailinator.com> schrieb im Newsbeitrag
news:glvbnv$j60$6...@svr7.m-online.net...

Hi,
das hat vermutlich wenig mit Chemie, eher mit der Oberfläche zu tun, die von
der heißen Lauge glatt gekocht wird, während die kalte Lauge einsickern täte
und die Oberfläche verschleimt. Bei Teigwaren stets ein Problem. Der Brezen
sieht dann hinterher matter aus, die Kruste wird dicker. Probiers eben
einfach mal selber.

--
mfg,
gUnther

Rieke Seidl

unread,
Feb 24, 2009, 3:48:58 AM2/24/09
to
Knorpi schrieb:

>> http://www.brezellauge.de/de/index.html

"Brezellauge" - kaum zu glauben womit man alles Geld machen kann. Auf
der Seite stehen zwar keine Preise, aber wenn man den Normalpreis
rechnet zuzüglich Versand, ist die NaOH dort sicher teurer als in der
nächsten Apotheke.
Grüße
RS

--
http://www.requiem-roman.com

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