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Reinigen einer Creme-Dose

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Felix Opatz

unread,
Jan 5, 2012, 6:29:56 PM1/5/12
to
Hallo,

ich habe hier eine aufgebrauchte Creme-Dose ("Nivea") die ich gerne
reinigen und für andere Zwecke verwenden möchte. Die gröbsten Reste habe
ich schon durch Auswischen mit Küchenpapier beseitigt. Danach habe ich
versucht dem Fettfilm mit warmem Spüliwasser beizukommen, was auch
optisch recht gut geglückt ist. Allerdings gibt es da immer noch einen
dünnen Fettfilm, der einfach nicht weichen will. Ich habe es auch schon
mit Brennspiritus versucht, aber so richtig weg ist es nicht.

Habt ihr da einen Tipp für mich? Nach Möglichkeit etwas, das man in
einem "modernen" Haushalt findet (also keine halogenierten
Kohlenwasserstoffe, Benzol, oder was Opa noch so in der Garage stehen
hatte bis es plötzlich "gefährlich" wurde).

Ich hatte zunächst noch an was Alkalisches gedacht, aber die Dose dürfte
wohl aus Alu sein, was mir diese Attacke übel nehmen könnte.

Oder ist Spiritus schon adäquat und ich muß es längere Zeit wirken
lassen? Die ursprüngliche Lackierung soll natürlich nicht drunter
leiden, darum geht es bei der ganzen Sache. (Diese ist aber nur außen,
d.h. etwas in der Dose stehen lassen würde schon hinhauen.)

Ach ja, ich habe noch eine Beobachtung gemacht, die ich gerne verstehen
würde: beim Auskippen des Spiritus in das Becken, in dem noch
Spüli-Schaum war, hat sich dieser praktisch sofort aufgelöst. Wie kommt
das? So aus der Hüfte geschossen würde ich annehmen, daß sich die
Tenside im Alkohol/Wasser-Gemisch anders verhalten als in reinem Wasser,
und sich irgendwas an der Oberflächenspannung tut. Kommt das hin?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar der Fragen beantworten könnt.

Gruß,
Felix
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Klaus Bahner

unread,
Jan 6, 2012, 5:16:32 AM1/6/12
to
On 06-01-2012 00:29, Felix Opatz wrote:
>
> Habt ihr da einen Tipp für mich? Nach Möglichkeit etwas, das man in

Spuelmaschine?

Gruss
Klaus

Heinz Schmitz

unread,
Jan 6, 2012, 5:22:13 AM1/6/12
to
Felix Opatz wrote:

>Allerdings gibt es da immer noch einen
>d�nnen Fettfilm, der einfach nicht weichen will. Ich habe es auch schon
>mit Brennspiritus versucht, aber so richtig weg ist es nicht.

Kratz mal vorsichtig dran, vielleicht ist das Blech noch mit einem
Polymerfilm �berzogen.

Gr��e,
H.


Martin Laabs

unread,
Jan 6, 2012, 6:30:54 AM1/6/12
to
Hallo,

Felix Opatz <fe...@zotteljedi.de> wrote:

> ich habe hier eine aufgebrauchte Creme-Dose ("Nivea") die ich gerne
> reinigen und für andere Zwecke verwenden möchte. D
> [...]

Probiere es mal mit eine NaOH Loesung. Evt. noch etwas erwaermen. Damit
entfette ich Leiterplatten vor den galvanischen Prozessen.
Wenn die Dose allerdings aus Aluminium ist geht es nicht. Das wuerde sich
aufloesen. NaOH sind die Kuegelchen im Abflussreiniger. Da ggf. noch die
Alupartikel rauslesen.
Und moeglichst Schutzbrille und Handschuhe und alte Klamotten anziehen.

Viele Gruesse,
Martin L.

Felix Opatz

unread,
Jan 6, 2012, 6:41:41 AM1/6/12
to
On 01/06/12 02:17, Ralf . K u s m i e r z wrote:
[...]
>> Habt ihr da einen Tipp für mich?
>
> Olivenöl.

Für Klebereste kannte ich das, aber ersetze ich dann hier nicht Fett
durch Fett? Wahrscheinlich durch kürzerkettige Fettmoleküle die sich
dann bereitwilliger in Spüliwasser lösen... klingt eigentlich gut.

Gruß,
Felix

Felix Opatz

unread,
Jan 6, 2012, 6:45:30 AM1/6/12
to
Habe ich schon in Erwägung gezogen, aber so Kleinkram entwickelt dann
immer eine gewisse Wanderlust. Vielleicht kann ich die Teile irgendwo
festklemmen. Ist in die nähere Auswahl aufgenommen, danke!

Gruß,
Felix

Felix Opatz

unread,
Jan 6, 2012, 6:51:42 AM1/6/12
to
On 01/06/12 11:22, Heinz Schmitz wrote:
> Felix Opatz wrote:
>
>> Allerdings gibt es da immer noch einen
>> dünnen Fettfilm, der einfach nicht weichen will. Ich habe es auch schon
>> mit Brennspiritus versucht, aber so richtig weg ist es nicht.
>
> Kratz mal vorsichtig dran, vielleicht ist das Blech noch mit einem
> Polymerfilm überzogen.

Das ist ein guter Hinweis! Ich habe mal an einer unauffälligen Stelle
mit einem Schraubendreher gekratzt, kann das Ergebnis aber nicht
wirklich beurteilen. Aber an den Stellen, die schon sauber sind, fühlt
sich die Oberfläche irgendwie nach Anti-Haft-Beschichtung an. Hatte das
bisher für einen Fettfilm gehalten, aber es lässt sich mit dem Finger
auch nichts verschmieren.

Wahrscheinlich habe ich noch was von beidem, Fettreste und Beschichtung.
Aber das ist schon mal ein guter Tipp, wo bzw. wann ich mit dem
Schrubben aufhören kann... :-)

Gruß,
Felix

Felix Opatz

unread,
Jan 6, 2012, 7:02:44 AM1/6/12
to
Hi,

On 01/06/12 12:30, Martin Laabs wrote:
> Hallo,
>
> Felix Opatz <fe...@zotteljedi.de> wrote:
>
>> ich habe hier eine aufgebrauchte Creme-Dose ("Nivea") die ich gerne
>> reinigen und für andere Zwecke verwenden möchte. D
>> [...]
>
> Probiere es mal mit eine NaOH Loesung. Evt. noch etwas erwaermen. Damit
> entfette ich Leiterplatten vor den galvanischen Prozessen.
> Wenn die Dose allerdings aus Aluminium ist geht es nicht. Das wuerde sich
> aufloesen. NaOH sind die Kuegelchen im Abflussreiniger. Da ggf. noch die
> Alupartikel rauslesen.

Sagen wir es so: die Dose wird von einem Magneten nicht angezogen, da
ist der Verdacht auf Alu eigentlich ziemlich gut. Möglicherweise würde
die inzwischen postulierte Polymerbeschichtung das Alu schützen, aber
Ralfs Idee mit dem Olivenöl gefällt mir eigentlich ganz gut. Ich denke
ich werde die Dose erst ölen, dann händisch spülen, und zum Schluß
nochmal eine Runde im nächsten Spülmaschinengang spendieren.

> Und moeglichst Schutzbrille und Handschuhe und alte Klamotten anziehen.

Ich habe mal ein paar Jeans (Baumwolle!) an Calciumhydroxid verloren.
Lang ist's her, Chemiekasten. War ganz, ganz wenig, aber nach der
nächsten Wäsche war ein Dutzend kleiner Löcher im Stoff. Sowas macht
vorsichtiger.

Gruß,
Felix

Stephan Feinen

unread,
Jan 6, 2012, 8:43:58 AM1/6/12
to
Felix Opatz <fe...@zotteljedi.de> writes:

> Habt ihr da einen Tipp für mich? Nach Möglichkeit etwas, das man in
> einem "modernen" Haushalt findet (also keine halogenierten
> Kohlenwasserstoffe, Benzol, oder was Opa noch so in der Garage stehen
> hatte bis es plötzlich "gefährlich" wurde).

Hmm, Nagellackentferner zur Hand?
Da ist in der Regel Aceton drin und das löst Fette u.ä. wunderbar.
Wenn du länger damit rumpanschst, solltest du deine Finger hinterher
mit Nivea o.ä. nachfetten 8-)

> Ich hatte zunächst noch an was Alkalisches gedacht, aber die Dose dürfte
> wohl aus Alu sein, was mir diese Attacke übel nehmen könnte.

Yep, starke Laugen lösen Alu wunderbar. Tückischerweise kann es am
Anfang etwas dauern, bis eine sichtbare Reaktion einsetzt, da die Lauge
sich erstmal durch die Oxidschicht fressen muß, was recht unauffällig
ist. Danach geht das mit dem Auflösen recht schnell.

> Oder ist Spiritus schon adäquat und ich muß es längere Zeit wirken
> lassen? Die ursprüngliche Lackierung soll natürlich nicht drunter
> leiden, darum geht es bei der ganzen Sache. (Diese ist aber nur außen,
> d.h. etwas in der Dose stehen lassen würde schon hinhauen.)

Spiritus ist für Fette nur mäßig geeignet. Isopropanol (z.B. in
Glasreinigern) dürfte besser wirken.

> Ach ja, ich habe noch eine Beobachtung gemacht, die ich gerne verstehen
> würde: beim Auskippen des Spiritus in das Becken, in dem noch
> Spüli-Schaum war, hat sich dieser praktisch sofort aufgelöst. Wie kommt
> das? So aus der Hüfte geschossen würde ich annehmen, daß sich die
> Tenside im Alkohol/Wasser-Gemisch anders verhalten als in reinem Wasser,
> und sich irgendwas an der Oberflächenspannung tut. Kommt das hin?

Yep, Ethanol hat eine wesentlich geringere Oberflächenspannung als
Wasser. Wenn du das also in Spülwasser kippst, wird der Schaum instabil
und kollabiert.

> Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar der Fragen beantworten könnt.

Ich hoffe, daß hilft weiter.

gruß
stephan
--
In fact, the mere act of opening the box will determine the state of the
cat, although in this case there were three determinate states the cat
could be in: these being Alive, Dead, and Bloody Furious.
-- Schrodinger's Moggy explained (Terry Pratchett, Lords and Ladies)

Patrick Kibies

unread,
Jan 6, 2012, 11:42:23 AM1/6/12
to
Am 06.01.2012 00:29, schrieb Felix Opatz:
> Hallo,
>
> ich habe hier eine aufgebrauchte Creme-Dose ("Nivea") die ich gerne
> reinigen und für andere Zwecke verwenden möchte. Die gröbsten Reste habe
> ich schon durch Auswischen mit Küchenpapier beseitigt.

Ich würde die Büchse einfach mal im GEschirrspüler mitspülen.

> Habt ihr da einen Tipp für mich? Nach Möglichkeit etwas, das man in
> einem "modernen" Haushalt findet (also keine halogenierten
> Kohlenwasserstoffe, Benzol, oder was Opa noch so in der Garage stehen
> hatte bis es plötzlich "gefährlich" wurde).

Hm. Was ist schon normal. Xylolisomerengemisch oder Mischung
aromatischer und aliphatischer Kohlenswasserstoffe ("Terpentinersatz",
"Bremsenreiniger", "Kaltreiniger", "Silikonentferner") sind allerdings
so Hilfsmittel die ich im Haushalt habe ;-)

>
> Ich hatte zunächst noch an was Alkalisches gedacht, aber die Dose dürfte
> wohl aus Alu sein, was mir diese Attacke übel nehmen könnte.

Meine waren bisher aus Weißblech.


> Oder ist Spiritus schon adäquat und ich muß es längere Zeit wirken
> lassen? Die ursprüngliche Lackierung soll natürlich nicht drunter
> leiden, darum geht es bei der ganzen Sache. (Diese ist aber nur außen,
> d.h. etwas in der Dose stehen lassen würde schon hinhauen.)

Willst du die Dose dekorativ verwenden, oder warum stört dich der
restliche Film?


>
> Ach ja, ich habe noch eine Beobachtung gemacht, die ich gerne verstehen
> würde: beim Auskippen des Spiritus in das Becken, in dem noch
> Spüli-Schaum war, hat sich dieser praktisch sofort aufgelöst. Wie kommt
> das? So aus der Hüfte geschossen würde ich annehmen, daß sich die
> Tenside im Alkohol/Wasser-Gemisch anders verhalten als in reinem Wasser,
> und sich irgendwas an der Oberflächenspannung tut. Kommt das hin?

So aus der hohlen Hand würde ich behaupten, dass der Alkohol sich an die
Tenside anlagert. Schließlich hat der auch eine (kurze) unpolare Kette
und einen polaren Substituenten.


> Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar der Fragen beantworten könnt.

Ich hoffe, dass dienliche Antworten dabeiwaren.


Gruß

Patrick


Bodo Mysliwietz

unread,
Jan 6, 2012, 1:33:45 PM1/6/12
to
Am 06.01.2012 00:29, schrieb Felix Opatz:
> Hallo,
>
> ich habe hier eine aufgebrauchte Creme-Dose ("Nivea") die ich gerne
> reinigen und für andere Zwecke verwenden möchte. Die gröbsten Reste habe
> ich schon durch Auswischen mit Küchenpapier beseitigt. Danach habe ich
> versucht dem Fettfilm mit warmem Spüliwasser beizukommen, was auch
> optisch recht gut geglückt ist. Allerdings gibt es da immer noch einen
> dünnen Fettfilm, der einfach nicht weichen will. Ich habe es auch schon
> mit Brennspiritus versucht, aber so richtig weg ist es nicht.
>
> Habt ihr da einen Tipp für mich? Nach Möglichkeit etwas, das man in
> einem "modernen" Haushalt findet (also keine halogenierten
> Kohlenwasserstoffe, Benzol, oder was Opa noch so in der Garage stehen
> hatte bis es plötzlich "gefährlich" wurde).

Na nochmal zurück zum Haushaltstuch: Nimm trockenes HT und tropfe
unverdünntes Spülmittelkonzentrat drauf und reibe damit die Dose aus.
Anschl. mit waremn Wasser und Lappen auswaschen.

Wenn es sich dann noch fettig anfühlt würde ich dazu tendieren das die
Dose, wie schon angesprochen, mit einer sehr dünnen Folie beschichtet
ist. Dann lässt Du es so.

--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Stefan Mahrhold

unread,
Jan 6, 2012, 1:57:41 PM1/6/12
to
Hallo!

Am 06.01.2012 12:41, schrieb Felix Opatz:
> Für Klebereste kannte ich das, aber ersetze ich dann hier nicht Fett
> durch Fett?

Jepp!

http://www.youtube.com/watch?v=2ZJu5GtZ9sU

Alles Gute,
Stefan

Heinz Schmitz

unread,
Jan 7, 2012, 4:05:07 AM1/7/12
to
Bodo Mysliwietz wrote:

>Wenn es sich dann noch fettig anfühlt würde ich dazu tendieren das die
>Dose, wie schon angesprochen, mit einer sehr dünnen Folie beschichtet
>ist. Dann lässt Du es so.

Das kenne ich so von den Alu-Schalen für Katzenfutter. Vor einiger
Zeit habe ich die mal gesäubert und gesammelt. um sie ins Recycling
zu geben. Aber niemand wollte die ("Die Beschichtung setzt die Filter
zu").

Grüße,
H.


Dr Engelbert Buxbaum

unread,
Jan 12, 2012, 3:14:51 PM1/12/12
to
In article <je5bpn$hdk$1...@news.albasani.net>, fe...@zotteljedi.de says...
>
> Hallo,
>
> ich habe hier eine aufgebrauchte Creme-Dose ("Nivea") die ich gerne
> reinigen und für andere Zwecke verwenden möchte. Die gröbsten Reste habe
> ich schon durch Auswischen mit Küchenpapier beseitigt. Danach habe ich
> versucht dem Fettfilm mit warmem Spüliwasser beizukommen, was auch
> optisch recht gut geglückt ist. Allerdings gibt es da immer noch einen
> dünnen Fettfilm, der einfach nicht weichen will. Ich habe es auch schon
> mit Brennspiritus versucht, aber so richtig weg ist es nicht.

Du könntest es mal mit einem "biologischen" Waschmittel für Kleidung
versuchen, diese enthalten u.A. Lipasen, also Fett-verdauende Enzyme.
Das Detergenz darin hilft natürlich auch. Ggf ein bischen warm machen.

> Ach ja, ich habe noch eine Beobachtung gemacht, die ich gerne verstehen
> würde: beim Auskippen des Spiritus in das Becken, in dem noch
> Spüli-Schaum war, hat sich dieser praktisch sofort aufgelöst. Wie kommt
> das? So aus der Hüfte geschossen würde ich annehmen, daß sich die
> Tenside im Alkohol/Wasser-Gemisch anders verhalten als in reinem Wasser,
> und sich irgendwas an der Oberflächenspannung tut. Kommt das hin?

Ich vermute mal daß das weniger der Alkohol als das darin gelöste Fett
ist, welches mit dem Detergenz interagiert. Einfach Kontrollversuch mit
reinem Alkohol machen. Wenn ich noch einmal darüber nachdenke, könnte es
natürlich auch sein, daß sich der weniger dichte Alkohol über die
Detergenz-Lösung schichtet. Versuch macht klug.

--
Car (noun): erratically moving obstacle on the road

gUnther nanonüm

unread,
Jan 13, 2012, 1:20:24 AM1/13/12
to

"Dr Engelbert Buxbaum" <engelber...@hotmail.com> schrieb im
Newsbeitrag news:MPG.29791755a...@News.Individual.DE...


> Ich vermute mal daß das weniger der Alkohol als das darin gelöste Fett
> ist, welches mit dem Detergenz interagiert. Einfach Kontrollversuch mit
> reinem Alkohol machen. Wenn ich noch einmal darüber nachdenke, könnte es
> natürlich auch sein, daß sich der weniger dichte Alkohol über die
> Detergenz-Lösung schichtet. Versuch macht klug.

Hi,
vermutlich ists ganz einfach eine Lackschicht, denn reines Alu ist gegen
schwache Säuren nicht ganz so stabil. Und Fette, zumal wenn solche
Salbenpötte nach langem Gebrauch ihre Konservierungsstoffe verlieren und
"ranzen", enthalten nunmal allerlei Säuren.

--
mfg,
gUnther


Klaus-Holger

unread,
Jan 13, 2012, 3:02:25 PM1/13/12
to

Hallo,

"gUnther nanonüm" schrieb:

> schwache Säuren nicht ganz so stabil. Und Fette, zumal wenn solche
> Salbenpötte nach langem Gebrauch ihre Konservierungsstoffe verlieren und
> "ranzen", enthalten nunmal allerlei Säuren.

die haben doch nichtranzende "silicon/erdöl/komponenten" und kein
gutes Pflanzenöl drin.


--
Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)

gUnther nanonüm

unread,
Jan 13, 2012, 4:44:14 PM1/13/12
to

"Klaus-Holger" <nein_Klaus-...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:4F108DD1...@web.de...

>die haben doch nichtranzende "silicon/erdöl/komponenten" und kein
>gutes Pflanzenöl drin.

Hi
na und? Dann buttert es eben nicht, aber kriegt Dieselpest...

--
mfg,
gUnther


Felix Opatz

unread,
Jan 15, 2012, 9:15:09 AM1/15/12
to
On 01/06/12 14:43, Stephan Feinen wrote:
> Felix Opatz<fe...@zotteljedi.de> writes:
>
>> Habt ihr da einen Tipp für mich? Nach Möglichkeit etwas, das man in
>> einem "modernen" Haushalt findet (also keine halogenierten
>> Kohlenwasserstoffe, Benzol, oder was Opa noch so in der Garage stehen
>> hatte bis es plötzlich "gefährlich" wurde).
>
> Hmm, Nagellackentferner zur Hand?
> Da ist in der Regel Aceton drin und das löst Fette u.ä. wunderbar.
> Wenn du länger damit rumpanschst, solltest du deine Finger hinterher
> mit Nivea o.ä. nachfetten 8-)

Ich glaube ich habe sogar reines Aceton zur Hand. So eine braune
Glasflasche mit quadratischem Grundriss, einem orangenen Etikett und:
einem weißen Fingerabdruck auf dem Etikett. Ich erinnere mich ganz
genau, weil ich den dazu passenden orangefarbenen Finger hatte.

Da drängt sich die Frage auf: kann das gleiche auch der Lackierung der
Dose passieren?

Wie steht es eigentlich um die Stabilität von Aceton? Man füllt Dinge ja
meistens nicht zum Spaß in braune Flaschen. Das steht jetzt seit
gefühlten 18 Jahren im Keller. Nicht daß da irgendwas metastabiles
ausflockt und mich irgendwann mal anfällt.

[...]
>> Oder ist Spiritus schon adäquat und ich muß es längere Zeit wirken
>> lassen? Die ursprüngliche Lackierung soll natürlich nicht drunter
>> leiden, darum geht es bei der ganzen Sache. (Diese ist aber nur außen,
>> d.h. etwas in der Dose stehen lassen würde schon hinhauen.)
>
> Spiritus ist für Fette nur mäßig geeignet. Isopropanol (z.B. in
> Glasreinigern) dürfte besser wirken.

Wegen des längeren Alkylrestes?

>> Ach ja, ich habe noch eine Beobachtung gemacht, die ich gerne verstehen
>> würde: beim Auskippen des Spiritus in das Becken, in dem noch
>> Spüli-Schaum war, hat sich dieser praktisch sofort aufgelöst. Wie kommt
>> das? So aus der Hüfte geschossen würde ich annehmen, daß sich die
>> Tenside im Alkohol/Wasser-Gemisch anders verhalten als in reinem Wasser,
>> und sich irgendwas an der Oberflächenspannung tut. Kommt das hin?
>
> Yep, Ethanol hat eine wesentlich geringere Oberflächenspannung als
> Wasser. Wenn du das also in Spülwasser kippst, wird der Schaum instabil
> und kollabiert.
>
>> Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar der Fragen beantworten könnt.
>
> Ich hoffe, daß hilft weiter.

Auf jeden Fall, danke Dir (und all den anderen natürlich auch)!

Gruß,
Felix

Felix Opatz

unread,
Jan 15, 2012, 9:29:01 AM1/15/12
to
On 01/06/12 17:42, Patrick Kibies wrote:
> Am 06.01.2012 00:29, schrieb Felix Opatz:
[...]
>> Habt ihr da einen Tipp für mich? Nach Möglichkeit etwas, das man in
>> einem "modernen" Haushalt findet (also keine halogenierten
>> Kohlenwasserstoffe, Benzol, oder was Opa noch so in der Garage stehen
>> hatte bis es plötzlich "gefährlich" wurde).
>
> Hm. Was ist schon normal. Xylolisomerengemisch oder Mischung
> aromatischer und aliphatischer Kohlenswasserstoffe ("Terpentinersatz",
> "Bremsenreiniger", "Kaltreiniger", "Silikonentferner") sind allerdings
> so Hilfsmittel die ich im Haushalt habe ;-)

Ich staune immer mal wieder, was von den Dingen, die man früher so
kannte, inzwischen "böse" ist.

Borax. War überrascht zu lesen, daß es jetzt als T gilt, weil
fortpflanzungsgefährend. Mein altes KOSMOS-Buch hatte glaube ich
empfohlen, das als Zusatz ins Blumenwasser zu geben. Und natürlich die
Boraxperle für diverse Nachweisreaktionen.

Phenolphthalein. Der berühmte Versuch mit dem "blutenden Finger".
Unzählige Anwendungen als Indikator, wenn Lackmus nicht angebracht ist.
Wurde laut besagtem Experimentierbuch auch als Beschichtung (oder
Wirkstoff?) mancher Tabletten benutzt. Ist jetzt auf einmal krebserregend.

>> Ich hatte zunächst noch an was Alkalisches gedacht, aber die Dose dürfte
>> wohl aus Alu sein, was mir diese Attacke übel nehmen könnte.
>
> Meine waren bisher aus Weißblech.

Wird zumindest vom Magneten nicht angezogen. Da gibt es wohl nicht so
viele Möglichkeiten mit wirtschaftlicher Bedeutung.

>> Oder ist Spiritus schon adäquat und ich muß es längere Zeit wirken
>> lassen? Die ursprüngliche Lackierung soll natürlich nicht drunter
>> leiden, darum geht es bei der ganzen Sache. (Diese ist aber nur außen,
>> d.h. etwas in der Dose stehen lassen würde schon hinhauen.)
>
> Willst du die Dose dekorativ verwenden, oder warum stört dich der
> restliche Film?

Das, und zum anderen habe ich eine ähnliche Dose im Einsatz um beim
Basteln Kleinteile davon abzuhalten, vom Tisch zu springen und sich
unter dem Schrank zu verstecken. Schräubchen, Widerstände, ... und da
will ich nicht, daß die ranzig werden.

[...]
>> Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar der Fragen beantworten könnt.
>
> Ich hoffe, dass dienliche Antworten dabeiwaren.

Ja, auch Dir vielen Dank.

Gruß,
Felix

gUnther nanonüm

unread,
Jan 15, 2012, 11:04:25 AM1/15/12
to

"Felix Opatz" <fe...@zotteljedi.de> schrieb im Newsbeitrag
news:jeun1g$4aq$1...@news.albasani.net...

> Wie steht es eigentlich um die Stabilität von Aceton? Man füllt Dinge ja
> meistens nicht zum Spaß in braune Flaschen. Das steht jetzt seit gefühlten
> 18 Jahren im Keller. Nicht daß da irgendwas metastabiles ausflockt und
> mich irgendwann mal anfällt.

Hi,
es könnte teilweise ausgedünstet sein, die Stopfengummis hielten Aceton
früher nicht gut auf.
Früher waren braune Flaschen bei Chemikalien Standard. Weniger wegen Farbe,
eher die Form, je mehr "Ecken", desto mehr Gefahr :-) solche wurden aber nur
in grünem und braunem Glas gepreßt.
Der Sinn war wimre, daß der Apomann an der Form merken sollte, daß er gerade
nicht aus dem Flachmann säuft.

--
mfg,
gUnther


Frank Feger

unread,
Jan 15, 2012, 7:42:43 PM1/15/12
to
Am 15.01.2012 15:29, schrieb Felix Opatz:

> Phenolphthalein. Der berühmte Versuch mit dem "blutenden Finger".
> Unzählige Anwendungen als Indikator, wenn Lackmus nicht angebracht ist.
> Wurde laut besagtem Experimentierbuch auch als Beschichtung (oder
> Wirkstoff?) mancher Tabletten benutzt. Ist jetzt auf einmal krebserregend.

Mich würde es nicht überraschen, wenn sich fast _alle_ Substanzen mit
merklicher Elektrophilie als krebserregend herausstellen würden, die
man in extrem großer Menge zu sich nimmt.

Stellt sich natürlich irgendwann die Frage, was das dann noch über
diese Substanzen aussagt ...


Grüße,

F^2

Martin Tracksdorf

unread,
Jan 22, 2012, 5:17:23 PM1/22/12
to
Am 06.01.2012 00:29, schrieb Felix Opatz:
Hi Felix,
wenn die Innenseite nicht so wichtig ist, dann probier doch mal
Spiritus+Feuerzeug. Fette, die ja in der Dose drin sind, könnten u.U.
brennbar sein, hinterher sind sie dann weg. Besser ist dann evtl.
flüssiger Grillanzünder. Wenn die Dauer stimmt, dann könnte sogar der
Innenlack intakt bleiben.
Vielleicht haben Chemiker bessere Ideen, aber das wäre ne praktische
Alternative.
Gruß
Martin

Felix Opatz

unread,
Jan 28, 2012, 12:32:33 PM1/28/12
to
Hallo Martin,

On 01/22/12 23:17, Martin Tracksdorf wrote:
[...]
> wenn die Innenseite nicht so wichtig ist, dann probier doch mal
> Spiritus+Feuerzeug. Fette, die ja in der Dose drin sind, könnten u.U.
> brennbar sein, hinterher sind sie dann weg. Besser ist dann evtl.
> flüssiger Grillanzünder. Wenn die Dauer stimmt, dann könnte sogar der
> Innenlack intakt bleiben.

Da habe ich auch schon mal drüber nachgedacht. Aber wenn da tatsächlich
eine Kunststoffschicht drin ist, könnte die beim Abbrennen alle
möglichen hässlichen Effekte zeigen.

Ich habe jetzt einfach nochmal eine Runde heißes Spüliwasser spendiert
und das ganze eine Stunde wirken lassen. Das soll für meine Zwecke mal
gut genug sein. Schließlich entfette ich ja auch nicht meine Hände,
bevor ich irgendwelche Gegenstände anfasse.

Gruß,
Felix
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