ich bin Physiker und kenne mich mit dem Phänomen, dass ich
gestern Abend beobachtet daher nicht aus. Hoffentlich könnt ihr
mir erklären, was ich gesehen habe.
Ich nahm einen Hering aus dem Kühlschrank. Er war vollkommen
unbehandelt, also nicht in Essig- oder Tomatensoße eingelegt und
auch nicht geräuchert. Und er war ziemlich frisch, ich wohne nahe
am Meer. Auf dem Weg zum Esstisch durch den dunklen Flur hat
dieser Fisch geleuchtet! Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern
richtig hell. So etwa als ob man 100 Glühwürmchen verreibt und
auf dem Fisch verteilt. Ich konnte im Dunkeln meine Uhr im Licht
dieses Fisches ablesen.
Das Leuchten war nur an der Oberfläche. Ich habe den Fisch
im Dunkeln aufgeschnitten. Innen hat er nicht geleuchtet. Nach
einigen Stunden, immer im Dunklen, hat es aber auch da geleuchtet.
Es muss also irgendeine Reaktion, ähnlich der in den Glühwürmchen,
stattgefunden haben, die Sauerstoff benötigt.
Ich mochte den Fisch dann nicht mehr essen, obwohl er genau so
roch, wie ein Fisch riechen muß.
Könnt ihr mir mehr Infos geben?
mfg. Nemo
--
Dipl. Phys. Horst Wilhelm
Cephalos Gesellschaft für Automatisierung mbH
Hauptkanal links 74 D - 26871 Papenburg
Tel: (+49) 4961 / 2322 Fax: (+49) 4961 / 67 469
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hmm es gibt zwar einige Kleinstlebewesen und Tiefseefische die
Leuchten aber von Heringen hab ich noch nie was gehört -
vielleicht war er mit Plankton überzogen das fluoreszierend
wirkte
aber das gibts doch auch nicht in der Nordsee ( ich nehme mal an
das du da bist ) - zumindest meines Wissens und das ist in diesem
Fall nicht sehr groß.
--
"Menschen ändern sich, Frisuren ändern sich, sogar Rezepte für
Eintopf ändern sich ..."
Faulende Sachen leuchten oft. Frischer Fisch riecht nicht nach Fisch.
Grüße,
Rupert
--
Im übrigen bin ich der Meinung, daß dag° gelöscht werden sollte.
> Ich nahm einen Hering aus dem Kühlschrank. Er war vollkommen
> unbehandelt, also nicht in Essig- oder Tomatensoße eingelegt und
> auch nicht geräuchert. Und er war ziemlich frisch, ich wohne nahe
> am Meer. Auf dem Weg zum Esstisch durch den dunklen Flur hat
> dieser Fisch geleuchtet! Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern
> richtig hell. So etwa als ob man 100 Glühwürmchen verreibt und
> auf dem Fisch verteilt. Ich konnte im Dunkeln meine Uhr im Licht
> dieses Fisches ablesen.
Ich habe das gleiche mal bei ein paar Tage alten Frischfisch-Abfällen
(Heilbutt) auf einem Komposthaufen gesehen.
Bin zwar kein Biologe, aber ich denke mal, daß sich auf dem Fisch
irgendwelche Mikroorganismen (Bakterien) entwickelt haben, die das Licht
produzierten.
Gruß Ronny
> Faulende Sachen leuchten oft. Frischer Fisch riecht nicht nach
> Fisch.
Oh - und wieder was gelernt , thx
grüße,
chb
es könnte sich dabei um sog. biolumineszente Bakterien handeln
(Leuchtbakterien, wie z.B. Photobacterium phosphoreum oder Vibrio
fischeri). Das sind marine Mikroorganismen, entweder freilebend oder als
Saprophyten mit toten Fischen assoziiert. Es gibt viele marine Fische
und auch einige Tintenfische, die in speziellen Leuchtorganen solche
Leuchtbakterien besitzen.
Vielleicht liegt es aber auch an etwas ganz anderem, sicher bin ich mir
da nicht. Essen würde ich den Fisch, wenn er nach Fisch stinkt, wohl
auch nicht mehr, das Leuchten hätte mir allerdings sowieso schon den
Appetit verdorben ;-))
Hoffe, ich konnte helfen,
beste Grüsse
Sandra
Ronny Reimer wrote:
> Bin zwar kein Biologe, aber ich denke mal, daß sich auf dem Fisch
> irgendwelche Mikroorganismen (Bakterien) entwickelt haben, die das Licht
> produzierten.
Dem würde ich zustimmen. Auf
http://www.tis-gdv.de/tis/ware/fleisch/gekuehlt/gekuehlt.htm habe ich
Folgendes gefunden:
____________________
Von den durch Bakterien hervorgerufenen Fäulnisarten ist die
Psychrophilenfäulnis zu nennen, die durch psychrophile Bakterien der
Kühlraumladeluft entstehen kann. Sie bilden kaffeebraune bis gelbliche
Kolonien an der Oberfläche des Fleisches und können auch leuchten, da es
sich um Fluoreszenz- oder Flavobakterien handelt. Diese Fäulnis entsteht
durch unhygienisches Schlachten, die Bakterien wachsen bei
Kühltemperaturen weiter.
____________________
Beste Grüße
Sven
> [ Leuchtender Hering ]
>
> hmm es gibt zwar einige Kleinstlebewesen und Tiefseefische die
> Leuchten aber von Heringen hab ich noch nie was gehört -
> vielleicht war er mit Plankton überzogen das fluoreszierend
> wirkte
> aber das gibts doch auch nicht in der Nordsee ( ich nehme mal an
> das du da bist ) - zumindest meines Wissens und das ist in diesem
> Fall nicht sehr groß.
Natürlich gibt es das in der Nordsee! Wir haben vor einigen Jahren mal eine
Bio-Leistungskursfahrt mit einem holländischen Segler gemacht. In einem der
Häfen, in denen wir übernachtet haben, waren solche leuchtenden
Kleinstlebewesen im Hafenwasser. Sauerstoff hat sie 'hell' gemacht: Wenn
man ins Hafenbecke spuckte, dann leuchtete diese Stelle auf. Noch heller
und schöner war es, wenn man einen Flüssigkeitsstrahl ins Hafenbecken
beförderte. Einige hatten eine Menge Bier getrunken, und das mußte eh
raus... es sah ziemlich spektakulär aus.
Dass wirklich frischer, gerade erst rausgezogener Hering nicht nach Fisch
riecht stimmt, aber der Fischgeruch bedeutet noch lange nicht, daß er schon
fault.
Kann doch sein, daß diese Leuchtbakterien im Schleim außen saßen und beim
aufschneiden auch auf Fleisch gelangten.
Schade, daß Horst das nicht näher unterm Mikroskop untersucht hat. Oder eine
Art Abstrich machen: mit einem Zahnstocher erst außen am leuchtenden Hering
langstreichen und dann auf einem Nährboden, aufgetauten Tiefkühlfisch oder
vielleicht gekochtem Schinken...
Bye,
Robert
Horst Wilhelm schrieb:
> Auf dem Weg zum Esstisch durch den dunklen Flur hat dieser Fisch
> geleuchtet! Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern richtig hell.
die Zarathustraner bestatten ihre Toten, indem sie sie den Geiern
auf Türmen zum Fraß vorwerfen. Der Phosphor, der dabei frei wird,
bringt die Türme zum Leuchten.
Grüße,
Joachim
> Schade, daß Horst das nicht näher unterm Mikroskop
> untersucht hat.
Hätte ich gerne getan, feinstes Mikroskop steht mir sogar
zur Verfügung, aber - ich hätte nicht deuten können, was ich
da sehe. Ich habe das nicht gelernt.
Nach einem Tag auf dem Balkon im Schatten leuchtet der Fisch
immer noch, aber nicht mehr überall. Ich habe im Dunkeln die
Regionen, in denen er noch leuchtet, aufgezeichnet (ist nicht ganz
einfach). Dann habe ich bei Licht versucht, irgend eine
Korrelationen zwischen leuchtenden Flächen mit anderen
Eigenschaften wie Farbe, feuchtes Aussehen usw. zu entdecken,
habe aber nichts sofort gesehen.
Inzwischen ist der Fisch weg. Meine Frau erträgt schon frischen
Fisch nur mit äußerstem Widerwillen, und bei zwei Tage
leuchtendem Fisch war bei ihr das Maß voll.
Ich habe aber das noch am besten leuchtende Stück vom
Fisch in den Gefrierschrank getan. Ob daraus noch irgendwelche
Infos zu ziehen sind bezweifele ich selbst, aber ich wollte zumindest
versucht haben, etwas zu retten.
Was mich an der ganzen Sache am meisten beschäftigt ist, dass
ich noch nie von so etwas gehört habe. Ich habe viele Glühwürmchen
fliegen sehen, ich kenne das Leuchten, wenn man nachts im Meer
baden geht, und ich habe zig Tierfilme gesehen, wo leuchtende
Tiefseefische vorkamen. Das Leuchten an sich wundert mich nicht.
Aber dass ein ganz normaler Hering aus dem Kühlschrank so
leuchtet, wie der PU-Stab, den Homer Simpson in der Intro aus
seiner Jacke schmeißt? Das habe bislang weder erlebt, noch
davon gehört.
Ich habe mich ein bißchen schlau gemacht, und inzwischen
gelernt, dass ganz rohe Heringe auch "Grüne Heringe"
genannt werden. Dabei sind die bei Tageslicht betrachtet
keineswegs grün, sondern blau oder weiß. Könnte der Name
daher kommen, dass sie im Halbdunkel wegen dieses Leuchtens
grün aussehen? Dass also alles vollkommen normal ist?
Dann hätte ich meinen Fisch ganz umsonst weggeworfen,
und ich war eigentlich sehr hungrig.
On Sun, 1 Sep 2002, Horst Wilhelm wrote:
> Nach einem Tag auf dem Balkon im Schatten leuchtet der Fisch
> immer noch, aber nicht mehr überall. Ich habe im Dunkeln die
Die Leuchtbakterien sind wohl mit der Zeit abgestorben. Die sind auch
recht empfindlich.
[...]
> Aber dass ein ganz normaler Hering aus dem Kühlschrank so
> leuchtet, wie der PU-Stab, den Homer Simpson in der Intro aus
> seiner Jacke schmeißt? Das habe bislang weder erlebt, noch
> davon gehört.
Hatte ich vor meinem MiBi-Praktikum auch nicht.
Es wird sich hierbei, wie Sandra schon geschrieben hat, um Vibrio fischeri
gehandelt haben - der mußte per Abstrich von *frischem* Fisch auf
Nährboden angezüchtet werden. Hat aber, wenn ich micht richtig erinnere,
nicht geklappt....
> Ich habe mich ein bißchen schlau gemacht, und inzwischen
> gelernt, dass ganz rohe Heringe auch "Grüne Heringe"
> genannt werden. Dabei sind die bei Tageslicht betrachtet
> keineswegs grün, sondern blau oder weiß. Könnte der Name
> daher kommen, dass sie im Halbdunkel wegen dieses Leuchtens
> grün aussehen? Dass also alles vollkommen normal ist?
Vermutlich.
> Dann hätte ich meinen Fisch ganz umsonst weggeworfen,
Sieht so aus.... ;-)
Viele Grüße,
Sascha
Horst Wilhelm schrieb:
Deine Beschreibung entspricht exakt der Anleitung zur DIY-Zuchtanleitung
für Leuchtbakterien, die ich mal in 'ner Mibio-Vorlesung gehört habe.
Und im Schlegel steht dazu folgendes:
"Läßt man einen Meerwasserfisch in einer Schale mit Salzwasser halb
untergetaucht einige Tage im Eisschrank (4-6°C) liegen, so entwickeln
sich auf der Oberfläche des Fisches Kolonien von Leuchtbakterien ... Sie
sind im allgemeinen keine Fäulniserreger..."
Soll wohl auch OK sein, den Fisch noch zu essen.
Scönen Gruß, Alexander
Stephan
http://www.biowissen4you.de
danke für die vielen Infos, ich denke, die Sache ist jetzt
geklärt.
Eins möchte ich aber noch klarstellen. Ich schrieb:
>.. obwohl er genau so roch, wie ein Fisch riechen muß.
Nämlich gar nicht, ausser, wenn man die Nase ganz dicht
darüber hielt. Ich schrieb nicht, dass ich einen stinkenden
Fisch essen wollte.
mfg. Nemo
--
Horst Wilhelm
mailto: ceph...@t-online.de