wie bebrüte ich am besten Agar-Petrischalen, ohne daß sich am Deckel
Kondenswasser bildet. Bei einem Test mit dem Melag-Brutschrank tritt genau
dieser Effekt ein, wahrscheinlich deshalb, weil die Wärme von unten
zugeführt wird. Die Sicht durch die beschlagenen Deckel ist gleich Null, und
nach genügend langer Zeit werden die Wassertropfen dann wohl auf den
Nährboden tropfen. Wie wird dieses Problem professionell gelöst? Danke für
jeden Hinweis und
Gruß Helmut
>Hallo Ihr,
Hallo Helmut
>
>wie bebrüte ich am besten Agar-Petrischalen, ohne daß sich am Deckel
>Kondenswasser bildet. Bei einem Test mit dem Melag-Brutschrank tritt genau
>dieser Effekt ein, wahrscheinlich deshalb, weil die Wärme von unten
>zugeführt wird. Die Sicht durch die beschlagenen Deckel ist gleich Null, und
>nach genügend langer Zeit werden die Wassertropfen dann wohl auf den
>Nährboden tropfen. Wie wird dieses Problem professionell gelöst?
Grundsätzlich bebrüte ich meine Platten umgedreht, also Agar oben,
Deckel unten. Durch das Kondenswasser kannst Du Dir ansonsten Deine
Platten auch kontaminieren, deshalb Platte umdrehen, evt. gebildetes
Kondenswasser läuft in den Deckel und den kann man dann zur Not
abwischen. In der Regel beschlagen die Deckel aber erst so richtig,
wenn sie aus dem Brutschrank genommen werden und dann draussen
runterkühlen. Dann ist die Sicht auch gleich Null, aber auch dann kann
man den Deckel ja saubermachen. Übrigens lagert man die Petrischalen,
die schon Nährboden enthalten aber ansonsten noch nicht beimpft sind
auch auf dem Kopf, damit da nix kontaminert.
> Danke für
>jeden Hinweis und
>
>Gruß Helmut
Gruesse Andrea
erst mal danke für Deine Antwort! Vor längerer Zeit sagte mir mal jemand aus
einem Forum, daß man die Schalen umdreht; ich dachte erst an einen Scherz,
weil ja dann Kontis in den Zwischenraum zwischen Schale und Deckel fallen
könnten (immerhin 2 - 3 mm). Das wäre also wirklich die gängige Praxis?
Gruß Helmut
Ja, da ist die uebliche Mehtode.
cu
Philipp
--
Dr. Philipp Pagel Tel. +49-89-3187-3675
Institute for Bioinformatics / MIPS Fax. +49-89-3187-3585
GSF - German National Research Center for Environment and Health
http://mips.gsf.de/staff/pagel
> Ja, da ist die uebliche Mehtode.
danke, dann werde ich das mal so machen. Ist es eigentlich sinnvoll, die
Schalen nach dem Beimpfen mit Stretchfolie oder Parafilm zu verschließen, um
Kontis zu vermeiden?
Gruß Helmut
Hallo Helmut
>
>> Ja, da ist die uebliche Mehtode.
>
>danke, dann werde ich das mal so machen. Ist es eigentlich sinnvoll, die
>Schalen nach dem Beimpfen mit Stretchfolie oder Parafilm zu verschließen, um
>Kontis zu vermeiden?
Nein, das ist nicht nötig. Wenn Du sauber gearbeitet hast, reicht es
aus, die beimpften Platten kopfüber zu inkubieren ohne Angst haben zu
müssen, daß die Platten kontaminiert würden. Denn der Abschluß
zwischen Deckel und Schalenrand ist ja weitestgehend dicht und falls
doch mal eine Spore oder ähnliches diese Barriere überwinden sollte,
müßte sie nach oben auf den Agar bewegt werden. Sehr unwahrscheinlich.
Es ist sogar möglich, das Kondenswasser während der Inkubation aus dem
Deckel zu schütteln (Petrischale nach wie vor mit dem Boden nach oben
halten) ohne sich Kontaminanten einzuhandeln.
Schöne Grüße
Carsten
Nein. Parafilm habe ich immer nur verwendet, um Austrocknung zu
verhindern, wenn ich Platten mit Kolonien längere Zeit im Kühlraum
aufbewahrt habe.
>danke, dann werde ich das mal so machen. Ist es eigentlich sinnvoll, die
>Schalen nach dem Beimpfen mit Stretchfolie oder Parafilm zu verschließen, um
>Kontis zu vermeiden?
Wenn man sie nicht länger lagern will, halte ich das für unnötig. Wenn
du permanent kontaminierte Platten hast, solltest du dir lieber mal
anschauen, in welchem Zustand dein Arbeitsplatz oder (auch gerne
genommen) der BRutschrank sind.
Christian
Gruß Helmut
Hallo Helmut
SNIP
>Und könnt
>Ihr mir ein bezahlbares Buch empfehlen, wo die Grundzüge das
>mikrobiologischen Arbeitens erläutert werden, also wirklich nur die
>Grundzüge wie steriles Arbeiten, Nährböden, Ausstriche zur Isolation von
>Reinkulturen aus kontaminierten Kulturen usw. Kann ruhig älter sein und, wie
>gesagt, nicht zu anspruchsvoll, brauche das für Hobby- Pilzzucht.
Irgendwie ist eine meiner Antworten im Nirwana des Usenet
verschwunden. Darin hatte ich Dir schon mal ein Buch empfohlen.
Mikrobiologische Methoden: Eine Einführung in grundlegende
Arbeitstechniken von Ekkehard Bast. Erschienen im Spektrum-Verlag.
Sollte in der nächsten Uni-Bibliothek zu bekommen sein. Was zu
spezielles Pilzen kenne ich nicht, aber vielleicht jemand anderes.
Gruesse Andrea
>Danke und>
>Gruß Helmut
> Mikrobiologische Methoden: Eine Einführung in grundlegende
> Arbeitstechniken von Ekkehard Bast. Erschienen im Spektrum-Verlag.
danke für die Empfehlung; vom Titel her wäre das etwas für mich, Du kennst
es sicher. Ich fand
allerdings folgende Rezension dazu:
"Dieses Buch ist sehr pedantisch aufgebaut und beschreibt selbst
allerkleinste Schritte bei der mikrobiologischen Arbeit. Das nervt mit der
Zeit ein bißchen und macht einem das lesen des Buches nicht gerade leicht.
Eine Pflichtlektüre jedoch für das Mibi Praktikum an der Uni Bonn, denn der
Dozent ist der Autor diesen Buches. Es ist auf gar keinen Fall etwas für
Laien, denn es setzt schon einiges Wissen vorraus. In diesem Buch werden nur
wenige Bakteriengattungen genau beschrieben, deshalb empfiehlt sich ein
allgemeines Mibi Buch dazuzukaufen. Ansonsten kann man mit diesem Buch
nichts falsch machen, wenn man mikrobiologisch genau arbeiten möchte"
Das klingt ja nun nicht ganz so toll, scheint ja doch nicht nur "Eine
Einführung in grundlegende Arbeitstechniken" zu sein; was meinst Du dazu?
Gruß Helmut
> "Dieses Buch ist sehr pedantisch aufgebaut und beschreibt selbst
> allerkleinste Schritte bei der mikrobiologischen Arbeit. Das nervt mit der
> der Dozent ist der Autor diesen Buches. Es ist auf gar keinen Fall etwas
> für Laien, denn es setzt schon einiges Wissen vorraus. In diesem Buch
Da scheint sich der Rezensent wohl nicht ganz einig zu sein, ob jedes Detail
beschrieben wird oder ob man viel Vorwissen braucht...
Grüße,
Till
> Da scheint sich der Rezensent wohl nicht ganz einig zu sein, ob jedes Detail
> beschrieben wird oder ob man viel Vorwissen braucht...
Doch, er hat es nur nicht gut formuliert. Man braucht Vorwissen in der
allgemeinen Mikrobiologie (Theorie), sprich Physiologie und Aufbau der
Bakterien, bzw. Mikroorganismen. Die praktischen Arbeitsschritte sind
sehr ausführlich beschrieben, was auch für Anfänger in der Praxis
hilfreich ist. Insofern sowohl für Anfänger geeignet, als auch für
Fortgeschrittene.
Weniger umfangreich (imo aber auch schlechter, eben deswegen) ist zum
Beispiel "Kultur von Mikroorganismen" von Isaac und Jennings, das es
öfter mal auf ebay und in Discount-Buchläden billig (weniger als 10
Euro) gibt (weiß nicht, ob es noch neu aufgelegt wird, habe es bis
jetzt nur als Restposten gesehen).
Zum Parafilm um Agarplatten: Unter Umständen kann es auch
Kontaminationen verhindern. Ich erinnere mich an einen Altbau, in dem
wir die (Pilz-)Kulturen in der Nähe eines Fensters lagerten (weil der
Brutschrank gerade ungeeignete Temperatur hatte); zwei Tage später war
eine der Platte mit Milben kontaminiert (die allseits gefürchteten,
legendären "Agar"milben ;). Übrigens trotz Parafilm - der war nämlich
nicht ganz perfekt drumgewickelt. Schaden kann's also nix, im
Normalfall sollte es aber unnötig sein.
Gruß, Tobias
habe hier nochmal die drei Kandidaten aufgelistet; vielleicht kann jemand
noch eine Bewertung hinsichtlich der Eignung für Selbermach-Einsteiger
(Grundzüge des mikrobiologischen Arbeitens wie steriles Arbeiten, Nährböden,
selektive Nährböden, Ausstriche, Isolation von Reinkulturen aus
kontaminierten Kulturen usw.), ansonsten werde ich sie mir ansehn, wenn ich
mal in Berlin bin:
- Mikrobiologische Methoden: Eine Einführung in grundlegende
Arbeitstechniken von Eckhard Bast. Erschienen im Spektrum-Verlag.
- Kultur von Mikroorganismen" von Isaac und Jennings
- Mikrobiologisch-Biochemisches Praktikum
Roland Süßmuth, Jürgen Eberspächer, Rainer Haag u. a.
> legendären "Agar"milben ;). Übrigens trotz Parafilm - der war nämlich
> nicht ganz perfekt drumgewickelt. Schaden kann's also nix, im
> Normalfall sollte es aber unnötig sein.
Vorbeugend habe ich bisher Stretchfolie drumgemacht, aber da die Kulturen ja
atmen müssen und manchmal das Wachstum stagniert, frage ich mich, ob das
nicht evt. an der fehlenden Belüftung liegt. Ist zwar eine ganz dünne Folie,
aber immerhin... Danke für Deinen Beitrag und
Gruß Helmut
- Ich besitze alle drei Bücher, für den Einstieg sollte wirklich der
Isaac/Jennings reichen, könnte aber wie gesagt ein Problem werden, den
im klassischen Buchhandel zu begutachten... Der Süßmuth et al. ist
relativ konkret und bietet nur auf 30 Seiten Allgemeines zur
mikrobiologischen Praxis, danach geht's überwiegend an konkrete
Versuche, eignet sich eher praktikumsbegleitend oder für
Hobbyforscher, die keine Ideen haben... Und der Bast ist natürlich die
Bibel in dem Bereich, ist aber in deinem Fall wohl mit Kanonen auf
Spatzen geschossen. Falls der Jennings nicht reichen sollte, kann der
immer noch dazugekauft werden. Ist auch unproblematisch, da ersterer
mit unter 10 Euro wirklich nicht teuer sein sollte.
> Vorbeugend habe ich bisher Stretchfolie drumgemacht, aber da die Kulturen ja
> atmen müssen und manchmal das Wachstum stagniert, frage ich mich, ob das
> nicht evt. an der fehlenden Belüftung liegt. Ist zwar eine ganz dünne Folie,
> aber immerhin... Danke für Deinen Beitrag und
>
Ich glaube nicht, dass bei einer Bebrütung unter einer Woche (länger
wird selten bebrütet) der Sauerstoff begrenzender Faktor wird, zumal
ja auch nie ganz luftdicht verschlossen wird. Aber wie gesagt, falls
die Umgebung halbwegs sauber ist, sollte auch ohne Folie o.ä. nix
passieren. Wäre übrigens schon ein netter Versuch ;-)
Gruß, Tobias
> - Ich besitze alle drei Bücher, für den Einstieg sollte wirklich der
> Isaac/Jennings reichen,
dann werde ich den erstmal ins Auge fassen.
> Und der Bast ist natürlich die
> Bibel in dem Bereich, ist aber in deinem Fall wohl mit Kanonen auf
> Spatzen geschossen.
Also Du meinst, daß der Bast über die genannten, mich interessierenden
Themen weit hinausgeht? Wenn ich nur zehn Prozent des Buches für mich nutzen
kann, wäre dann wirklich hinausgeworfenes Geld; will ja kein Fernstudium
machen.
> Ich glaube nicht, dass bei einer Bebrütung unter einer Woche (länger
> wird selten bebrütet) der Sauerstoff begrenzender Faktor wird, zumal
> ja auch nie ganz luftdicht verschlossen wird.
Eigentlich sollte durch eine so dünne Folie auch einiges durchdiffundieren;
wenn ich Langeweile habe, laß ich mal zwei Ansätze parallel laufen, mit und
ohne Folie. Danke Dir für Deine Hilfe; einen schönen Sonntag wünscht
Helmut