Epigene

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Harald Maedl

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Feb 28, 2007, 8:16:06 PM2/28/07
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Vor kurzem wurde in ARTÉ ein recht reißerische Sendung über Epigene
gebracht. Tenor in Kurzform:
DNA-Sequenzen können durch Substanzen bei Änderungen der
Umwelteinflüsse wie z.B Stress ein- bzw ausgeschaltet werden. Dies sei
dann auch vererbbar, wenn der Umwelteinfluss zur Zeit des Reifens des
Spermiums bzw der Eizelle und selbst beim Fötus besteht.
An sich scheint es ja logisch zu sein, damit zukünftiges Leben sich
schnell, zumindest schneller als durch sonstige Mechanismen der
Vererbung, an neue Lebensbedingungen anpassen kann. Es könnte auch die
schnelle spezifische Anpassung von Leben in stark abgegrenzten
Lebensräumen, wie z.B Inseln, vielleicht besser erklären.

Als Beweis, dass Epigene auch beim Menschen wirksam seien, wurde eine
norwegische, abseits gelegene Dorfgemeinschaft genannt, deren
Krankendaten, Lebensgewohnheiten, Umwelteinflüsse wie Mißernten
Hungersnöte etc sehr gut dokumentiert sein sollen.
Weiterhin wurde Nachkommen von Opfern des Holokaustes untersucht, sowie
Kleinkinder von Überlebenden des Terroranschlages auf das WTC. In
letzeren Gruppen wurden Epigene angeblich anhand von Stresshormonen
nachgewiesen.
Ich habe mich unwillkürlich gefragt, ob das überhaupt repräsentativ
ist. Theoretisch müßte praktisch die gesamte Nachkriegsgeneration in
Europa, alle Menschen, die von Naturkatastrophe betroffen wurden
(Tsunami, Hungersnot etc) einen solchen genetischen "Patscher", also
auch solche Stresshormone haben. Da vermutlich der Großteil der
Erdbevölkerung durch irgendwelche Wirren des Lebens mußte, müßte daher
auch bei einem Großteil der Nachfahren solches feststellbar sein.
Anscheinend ist dem aber nicht so, womit die Argumention bezüglich
Epigene ad absurdum geführt werden würde.
Was ist nun dran an den Epigenen? Gibt es hier jemanden, der das etwas
sachlicher als der ARTE-Beitrag darstellen kann?

Grüße
Harald



Wolfgang Ewert

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Mar 1, 2007, 5:49:12 AM3/1/07
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Harald Maedl wrote:

> Vor kurzem wurde in ARTÉ ein recht reißerische Sendung über Epigene

> gebracht....

> Als Beweis, dass Epigene auch beim Menschen wirksam seien, wurde eine
> norwegische, abseits gelegene Dorfgemeinschaft genannt, deren
> Krankendaten, Lebensgewohnheiten, Umwelteinflüsse wie Mißernten
> Hungersnöte etc sehr gut dokumentiert sein sollen.

...


> Ich habe mich unwillkürlich gefragt, ob das überhaupt repräsentativ
> ist.

Ich habe das als Einstieg in ein (fü die Zeit der Entdeckung) neues
Forschungsteilgebiet verstanden. Zumindest sind dort Phänomene beschrieben,
die mit den bekannten Mechanismen nicht erklärbar sind, oder?

> Theoretisch müßte praktisch die gesamte Nachkriegsgeneration in
> Europa, alle Menschen, die von Naturkatastrophe betroffen wurden
> (Tsunami, Hungersnot etc) einen solchen genetischen "Patscher", also
> auch solche Stresshormone haben. Da vermutlich der Großteil der
> Erdbevölkerung durch irgendwelche Wirren des Lebens mußte, müßte daher
> auch bei einem Großteil der Nachfahren solches feststellbar sein.

Wir sind möglicherweise alle Nachfahren von Menschen, die Katastrophen
überstanden haben, der Rest ist vorher "gegangen".

> Anscheinend ist dem aber nicht so, womit die Argumention bezüglich
> Epigene ad absurdum geführt werden würde.
> Was ist nun dran an den Epigenen?

Nehme an, das ist Forschungsgegenstand.

> Gibt es hier jemanden, der das etwas
> sachlicher als der ARTE-Beitrag darstellen kann?

Die Katastrophiker (wieso fällt mir da der Name Gunnar Heinsohn ein)?

Wolfgang
ergänzend zu Joachims Links
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/228254.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Epigenetik

Wolfgang Ewert

unread,
Mar 1, 2007, 9:40:03 AM3/1/07
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