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Kauftips bei Aufrüstung ( Montierung / Leitrohr )

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Jan Hartlap

unread,
Aug 12, 1999, 3:00:00 AM8/12/99
to
Ich plane, mein Meade LX 50 10" ein wenig aufzurüsten, denn die Optik
scheint mir einwandfrei.
Zunächst bin ich auf der Suche nach einer neuen Montierung, die den Tubus
und ein Leitrohr ohne Probleme trägt.
Ins Auge gefasst hatte ich die Losmandy G11, gibt es dazu noch ( vielleicht
günstigere ) Alternativen ?
Als nächstes steht dann der Kauf eines Leitrohrs für die Fotografie an.
Ich dachte an einen Refraktor mit etwa 70 - 90 mm Öffnung und etwa 0,7 -1 m
Brennweite, den ich mit Leitrohrschellen oben auf den LX50 - Tubus montiere.
Da der Refraktor aber auch als Reisegerät dienen soll, wäre eine kürzere
Bauweise sinnvoll. Was ist da zu empfehlen ?
( Kandidat: Vixen 90M. Sind damit auch fotografisch gute Ergebnisse zu
erzielen ? )
Oder wäre ein Maksutov 100/1000 wie z.B. von Intes sinnvoller. Wie ist deren
Qualität ?

Vielen Dank im voraus

Jan Hartlap
eMail: har...@debitel.net

Michael Mager

unread,
Aug 12, 1999, 3:00:00 AM8/12/99
to
Hallo Jan,

ich hatte mal ein 10" LX5 von Meade. Auf die Dauer war das zu wackelig
und vor allem konnte man keine anderen Optiken benutzen (Gabelmontierung).
Habe mir dann ein CG-11 von Celestron zugelegt (C11 + Losmandy-Montierung
G-11).
Ich kann nur sagen,daß die Montierung einfach gut ist. Sehr stabil, noch gut
transportabel und wirklich gut verarbeitet. Auch die Nachführung war
klasse. Der einzige Nachteil war, daß es keine Möglichkeit der manuellen
Feineinstellung gab, d.h., hattest Du die Achsen festgezogen, konntest Du
feine Richtungsänderungen nur mit der Steuerelektronik machen. Das war kein
Problem, aber manuell geht es manchmal einfach schneller.
Ich glaube aber, daß die neueren Montierungen dieses Feature haben (meine
war von 1992).
Fazit: Wirklich gute Montierung, vor allem, wenn Du auch noch andere
Instrumente nutzt.

Gruß

Michael

Jan Hartlap schrieb:

Axel Martin

unread,
Aug 13, 1999, 3:00:00 AM8/13/99
to
Hallo Jan,

>> Ich plane, mein Meade LX 50 10" ein wenig aufzurüsten, denn die Optik
>> scheint mir einwandfrei.

Die Meade-Optiken sind gar nicht so schlecht, wie immer gesagt wird - die Firma
hat halt "nur" mit den Montierungen so ihre Probleme... :-(

>> Zunächst bin ich auf der Suche nach einer neuen Montierung, die den
>> Tubus und ein Leitrohr ohne Probleme trägt. Ins Auge gefasst hatte
>> ich die Losmandy G11, gibt es dazu noch (vielleicht günstigere)
>> Alternativen ?

Wir haben den Meade 10"er sowie ein Celestron C-8 jeweils auf der Losmandy G-11!

Unser Urteil:

So weit ganz gut ... könnte aber besonders für den 10"er, gerade bei leichten
Windboen, stabiler sein! Da wir unsere Instrumente stationät betreiben kommt
über kurz oder lang für der 10"er sicherlich etwas stabileres.

Prinzipiell kann ich mich allerdings Michaels Meinung anschließen:

> Ich kann nur sagen,daß die Montierung einfach gut ist. Sehr stabil,
> noch gut transportabel und wirklich gut verarbeitet.

Hier ist doch immer das Dilemma - entweder stabiler ODER transportabel, wobei
sowohl stabil als auch transportabel von jedem anders ausgelegt wird! Die
WAM-Montierungen oder die jetzt neu angebotene "Milennium-Mount" sind sicherlich
bei ähnlichem Preis stabiler als die G-11 ... aber noch genauso transportabel?!

> Auch die Nachführung war klasse.

Der periodischer Fehler der G-11 ist für den Kaufpreis ok. Klar, er könnte wie
immer besser sein, aber bei der manuellen Nachführung mit PEC oder bei Einsatz
eines Autoguiders (die ST-4 läuft hervorragend mit der G-11 zusammen) kann man
damit bei f=1600mm (10"er mit Shapley-Linse) "seeing-begrenzt" mit 3" bis 5"
Genauigkeit nachführen!

> Der einzige Nachteil war, daß es keine Möglichkeit der manuellen
> Feineinstellung gab, d.h., hattest Du die Achsen festgezogen, konntest
> Du feine Richtungsänderungen nur mit der Steuerelektronik machen. Das
> war kein Problem, aber manuell geht es manchmal einfach schneller.

Es kommt darauf an, was man mit der Montierung macht... Wenn Du mit großen
Bildfeldern Fotografieren oder vielleicht nur visuell beobachten willst, ist
eine manuelle Feinbewegung (z.B. über biegsame Wellen) sicherlich von Vorteil.
Willst Du, wie wir, mit besonders kleinem Bildfeld (CCD) fotografieren ist die
Verstellung über die Steuerung genau richtig! Mit schnelleren
Verstellgeschwindigkeiten ist man dann nämlich viel zu schnell "am Ziel
vorbeigelaufen"!

> Ich glaube aber, daß die neueren Montierungen dieses Feature haben
> (meine war von 1992).

Kann ich nicht sagen, unsere sind von 1995 und von 1991.

>> Als nächstes steht dann der Kauf eines Leitrohrs für die Fotografie
>> an. Ich dachte an einen Refraktor mit etwa 70 - 90 mm Öffnung und
>> etwa 0,7 -1 m Brennweite, den ich mit Leitrohrschellen oben auf den
>> LX50 - Tubus montiere.

Ich würde ein SCT immer nur off-axis Nachführen! Das Problem wurde hier im
Rahmen des Themas "Spiegel-Shifting" schon öfters von mir angesprochen... Schau
mal im Archiv dieser Newsgroup nach.

> Da der Refraktor aber auch als Reisegerät dienen soll, wäre eine

> kürzere Bauweise sinnvoll. Was ist da zu empfehlen? (Kandidat: Vixen


> 90M. Sind damit auch fotografisch gute Ergebnisse zu erzielen?)

Nettes Teleskop für Mond und Planeten - auch fotografisch! Ich hatte mal eins
von einem Freund für einige Wochen geliehen...

Parallel zum 10"er ist er für die G-11 aber IMHO zu groß und schwer! Wir haben
einen alten Vixen 80S als "etwas größeren Sucher" parallel zum 10"er montiert.
Das trägt die G-11 noch ganz gut...

> Oder wäre ein Maksutov 100/1000 wie z.B. von Intes sinnvoller. Wie ist
> deren Qualität?

Ein zweites Spiegelteleskop als Leitfernrohr - hier shiften die Spiegel
wahrscheinlich völlig unterschiedlich, so daß an scharfe Fotos überhaupt nicht
zu denken ist...

Die Optik der "Russentönnchen" an sich ist eigentlich ganz gut! Ich habe selbst
eins, benutze es aber weniger für die Astrofotografie, da die Belichtungszeiten
bei Blende 10 doch etwas unhandlich lang werden, wenn man unter dunklem Himmel
bis "an die Grenze des Möglichen gehen will"! Hier benutze ich lieber ein
300/F4,5 mit 60 Minuten Belichtungszeit auf 400-ASA-Film.

Als "etwas größeres Tele" für die Tier- und Landschaftsfotografie ist es aber
ganz gut - man muß aber gerade bei Aufnahmen aus großen Distanzen schon stark
aufpassen, daß einem das Seeing tagsüber keinen Strich durch die Rechnung macht
- ein paar Strauße in der Namib waren aus ca. 50m Distanz formatfüllend auf dem
Foto, wenn auch etas verschwommen... :-(

Bis dann,
-Axel
--
--------------------------------------------
Turtle Star Observatory
c/o Axel Martin
Friedhofstr. 15
D-45478 Mülheim-Ruhr

Tel: ++49 - 208 - 5 51 51

http://www.bph.ruhr-uni-bochum.de/~axelm/tso
--------------------------------------------

Jan Hartlap

unread,
Aug 13, 1999, 3:00:00 AM8/13/99
to
Erst mal vielen Dank für die Antworten !

| So weit ganz gut ... könnte aber besonders für den 10"er, gerade bei
leichten
| Windboen, stabiler sein! Da wir unsere Instrumente stationät betreiben
kommt
| über kurz oder lang für der 10"er sicherlich etwas stabileres.

| Hier ist doch immer das Dilemma - entweder stabiler ODER transportabel,
wobei
| sowohl stabil als auch transportabel von jedem anders ausgelegt wird! Die
| WAM-Montierungen oder die jetzt neu angebotene "Milennium-Mount" sind
sicherlich
| bei ähnlichem Preis stabiler als die G-11 ... aber noch genauso
transportabel?!


Ich habe mich ein wenig für die WAM - Montierungen interessiert und bin auf
die WAM 300 bzw. 450 aufmerksam geworden.
AOK gibt an, die 300er könne ein C14 tragen, allerdings ohne Zusatzgeräte.
Sie scheint mir zumindest augenscheinlich bei etwa gleichem Preis stabiler
als die G11 zu sein, und auch die Elektronik scheint gleichwertig, wenn
nicht sogar umfangreicher. Wer hat damit Erfahrung ? Trägt sie den 10"er mit
einem 100mm - Maksutov, oder ist die schwerere 450er eine bessere Wahl ? Wie
sieht es mit der Transportabilität vor allem der letzteren aus ?

Bis bald

--
Jan Hartlap
eMail: har...@debitel.net

Markus Emmerich

unread,
Aug 14, 1999, 3:00:00 AM8/14/99
to
Hallo,

Ich habe mir vor drei Tagen die Gemini 40 Montierung geholt.

-Tragkraft ca. 35-40 kg, 55mm Stahlachsen
-Montierungskörper aus stranggeprestem Stahl
-Gewicht 30 kg
-Nachführung in beiden Achsen mit Schrittmotoren im Mikroschrittbetrieb
-Geschwindigkeiten sind +/- 15%, 2x, 4x, 8x, 16x, 32x,64x,
CCD-Autoguideranschluß
-Stromaufnahme 12V, 2,5A
-Bronzeschneckenrad ( 220mm Durchmesser ) mit Federstahlschneckenwelle
-Die Motoren sitzen ohne Getriebe an der Schnecke, so das kein toter
Gang
entsteht
periodischer Fehler ( laut Angaben ) +/- 2.5 Bogensekunden
-GoTo-Steuerung ist bereits erhältlich ( bis jetzt jedoch nur ohne RS
232
Anschluß )

-Preis 5870 DM ( von dem Betrag sind 2 % Skonto abgezogen )

Da ich die Montierung noch nicht auf der Betonseule befestigt habe, kann
ich
noch keine praktischen Erfahrungen weitergeben. Allerdings ist die
Stabilität
wirklich beeindruckend. Im direckten Vergleich ( bei APM Ludes )
erschien mir
die Gemini schwinnungsärmer wie die Lichtenknecker M 100 B.

Ich hoffe, das ich jetzt am Wochenende die Montierung zum ersten mal am
Himmel
testen kann.

Clear skies
Markus

--
The Squirrel Observatory
http://www.german-navy.de/astro.htm

x

unread,
Aug 16, 1999, 3:00:00 AM8/16/99
to
Hallo,

> Ich habe mir vor drei Tagen die Gemini 40 Montierung geholt.
>
> -Tragkraft ca. 35-40 kg, 55mm Stahlachsen

> -Montierungskrper aus stranggeprestem Stahl
> -Gewicht 30 kg
> -Nachfhrung in beiden Achsen mit Schrittmotoren im Mikroschrittbetrieb


> -Geschwindigkeiten sind +/- 15%, 2x, 4x, 8x, 16x, 32x,64x,
> CCD-Autoguideranschlu

> -Stromaufnahme 12V, 2,5A
> -Bronzeschneckenrad ( 220mm Durchmesser ) mit Federstahlschneckenwelle
> -Die Motoren sitzen ohne Getriebe an der Schnecke, so das kein toter
> Gang
> entsteht
> periodischer Fehler ( laut Angaben ) +/- 2.5 Bogensekunden

> -GoTo-Steuerung ist bereits erhltlich ( bis jetzt jedoch nur ohne RS
> 232
> Anschlu )


>
> -Preis 5870 DM ( von dem Betrag sind 2 % Skonto abgezogen )
>
> Da ich die Montierung noch nicht auf der Betonseule befestigt habe, kann
> ich
> noch keine praktischen Erfahrungen weitergeben. Allerdings ist die

> Stabilitt


> wirklich beeindruckend. Im direckten Vergleich ( bei APM Ludes )
> erschien mir

> die Gemini schwinnungsrmer wie die Lichtenknecker M 100 B.


>
> Ich hoffe, das ich jetzt am Wochenende die Montierung zum ersten mal am
> Himmel
> testen kann.

Die Ergebnisse hierzu wuerden mich auch interessieren!!!
Ich hab' mir naemlich (ebenfalls von APM Markus Ludes) die selbe Montierung
mitgenommen, allerdings das Vorgaengermodell und bin bis jetzt noch nicht
dazugekommen mal einen Belastungstest zu machen.
Allerdings hab' ich ein paar Sachen gefunden die mir an der Montierung
nicht so gefallen (z.B. Daempfung der Schrittmotorvibrationen mit
Gummischlaeuchen, Betriebsgeraeusch der Schrittmotoren, Korrosionsschutz
etc.) und bin natuerlich an Berichten von anderen Besitzern interessiert,
die vielleicht das eine oder andere Detail selbst verbessert haben.
Der periodische Fehler wurde uebrigens in meiner Beschreibung noch mit +/-
5 Bogensekunden angegeben.
Aber alles in allem macht die Montierung fuer diesen Preis einen recht
ordentlichen Eindruck und 220 mm Schneckenraeder findet man ansonsten erst
bei "unbezahlbaren" Montierungen (AstroPhysics etc.).

Ciao Werner

gr...@biochem.mpg.de

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