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wasserdichte Fluchttüren mit Brandschutzanspruch...

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alexandra

unread,
Jun 13, 2002, 4:40:11 PM6/13/02
to
Hallo zusammen.
Sitze gerade an der 50stel-Planung eines Cafes mit Knackpunkt
Fluchttüren. Das Objekt steht am Rhein und wird zwangsläufig ab und zu
mal 'fussnass' (Untergeschoss). Habe dementsprechend das UG in WU35
mit Kerndämmung /(hydrophob) und Vorsatzschale Sichtbeton vorgesehen.

Mein Problem sind jetzt aber die Fenster und Türen. Ich weiß von
einem Büroneubau in Düsseldorf (?), wo ein Architekt ein Büro mit
Blick _in_ den Bach realisiert hat. Leider finde ich keine Literatur,
wie man sowas wirklich dicht bekommt. Verpressen? Was ist mit den
entstehenden Drücken oder Sogen durch Wassersäule und
Fließgeschwindigkeit?!
Für die beiden Außentüren habe ich überlegt, ob ich da nicht etwas aus
der Bottsbauerecke nehmen soll. Auch hier ist wieder die Frage, wie
kann man so eine Tür im Anschlussbereich an die Wand fugendicht
bekommen?! Weiteres Problem bei einer der Türen ist, dass sie als
Abschluss zwischen zwei unterschiedlichen Brandabschnitten zugelassen
sein muss (Anlieferung durch Tiefgarage).

Hat jemand Ideen oder Netzadressen? Danke vorab!

-Alexandra-


Udo Forstmann

unread,
Jun 14, 2002, 3:11:03 AM6/14/02
to
On Thu, 13 Jun 2002 22:40:11 +0200, alexandra <ale...@gmx.com> wrote:

>Hallo zusammen.
>Sitze gerade an der 50stel-Planung eines Cafes mit Knackpunkt
>Fluchttüren. Das Objekt steht am Rhein und wird zwangsläufig ab und zu
>mal 'fussnass' (Untergeschoss). Habe dementsprechend das UG in WU35
>mit Kerndämmung /(hydrophob) und Vorsatzschale Sichtbeton vorgesehen.

hydrophob klingt nach imprägnierter Mineralwolle, die ist wohl nicht
geeignet richtig in's Wasser getaucht zu werden. Ich empfehle im
Sockelbereich extrudiertes Polystyrol oder, wenn bezahlbar,
Schaumglas. Letzteres würde auch ohne Hinterlüftung funktionieren, ein
Vorteil, denn wo kein Schlamm hereinläuft muß er auch nicht wieder
herausgeholt werden..


> Mein Problem sind jetzt aber die Fenster und Türen. Ich weiß von
>einem Büroneubau in Düsseldorf (?), wo ein Architekt ein Büro mit
>Blick _in_ den Bach realisiert hat. Leider finde ich keine Literatur,
>wie man sowas wirklich dicht bekommt. Verpressen? Was ist mit den
>entstehenden Drücken oder Sogen durch Wassersäule und
>Fließgeschwindigkeit?!

das fällt wohl eher unter Aquariumbau, keine Ahnung.
Türen wird er da wohl nicht drin haben ;-)

>Für die beiden Außentüren habe ich überlegt, ob ich da nicht etwas aus
>der Bottsbauerecke nehmen soll. Auch hier ist wieder die Frage, wie
>kann man so eine Tür im Anschlussbereich an die Wand fugendicht
>bekommen?! Weiteres Problem bei einer der Türen ist, dass sie als
>Abschluss zwischen zwei unterschiedlichen Brandabschnitten zugelassen
>sein muss (Anlieferung durch Tiefgarage).

Vergiß es, ich kann mir nicht vorstellen, eine alltagstaugliche Tür
Wasserdicht zu bekommen.

Problem ist weniger der Wandanschluß, als der Türfalz und besonders
die Schwelle. Außerdem sind Glasfalzentlüftung und -entwässerung
notwendig usw.

Türen im Bootsbau sind entweder auch nicht ganz dicht oder sie haben
Schwellen mit Anschlagdichtungen mehrere Zuhaltungen und eher die
Anmutung von Revisionsklappen.

Eine F90-Zulassung wird es für so etwas ohnehin nicht geben.

>
>Hat jemand Ideen oder Netzadressen? Danke vorab!

Ich würde die Abdichtung von der Tür trennen und eine
Dichtfläche vorbereiten, in die bei Hochwassergefahr ein Paneel oder
Blech mit Dichtung eingesetzt werden kann.

Gruß, Udo

Klaus Horstmann

unread,
Jun 14, 2002, 3:16:10 AM6/14/02
to
Hi Alexandra,

On Thu, 13 Jun 2002 22:40:11 +0200, alexandra <ale...@gmx.com> wrote:

>Hallo zusammen.
>Sitze gerade an der 50stel-Planung eines Cafes mit Knackpunkt
>Fluchttüren. Das Objekt steht am Rhein und wird zwangsläufig ab und zu
>mal 'fussnass' (Untergeschoss). Habe dementsprechend das UG in WU35
>mit Kerndämmung /(hydrophob) und Vorsatzschale Sichtbeton vorgesehen.
>
> Mein Problem sind jetzt aber die Fenster und Türen. Ich weiß von
>einem Büroneubau in Düsseldorf (?), wo ein Architekt ein Büro mit
>Blick _in_ den Bach realisiert hat. Leider finde ich keine Literatur,
>wie man sowas wirklich dicht bekommt. Verpressen? Was ist mit den
>entstehenden Drücken oder Sogen durch Wassersäule und
>Fließgeschwindigkeit?!
>Für die beiden Außentüren habe ich überlegt, ob ich da nicht etwas aus
>der Bottsbauerecke nehmen soll. Auch hier ist wieder die Frage, wie
>kann man so eine Tür im Anschlussbereich an die Wand fugendicht
>bekommen?!

Da gibt's fertige Systeme auf dem Markt, du mußt also nicht in die
Schiffbau-Abteilung wechseln. Leider habe ich derzeit keine Hersteller
parat, aber alles was hier im Hamburger Hafenbereich gebaut wird steht
häufig genug vor der Flutschutzlinie und wird dementsprechend mehrmals
im Jahr umspült :-) Das betrifft auch die hier neu geplante,
gigantische Hafen-City.
Diese Türen nennen sich Flutschutz-Tür /-Tore, und da würde ich mal an
deiner Stelle gezielt hier im Bereich Hamburg suchen. Falls ich was
finde, melde ich mich bei Dir, gebaut hat soetwas in den letzten
Jahren u.a. das Büro Schweger + Partner, sowie gmp, brt u.a.
Stichworte für Bauten mit Flutschutzeinrichtungen sind "Hanseatic
Trade Center" auch HTC genannt, sowie der Seniorenwohnsitz Augustinum,
"Perlenkette Neumühlen".

> Weiteres Problem bei einer der Türen ist, dass sie als
>Abschluss zwischen zwei unterschiedlichen Brandabschnitten zugelassen
>sein muss (Anlieferung durch Tiefgarage).
>

Oha - das könnte in der Tat problematisch werden, sollte sich aber im
Zusammenhang mit obigem Problem auch klären lassen.

Gruß von der Elbe
Klaus

Uwe Hercksen

unread,
Jun 14, 2002, 4:18:07 AM6/14/02
to

alexandra schrieb:

>
> Sitze gerade an der 50stel-Planung eines Cafes mit Knackpunkt
> Fluchttüren. Das Objekt steht am Rhein und wird zwangsläufig ab und zu
> mal 'fussnass' (Untergeschoss). Habe dementsprechend das UG in WU35
> mit Kerndämmung /(hydrophob) und Vorsatzschale Sichtbeton vorgesehen.

Hallo,

leider hat sich bei den letzten Überschwemmungen gezeigt das
man eine Tür nicht gegen den Druck von draussen stehendem
Wasser öffnen kann.
Eine Fluchttüre soll doch nach aussen aufgehen, wenn nun
aussen 50 cm Wasser steht, wie soll da jemand noch die Tür
aufkriegen?

Bye

Werner Reimann

unread,
Jun 14, 2002, 4:55:06 AM6/14/02
to
Uwe Hercksen <Herc...@mew.uni-erlangen.de> wrote:


>leider hat sich bei den letzten Überschwemmungen gezeigt das
>man eine Tür nicht gegen den Druck von draussen stehendem
>Wasser öffnen kann.
>Eine Fluchttüre soll doch nach aussen aufgehen, wenn nun
>aussen 50 cm Wasser steht, wie soll da jemand noch die Tür
>aufkriegen?
>

Nach inne öffnen lassen - dann wird das Feuer gleich mitgelöscht :-)
Oder wie beim Mercedes SL nach oben.


viele Grüße
Werner

--
__________________________________________________________
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Igor Lück

unread,
Jun 14, 2002, 6:17:56 AM6/14/02
to

"Uwe Hercksen" <Herc...@mew.uni-erlangen.de> schrieb:

> Hallo,
>
> leider hat sich bei den letzten Überschwemmungen gezeigt das
> man eine Tür nicht gegen den Druck von draussen stehendem
> Wasser öffnen kann.
> Eine Fluchttüre soll doch nach aussen aufgehen, wenn nun
> aussen 50 cm Wasser steht, wie soll da jemand noch die Tür
> aufkriegen?
>
> Bye

Ich denke dann kannst Du für den Zeitraum einer Überschwemmung die Fluchttür einfach vergessen.
Fluchtwege dürfen ja nicht verstellt sein. Bei einer Überflutung hast Du dann einfach keinen Fluchtweg. Ich würde den Teufel tun die
Tür nach innen aufgehen lassen. Die krigst Du nie Dicht (Wasserdruck)! Wenn sie nach aussen aufgeht wird sie vom Wasserdruck in die
Dichtung geresst -> Dicht. Wenn über 1m oder mehr Wasser da draußen sind würdest Du auch ersaufen, oder spätestens von der dann
starken Strömung weggezogen werden. Da hast Du dann ja auch keinen Fluchtweg. Notfalls mußt Du den Raum dann wärend der
Überflutungszeit sperren / stilllegen wenn Du keinen weiteren Fluchtweg stellen kannst.

In Düsseldorf sind auch an der Rheinpromenade einiges an Gastronomie untergebracht was bei Hochwasser regelmäßig überflutet wird.
Ich denke da so an Eisdiele Mövenpick, die Kneipe gegenüber am Durchgang zum "alten Hafen" und die Biergärten. Die sind dann bei
Hochwasser einfach geschlossen.

Ciao Igor

Klaus Horstmann

unread,
Jun 14, 2002, 7:05:35 AM6/14/02
to
Hi Uwe,

Das ist richtig, deswegen werden hier in HH bei Bauten im
überflutungsgefährdeten Bereich (vor der Deichschutzlinie) auch davon
unabhängige Rettungswege verlangt, die auch bei Hochwasser nutzbar
sind. Dies wird hier teils mit permanenten Stegen erreicht, teils aber
auch über Fluchttunnel, die zum nahen Elbhang führen.
Wie's am Rhein ausschaut mit solchen Maßnahmen, kann ich natürlich
nicht sagen. Was ich so an Fernsehberichten von Überschwemmungen
gesehen habe, schaut das für mich immer irgendwie nach improvisierten
Lösungen aus, ist aber sicher auch eine etwas andere Situation als
hier an der Elbe.

Gruß aus Hamburg
Klaus

alexandra

unread,
Jun 16, 2002, 7:49:06 AM6/16/02
to
On 14 Jun 2002 10:55:06 +0200, Werner Reimann
<werner....@laufenberg.com> wrote:

(schnipp)


>>Eine Fluchttüre soll doch nach aussen aufgehen, wenn nun
>>aussen 50 cm Wasser steht, wie soll da jemand noch die Tür
>>aufkriegen?
>>
>Nach inne öffnen lassen - dann wird das Feuer gleich mitgelöscht :-)
>Oder wie beim Mercedes SL nach oben.
>
>
>viele Grüße
>Werner

anders herum könnte man ja auch auf das Toppen des
Jahrhunderthochwassers hoffen und dann zusehen, wie das ganze Café
dann von oben langsam mit der Schmuddelbrühe gefüllt wird. Fraglich,
ob _dann_ noch jemand die Fluchttüre - nach außen öffnend! - benutzen
möchte.... ;)

rätselnd
Alexandra

nino

unread,
Jun 16, 2002, 8:35:07 AM6/16/02
to
On Thu, 13 Jun 2002 22:40:11 +0200, alexandra <ale...@gmx.com> wrote:

Hi Alexandra,

ich würde den Flutungsschutz total von der Türe trennen. Das
Rheinhochwasser kommt nur meist einmal jährlich.

Dazu würde ich außenseitig der Türe eine U-Schine aus
Edelstahl bis Fluthöhe max. einbauen lassen, also an dernseitlichen
Laibungen und unten (dort Rostabdeckung).

Bei Hochwasser werden dann Dielen mit seitlicher/etc. Gummidichtung
eingeschoben. Hinter dieser Absperrung (auch unter dem
Gitterrost) eine Vertiefung - um event. durch undichte Fugen
eintropfendes Wasser abpumpen zu können (einfache Teichpumpe).

Alles andere erscheint mir nicht funktionabel und
zu teuer


Je vous prie de croire, Monsieur/Madame, à l'assurance
de mes sentiments distingués et dévoués.

Tobias

Klaus Horstmann

unread,
Jun 17, 2002, 5:12:44 AM6/17/02
to
Hi Alexandra,

On Thu, 13 Jun 2002 22:40:11 +0200, alexandra <ale...@gmx.com> wrote:

>
>Hat jemand Ideen oder Netzadressen? Danke vorab!
>

So, nun ich nochmal. War am Wochenende noch mal im Hafenbereich
unterwegens, leider haben die dort verbauten Flutschutzanlagen keine
Herstellerplaketten o.ä.
Nun bin ich aber, Google sei dank, doch etwas fündig geworden :-)

Schau doch mal bei:

http://www.buthmann.de

Ist nicht sonderlich schön die Seite, aber die Firma hat als
Metallbauer größere Sachen im Hafenbereich gemacht (HTC).

Gruß aus Hamburg
Klaus

alexandra

unread,
Jun 18, 2002, 3:25:08 PM6/18/02
to

hallo Klaus,
danke erst mal, dass Du an Deinem WE an meine Kniffelprobleme gedacht
hast... : )
die von Dir angegebene Seite hatte ich auch schon mal angesurft, aber
wieder weggeklickt, weil ich auf Suche nach einer standardisierten
Lösung Marke Hörmann-Tore o. dergl. bin/war und eigentlich nicht
vorhatte, mir eine Sonderkonstruktion eines Ingenieurbüros
unterbreiten zu lassen.

Vielleicht sollte ich der Einfachheit halber doch auf ninos Idee
zurück greifen, indem ich den primären Flutschutz _vor_ die Tür
bringe... auch wenn ich diese Möglichkeit jetzt nicht so berauschend
finde.
Mal sehen...
Dank euch trotzdem!

Alexandra

Klaus Horstmann

unread,
Jun 19, 2002, 5:17:24 AM6/19/02
to
Hi Alexandra,

On Tue, 18 Jun 2002 21:25:08 +0200, alexandra <ale...@gmx.com> wrote:

>hallo Klaus,
>danke erst mal, dass Du an Deinem WE an meine Kniffelprobleme gedacht
>hast... : )
>die von Dir angegebene Seite hatte ich auch schon mal angesurft, aber
>wieder weggeklickt, weil ich auf Suche nach einer standardisierten
>Lösung Marke Hörmann-Tore o. dergl. bin/war und eigentlich nicht
>vorhatte, mir eine Sonderkonstruktion eines Ingenieurbüros
>unterbreiten zu lassen.

Auch die Tore-Hersteller bauen ja nicht "so" standartisiert, die
Konstruktion ja, aber auf jeden konkreten Fall immer individuell
angepaßt. Hörmann - klar, da hast Du natürlich recht, die sind
eigentlich eine Behörde (oberste Baubehörde?) und da hat der Architekt
gefälligst das zu tun, was der Tore-Hersteller sagt ;-)

Ich denke mal, daß die im konkreten Fall hier schon für Flutschutz
entsprechende Systeme haben, aber klar, gefertigt wird dann
entsprechend den örtlichen Gegebenheiten. Ist ja aber auch bei jedem
Fenster, etc. so. Anfragen würde ich allemal.

>Vielleicht sollte ich der Einfachheit halber doch auf ninos Idee
>zurück greifen, indem ich den primären Flutschutz _vor_ die Tür
>bringe... auch wenn ich diese Möglichkeit jetzt nicht so berauschend
>finde.

Flutschutztüren sind immer vor der eigentlichen Tür, habe ich wohl bei
Tobias leider überlesen - mal wieder völlig nachlessig bei der Sache
ich ;-)

Ein Beispielfoto aus Hamburg, wenn auch nicht gerade das "schönste"
Objekt findest Du unter:

http://home.snafu.de/wmeinhart/fpix/hafenrand.html

alexandra

unread,
Jun 19, 2002, 12:33:46 PM6/19/02
to
On Wed, 19 Jun 2002 09:17:24 GMT, k.hor...@profimail.de (Klaus
Horstmann) wrote:

>Hi Alexandra,
>
>On Tue, 18 Jun 2002 21:25:08 +0200, alexandra <ale...@gmx.com> wrote:
>

(schnipp)


>
>Ein Beispielfoto aus Hamburg, wenn auch nicht gerade das "schönste"
>Objekt findest Du unter:
>
>http://home.snafu.de/wmeinhart/fpix/hafenrand.html
>
>Gruß von der Elbe
>Klaus
>

Danke!!!
Ein Bild sagt eben mehr als Worte... : )

Habe vielleicht etwas zu sehr an die Bootstüren (oder eher
U-Boot-Türen) gedacht, dass ich nicht mal ansatzweise auf die Idee
gekommen bin, dass man die Funktionen vielleicht auch trennen
könnte... naja - so sind se halt...

Gruß vom Rhein

Alexandra

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