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Weisse Wanne umlaufend verpresst und erneut undicht

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chris schultz

unread,
Aug 2, 2002, 3:27:41 AM8/2/02
to
Hallo,
ein befreundetes Ehepaar hat ein Reihenendhaus mit einem Keller bauen
lassen, der in Form einer "echten Weissen Wanne" ausgeführt wurde,
also zwei Betonschalen, gefüllt mit Beton auf einer Hauszeilen-(ca. 4
Häuser)umfassenden Bodenplatte, nur tlw um Erdbodenhöhe mit Bitumen
versiegelt. Die Hauszwischenwände sind aus Kalksandstein. Es existiert
keine Drainage, der umgebende Boden ist extrem Lehmhaltig.

Der Bauträger hat gleich zum Einbau bereits in jedes Haus eine
umlaufende Schlauchverbindung in Knöchelhöhe eingebracht. Er ahnte
wohl warum, denn nach einigen Wochen stellte sich der Keller äußerst
durchnässt vor... Das Verpressen dieses sowie weiterer nachträglicher
Bohrlöcher in den Wänden brachte nur jeweils einige Wochen Ruhe bis
zum nächsten Leck...

Nun, nach schweren Regenfällen, tauchen neben obligaten, bereits
verpressten und erneut Leckgeschlagenen Stellen auch Feuchte Wandteile
in etwa Kniehöhe sowie einige Feuchte Flecken mittig im Raum auf dem
(Kellerfussboden-)Estrich auf ! Letztere sind angeblich durch Wandern
des Niederschlagswassers unter dem Estrich entstanden und deuten
angeblich nicht auf eine defekte Bodenplatte...
Es wird Bauträgerseits vermutet, dass ein Großteil der Feuchtigkeit
Kondenswasser sei...

Was ist davon zu halten ?

Chris

Adrian Herrmann

unread,
Aug 2, 2002, 4:29:45 AM8/2/02
to
Hallo,
es gibt keine gefälschten weiße Wannen! Eine weiße Wanne besteht aus einer
Betonbodenplatte und Betonwänden, die alle in WU-Qualität
(wasserundurchlässiger Beton) hergestellt werden müssen. Zu dem kompletten
System gehört zur Rissebeschränkung eine entsprechend ausgelegte Bewehrung,
geeignete Bauteilanschlüsse z.B. Bodenplatte zur Wand und passend zum System
ausgebildete Wandeinführungen.

Damit das wasserdicht ist, muß das auch umlaufend gemacht werden, d.h. wenn
zwischen den Reihenhäusern Kalksandsteine eingesetzt wurden und in diesen
zwischenraum Wasser eindringen kann ist das nicht dicht. Wenn hier ein
Bauträger die Finger im Spiel hatte, kann man meist keine ausreichende
Sachkunde unterstellen.

Man sollte erst mal prüfen was da überhaupt gebaut werden sollte, also bo
die weiße Wanne gefordert war und wie in welcher Form Wasser ansteht. Die
häufigsten Fehlerquellen sind.

1. ungeeignete Wand- oder Bodendurchführungen
Die asuführende Firma hat PVC-Rohre einfach in Beton eingegossen oder
eingemauert. Das wird nicht dicht, dort muß ein Hüllrohr mit geeigneter
Dichtung, die vor allem gegen ein Gußrohr dichtet eingebaut sein.
2. Die Bauteilanschlüsse meist Boden / aufgehende Wand ist nicht korrekt
ausgeführt
Die Fehlerquellen sind hier sehr vielseitig: Oft werden Fugenbänder,
Verpreßschläuche u.dgl. schon falsch eingebaut, solche Stellen würden sich
aber nachverpressen lassen. Der Wandbeton wurde nicht richtig verdichtet
oder kaputtgerüttelt, dadurch können entweder Lunker im Beton entstehen oder
sogenannte Kiesnester, die eben kein Beton sind sondern Kies oder Schotter
mit etwas Zementleim. Sowas ist natürlich nicht dicht, zumal diese Fehler
meistens noch an den Anschlüssen Boden/Wand auftreten. Diese Fehler sind
durch verpressen nur bedingt zu beseititgen. Ein weiterer beliebter Punkt
ist der Einsatz von Fertigteilwänden oder Hohlkammerwänden. Diese
Konstruktionen gibt es zwar auch als zugelassene wasserdichte Ausführung,
ich kenne aber kein Beispiel wo das funktioniert hat. Wenn hier die
Anschlüsse oder beim Betoneinbringen nur das geringste passiert ist die
Funktion nicht mehr zu gewährleisten. Das Einbringen von Beton in
Hohlkammerwände ist schon eine Zumutung, es müßte immer ein Schüttrohr
eingefädelt werden, was kein Mensch macht. Undichte Stellen an Fertigteilen
sind immer die Stoßfugen.
3. Die Bodenplatte wurde nicht ins System einbezogen
4. Der ausführende betrachtet den WU-Zuschlag im Beton oder den Einsatz
eines B35 als ausreichendes Kriterium zur Ausbildung einer weißen Wanne.

Es darf auch nicht verschwiegen werden, daß Keller sehr viel länger brauchen
zum Austrocktnen. Gerade bei den Bauträgern ist nie Zeit zwischen den
Arbeitsgängen, daß Estrich oder Putz ausreichend austrocknen können. Ist der
Keller nicht als Wohnraum gedacht, hat er auch keine Dämmung und das
anstehende Gelände hat auch im Sommer nicht mehr als 12 Grad. Kannt die
Außenluft oder auch die Luft des Wohnraumes in diese Räume eindringen hat
die eine Luftfeuchte die vielleicht im Wohnzimmer nicht mehr als 40% hat
aber an der Kellerwand die 100% locker überschreitet. Um das auszuschließen
sollten erst mal Trocknungsgeräte eingesetzt werden.

Gruß
Adrian Herrmann


Klaus Klabisch

unread,
Aug 2, 2002, 5:33:31 AM8/2/02
to
"chris schultz" <christian...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:9c5ace9a.02080...@posting.google.com

>
> , der in Form einer "echten Weissen Wanne" ausgeführt wurde,

Wenn hier von einer "echten" weißen Wanne die Rede ist, müsste es zur
Unterscheidung ja eigentlich auch eine "unechte" geben; eine solche ist
jedoch Nonsens.

> also zwei Betonschalen, gefüllt mit Beton

Es ist durchaus möglich, eine funktionsfähige Wannenausbildung auch mit
so genannten Hohlwänden sicher zu stellen; jedoch ist dies nicht ganz
unproblematisch aufgrund der nur schwierig einzubringenden zusätzl.
Armierungen (Rissbreitenbeschränkung) und der nur schlecht zugänglichen
Anschlussausbildung zwischen Bodenplatte und aufgehender Außenwand.
Aber es geht grundsätzlich auch mit solchen vorgefertigten
Wandelementen und auch ich habe schon (wenn auch höchst ungern) einige
solcher Wannen (erfolgreich) ausführen lassen.

> auf einer Hauszeilen-(ca. 4 Häuser)umfassenden Bodenplatte, nur tlw
> um Erdbodenhöhe mit Bitumen versiegelt.

Unter "mit Bitumen versiegelt" verstehe ich jetzt eine außenseitig
aufgespachtelte zusätzliche Dichtungsmasse auf Bitumenbasis (ca 4 mm
stark) zur rissüberbrückenden Abdichtung der Plattenstöße und der
BoPla/Wand-Anschlussfuge. So etwas wäre durchaus angebracht.
Jedoch ein evtl. einfacher Kaltbitumen-Anstrich wäre hier pure
Augenwischerei.

> Die Hauszwischenwände sind aus Kalksandstein.

Die Innenwände haben aber doch nichts mit der Wanne zu schaffen.

> Es existiert keine Drainage,

Eine Dränage ist auch absolut kein Ersatz für eine (druck-)
wasserdichte Wannenausbildung; Dränagen sind vorzusehen für die
Ableitung von Oberflächenwasser und Trockenlegung feuchter Wiesen. Zur
ständigen Grundwasser-Haltung sind sie absolut ungeeignet und erzwingen
(inzwischen fast überall in D.) extrem hohe Unterhaltungskosten
(genannt Wassereinleitungsgebühren).

> der umgebende Boden ist extrem Lehmhaltig.

Für die Verfüllung der Baugrube ist ein stark bindiger (Lehm-) Boden m.
E. optimal geeignet, da ein solcher die Ableitung von angestautem
Niederschlagwasser verhindert und auch den weiteren Einzug von
Grundwasser minimiert.

> Der Bauträger hat gleich zum Einbau bereits in jedes Haus eine
> umlaufende Schlauchverbindung in Knöchelhöhe eingebracht.

Das Einlegen so genannter Verpressschläuche an kritischen Stellen wie
Übergänge und Arbeitsfugen ist Stand der Technik.

> Er ahnte wohl warum, denn nach einigen Wochen stellte sich der Keller
> äußerst durchnässt vor...

Ja, ein Bauunternehmer ohne spezielle Erfahrungen stellt sich im Falle
einer Falles leider all zu oft als regelrecht "ahnungslos" heraus.

> Das Verpressen dieses sowie weiterer nachträglicher
> Bohrlöcher in den Wänden brachte nur jeweils einige Wochen Ruhe bis
> zum nächsten Leck...

So ist es halt leider: Es macht nur Sinn dort zu verpressen, wo sich
eben die durchlässigen Stellen auch wirklich zeigen und solange der
Bauunternehmer seiner diesbezüglichen Verpflichtung auch regelmäßig und
unverzüglich nachkommt, ist doch auch absolut nichts dagegen zu sagen.

Und aus der Erfahrung kann ich zur Beruhigung auch beitragen,
dass -nach der erfolgreichen Verpressung aller diesbezüglichen
Undichtigkeiten- selten noch etwas nachkommt und eigentlich auch keine
späteren Gewährleistungsprobleme mehr zu erwarten sind.

> Nun, nach schweren Regenfällen, tauchen neben obligaten, bereits
> verpressten und erneut Leckgeschlagenen Stellen auch Feuchte
> Wandteile in etwa Kniehöhe

Also weitere Packer setzen und verpressen.

> sowie einige Feuchte Flecken mittig im Raum auf dem

> (Kellerfußboden-) Estrich auf ! Letztere sind angeblich durch Wandern


> des Niederschlagswassers unter dem Estrich entstanden

Ist m. E. durchaus möglich, um nicht zu sagen, sogar wahrscheinlich.

> und deuten angeblich nicht auf eine defekte Bodenplatte...

Nun ja, wenn man ein Aufbrechen des Estrichs zur direkten Kontrolle
vermeiden möchte, wird man halt etwas Geduld aufbringen müssen.

> Es wird Bauträgerseits vermutet, dass ein Großteil der Feuchtigkeit
> Kondenswasser sei...

Auch diese Vermutung ist sehr naheliegend. Also ist man schon gut
beraten, dem Keller nun auch Gelegenheit zur vollständigen Austrocknung
zu geben.

> Was ist davon zu halten ?
>
> Chris

Nach den hier vorgebrachten Schilderungen macht das Vorgehen des
Bauunternehmers -zumindest auf mich- einen durchaus vernünftigen
Eindruck.
Unabhängig hiervon ist diesem in jeden Falle ein angemessener Zeitraum
einzuräumen für alle erforderlichen Nachbesserungen, um dann zum
späteren Abnahmezeitpunkt eine funktionsfähige Wannenausbildung
nachzuweisen.

Entweder die Wanne ist dicht und dann wird sie es nach der allgemeinen
Erfahrung auch späterhin bleiben, oder sie ist es nicht; dann muss halt
so lange nachgearbeitet werden bis sie es halt ist.

Ein bisschen schwanger geht nicht.
--
Viele Grüße aus der Pfalz
Klaus Klabisch
--
So lange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere
fühlen, dass Menschen nicht denken.

Sven Schelhorn

unread,
Aug 2, 2002, 7:41:20 AM8/2/02
to
Klaus Klabisch schrieb:

>
> Ein bisschen schwanger geht nicht.

*LOL*

Hast Du Ahnung... Wenn ich mein Bäuchlein so ansehen ;-)

--
Ciao, SVEN


Klaus Klabisch

unread,
Aug 2, 2002, 11:59:58 AM8/2/02
to
"Sven Schelhorn" <sche...@cadress.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3D4A6FE0...@cadress.de

> Klaus Klabisch schrieb:
>>
>> Ein bisschen schwanger geht nicht.
>
> *LOL*
>
> Hast Du Ahnung... Wenn ich mein Bäuchlein so ansehen ;-)


Ja willst Du denn den Regenwald ganz alleine retten, Sven.

Du solltest dem Jauch seine Krombacher-Werbung nun wirklich nicht
wörtlich nehmen.

Andererseits: Dummheit frisst - Intelligenz säuft. Passt schon.

chris schultz

unread,
Aug 3, 2002, 9:00:50 AM8/3/02
to
"Klaus Klabisch" <k_kla...@hotmail.com> wrote in message news:<aidjnu$13b42p$1...@ID-74936.news.dfncis.de>...

> "chris schultz" <christian...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
> news:9c5ace9a.02080...@posting.google.com
> Wenn hier von einer "echten" weißen Wanne die Rede ist, müsste es zur
> Unterscheidung ja eigentlich auch eine "unechte" geben; eine solche ist
> jedoch Nonsens.
Ähm:-) Ich habe hier natürlich nach diversen Postings zum Thema
gesucht und gemerkt, dass das wohl früher mal verwechselt wurde...
deshalb die "Verdeutlichung"

> Unter "mit Bitumen versiegelt" verstehe ich jetzt eine außenseitig
> aufgespachtelte zusätzliche Dichtungsmasse auf Bitumenbasis (ca 4 mm

...


> Jedoch ein evtl. einfacher Kaltbitumen-Anstrich wäre hier pure
> Augenwischerei.

Ein solcher wars wohl. Die Oberen Geschosse bestehen aus Gasbeton mit
Vollklinker-Wärmedämmfassade. Es ist wohl so, dass das gegen
aufspritzendes Niederschlagswasser gemacht wurde.

> > Die Hauszwischenwände sind aus Kalksandstein.
> Die Innenwände haben aber doch nichts mit der Wanne zu schaffen.

Die Innenwände zwischen den einzelnen Kellern... die Fertigteile gehen
nicht über die Grundstücksgrenzen hinaus.

> Für die Verfüllung der Baugrube ist ein stark bindiger (Lehm-) Boden m.
> E. optimal geeignet, da ein solcher die Ableitung von angestautem
> Niederschlagwasser verhindert und auch den weiteren Einzug von
> Grundwasser minimiert.

Mmmh, mir ist aus meinem Berufsleben jedoch bekannt, dass das Wasser
irgendwo hin muss. Neigt es dann nicht dazu, die
Kellerwandaussenseiten runter zu laufen und sich am unteren Ende
(ausgerechntet neben der Bodenplatte/Hauswandverbindung) zu sammeln ?

> Ja, ein Bauunternehmer ohne spezielle Erfahrungen stellt sich im Falle
> einer Falles leider all zu oft als regelrecht "ahnungslos" heraus.

Es ist angeblich der grösste Bauträger Deutschlands (fängt mit V
an...)

> Und aus der Erfahrung kann ich zur Beruhigung auch beitragen,
> dass -nach der erfolgreichen Verpressung aller diesbezüglichen
> Undichtigkeiten- selten noch etwas nachkommt und eigentlich auch keine
> späteren Gewährleistungsprobleme mehr zu erwarten sind.

...


> Also weitere Packer setzen und verpressen.

> Unabhängig hiervon ist diesem in jeden Falle ein angemessener Zeitraum
> einzuräumen für alle erforderlichen Nachbesserungen, um dann zum
> späteren Abnahmezeitpunkt eine funktionsfähige Wannenausbildung
> nachzuweisen.

Leider ist die Abnahme schon 18 Monate her...
Zum Abnahmezeitpunkt und bis etwa 2 Monate danach schien der Keller
auch dicht. Und dann kam der Frühling inklusive Schneeschmelze...

> Entweder die Wanne ist dicht und dann wird sie es nach der allgemeinen
> Erfahrung auch späterhin bleiben, oder sie ist es nicht; dann muss halt
> so lange nachgearbeitet werden bis sie es halt ist.

Tja, wenn man sie denn je dicht bekommt... irgendwann sind die 5 Jahre
GW auch mal rum. Zwar beginnet nach jedem Verpressen wieder eine
GW-Frist (ich nehme an sechs Monate ?) Der Keller sieht dann nur
irgendwann aus wie ein Schweizer Käse...
Der Bauträger hat übrigens kein Wort über die "Weisse Wanne" in der
Baubeschreibung verloren und keinerlei Hinweise auf entsprechende
Undichtigkeiten und den Verzicht auf Innenausbauten bzw.
entspürechende Haftungsansprüche in den KV geschrieben.
Also haben alle dortigen Erwerber gleich nach Abnahme den Keller
gefliest, zur Bar ausgebaut usw... ein teurer Spass für den Bauträger,
das alles nach der ganzen Verpresserei wiederherzustellen ... Bei
unseren Feunden ists zum Glück nur die Fliesenfussleiste und
Rauhputz...

Chris

M.Mathias

unread,
Aug 3, 2002, 2:41:21 PM8/3/02
to

>
> Leider ist die Abnahme schon 18 Monate her...
> Zum Abnahmezeitpunkt und bis etwa 2 Monate danach schien der Keller
> auch dicht. Und dann kam der Frühling inklusive Schneeschmelze...

Wem kümmern hier die 18 Monate. Es scheint ein verdeckter Fehler zu sein.
die Gewährleitungszeit beträgt 30 Jahre.
Ein Keller muß dicht sein.

M. Mathias

Mathias Mildenberger

unread,
Aug 3, 2002, 7:31:07 PM8/3/02
to

"M.Mathias" <mon...@deunet.co.za> schrieb im Newsbeitrag
news:aih893$gp3$1...@ctb-nnrp1.saix.net...

> Wem kümmern hier die 18 Monate. Es scheint ein verdeckter Fehler zu sein.
> die Gewährleitungszeit beträgt 30 Jahre.
> Ein Keller muß dicht sein.

Du bist Dir auch ganz sicher, daß das nach den diversen Rechtsreformen 2002
noch so ist? Es gibt genügend Sachen wie die PVV (positive
Vertragsverletzung, so wurden Schäden an weiteren durch den Schaden
betroffenen Innenausbauten schon früher gehandhabt), bei denen die Fristen
drastisch verkürzt wurden. Zum Teil sind es gerade mal noch 3 statt 30
Jahre... (Quelle: Uni-Seminar zu den "speziellen Problemen des
Vetragsrechts").

Grüße

Mathias

Das da oben ist meine Meinung und keine Rechtsberatung. Wenn Du eine solche
willst, frag Deinen Anwalt.


Ioannis Chatziandreou

unread,
Aug 4, 2002, 7:53:50 AM8/4/02
to
"chris schultz" <christian...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:9c5ace9a.02080...@posting.google.com...

> Es wird Bauträgerseits vermutet, dass ein Großteil der Feuchtigkeit
> Kondenswasser sei...

Das kann man Messtechnisch nachweisen. Da Keller meistens kühler sind als
der Rest, kann es sich bei entspechender Lüftung/Beheizung der Räume
um Tauwasser handeln. Mann müßste also messen : wie Feucht ist es ?, ist es
eine Durchfeuchtung oder ist nur die Oberfläche Naß.

gruss

nino

unread,
Aug 5, 2002, 10:42:10 AM8/5/02
to
On Fri, 2 Aug 2002 11:33:31 +0200, "Klaus Klabisch"
<k_kla...@hotmail.com> wrote:

Hi,

auch wenn ich das Thema ausgeklammert habe,
doch noch ein paar Bemerkungen :-)

>> also zwei Betonschalen, gefüllt mit Beton
>
>Es ist durchaus möglich, eine funktionsfähige Wannenausbildung auch mit
>so genannten Hohlwänden sicher zu stellen; jedoch ist dies nicht ganz
>unproblematisch aufgrund der nur schwierig einzubringenden zusätzl.
>Armierungen (Rissbreitenbeschränkung) und der nur schlecht zugänglichen
>Anschlussausbildung zwischen Bodenplatte und aufgehender Außenwand.
>Aber es geht grundsätzlich auch mit solchen vorgefertigten
>Wandelementen und auch ich habe schon (wenn auch höchst ungern) einige
>solcher Wannen (erfolgreich) ausführen lassen.

mit Hohlwänden ist eine "Weiße Wanne nur möglich, wenn die Füllbreite
Beton min. 25 cm beträgt (siehe DIN). Da aber die Bewehrung selbst in
den Hohlwandschalen liegt, ist eine kraftschlüssige
Rißbreitenbeschränkung für den Füllkern nicht möglich.

Kurzum: ich bezweifle,

a. dass der Füllkern 25 cm stark ist

b. dass solch eine Konstruktion vor Gericht Bestand als "Weisse Wanne"
hat.

Schon dadurch, dass es bei der Füllung der Hohlwände zu
Betonentmischungen kommt (Kreuzgewehrung als Hohlwandverbinder),
d.h. die Feinanteile der Betonmischung an den Eisen kleben - und die
Kiesel unten liegen. Immer ein beliebter Kritikpunkt der Gutachter.

>> auf einer Hauszeilen-(ca. 4 Häuser)umfassenden Bodenplatte, nur tlw
>> um Erdbodenhöhe mit Bitumen versiegelt.
>
>Unter "mit Bitumen versiegelt" verstehe ich jetzt eine außenseitig
>aufgespachtelte zusätzliche Dichtungsmasse auf Bitumenbasis (ca 4 mm
>stark) zur rissüberbrückenden Abdichtung der Plattenstöße und der
>BoPla/Wand-Anschlussfuge. So etwas wäre durchaus angebracht.
>Jedoch ein evtl. einfacher Kaltbitumen-Anstrich wäre hier pure
>Augenwischerei.

Eine Bitumendickbeschichtung/ Teerkotenanstrich hat bei "Weißen
Wannen" nur die Funktion eines Betonschutzes gegen Verwitterung
durch Humussäuren/ anderes ...

>
>> Die Hauszwischenwände sind aus Kalksandstein.
>
>Die Innenwände haben aber doch nichts mit der Wanne zu schaffen.
>
>> Es existiert keine Drainage,
>
>Eine Dränage ist auch absolut kein Ersatz für eine (druck-)
>wasserdichte Wannenausbildung;

Stimmt

>Für die Verfüllung der Baugrube ist ein stark bindiger (Lehm-) Boden m.
>E. optimal geeignet,

Jo

>Das Einlegen so genannter Verpressschläuche an kritischen Stellen wie
>Übergänge und Arbeitsfugen ist Stand der Technik.

Jo
>

>> Was ist davon zu halten ?

Ein Hohlwandkonstruktion nachträglich zu sanieren ist nur durch eine
umlaufende Verpressung möglich, da die Schalen dicht, der Kern durch
Entmischung gerne porös ist, das Wasser in der Konstruktion wandert -
dort wo es austritt, tritt es meist nicht ein (gegenüber)

Kostet ca. 50.000 Euro für eire 4er-Wanne, grob geschätzt.

Gruß

Tobias

Klaus Klabisch

unread,
Aug 5, 2002, 8:40:52 PM8/5/02
to
"nino" <ni...@cotse.net> schrieb im Newsbeitrag
news:3d4e8a8c...@news.premium-news.de

>
>> Es ist durchaus möglich, eine funktionsfähige Wannenausbildung auch
>> mit so genannten Hohlwänden sicher zu stellen; jedoch ist dies
>> nicht ganz unproblematisch aufgrund der nur schwierig
>> einzubringenden zusätzl. Armierungen (Rissbreitenbeschränkung) und
>> der nur schlecht zugänglichen Anschlussausbildung zwischen
>> Bodenplatte und aufgehender Außenwand. Aber es geht grundsätzlich
>> auch mit solchen vorgefertigten Wandelementen und auch ich habe
>> schon (wenn auch höchst ungern) einige solcher Wannen (erfolgreich)
>> ausführen lassen.
>
> mit Hohlwänden ist eine "Weiße Wanne nur möglich, wenn die Füllbreite
> Beton min. 25 cm beträgt (siehe DIN). Da aber die Bewehrung selbst in
> den Hohlwandschalen liegt, ist eine kraftschlüssige
> Rißbreitenbeschränkung für den Füllkern nicht möglich.

Hallo Tobias,
ich tue es mir nun wirklich nicht an, die komplette DIN nachzulesen,
aber seit wann darf denn nun nicht mehr auch das Betonbrett zum
statischen "h" herangezogen werden dürfen; egal jetzt ob es sich um
eine unterschalige Decke handelt, oder eben um eine Wandausbildung
unter Verwendung von vorgefertigten Hohlwänden?

Und die erforderliche Bewehrung zur Rissbreitenbeschränkung kann sehr
wohl auch in einer üblichen Hohlwand untergebracht werden, wobei
natürlich auch noch die zusätzlichen Bewehrungsanschlüsse im jeweiligen
Plattenstoß erforderlich werden.

Hiervon abgesehen: Bei einer angemessenen Beschränkung der einzelnen
Teillängen bis zur Bewegungsfuge (oder evtl. auch bis zur
Schwindkammer-Ausbildung) minimiert sich natürlich auch
dementsprechend die zusätzl. Bewehrung zur Rissbreitenbeschränkung
ganz entscheidend.

Und wenn Du das alles immer noch in Zweifel ziehst, so kann ich Dir
natürlich auch eine komplette statische (Geprüft und zur Ausführung
freigegeben) Berechnung für eine größere Wannen-Ausbildung
(Bankgebäude in Finsterwalde) zukommen lassen.
Und das Ding ist immer noch absolut dicht; sogar nachdem inzwischen die
Gruben-Pumpen (zur Braunkohlengewinnung) abgeschaltet wurden und der
Grundwasserspiegel danach kräftig anstieg.

Also bitte keine falschen Informationen in die Welt setzen, nur weil Du
das Hohlwand-Zeugs nicht leiden kannst. :-)
Ich zum Beispiel kann ja auch das Styroporwand-Zeugs bekanntlich auch
nicht leiden; trotzdem behaupte ich nicht, das Haus würde unter dem
Dreck zusammen brechen. Nein, es sind hier nur die (wahren)
Baufachleute die zusammenbrechen, wenn sie mit solchen Schandtaten
konfrontiert werden.

Einig sind wir uns jedoch in der Betrachtungsweise, wonach eine weiße
Wannenausbildung unter Verwendung von Hohlwänden nicht gerade eine
technisch elegante Lösung darstellt; im Gegenteil: Es ist und bleibt
ein Krampf. Aber trotzdem machbar und auch zulässig - trotz DIN.

> Kurzum: ich bezweifle,

Darfst Du

> a. dass der Füllkern 25 cm stark ist

In dem von mir genannten Beispiel war er theoretisch ca. 22 cm stark,
bei exakt 30 cm fertiger Wandstärke. Nachdem die Betonbretter aber
meist stärker sind als die angenommenen 4 cm, dürfte sich der Füllkern
in der Praxis eher bei etwa 20 cm bewegt haben.

> b. dass solch eine Konstruktion vor Gericht Bestand als "Weisse
> Wanne" hat.

Sei unbesorgt: Sie hat. Im Übrigen landet man meist erst vor Gericht,
wenn eine Sache nicht die zugesicherte Eigenschaft hat und wenn eine
Wanne ihren Zweck erfüllt -egal ob nun mit oder ohne Deinen Segen- wird
wohl auch kein Bauherr das Bestreben haben, mit einer funktionsfähigen
Wanne nun unbedingt vor 's Gericht ziehen zu müssen.

> Schon dadurch, dass es bei der Füllung der Hohlwände zu
> Betonentmischungen kommt

OK, immer wieder die so gern herangezogenen Betonentmischungen; ja es
gibt sie wirklich - aber nun nicht immer nur dort wo man sie als
Hilfsargument für eine ungeliebte Konstruktion vergewaltigen muss.

> (Kreuzgewehrung als Hohlwandverbinder),

Bei einer sorgfältigen Auswahl der Zuschlagsstoffe (natürlich verbietet
sich hierbei ein Größtkorn von 32 mm - über 16 mm wird man wohl nicht
hinausgehen), können sogar Hohlwände mit WU-Beton anstandslos gefüllt
und das Ganze sogar noch einwandfrei verdichtet werden.
Und es soll sogar Füllschläuche und auch Rüttelflaschen geben, die auch
noch in einen solchen Hohlraum-Spalt eingeführt werden können - sogar
auch noch trotz der Gitterträger.

OK, das Hineinfummeln der Zusatzbewehrungen ist etwas für Leute, die
Vater und Mutter erschlagen haben; aber wenn die Wand fix und fertig
steht, (und vielleicht dann wider Erwarten sogar noch dicht ist) so
lacht jedes Bau-Ing.-Herz; egal ob graduiert oder Dipl. (FH).

> d.h. die Feinanteile der Betonmischung an den Eisen kleben - und die
> Kiesel unten liegen. Immer ein beliebter Kritikpunkt der Gutachter.

Mag ja sein, aber weder ich noch die potentiellen Kritiker und
Gutachter haben Röntgenaugen. Für mich zählt nur ob die Kiste
letztendlich dicht ist oder eben nicht. Und wenn sie es wieder Erwarten
nicht sein sollte, so wird sie eben so lange verpresst bis sie es zu
guter letzt doch ist.

> Ein Hohlwandkonstruktion nachträglich zu sanieren ist nur durch eine
> umlaufende Verpressung möglich, da die Schalen dicht, der Kern durch
> Entmischung gerne porös ist, das Wasser in der Konstruktion wandert -
> dort wo es austritt, tritt es meist nicht ein (gegenüber)

Ach was, es wird gezielt nur dort verpresst wo es eben herein pieselt
und gut ist. Basta (vom Ungefärbten entliehen)

> Kostet ca. 50.000 Euro für eire 4er-Wanne, grob geschätzt.
>
> Gruß
> Tobias

Ja schon, aber Du meinst doch sicherlich einschließlich Keller? ;-)
OK, das Harz ist schweineteuer, aber bei Deinen Preisen würde ich
sofort meinen Beruf an den berühmten Nagel hängen und nur noch als
"staatlich geprüfter Dipl.-Verpresser" arbeiten.

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