Kann mir jemand sagen, mit welcher Wandstärke und welcher
Wandbeschaffenheit (Ziegel, Beton, Armierungen?) ich bei den
Kelleraußenmauern dieser Gebäude zu rechnen habe?
Welche Bohrtechnologie wendet man an? Genügt ein Bohrhammer
mit Wendelhammerbohrer (ich fand einen solchen Bohrer mit 1200mm
Arbeitslänge)? Oder ist die Beauftragung einer Bohrfirma angeraten,
die einen Diamant-Kernbohrer einsetzt?
Danke für alle Tips!
> Ich möchte im Keller eines Altbaus eine Leitungsbohrung (ca. 10mm
> Durchmesser) in den Keller des unmittelbar angrenzenden Nachbarhauses
> setzen. Bei beiden Häusern handelt es sich um den klassischen
> Berliner Gründerzeit-Altbau-Typ, erstellt in industrieller Bauweise,
> um 1900-1902 herum.
Naaa, mit Industrie hatte die Bauweise denkbar wenig zu tun, da war noch
alles echtes Handwerk. Als Systembauten sind sich die Häuser allerdings
alle verblüffend ähnlich.
> Kann mir jemand sagen, mit welcher Wandstärke und welcher
> Wandbeschaffenheit (Ziegel, Beton, Armierungen?) ich bei den
> Kelleraußenmauern dieser Gebäude zu rechnen habe?
Das Material ist sehr wahrscheinlich leichter und weicher Ziegel.
Abhängig von der Lage der fraglichen Wand im Grundriß ist sie tragend
oder eben nicht. Bei einer tragenden Wand (Längs und Mittelwand) dürften
Dich, diesmal abhängig von der Gebäudehöhe, eine Wandstärke von rd. 60
cm pro Haus erwarten, bewehrt sind solche Kellerwände im Urzustand nicht
worden. Eine nicht tragende Außenwand (Giebel) ist wahrscheinlich 30 bis
40 cm stark. Präzisere Vermutungen lassen sich anhand des
Mauerwerksverbandes und unter Berücksichtigung der Gebäudehöhe anstellen.
> Welche Bohrtechnologie wendet man an? Genügt ein Bohrhammer
> mit Wendelhammerbohrer (ich fand einen solchen Bohrer mit 1200mm
> Arbeitslänge)?
Ja, selbst ohne zugeschalteten "Hammer" dürfte das recht flott gehen.
> Oder ist die Beauftragung einer Bohrfirma angeraten,
> die einen Diamant-Kernbohrer einsetzt?
Nur wenn die andere Variante nicht zum Erfolg führt.
Wolfgang
Mein Häuschen ist aus genau dieser Zeit. Wandaufbau ist wie folgt: Von
Außen ein Ziegel, ein Luftraum und wieder ca. 40cm Ziegel. Somit kommen
ca. 60cm Wandstärke zusammen. Alles was du brauchst um ein Loch zu
bohren ist ne Hilti mit nem ca. 1mtr langem DB-Bohrer. Kein Beton außer
im Fundament vorhanden.
Gruß
Christoph
Raimund de Vrijs schrieb:
> Ich möchte im Keller eines Altbaus eine Leitungsbohrung (ca. 10mm
> Durchmesser) in den Keller des unmittelbar angrenzenden Nachbarhauses
> setzen.
snip
da fällt mir noch Brandschutz ein (z.B. Promat Rohrdurchführungen)
oder spielt der noch keine Rolle?
Sebastian Schulze
I:f:H
Ingenieurbüro für Holzbau Schulze & Willich Partnerschaft
Dennis - Garbor - Straße 2
14469 Potsdam
i...@potsdam.de
Tel. 0331 / 58 11 99 0
Fax 0331 / 58 11 99 9
> da fällt mir noch Brandschutz ein (z.B. Promat Rohrdurchführungen)
> oder spielt der noch keine Rolle?
Wenn eine der Wände gar eine Brandwand sein sollte, wäre die
Durchdringung nur zulässig, wenn eine zugelassene Abschottung gegen
Feuer und Rauch eingebaut wird. Nach meinem Verständnis wäre diese
Abschottung in beiden Brandwänden je einmal nötig.
Wolfgang
Oha, an dieses Thema habe ich noch gar nicht gedacht. Wann ist eine
Wand eine Brandwand? Wie gesagt, handelt es sich um die Außenwand des
Hauses, die unmittelbar an die Wand des Nachbarhauses angrenzt. Beides
sind jeweils Giebelwände von 5 Stockwerke hohen Häsuern.
Ich möchte ein dünnes Cat5-Ethernetkabel, Durchmesser ca. 5mm, durch
die Wand führen - also etwa ein 8mm Loch bohren. Wie stelle ich nach
der Durchführung des Kabels den Brandschutz sicher? Genügt es, die
Austrittsstellen des Kabels einfach mit Gips zuzuschmieren? Oder muss
da eine spezielle Brandschutzmasse rein? Oder geht das so gar nicht...?
Hi,
>Ich möchte ein dünnes Cat5-Ethernetkabel, Durchmesser ca. 5mm, durch
>die Wand führen - also etwa ein 8mm Loch bohren. Wie stelle ich nach
>der Durchführung des Kabels den Brandschutz sicher? Genügt es, die
>Austrittsstellen des Kabels einfach mit Gips zuzuschmieren? Oder muss
>da eine spezielle Brandschutzmasse rein? Oder geht das so gar nicht...?
Da braucht Du wohl einen langen Bohrer sind das wohmöglich
zwei Brandwände. Einfacher wäre sicher unter
den Fenstern (Brüstung) ein Loch jeweils nach außen zu bohren - und
das Kabel an der Fassade zu verlegen. Auch durch den Fensterrahmen,
sofern Holz, geht das einfach zu verlegen ... sofern sich niemand an
einem Kabel an der Fassade stört ... mich stört es nicht :-)
adieu
Tobias
> Einfacher wäre sicher unter
> den Fenstern (Brüstung) ein Loch jeweils nach außen zu bohren - und
> das Kabel an der Fassade zu verlegen. Auch durch den Fensterrahmen,
> sofern Holz, geht das einfach zu verlegen ... sofern sich niemand an
> einem Kabel an der Fassade stört
... und die Brandschutzproblematik wäre damit auch erschlagen.
Wolfgang
DAS sind Brandwände
>
> Ich möchte ein dünnes Cat5-Ethernetkabel, Durchmesser ca. 5mm, durch
> die Wand führen - also etwa ein 8mm Loch bohren. Wie stelle ich nach
> der Durchführung des Kabels den Brandschutz sicher? Genügt es, die
> Austrittsstellen des Kabels einfach mit Gips zuzuschmieren? Oder muss
> da eine spezielle Brandschutzmasse rein? Oder geht das so gar
> nicht...?
Normal müsste man in den DB von jeder Seite etwas Masse reinschmieren.
Bei nem 12er DB für ein Cat V Kabel ist das aber Overkill. Du wirst fast
einen Meter Wand haben. Da wird sich kaum ne Flamme durchs Kabel
fressen. Außerdem was soll passieren wenn das Cat V im neuen Keller
leicht wegglimmt? Die Dinger brennen heutzutage eh ned mehr so gut. Der
BS-Problematik wird im normalen Wohnungsbaugeschehen viel zu viel
Beachtung geschenkt. Wenn man den Spezis zuhört, wurndert man sich wie
die Gründerzeitenbauten überhaupt so alt werden konnten ohne
abzufackeln. das geht so weit das einem verboten wird in einem
Treppenhaus mit Holztreppen ( Fluchtweg) ein Kabel auf Putz zu verlegen,
weil das die Brandlast erhöht. Als wenn das bischen Plastik ggü. den
Holztreppen noch nennenswert was ausmacht.
Gruß
Christoph
Du wirst lachen, aber das macht es - eins vielleicht nicht, aber das 2.
kommt bestimmt dazu. Die PVC-Isolierung belastet die Luft im Brandfall,
und man kommt evtl nicht lebend raus.
Holz dagegen brennt sehr "gutmütig" ab, man kann zur Not auch über einen
brennende Treppe laufen, und es entsteht kein giftiger Rauch.
Im übrige hätte man ja statt NYM auch NXHXM
( hoffentlich richtig behalten :-) ) nehmen können.
viele Grüße
Werner
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na ja, Du weißt schon wie es in Berliner Altbau Treppenhäusern aussieht
oder? Früher ging da eh ALLES auf Putz lang, also Steigeleitung,
Klingel, Telefon und Treppenlicht. Dazu dann noch Kabeltv quer genagelt.
Die Treppen sind meterdick mit allen möglichen und unmöglichen
Anstrichen versehen. Da ist schon früher Niemand beim runterlaufen
erstickt. Die ersticken im Schlaf mit der brenneden Fluppe in der Hand
, und es entsteht kein giftiger Rauch.
> Im übrige hätte man ja statt NYM auch NXHXM
> ( hoffentlich richtig behalten :-) ) nehmen können.
Oder NHMH. Aber ich vertrete weiter die Meinung, daß die 8-10 Leitungen
+ PVC-Kanal das Brot nicht fett machen. Selbst die von Dir aufgeführten
Leitungen sind übrigens nicht erlaubt. Packt man die jedoch unter Putz
oder hinter 15mm Rigips ist alles Banane( F 90).
Gruß
Christoph, der ja auch am stemmen verdient