> bei der Sanierung einer Terrasse über beheizten Räumen
> trifft mich folgendes Problem: dringend gewünscht wird
> (statt der bisherigen Betonplatten in Kies) ein Fliesenbelag
Ob das wirklich ein Fortschritt ist?
Alternative Abdichtungen sind geregelt in einem kostenpflichtigen
Merkblatt des Zentralverbands des deutschen Baugewerbes (ZDB)
Eine Übersicht findest du hier:
http://www.sopro.de/planer/de/data/pdf/Planer_Kap03.pdf
Feuchtigkeitsbeanspruchungsklasse III ist für Balkone und Terassen
geeignet, nicht aber über bewohnten Räumen.
Dort gelten weiterhin die Forderung der DIN 18095.
> das würde zu etwa folgendem Aufbau führen, wie auch hier
> beschrieben
> http://static.schomburg.de/td/TD5_20.pdf
Sieht sehr nach alternativer Abdichtung aus, auch wenn nirgends eine
eindeutige Aussage gemacht ist. DIN 18095 erfüllt das jedenfalls
nicht.
> einer der befragten Fliesenleger hat offenbar auch nicht das
> völlige Vertrauen gehabt und zusätzlich noch eine Abdichtung
> über der Wärmedämmung empfohlen (was in meinen Augen eher ein
> zusätzliches Risiko bedeutet: wenn die obere Abdichtung nicht
> funktioniert, ist die Feuchtigkeit eingesperrt + der Estrich
> säuft ab bzw. friert auf)
Deshalb vermeide ich Fliesen auf Terassen wenn möglich.
Grundsätzlich funktioniert das aber schon, mit Entkopplungsmatte wohl
wesentlich besser als ohne. Der Estrich nimmt nicht viel Wasser auf,
in der Matte fließt der größte Teil wieder ab.
Hauptsache die Dämmung säuft nicht ab. Die Abdichtung auf der
Wärmedämmung sollte deshalb so ausgeführt sein, dass sie den Namen
verdient, also als Folienabdichtung nach DIN 18095 und nicht nur eine
ausgelegte PE-Folie.
Gruß, Udo
Wer Fliesen im Freien klebt (ist ja kein Wintergarten, oder?) ist selbst
schuld, wenn's reißt und springt.
Was will man mehr sagen...
> das würde zu etwa folgendem Aufbau führen, wie auch hier
> beschrieben
> http://static.schomburg.de/td/TD5_20.pdf
> im Kollegenkreis hier hat keiner je so eine Konstruktion
> ausgeführt;
Die werden schon wissen warum, oder?
> hat in der NG jemand Erfahrung damit?
Nein, aber mit einer dichten Unterkonstruktion und darüber losem Belag.
Das funktioniert.
> mir fällt es schwer, Vertrauen zu der alternativen
> Abdichtung zu fassen (Eckdichtungsbänder + Frost/Eis?!)
Würde ich rigeros ablehnen bzw. nur mit Befreiung und entsprechender
nachweisbarer Aufklärung bzw. Hinweispflicht bauen.
Wie Du schon sagst, Frost, Wasser, Ausdehnung Rückstau an Regenrinne
etc. pp.
> Frage daher: ist eine alternative Abdichtung || Dichtschlämme ||
> Streichdichtung ähnlich haltbar wie die herkömmlichen
> Dichtbahnen?
Mach's nicht.
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Ciao, SVEN
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<FAQ: de.sci.architektur>
<http://dsa.bau-wesen.de>