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Preiswerte Schalldämmung für Heimkino im Keller

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Bernhard Carli

unread,
Nov 28, 2002, 9:00:38 AM11/28/02
to
Hallo,

ich habe im Keller einen ca. 25qm grossen Raum, der dank dicker
Betwonwände schon mal einen ganz guten Basisschallschutz bietet. Nun
soll in nächster Zeit ein Heimkino mit entsprechendem 5.1
Lautsprechersystem hier rein. Das man den Subwoofer wohl nur mit sehr
hohen Aufwand in Griff kriegt ist mir nach durchforsten diverser
Newsgroups und Foren klar - da hilft wohl nur den Pegel sinnvoll zu
begrenzen und den Sub nicht zu tief spielen lassen.

Für die restlichen Frequenzen, wollte ich nun die Wände und die Tür
mit Akustik Noppenplatten (Noppenschaumstoff) verkleiden, wie er z.B.
unter http://www.schaumstoff.com angeboten wird. Das ist aber nicht
ganz billig.

Wer hat Erfahrung mit dieser Art der Schalldämmung? Ist das vom
Ergebnis her empfehlenswert oder gibt es da bessere Möglichkeiten bei
vergleichbarem Aufwand?

Falls empfehlenswert - wer kann eine gute Bezugsquelle nennen?

Bernhard

Nils Lübbe

unread,
Nov 28, 2002, 9:30:17 AM11/28/02
to
Bernhard Carli wrote:

> Hallo,
>
> ich habe im Keller einen ca. 25qm grossen Raum, der dank dicker
> Betwonwände schon mal einen ganz guten Basisschallschutz bietet. Nun
> soll in nächster Zeit ein Heimkino mit entsprechendem 5.1
> Lautsprechersystem hier rein. Das man den Subwoofer wohl nur mit sehr
> hohen Aufwand in Griff kriegt ist mir nach durchforsten diverser
> Newsgroups und Foren klar - da hilft wohl nur den Pegel sinnvoll zu
> begrenzen und den Sub nicht zu tief spielen lassen.

Hä? Wie soll denn aus dem Keller viel rauskommen?

> Für die restlichen Frequenzen, wollte ich nun die Wände und die Tür
> mit Akustik Noppenplatten (Noppenschaumstoff) verkleiden, wie er z.B.
> unter http://www.schaumstoff.com angeboten wird. Das ist aber nicht
> ganz billig.

Diese Noppenplatten dienen weniger dem Schallschutz als vielmehr dem
Zweck, einen Raum akustisch "tot" zu machen. Wenn Du schon mal in 'nem
Tonstudio warst, kennst Du den Effekt. Ist unheimlich anstrengend, da zu
sprechen, weil keinerlei Reflexionen kommen. Wenn Du verhindern möchtest,
daß es Reflexionen gibt, sollte der Schaumstoff funktionieren. Wenn Du
die Nachbarn schonen willst, solltest Du vor allem 'ne 2. Tür einbauen,
da kommt am meisten raus. Ansonsten leichte Trennwand vor die Wand und
Rockwool dazwischen. Das wird aber richtig teuer.

Nils

Klaus Horstmann

unread,
Nov 28, 2002, 9:57:32 AM11/28/02
to
Hi ihr :-)

On 28 Nov 2002 14:30:17 GMT, "Nils Lübbe" <sno...@web.de> wrote:


>Diese Noppenplatten dienen weniger dem Schallschutz als vielmehr dem
>Zweck, einen Raum akustisch "tot" zu machen. Wenn Du schon mal in 'nem
>Tonstudio warst, kennst Du den Effekt. Ist unheimlich anstrengend, da zu
>sprechen, weil keinerlei Reflexionen kommen. Wenn Du verhindern möchtest,
>daß es Reflexionen gibt, sollte der Schaumstoff funktionieren. Wenn Du
>die Nachbarn schonen willst, solltest Du vor allem 'ne 2. Tür einbauen,
>da kommt am meisten raus. Ansonsten leichte Trennwand vor die Wand und
>Rockwool dazwischen. Das wird aber richtig teuer.

Und dann aber bitteschön nicht vergessen zwischen diesen beiden
Wandschalen den Estrich zu schlitzen - zusätzlich noch eine federnd
aufghängte Unterdecke und fertig ist's :-))

Gruß aus Hamburg
Klaus

Nils Lübbe

unread,
Nov 28, 2002, 10:16:09 AM11/28/02
to
Klaus Horstmann wrote:


> Und dann aber bitteschön nicht vergessen zwischen diesen beiden
> Wandschalen den Estrich zu schlitzen - zusätzlich noch eine federnd
> aufghängte Unterdecke und fertig ist's :-))
>
> Gruß aus Hamburg
> Klaus

Wobei man erwähnen sollte, daß die niedrigste gedämmte Frequenz die ist,
deren halbe Wellenlänge noch zwischen Wand und Trennwand passt.
Schallgeschwindigkeit ist rund 300 m/s..... d.h. für 300 Hz braucht's schon
'nen halben Meter.

Nils

Thomas Eberhart

unread,
Nov 30, 2002, 11:04:07 AM11/30/02
to
Hallo Bernhard
Ich kann mir etwa denken, worums Dir geht. Ich habe mir ähnliche Gedanken zu
dem Thema gemacht und nun sehr gute Erfahrungen mit meiner eigenen Lösung
gemacht. Schau Dir meine HP www.themac.ch/mypages an, dort siehst Du, wie
ich eine gute Akustik erreicht habe. Ist zwar kein Kellerraum, aber
Reflexionen gibts in jedem Raum (Fenster, Wände, etc.). Ein schwerer
Teppich, wie sie in Kinos teilweise verwendet werden, hilft auch.
Gruss aus der Schweiz,
Thomas

The Lakeside Cinema
www.themac.ch/mypages


Christian Krämer

unread,
Nov 30, 2002, 4:40:25 PM11/30/02
to
Thomas Eberhart wrote:

> Ich kann mir etwa denken, worums Dir geht. Ich habe mir ähnliche
> Gedanken zu dem Thema gemacht und nun sehr gute Erfahrungen mit
> meiner eigenen Lösung gemacht. Schau Dir meine HP

> www.themac.ch/mypages an.

Hi Thomas.
Ich wollte Dir nur mal zu der sehr guten Gestaltung deines Heimkinos
gratulieren. Es gefällt mir sehr gut. Erst war ich ob der 12,5m²
enttäuscht, aber was Du/Ihr daraus gemacht habt - wow.
Sieht das immer so aufgeräumt aus? Ist doch fast unmöglich :)


Matthias Koehler

unread,
Dec 1, 2002, 5:51:13 AM12/1/02
to
[Nils:]


> Diese Noppenplatten dienen weniger dem Schallschutz als vielmehr dem
> Zweck, einen Raum akustisch "tot" zu machen. Wenn Du schon mal in 'nem
> Tonstudio warst, kennst Du den Effekt. Ist unheimlich anstrengend, da zu
> sprechen, weil keinerlei Reflexionen kommen.

Dann hat es dort aber jemand mit der Absorption übertrieben. Oder warst Du
in einem sogenannten "reflexionsarmen Raum"? Solche Räume werden oft auch
(nicht ganz richtig) als "schalltoter Raum" bezeichnet. Sie gibt es in
Rundfunkanstalten im Hörspielkomplex (simuliert Aufnahmen im Freien) und in
Akustik-Instituten für Messungen an Mikrofonen und Lautsprechern.

Ein gutes Studio darf gar nicht zu viel absorbieren. Deshalb schreibe ich ja
stets von der "sinnvollen Verteilung zwischen absorbierenden und
reflektierenden Flächen".

> Wenn Du verhindern möchtest, daß es Reflexionen gibt, sollte der Schaumstoff
> funktionieren.

Er soll ja gar nicht alle Reflexionen verhindern. Deshalb reicht es eben
nicht, einfach nur das Absorptionsmaterial an die Wände und Decken zu
kleben. Eine gute Lösung arbeitet nach dem Prinzip, dass man vor die
Absorptionsmaterialien akustisch durchlässige (also gelochte oder
geschlitzte) Flächen setzt, die man im Idealfall abnehmbar gestaltet. Dann
kann man sie nach Belieben von hinten durch Festkleben von Papierblättern
unwirksam machen und bringt so das nötige Maß an Reflexion zurück, welches
wir brauchen, um den Raum nicht als unangenehm dumpf zu empfinden.

> Wenn Du die Nachbarn schonen willst, solltest Du vor allem 'ne 2. Tür
> einbauen, da kommt am meisten raus. Ansonsten leichte Trennwand vor die Wand
> und Rockwool dazwischen. Das wird aber richtig teuer.

Zweischalige Bauweisen bringen hohe Lärmschutzwerte, das stimmt. Ist in
diesem Fall aber sicher nicht nötig, da der Keller ohnehin nicht viel
durchläßt. Ich weiß allerdings nicht, ob der Ursprungsfrager ein
freistehendes EFH, eine DHH oder ein Reihenmittelhaus hat... :-)

Matthias


--
Matthias Köhler
Film- und Fernsehproduktion
http://www.koehler-film.de

Matthias Koehler

unread,
Dec 1, 2002, 5:51:13 AM12/1/02
to
[Bernhard:]

> ich habe im Keller einen ca. 25qm grossen Raum, der dank dicker
> Betwonwände schon mal einen ganz guten Basisschallschutz bietet. Nun
> soll in nächster Zeit ein Heimkino mit entsprechendem 5.1
> Lautsprechersystem hier rein. Das man den Subwoofer wohl nur mit sehr
> hohen Aufwand in Griff kriegt ist mir nach durchforsten diverser
> Newsgroups und Foren klar - da hilft wohl nur den Pegel sinnvoll zu
> begrenzen und den Sub nicht zu tief spielen lassen.

Das Dröhnen, welches Du erleben wirst, bekommst Du nur mit Resonatoren in
den Griff. Dazu unten mehr.



> Für die restlichen Frequenzen, wollte ich nun die Wände und die Tür
> mit Akustik Noppenplatten (Noppenschaumstoff) verkleiden, wie er z.B.
> unter http://www.schaumstoff.com angeboten wird. Das ist aber nicht
> ganz billig.

Akustisch wirksamer (also absorbierender) Schaumstoff kommt von BASF und
heißt "Basotect". Er wird auch von Illbruck unter dem Namen "Illsonic" und
von Wilhelmy als "Fomakust" angeboten.



> Wer hat Erfahrung mit dieser Art der Schalldämmung? Ist das vom
> Ergebnis her empfehlenswert oder gibt es da bessere Möglichkeiten bei
> vergleichbarem Aufwand?

Du möchtest keine Schalldämmung, sondern eine gute Raumakustik - wetten?

Generell muss man zwischen "Lärmschutz" und "Raumakustik" unterscheiden,
wobei in einem normalen Keller ohnehin keine großen Fremdgeräusche
eindringen werden. Dort kann also gleich das Augen- bzw. Ohrenmerk auf die
Hörsamkeit des Raumes gelegt werden. Dabei geht es um die sinnvolle
Verteilung von reflektierenden und absorbierenden Flächen, um über den
gesamten Hörbereich einen annähernd linearen Frequenzganz bei relativ kurzen
Nachhallzeiten zu erhalten. Zusätzlich müssen gerade Kellerräume "entdröhnt"
werden, weil sie aufgrund ihrer massiven Bauweise und den üblichen
Raumproportionen zum Aufschwingen im Bereich tiefer Frequenzen neigen. Das
löst man mit Plattenschwingern als Resonator.

Wer noch ein bißchen was Generelles zum Thema Raumakustik lesen möchte, der
kann sich mal meinen Text in <B94DF7D2.3B04A%ne...@koehler-film.de>
durchlesen, den ich für de.rec.musik.machen geschrieben habe. Über dieses
Thema habe ich schon mal einen längeren Artikel im "Film&TV-Kameramann"
geschrieben, um praktische Tipps für den akustischen Ausbau von
Schnittstudios und Sprecherräumen zu geben.

Nils Lübbe

unread,
Dec 5, 2002, 5:43:21 AM12/5/02
to
Matthias Koehler wrote:

> [Nils:]
>
>> Diese Noppenplatten dienen weniger dem Schallschutz als vielmehr dem
>> Zweck, einen Raum akustisch "tot" zu machen. Wenn Du schon mal in
>> 'nem Tonstudio warst, kennst Du den Effekt. Ist unheimlich
>> anstrengend, da zu sprechen, weil keinerlei Reflexionen kommen.
>
> Dann hat es dort aber jemand mit der Absorption übertrieben. Oder
> warst Du in einem sogenannten "reflexionsarmen Raum"? Solche Räume
> werden oft auch (nicht ganz richtig) als "schalltoter Raum"
> bezeichnet. Sie gibt es in Rundfunkanstalten im Hörspielkomplex
> (simuliert Aufnahmen im Freien) und in Akustik-Instituten für
> Messungen an Mikrofonen und Lautsprechern.

Hängt davon ab. Bei Pop/Rock-Aufnahmen kommt die Räumlichkeit eh' aus dem
Effektgerät, deshalb werden die Studios da normalerweise recht gründlich
mit Schaumstoff verkleidet. Vor allem, da bei kleineren Studios der Platz
(und die Zeit) normalerweise nicht ausreichen, um einen vernünftigen
Raumklang zu erzeugen.

>
>> Wenn Du die Nachbarn schonen willst, solltest Du vor allem 'ne 2. Tür
>> einbauen, da kommt am meisten raus. Ansonsten leichte Trennwand vor
>> die Wand und Rockwool dazwischen. Das wird aber richtig teuer.
>
> Zweischalige Bauweisen bringen hohe Lärmschutzwerte, das stimmt. Ist
> in diesem Fall aber sicher nicht nötig, da der Keller ohnehin nicht
> viel durchläßt. Ich weiß allerdings nicht, ob der Ursprungsfrager ein
> freistehendes EFH, eine DHH oder ein Reihenmittelhaus hat... :-)

Hatte ich ja auch ganz zu Anfang gemeint....

Nils

Matthias Koehler

unread,
Dec 5, 2002, 11:16:58 AM12/5/02
to
[Nils:]


> Hängt davon ab. Bei Pop/Rock-Aufnahmen kommt die Räumlichkeit eh' aus dem
> Effektgerät, deshalb werden die Studios da normalerweise recht gründlich
> mit Schaumstoff verkleidet. Vor allem, da bei kleineren Studios der Platz
> (und die Zeit) normalerweise nicht ausreichen, um einen vernünftigen
> Raumklang zu erzeugen.

Wir reden immer noch ein kleines bißchen aneinander vorbei. Natürlich ist es
für die Aufnahme nicht nötig, einen realen Raumeindruck innerhalb des
Studios einzufangen. Der (hörbare) Raum kommt aus dem Lexicon 480 oder
ähnlichen Geräten.

Mir geht es nur darum, dass in einem zu stark bedämpften Raum kein Mensch
vernünftig arbeiten kann, weil sich ein dumpfes Unwohlsein einstellt. Man
kann nicht gut sprechen, nicht gut singen und nicht gut musizieren.

Es geht also nur darum, was die Ohren der Akteure hören. Das sind so kleine
Unterschiede, die sich auf die Aufnahme nicht auswirken, nur auf den
Höreindruck innerhalb des Raumes für die dort arbeitenden Leute. Aber das
gilt alles nur für kleine Räume, in denen Sprachaufnahmen gemacht werden,
U-Musik oder Synchron. Bei Konzertsäälen ist das wieder ganz anders. Die
brauchen tatsächlich längere Nachhallzeiten.

Aber für den Ursprungsfrager noch mal zum Heimkino: Auch dort sind zu kurze
Nachhallzeiten nicht gut, ein bißchen Leben muss noch im Raum bleiben.

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