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Verständnisfrage zur Treppenschalung

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Horst Kalevar

unread,
Apr 4, 2004, 5:02:08 PM4/4/04
to
Hallo,

ich grüble schon länger über das Vorgehen beim Treppenschalen nach. Wie
wird eine komplett gegossene Treppe eingeschalt?

Unterzug und Treppenwangen kann ich mir vorstellen, Bewehrung rein auch,
aber wie läuft das mit den Tritt- und Setzstufen? Werden nur die
Setzstufen mit Schalung gebaut und Stufe für Stufe gegossen?

Ist diese Schalung im Prinzip fertig?
http://www.tuerlings.de/bau/picture_window.html?1=030904_treppenverschalung.jpg&2=450&3=600&4=Fotobautagebuch&5=1&6=0#

Wenn ja, warum läuft hier der Beton nicht von den oberen Stufen unter
der Schalung auf die unteren Stufen und dann raus?
http://www.tuerlings.de/bau/picture_window.html?1=030904_betonnieren.jpg&2=600&3=450&4=Fotobautagebuch&5=1&6=0#

Nur aus Neugier fragend

Horst


tobias knittel

unread,
Apr 4, 2004, 5:24:03 PM4/4/04
to
Hi Horst,


> ich grüble schon länger über das Vorgehen beim Treppenschalen nach. Wie
> wird eine komplett gegossene Treppe eingeschalt?

> Unterzug und Treppenwangen kann ich mir vorstellen, Bewehrung rein auch,
> aber wie läuft das mit den Tritt- und Setzstufen? Werden nur die
> Setzstufen mit Schalung gebaut und Stufe für Stufe gegossen?

Ja, am Stück. Aber der größte Aufwand ist die Schalung für
gewendelte Treppen. Die Treppe wird in der Abwicklung Stufen
(roh, d.h. ohne Belag) innere
und äußere Wange auf die Schalung (innere Wange)/ Wand
(äußere Wange) aufgezeichnet. Dazu gibt es einen Schalungsplan
Treppe vom Architekten. Dann wird die Laufstärke (in der Regel
16 cm) von den Stefen heruntergemessen und aufgezeichnet.

In den Wendelungen wird dann mit konischen Holzriemchen
diese Untersicht geschalt. Inzwischen gibt es auch längenverstellbare
Stabschalungen über die eine Folie gelegt wird und die aufwendige
Holzschalung ersetzen.

Gruß

Tobias


Alexander Hofmann

unread,
Apr 5, 2004, 2:54:22 AM4/5/04
to
"Horst Kalevar" <Kal...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:c4pt3q$omb$06$1...@news.t-online.com...

> Hallo,
>
> ich grüble schon länger über das Vorgehen beim Treppenschalen nach. Wie
> wird eine komplett gegossene Treppe eingeschalt?
>
> Unterzug und Treppenwangen kann ich mir vorstellen, Bewehrung rein auch,
> aber wie läuft das mit den Tritt- und Setzstufen? Werden nur die
> Setzstufen mit Schalung gebaut und Stufe für Stufe gegossen?

Ja. Unterkante der Setzstufenschalung (Brett) sollte 1 bis 2 cm unter der
Oberkante der drunterliegenden Setzstufenschalung liegen, dann läuft auch
der Beton nicht raus.
Beton sollte schon etwas steifer sein (beim Beton bestellen angeben, daß das
Treppenbeton ist, die wissen dann schon was für eine Konsistenz nötig ist),
also KS.
Natürlich langsam betonieren.

> Ist diese Schalung im Prinzip fertig?
>
http://www.tuerlings.de/bau/picture_window.html?1=030904_treppenverschalung.
jpg&2=450&3=600&4=Fotobautagebuch&5=1&6=0#
>

Ich denke schon. Gegenfrage: Ist die Bewehrung fertig? Sieht mit etwas wenig
aus. Sagt mir mein Gefühl, ich bin kein praktizierender Statiker.

Wird hier direkt an die Mauer betoniert (links) ? Schallschutz?!?

> Wenn ja, warum läuft hier der Beton nicht von den oberen Stufen unter
> der Schalung auf die unteren Stufen und dann raus?
>
http://www.tuerlings.de/bau/picture_window.html?1=030904_betonnieren.jpg&2=6
00&3=450&4=Fotobautagebuch&5=1&6=0#
>

S.o. Der Beton braucht aber Zeit, sich abzusetzen.

> Nur aus Neugier fragend
>
> Horst

Alex


Schraders Heinz

unread,
Apr 5, 2004, 3:56:06 AM4/5/04
to
Horst Kalevar schrieb:
> http://www.tuerlings.de/bau/picture_window.html?1=030904_betonnieren.jpg&2=600&3=450&4=Fotobautagebuch&5=1&6=0#

Warum habe ich eigentlich immer Magengrummeln, wenn ich die Lerrohre in
den Decken sehe?

Christian Rüger

unread,
Apr 5, 2004, 6:00:12 AM4/5/04
to
> Warum habe ich eigentlich immer Magengrummeln, wenn ich die Lerrohre in
> den Decken sehe?

Weil die Luft in den Leerrohren nur relativ geringe Druck- und Zugkräfte
aufnehmen kann, einmal verglichen mit Beton oder Stahl?

Vielleicht sollte man das bei einer derartigen Bündelung berücksichtigen.


tobias knittel

unread,
Apr 5, 2004, 6:34:54 AM4/5/04
to
Hi Christian,

> Weil die Luft in den Leerrohren nur relativ geringe Druck- und Zugkräfte
> aufnehmen kann, einmal verglichen mit Beton oder Stahl?

> Vielleicht sollte man das bei einer derartigen Bündelung berücksichtigen.

tut man, indem sie in der Mitte der Plattenhöhe liegen, also nahe der
Z- Achse. Statisch wirksam sind eigentlich die Bereiche mit
größerem Abstand zur Mittelachse, dort wo die Bewehrung liegt.


Von daher sind Leerrohre in Maßen eigentlich kein Problem,
und bei der Deckenstärke berücksichtigt. Ungünstige Bündelungen
kann es immer geben, sind aber hauptsächlich dort ein Problem
wo sie mit eh schon knappen Auflagern kollidieren.

Gruß

Tobias

Alexander Hofmann

unread,
Apr 5, 2004, 8:19:57 AM4/5/04
to
"tobias knittel" <tobia...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:c4rco7$ltc$01$1...@news.t-online.com...
> Hi Christian,

> tut man, indem sie in der Mitte der Plattenhöhe liegen, also nahe der
> Z- Achse. Statisch wirksam sind eigentlich die Bereiche mit
> größerem Abstand zur Mittelachse, dort wo die Bewehrung liegt.

Die Leerrohre liegen außerdem meist diagonal, also schräg zur Spannrichtung.
Dann wirds noch mehr wurscht.


>
> Von daher sind Leerrohre in Maßen eigentlich kein Problem,
> und bei der Deckenstärke berücksichtigt. Ungünstige Bündelungen
> kann es immer geben, sind aber hauptsächlich dort ein Problem
> wo sie mit eh schon knappen Auflagern kollidieren.

Ist bei Decken eigentlich kein Problem im Auflagerbereich. Kritisch wirds
vielleicht nur bei Unterzügen.

Wir hatten mal das Thema, daß an eine Decke ein Stahlträger für eine
Kranbahn (ausgelegt für 2 to) angedübelt werden mußte. Der Statiker hat
natürlich dort (Fertigteildecke), wo die Lasten am größten sind (über der
Kranbahn, genau!), besonders viel Eisen reingelegt: Armdicke Bündel an 25er
Eisen.
Folge: Der Monteur kam mit seiner HILTI nicht durch (is ja klar). Der
Bauleiter hat kurzerhand entschieden, mit 30 Kernbohrungen (!) die Löcher
herzustellen.
Die Kranbahn ist seit 3 Jahren im Einsatz, alles O.K.
Will damit sagen: Irgendwie hält der Stahlbeton immer mehr, als man meint.

Ciao,
Alex


tobias knittel

unread,
Apr 5, 2004, 8:45:54 AM4/5/04
to
Hi Alex,


> Ist bei Decken eigentlich kein Problem im Auflagerbereich. Kritisch wirds
> vielleicht nur bei Unterzügen.

> Wir hatten mal das Thema, daß an eine Decke ein Stahlträger für eine
> Kranbahn (ausgelegt für 2 to) angedübelt werden mußte. Der Statiker hat
> natürlich dort (Fertigteildecke), wo die Lasten am größten sind (über der
> Kranbahn, genau!), besonders viel Eisen reingelegt: Armdicke Bündel an
25er
> Eisen.
> Folge: Der Monteur kam mit seiner HILTI nicht durch (is ja klar). Der
> Bauleiter hat kurzerhand entschieden, mit 30 Kernbohrungen (!) die Löcher
> herzustellen.
> Die Kranbahn ist seit 3 Jahren im Einsatz, alles O.K.
> Will damit sagen: Irgendwie hält der Stahlbeton immer mehr, als man meint.

eigentlich hätte man den Stahlträger dann auch vorher einbauen können.
die Filigranplatten enden dann auf dem Träger, über den kommt der
Länge nach ein Korb, Querbewehrung, an den Träger werden (vorher)
die Verbindungseisen zur Decke angeschweißt.

Aber man kann auch überhaupt einen Stahlträger gleich in die Decke
einbauen (deckengleich). Für eventuelle Querbewehrung werden
Löcher in den Steg gebrannt.

Gruß

Tobias


Robert Pflüger

unread,
Apr 5, 2004, 12:18:24 PM4/5/04
to
HAllo,

Alexander Hofmann wrote:
> ...


> Die Kranbahn ist seit 3 Jahren im Einsatz, alles O.K.
> Will damit sagen: Irgendwie hält der Stahlbeton immer mehr, als man meint.

oder die "zulässige Tragkraft" des Kranes wurde noch nicht (an allen
stellen der Kranbahn) getestet?

Robert

Alexander Hofmann

unread,
Apr 6, 2004, 2:48:29 AM4/6/04
to

"Robert Pflüger" <in...@robertpflueger.com> schrieb im Newsbeitrag
news:407186D0...@robertpflueger.com...

Am Kran wurden Pumpen in den Pumpenkeller runtergelassen (Größter Lastfall).
Noch ist nix passiert...

Was auch Tobias gemeint hat: Man hätte das in der Planung schon
berücksichtigen müssen.
Es gibt also immer noch Statiker, die die Gesamtheit einer Baumaßnahme außer
Acht lassen. Für den Statiker war die Kranbahn nur eine Linienlast. Über den
Rest hat er sich keine Gedanken gemacht.

Alex


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