Hallo,
Rolf Sonofthies wrote:
>
>> In Hamburg
>> von etwas um 70 Millionen auf 570 ist einfach nicht darstellbar.
>
> Was ist da nicht "darstellbar"? Die Steigerung wurde doch nun schon
> ausreichend von Bürgerschaft und diversen Medien dargestellt. Was ist da
> nicht "darstellbar"?
Es ist dem Normalbürger/Steuerzahler nicht darstellbar, wie es zu solchen
Kostensteigerungen kommen konnte, ohne dass es den Verantwortlichen vorher
schon bewusst war. Und das betrifft Auftraggeber und Planer. Das müssen
einfach beide gewusst haben, außer sie waren unfähig oder haben bewusst
gelogen.
>
>> Willst du damit andeuten, dass sich der Planer eine absolutistische
>> Regierung wünscht, um dem Sonnenkönig gleich bauen zu können?
>> Wunschdenken!?
>
> Wie schon richtig geschrieben wurde, ist es extrem schwierig zur
> Realisierung zu kommen, wenn den Entwerfenden und Planenden nicht eine
> oder auch mehrere reale Personen gegenüber stehen, sondern immer wieder
> andere, die nicht wissen (wollen), was ihre Vorgänger gestern
> entschieden haben und warum und die Planung so immer wieder die Richtung
> wechselt. Im Fall Elbphilharmonie hat das zu einem erheblichen Teil an
> der Kostenexplosion geführt - aber nicht allein.
Deswegen gibt es ja auch Verträge die nicht ohne weiteres kündbar sind,
siehe S21. Ist die Planung durch, gelten erst einmal diese Zahlen und
Verträge, will man daran was ändern, sind beide Parteien dazu nötig und auch
dafür verantwortlich.
Dass wie in S21 und Ber die Brandschutzverordnungen nicht berücksichtigt
wurden, ist entweder Unfähigkeit, Faulheit oder kalkuliertes Risiko,
möglicherweise auch absichtliches "Schönrechnen" um die Genehmigung
überhaupt durchzubringen. Das ist in der Vergangenheit immer durchgegangen,
leider wurde dabei der Bürger und die Demokratie übergangen.
>
>> Zweckmäßig bedeutet nicht hässlich
>> oder unattraktiv, ich bin nur der Meinung, dass man in vielen Bauten das
>> Ego des Planers mehr erkennt als den Zweck des Baus.
>
> 1. Die Elbphilharmonie war vom ersten Tag an primär auf "Fernwirkung"
> angelegt (sog. "Bilbao-Effekt"), nicht auf Funktionalität.
Natürlich hat sie eine Funktion zu erfüllen, genau deswegen wurde sie
geplant und das wurde dem Bauherren (genau genommen der Steuerzahler) auch
so erzählt. Schon der Name spiegelt den Zweck wieder. Den Preis zu
verheimlichen/beschönigen ist unaufrichtig.
> 2. Das Ergebnis von Gestaltung zeigt immer die Persönlichkeit,
> meinetwegen auch sas Ego der Gestaltenden, sonst ist es nämlich nicht
> gestaltet, sondern fade und leer. Das fängt beim Löffel an, geht bei
> Popmusik und Literatur und Automobilen weiter und endet bei bildender
> oder darstellender Kunst noch lange nicht.
Wieso sollte Gestaltetes die Persönlichkeit des Schöpfers wiedergeben
müssen? Wäre es nicht vorstellbar dass der Planer versucht die
Persönlichkeit des Auftraggebers oder den Zweck des Objektes wirken zu
lassen.
Nehmen sich die Planer da nicht zu wichtig. Das eine muss das Andere nicht
ausschließen, nur sollte das eine nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt
werden. Ohne Bauherr und Zweck, würde es kein Objekt geben im Gegensatz z.B.
zu Kunst, die keinem Zweck folgen muss und nur ausdrücken und wirken kann
und selbst das nicht muss.
MfG Jo