Normalerweise werden 1,5 kN/ m2 bis 2,0 kn/m2 Verkehrslast angesetzt.
Das entspricht einer Last von 150 - 200 kg/ m2.
Macht für 16 m2: 16 x 150 kg = 2.400 kg fürs Schlafzimmer
Ihr könnt es wagen wenn ihr mit Schrank nicht mehr wie 1.400 kg wiegt,
wo man sich ja nach weihnachtlicher Freßorgie nicht so sicher sein
kann :-)
Gruß
Tobias
Du solltest mit einem guten Vorsatz in das neue Jahr gehen:
Glaube bloß nicht alles, was nino erzählt
Frgae lieber jemanden, der Ahnung hat, den Rohbaustatiker des Gemäuers z.B.
Gruß Johnny
Oliver Fontaine wrote:
> ...
> Betrachtet man den Raum insgesamt bleiben wir trotzdem im grünen Bereich.
> Ist also die vereinzelte Punktüberlastung auf Dauer unkritisch wenn
> insgesamt die Flächenbelastung des Raumes, also hier min 2400 kg nicht
> überschritten wird.
das kommt auch darauf an, ob eine ausreichende Querverteilung der Last
gegeben ist. z.B. bei einer Holzbalkendecke ist diese meist nicht
gegeben, bei einer (kreuzweise bewehrten) Stahlbetondecke schon, bei
Rippen- oder Hohlsteindecken ...
und wenn die Decke nicht einstürzt stellt sich die Frage, ob der
schwimmende Estrich (sofern vorhanden) brechen möge.
> ...
> Ich werde im neuen Jahr auf jedenfalls versuchen den Architekten ausfindig
> zu machen um mir hier grünes Licht geben zu lassen. ...
ich weiß von mehreren Wasserbetten, welche ohne Probleme bzw. ohne
besondere statische Maßnahmen aufgestellt sind.
Gruß,
Robert
Hi Johnny,
>Du solltest mit einem guten Vorsatz in das neue Jahr gehen:
>
>Glaube bloß nicht alles, was nino erzählt
>Frgae lieber jemanden, der Ahnung hat, den Rohbaustatiker des Gemäuers z.B.
Die Decke wird nicht einbrechen - genausowenig wie wenn bei einer
Party sich 30 Leute a 100 kg = 3.000 kg im Schlafzimmer tummeln :-)
Für Garagen die mit PKW bis 2,5 t befahren werden, werden z.B,.
in der Regel 3,5 kN/m2 Verkehrslast angesetzt (abhängig von
Stützweite).
Der PKW stellt aber für die Decke eine Einzellast von 25 kN dar.
Und das hält auch, da der PKW halt größer als 1 m2 ist und der
Regelstellplatz 2,5m x 5m = 12,5 m2 x 3,5 kN/m2 = 43,75 kN aushält.
Ähnlich ist es mit dem Wasserbett :-) :
16 m2 x 1,5 kN/ m2 = 24 kN.
Das Auto gibt seine Last auch punktuel auf die Decke, nämlich ca.
6 kN unter jedem Reifen.
Das Bett gibt max. 2,8 kN pro m2 Stellfläche.
Das kann die Decke locker :-)
Gruß
Tobias
> Das Bett gibt max. 2,8 kN pro m2 Stellfläche.
Weniger. Die Möbelhersteller wollen ihre Produkte ja uneingeschränkt
verkaufen, also auch Altbautauglich, und berücksichtigen, soweit ich
weiß, die zulässigen Belastungsgrenzen der Decke. Jedenfalls tun das die
Bettenhersteller. Wenn man das allerdings auf ein relativ kleines Podest
stellt, kommen noch andere Lastfälle hinzu... ;-)
Gruß,
Elise
>Nun hat mir leider noch keiner auf meine vorhergehende Frage eine Antwort
>geben können. Was muß beachtet werden: Belastbarkeit pro m2 oder
>Gesamtbelastbarkeit eines Raumes? Die natürlich gemäß den entsprechenden
>Vorschriften welches eigentlich genau in der DIN 1055-3 erläutert sein
>müßte.
Zitat:
"....Tresore und dgl. auf Decken in Gebäuden, die nach Abschnitt 3.2
für eine gleichmäßig verteilte Verkehrslast von 1,5 kN/m2 bzw. 2,0
kN/m2 berechnet werden, können unberücksichtigt bleiben, wenn
- das einzelne Gerät die Decke mit höchstens 3,0 kN belastet
- das einzelne Gerät die Decke mit höchstens 5,0 kN belastet und an
einem statisch in Rechnung gestellten Auflager der Decke steht."
Das heißt z.B. das Gerät steht an einer Tragwand. Nun verteilt sich
die Last des Bettes auf eine größere Fläche wie z.B. ein Tresor,
einmal über den Grundrahmen - zum anderen über den schwimmenden
Estrich, daher kein Problem.
Die Verkehrslast wird als gleichmäßig verteilt betrachtet - was aber
nie der Fall ist. Natürlich kann man daher die Verkehrslast nicht
punktuell z.B. in Raummitte ansetzen, da dadurch ein höheres
rechnerisches Maximalmoment (und damit Durchbiegung) in Raummitte
vorhanden wäre als
der statischen Berechnung zu Grunde gelegt - aber die Gesamtsumme der
Verkehrslasten stellt einen Anhaltspunkt dar in welcher Richtung was
machbar ist, zumal eh in der Regel der Hauptteil der Möblierung
entlang der Wände steht.
Sollte die Wand eine leichte Trennwand sein (ohne statische Auflager
unterhalb), wird zur Verkehrslast (bei Trennwänden bis 100 kg/m2)
ein Zuschlag von 0,75 kN/m2 für die Verkehrslast vorgesehen,
also steigt die mögliche Flächenlast auf min 2,25 kN/m2. incl Wand.
Aber das geht dann alles noch um Durchbiegungen, die in der Praxis
so eintreten oder auch nicht - und noch lange nicht um statisches
Versagen des Systems.
Statisch gesehen wirkt die Decke nur über die Durchbiegung, quasi
das Recken der Zugfaser (Armierung) im unteren Deckenbereich.
Daher ist z.B. auf gemauerten Trennwänden immer eine Styropor
fuge vorzusehen, damit durch das Durchbiegen der Decke die
Lasten nicht auf die "leichte Trennwand" übertragen werden - sondern
dorthin wo rechnerisch vorgesehen.
Im ungünstigsten Falle wird also das Wasserbett eine geringe
Mehrdurchbiegung der Deckenplatte bewirken - aber das wird bei
einer Stb - Decke nicht "sichtbar" sein.
Sind 1,5 kN/ m2 angesetzt wird zudem davon ausgegangen, daß
eine ausreichende Querverteilung der Lasten möglich ist ( also
zweiachsig)
Bei einachsigen Systemen (z.B. Holzbalken), werden 2,0 kN/ m2
angesetzt, was auf den Streifen für das Bett ca. 4 x 2 x 2,0 kN =
1.600 kg Verkehrslast ausmacht, davon ca. 800 kg im "Raummitte".
Und dann geht es immer noch um Durchbiegung (l/300 für Holz)
und noch lange nicht um statische Versagen der Konstruktion.
Wegen dem Aquarium würd ich mir überhaupt keine Gedanken machen.
Wenn euch weiterhin die Zweifel plagen müßt ihr halt entweder warten
bis ein Statiker auf die Fragen antwortet, oder wie Mr. Cash
vorgeschlagen hat, den Statiker des Hauses zu Rate ziehen.
Tobias
>Wenn man das allerdings auf ein relativ kleines Podest
>stellt, kommen noch andere Lastfälle hinzu... ;-)
Nun ja, muß gestehen daß ich in meiner Unschuld
keine dynamische Lasten durch eventuelle
"tantrische Übungen" berücksichtige habe :-)
Kenne auch keine Faktoren mit welchen die
beweglichen Lasten multipliziert werden müßten :-)
Vielleicht helfen da die anzusetzenden Horizontal-
Vertikalbeschleunigungen des Erdbebennachweises
weiter.
Denke mal daß mit dem Sicherheitsfaktor 1,6 für
die Vertikalbeschleunigung (z.B. 90 kg x 1,6 =
144 kg) auch diesem Einflußfaktor gebührendem
Respekt erbracht wird... ??
Tobias
Da kann ich dich beruhigen. Bei mir steht auch ein 400l Aquarium, gewicht
mit steinen etc ca. 480 kg auf vier punkten (Stahlgerüst mit 60 x 60 mm und
es steht dort seit ca 12 Jahren.-
> Jedenfalls sind bei unseren Bett und angenommenen 1000kg, wobei das schon
> ein extremer Wert ist, wahrscheinlicher sind eher 8 bis 900 kg, immerhin
> max 3,6 kN pro m2 die über den Sockel abgegeben werden bei 2,8 m2.
> Um euch nun aber vollends zu verwirren solltet Ihr wissen wie so ein
Sockel
> aufgebaut ist. Dies ist ja nicht die eine große Fläche sondern ein Rahmen
> und in diesem Rahmen sind Kolzkreuze verteilt die die Last der
> Bettbodenplatte tragen. Würde ich nun allein die tatsächliche Oberfläche
der
> Kolzkreuze und des Rahmens ausrechnen käme ich bei 19mm MDF Holzstärke auf
> einen verschwindend geringe Oberfläche die tatsächlich zur
Gewichtsableitung
> genutzt wird, und dem entsprechen absoluten Spitzenwerte in diesen
> Bereichen.
> Nun der rahmen hält es, liebe Elise auch bei anderen "Lastfällen" und die
> Decke anscheined auch.
> Nun hat mir leider noch keiner auf meine vorhergehende Frage eine Antwort
Es handelt sich hier auf jeden fall um eine Punktbelastung, die sich nicht
einfach auf die tragfähigkeit pro m² umschlagen läßt.
Beispiel: Nimm mal nicht dein feudales wasserbett, sondern stell dir mal ein
rollrost vor. Dies hat eine Tragfähigkeit von bist zu 160 kg. Legt sich also
ein Mensch mit 160 Kg auf dieses Bett ist sein gewicht gleichmäßig verteilt,
und das Rost hält. Kniet er sich jetzt auf das Bett, istz seine last auf
vier Punkte verteilt (2x Knie und 2x Fuß). Das HAuprgewicht liegt je nach
Position des Oberkörpers in dieser Haltung auf den Knien und es ist doch
wahrscheinlich, das die Latten brechen, obwohl auf die Gesamtfläche gesehen
nicht mehr Gewicht wirkt.
Also folglich mußt du von der Punk tbelastung ausgehen.
Hierzu würde ich empfehlen mal in den Schneider , Bautabellenbuch für
INgeniuere oder Architekten, zu sehen und mal nach den Berechnungen für
Fundamente nachzuschlagen. Hier sei die Grundfläche deines Bettfußes die
Fundamentfläche. Du wirst jedoch mit sicherheit auch den Hinweis finden, daß
bei Decken für solche Fälle wie den Deinen Sicherheiten aufgeschlagen
werden.
nun auch noch die Antwort vom Statiker.
Oliver Fontaine schrieb zuvor:
>
> schnip <
>
> Nun hat mir leider noch keiner auf meine vorhergehende Frage eine Antwort
> geben können. Was muß beachtet werden: Belastbarkeit pro m2 oder
> Gesamtbelastbarkeit eines Raumes? Die natürlich gemäß den entsprechenden
> Vorschriften welches eigentlich genau in der DIN 1055-3 erläutert sein
> müßte.
zur Nutzlast 1,50 kN/m2 bei ausreichender Querverteilung (z.B. bei
Betondecke) werden im Mauerwerksbau 1,25 kN/m2 als Trennwandzuschlag
dazugerechnet, auch da, wo (noch) keine Trennwände (11,5 cm) vorgesehen
sind. Die von nino später erwähnten 0,75 kN/m2 Zuschlag werden nur bei
leicht(est)er Ständerbauweise verwendet.
nino schrieb weiter:
Das Zitat gilt natürlich ebenfalls, Zitat:
> "....Tresore und dgl. auf Decken in Gebäuden, die nach Abschnitt 3.2
> für eine gleichmäßig verteilte Verkehrslast von 1,5 kN/m2 bzw.
> 2,0 kN/m2 berechnet werden, können unberücksichtigt bleiben, wenn
>
> - das einzelne Gerät die Decke mit höchstens 3,0 kN belastet
>
> - das einzelne Gerät die Decke mit höchstens 5,0 kN belastet und an
> einem statisch in Rechnung gestellten Auflager der Decke steht."
Dazu meine ich, daß die rechnerischhen Ausführungen des Statiker immer
mit fachmännischem Blick auf das verwendete Material und die Ausführung
betrachtet werden müssen. Z.B. macht das bereits der Konstrukteur, wenn
er die Berechnung zu einen Bewehrungsplan weiterverarbeitet. Steht da
z.B. 0,48 cm2/m2 Bewehrung, verlegt er z.B. 2,95 cm2/m2 aus
konstruktiven Gründen, oder weil die Matte aus einem anderen Deckenteil
noch "übrig" ist.
Also, erst werden mit FE-Berechnungen kleinste Stahleinlagen
nachgewiesen, Dann im Bewehrungsplan kräftige Eisen verlegt. Somit trägt
(fast) jedes Bauteil deutlich mehr, als die Nutzlastvorgabe aus DIN 1053
für die Berechnung vorgibt.
Eine schöne Glosse zu "Statiker und Statik" bietet Thomas Kaeder bei
http://www.statikonline.de, die ich hier auszugsweise anführe:
Definition: Statik und Statiker
-------------------------------
Ursprünglich einmal als "Lehre der Untersuchung des Gleichgewichts von
Kräften" gedacht, hat sich für die Statik vereinfachend in
Teilfachkreisen
(Architekten, Bauherren u. ä.) lägst eine neue triviale Definition
entwickelt:
Die Statik ist der tragende Bestandteil eines Gebäudes, sozusagen das,
was
es Stabil macht. So etwas ist sehr abstrakt und wird deshalb auch nicht
geplant, konstruiert oder gar gebaut, sondern gerechnet.
Womit wir gleich bei der Definition des Statikers wären:
Ein Statiker ist eine Person, die sogenannte "Statiken" rechnet. Hierbei
ist das menschliche Geschlecht dieser Person irrelevant, da diese Person
beiderlei Geschlechts sein kann. Es gilt grundsätzlich die männliche
Form von Statiker, genau wie grundsätzlich die weibliche Form für die
Statik gilt. Der Statiker und die Statik bilden eine Einheit, in der
beide ohne die gleichzeitige Existenz des jeweils anderen Elementes
nicht existieren würde.
Was ein Statiker tut
--------------------
Wie oben beschrieben, sollte die Haupttätigkeit eines Statikers
eigentlich in der Berechnung von Statiken bestehen. Tut es aber nicht.
Wir Insider wissen es besser:
Die meiste Zeit verbringt der Statiker mit der Vermeidung von Berechnung
von Statiken.
Dies ist nur oberflächlich betrachtet (siehe Teilfachkreise) ein
Widerspruch, denn der Statiker kennt als einziger die wichtige Beziehung
zwischen aufwendiger Konstruktion und teuerem Bauen. D. h. je weniger
gerechnet werden muß, desto einfacher die Konstruktion, desto
preiswerter das Bauwerk. Deshalb ist der Statiker im Interesse des
Bauherren immer daran interessiert möglichst wenig zu rechnen.
Zitat Ende.
Ich empfehle, weiter bei http://www.statikonline.de weiterzulesen.
Und allen einen guten Rutsch ins Jahr 2001!
(das echte Millenium)
--
______________
und /schüüüüüüüß
Joachim Fuchsberger
> Denke mal daß mit dem Sicherheitsfaktor 1,6 für
> die Vertikalbeschleunigung (z.B. 90 kg x 1,6 =
> 144 kg) auch diesem Einflußfaktor gebührendem
> Respekt erbracht wird... ??
Von dieser Methode habe ich noch nie gehört,
aber Du wirst schon recht haben ;-)
Ich rechne eigentlich höchst selten etwas, sondern
beschränke mich darauf, zu den Statikern, die ich
kenne, ein gutes Verhältnis zu pflegen :-)
Gruß,
Elise
> Eigentlich wollte ich demnächst noch ein großes Aquarium aufstellen. ...
Das Thema wurde hier im Juni '00 schon mal behandelt, vielleicht willst
Du bei deja nachsehen: "Traegt der Fussboden ein grosses Aquarium?"
> Was muß beachtet werden: Belastbarkeit pro m2 oder
> Gesamtbelastbarkeit eines Raumes?
Belastbarkeit pro m2.
Gruß,
Elise