beim Neubau eines EFH -normales Satteldach (Pfettendach)- will der
Bauleiter auf Windrispenbänder zur Aussteifung des Dachstuhls in
Gebäudelängsrichtung verzichten.
Er ist der Meinung, daß die Dachschalung (d=24mm) diesen Zweck mehr als
ausreichend erfüllen würde. Meiner Meinung nach ist das Quatsch.
Aber rein interessehalber:
Das Haus mißt im Grundriß 8.00x10.00 m.
WIE weist man in diesem Fall die Aussteifung (Scheibenwirkung der nur an
den Sparren angenagelten, untereinander nicht verbundenen, sägerauhen
Schalungsbretter) nach?
Ich bitte um Literaturangaben.
MFG
J. Tremmel
Josef Tremmel schrieb:
Erläuterung E 10.4 zu DIN 1052-1 Abschn. 10.4:
"Mit Dachschalungen aus Einzelbrettern allein ist nur eine geringe
aussteifende Wirkung zu erzielen ([10/12] bis [10/14]), so daß die
rechtwinklig zu den Unterstützungen (Pfetten, Binder) verlaufenden
Schalbretter in der Regel bloß zur Weiterleitung der seitlichen
Stützkräfte dienen können ([10/15]). Nur bei Einhaltung der in Abschnitt
10.4 <Anm.: gemeint ist im Normtext der DIN 1052-1> genannten
konstruktiven Regeln genügt eine Dachschalung, um eine ausreichende
Stabilisierung der Druckgurte von Fachwerkträgern oder anderen
Dachbindern zu gewährleisten, so daß ein besonderer Aussteifungsverband
entbehrlich ist <Anm.: diese Regeln sind auch in einem instruktiven Bild
(Bild 10/11) grafisch erläutert>. ...
<Anm.: und der wichtigste Passus:> Zur Aufnahme von Windlasten, die in
Richtung der Bretterschalung wirken, sind Dachschalungen nicht geeignet;
hierfür sind zusätzliche Konstruktionen erforderlich."
[Brüninghoff, Cyron u.a.: Holzbauwerke. Eine ausfürliche Erläuterung zu
DIN 1052 Teil 1 bis 3. Beuth-Kommentare - gibt's mittlerweile in einer
neuen Auflage]
Literaturstellen:
[10/12] Beck/Schneider: Die aussteifende Wirkung genagelter
Bretterschalung bei gedrückten Gurten. In: Bauingenieur 44 (1969), S.
22-27
[10/13] Heckeroth: Über die aussteifende Wirkung eilagig genagelter
Brettscheiben. In: Bautechnik 46 (1969), S. 401-405
[10/14] Heiße: Aussteifende Wirkung genagelter Brettscheiben. In:
Bautechnik 45 (1968), S. 260-262
[10/15] Cziesielski/Wagner: Dachscheiben aus Bretter. Forschungsbericht
1981
Außerdem gibt es ein schönes Heft des Informationsdienst Holz
(www.argeholz.de) aus der Reihe holzbau handbuch (Reihe 2
Tragwerksplanung Teil 3 Dachbauteile Folge 1 Berechnungsgrundlagen,
Schalung, Lattung), in dem diese Regeln auch noch einmal ausgeführt
werden. Diese Schrift kann i.d.R. kostenlos über obige Web-Adresse
bestellt werden.
Mit freundlichem Gruß / With best regards
Berthold Alsheimer
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Berthold Alsheimer Dipl.-Ing. - Ingenieurbüro Hans Alsheimer
Tragwerksplanung Baustatik Bauphysik Energieberatung
snail: Ungarndeutsche Straße 55 D-91567 Herrieden
fon: +49-9825-311 fax: 1404 e-mail: IB.Als...@t-online.de
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> Hallo zusammen,
>
> beim Neubau eines EFH -normales Satteldach (Pfettendach)- will der
> Bauleiter auf Windrispenbänder zur Aussteifung des Dachstuhls in
> Gebäudelängsrichtung verzichten.
> Er ist der Meinung, daß die Dachschalung (d=24mm) diesen Zweck mehr als
> ausreichend erfüllen würde.
Hi Josef,
der Mann hat recht; dann allerdings muß die Schalung aber (mit springendem
Stoß) diagonal eingebracht werden, oder eine zweilagige (ebenfalls mit vers.
Stoß) eingebrachte Spanplatte tut's denn auch.
> (Scheibenwirkung der nur an
> den Sparren angenagelten, untereinander nicht verbundenen, sägerauhen
> Schalungsbretter) nach?
Das darf natürlich nich sein!
Beste Grüße, Dirk
> Josef Tremmel schrieb:
> > beim Neubau eines EFH -normales Satteldach (Pfettendach)- will der
> > Bauleiter auf Windrispenbänder zur Aussteifung des Dachstuhls in
> > Gebäudelängsrichtung verzichten.
> > Er ist der Meinung, daß die Dachschalung (d=24mm) diesen Zweck mehr als
> > ausreichend erfüllen würde.
> der Mann hat recht; dann allerdings muß die Schalung aber (mit springendem
> Stoß) diagonal eingebracht werden, oder eine zweilagige (ebenfalls mit vers.
> Stoß) eingebrachte Spanplatte tut's denn auch.
Kann man darin auch Öffnungen (Dachflächenfenster) vorsehen, ohne daß
die aussteifende Wirkung aufgehoben wird?
Gruß,
Elise
> Kann man darin auch Öffnungen (Dachflächenfenster) vorsehen, ohne daß
> die aussteifende Wirkung aufgehoben wird?
Hi Elise,
grundsätzlich ja; "endlos" große Öffnungen heben die Aussteifung natürlich auf -
es kommt eben auf das Maß an. Grundsätzlich sollte jedoch entgegen der Angaben der
Dachflächenfenster-Hersteller auf jeden Fall unter- und oberhalb der Fenster ein
Wechsel zwischen die Sparren gezogen werden.
Beste Grüße, Dirk
Spanplatte geht auch einlagig mit Nut + Feder, bei Mindestkantenlänge
von 1 m. Dann ist aber der Diffusionswiderstand für ein unbelüftetes
Dach zu groß.
neuerdings kann man auch mit Gipskartonplatten aussteifen, ein
Hersteller ( der Name ist mir entfallen :-) ) hat eine BAZ dafür.
Viele Grüße
Werner Reimann
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.
> > Kann man darin auch Öffnungen (Dachflächenfenster) vorsehen, ohne daß
> > die aussteifende Wirkung aufgehoben wird?
> grundsätzlich ja; "endlos" große Öffnungen heben die Aussteifung natürlich auf -
> es kommt eben auf das Maß an. Grundsätzlich sollte jedoch entgegen der Angaben der
> Dachflächenfenster-Hersteller auf jeden Fall unter- und oberhalb der Fenster ein
> Wechsel zwischen die Sparren gezogen werden.
Die Aussteifung mittels Schalung ist zwar teurer, aber auch flexibler,
im Hinblick darauf, daß DF-fenster nachträglich und genehmigungsfrei
eingebaut werden können.
Bei einem Stahlskelettbau habe ich erlebt, daß der Windverband
zugunsten einer Türöffnung herausgeschnitten wurde....
O-ton: "Da war sowieso keine Spannung drauf, haben wir vorher
extra nachgeprüft." ... ;-)
Gruß,
Elise
Hallo,
>Spanplatte geht auch einlagig mit Nut + Feder, bei Mindestkantenlänge
>von 1 m. Dann ist aber der Diffusionswiderstand für ein unbelüftetes
>Dach zu groß.
geht bei Aussenwänden doch auch, oder?
Henning
> >Spanplatte geht auch einlagig mit Nut + Feder, bei Mindestkantenlänge
> >von 1 m. Dann ist aber der Diffusionswiderstand für ein unbelüftetes
> >Dach zu groß.
>
> geht bei Aussenwänden doch auch, oder?
>
Ich wollte gerade ja sagen, aber ich sag lieber: Wenn tragende
Beplankung, dann natürlich nur ohne Stoß, dann gilt nicht nur die
Mindestkantenlänge. Nur aussteifend: 1 Stoß / Gefach erlaubt.
( BTW Fermacell hat eine BAZ für aussteifende Wirkung als
Außenbeplankung, wenn mit >= 3 cm WDVS abgedeckt. Vorteil : 3m-Platten
kriegt man recht gut. Theoretisch ist DWD wohl besser, aber praktisch
war es vor ca 6 Monaten eben nicht lieferbar oder nur lastzugweise. )
>ch wollte gerade ja sagen, aber ich sag lieber: Wenn tragende
>Beplankung, dann natürlich nur ohne Stoß, dann gilt nicht nur die
>Mindestkantenlänge. Nur aussteifend: 1 Stoß / Gefach erlaubt.
>( BTW Fermacell hat eine BAZ für aussteifende Wirkung als
>Außenbeplankung, wenn mit >= 3 cm WDVS abgedeckt. Vorteil : 3m-Platten
>kriegt man recht gut. Theoretisch ist DWD wohl besser, aber praktisch
>war es vor ca 6 Monaten eben nicht lieferbar oder nur lastzugweise. )
Am einfachsten ist eine Rauhspundschalung, abwechseln diagonal
über die Gefache genagelt. Das kann auf Abstand geschehen und die
Hütte steht wie ne 1.
Gruß
Tobias
Dann aber ist eine Schalung mit Nut und Feder anzuordnen.
MfG
Hartmut Albrecht
<wern...@my-deja.com> schrieb im Newsbeitrag
news:9132g7$it2$1...@nnrp1.deja.com...
>Dann aber ist eine Schalung mit Nut und Feder anzuordnen.
Und da ist dann eine Windrispe am einfachsten einzubauen :-)
Gruß
Tobias
>Falschen Absatz zitiert?
>Wäre sonst doppelt gemoppelt :-)
Schuldigung - war gemeint einfacher Windrispe
statt Schalung :-)
Gruß
Tobias