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Holzbau: Dachschalung als Aussteifung????

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Josef Tremmel

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Dec 4, 2000, 6:48:10 PM12/4/00
to
Hallo zusammen,

beim Neubau eines EFH -normales Satteldach (Pfettendach)- will der
Bauleiter auf Windrispenbänder zur Aussteifung des Dachstuhls in
Gebäudelängsrichtung verzichten.
Er ist der Meinung, daß die Dachschalung (d=24mm) diesen Zweck mehr als
ausreichend erfüllen würde. Meiner Meinung nach ist das Quatsch.
Aber rein interessehalber:
Das Haus mißt im Grundriß 8.00x10.00 m.
WIE weist man in diesem Fall die Aussteifung (Scheibenwirkung der nur an
den Sparren angenagelten, untereinander nicht verbundenen, sägerauhen
Schalungsbretter) nach?
Ich bitte um Literaturangaben.

MFG

J. Tremmel

Berthold Alsheimer

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Dec 5, 2000, 2:39:31 AM12/5/00
to
Hallo Josef,

Josef Tremmel schrieb:

Erläuterung E 10.4 zu DIN 1052-1 Abschn. 10.4:
"Mit Dachschalungen aus Einzelbrettern allein ist nur eine geringe
aussteifende Wirkung zu erzielen ([10/12] bis [10/14]), so daß die
rechtwinklig zu den Unterstützungen (Pfetten, Binder) verlaufenden
Schalbretter in der Regel bloß zur Weiterleitung der seitlichen
Stützkräfte dienen können ([10/15]). Nur bei Einhaltung der in Abschnitt
10.4 <Anm.: gemeint ist im Normtext der DIN 1052-1> genannten
konstruktiven Regeln genügt eine Dachschalung, um eine ausreichende
Stabilisierung der Druckgurte von Fachwerkträgern oder anderen
Dachbindern zu gewährleisten, so daß ein besonderer Aussteifungsverband
entbehrlich ist <Anm.: diese Regeln sind auch in einem instruktiven Bild
(Bild 10/11) grafisch erläutert>. ...
<Anm.: und der wichtigste Passus:> Zur Aufnahme von Windlasten, die in
Richtung der Bretterschalung wirken, sind Dachschalungen nicht geeignet;
hierfür sind zusätzliche Konstruktionen erforderlich."
[Brüninghoff, Cyron u.a.: Holzbauwerke. Eine ausfürliche Erläuterung zu
DIN 1052 Teil 1 bis 3. Beuth-Kommentare - gibt's mittlerweile in einer
neuen Auflage]

Literaturstellen:
[10/12] Beck/Schneider: Die aussteifende Wirkung genagelter
Bretterschalung bei gedrückten Gurten. In: Bauingenieur 44 (1969), S.
22-27
[10/13] Heckeroth: Über die aussteifende Wirkung eilagig genagelter
Brettscheiben. In: Bautechnik 46 (1969), S. 401-405
[10/14] Heiße: Aussteifende Wirkung genagelter Brettscheiben. In:
Bautechnik 45 (1968), S. 260-262
[10/15] Cziesielski/Wagner: Dachscheiben aus Bretter. Forschungsbericht
1981

Außerdem gibt es ein schönes Heft des Informationsdienst Holz
(www.argeholz.de) aus der Reihe holzbau handbuch (Reihe 2
Tragwerksplanung Teil 3 Dachbauteile Folge 1 Berechnungsgrundlagen,
Schalung, Lattung), in dem diese Regeln auch noch einmal ausgeführt
werden. Diese Schrift kann i.d.R. kostenlos über obige Web-Adresse
bestellt werden.

Mit freundlichem Gruß / With best regards

Berthold Alsheimer

--------------------------------------------------------------
Berthold Alsheimer Dipl.-Ing. - Ingenieurbüro Hans Alsheimer
Tragwerksplanung Baustatik Bauphysik Energieberatung
snail: Ungarndeutsche Straße 55 D-91567 Herrieden
fon: +49-9825-311 fax: 1404 e-mail: IB.Als...@t-online.de
--------------------------------------------------------------

Dirk Scriba

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
Josef Tremmel schrieb:

> Hallo zusammen,
>
> beim Neubau eines EFH -normales Satteldach (Pfettendach)- will der
> Bauleiter auf Windrispenbänder zur Aussteifung des Dachstuhls in
> Gebäudelängsrichtung verzichten.
> Er ist der Meinung, daß die Dachschalung (d=24mm) diesen Zweck mehr als
> ausreichend erfüllen würde.

Hi Josef,
der Mann hat recht; dann allerdings muß die Schalung aber (mit springendem
Stoß) diagonal eingebracht werden, oder eine zweilagige (ebenfalls mit vers.
Stoß) eingebrachte Spanplatte tut's denn auch.

> (Scheibenwirkung der nur an
> den Sparren angenagelten, untereinander nicht verbundenen, sägerauhen
> Schalungsbretter) nach?

Das darf natürlich nich sein!

Beste Grüße, Dirk

Elise Bloss

unread,
Dec 5, 2000, 3:00:00 AM12/5/00
to
Dirk Scriba <dasc...@t-online.de> wrote:

> Josef Tremmel schrieb:

> > beim Neubau eines EFH -normales Satteldach (Pfettendach)- will der
> > Bauleiter auf Windrispenbänder zur Aussteifung des Dachstuhls in
> > Gebäudelängsrichtung verzichten.
> > Er ist der Meinung, daß die Dachschalung (d=24mm) diesen Zweck mehr als
> > ausreichend erfüllen würde.

> der Mann hat recht; dann allerdings muß die Schalung aber (mit springendem


> Stoß) diagonal eingebracht werden, oder eine zweilagige (ebenfalls mit vers.
> Stoß) eingebrachte Spanplatte tut's denn auch.

Kann man darin auch Öffnungen (Dachflächenfenster) vorsehen, ohne daß
die aussteifende Wirkung aufgehoben wird?

Gruß,
Elise

Dirk Scriba

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
Elise Bloss schrieb:

> Kann man darin auch Öffnungen (Dachflächenfenster) vorsehen, ohne daß
> die aussteifende Wirkung aufgehoben wird?

Hi Elise,
grundsätzlich ja; "endlos" große Öffnungen heben die Aussteifung natürlich auf -
es kommt eben auf das Maß an. Grundsätzlich sollte jedoch entgegen der Angaben der
Dachflächenfenster-Hersteller auf jeden Fall unter- und oberhalb der Fenster ein
Wechsel zwischen die Sparren gezogen werden.
Beste Grüße, Dirk


wern...@my-deja.com

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to

> der Mann hat recht; dann allerdings muß die Schalung aber (mit
> springendem
> Stoß) diagonal eingebracht werden, oder eine zweilagige (ebenfalls
> mit vers.
> Stoß) eingebrachte Spanplatte tut's denn auch.

Spanplatte geht auch einlagig mit Nut + Feder, bei Mindestkantenlänge
von 1 m. Dann ist aber der Diffusionswiderstand für ein unbelüftetes
Dach zu groß.

neuerdings kann man auch mit Gipskartonplatten aussteifen, ein
Hersteller ( der Name ist mir entfallen :-) ) hat eine BAZ dafür.

Viele Grüße
Werner Reimann


Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.

Elise Bloss

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
Dirk Scriba <dasc...@t-online.de> wrote:

> > Kann man darin auch Öffnungen (Dachflächenfenster) vorsehen, ohne daß
> > die aussteifende Wirkung aufgehoben wird?

> grundsätzlich ja; "endlos" große Öffnungen heben die Aussteifung natürlich auf -


> es kommt eben auf das Maß an. Grundsätzlich sollte jedoch entgegen der Angaben der
> Dachflächenfenster-Hersteller auf jeden Fall unter- und oberhalb der Fenster ein
> Wechsel zwischen die Sparren gezogen werden.

Die Aussteifung mittels Schalung ist zwar teurer, aber auch flexibler,
im Hinblick darauf, daß DF-fenster nachträglich und genehmigungsfrei
eingebaut werden können.

Bei einem Stahlskelettbau habe ich erlebt, daß der Windverband
zugunsten einer Türöffnung herausgeschnitten wurde....
O-ton: "Da war sowieso keine Spannung drauf, haben wir vorher
extra nachgeprüft." ... ;-)

Gruß,
Elise

henning holzapfel

unread,
Dec 6, 2000, 3:00:00 AM12/6/00
to
On Wed, 06 Dec 2000 10:10:16 GMT, wern...@my-deja.com wrote:

Hallo,

>Spanplatte geht auch einlagig mit Nut + Feder, bei Mindestkantenlänge
>von 1 m. Dann ist aber der Diffusionswiderstand für ein unbelüftetes
>Dach zu groß.

geht bei Aussenwänden doch auch, oder?

Henning

wern...@my-deja.com

unread,
Dec 8, 2000, 11:17:27 AM12/8/00
to

> >Spanplatte geht auch einlagig mit Nut + Feder, bei Mindestkantenlänge
> >von 1 m. Dann ist aber der Diffusionswiderstand für ein unbelüftetes
> >Dach zu groß.
>
> geht bei Aussenwänden doch auch, oder?
>

Ich wollte gerade ja sagen, aber ich sag lieber: Wenn tragende
Beplankung, dann natürlich nur ohne Stoß, dann gilt nicht nur die
Mindestkantenlänge. Nur aussteifend: 1 Stoß / Gefach erlaubt.
( BTW Fermacell hat eine BAZ für aussteifende Wirkung als
Außenbeplankung, wenn mit >= 3 cm WDVS abgedeckt. Vorteil : 3m-Platten
kriegt man recht gut. Theoretisch ist DWD wohl besser, aber praktisch
war es vor ca 6 Monaten eben nicht lieferbar oder nur lastzugweise. )

nino

unread,
Dec 9, 2000, 5:56:45 AM12/9/00
to
On Fri, 08 Dec 2000 16:17:27 GMT, wern...@my-deja.com wrote:

>ch wollte gerade ja sagen, aber ich sag lieber: Wenn tragende
>Beplankung, dann natürlich nur ohne Stoß, dann gilt nicht nur die
>Mindestkantenlänge. Nur aussteifend: 1 Stoß / Gefach erlaubt.
>( BTW Fermacell hat eine BAZ für aussteifende Wirkung als
>Außenbeplankung, wenn mit >= 3 cm WDVS abgedeckt. Vorteil : 3m-Platten
>kriegt man recht gut. Theoretisch ist DWD wohl besser, aber praktisch
>war es vor ca 6 Monaten eben nicht lieferbar oder nur lastzugweise. )

Am einfachsten ist eine Rauhspundschalung, abwechseln diagonal
über die Gefache genagelt. Das kann auf Abstand geschehen und die
Hütte steht wie ne 1.

Gruß

Tobias

wern...@my-deja.com

unread,
Dec 11, 2000, 12:22:24 PM12/11/00
to

> Am einfachsten ist eine Rauhspundschalung, abwechseln diagonal
> über die Gefache genagelt. Das kann auf Abstand geschehen und die
> Hütte steht wie ne 1.
>
Das ist natürlich richtig.
Wenn man aber verputzen will, würde ich das nicht tun.
Rauhspund ist teurer als die FC-Platte, und wetterfest auch nicht.

Hartmut Albrecht

unread,
Dec 23, 2000, 1:25:24 PM12/23/00
to
Wenn eine Dachschalung als Aussteifung eines Daches dienen soll, muß die
Schalung als Windscheibe funktionieren können.

Dann aber ist eine Schalung mit Nut und Feder anzuordnen.

MfG

Hartmut Albrecht


<wern...@my-deja.com> schrieb im Newsbeitrag
news:9132g7$it2$1...@nnrp1.deja.com...

nino

unread,
Dec 26, 2000, 6:05:57 PM12/26/00
to
On Sat, 23 Dec 2000 19:25:24 +0100, "Hartmut Albrecht"
<Hartmut....@t-online.de> wrote:

>Dann aber ist eine Schalung mit Nut und Feder anzuordnen.

Und da ist dann eine Windrispe am einfachsten einzubauen :-)

Gruß

Tobias

Elise Bloss

unread,
Dec 27, 2000, 8:35:31 AM12/27/00
to
nino <ni...@cotse.com> wrote:

Falschen Absatz zitiert?
Wäre sonst doppelt gemoppelt :-)

Gruß,
Elise

nino

unread,
Dec 27, 2000, 1:37:00 PM12/27/00
to
On Wed, 27 Dec 2000 14:35:31 +0100, Elise Bloss <eb...@gmx.de> wrote:

>Falschen Absatz zitiert?
>Wäre sonst doppelt gemoppelt :-)

Schuldigung - war gemeint einfacher Windrispe
statt Schalung :-)

Gruß

Tobias

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