Folgendes Problem: Meine Schwester möchte sich eine Garage bauen. Masse:
vorn (Torseite) 5m breit, hinten 7m breit und insgesamt etwa 7m lang
die Decke soll etwa 17cm stark ausgebildet werden und frei aufliegen
Nun habe ich einen Statiker befragt, der meinte wie 1m breiten Balken mit
ql^2/8 bemessen.
Ich habe Eigengewicht von etwa 6kN/m + Verkehrslast von 2kN/m. Damit komme
ich auf ein Moment von 49kNm. Ist das nicht etwas hoch?
Mit dem Programm Stahlbetonbemessung von Hucke&Pülz komme ich auf eine
erforderliche Zugbewehrung von a = 13,8 cm^2/m.. Ist das nicht etwas viel.
An die Statiker bzw. Statik-Erfahrenen unter Euch:
Sind meine Annahmen und Berechnungen richtig? Oder ist die Decke
hoffnungslos überdimensioniert? Ein bekannter Polier meinte eine normale
Q-Matte und im Bereich der größten lichten Weite ein paar zusätzliche
Stangen einbringen fertig.
Ach ja, welche Randbewehrung bzw. konstruktive Bewehrung ist erforderlich?
Vielen Dank im Voraus!
Hat die Platte auf der Torseite und auf der gegenüberliegenden Seite auch
ein Auflager (Randbalken, Wand) oder nicht?
Für eine einachsig gespannte 7 m lange Platte reicht diese Decke nicht aus.
Faustformel: d >= L/35 + 0.03 (einachsig gespannt, keine Trennwände).
Sonst gibt es zu große Durchbiegungen
>
> Nun habe ich einen Statiker befragt, der meinte wie 1m breiten Balken mit
> ql^2/8 bemessen.
> Ich habe Eigengewicht von etwa 6kN/m + Verkehrslast von 2kN/m. Damit komme
> ich auf ein Moment von 49kNm. Ist das nicht etwas hoch?
Würde für den 7 m langen Streifen stimmen.
Wenn die Platte aber zweichachsig gespannt ist, dann nicht,
dann wird es günstiger.
>
> Mit dem Programm Stahlbetonbemessung von Hucke&Pülz komme ich auf eine
> erforderliche Zugbewehrung von a = 13,8 cm^2/m.. Ist das nicht etwas viel.
Eher etwas knapp (aber nur für den 7m langen Streifen).
>
> An die Statiker bzw. Statik-Erfahrenen unter Euch:
>
> Sind meine Annahmen und Berechnungen richtig? Oder ist die Decke
> hoffnungslos überdimensioniert? Ein bekannter Polier meinte eine normale
> Q-Matte und im Bereich der größten lichten Weite ein paar zusätzliche
> Stangen einbringen fertig.
Der Polier denkt wohl gleich über einen Sanierungsauftrag nach.
>
> Ach ja, welche Randbewehrung bzw. konstruktive Bewehrung ist erforderlich?
>
Erst muss das System klar sein
Gruß
E. Sauer
Thomas Heykamps schrieb:
> Guten Morgen NG!
>
> Folgendes Problem: Meine Schwester möchte sich eine Garage bauen. Masse:
>
> vorn (Torseite) 5m breit, hinten 7m breit und insgesamt etwa 7m lang
> die Decke soll etwa 17cm stark ausgebildet werden und frei aufliegen
>
> Nun habe ich einen Statiker befragt, der meinte wie 1m breiten Balken mit
> ql^2/8 bemessen.
> Ich habe Eigengewicht von etwa 6kN/m + Verkehrslast von 2kN/m. Damit komme
> ich auf ein Moment von 49kNm. Ist das nicht etwas hoch?
bei 7m kommt bei mir auch 49 kNm raus - allerdings fehlen die Auflagerlängen
>
> Mit dem Programm Stahlbetonbemessung von Hucke&Pülz komme ich auf eine
> erforderliche Zugbewehrung von a = 13,8 cm^2/m.. Ist das nicht etwas viel.
>
> An die Statiker bzw. Statik-Erfahrenen unter Euch:
>
> Sind meine Annahmen und Berechnungen richtig? Oder ist die Decke
> hoffnungslos überdimensioniert? Ein bekannter Polier meinte eine normale
> Q-Matte und im Bereich der größten lichten Weite ein paar zusätzliche
> Stangen einbringen fertig.
was ist den eine "normale" Q-Matte? 513A, 377A, 335A?
>
> Ach ja, welche Randbewehrung bzw. konstruktive Bewehrung ist erforderlich?
>
> Vielen Dank im Voraus!
>
>
Sebastian
Thomas Heykamps schrieb:
Die Berechnung nach ql^2/8 ist sicher vereinfachend und auf der sicheren
Seite liegend. Man kann die Decke auch vierseitig gelagert berechnen,
da die Ecken jedoch nicht gegen Abheben gesichert werden können, oder
Verankerung der Deckenecken (tolles Wort) bis in die Fundamente, wird
die Addition der Bewehrung in X- und Y-Richtung in etwa auf das gleiche
Ergebnis führen (drillweich), die Bewehrung entspricht dann aber eher der
tatsächlichen Lastabtragung.
Eine Bewehrung mit Rundstahl UND Matten kann zu Gewichtsersparungen
der Bewehrung führen, ist aber mit erhöhtem Arbeitsaufwand verbunden.
Prüfe mal die Lastannahmen: Eigengewicht 0.17 x 25 = 4.25 kN/m2
+ Ausstattung, welcher Aufbau?
+ Nutzlast, welche Nutzung ist für die Garagendecke vorgesehen?
Dachterrasse oder nur Schneelast von 0.75 kN/m2 ?
Bei drillsteifer Berechnung der Decke ist oben im Bereich der Ecken Bewehrung
in Größenordnung der Feldbewehrung erforderlich, ansonsten ein Randstreifen
umlaufend von ca 60 cm Breite mit ca 2.00 cm2/m.
Allen Berechnungen zum trotz, die möglichen finanziellen Einsparungen auf
der Stahlseite werden sicherlich 100 Euro nicht überschreiten.
Jürgen
>Folgendes Problem: Meine Schwester möchte sich eine Garage bauen. Masse:
>
>vorn (Torseite) 5m breit, hinten 7m breit und insgesamt etwa 7m lang
>die Decke soll etwa 17cm stark ausgebildet werden und frei aufliegen
>
>[Bewehrung für Betondecke]
>
>An die Statiker bzw. Statik-Erfahrenen unter Euch:
>
>Sind meine Annahmen und Berechnungen richtig? Oder ist die Decke
>hoffnungslos überdimensioniert? Ein bekannter Polier meinte eine normale
>Q-Matte und im Bereich der größten lichten Weite ein paar zusätzliche
>Stangen einbringen fertig.
Muß es Beton sein? Wie werden denn die Wände ausgebildet?
Prüfe doch einmal ob Du mit einem Stahlträger in Feldmitte
und Holzsparren nicht besser hinkommst.
Habe selber so gebaut und den Träger mittels Wippe hochgebracht.
Ortbeton lohnt eigentlich nur, wenn man eh Schalung und Beton
in der Nähe hat.
Gruß
Ingo
ich weiß nicht ob du Statiker bist. Wenn nicht, dann würde ich auch diese
einfache Berechnung von einem Statiker machen lassen. Denke bitte an die
Haftung! (Decke fällt runter, Auto kaputt...)
Ansonsten würde ich sagen, dass die Bewehrungsmenge auf der sicheren Seite
liegt. Ich habe mal eine vierseitig gelagerte Platte gerechnet. Da kommt
m-x 13 kN/m/m und m-y=10,5 kN/m/m raus. Verwende diese Werte auf keinen
Fall zur Bemessung!!! Bei einer vierseitig gelagerten Platte ist dann
jedoch noch eine obere Bewehrungslage (in den Ecken) notwendig.
Das Modell einer vierseitig gelagerten Platte kommt der Realität näher als
ein Einfeldträger. Es könnte also in den Ecken zu rissen kommen. Wenn die
stören, dann brauchst du eine obere Bewehrung.
Viele Grüße
Frank
Wie wär´s mit mehr Beton und weniger Stahl? 1 m3 Beton kostet irgendwas
um die 100€ und bedeutet hier etwa 2,4 cm mehr Deckendicke, also ca. 15%
weniger Bewehrung. Die Kosten geichen sich zumindest aus. Beachte auch
den Hinweis von Ernst Sauer bezüglich der Deckenschlankheit. 20cm Dicke
wäre schon angemessen.
Ansonsten: Sag´uns, was Du willst. Materialkosten sparen? Arbeitsaufwand
sparen? Sonst stellen wir alles in Frage: Warum nicht ein geneigtes
Holzdach? Oder so ähnlich... (siehe Ingo Kiene)
Den Vorschlag von Jürgen Brandt finde ich unter der Randbedingung, dass
es eine Betondecke sein muß, am besten. Also Decke zweiachsig gespannt
nachweisen und Bewehrung staffeln ==> durchgängige Grundbewehrung aus
gleichen Lagermatten, Zulagen als Rundstäbe oder Matten. Randaufkantung
ist für das Flachdach zweckmäßig, kann bewehrter Beton sein ==>
Drillsteifigkeit kann berücksichtigt werden.
Grüße an Euch alle
Georg
--
Georg Matejko
Email: ge...@matejko.de
URL: www.matejko.de