Gut gelaunte Gr��e
J�rg
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Simpsons an die Macht!
New Yorks B�rgermeister Michael Bloomberg bekommt gef�hrliche Konkurrenz:
Monty Burns will ihn st�rzen. Den boshaften Greis von den Simpsons gibt es
zwar nur im Fernsehen. Aber sein Wahlkampf ist verdammt real.
von Matthias Ruch, New York
Die Entt�uschung war gro� bei Charles Montgomery Burns. W�hrend sich der
regierende B�rgermeister von New York, Michael Bloomberg, und sein
Herausforderer Bill Thompson kurz vor der Wahl noch ein werbewirksames
TV-Duell liefern durften, musste Burns drau�en bleiben. "Bloomy und Thompson
wollten einfach keine echte Diskussion mit einem echten Kandidaten �ber
echte Probleme", klagten seine Anh�nger. Also bleibt ihnen nur eines: der
offene Stra�enkampf.
Von Harlem bis ins Bankenviertel und von Chelsea bis ins East Village
kleistern sie die Stadt voll mit ihren bunten Plakaten: "No third terms -
vote for Burns!"
Kenny Komer und Boris Rasin, die hinter der Kandidatur des bitterb�sen,
todkranken Greises aus der Fernsehserie "Die Simpsons" stecken, wollen mit
ihrer Kampagne vor allem den m�den Wahlkampf anheizen. "Wir machen Witze
�ber eine Wahl, die an sich schon ein Witz ist", sagt Komer. Dass sie die
Entscheidung am 3. November tats�chlich beeinflussen k�nnen, glauben die
beiden zwar nicht. Bis dahin aber k�mpfen sie trotzdem weiter. Denn in den
Umfragen legte Monty Burns zuletzt kr�ftig zu.
Der Angriff richtet sich vor allem gegen Bloomberg, der an der Macht bleiben
will, obwohl dies bislang gar nicht zul�ssig war. Erst 1993 hatten die New
Yorker per Volksentscheid durchgesetzt, dass ihre B�rgermeister h�chstens
zwei Wahlperioden im Amt bleiben d�rfen. Das k�mmert Bloomberg heute wenig.
�ber den Stadtrat setzte der Multimilliard�r kurzerhand eine Ausnahme durch.
Schlie�lich steckt New York tief in der Finanzkrise. Und als erfahrener
Wall-Street-H�ndler sei er der Einzige, der die Stadt durch diese Krise
f�hren kann.
Die Anh�nger von Burns sehen das ganz anders. Ihr Kandidat hat schlie�lich
�u�erst pragmatische L�sungen im Angebot: Long Island, diese bl�de Insel im
Nordosten der Stadt, sollte man einfach an den Nachbarstaat New Jersey
verkaufen, fordert Burns im Internet. Damit k�nnte New York das dramatische
Haushaltsdefizit reduzieren.
Um die New Yorker in Zukunft sicher mit billigem Strom zu versorgen, will
der schrille Kandidat, der bei den "Simpsons" als Betreiber von
Kernkraftwerken Millionen scheffelt, zudem ein neues Atomkraftwerk bauen.
Einen geeigneten Standort hat er auch schon ausgemacht: Williamsburg. In dem
angesagten Viertel in Brooklyn leben vor allem junge "Hipsters". Auf diese
Musiker und K�nstler ist Burns ohnehin nicht gut zu sprechen.
Auf seiner Website Burnsformayor.com zieht der Greis mit der hohen Stirn,
der knallgelben Haut und den riesigen Glupschaugen in Videos gegen seine
Feinde ins Feld. Nat�rlich bietet die Seite auch ein Forum f�r Fans - und
eine Spendenadresse.
Auf den Stra�en Manhattans werben die Burns-Anh�nger mit ganz realen
Wahlkampfst�nden f�r ihren virtuellen Kandidaten. Am Union Square gelang es
ihnen sogar, mehrere Hundert Passanten in Sprechch�ren zu vereinen: "Wir
wollen Monty!" schallte es �ber den Platz. So etwas kann Bloomberg nicht.
Rund 70 Mio. $ l�sst er sich seinen Wahlkampf kosten. Da ist es peinlich,
von einem senilen Comichelden in den Schatten gestellt zu werden.
Leider nehmen es die Wahlkampfmanager von Burns mit der Wahrheit nicht immer
so genau. "Wir gratulieren Pr�sident Barack Obama zum Friedensnobelpreis",
verk�ndeten sie am 10. Oktober. "Zugleich sind wir sehr stolz darauf, dass
Charles Montgomery Burns gerade den Nobelpreis f�r Energie bekommen hat."
[Ende Zitat]
Quelle:
http://www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/:out-of-office-simpsons-an-die-macht/50025006.html
weitere Links:
http://www.Burnsformayor.com
http://www.facebook.com/pages/Monty-Burns-For-Mayor/106683375770
http://deadhomersociety.wordpress.com/
http://gothamist.com/2009/09/22/monty_burns_for_mayor.php