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Merkwürdige Krankheit bei Zwergpapageien

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ABakos7393

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Aug 6, 2004, 3:31:05 AM8/6/04
to
Hallo erstmal an alle da draußen in dieser Newsgroup!

Ich heiße Alexander, bin 45 Jahre alt, aus Baden-Württemberg und bin zum
erstenmal in dieser Newsgroup.

Ich wende mich hier an euch, weil ich dringend kompetente Hilfe brauche.

Wie im Thema erwähnt, habe ich 4 Zwergpapageien - genauer Rosenköpfchen. Dies
ist mittlerweile die 4. Generation, die ich in eigener Zucht aufgezogen habe.
Ich habe insgesamt bereits 12 Jungvögel abgegeben die von meinen beiden ersten
Altvögeln ausgebrütet wurden. Ich erwähne das lediglich um deutlich zu machen,
dass sich meine Rosenköpfchen bisher immer wohl gefühlt haben und optimalste
Haltungsbedingungen haben. Das letzte Gelege, das vom 1. Weibchen und einem
Hahn stammt, den ich zugekauft habe, nachdem der 1. Hahn an Altersschwäche
gestorben ist, habe ich behalten. Hierbei handelt es sich um 1 Junghahn und 2
Weibchen. Das alte Weibchen ist kurz nach der erfolgreichen Aufzucht dieses
Geleges ebenfalls an Altersschwäche verstorben. Nun habe ich also den
zugekauften Althahn, 1 Junghahn und 2 Jungweibchen.
Nun zu der Krankheit, von der 3 der 4 Tiere befallen sind: Der Althahn sowie
die beiden Jungweibchen haben genau zwischen den Flügelansetzen irgendetwas
Seltsames, das entweder unglaublich juckt oder aber unglaublich weh tut. Diese
3 Vögel beißen sich an dieser Stelle teilweise fast blutig und schreien dabei
herzergreifend. Eine weitere Folge dieser Krankheit ist, dass die 3 Vögel
flugunfähig geworden sind und offenbar auch unter Wahrnehmungsverlust leiden,
da sie auch ihre natürliche, artbedingte Scheu vor mir verloren haben.
Der 4. Vogel, der Junghahn, zeigt nicht die geringsten Anzeichen dieser
Krankheit, weshalb ich Parasiten oder eine übertragbare Krankheit ausschließe
und ich auch sehr auf die Hygiene achte. Ich habe die befallenen Stellen bei
allen 3 Tieren genau in Augenschein genommen und bin zu dem Schluss gekommen,
dass es sich irgendwie um eine Art Geschwür zu handeln scheint. Alle 3
befallenen Vögel haben ziemlich genau an derselben Stelle - wie gesagt zwischen
den Flügelansätzen auf dem Rücken - warzenförmige Beulen oder Geschwülste.
In der mir zur Verfügung stehenden Literatur habe ich nichts derartiges
gefunden und stehe vor einem Rätsel.
Meine Fragen nun: Kennt jemand diese Art von Krankheit? Ist es möglich, dass es
sich um eine vererbbare genetisch bedingte Krankheit handelt (vielleicht in
Folge von Inzucht)? Ist diese Erkrankung überhaupt behandelbar und wenn ja,
wie?

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir hier jemand schnellstmöglich weiterhelfen
könnte, da mir diese Tiere unglaublich leid tun!

Alexander Bakos

Wolfgang Decker

unread,
Aug 6, 2004, 3:45:24 AM8/6/04
to
abako...@aol.com (ABakos7393) schrub:

>Meine Fragen nun: Kennt jemand diese Art von Krankheit? Ist es möglich, dass es
>sich um eine vererbbare genetisch bedingte Krankheit handelt (vielleicht in
>Folge von Inzucht)? Ist diese Erkrankung überhaupt behandelbar und wenn ja,
>wie?

Was sagt denn der Tierarzt dazu?

lg
Wolfgang
--
Das Problem ist oft, dass die Anbieter gar nicht wissen, was sie anbieten
wollen, könnten oder sollten und die resultierende Inhaltslosigkeit dann
hinter einer bunten Fassade kaschieren. Christoph Päper in dciwam
http://www.webautor.at

Holger Knöpker

unread,
Aug 6, 2004, 5:19:25 AM8/6/04
to
ABakos7393 schrieb:

> Hallo erstmal an alle da draußen in dieser Newsgroup!

Hallo Alexander,

> Ich habe die befallenen Stellen bei allen 3 Tieren genau in
> Augenschein genommen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich

> irgendwie um eine Art Geschwür zu handeln scheint. (...)
> warzenförmige Beulen oder Geschwülste.

Hast du irgendwie die Möglichkeit ein paar Fotos von diesen Geschwüren
zu machen?

Grüße
Holger

Stefan Schilling

unread,
Aug 6, 2004, 9:39:15 AM8/6/04
to
Hallo Alexander,

In article <20040806033105...@mb-m27.aol.com>,
abako...@aol.com says...

> befallenen Vögel haben ziemlich genau an derselben Stelle - wie gesagt zwischen
> den Flügelansätzen auf dem Rücken - warzenförmige Beulen oder Geschwülste.

Das einzige, was mir dazu einfällt, ist PBFD ('psittacides
beak and feather disease'). Dann könnten die 'Warzen' bzw.
Geschwüre Federn sein, die es nicht mehr schaffen, durch die
Haut zu brechen, und sich statt dessen unter der Haut durch
Wachstum 'aufrollen' (und von außen als 'Buckel' erscheinen).
Da picken die Geier dann natürlich dran rum.

Die Wahrscheinlichkeit, sich PBFD mit Fremdvögeln
einzuschleppen, ist recht groß, weil in D die Bestände von
Großpapageien und Agas weitflächig durchseucht sind. Wird zwar
kein Züchter oder Händler zugeben, ist aber leider so.

Heilung gibt es keine, eine 100%ig sichere Diagnostik
ebenfalls nicht. An PBFD symptomatisch erkranken meist
Jungvögel. So pi mal Daumen sagt man, dass ein Vogel, der mal
ohne Ausbruch der Krankheit ein paar Jahre alt geworden ist,
davon auch verschont bleibt. Allerdings bleibt auch so ein
Tier lebenslang 'stiller Überträger'. Ausnahmen bestätigen die
Regel. Die Übertragung erfolgt durch Körperkontakt
(Federstaub), also bei der Brut fast zwangsläufig.

Bring' die Tiere mal zu einem fachkunden Tierarzt, der einen
Labortest machen läßt. Falls es PBFD ist, bleibt dir nichts
übrig, als die Viecher in Ruhe sterben zu lassen. Das kann
aber Jahre dauern. Hauptsache, es kommen keine Neuen mehr
dazu, die sich anstecken könnten.

Viele Grüße,
Stefan

Stefan Schilling

unread,
Aug 6, 2004, 9:45:30 AM8/6/04
to

Hallo Alexander,

noch ein Nachtrag: weil du schreibst, die Tiere seien am
Flügelansatz betroffen...

Könnte evtl. auch EMA-Syndrom ("Ekzema Melopsittacus et
Agapornis") sein. Gibt's nur bei Wellis und Agas, Ursache
unbekannt, und ist ebenfalls unheilbar.

Allerdings wohl nicht übertragbar, so dass mir da die Häufung
der Fälle in deinem Bestand eher dagegen zu sprechen scheint.

Viele Grüße,
Stefan

ABakos7393

unread,
Aug 10, 2004, 3:44:30 AM8/10/04
to
Hallo alle miteinander, hallo Stefan,

die Auskünfte von Dir, Stefan, waren sehr aufschlussreich. Ich fürchte mal,
dass eine der beiden von Dir angesprochenen Möglichkeiten zutreffend ist. Da
beide unheilbar sind, erübrigt sich somit ein Tierarztbesuch. Jetzt bin ich
allerdings am Überlegen, ob ich sie nicht von ihren nicht unerheblichen Qualen
erlöse, was aber auch ein wenig Unsinn ist, da dann wieder ein einzelner Vogel
übrig wäre, für den ich dann wiederum eine Partnerin zukaufen müsste. Und dann
hätte ich das Problem u. U. wieder. Außerdem möchte ich mir ohnehin andere
Vögel zulegen, da ich mit diesen Rosenköpfchen nur Probleme habe: Das erste
Pärchen hat es geschafft, an den Zimmerwänden zu landen und hat mir die Tapeten
von den Wänden gefressen, die nächste Generation hat mir sämtliche Computer-
und Telefonkabel zerfressen, die dritte Generation war derart laut, z. T. sogar
nachts, dass ich nach einem Vierteljahr mit den Nerven völlig fertig war und
jetzt das mit der Krankheit.

Also nochmals vielen Dank, speziell an Dich, Stefan, für die Auskünfte

Alexander Bakos

Stefan Schilling

unread,
Aug 10, 2004, 11:30:56 AM8/10/04
to
Hallo Alexander,

In article <20040810034430...@mb-m06.aol.com>,
abako...@aol.com says...

> dass eine der beiden von Dir angesprochenen Möglichkeiten zutreffend ist. Da

Ich habe mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen, und EMA
scheint mir das wahrscheinlichere zu sein. Sehr typisch, dass
die Ekzeme in den 'Achselhöhlen' zuerst auftauchen und
Flugunfähigkeit eintritt.

Wenn es EMA ist, kannst du allenfalls Salbe auf die Wunden
schmieren, um den Juckreiz zu mildern. Aber über kurz oder
lang werden sich die Tiere an den Ekzemen blutig beissen und
an den selbst beigebrachten Wunden elendig krepieren. Wann es
dann Zeit zum Einschläfern ist, siehst du schon.

> beide unheilbar sind, erübrigt sich somit ein Tierarztbesuch.

Wenn du einen guten Vogeltierarzt kennst, brächte das
wenigstens Gewissheit. EMA erkennt der auf den ersten Blick,
PBFD kann er testen.

> hätte ich das Problem u. U. wieder. Außerdem möchte ich mir ohnehin andere
> Vögel zulegen, da ich mit diesen Rosenköpfchen nur Probleme habe: Das erste
> Pärchen hat es geschafft, an den Zimmerwänden zu landen und hat mir die Tapeten
> von den Wänden gefressen, die nächste Generation hat mir sämtliche Computer-
> und Telefonkabel zerfressen, die dritte Generation war derart laut, z. T. sogar
> nachts, dass ich nach einem Vierteljahr mit den Nerven völlig fertig war und

So seind sie eben, die Agas. Stromkabwel mögen unsere auch
sehr gern ;-)

> jetzt das mit der Krankheit.

Du musst halt nur schau'n, falls es PBFD ist, und du wieder
Psittaciden willst, dass du die Tiere in größerem räumlichen
Abstand voneinander hältst. Oder bei den neuen Tieren nur
erwachsene Vögel nimmst, keine Jungtiere.

Ansonsten ist PBFD nicht immer so sehr schlimm. Viele Tiere
leben damit noch jahrelang, und Neukäufe können genau so gut
infiziert sein. Die Geier sehen dann zwar etwas 'zerzaust'
oder irgendwann ziemlich nackig aus - aber bevor sich der
Schnabel nicht deformiert, so dass sie nicht mehr fressen
können, kommen sie ganz gut zurecht.

Bei Großpapageien soll inzwischen die Mehrzahl der Vögel hier
PBFD-infiziert sein. Bei einigen Arten ist diese Infektion
sogar bei Wildbeständen überwiegend. Shit happens :-/

Viele Grüße,
Stefan

ABakos7393

unread,
Aug 12, 2004, 1:57:28 AM8/12/04
to
Im Artikel <MPG.1b8308964...@news.t-online.de>, Stefan Schilling
<Stefan.S...@gmx.net> schreibt:

>Ich habe mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen, und EMA
>scheint mir das wahrscheinlichere zu sein. Sehr typisch, dass
>die Ekzeme in den 'Achselhöhlen' zuerst auftauchen und
>Flugunfähigkeit eintritt.

Hallo Stefan,

die Ekzeme befinden sich nicht in den Achselhöhlen, sondern auf dem Rücken
zwischen den Flügelansätzen und das bei allen 3 betroffenen Vögeln.

Schaun mer mal, was wir machen.

Also, danke nochmals

Alexander

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