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Pilzerkrankung der Atemwege / Aspergillose

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Harald Jungbluth

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Dec 26, 2002, 4:05:19 PM12/26/02
to
Hallo, niemals Erdnüsse an Papageien verfüttern. Ich habe einen Graupapagei
der z.Z. an Aspergillose leidet. Ich hatte vorher auch nicht gewusst, dass
man Erdnüsse nicht an Papageien verfüttern soll. Ich habe meinen Papagei vor
ca. 2 Jahren in einer Zoohandlung gekauft und mir wurde mitgeteilt, dass er
sehr gerne Erdnüsse isst. Diese hat er auch immer wieder bekommen. Vor
einigen Tagen fing er an leicht aus den Lungen zu pfeifen an. Erst habe ich
an einer Erkältung gedacht und habe erst einmal abgewartet. Er hatte schon
mal eine Erkältung und hat diese sehr gut überstanden. Aber nach 2 Tagen
wurde das Pfeifen immer stärker. Am Heiligabend lag mein Papagei im Käfig
auf der Seite und schnappte nach Luft. Nach Aufsuchen einer Tierklinik wurde
mir mitgeteilt, dass er an Aspergillose leidet und es nicht sehr gut
aussähe, dass er die Feiertage überlebt. Die ganzen Atemwege sind zu mit den
Pilzsporen. Der Tierarzt hat ihm einige Spritzen gegeben und zu Hause musste
ich ihm noch Antibiotika per Spritze in den Schnabel geben. Dies war nicht
einfach. Mein Papagei ist nicht handzarm, da er ein Wildfang ist. Er fing
auch dabei immer wieder an zu hyperventilieren und man musste ihn erst
einmal in Ruhe lassen, damit er sich wieder erholt. Heute war ich wieder
beim Arzt und er war erstaunt, dass er noch lebte. Er ist zwar immer noch
nicht über den Berg. Er hat immer noch Nebengeräusche bei der Atmung. Aber
er frisst wieder und dies gibt mir Hoffnung, dass er überlebt.
Was ich noch sagen muss: In Zoohandlungen werden auch immer wieder Erdnüsse
für Papageien als Futter verkauft. Lass die Finger davon, damit deinem
Papagei dies nicht passiert.
Noch dazu gesagt: Meinen Papagei habe ich aus einer Zoohandlung gekauft. Er
war in einem sehr schlechten Zustand. Kein Brustgefieder, die Flügel waren
gestutzt, zwei Zehen sind verkrüppelt und ein Zeh fehlt komplett. Aus der
Nase kam grünes Sekret; er sah fürchterlich aus. Aus Mitleid habe ich ihn
dann mitgenommen und aufgepäppelt. Meine Tierarztkosten sind am Anfang
ernorm gewesen. Dies hatte sich bisher ausgezahlt. Aber was ich jetzt
durchstehen musste war sehr hart. Hoffentlich passiert dir und keinem
anderen Papageienliebhaber soetwas.
MfG
Harald Jungbluth
Ruhrpott / Essen

Oliver Roemer

unread,
Dec 27, 2002, 3:19:37 AM12/27/02
to
Hallo Harald,
erstmal tut mir es echt ´leid, das dein Grauer so krank ist und hoffe das er
es schafft, aber mit Antibiotika allein wird er es nicht schaffen.
Bei was für einem Arzt bist du?? Ist das ein Doc, der sich mit Vögel
auskennt??
Ich kenne mich nicht so gut mit Aspillergose aus, habe aber schon öfters
gelesen, das dann unter anderem auch mit "Inhalieren" behandelt werden muß
und durch Antibiotika oft der gegenteilige Effekt erreicht wird, weil A. ja
ein Pilz ist und die Antibiotika auch nichts anderes..
Wie dem auch sei, ich hoffe , dass dein Geier es schafft.
Bei weiteren Fragen, wende dich doch mal ans Krankheitsforum in den
Vogelforen...
unter www.vogelforen.de, dort wird dir bestimmt auch gerne weitergeholfen
Gruß Olly
"Harald Jungbluth" <harald-j...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:aufquv$uqq$00$1...@news.t-online.com...

Oliver Roemer

unread,
Dec 27, 2002, 4:37:39 AM12/27/02
to
Achja, etwas habe ich noch verdessen zu erwähnen:
Im Allgemeinen sollte man sich, wenn man einen Großpapagei hält, über die
richtige Ernährung informieren, insbesondere Zoohandlungen sind häufig nicht
die richtigen Ratgeber ...
leider eigentlich,
desweiteren sollte jeder Graupapahalter wissen, das besonders Erdnüsse sehr
viel Sporen des Aspergillus enthält, der für uns Menschen total ungefährlich
ist aber dem armen Papa das Leben schwer machen kann. Auch im richtigen
graupapageienfutter sind keine nüsse enthalten...1. wegen dem hohen
Fettanteil und 2. wegen vielen Sporen..
Desweiteren fördert die Umgebungsluft auch ds Wachstum dieses ´Pilzes.
Graupapas sollten bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 60% gehalten werden,
jetzt aber in der Heizperiode wird leider in unserer Heizungsluft oaft nur
ein Wert von ca 20-30% erreicht, dazu kommen evebtuell noch Bewegungsmangel
und auch noch eine nicht ausgewogene Ernährung, die das Immunsystem eines
Grauen noochmal in die Knie zwingen.
Wie du ja schon geschriebn hast, war dein Grauer ja schon in einem
schlechten Zustand, als du ihn bekommen hast und wenn du noch sagst, das er
ein Wildfang ist, muß man sich mal vorstellen, was der arme Kerl schon alles
durchgemacht hat...
Asu der Heimat entführt, den langen Transport mit dem Schiff, eingepfercht
mit vielen Artgenossen, die elendig verreckten, dann in der
Quarantänestation, vollgepumpt mit Antibiotika, wiederum verfrachtet in
einen Zooladen, womöglich noch nicht mal mit einem Artgenossen, sondern ganz
allein, dann falsch ernährt....usw
Ich möchte dir keinen Vorwurf machen, nur solltest du dich in den Foren
richtig informieren wie deinen Grauen richtig hälst..
Gute Besserung noch an deinen Grauen
Gruß Olly
"Oliver Roemer" <Oliver...@wuerth.com> schrieb im Newsbeitrag
news:auh5m5$rj2$1...@news.dtag.de...

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> >
>
>


Edith Elbel

unread,
Dec 27, 2002, 7:35:04 AM12/27/02
to
Hi

meinst du die Schale oder die Erdnüsse ansich?
Ich denke wenn die Erdnüsse geschält gegeben werden könnte nichts passieren.
Ein Tierarzt (er war spezialisiert auf Papageienkrankheiten) sagte mir mal
ich sollte das Futter bevor ich es verfütter einmal warm abspülen, damit
dieser Staub der auch Aspergillose verursacht zum größten Teil
rausgespült wird.

Edith

Oliver Roemer

unread,
Dec 27, 2002, 9:14:12 AM12/27/02
to

Hi Edith,
du hast da natürlich recht. Dieser Pilz liegt unter der Schale und wird
meist beim öffenen der Schale durch den Schnabel aufgenommen...
Mir persönlich sind Erdnüsse zu fettthaltig, und ich vermeide es sie an
meine Papas zu füttern, vielleicht auch ein bissel übertriebn, wegen der
Angst der Aspillergose....., aber als Leckerchen gebe ich halt was anderes..
gruß Olly


Monica Ladberg

unread,
Dec 28, 2002, 7:42:22 AM12/28/02
to
Edith Elbel wrote:
> Hi
>
> meinst du die Schale oder die Erdnüsse ansich?
> Ich denke wenn die Erdnüsse geschält gegeben werden könnte nichts passieren.
> Ein Tierarzt (er war spezialisiert auf Papageienkrankheiten) sagte mir mal
> ich sollte das Futter bevor ich es verfütter einmal warm abspülen, damit
> dieser Staub der auch Aspergillose verursacht zum größten Teil
> rausgespült wird.

Es ist eigentlich ziemlich egal.
Auch für Menschen sind Erdnüsse nicht ganz unbedenklich,
ich habe das schon öfter gehört und gelesen, dass Erdnüsse
durch den hohen Anteil an Schimmelpilzsporen ungeeignet
z.B. für Neurodermitiker seien, darunter fällt auch Erdnussbutter,
geröstete und gesalzene Erdnüsse... gute Ernährungsberater
weisen einen darauf hin, dass Erdnüsse nicht oft auf den Speise-
plan sollten.

Abgesehen davon, ist ja auch beliebtes Vogelfutter: gedörrtes
Obst. Da gabs grade vor ein paar Wochen in der Ökotest einen
unangenehmen Testbericht von Schimmelsporen in vielen Trocken-
obst- und Nusssorten..

Smurfy

--
Piepers Meisentagebuch - http://www.beruehmtheiten.de/pieper


Edith Elbel

unread,
Dec 28, 2002, 1:59:24 PM12/28/02
to
Hi

was fütterst du denn noch ?


"Monica Ladberg" <yfr...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:auk66r$l8e$1...@news.online.de...

Monica Ladberg

unread,
Dec 29, 2002, 5:52:12 AM12/29/02
to
Edith Elbel wrote:
> Hi
>
> was fütterst du denn noch ?

Ich selbst habe keine Papageien.. :)
Habs auch nur erwähnen wollen, dass es nicht so superviel ausmacht,
ob die Erdnüsse geschält oder lose sind, die haben alle Schimmelpilz
drin, und eben auch in menschlicher Erdnuss-Nahrung.

Aber was ich unserem Kleinen gebe, ist meistens frisch, also anstatt
getrockneten Äpfeln frische Apfelschnitten etc. Und sonst isst er sein
Weichfutter mit toten Viechern drin.. :)

Marion Scheffels

unread,
Dec 29, 2002, 6:20:51 AM12/29/02
to
Am Sat, 28 Dec 2002 13:42:22 +0100 schrieb "Monica Ladberg"
<yfr...@gmx.de> :

>Abgesehen davon, ist ja auch beliebtes Vogelfutter: gedörrtes
>Obst.

Ich hab mal in der Not zu Trill gegriffen und ärgere mich jetzt genau
mit den Erdnüssen und Trockenobstwürfeln rum, die mir die Spender
verstopfen :-(

MarionS
--
RMS-M...@t-online.de
"Gott ist tot." - Nietzsche
"Nietzsche ist tot." - Gott
"Tote reden nicht." - Django

Oliver Roemer

unread,
Dec 30, 2002, 7:22:57 AM12/30/02
to
Hi,
das stimmt eigentlich mit den Pilzsporen, aber ein Vogel mit intakten
Immunsystem kann sollte das wegstecken können.
Ich gehe jetzt vom Graupapageien aus, bei sollte man die Nüsse als Leckerlie
betrachten und nicht als Futter.
Zum Trill will ich nix sagen, ich füttere nur Futter von der Bird-Box oder
aus Ricos Futterkiste, da weiß das die Körner frisch sind..
Gruß Olly

"Monica Ladberg" <yfr...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:auk66r$l8e$1...@news.online.de...

Johannes Ranke-Heinemann

unread,
Dec 30, 2002, 12:30:26 PM12/30/02
to
Harald Jungbluth <harald-j...@t-online.de> wrote:

> Der Tierarzt hat ihm einige Spritzen gegeben und zu Hause musste
> ich ihm noch Antibiotika per Spritze in den Schnabel geben.

Ich kann nicht glauben, dass Du dem Graupapagei Antibiotika gegeben
hast, wenn er an Aspergillose leidet. Bist Du sicher, dass es nicht
etwas anderes war - ein Antipilzmittel? Antibiotika fördern nämlich den
Pilzbefall - beim Menschen ist es ebenso. Mein Graupapagei ist vor 12
Jahren an Aspergillose erkrankt, weil auch ich ihm damals unwissentlich
Nüsse und Körnerfutter gab. All das ist voller Pilze. Ausserdem hatte
ich die Raumluft im Winter nicht feucht genug gehalten, so dass beim
Vogel, der für die Tropen körperlich ausgestattet ist, die Schleimhäute
nicht feucht genug waren und so der Pilzbefall begann. Auch er hatte
schwere Atemstörungen. In der Universitäts-Vogelklinik in Giessen
erhielt ich dann für ihn Ketokonazol - ein Mittel gegen Pilze - dass er
mit der Spritze einnehmen musste - 2 Wochen lang. Er vertrug es aber
nicht dauerhaft und wir sind auf Imaverol umgestiegen. Auch das ist ein
Pilzmittel und hat wenig Nebenwirkungen. Es wird inhaliert mit einem
Kaltkompressor oder Zerstäuber, 20 Minuten täglich, 2 Wochen lang, dann
4 - 6 Wochen Pause, dann wieder 2 Wochen inhalieren usw. Leider ist
diese Krankheit nicht heilbar, man kann nur den Pilzbefall
niedrighalten. Aber es hat bis jetzt ganz gut geklappt. Übrigens - ein
Arzt, der sich mit Vögeln auskennt, ist Dr. Piper in Leverkusen.

Harald Jungbluth

unread,
Dec 31, 2002, 10:59:06 AM12/31/02
to
Sorry: natürlich kein antibiotika sondern antimykotikum (Nizoral oral).
behandelt wird der graue in einer Vogelklinik bzw. Taubenklinik in essen.
mfg
harald


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