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Aggressiver Nymphensittich - wie helfen?

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Holger Prinke

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Jul 6, 2001, 4:30:04 AM7/6/01
to
Hallo,

Freunde von mir haben seit rund einem Jahr einen Nymphensittich, dem
es nicht sehr gut zu gehen scheint. Er lebt in einem Käfig, der von
der Größe her besser zu einem Kanarienvogel, höchstens zu einem
Wellensittich passen würde, steht in einer ziemlich dunklen Ecke des
Zimmers und ist allein.

Seit ein paar Monaten zeigt er eine ganz deutliche Aggressivität. Von
den Kindern läßt er sich zwar streicheln, auf meinen Kumpel geht er
aber mit richtig derben Bissen los, als empfände er Haß auf ihn.
Seitdem verbringt er nun den ganzen Tag im Käfig, weil blutige Bisse
am Hals natürlich wehtun...

Ich predige jedesmal, wenn ich bei meinen Freunden bin, sie sollten
einen größeren Käfig kaufen und das Tier an einen helleren Platz
stellen - und natürlich hab' ich auch empfohlen, einen zweiten
Nymphensittich anzuschaffen. Mit letzterem bin ich mir allerdings
nicht mehr so sicher, seitdem das Tier so aggressiv ist, deswegen
frage ich mal hier:

Könnte ein Partner/Kumpel das Verhalten des Nymphies ändern, oder
wäre zu befürchten, daß es zu blutigen Auseinandersetzungen kommt?
Und falls ein zweiter Vogel angeschafft wird, sollte er dasselbe
Geschlecht haben wie der erste?

Gruß
Holger

--
I believe that democracy is meant to set us free
I believe that Jesus Christ is who he's meant to be
I believe a living Elvis will soon appear on my t.v. (St. Adamson)

Klaus Kessler

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Jul 6, 2001, 6:31:34 AM7/6/01
to
> Könnte ein Partner/Kumpel das Verhalten des Nymphies ändern, oder
> wäre zu befürchten, daß es zu blutigen Auseinandersetzungen kommt?

Ehrlich gesagt, sollte man als erstes das "Herrchen" ändern, damit wären
einige Probleme vermutlich schon gelöst...

--
Gruss, Klaus "Doc" Kessler, Germany
Doc`s Outdoor Center http://www.langschwert.de
Verein f. trad. jap. Kampfkünste http://www.schwertsport.de

Holger Prinke

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Jul 6, 2001, 8:02:12 AM7/6/01
to
Klaus Kessler <d...@iaidoka.de> wrote:

> Ehrlich gesagt, sollte man als erstes das "Herrchen" ändern,
> damit wären einige Probleme vermutlich schon gelöst...

Du meinst, sie sollten den Vogel weggeben?

Gruß
Holger

--
I don't believe you when you tell me
I don't believe you when you hold me
I don't believe you. You're my medicine
I don't believe you when you fuck me (H. Nova)

Klaus Kessler

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Jul 6, 2001, 8:13:23 AM7/6/01
to
> Du meinst, sie sollten den Vogel weggeben?

Naja, nachdem, was in der Beschreibung so rüberkam...

Ansonsten ist ja eigentlich alles ganz einfach : Vogel rauslassen,
größerer Käfig, evt. ein Artgenosse, und alles ist paletti. Wenn man den
Vogel nicht rausläßt, geht der natürlich die Wände hoch und wird
agressiv, da hilft auch ein größerer Käfig nicht viel.

Holger Prinke

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Jul 6, 2001, 8:49:45 AM7/6/01
to
Klaus Kessler <d...@iaidoka.de> wrote:

> Vogel rauslassen, größerer Käfig, evt. ein Artgenosse, und alles
> ist paletti. Wenn man den Vogel nicht rausläßt, geht der
> natürlich die Wände hoch und wird agressiv, da hilft auch ein
> größerer Käfig nicht viel.

Bevor er anfing zu beißen, durfte der Vogel raus, wollte aber nicht.
Tagelang saß er bei geöffneter Tür in seinem Käfig.

Mir geht es vor allem darum, ob ein zweiter Vogel durch den
aggressiven ersten gefährdet werden könnte oder ob sich die Beißwut
des Nymphies dadurch legt.

Gruß
Holger

--
She was a wallflower at sixteen,
She'll be a wallflower at thirty four,
Her mother called her beautiful
Her daddy said a whore. (Fish)

Klaus Kessler

unread,
Jul 6, 2001, 11:31:16 AM7/6/01
to
> Bevor er anfing zu beißen, durfte der Vogel raus, wollte aber nicht.
> Tagelang saß er bei geöffneter Tür in seinem Käfig.

Das ist ein Zeichen für Angst, und Angst ist die Mutter der Agression.
Der Vater der Angst ist übrigens das Finanzamt. :)

> Mir geht es vor allem darum, ob ein zweiter Vogel durch den
> aggressiven ersten gefährdet werden könnte oder ob sich die Beißwut
> des Nymphies dadurch legt.

Hm, normalerweise würde ich sagen, daß die das in der Regel
untereinander abklären, denn bei Vögeln gibt es eine Hackordnung. Aber
in einem schon jetzt scheinbar zu kleinen Käfig zusammengepfercht werden
das dann eher ZWEI agressive Nympfen werden, denn was dem einen nicht
bekommen ist, das wird auch dem anderen nicht bekommen.

Wenn aber die Tür wieder auf ist, dann wird der neue den alten bald mit
rauslocken. Simpler Erfahrungswert. Spätestens dann legt sich das mit
der Agression blitzartig.

Kann aber gut sein, daß der neue nie so zahm wird wie der alte, denn der
hat es dank Altvogel ja nicht nötig, sich mangels Partner mit diesen
merkwürdigen riesigen Zweibeinern abzugeben. Ist der Nachteil eines
Zweitgeiers.

Doris Widtmann

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Jul 6, 2001, 2:34:40 PM7/6/01
to
Hallo,

Mit besonders bissigen Vögeln hatte ich bei den Nymphensittichen noch
nicht zu tun, bisher waren die Nymphen meist ausserordentlich friedlich.

Jedoch kann ich von anderen Vögeln, vor allem von meinem Rosakakadu,
berichten, dass eine erfolgreiche Verpaarung das Verhalten durchaus
ändern kann. Mein Rosakakadu war in Sachen Aggressionen ein Extremfall.
Er bekam regelmäßig "Anfälle", bei denen er um sich biss und sich den
Kopf ständig an einer Sitzstange blutig schlug. Während dieser Zeit war
er nicht zu beruhigen, der Kerl konnte einen Menschen, der sich zu sehr
näherte, arg zurichten. Auf die Schulter konnte man ihn nie lassen,
da er früher oder später anfing um sich zu beissen.

Es wurden bereits beim vorherigen Besitzer (eine gute Bekannte von mir)
mehrere Verpaarungsversuche unternommen, ohne jeglichen Erfolg. Der
"potentielle Partner" wurde angegriffen, sobald er nur irgendwie in
Reichweite war. Beim letzten Versuch wurde ein Zimmer leergeräumt und
nur mit Kletterästen ausgestattet. Um keine Verletzungen zu riskieren,
wurde der Raum mit einem Gitter und anderen "Trennwänden" (auch
Rückzugsmöglichkeiten) abgeteilt. Leider war der Erfolg wieder gleich Null,
der Kakadu hing andauernd am Gitter und versuchte seinen Artgenossen
einzuschüchtern,...

Die Verpaarung gelang bei mir schließlich doch noch, diesesmal erstaunlich
problemlos. Die "Aggressions-Anfälle" waren Monate danach nur noch selten
an der Tagesordnung, vor einiger Zeit hörte es damit ganz auf. Ich will
nicht sagen, dass der Vogel heute "sanft und lieb" ist, jedoch ist er um
vieles ausgeglichener geworden. Er wurde bisher nie gegen seinen Partner
aggressiv, nur zu Menschen hat der Vogel wohl auf ewig ein gestörtes
Verhältnis. (als Erklärung: Er ist eine einzelne Handaufzucht, die lange
Zeit sehr vernachlässigt wurde. Einerseits will er Aufmerksamkeit, andererseits
ist er wie gesagt sehr aggressiv. Dass sich das nicht gut verträgt, kann
man sich ja vorstellen,... :-/,..).

Also lange Rede kurzer Sinn: Es kann durchaus sein, dass nach einer erfolgreichen
Verpaarung die Probleme mit der Aggression verschwinden bzw. sich etwas bessert.
Übermäßige Aggressionen haben immer einen Grund, bei Einzelvögeln ist es meist
einfach totale Frustration (ohne Kommunikationsmöglichkeit wird jeder früher
oder später irre,..). Ich könnte mir also schon vorstellen, dass ein Partnervogel
helfen könnte.

Das Problem ist aber, dass wohl niemand sagen kann, ob bzw. wie eine Verpaarung
überhaupt möglich wäre. Versuchen würde ich es grundsätzlich auf jeden Fall,
bei einem aggressiven Vogel aber mit größter Vorsicht. Die Tiere sollten anfangs
nur beim Freiflug zusammenkommen (unter Aufsicht!). Das Zimmer, indem die
Vögel das erste mal zusammentreffen, sollte zuerst vielleicht etwas "verändert"
werden. Gemeint ist, dass z.B. besonders beliebte Kletteräste des "Alteingesessenen"
durch neue, "neutrale" Plätze ersetzt werden sollten. Der "Alte" sollte wenn möglich
keinen "Heimvorteil" haben. Beim Freiflug wird es wahrscheinlich zu verschiedensten
Reaktionen von beiden Seiten kommen, solange der Besitzer immer dazu bereit ist im
Notfall einzugreifen, denke ich nicht, dass etwas ernsthaftes passieren wird.
Auf jeden Fall sollte der Partnervogel aber nur mit "Rückgaberecht" angeschafft
werden, da es natürlich auch schief gehen kann. (was im übrigen aber für jede
Verpaarung gilt, im Vorhinein kann man so gut wie gar nichts ausschließen)

Zu den Besitzern: Also wenn sich an den Haltungsbedingungen nicht wirklich bald
etwas ändert, würde ich eher zur Abgabe des Vogels raten. Ich glaube ein einmaliger
Besitzerwechsel ist für den Vogel sicherlich leichter zu verkraften, als der ständige
Frust und die nicht artgerechten Haltungsbedingungen. Das ist aber natürlich nur meine Meinung,
die derzeitigen Besitzer müssen natürlich selbst wissen, was sie tun,...

--
Liebe Grüße,
Doris

http://www.papageien-info.com

Karin

unread,
Jul 6, 2001, 6:27:39 PM7/6/01
to
Hallöchen!

> Hallo,
>
> Freunde von mir haben seit rund einem Jahr einen Nymphensittich, dem
> es nicht sehr gut zu gehen scheint. Er lebt in einem Käfig, der von
> der Größe her besser zu einem Kanarienvogel, höchstens zu einem
> Wellensittich passen würde, steht in einer ziemlich dunklen Ecke des
> Zimmers und ist allein.
>
> Seit ein paar Monaten zeigt er eine ganz deutliche Aggressivität.

Mein Nymphie wurde auch realtiv aggressiv und hatte sich zum Schreier - flog
mich an, biß mich - und das trotz Freiflug etc....

Nymphenpartner bekam er dann trotz dem Abraten meines TA's....naja, die
Kleine (hab ein Weibchen bedorgt, daß auf jeden Fall schon geschlechtsreif
war) kriegt jetzt mal alles ab....anfangs hatte er noch Angst/Respekt -
mittlerweile hat er bemerkt, daß sie sich (leider) alles gefallen läßt -
dementsprechend springt er mit ihr um! Es kommt schon mal zu
Auseinandersetzungen - allerdings haben sie ein 15 qm² Zimmer für sich - da
sollte es möglich sein, sich aus dem Weg zu gehen....

Allgemein wurde das Verhalten meines Nymphies aber besser - er ist nicht
mehr so aggressiv (auch ihr gegenüber ist das nur ein Bruchteil dessen, was
er früher so geliefert hat) und er ist allgemein ein bißchen ruhiger
geworden - er ist zwar mometan nicht grad nett zu ihr (sie brütet - ihm ist
langweilig) - aber es geht!

Der TA meinte damals, es könnte passieren, daß mein Nymphie die Neue killt -
deshalb hat er abgeraten - davon kann/konnte ja nun Gott sei Dank wirklich
nicht die Rede sein! Ich glaub, einen Versuch wäre es wert....Freiflug und
Ausweichmöglichkeiten mal vorausgesetzt!


> Und falls ein zweiter Vogel angeschafft wird, sollte er dasselbe
> Geschlecht haben wie der erste?

Ich hab mir sagen lassen, leichter wäre es mit dem Gegengeschlecht, aber es
sollte gleichgeschlechtlich nicht allzu große Probleme geben!

Viel Glück beim Überzeugen ;)

mfg, Karin!

Daniela Lehmann

unread,
Jul 31, 2001, 3:31:03 PM7/31/01
to

"Karin" <phant...@aon.at> schrieb im Newsbeitrag
news:3b4639c4$0$22340$6e36...@newsreader02.highway.telekom.at...

> Hallöchen!
>
> > Hallo,
> >
> > Freunde von mir haben seit rund einem Jahr einen Nymphensittich, dem
> > es nicht sehr gut zu gehen scheint. Er lebt in einem Käfig, der von
> > der Größe her besser zu einem Kanarienvogel, höchstens zu einem
> > Wellensittich passen würde, steht in einer ziemlich dunklen Ecke des
> > Zimmers und ist allein.
> >
> > Seit ein paar Monaten zeigt er eine ganz deutliche Aggressivität.
>
> Mein Nymphie wurde auch realtiv aggressiv und hatte sich zum Schreier -
flog
> mich an, biß mich - und das trotz Freiflug etc....
>
> Der TA meinte damals, es könnte passieren, daß mein Nymphie die Neue
killt -
> deshalb hat er abgeraten - davon kann/konnte ja nun Gott sei Dank wirklich
> nicht die Rede sein! Ich glaub, einen Versuch wäre es wert....Freiflug und
> Ausweichmöglichkeiten mal vorausgesetzt!
>
Hallo, NG !

Vor rund einem Jahr habt ihr mir zum gleichen Thema super Tips gegeben:
Kurz nochmal meine Geschichte: Unser Eddi (Nymphen-Hahn) war ein sehr lieber
und verschmuster Einzel-Vogel. Da mein Mann und ich berufstätig sind, sollte
er nicht den ganzen Tag allein sein.
Zuerst bekam er einen Welli zur Gesellschaft, daß klappte aber nicht so gut.
Also beschlossen wir je 1 Artgenossen anzuschaffen. Alles in allem war Eddi
schon fast 3 Jahre alt, als er dann endlich das Nymphen-Baby "Spike" zur
Gesellschaft bekam. Erst in getrennten Käfigen, weil er wohl sein Revier
verteidigen würde, was auch so war. Er reagierte SEHR eifersüchtig auf Spike
und griff sehr Agressiv auch (oder gerade) uns an - mit Blutvergießen...
Aber da mussten wir durch. Nach einigen Monaten nur gemeinsamen Freiflug,
biss Eddi nicht mehr ganz so sehr auf Spike ein, so dass wir einen noch viel
Größeren Käfig (fast schon Voliere) kauften. Ohne Rücksicht auf Verluste
zogen dort beide ein. Eddi jagte Spike die ersten 1-2 Wochen, wo er nur
konnte. Da der Käfig groß genug ist, konnte sie (hat sich als Mädchen
entpuppt) ihm ausweichen. Inzwischen sind sie ein Liebespaar und Spike legt
hin und wieder 3-5 Eier. Damit sie aber keine Babys bekommen (fehlende
Zuchtgenehmigung) tauschen wir sie gegen Plastik-Eier aus
(Vogel-Anti-Baby-Pille). Nach der normalen Brutdauer interessieren sie sich
dann beide nichtmehr dafür.
Und zum (Schein)Argument, der 2. Vogel würde nicht zahm: Eddi und Spike
lassen sich beide zu gerne von meinem Mann kraulen, es gibt höchstens mal
Streit, wer zuerst darf und meistens ist die kleine Spike der Sieger :-))))
**
Fazit: Egal wie alt ein Sittich ist, ein Artgenosse lohnt sich fast immer
(es mag Ausnahmen geben).
Ich denke: Zu aller erst muß der Arme Kerl erstmal aus der dunklen Ecke
heraus; oder will Dein Freund den ganzen Tag in einem kleinen, dunklen Raum
sitzen? Wie schon gesagt wurde, hier muß zuerst einmal der Vogel-Halter
sich ändern. Ist er dazu nicht bereit, sollte er das arme Kerlchen lieber in
gute Hände abgeben...
DANN soll er sich aber auch kein Tier mehr anschaffen!

Gruß Daniela


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