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Wellensittich: feuchter Kot, Schwäche

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Olaf Behr

unread,
Oct 25, 2004, 3:09:02 PM10/25/04
to
Hallo,

eine Frage an die Wellensittichexperten:
Bei unserem 7 Jahre alten Hahn haben wir vor etwa 14 Tagen wässrigen Kot,
Apathie und einen deutlich geschwächten Allgemeinzustand bemerkt. Der
Tierarzt hat in der Annahme einer Darminfektion zunächst Antibiotika für 10
Tage verschrieben.
Die 10 Tage sind um, der Zustand des Vogels ist durchaus wiedersprüchlich.
Es ist zunächst eine Verbesserung des Allgemeinbefindens festzustellen - der
Vogel ist wieder munter, reagiert auf Ansprechen und ruft die Henne (er ist
in Quarantäne), schläft auf einem Bein, räkelt... Gleichwohl ist der Vogel
körperlich noch immer extrem schwach, es reicht nicht einmal zum richtigen
Durchschütteln des Gefieders, geschweige denn zum Fliegen. Er frißt und
trinkt normal - krankheitsbedingt derzeit nur Kolbenhirse (dunkel),
Mischfutter und schwachen Kamilletee mit Aufbaupräparat (Vinka). Der Kot
wird mit leichtem Afterschütteln als lange Wurst abgesetzt und erscheint
zunächst in Farbe und Konsistenz normal, vielleicht etwas zu groß. Der
Harnanteil ist in jeder Hinsicht normal. Die einzige Auffälligkeit ist, dass
der Kot trotz Ausformung sehr feucht ist - frisch erscheint er wie von einem
"Wasserkokon" überzogen, beim Trocknen schrumpft er stärker zusammen als die
Kotkügelchen gesunder Wellensittiche.

Erscheint jemandem dieses Krankheitsbild bekannt?

Danke und Gruß,
Olaf

Stephan Heidrich

unread,
Oct 25, 2004, 6:16:40 PM10/25/04
to
> Am 25.10.04, schrieb Olaf Behr:

>
> Bei unserem 7 Jahre alten Hahn haben wir vor etwa 14 Tagen
> wässrigen Kot, Apathie und einen deutlich geschwächten
> Allgemeinzustand bemerkt. Der Tierarzt hat in der Annahme einer
> Darminfektion...

Ein TA sollte eine (bakterielle) Darminfektion mittels Mikroskop
sofort feststellen können (wenn er eines hat).


> ...zunächst Antibiotika für 10 Tage verschrieben.

Unsere Pieper bekamen es bei einer bakteriellen Darminfektion 5
Tage (war ausreichend).


> Die 10 Tage sind um, der Zustand des Vogels ist durchaus
> wiedersprüchlich. Es ist zunächst eine Verbesserung des
> Allgemeinbefindens festzustellen - der Vogel ist wieder munter,
> reagiert auf Ansprechen und ruft die Henne (er ist in Quarantäne),
> schläft auf einem Bein, räkelt... Gleichwohl ist der Vogel
> körperlich noch immer extrem schwach, es reicht nicht einmal zum
> richtigen Durchschütteln des Gefieders, geschweige denn zum
> Fliegen.

Nach mehreren Tagen Antibiotika waren unsere Vögel auch nicht die
fitesten. Sie mußten sich regelrecht erholen, aber fliegen etc.
konnten sie immer.


> Der Kot wird mit leichtem Afterschütteln als lange Wurst abgesetzt
> und erscheint zunächst in Farbe und Konsistenz normal, vielleicht
> etwas zu groß. Der Harnanteil ist in jeder Hinsicht normal. Die
> einzige Auffälligkeit ist, dass der Kot trotz Ausformung sehr
> feucht ist - frisch erscheint er wie von einem "Wasserkokon"
> überzogen, beim Trocknen schrumpft er stärker zusammen als die
> Kotkügelchen gesunder Wellensittiche. Erscheint jemandem dieses
> Krankheitsbild bekannt?

Nach mehreren Tagen Antibiotika ist die Darmflora nicht in Ordnung.
Dadurch war bei unseren Piepern der Kot dünner, in der Regel schwarz
und es gab ab und zu auch lange "Würste". Das hatte sich ein paar
Tage nach der Medikamentengabe normalisiert.

Im Zweifelsfall rate ich Dir zu einem vogelkundiger Tierarzt zu
gehen! Schau z.B. auf www.sittich.de in die Ärzteliste.


Gruß,
Stephan

Stefan Schilling

unread,
Oct 26, 2004, 3:58:40 AM10/26/04
to
Hallo Olaf,

In article <2u51foF...@uni-berlin.de>, olaf...@web.de
says...

> Tierarzt hat in der Annahme einer Darminfektion zunächst Antibiotika für 10
> Tage verschrieben.

Folge Stephans Rat und such' dir einen Vogeltierarzt. Der Arzt
soll nicht annehmen, sondern diagnostizieren. An Tierärzten,
denen zu Vogelkrankheiten nicht mehr einfällt als a) ein
Vitaminpräparat und b) ein Antibiotikum, sind schon viele
Tiere unnütz gestorben.

Ein AB 'auf Verdacht' kann man schon geben, wenn es dem Tier
sehr schlecht geht und keine Zeit mehr für genaue Diagnose
(Laborbefund) ist.

Auch sollte der Vogel geröntgt werden (sofern er dazu nicht zu
schwach ist). Dann kann der TA sehen, ob Mägen, Niere und
andere innere Organe Auffälligkeiten zeigen.

Dass der Vogel schwach ist, kann am AB liegen. Das belastet
die Darmflora extrem (kennt mensch ja auch, Dünnpfiff bei AB),
und oft wird deshalb begleitend BeneBac gegeben.

Wässriger Kot (im Extremfall reines Wasser, auch mit Laschheit
und Nahrungsverweigerung verbunden) deutet u.U. auf ein
Nierenproblem hin. Sowas kommt recht häufig bei Vögeln vor,
die über Jahre 'vom Tisch' gegessen haben. Also menschliche
Nahrung mit Salz drin, was auf die Dauer Gift für die Viecher
ist.

Im jetzigen geschwächten Zustand sollte der Geier Ruhe, Wärme
(Rotlicht) und gehaltvolles, leicht verdauliches Futter
bekommen. Ruhig mal Aufzuchtfutter, Eifutter, Keimfutter
anbieten. 'Zum Durchschütteln des Gefieders zu schwach' klingt
bedrohlich nach '5 vor 12' :-(

Viele Grüße,
Stefan

Olaf Behr

unread,
Oct 26, 2004, 4:22:01 AM10/26/04
to
Stephan Heidrich wrote:

> Ein TA sollte eine (bakterielle) Darminfektion mittels Mikroskop
> sofort feststellen können (wenn er eines hat).

Er hat eines, hat es aber aus mir nicht bekannten Gründen nicht benutzt. Er
hat zunächst den Allgemeinzustand untersucht, Kropf und Magen auf Füllstand
und Tumore befühlt. Tumore hat er ausgeschlossen, Kropf und Magen waren
gefüllt, dennoch hat er einen weit fortgeschrittenen körperlichen Verfall
diagnostiziert. Deswegen hat er zunächst ein Stärkungsmittel mit einer
Spritze direkt in den Kropf gegeben (IIRC ein Sekret vom Pferd). Im weiteren
hat er sich auf meine Beschreibung des Verhaltens und die Beschau des
frischen Kotes (ich hatte Zellstoffpapier unter einer Stange) gestützt und
eine bakterielle Infektion oder Organschäden als Krankheitsbild angegeben,
erstere aber als wahrscheinlicher angenommen und deswegen die Antibiotika
verordnet.

> Nach mehreren Tagen Antibiotika ist die Darmflora nicht in Ordnung. [...]


> Dadurch war bei unseren Piepern der Kot dünner, in der Regel schwarz
> und es gab ab und zu auch lange "Würste". Das hatte sich ein paar
> Tage nach der Medikamentengabe normalisiert.

Das hatte ich vermutet. Wieviele Tage etwa hat es gedauert, bis sich der Kot
normalisiert hat?

> Im Zweifelsfall rate ich Dir zu einem vogelkundiger Tierarzt zu
> gehen! Schau z.B. auf www.sittich.de in die Ärzteliste.

Die Ärzteliste enthält leider keine Empfehlungen für Jena und Umgebung.
Die Kompetenz des behandelnden TA kann ich schlecht einschätzen. Er ist nach
eigenen Angaben (auch) auf Vögel spezialisiert und bildet sich darin fort.
In der Vergangenheit hat er einen unserer Flugsaurier erfolgreich behandelt.
Dem entgegen stehen unter dem Druck des Wissens um die geringen Reserven,
die ein Wellensittich hat, immer gewisse Zweifel, ob man mit der Auswahl das
bestmögliche getan hat.

Gruß, Olaf


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Stephan Heidrich

unread,
Oct 26, 2004, 12:16:34 PM10/26/04
to
> Am 26.10.04, schrieb Olaf Behr:

>
> Er hat zunächst den Allgemeinzustand untersucht, Kropf und Magen
> auf Füllstand und Tumore befühlt. Tumore hat er ausgeschlossen,
> Kropf und Magen waren gefüllt, dennoch hat er einen weit
> fortgeschrittenen körperlichen Verfall diagnostiziert.

Ist der Vogel dünn bzw. abgemagert? Hat er eine knochige Brust
obwohl er normal frißt?

Vielleicht liegt ein Organschaden vor (Drüsenschaden, hängt meist
mit der Leber zusammen)? Der Organismus kann kaum noch Nährstoffe
aufnehmen, der Vogel verhungert. Das kann sich über mehrere Monate
hinziehen; dagegen kann man leider nichts machen :-(

Es kann aber auch was ganz anderes sein, das kann ich natürlich nicht
sagen! Aber wenn der Vogel regelmäßig frißt und trotzdem abgemagert
ist, dann stell Dich auf das schlimmste ein. Das kann ich aus
Erfahrung sagen :-(


> Im weiteren hat er sich auf meine Beschreibung des Verhaltens und
> die Beschau des frischen Kotes (ich hatte Zellstoffpapier unter
> einer Stange) gestützt und eine bakterielle Infektion oder
> Organschäden als Krankheitsbild angegeben, erstere aber als
> wahrscheinlicher angenommen und deswegen die Antibiotika verordnet.

Wie gesagt, eine bakterielle Infektion kann man mit dem Mikroskop
erkennen. Es gibt noch eine andere Darmgeschichte, die sich nicht so
leicht feststellen läßt (ich habe den Namen vergessen). In beiden
Fällen gibt man Antibiotika. Ein erfahrener TA gibt aber nicht
einfach ein Breitbandantibiotikum sondern ein drauf abgestimmtes.

Ich fahre zur Taubenklinik nach Essen und da bekamen die Vögel bei
einer bakteriellen Infektion ein Antibiotika in Pulverform (Namen
weiß ich nicht, wurde für Tauben entwickelt) und bei der anderen
Geschichte Baytril 10%ig.


>> Nach mehreren Tagen Antibiotika ist die Darmflora nicht in
>> Ordnung.

> Das hatte ich vermutet. Wieviele Tage etwa hat es gedauert, bis


> sich der Kot normalisiert hat?

Wenn ich das noch wüßte!? 3 Tage, vielleicht 1 bis 2 mehr.


> Die Ärzteliste enthält leider keine Empfehlungen für Jena und
> Umgebung.

Schau auch mal hier: www.birds-online.de/


> Die Kompetenz des behandelnden TA kann ich schlecht einschätzen.
> Er ist nach eigenen Angaben (auch) auf Vögel spezialisiert und
> bildet sich darin fort.

Das sollte man auch, weil Piepmätze im Studium nicht abgehandelt
werden (wenn ich richtig informiert bin)!


> In der Vergangenheit hat er einen unserer Flugsaurier erfolgreich
> behandelt. Dem entgegen stehen unter dem Druck des Wissens um die
> geringen Reserven, die ein Wellensittich hat, immer gewisse
> Zweifel, ob man mit der Auswahl das bestmögliche getan hat.

Das ist leider so bei den kleinen Vögeln und man kann nur sehr
wenig für die Pieper tuen. Ich stimme Stefan Schilling zu, wenn er
sagt: "An Tierärzten, denen zu Vogelkrankheiten nicht mehr einfällt


als a) ein Vitaminpräparat und b) ein Antibiotikum, sind schon viele

Tiere unnütz gestorben", aber die Möglichkeiten sind leider stark
begrenzt. Blut abnehmen oder gar Operieren ist leider nicht drin!

Ich kann Dir mal kurz schildern, wie sich zwei unserer Vögel bei
einer bakteriellen Darminfektion verhalten haben:

Der eine kratzte sich ständig am Hintern, der andere nicht. Der eine
hat sich ganz normal und fit verhalten, der andere war ruhiger und
hat viel gepennt. Fress- und Trinkverhalten war bei beiden normal.
Fliegen konnten sie immer. Veränderten Kot hatten beide erst, als
sie Antibiotika bekamen.


Gruß,
Stephan

Message has been deleted

Olaf Behr

unread,
Oct 26, 2004, 4:00:32 PM10/26/04
to
Stephan Heidrich wrote:

> Ist der Vogel dünn bzw. abgemagert? Hat er eine knochige Brust
> obwohl er normal frißt?

Er hat beides, aber schon immer, seit wir ihn vor 6 Jahren auf der Strasse
aufgelesen haben.

> Vielleicht liegt ein Organschaden vor (Drüsenschaden, hängt meist
> mit der Leber zusammen)? Der Organismus kann kaum noch Nährstoffe
> aufnehmen, der Vogel verhungert. Das kann sich über mehrere Monate
> hinziehen; dagegen kann man leider nichts machen :-(

Das kenne ich leider auch schon, und es macht mir auch die meisten Sorgen.
Allerdings spricht m.E. dagegen, dass die Verschlechterung sehr plötzlich
eingetreten ist. Ich würde in diesem Fall eigentlich ehr einen schleichenden
Verlauf erwarten.

> Ein erfahrener TA gibt aber nicht
> einfach ein Breitbandantibiotikum sondern ein drauf abgestimmtes.

Das leuchtet mir ein.

> Schau auch mal hier: www.birds-online.de/

Ich habe dort keine TA-Adressen gefunden, nur zwei Links, von denen einer
404 (Papageiennetzwerk) zeigt, und der andere die mir bereits von sittich.de
bekannte Liste mit Fehlanzeige im Umkreis von 150 Kilometern. :(
Ich werde morgen vormittag die Landesärztekammer befragen, das scheint mir
sowieso die verläßlichste Quelle zu sein.
Trotzdem danke für den -ansonsten interessanten - Link!

Gruß, Olaf


Olaf Behr

unread,
Oct 26, 2004, 4:59:54 PM10/26/04
to
Stefan Schilling wrote:

> Ein AB 'auf Verdacht' kann man schon geben, wenn es dem Tier
> sehr schlecht geht und keine Zeit mehr für genaue Diagnose
> (Laborbefund) ist.

Hätte etwas dagegen gesprochen, diese Diagnose parallel zur AB-Behandlung zu
machen?

> Auch sollte der Vogel geröntgt werden (sofern er dazu nicht zu
> schwach ist). Dann kann der TA sehen, ob Mägen, Niere und
> andere innere Organe Auffälligkeiten zeigen.

Danke für den Hinweis.

> Dass der Vogel schwach ist, kann am AB liegen.

Wie lange kann das Deiner Erfahrung nach anhalten?

> Wässriger Kot (im Extremfall reines Wasser, auch mit Laschheit
> und Nahrungsverweigerung verbunden) deutet u.U. auf ein
> Nierenproblem hin.

Dagegen spricht m.E., dass der Urin im Kot in Konsistenz, Menge und Farbe
dem Ideal entspricht. Es ist der Kot selbst, dessen Konsistenz nicht stimmt
und der aufgequollenen und zu feucht ist.

> 'Zum Durchschütteln des Gefieders zu schwach' klingt
> bedrohlich nach '5 vor 12' :-(

Naja, ein bißchen mehr Hoffnung habe ich schon. Als ich die Krankheit vor 12
Tagen bemerkt habe, war es das sicher. Da war er apathisch, dick
aufgeplustert, die Flügel hingen herunter, zu schwach für alles. Etwa am 4.
Tag der AB-Behandlung war er soweit, dass er eine kurze Strecke (~2 Meter)
fliegen konnte. Ich habe das hauptsächlich auf das Stärkungsmittel
zurückgeführt, dass der TA ihm gegeben hatte. Seitdem hat sich vor allem
sein Verhalten verbessert - er reagiert, zwitschert, ruft die Henne,
kuschelt nicht mehr mit Menschen, schläft auf einem Bein, räkelt - die
Kondition hat aber wieder abgenommen. Fliegen ist nicht mehr drin, der Kot
ist wie beschrieben und die Haltung des Vogels ist auffällig. Zwar legt er
am Körper die Federn die Federn an, aber über dem After stehen sie zwischen
den Flügeln unnatürlich hoch. Schwanz und After hängen tiefer herunter, als
gewöhnlich. Es mag eine Wirkung der AB sein - ich mag mich aber nicht darauf
verlassen.

Gruß, Olaf


"M.Schäfer"

unread,
Oct 28, 2004, 10:32:21 AM10/28/04
to
Hallo Olaf,

nach einer solchen Antibiotikabehandlung empfehle ich dir eine Kur mit
Bird Bene Bac Gel zu geben. Das bekommst du zum einem beim Tierarzt oder
aber du bestellst es hier:http://www.bird-box.de/

Durch das Antibiot. werden natürlich nicht nur krankmachende Bakterein
zerstört, sondern eben auch die gesunden.
Da gegen wirkt nun BBB - aber eben immer erst nach Antibiot. anwenden.

Ausserdem kannst du hier: www.vogelforen.de/
oder hier: www.geiernetzwerk.de

auch ganz viel Info suchen und/oder austauschen.

Gruß Martina


--
Geizige Menschen sind unangenehme Zeitgenossen - aber angenehme Vorfahren!

Olaf Behr

unread,
Oct 28, 2004, 1:19:05 PM10/28/04
to
M.Schäfer wrote:

> nach einer solchen Antibiotikabehandlung empfehle ich dir eine Kur mit
> Bird Bene Bac Gel zu geben. Das bekommst du zum einem beim Tierarzt
> oder aber du bestellst es hier:http://www.bird-box.de/

Hallo Martina,

danke für den Tip und die Links. (An dieser Stelle auch Danke an Stephan und
Stefan für ihre Hilfe.)
Ein kurzes Update: Die Tierärztekammer Thüringen konnte mir keinen auf Vögel
spezialisierten Tierarzt für Jena und nähere Umgebung vermitteln.
Der bisher behandelnde Tierarzt hat gestern vormittag einen besseren
Zustand, aber keine Genesung diagnostiziert. Eine genaue Ursache kann er
nicht nennen. Es soll nun eine labortechnische Untersuchung des Kotes
durchgeführt werden. Außerdem hat er dem Vogel erneut ein Stärkungsmittel,
vorsorglich versetzt mit einem Wirkstoff gegen Spulwürmer, direkt in den
Magen verabreicht. Zur Nachsorge der AB-Behandlung hat er (wie von Dir
empfohlen) Bene-Bac mitgegeben, täglich mindestens ein hirsekorngroßes
Geletröpchen. Von einer Röntgenuntersuchung hat er angesichts der Schwäche
des Vogels bis auf weiteres abgeraten.
Der Vogel bekommt tagsüber durchgehend Rotlicht, dunkle Hirsekolben,
Aufzuchtfutter, ein Schälchen mit Papageiensand (des Grids wegen) und
verdünnten Brennesseltee mit etwas Vitaminkonzentrat. Ich habe ihm auch ein
hartgekochtes (ungesalzenes) Ei hingelegt, von dem er reichlich nimmt. Das
Bene-Bac geben wir ihm auf der Fingerspitze mit einem Korn drauf. Er sitzt
separiert, kann aber seine Henne hören. Der Kot sieht besser (trockener)
aus. Hoffen wir, dass er wieder zu Kräften kommt.

Gruß, Olaf


"M.Schäfer"

unread,
Oct 28, 2004, 4:07:21 PM10/28/04
to
Also alles Gute für den kleinen Welli.
Ach ja noch etwas: ist eigendlich ein Kropfabstrich gemacht worden?
Weil oftmals verbergen sich hinter Durchfall/oder ungewöhnlichem Kot
auch Trichomonaden. Diese könne allerdings nur durch eine Kropfabstrich
und dann direkter Mikroskopuntersuchung festgestellt werden. Nur so zur
Absicherung.
Nicht jeder Welli reagiert bei Trichomonadenbefall mit würgen.Manche
machen das eben mehr so hinten herum ;-)

Na, vielleicht begegnen wir uns ja in einem der Foren.

Olaf Behr

unread,
Oct 29, 2004, 5:14:45 AM10/29/04
to
M.Schäfer wrote:

> Ach ja noch etwas: ist eigendlich ein Kropfabstrich gemacht worden?

Nein, eine Kropfentzündung hat der TA mit Sicherheit
ausgeschlossen.Gleichfalls das Going Light Syndrom.
Die Kotuntersuchung heute hat keine Auffälligkeiten gebracht - ganz geringe
Spuren von Hefen, keine Wurmeier, das Futter ist nahezu vollständig
durchverdaut. Farbe und Konsistenz sind mittlerweile ebenfalls im Bereich
des normalen. Trotzdem konnte der TA auch heute keine Diagnose stellen - in
Betracht kommen nun noch Organschäden, die er per Blutabnahme oder Röntgen
untersuchen müßte (aber aufgrund der Schwäche des Vogels derzeit nicht tut),
oder ein allgemein schwacher Zustand infolge der Vorbehandlung.
Wir können also nur noch versuchen, den Vogel wieder zu Kräften zu bringen.
Den Tee haben wir abgesetzt, ebenso die Vitaminpräparate. Er bekommt jetzt
Leitungswasser mit einem nierenfunktionstärkenden Kräuterabstrakt vom TA und
etwas Traubenzucker, Aufzuchtfutter (Vitakraft), Kolbenhirse, hartgekochtes
Ei mit Schale, und auch wieder Obst (Traube, Apfel) und Gemüse. Zum
Einstreuen für Futter und Kolbenhirse hat uns der TA Korvimin mitgegeben.
Bene Bac gibt es für weitere 4 Tage. Obwohl der Vogel nicht mehr ansteckend
sein kann, belassen wir ihn der Ruhe wegen im eigenen Käfig bei Rotlicht.
Wen das alles nicht hilft, bestehen wohl kaum noch Chancen.

Gruß, Olaf


Stephan Heidrich

unread,
Oct 29, 2004, 6:58:09 AM10/29/04
to
> Am 29.10.04, schrieb Olaf Behr:
>
> ...


Du hast wenigstens einen engagierten TA gefunden! Mehr macht die
Taubenklinik in Essen, die durchaus als Institution gilt, auch
nicht. Alles Gute für Deinen Pieper!


Gruß,
Stephan

Olaf Behr

unread,
Dec 16, 2004, 6:25:32 PM12/16/04
to
Stephan Heidrich wrote:

> Alles Gute für Deinen Pieper!

Hallo an alle, die hier beigetragen hatten. Ich wollte Euch und allen, die
vielleicht später einmal ein ähnliches Problem haben und hier nachlesen, den
Fortgang nicht vorenthalten.
Um es kurz zu machen: der Hahn ist nun definitiv über den Berg. Eine
Diagnose ist bis zum Schluß nicht gestellt worden. Wir haben seit dem
letzten Posting keinen weiteren Tierarzt-Besuch gemacht und den Vogel nur
wie zuletzt beschrieben gepäppelt. Rotlicht hat er wochenlang täglich
mehrere Stunden bekommen. Die Pflege hat geholfen - der Vogel hat sehr
schnell zugelegt, das Gewicht ist nach meinem letzten Posting binnen einer
Woche von 28 auf 33 Gramm gestiegen. Es hat aber sehr lange gedauert, bis
die Kondition wieder da war. An Fliegen war wochenlang nicht zu denken. Der
Vogel hat nicht mal mehr Versuche unternommen, zu fliegen, auch nicht
trocken geübt. Auch die Flatterei der anderen Flugsaurier war kein Anreiz.
Ich habe dann begonnen, ihn zum Fliegen animieren (Trockenübung auf dem
Finger, Kurzstreckenhopsflüge zu Fresszielen). Heute ist er nun das erste
Mal wieder selbstständig längere Strecken durch die Wohnung geflogen.
Der Kot ist immer noch etwas zu feucht, aber nicht mehr flüssig und
weitgehend normal ausgeformt. Ich gehe davon aus, dass sich das in den
kommenden Tagen weiter normalisieren wird. Unter dem Strich habe ich das
Gefühl, dass vor allem die Rotlichtbestrahlung geholfen hat. Er hat sich in
dieser Zeit immer besonders wohl gefühlt, ist selten aus dem Licht
herausgegangen.

Also noch einmal danke an alle. Wer ein Bild sehen mag:
http://tinyurl.com/52wad.

Gruß, Olaf


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