Wäre doch mal eine interessante Diskussionsgrundlage
--
Michael Geilen
mailto:M.Ge...@t-online.de
http://home.t-online.de/home/M.geilen@t-online/index.htm
Um mich Klar auszudrücken:
Was ich gerne unterbunder wüßte ist die Haltung von den Tieren aus
Prestigegründen. so nach dem Motto Schau mal wie geil ich bin. Ich habe
eine 4 m lange Tigerpython zu Hause.
Anderes Beispiel.
Ich bin ca 185 cm groß´, knapp 86 kg schwer, arbeite auf dem Bau und
besitze kaum Fett. Ich würde mich als durchaus kräftig bezeichnen. Ich
hatte ganz akute Schwierigkeiten eine Pazifikboa ca 140 cm lang wieder
von meinem Arm zu entwfernen, nachdem sie sich festgebissen hatte und
sich mit ein paar Schlingen darumgelegt hatte. Wenn ich diese Kraft
jetzt umrechne auf die großen Riesenschlangenarten, kann ich nur
feststellen, daß die Leute die die Tiere halten absolut lebensmüde sein
müssen. Zum Glücl scheinen die Tiere jedoch recht friedlich zu sein. es
sind jedoch einige Unfälle teilweise sogar Unfälle mit Todesfolge
vermerkt, wo die Tiere einfach aus unerklärlichen Gründen zudrückten.
Zu deinem Beispiel mit den Hunden: Auch hier wäre für gewisse Sachen ein
Nachweis angebracht. Man läßt ja auch keinen ohne Führerschein Auto
fahren. Ich denke, daß auch so manscher Hund eine ernstzunehmende
Gefährdung sein kann. Meinen Rottweiler- Schäferhundmix habe ich vor ca
2 Jahren wegen seiner Bissigkeit abgegeben. Ich wollte meine Kinder
nicht gefährden.
So ich glaube ich habe meinen Standpunkt klar erläutert und hoffe auf
rege Diskussion.
Auch wenn ich dem einen oder anderen auf seinen Schanz getreten haben
sollte. Aber wer nicht mal erlebt hat wie ein Tigerpython ausrastet,
kann sich glaube ich kein Bild davon machen, wie gewaltig diese Tiere
sind.
Schreibt zurück, wenn ihr anderer Meinung seid
Ich hoffe es ist auch OK, gleicher Meinung zu sein ;)
Ich trug den Wunsch mir eine Schlange zu halten, knappe 20 Jahre mit mir
rum, aber meine Frau war (aus Unkenntnis) dagegen. Nachdem sie ihre
Meinung nun endlich geaendert hatte, kaufte ich mir 4 Buecher ueber
Nattern und las sie _mehrmals_ durch, bevor ich mir meine 2 Kornnattern
kaufte.
Kornnattern fallen zwar nicht unbedingt in die Kategorie der gefaehrlichen
Tiere, aber wollen auf jeden Fall korrekt behandelt werden. Nur, was ist
eine korrekte Behandlung? Nach ein paar Wochen mit meinen Tieren muss ich
gestehen, dass darauf in keinem Buch genug eingegangen wird und ich nicht
genau weiss, wann ich etwas richtig oder falsch mache.
Eigentlich hatte ich auch gehofft, hier in der NG mehr ueber solche Fragen
zu lesen (und wenn man fragt, bekommt man ja auch gute Antworten), nur
mit der Regel "eine Zeitlang mitlesen, bevor man posted" wird man hier
derzeit nix.
Wenn man nach Informationen und Veranstaltungen zu dem Thema Reptilien-
haltung sucht, findet man nur wenig. Wenn man dann etwas findet, ist es
zu einem Thema, das wirklich "exotisch" ist und dem wissbegierigen Halter
"normaler" Reptilien nicht gerade weiterhilft.
Das Beste, was ich las, war Michaels Geilens Webseite. Er geht wenigstens
auch auf solche Sachen wie "bin ich (emotional) in der Lage meine
Schlangen zu fuettern" ein. Andere Webseiten geben ungefaehre Hinweise,
wie man eine bestimmte Art Reptil haelt - Temperatur, Bodensubstrat,
das war's.
Ich denke, dass ein Reptilien-Fuehrerschein eine gute Sache waere, aber
viel wichtiger ist ein breites Angebot an Informationen, dass auch viel
auf die alltaeglichen Fragen eingeht. Ein Verantwortungsbewusstsein wird
man durch so einen Schein nicht geimpft bekommen, das wird anerzogen oder
bildet sich im Laufe der (Lebens-)Jahre. Die richtigen und ausfuehrlichen
Informationen sind es, die die Leute zum Denken und dadurch zum richtigen
Verhalten bewegen.
Wie prueft man Verantwortungsbewusstsein? Kann ein Haendler vor dem
Verkauf einer Tigerpython herausfinden, ob der Interessent weiss, was
er tut? Vieleicht sollte man auch, statt eines Fuehrerscheins, Kauf-
berechtigungsnachweise bei den Vereinen vergeben. Diese koennten nach
einem intensiven Gespraech mit dem Interressenten, zusammen mit ein
wenig Informationsmaterial, vom Verein vergeben werden. Zur Zeit liegt
diese Verantwortung groesstenteils bei den Haendlern und die werden
ein Geschaeft von x000 DM (Terrarium, Tier, Zubehoer) nicht ablehnen...
Naja, just my 2 cent...
Chris
--
Chris Benndorf
chr...@ganzfix.duew.uunet.de
http://pweb.uunet.de/ganzfix.duew
Phone: +49 6356 989333
Sachkundenachweiß ist natürlich wünschenswert!
Aber wie sollte die Vergabe und Prüfung der Sachkunde vonstatten gehen?
Zoohändler müßen meines wissens nach auch sachkundig sein, um mit Tieren
handeln zu dürfen.
Was sieht man denn nicht alles so in diesen Geschäften?!!!
Nachweise der charakterlichen und fachkundigen Eignung der Halter sind
auf jeden Fall notwendig bei gefährlichen Tieren- giftig, aggressiv,
sehr kräftig- nicht nur Reptilien. Auch bei schwierig zu haltenen Tieren
waäre ein Nachweis sehr sinnvoll.
Aber freiwillig werden sich nur Leute diesen Tests unterziehen, die
die Anforderungen ohne Probleme meistern würden.
Also bleibt nur Zwang übrig, per Verordnung oder Gesetz.
Wie wäre es wenn der DGHT mit seinen vielen Mitgliedern Druck auf die
Reptilienhändler ausübt, nur Reptilien an Leute mit Nachweisen zu
verkaufen?
Die dann freiwillige Prüfung beim DGHT muß ja Niemand mitmachen, bekommt
dann auch keine Tiere ?
Schöne Idee, aber an der durchführung wird es wohl leider scheitern.
Siehe Hundeführerschein für Kampfhunde.
Nebenbei, es sind doch meistens sehr merkwürdige Leute, die sich
Kampfhunde- und Ähnliche halten. Meistens, natürlich nicht immer!
heiner
Die Frage, die sich mir dann irgendwann gestellt hat ist, ob die
unsachgerechte Haltung durch Ignoranz oder durch Unkenntnis entsteht. Ich
glaube, es ist die Unkenntnis. Fachbücher sind zu teuer und zu selten. Die
wirklichen Erfahrungen schlummern in den Köpfen der Halter. Es liegt also an
uns selbst, ob wir mit unserem Wissen öffentlich werden und helfen, oder ob
wir uns über die letalen Versuche der Neulinge aufregen. Ich bin absolut
kein Fachmann, aber ich habe Erfahrungen im Umgang mit meinen Tieren
gemacht. Ob die nun speziell oder allgemein sind, kann ich nicht beurteilen.
Ich habe auf meiner Homepage eine mögliche Lösung entwickelt. Sie ist
innnerhalb kürzester Zeit entstanden und soll kontinuierlich ausgebaut
werden. Eine WASSERAGAMEN FAQ. Ich kann nur über Wasseragamen schreiben, da
ich mich auch nahezu ausschließlich mit ihnen beschäftige. Meine Idee ist
relativ einfach. Jeder TierhalterIn beschreibt SEINE/IHRE Erfahrungen mit
SEINEN/IHREN Tieren. Diese Erfahrungen veröffentlicht er/sie. Sachkunde
ensteht mit der Zeit. Sachkunde entwickelt sich mit der Auseinandersetzung.
Um sich auseinanderzusetzen, benötigt man die Praxis.
Ich möchte jetzt NICHT für den Besuch meiner Homepage werben...
Aber seht Euch bitte diese Möglichkeit mal an...
Viele motivierte Reptilien-, Amphibien- und Insektenhalter können im VORFELD
einen Fehlkauf vermeiden.
Gruß
Wulf
Vereine. wäre eine Lösung. Beispiel DGHT ich denke,. daß da genug
Fachwissen ist, um solche Nachweise aufzustellen
>
> >Wie prueft man Verantwortungsbewusstsein? Kann ein Haendler vor dem
> >Verkauf einer Tigerpython herausfinden, ob der Interessent weiss, was
> >er tut?
Nein, man kann keinem Menschen hinter die Augen schauen, aber ich denke,
daß ich in fünf Minuten ernstahfeten Gespräch durchaus in der Lage bin,
zu beurteilen, ob er sich schon mal mit dem Thema Reptilien
auseinandergesetzt hat. Ist dies nicht der Fall, schicke ich ihn wieder
nach Hause, selbst dann wenn er "nur" eine Kornnatter kaufen will.
Außerdem verkauft man solche Tiere einfach nicht an besoffene oder
ähnliches, denn die sind nicht in der Lage mit so einem Tier umzugehen,
wenn sie sogar zum Verkaufstermin schon besoffen erscheinen. Händler tun
sowas aber. Die verkaufen an jeden
>
> Gilt das nicht auch für Hundehalter? Warum differenzierst Du? So ein
> wildgewordener Schäferhund kann mehr Schaden anrichten als ein
> entlaufener Rotkehlanolis, auch wenn er wie ein 10-cm-Minidino
> aussieht!
>
Ist klar
> >Vieleicht sollte man auch, statt eines Fuehrerscheins, Kauf-
> >berechtigungsnachweise bei den Vereinen vergeben.
>
> Soll eine Mitgliedschaft in einem Tierhalterverein zur Pflicht werden,
> wenn man sich ein solches Tier anschaffen will, vgl. Schießsport/WBK?
Nein natürlichg nicht.
> Der genannte Sachkundeausweis soll doch lediglich die Sachkunde eines
> möglichen Käufers bescheinigen, als Hilfe für den Verkäufer, der seine
> Tiere in gute Hände abgeben will. Von Pflicht war nie die Rede. Wenn
> der DGHT-interne Sachkundenachweis kommt, steht es einem Händler
> natürlich frei, nur an Kunden mit diesem Nachweis zu verkaufen, jedoch
> wird es immer Verkäufer geben, denen sch...egal ist, was mit den
> Tieren passiert, solange bezahlt wird.
>
Leider. Aber ich denken, daß es durchaus nicht schaden kann die Händler
dann auf ihr verhalten aufmerksam zu machen. Mögliche folgen Hausverbot:
Na und
--
Michael Geilen
M.Ge...@t-online.de
http://home.t-online.de/home/M.geilen@t-online/index.htm
> Allerdings können - wie gesagt - auch viele Hundearten für den
> Menschen gefährlich werden, nicht nur bei falscher Haltung/Erziehung!
Steht auch ganz außer Frage. Ich habe die Beißkraft großer Hunde am
eigenen Leib verspürt. Wie gesagt meinen habe ich wegen seiner
Aggressivitätt abgegeben, weil ich meine Kinder nicht gefährden wollte.
Übrigens auch meine Boa und meine beidern beißenden Python regius (ist
selten, daß´die beißen, aber meine beiden taten es, und das ganz
gewaltig)
>
> >und ich habe auch schon gesehen, was adulte Boa c.c. für Bißwunden hinterlassen.
>
> Hast Du auch schon gesehen, was adulte Deutsche Schäferhunde für
> Bißwunden hinterlassen können? Selbst ein Dackel dürfte zumindest an
> die Bißintensität einer Boa herankommen, allerdings würgt der nicht
> ;-)
Denke ich nicht, die Typische Reaktion nach einem Schlangenbiss, ist das
schnelle zurückziehen der gebissenen Gliedmaßen. Der Hund beißt und
hinterläßt meistens 2 oder 4 tiefen Löcher und eine Mengen druckstellen.
Die Boa hinterläßt viele kleinere Löcher, wo unter umständen beim
Zurückreißen der Hand oder was auch immer die Zähne drinne stecken
bleiben können. 1. Diese Schlangenbißwunden bluten sehr lange nach durch
den eingebrachten Speichel, der sehr aggressiv ist. Zudem können auch
bei ungiftigen Schlangen eben durch diesen Speichel ich nenne es jetzt
mal leichte lokale Vergiftungserscheinungen ausgelößt werden, d.h.
Rötung und leichtes anschwellen der gebissenen Stellen. Bei
Riesenschlangen der Gattung Python sieht das schon wieder anders aus,
die verlieren ihre Zähne nicht so leicht wie die Tiere der Gattung Boa,
sie reißen beim wegziehen der gebissenen Stelle Hautfetzten mit raus,
wenn sie daß Maul nicht öffnen.
>
> Eine in den Arm verbissene und geschlungene Boa c. c. möchte ich aber
> nicht nicht erleben. Meine 1 Jahr alte Boa entwickelt auch schon
> ungeheure Kräfte, wenn sie sich beim aus dem Terrarium nehmen irgendwo
> festhält.
>
Genau, aber versuche mal eine Kornnatter wenn sie nicht will aus dem
Becken zu bekommen, auch diese Tiere verfügen über unheimliche Kraft.
Wenn Du jetzt davon ausgehst, daß viele Leute dann einfach an den Tieren
ziehen um si herauszubekommen, möchte ich mir nicht vorstellen, was die
Tiere für Schmezen haben müssen. Weil auf diesen Zug eine automatische
Gegenzugbewegung der Muskeln der Schlange auftritt, Erwiesenermaßen
können dabei dann bei den Tieren schwere Muskel- und Bänderrisse
auftretet. Als man sollte eine Schlange nie aus dem Becken ziehen, oder
wenn sehr behutsam und ohne große Krafteinwirkung
> >oder Anakondas möchte ich mich dann gar nicht erstauslassen.
> ^^^^^^^^^
> Der aus dem gleichnamigen Film möchte ich auch nicht begegnen.
Eher unwahrscheinlich. Aber sollte es so etwas geben Post Mahlzeit
> >daß ein kleines Kind vorher noch mit der normalen Nahrung dieses Exemplares gespielt hat.
> ^^^^^^^^^^^^^^^^
>
> Weiß denn das kleine Kind, was die normale Nahrung einer
> Riesenschlange ist? Es findet doch bestimmt auch Kälbchen, Lämmchen
> oder Ferkelchen niedlich, obwohl diese unser Grundnahrungsmittel
> darstellen. Das Steak ist dann natürlich nicht mehr niedlich, während
> das Meerschweinchen im ganzen verschlungen wird und dabei auch
> niedlich bleibt.
>
Darum ging es gar nicht, Natürlich wissen meine Kinder, daß meine
Schlangen Nager fressen. Ich führe auch manchmal Diskussionen mit meiner
kleinen Tochter, die dann nicht will, daß die Mäuse oder Ratten da rein
kommen. Sie weiß auch, daß Fleisch was wir essen von Tieren kommt, die
eigentlich auch ganz niedlich sind. ist schon mal lustig wenn sie beim
Essen fragt, Papa, war daß ein großes oder ein kleines Schwein.
Ne mir ging es darum klarzumachen, daß der Python sehr geruchsgesteuert
ist, und dann garantiert nicht unterscheidet ob er nun ein Meerschwein
vor sich hat oder ein Kind, daß nach Meerschwein riecht. Er wird
instinktiv zuschlagen, so er hunger hat.
nen. Meine Boas (z. Z. ca. 1 m) werden nicht
> öffentlich präsentiert und nur vorgeführt, wenn es erwünscht ist.
> Kommt sehr selten vor.
Schau Dir aber mal die Leute an, die in Tiergeschäften Boa constrictor
oder python molurus kaufen. Nicht alle, aber die meisten können noch
keine drei Wörter geradeaussprechen, haben schon am frühen Nachmittag
eine Fahne, wie drei Tage Freibiersaufen, und zwei Stunden später sieht
man die gleichen Leute mit dem Vieh um den Hals durch den Park
marschieren. Dies sind die Prestigehalter, die ich meinte
>
> >Es sind jedoch einige Unfälle teilweise sogar Unfälle mit Todesfolge
> >vermerkt,
>
> Auch hier sehen ich keinen Unterschied zur Hundehaltung.
Stimmt.
>
> >So ich glaube ich habe meinen Standpunkt klar erläutert und hoffe auf
> >rege Diskussion.
> >Auch wenn ich dem einen oder anderen auf seinen Schanz getreten haben
> >sollte. Aber wer nicht mal erlebt hat wie ein Tigerpython ausrastet,
>
> Kannst Du das Ausrasten mal näher definieren? Was hat der Python
> getan? Wurde er gereizt, war er hungrig und erwartete Futter? Roch die
> Hand des Halters gar nach Nager und wurde mit solchen verwechselt?
Weder noch, wir gingen von der Arbeit direkt zu meinem Bekannten nach
Hause, und er wollte sich wie immer direkt um daß Tier kümmern. d. h.
Wasser erneuern usw. Er nahm sie dazu immer raus, damit sie sich mal
richtig bewegen konnte. Er hatte sie gerader draußen, da packte sie
seinen Oberarm und versuchte von hinten über die Schulter her ihn
einzurollen. Die folgen waren ein ausgekugelter Oberarm, eine schwer
eingebissen verletztung des gepackten Arms und zwei oder drei gebrochene
Rippen, an den STellen wo das Tier versuchte sich zu halten.
AUßerdem eine tote Schlange , ich war nämlich nicht in der Lage daß
Tier von ihm noch mal runterzukriegen
>
> >Schreibt zurück, wenn ihr anderer Meinung seid
>
> Ich bin gar nicht anderer Meinung. Selbst meinen beiden 1 m langen Boa
> c. c. zolle ich Respekt, was sogar für die Mini-Kornnattern gilt,
> obwohl wohl jede Maus kraftvoller zubeißen kann. Aber dennoch halte
> ich die _Pflicht_, einen Sachkundeprüfung a la Waffenbesitzkarte
> abzulegen für übertrieben. Freiwilligkeit sollte ausreichen. Ich würde
> auf jeden Fall gerne an so einem Lehrgang teilnehmen.
Würde wohl jeder, der das Hobby Reptilienhaltung ernsthaft betreib,
alleine Schon um zu wissen, ob er mit seinem Wissen dann auch so gut
liegt wie er denkt.
Bis denn
>
> Aber freiwillig werden sich nur Leute diesen Tests unterziehen, die
> die Anforderungen ohne Probleme meistern würden.
> Also bleibt nur Zwang übrig, per Verordnung oder Gesetz.
ist aber leider so. Ich freue mich aber schon auf den Tag wo der
Sachkundenachweis kommt. Ich werde ihn machen und wenn ich ihn nicht
schaffe, weiß ich, daß ich doch nicht so gut informiert bin, wie ich
denke
>
> Wie wäre es wenn der DGHT mit seinen vielen Mitgliedern Druck auf die
> Reptilienhändler ausübt, nur Reptilien an Leute mit Nachweisen zu
> verkaufen?
> Die dann freiwillige Prüfung beim DGHT muß ja Niemand mitmachen, bekommt
> dann auch keine Tiere ?
>
Wäre eine Möglichkeit, aber leider weder zu kontrolliern noch
durchzuführen, solange man Menschen bestechen kann. und wenn einer ein
Tier haben will. ist ihm auch egal, ob er mit 200 Zhalen und nötiger
Sachkunde eins bekommt, oder für von mir aus 1500 und keiner Sachkunde.
Schwarze Schafe hast DU überall
> Schöne Idee, aber an der durchführung wird es wohl leider scheitern.
> Siehe Hundeführerschein für Kampfhunde.
>
> Nebenbei, es sind doch meistens sehr merkwürdige Leute, die sich
> Kampfhunde- und Ähnliche halten. Meistens, natürlich nicht immer!
stimmt, aber das sagen auch viele zu Reptilienhaltern, ich darf dich an
einen früheren Mailtausch erinnern.
>
> heiner
--
Sachkunde entwickelt sich mit der Auseinandersetzung.
> Um sich auseinanderzusetzen, benötigt man die Praxis.
Und die Möglichkeit sich anders zu informieren. Wulf, daß tust Du , das
tue ich , und das tun noch einige andere hier. Vorrausetzung ist, daß
der Reptilienhalter dieses Medium nutzen kann. Wieviele Leute können das
nicht. Und um diese, andere und zu guterletzt auch die Tiere zu schützen
bin ich für den Sachkundenachweis
>
> Ich möchte jetzt NICHT für den Besuch meiner Homepage werben...
Warum nicht, die Seite ist informativ und nett geschrieben, ich denke
ein Werbung wert
Bis denn
Ich denke, es muß unterschieden werden zwischen
a) Sachkundnachweis von Züchtern und Händlern
meine alte Forderung: Dokumentation durch Photos und Aufzeichnungen der
Zucht- und Haltungsbedingungen.
b) Sachkundenachweis für Halter oder die, die es werden wollen
dazu nochmals meine Anregung: Je mehr Informationen über das Tier, das ich
erwerben möchte, vorhanden sind, desto eher kann man/frau eine falsche
Haltung vermeiden. Bei Gifttieren ist die Gefahr besonders groß. Nur wer
informiert ist vermeidet böse Überraschungen und letale "Erfolge".
Terrarium und Platzbedarf
Wasseragamen werden (incl. Schwanz) bis zu 80cm lang. Das Terarium sollte
bei einem Besatz von 1,1 (1 Männchen, 1 Weibchen) die Maße 120x80x120
(LängexBreitexHöhe) haben. Kleinere Terrarien sind zwar durchaus möglich, da
die Tiere zu 2/3 aus Schwanz bestehen, aber die Einrichtung von Kletterästen
etc. würde das Terrarium bei geringeren Abmaßen als Lebensraum sehr
unansehnlich und damit unprofessionell erscheinen lassen. Das Terrarium
sollte möglichst aus Glas bestehen, da es sich um ein halbfeuchtes Biotop
handelt. Die Behandlung von Holzwänden (Feuchtigkeitsisolierung) ist sehr
aufwendig. Holzterrarien bieten allerdings mehrere Vorteile, so daß deren
Anschaffung generell nicht als falsch bezeichnet werden kann. Zu den
technischen Einrichtungen nehme ich später noch Stellung. Ein Terrarium in
den o.g. Maßen muß irgendwo stehen. Also auch auf einem Gestell oder in
einem Regal. Im Gegensatz zu einem Aquarium ist das Gewicht dabei eher
zweitrangig. Trotzdem sollte man ein voll eingerichtetes Terarium mit ca.
50-70kg veranschlagen.
FRAGE:
+Habe ich den geeigneten Platz, einen passenden Unterschrank o.ä. und kann
mein Fussboden das Gewicht tragen?
Kosten des Terrariums und Qualitätsunterschiede
Ein Glasterrarium in den o.g. Maßen kostet ca. 300DM. Es gibt allerdings
riesige Unterschiede. Händler, Börsen, Hersteller und Selbstbau lassen
Preisunterschiede von 500% locker entstehen. Informieren, vergleichen und
handeln. Qualitative Unterschiede sind zu beachten.
Die Glasstärke: Je dünner das Glas, desto leichter das Terrarium, desto
schneller der Glasbruch. Je größer das Terrarium, desto dicker das Glas. Ein
Terrarium mit 120x80x120 sollte schon in 6mm bis 8mm Glas gebaut werden. 4mm
erscheint mit hier eindeutig zu dünn.
Die Verarbeitung: Glasterrarien werden verklebt. Normalerweise wird hierzu
Silikon verwendet. Ob es nun schwarzes oder transparentes Silikon ist, ist
den Tieren egal.
Die Türen: Wasseragamen sind sehr kräftige Tiere. Es gibt Glasterrarien mit
Schwingtüren (Wie bei Vitrinen). Der Verschluß ist hier ein Magnet.
Wasseragamen sind bei dermaßen ungesicherten Türen sofort außerhalb und
erkunden die Umgebung. Glasschiebetüren sind sicherlich sinnvoller. Auch
hier gibt es zwei Möglichkeiten. Zwei Scheiben werden auf Schienen
gegeneinander verschoben. Oder: Eine Scheibe wird zur Seite oder nach oben
verschoben. Bei der zweiten Möglichkeit ensteht nicht dieser "hässliche"
Mittelbereich der überlappenden Scheiben. Auch können Kleinfuttertiere nicht
zwischen den Scheiben entwischen. Allerdings bedeutet diese Lösung, daß
neben den Terrarium der Platz für die Frontscheibe zur Verfügung stehen muß.
Teilweise ist das nicht zu realisieren. Eine 120x120 Scheibe wiegt auch
extrem viel. Ich rate zu der Zweischeiben-Schiebetür-Lösung.
Ein anderes Merkmal, auf das man beim Kauf achten solllte, sind die
Lüftungsflächen. Sie bestehen aus Gaze oder aus Lochblechen. Lochbleche
verringern die Stabilität des Deckels weniger als Gazeflächen. Das Anbringen
von Lampen an Lochblechen ist ebenfalls problemloser.
FRAGE:
+Will ich mindestens 300DM für ein nacktes Terrium ausgeben?
Die Technik
Wasseragamen brauchen Wärme, Wasser und Licht. Das Terrarium muß tagsüber
eine Temperatur zwischen 27 und 30 Grad aufbringen, nachts ca. 22 Grad. Die
Luftfeuchtigkeit sollte permanent um die 70% und in Spitzenzeiten (morgens)
100% errreichen. Wasseragamen, daher wahrscheinlich auch ihr Name) lieben
das Wasser. Sie baden gern, sie verstecken sich bei Gefahr im Wasser und sie
koten eigentlich ausschließlich in das Wasser. Die technischen Einrichtungen
für Wasseragamen können entweder einfach oder aufwendig gestaltet werden.
Wärme lässt sich entweder über Lichtstrahler (Spots), Wärmestrahler oder
über Bodenheizungen realisieren (Matten, Heizdrähte). Auch der Wasserteil
muß erwärmt werden. Licht (und da scheiden sich die Geister) ist nicht die
Glühlampe, sondern die Spezial-Neon-Leuchte, der HQI- oder HQL-Strahler oder
eine Spezialbirne. Der Einsatz von UV-anteiligen Leuchtkörpern wird bei dem
Einsatz von natürlichen Pflanzen obligatorisch. Ob die Wasseragamen
UV-Anteile benötigen, wird wohl nie gklärt werden können. Optisch machen
Neonlampen der "Tageslicht warm"-Klasse aber einiges aus. Ein
Aquarienbesitzer wird ohne diese Form der Bestrahlung nicht auskomen. Der
Einsatz von Pflanzen im Terrarium läßt eine Alternative kaum zu.
Die Heizung: Spotstrahler, angefangen bei Halogenlampen im Niedervoltbereich
bis zu 120Watt Pressglasstrahlern sind nicht unumstritten. Die Frage nach
den innerhalb oder außerhalb anzubringenden Beleuchtungskörpern ist
schwierig zu beantworten. Für Wasseragamen habe ich mich für "innerhalb"
entschieden. Meine Tiere wickelnsich nicht um die Strahler und verbrennen
sich auch nicht die Schwänze an ihnen. Die Wärmeausbeute ist beim Anbringen
innerhalb größer. Die Neonbeleuchtung mit UV-Anteil ist bei mir außerhalb.
Zusätzlich habe ich den Boden mit einer Heizmatte erwärmt. Der Wasserteil
ist ebenfalls mit einem Aquarienheizstab erwärmt.
Das Wasser: Wasser und Strom sind eine kritische Verbindung. Der Wasserteil
kann entweder durch eine Schale realisiert werden (z.B.
Photoentwicklerschale) oder fest installiert (modelliert) werden. Die
Reinigung bei Wasseragamen ist ein äußerst mühseliges Geschäft. Sie koten
auschließlich in das Becken. TÄGLICHES Wechseln ist unumgänglich, wenn nur
eine Schale in das Terrarium gestellt wird. Eine Alternative findet ihr hier
unter TERRARIUMBAU.( http://www.exotics.net/wasseragamen )
Regeltechnik: Alle elektrischen Geräte müssen geregelt werden. Wenn ihr also
nicht jeden Moregen zur identischen Zeit aufstehen und Licht und Heizung
anschalten wollt, müßt ihr dies über Timer regeln. Die Preise von Timern
sind mittlerweile gesunken. Einfache Timer kosten nur noch um die 10DM.
FRAGE:
+Bin ich bereit, ca. 200DM für die Einrichtung der notwendigsten technischen
Einrichtungen auszugeben und traue ich mir deren Installation zu?
Einrichtung
Die Einrichtung eines Terrariums für Wasseragamen ist eigentlich einfach.
Kletteräste, Wände zum Hochkrabbeln, Versteckmöglichkeiten in Form von
künstlichen oder echten Pflanzen und ein Wasserbecken. Der Boden kann ggf.
mit Kies, Humus, Holzspänen o.ä. gestaltet werden. Natürliche Pflanzen haben
erfahrungsgemäß eine relativ kurze Überlebenchance und müssen regelmäßig
ausgetauscht werden. Künstliche Pflanzen sehen eben nur künstlich aus. Das
Wasserbecken, wenn es denn mobil sein soll, kann einfach mit Silikon und
Dekomaterialien verkleidet werden. Die Wände können mit Korkplatten beklebt
werden (z.B. Dachdeckerkork für 12DM pro Platte 50x150), oder sie werden mit
Holz (Rindenstücke) verkleidet. Bei der Auswahl der Pflanzen ist unbedingt
auf deren Ungiftigkeit zu achten.
FRAGE:
+Bin ich bei der Verwendung echter Pflanzen bereit, sie regelmäßig
auszutauschen, da die Wasseragamen mit ihren Krallen alles zerlegen?
Futter
Meine Wasseragamen mögen so gut wie kein Grünzeug. Dafür verschmähen sie
kein Insekt und keine Maus. Als Futtertiere kommen also Heimchen, Grillen,
Heuschrecken, Zophobaslarven, Mehlwürmer, Wachsmaden und Mäuse in Betracht.
Heimchen entwischen ständig und tummeln sich in meiner Wohnung. Heimchen
machen Lärm. Mäusebabies erregen mein Mitleid. Meine Heimchenzucht kommt
nicht so richtig in Gang.
FRAGE:
+Bin ich bereit, Futtertiere zu verfüttern?
+Ekel ich mich vor Insekten?
+Habe ich Mitleid mit kleinen Mäusen?
+Toleriere ich entlaufene Futtertier in meiner Wohnung?
+Habe ich bei zwei Wasseragamen bis zu ca. 50DM im Monat für Futter zur
Verfügung?
Pflege
Wasseragamen fressen und koten sehr viel. Der Kot riecht bestialisch. Er
schwimmt im Wasserbecken und ist schleimig. Während des Kotens entwickelt
sich ein penetranter Geruch, der auch noch nach 5 Minuten im Zimmer steht.
Wenn eine Agame das Becken verfehlt, muß ich den Kothaufen per Hand
einsammeln. Das Wasserbecken (das mobile) muß TÄGLICH gewechselt werden.
Okay...alle zwei Tage ist auch mal drin. Zum Wechseln muß ich in das
Terrarium hineingreifen. Dort sind evtl. Heimchen aber vor allem meine
Echsen. Meine Wasseragamen springen mich auch aus einem Meter (!!!)
Entfernung an und sitzen dann auf meiner Schulter.
FRAGE:
+Bin ich bereit, Exkremente anzufassen und zu entsorgen?
+Ekel ich mich vor Gerüchen?
+Habe ich Angst vor der Zutraulichkeit meiner Echsen?
Allgemeines
Ein Terrarium sieht nur dann genial aus, wenn es gepflegt ist. Die Scheiben
sind permanent voller Wasserflecke etc.
Ein Terrarium kostet Strom...und zwar nicht zu knapp. Strahler, Heizung etc.
FRAGEN (Allgemein):
+Bin ich bereit, mich regelmäßig um mein Terrarium zu kümmern?
+Habe ich jemanden, der mich im Urlaub vertritt?
+Habe ich das Geld für die Stromrechnung?
+Habe ich das Geld für Fachbücher?
+Habe ich das Geld für den Tierarzt?
+Sind meine Vermieter einverstanden?
+Ist mein Partner damit einverstanden? (ich denke da gerade an die
entflohenen Heimchen)
+Trau ich es mir zu, meine Wasseragamen anzufassen?
+Kann ich die Steigerung der Luftfeuchtigkeit in dem Raum, in dem das
terrarium steht akzeptieren?
+Nerven mich nachts die Grillen und Heimchen?
S O R R Y ......dieses Schreiben sollte nicht hier stehen...einfach
ignorieren
>>Kornnattern fallen zwar nicht unbedingt in die Kategorie der gefaehr-
>>lichen Tiere, aber wollen auf jeden Fall korrekt behandelt werden.
>
> Gibt es demnach Tiere, die nicht korrekt behandelt werden wollen?
Nein, aber Leute, die einen falsch verstehen ;)
>>Wie prueft man Verantwortungsbewusstsein? Kann ein Haendler vor dem
>>Verkauf einer Tigerpython herausfinden, ob der Interessent weiss, was
>>er tut?
>
> Gilt das nicht auch für Hundehalter? Warum differenzierst Du? So ein
> wildgewordener Schäferhund kann mehr Schaden anrichten als ein
> entlaufener Rotkehlanolis, auch wenn er wie ein 10-cm-Minidino
> aussieht!
Das war gar nicht so differenzierend gemeint, aber ich denke wir sind
hier in einer NG, bei der sich alles auf Terrarien bezieht. Wenn das
differenzierend zu verstehen war, dann nur, weil wir uns hier normaler-
weise ueber Reptilien (und andere Tiere die man in Terrarien haelt)
unterhalten.
>>Vieleicht sollte man auch, statt eines Fuehrerscheins, Kauf-
>>berechtigungsnachweise bei den Vereinen vergeben.
>
> Soll eine Mitgliedschaft in einem Tierhalterverein zur Pflicht werden,
> wenn man sich ein solches Tier anschaffen will, vgl. Schießsport/WBK?
Von der Plicht, einem Verein beizutreten, habe ich nichts geschrieben.
Ich denke aber, dass so ein Verein es zu seiner Plicht machen sollte,
andere zu informieren (s. u.)
> Der genannte Sachkundeausweis soll doch lediglich die Sachkunde eines
> möglichen Käufers bescheinigen, als Hilfe für den Verkäufer, der seine
> Tiere in gute Hände abgeben will. Von Pflicht war nie die Rede. Wenn
> der DGHT-interne Sachkundenachweis kommt, steht es einem Händler
> natürlich frei, nur an Kunden mit diesem Nachweis zu verkaufen, jedoch
> wird es immer Verkäufer geben, denen sch...egal ist, was mit den
> Tieren passiert, solange bezahlt wird.
Der Kernpunkt ist doch folgender:
Wie schuetzt man die Tiere vor falscher Behandlung und die Umgebung eines
gehaltenen Tieres vor der Gefaehrdung, die von einem Tier ausgehen kann.
IMHO nur dadurch, dass man die Information, wie so ein Tier gehalten
wird und welche Gefahren von ihm ausgehen, jedem leicht zugaenglich
macht. Diese Infos sollten von den Vereinen _jedem_ Interessenten
- ob Mitglied oder ohne - gegeben werden. Hat der Verein einen Interes-
senten ueber das Tier aufgeklaert, koennte er einen Kaufsberechtigungs-
schein bekommen. Das koennte so ablaufen, das der Interessent zu einem
Regionalgruppen-Treffen geht und sich mit Haltern der gewuenschten Tiere
unterhaelt. Die Halter koennen dann ueber alle Fuer und Wider informieren
und wenn dann immernoch der Wunsch besteht, sich ein Tier anzuschaffen,
bekommt der Interessent auch noch Bezugsquellen genannt, die ihm so ein
Tier verkaufen koennen. Im Endeffekt wird dieser Weg ja auch manchmal
gegangen, man sollte ihn nur zur Regel machen. Ein gut beratener Interes-
sent wird wahrscheinlich von sich aus Mitglied im Verein oder laesst von
seinem Wunsch ab, ein Tier zu halten.
Ich hoffe, dass ich mich diesmal nicht ganz so misverstaendlich ausge-
drueckt habe :)
Endlich mal wieder ein gutes Thema abseits der Futter-Mäuse/-Ratten...
> Von der Plicht, einem Verein beizutreten, habe ich nichts geschrieben.
> Ich denke aber, dass so ein Verein es zu seiner Plicht machen sollte,
> andere zu informieren (s. u.)
Wenn man hierzulande eine Waffenbesitzkarte haben will, muß man einem Verein
beitreten und der muß dieses Anliegen - nach gründlicher Überlegung und
Beurteilung - positiv befürworten. Also warum nicht auch dieses Vorgehen für
große (und damit verbinde ich nicht automatisch gefährlich) oder schwierig zu
haltende Reptilien?!?
Ich muß allerdings zugeben, daß es mehr Schießsportvereine als Reptilienvereine
gibt. Und der große, den wir haben (DGHT) beschränkt sich auf das Versenden
seiner Mitgliederzeitschrift... Ich bin seit einem halben Jahr drin und die
örtliche Regionalgruppe hat noch nicht versucht, mit mir nur mal so Kontakt
aufzunehmen. Also: still ruht der See, da ist der DGHT in der Verantwortung!
> > Der genannte Sachkundeausweis soll doch lediglich die Sachkunde eines
> > möglichen Käufers bescheinigen, als Hilfe für den Verkäufer, der seine
> > Tiere in gute Hände abgeben will. Von Pflicht war nie die Rede. Wenn
> > der DGHT-interne Sachkundenachweis kommt, steht es einem Händler
> > natürlich frei, nur an Kunden mit diesem Nachweis zu verkaufen, jedoch
> > wird es immer Verkäufer geben, denen sch...egal ist, was mit den
> > Tieren passiert, solange bezahlt wird.
Allein der Nachweis dieser Sachkunde könnte vielen Tieren Elend ersparen! Es ist
einfach, 2 Jemens beim Händler zu kaufen, Füttern, Befeuchten und Temperieren
ist bei denen allerdings schon etwas kniffliger... und mit Geld, Zeit und
Technik verbunden. Ich bin davon überzeugt, daß viele Spontankäufer gar nicht
richtig wissen, worauf sie sich einlassen. Und es auch nie erfahren, da sie
nicht lesen (können) wollen. Die Tiere verenden einfach irgendwann. Ich bin
weniger für den Sachkundenachweis wegen potentieller Gefährlichkeit einer
Großschlange, sondern wegen der korrekten Haltung der Tiere. Besonders, wenn sie
"exotische" Haltungsbedingungen brauchen oder gar stark geschützt sind.
Ausnahme: Giftschlangen! Nichts gegen die Haltung, ich will es in ein paar
Jahren selber tun. Aber: wenn man auf Messen sieht, an wen diese Tiere so
verkauft werden.... Denen würde ich nicht mein Auto zur Probefahrt anvertrauen,
es sei denn, ich suche den sicheren Vollkaskoschaden! Wenn ich mir vorstelle,
wieviele Giftschlangen von zumindest zweifelhaften "Gestalten" gehalten werden,
kann ich nur hoffen, daß diese sich nur selber damit umbringen... Und wieder
einmal mit einer Zeitungsmeldung den verantwortungsbewußten Reptilienhaltern
schaden! Hier kann es nur heißen: Befürwortung durch einen Verein, nachdem dort
der Nachweis erbracht wurde, daß man über Jahre zuverlässig und korrekt
Schlangen gehalten hat. UND DAMIT AUCH UMGEHEN KANN! Es nützt ja nichts, wenn
man eine Schlange immer nur im Becken hält und nur schnell die Türe öffnet, um
Futter reinzuwerfen. Das ist keine Haltung mit Umgang/Handling.
In dem Zusammenhang: keine Boa constrictor (beim Python oder der Anakonda fehlt
mir die "Sachkunde") beißt plötzlich einfach so. Entweder, sie war immer ein
Beißer, dann weiß ich das und handhabe sie entsprechend vorsichtig. Oder aber
sie ist zahm, wie fast alle. Warum sollte sie einen erwachsenen Menschen, der
für sie als Beutetier viel zu groß ist, anfallen? Noch dazu, wenn sie seinen
Geruch kennt und weiß, daß er ihr nichts tun wird? Es gibt nur ein paar Gründe:
Geruch nach Futtertieren, unsanfte Behandlung (Schmerz), hastige Aktionen (Angst
und auch Unsicherheit des Halters) oder Krankheit (und auch wieder Schmerz).
Zu dem Kinderproblem: Kinder sollten von Anfang an wissen, daß eine Großschlange
nichts Böses oder Ekliges, aber auch etwas Gefährliches ist! Also: Handhabung ja
- aber nur wenn ein erfahrener Halter dabei ist. Und für die restliche Zeit gibt
es Vitrinenschlösser... Oder laßt Ihr Eure Boa frei im Wohnzimmer laufen?!? Dann
kann ich nur sagen: beim Sachkundenachweis durchgefallen, es sei denn, Euer
Wohnzimmer hat 30° C und 75% Feuchte....
> Der Kernpunkt ist doch folgender:
> Wie schuetzt man die Tiere vor falscher Behandlung
Sachkundenachweis.
> und die Umgebung eines
> gehaltenen Tieres vor der Gefaehrdung, die von einem Tier ausgehen kann.
Ebenfalls.
> IMHO nur dadurch, dass man die Information, wie so ein Tier gehalten
> wird und welche Gefahren von ihm ausgehen, jedem leicht zugaenglich
> macht. Diese Infos sollten von den Vereinen _jedem_ Interessenten
> - ob Mitglied oder ohne - gegeben werden. Hat der Verein einen Interes-
> senten ueber das Tier aufgeklaert, koennte er einen Kaufsberechtigungs-
> schein bekommen. Das koennte so ablaufen, das der Interessent zu einem
> Regionalgruppen-Treffen geht und sich mit Haltern der gewuenschten Tiere
> unterhaelt. Die Halter koennen dann ueber alle Fuer und Wider informieren
> und wenn dann immernoch der Wunsch besteht, sich ein Tier anzuschaffen,
> bekommt der Interessent auch noch Bezugsquellen genannt, die ihm so ein
> Tier verkaufen koennen. Im Endeffekt wird dieser Weg ja auch manchmal
> gegangen, man sollte ihn nur zur Regel machen. Ein gut beratener Interes-
> sent wird wahrscheinlich von sich aus Mitglied im Verein oder laesst von
> seinem Wunsch ab, ein Tier zu halten.
Stimmt. So sollte es ablaufen.
Dirk
> Zu dem Kinderproblem: Kinder sollten von Anfang an wissen, daß eine Großschlange
> nichts Böses oder Ekliges, aber auch etwas Gefährliches ist! Also: Handhabung ja
> - aber nur wenn ein erfahrener Halter dabei ist. Und für die restliche Zeit gibt
> es Vitrinenschlösser...
ABer es gibt auch Sachen, wo Vitrinenschlösser nicht helfen. Als wir
hier vor einigen Jahren dieses Erdbeben hatten, weiß ich, daß einige
Terrarien Glasbruch erlitten haben, und die Tiere draußen waren.
Mitunter kommt es auch schon mal vor, daß eine Scheibe, meinetwegen auch
von einem Kind, zerstört wird.
Es gibt nur eine Möglichkeit die Kinder in der Wohnung vor großen Tieren
zu schützen, und die ist die Tiere abzuschaffen. Es hat keiner gesagt,
daß man den Kindern einreden soll die Tiere wären eklig oder sonstwas.
Man kann Kindern durchaus mitteilen, was es für tolle Geschöpfe sind,
sollte dann aber auch mitteilen, daß die Tiere gefährlich sein können.
Dann noch was
Die Aussage:> Entweder, sie war immer ein
> Beißer, dann weiß ich das und handhabe sie entsprechend vorsichtig. Oder aber
> sie ist zahm,
ist meiner Meinung nach Falsch.
Beispiel. Ich habe hier eine Kornnatter, die eigentlich zahm ist.
man nimmt das Tier 50 mal raus und die ist die Ruhe selbst. Beim 51. mal
beißt sie dir in die Hand. Frage ist dieses Tier nun ein Beißer, oder
ist sie zahm.
anderes Beispiel. Gerade bei Boa c.c. ist bekannt, daß speziell große,
ältere Tiere mit zunehmenden Alter plötzlich bissig werden.
Der Netzpython z.B. wird in der Literatur schon als nicht berechenbar
angegeben. Auch Tiere die vermeintlich zahm sein sollen, sollen nur mit
vorsicht gehandhabt werden.
Der Felsenpython ist eine der wenigen Schlangen, die auch Affen angreift
und verzehrt. Also wenn die Affen frißt, warum dann nicht auch kleine
Kinder.
Die gelbe Anakonda gilt genau wie der Netzpython als unberechenbar, und
die große Anakonda soll sogar notorisch aggressiv sein.
anchmal
> > gegangen, man sollte ihn nur zur Regel machen. Ein gut beratener Interes-
> > sent wird wahrscheinlich von sich aus Mitglied im Verein oder laesst von
> > seinem Wunsch ab, ein Tier zu halten.
>
> Stimmt. So sollte es ablaufen.
Schön wäre es aber die Leute, die sich vorher informieren, sehe ich
nicht als das Problem an. Der Reptilienanfänger, der sich vorher
informiert ist auf dem Weg ein guter Terrarianer zu werden. Ich denke
auch, daß diese Leute, die sich vorher schon informieren sich auch nach
der Anschaffung der Tiere noch weiterhin damit auseinandersetzen.
Wo ich das Problem seh, sind die Leute, die keine 3 Worte
geradeaussprechen können, weil sie entweder zu besoffen oder ganz
einfach zu doof sind. Genau diese Leute sind nämlich dann besonders
erfindungsreich. Fahr mal nach holland rüber, da bekommst Du alle Tiere.
Wenn du auf eine Citesbescheinigung verzichtest sogar noch billiger.
Das wäre ganau die Sache, die die dann in Anspruch nehmen würden,
zumindest die, die in Grenznähe wohnen.
Ich habe hier in meinem Ortskreis eine ANzeige, die regelmäßig in einem
Anzeigenblatt erscheint. Dort bitte ich Halter meiner Elaphe Arten sich
wegen Erfahrungsaustausch und ggf auch mal möglichen Treffen bei mir zu
melden. Darauf haben sich dann auch ein paar gemeldet. Zwie Leute die
ich eh schon kannte, die nur meine Adresse durch meinen Umzug letztes
Jahr nicht mehr wußten, und 6 Leute, von denen mir einer am Telefon
erzählte er würde schon seit Jahren Boa halten, und auch regelmäßig
deren Eier ausbrüten, er wäre also ein erfahrener Züchter und wenn ich
rat brauchen würde sollte ich mich nur bei ihm melden. ein anderer
meldete sich und erzählte er würde auch Kornnattern halten. Seine wären
nun 2 Jahre alt und 1,7 m groß. der dritte kam an und erklärte mir wie
toll er seine Tiere hat. Er hat Königspython und Kornnattern zusammen in
einem Becken, als ich näher darauf einging, erklärte er mir da ja beide
Arten aus Amerika kämen, wäre es kein Problem die zusammen zu halten.
Die Boa eier und die superschnellwachsende Kornnatter wollte ich mir
daraufhin dann mal anschauen fahren, ging aber leider im Moment nicht.
Die Leute waren zu beschäftigt, sie werden sich aber wieder melden, wenn
sie Zeit dafür haben. Der Mann mir dem Regius und der guttata war kurz
darauf bei mir und hat sich ein paar Bücher geholt.Eine Woche später kam
er brachte die Bücher zurück, hatte einen tierischen Haß auf den
Zoohändler der ihm die Tiere verkauft hat, und wir telefonieren jetzt
schon mal öfters. So zum dritten ist zu sagen, er versucht es jetzt
wenigstens es richtig zu machen, und ist als er die Tiere kaufte einfach
falsch beraten worden. Die anderen beiden würde ich genau in die
Kategorie Leute einordnen, die dann entweder über die Grenze fahren um
die Tiere zu bekommen, oder sie sich hier in Deutschland auf anderem
Wege besorgen würden.
denk mal drüber nach, würde mich über antwort freuen.
Bis denne
--
Michael Geilen
Das war (leider) auch meine Erfahrung bei dem Treffen, bei dem ich
war.
>> > gegangen, man sollte ihn nur zur Regel machen. Ein gut beratener Interes-
>> > sent wird wahrscheinlich von sich aus Mitglied im Verein oder laesst von
>> > seinem Wunsch ab, ein Tier zu halten.
>>
>> Stimmt. So sollte es ablaufen.
> Schön wäre es aber die Leute, die sich vorher informieren, sehe ich
> ...
> Wo ich das Problem seh, sind die Leute, die keine 3 Worte
> geradeaussprechen können, weil sie entweder zu besoffen oder ganz
> einfach zu doof sind. Genau diese Leute sind nämlich dann besonders
> erfindungsreich. Fahr mal nach holland rüber, da bekommst Du alle Tiere.
> Wenn du auf eine Citesbescheinigung verzichtest sogar noch billiger.
> Das wäre ganau die Sache, die die dann in Anspruch nehmen würden,
> zumindest die, die in Grenznähe wohnen.
Das sind dann aber auch die Leute, die besoffen Auto fahren, _obwohl_
sie einen Fuehrerschein haben und es strafrechtliche Folgen haben kann.
Diesen Leuten kann man nur damit entgegenwirken, dass man allen
anderen deutlich macht, dass Halter solch eines Tieres (wir)
nichts "Besonderes" sind, bzw. das das Image der Schlangen- und
Spinnenhaltung auf der gleichen Ebene wie Schildkroetenhaltung
anzusiedeln ist. Ich hab' noch niemanden damit prahlen gehoert,
dass er griechische Landschildkroeten haelt. Diese Aufklaerungs-
arbeit waere wieder Sache der Vereine und/oder von uns, die wir im
Internet solche Aufklaerung bieten koennten.
Angeben kann man IMHO nur gegenueber Unwissenden.