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Weben und Koppen nicht so schlimm?

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ansgar_n_europa

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Jul 2, 1999, 3:00:00 AM7/2/99
to
Sibylle Luise Binder meint in ihrem Buch "Wie verstehe ich mein Pferd?"
Weben und Koppen seien gar nicht so schlimm.

Es heisst die Zeiten, in denen Weben als schlimme Untugend bezeichnet
wurden, seien vorbei und die Behauptung, dass Weben Beinschäden
verursachte, stimme nicht. Die Autorin beruft sich auf den Münchner
Tierarzt Dr. Maximilian Pick, der meint Weben habe viel komplexere
Ursachen als bisher angenommen. So würden Pferde auch in Erregung,
Unsicherheit oder Unentschlossenheit weben. Das Weben sei demnach
eine "Uebersprunghandlung“, wobei dem Tier zwei verschiedene Reize
angeboten bekäme, zwischen denen es sich nicht entscheiden könne.

Koppen sei im genetischen Programm des Pferdes als Überrest des
Saugreflexes gespeichert, vermutet Pick. Er würde jederzeit ein
koppendes Pferd kaufen. Man solle sich einfach damit abfinden. Sibylle
Luise Binder trägt auch die Meinung eines Dr. Henning von Luetzow vor,
der meint Koppen sei zwar nicht schädlich und rege auch nicht zur
Nachahmung an, sei aber nervig für Mensch und Tier.

Abwechslung und Bewegung schlägt Frau Binder als probates Mittel gegen
diese Macken vor. Das ist bekannt.

Zum zweiten Mal stutzig geworden bin ich, als ich über über
einen „Sensationsfund“ in Tibet gelesen habe. Wissenschaftler hätten
1995 das Riwoqe- Pferd entdeckt. (Im Buch steht tatsächlich „Riwoqe“.)
Dieses Wildpferd soll 1995 in einem kaum zugänglichen Bergtal in Tibet
gefunden worden sein. Eine Genanalyse verspräche neue Erkenntnisse über
die Evolution des Pferdes.

Für das Buch möchte ich eigentlich gar nicht soviel Werbung machen. Mit
ihm kann man, weder herausbekommen, was die Experten Pick und von
Luetzow genau meinen, noch, wo etwas über diesen „Sensationsfund“
steht. Denn, wie die meisten Pferdebücher im Buchhandel, ist auch
dieses Werk unwissenschaftlich und nicht mit Literaturangaben versehen.
Schade. Das Buch ist teilweise etwas albern geschrieben, kann aber
Einsteigern Grundkenntnisse über das Verhalten des Pferdes vermitteln.
Über das von mir genannte hinaus bietet das Buch nichts Neues.

Ich freue mich über jeden Beitrag zur Klärung meiner Fragen:
Wer hat etwas vom „Riwoqe-Pferd“ gehört?
Leider habe ich keine Pferde und kann nicht sagen, ob Koppen und Weben
ansteckend ist oder nicht. Wer hat Erfahrung und kann berichten?


Sent via Deja.com http://www.deja.com/
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Kati13898

unread,
Jul 4, 1999, 3:00:00 AM7/4/99
to
Hallo

Wir hatten sowohl einen Weber wie auch einen Kopper im Stall stehen. Keins
unserer Pferde hat es sich abgeschaut auch nicht die jungen.
Die Züchterin meines Reitponys hatte sogar eine koppende Zuchtstute. Keins
ihrer Fohlen hat je angefangen zu koppen.
Angeblich neigen viele Kopper zu Koliken ; die Kopper, die ich bisher
kennengelernt habe - u.a. sehr gute Dressurpferde - waren nicht öfter krank als
andere Pferde.
Auch der Weber ist mit seinen 20 Jahren noch topfit.

Über dieses Urpferd kann ich leider nix sagen

Gruß
Kathi

WBTelekomm

unread,
Jul 9, 1999, 3:00:00 AM7/9/99
to
hatte kopper-is tot. leider gerade zu wenig zeit zu mailen, aber ich habe
meinen kopper-als er noch lebte- einem Dr.Dirk Lebelt zur Verhaltensforschung
zur Verfügung gestellt. Dr.Dirk Lebelt hat auch ein Buch darüber
geschrieben-kenne es nicht, aber aus Gesprächen hat sich mein Verdacht
bestätigt. Vielleicht kommst Du an dieses Buch ran und mailst mir mal? Hätte
Buch auch gerne, allein schon wg. der Fotos meines Schimmelchens. Liebe Grüße,
tina
ika...@seilstorfer.de

j.s.steiner

unread,
Jul 10, 1999, 3:00:00 AM7/10/99
to
Hallo Kati
Ich kann dir nur zu dem Thema Koppen helfen. Du soltest dem Pferd auf keinen
fall
Zucker geben.Weil wie bekant die Pferde dann an den oberen Kanten der
Boxenwende anfangen zu schleken und zu knappern.Das ferleitet auch zum
Koppen.
Beim Koppen beist sich das Pferd an einer Kante fest und öfnet das Maul so,
dass
die Luft durch den Rachenraum strömt und entweder geschluckt oder wieder
heraus
gepustet wird.Das kann bis zu tötlichen Koliken führen.Wenn das Pferd noch
keinen
Koppriemen hat, sollte es schnelstens einen bekommen.
viel Glück , Bianca


Kati13898 <kati...@aol.com> schrieb in im Newsbeitrag:
19990704180451...@ng-fi1.aol.com...

WBTelekomm

unread,
Jul 14, 1999, 3:00:00 AM7/14/99
to
Is ja wohl aus dem Mittelalter, diese Behauptung, wenn auch lieb gemeint, so
leider absoluter Blödsinn. Zucker ist scheiße, klar, aber nicht wg. Koppen!
Koppriemen sind Tierschinderei, informier Dich mal bei Fachleuten zu diesem
Thema, die Luft führt nachweisbar nicht zu Koliken, sondern der Streß den solch
verhaltensgestörte Tiere haben. Und deshalb Koppen sie, nicht wegen Zucker!!!
nix für ungut,tina.

Martin Aupperle

unread,
Jul 15, 1999, 3:00:00 AM7/15/99
to
On 14 Jul 1999 06:40:20 GMT, wbtel...@aol.com (WBTelekomm) wrote:

>Is ja wohl aus dem Mittelalter, diese Behauptung, wenn auch lieb gemeint, so
>leider absoluter Blödsinn. Zucker ist scheiße, klar, aber nicht wg. Koppen!

Es fällt etwas schwer, bei solcher Sprache auf Kompentenz zu
schließen. Außerdem: Du attestierst jemandem Blödheit, der eine
bestimmte Erfahrung gemacht und diese als ausreichend wertvoll
erachtet hat, uns allen mitzuteilen. Kein guter Stil.

>Koppriemen sind Tierschinderei, informier Dich mal bei Fachleuten zu diesem
>Thema, die Luft führt nachweisbar nicht zu Koliken, sondern der Streß den solch
>verhaltensgestörte Tiere haben. Und deshalb Koppen sie, nicht wegen Zucker!!!

1. ) Gerne. Wer sind diese Fachleute? Welche Publikation?

2. ) Wenn Koppen nicht zu Koliken führt, warum ist es dann ein
Hauptmangel, der zur Rückgängigmachung des Kaufes (innerhalb einer
bestimmten Frist) berechtigt? (Anmerkung meinerseits: früher waren
Koliken weitaus gefährlicher, führten gerne zum Tode und schränkten
den Gebrauchswert eines Pferden nahezu vollständig ein).

3.) Die Aussage, daß Kopper verhaltensgestört sind und aus dem daraus
resultierenden Streß koppen, kann ich absolut nicht bestätigen.
Vielleicht nennst Du eine Quelle Deines Wissens?

------------------------------------------------
Martin Aupperle
MikeAlpha@NoSpam_csi.com
(remove NoSpam_)
------------------------------------------------

WBTelekomm

unread,
Jul 16, 1999, 3:00:00 AM7/16/99
to
Natürlich gerne nenne ich Dir meine Quellen. Mein Stil ist ja wohl meine Sache-
oder bemängle ich die Rechtschreibung mancher Zeitgenossen und ziehe Schlüsse
auf seinen Charakter? Wo ist die Toleranz in unserem Land? Problemverhalten
beim Pferd von Dr. Dirk Lebelt. Lies mal, is prima. Eines der für diese
Versuche zur Verfügung gestellten Tiere war meines. Es starb, aber nicht weil
es koppte. Es hatte Koliken ohne Ende, aber eben nicht weil es koppte. Habe die
Geschichte dieses und anderer Pferde ausgiebig verfolgt und sehr viel sammeln
können. Denunziantentum finde ich auch SCHEI?E! Und dieses Wort darf man wohl
noch sagen...Muß nun arbeiten, melde mich nochmal, ja? und seid friedlich
Leute, man muß sich doch nicht persönlich angegriffen fühlen, es geht hier um
PFERDE, nicht um uns Menschen, ja?
Bussi, tina

WBTelekomm

unread,
Jul 16, 1999, 3:00:00 AM7/16/99
to
So, nun bin ich wieder da. Ja also die E-Mail-Adresse geht nicht durch, deshalb
nochmal hier. Ich will mich nicht krampfhaft geschwollen ausdrücken sondern so
wie mir der Schnabel gewachsen ist. Es geht hier nicht um mich, sondern um eine
Problematik bei PFERDEN! Man sollte doch grundsätzlich das Positive aus einer
Mail ziehen und nicht meckern und Fehler suchen, wo gar keine sind!!! Das
Koppen resultiert i.d.R. aus einer Verhaltensstörung, und wenn Du das 10 x
anzweifelst. Die Gewährsmängelliste stammt wirklich aus dem Mittelalter oder
zumindest 18. Jahrhundert? Bin geschichtlich momentan überfragt, auf jeden Fall
wurde ewig nichts geändert. Wie eben auch an den Pferdehandelsgesetzen (Letztes
"Update" 1913!!!) Also auch dringend überholungsbedürftig. Nähere Infos im
Pfredemuseum Verden, bitte.
Die Druse z.B. ist in der heutigen Zeit gott sei Dank so gut wie nicht mehr
aufgetreten.
Nun wieder zum Koppen. Im Zuge der veränderten Haltungsbedingungen ist das
Koppen fast schon als Zivilisationserscheinung zu sehen. Bitte lies jedes Wort,
bevor Du mich wiederpersönlich anzweifelst...fast schon, sagte ich!!! Momentan
ist eine Tendenz zur "artgerechteren" Haltung erkennbar, und zwar auch im
Sportpferdebereich, in dem ich mich übrigens befinde. Wie das nun mal so ist,
bleibt abzuwarten, welche konsequenzen das hinsichtlich Koppen und Weben mit
sich bringt. Nur lagfristige Studien können und werden hier Aufschluß bringen,
nicht einzelne Ausnahmefälle. Leider gelingt es nich immer- und schon gar nicht
zwangsläufig!!! - "resozialisierte " Kopper von ihrer Untugend (dieses Wort
wirst Du mir ja wohl zugestehen, wenn Dir schon "verhaltensgestört"zu direkt
ist, oder Du es in den falschen Hals bekommen hast) ab zu bringen. Hier kann
man nur ansetzen um so eine Angewohnheit zu vermeiden. Selbst durch Integration
in eine herdenhaltung kann das Koppen nicht immer verhindert oder gar "behoben"
werden. Bei starken Koppern (hier muß man ergründen wodurch das Verhalten
entstanden ist! Genaue Analyse des Werdeganges und der Psyche des Pferdes,
sowie Tests über die Endorphinauschüttung und -abhängikeit des Pferdes durch
Koppen!) ist u.U. eine wohlgemeinte Resozialisierung durch Herdenhaltung eher
schädlich und kann dazu führen, daß das Pferd als Aussenseiter noch mehr
Frustration erfährt und durch den daraus folgenden Streß auch ohne
Koppmöglichkei durch fehlende Aufsetzmöglichkeit und Riemen erst recht Koliken
bekommt! Das sind Fakten und Möglichkeiten auf die kein Anspruch auf
Allgemeingültigkeit besteht!!! Pauschalisierungen sind der Tod jedes noch so
cleveren Therapieansatzes! Und ich bleibe stur dabei daß es sich bei Koppen und
Weben um eine bedingt therapiebedürftige VERHALTENSSTÖRUNG(stereotyp) handelt!
Es ist ein abnormes Verhalten, wodurch auch immer es entstand!!! Ohne jemanden
direkte Schuldzuweisungen machen zu wollen, so ist es doch der MENSCH der hier
direkt oder indirekt verantwortlich ist, oder? Koppen wage ich hier als ein
Form der Sucht zu bezeichnen, bei der Symptombekämpfung keine Lösung sein
darf!!! Es gibt zahlreiche Pferde, auch Sportpferde die in ihrer "Freizeit"
koppen und voll leistungsfähig und -bereit und -willig sind, die unter
keinerlei Erkrankungen leiden, gut gehalten werden und einen zufriedenen
Eindruck hinterlassen. Dann soll er/sie halt koppen, warum Streß erzeugen durch
z.B. Strom in der Box, Riemen um den Hals oder gar OP? Vergleiche ich frech mit
Gelegenheitsrauchern. Lt Der Ausführung des Zuckermenschen koppt ein Pferd also
niemals wenn ich ihm keinen Zucker gebe? Und wenn ich einem welchen gebe fängt
es zu koppen an? Sorry das war zynisch, aber nicht böse gemeint. Nur eine
Retourkutsche, weil ich das sonderbare Talent habe daß meine Worte auf die
Goldwaage gelegt werden . Mir persönlich ist es scheißegal, wenn ihr nicht
glauben wollt oder könnt was ich sage und weiß, schade dann nur dass sich so
viele leute mit Pferden beschäftigen, denen es an den wichtigsten Attributen
fehlt, die Voraussetzung für eine aufgeschlossene Mensch/Tier-beziehung sind:
-Toleranz gegenüber andersartigen
-Verständnis für artspezifischeGefühle
-Mangel an Gelassenheit
-fehlende Objektivität.
Ich bin eben anders, denke und fühle nach 25jahren wohl eher wie ein Pferd und
bin direkt.Ich liebe diese Tiere weil sie in der Lage sind deutlich mitzuteilen
was Sache ist.ohne Form und schleimen. Lasst mich eben anders sein, das was ich
sage ist vielleicht gegn Menschen, aber für Pferde, und darum geht es doch,
oder? Dann haßt mich eben, bis mir die Lust am mailen vergeht, ist mir egal,
ich muß mein Wissen nicht gratis hier verteilen, wenn es Leute gibt, die mich
dafür so blöde anmachen und des lesens und verstehens nicht mächtig sind,
sondern ihre eigene Interpretation zum Gesetz machen. Ich habe niemanden
Blödheit attestiert, sondern das mit dem Zucker Als Blödsinn bezeichnet!!!!
Bleibt mal sachlich und nehmt eure eigene Person mal halb so wichtig, dann kann
man hier doch schön konstruktiv was erfahren. Du, ich alle. Zum Wohle unserer
Pferde.
Gruß, Tina. Ich gehe jetzt koppen-ne rauchen-auf den Streß hin. Übrigens sind
die meisten Pferde die koppen sehr sensibel, wie auch manche Raucher(kicher)ne,
ernsthaft.
ika...@seilstorfer.de

Inge

unread,
Jul 16, 1999, 3:00:00 AM7/16/99
to
Hallo an Alle!
Ich bin ein absoluter Neuling was Pferde angeht. Es war zwar immer schon ein
(Wunsch)Traum von mir eins zu haben,der aber erst jetzt durch meine Tochter,
die ein Pferdenarr ist wiederbelebt wurde.Wie dem auch sei, es wird mit
Sicherheit noch eine Weile dauern, bis ich mir zutraue, genug Wissen zu
haben um so ein tolles Tier zu versorgen und auch "artgerecht" zu halten,
soweit das möglich ist. Ich lese viel und bewege mich oft unter
"Reitersleut". Es ist natürlich schwierig,sich ohne eigene Erfahrungen aus
der ganzen Flut unterschiedlichster Meinungen ein Bild zu machen.Deshalb
kann es sein,das ich Euch hin und wieder mit typischen Anfängerfragen nerve.
Ich hoffe auf Eure Geduld.
Hier meine Frage:
Ich habe jetzt schon öfters gehört und auch gelesen, das dieses koppen und
auch weben psychische Ursachen hat und oft ein Ausdruck von Langeweile und
Einsamkeit ist.Ist das so? Was meint Ihr dazu?
Es grüßt Euch
Inge

Jens Jacobi

unread,
Jul 16, 1999, 3:00:00 AM7/16/99
to
Hallo Tina, Hallo Telekom <sm>,

nur eine kleine Anmerkung am Rande,


WBTelekomm wrote:
> Die Druse z.B. ist in der heutigen Zeit gott sei Dank so gut wie nicht mehr
> aufgetreten.

Das halte ich für einen Irtum, (zumindest gab es hierin der unmittelbare
Umgebung 3 Fälle in 5 Jahren).

Jens

--
=== Jens Jacobi === === Forwarder ===
<http://www.in-berlin.de/User/domino> <http://www.comports.com/j.j>
<mailto:j.ja...@domino.in-berlin.de> <mailto:j...@comports.com>

Petra Ruttiger

unread,
Jul 17, 1999, 3:00:00 AM7/17/99
to

WBTelekomm <wbtel...@aol.com> wrote in message
news:19990714024020...@ng-bd1.aol.com...

> Is ja wohl aus dem Mittelalter, diese Behauptung, wenn auch lieb gemeint,
so
> leider absoluter Blödsinn.

Stimmt nicht ! Es gibt leider zu viele Studien die belegen dass Koppen
tatsaechlich zu Koliken
fuehrt . Des Weiteren weredn die Zaehne falsch abgenutzt, des Weiteren
bilded sich ein
unschoener und dem korrekten Reiten nicht gerade nuetzlicher Unterhals.

> Koppriemen sind Tierschinderei,

Es kommt auf den Riemen an. Die Nylon Riemen mit dem Metall-ding sind
wirklich
Tierschinerei, die aus Leder aus den USA (Miracle Collar) nicht.

>informier Dich mal bei Fachleuten zu diesem
> Thema,

Informier Du Dich mal bei VIELEN Fachleuten - da die Meinungen
auseinandergehen.

> die Luft führt nachweisbar nicht zu Koliken, sondern der Streß den solch
> verhaltensgestörte Tiere haben.

Nicht richtig - beziehungsweise falsch ausgelegt !
Nicht alle Kopper sind gestresst - nicht alle sind automatisch
verhaltensgestoert - die Luft an
sich fuehrt nicht zu Koliken, die Verdau-ungs-stoerungen die durch die Luft
bzw das Voelle-gefuehl
hervorgerufen werden allerdings schon.

Koppen ist ein Suchtverhalten - beim Koppen werden Endorphine freigesetzt
und das Pferd wird Endorphin-suechtig.

>Und deshalb Koppen sie, nicht wegen Zucker!!!

Da Du das Pferd nicht kennst - und Koppen so viele verschiedene Ursachen hat
(zum Teil vererbt !!!!!) kannst Du ueberhaupt nicht
sagen warum das Pferd koppt.
Die meisten Kopper koppen nach Leckerbisen ein paar Minuten lang stark
vermehrt - in sofern war Deine Aussage dass da kein Zusammenhang besteht -
falsch.

> nix für ungut,tina.

Ebenfalls,

Petra

WBTelekomm

unread,
Jul 20, 1999, 3:00:00 AM7/20/99
to
Oh, das ist aber hier in Bayern nicht der Fall, ganz selten, daß einer mal "die
Kotze" hat, und wenn dann nur in schlechten (Händler-)Ställen. Erzähl mir mehr?
tina

WBTelekomm

unread,
Jul 20, 1999, 3:00:00 AM7/20/99
to
ja-ja,hab ich. Es sind die Neuesten Erkenntnisse. Wie kann man so stur sein,
sich mit oberflächlichen Infos zufrieden zu geben!?Statt mal über Neues froh zu
sein? Nur weil das in die Tiefe geht und ein Verstehen der Zusammenhänge
voraussetzt? Schade, daß manche so wenig aufgeschlossen sind. Mein Kopper ist
auch gestorben, hatte tatsächlich Kolik. MEINST DU DENN IM ERNST DASS ICH MICH
NUR AN DER OBERFLÄCHE DAMIT BESCHÄFTIGT HABE??? Meiner war einer von vielen die
ich kannte, bei denen in der Pathol. herauskam, das er EIN DARMGESCHWÜR
hatte.Das kommt nicht vom koppen! Sondern durch sein Leben, sein Umfeld, den
Streß! Leider konnte ich ihm nur 2 Jahre streßfrei schenken, und der erste
Streß hat ihn umgehauen, nicht das koppen! Mir wäre manchmal auch lieber
einfach dem Koppen die Schuld zu geben, und gut is. Doch das ist Blödsinn und
oberflächlich!!! Glaubs, habe 25 Jahre erfahrung und sage das hier nicht um wen
zu ärgern, sondern um Weitblick zu schaffen, im Sinne der Pferde.
Liebe Grüße, tina

Ilse Mock

unread,
Jul 21, 1999, 3:00:00 AM7/21/99
to
Hallo, auch ich kann dazu etwas sagen. Immer wieder wird erzählt, dass
Koppen ein "Zeitvertreib" ist. Das ist falsch. Wenn wir Menschen ein
Völlegefühl im Magen haben, so schlucken wir Luft und Röpsen es wieder
heraus. Das ist Koppen, ein Problem in der Magen- und Darmarbeit der
Pferde.
Dasd dabei auch eine Kolik nicht selten ist, idt normal. Zudem ist das
Pferd ein Gewohnheitstiert und wird ihm nicht in der margen/Darmsache
geholen, so koppt es weiter. Ich habe auch ein seit 15 Jahren koppendes
Pony. Früher habe ich es nicht besser gewußt, heute helfe ich meinem
Pino mit APM nach Penzel.
MfG Ilse Mock

Kati13898 schrieb:

Petra Ruttiger

unread,
Jul 22, 1999, 3:00:00 AM7/22/99
to

WBTelekomm <wbtel...@aol.com> wrote in message
news:19990720031545...@ng-ck1.aol.com...

> ja-ja,hab ich. Es sind die Neuesten Erkenntnisse. Wie kann man so stur
sein,
> sich mit oberflächlichen Infos zufrieden zu geben!

erstens wuerdest Du viel ernster genommen wenn Du nicht gleich mit einer
derartigen
unverschaemten Art herumplotzen wuerdest - und zweitens solltest Du mal
schleunigst
Deinen Horizont um ein paar Meter erweitern.

Des Weiteren verbiete ich mir weitere E-mails von Dir.
Herzlichen Dank.

?Statt mal über Neues froh zu
> sein?

Lach ! Was hast Du denn Neues erzaehlt ?

> Nur weil das in die Tiefe geht und ein Verstehen der Zusammenhänge
> voraussetzt? Schade, daß manche so wenig aufgeschlossen sind.

Quatsch. Erstens verstehe ich die Zusammenhaenge wohl etwas besser als Du
denkst, und
zweitens bist Du es die so wenig aufgeschlossen bist - dass Du gleich ueber
andere
Leute herfallen musst und Deine Meinung - die wohl zum Teil und in vielen
Faellen - allerdings
durchaus nicht immer richtig ist - als die einzig richtige hochjubelst und
andere als dumm
hinstellst !


> Mein Kopper ist
> auch gestorben, hatte tatsächlich Kolik.

Na und ? Nur weil die Kolik Deines Koppers nicht vom Koppen kam heisst noch
lange nicht dass
viele Koliken direkt auf's Koppen abgeleitet werden koennen - und wenn Du
auch nur einen
BRUCHTEIL der Research gemacht haettest die ich zu dem Them gemacht habe
dann waerst Du auch nicht
gleich so grosskotzig !

Les mal ein paar Stapel von USA Research zu dem Thema -...

> MEINST DU DENN IM ERNST DASS ICH MICH
> NUR AN DER OBERFLÄCHE DAMIT BESCHÄFTIGT HABE???

Natuerlich nicht. Aber Du schliesst von Deinem Einen Pferd auf Alle.
Ich hae auch einen Kopper - der nie Kolik hat, nie gestresst ist und
allgemein
voellig froehlich vor sich hinlebt - eben nur nach dem Fressen ein paar-mal
genuesslich koppt - so wie manche Leute eine Zigarette nach dem Essen
rauchen.

Ich habe auch letztes Jahr eine Stute verloren - Kolik , und die hatte NIE
gekoppt.

Das heisst aber doch noch lange nicht dass da IM ALLGEMEINEN und OFT ein
Zusammenhang
besteht - der besteht namlich und ist immer wieder und auch auf dem
allerneusten Stand wieder und wieder belegt.

> Mir wäre manchmal auch lieber
> einfach dem Koppen die Schuld zu geben, und gut is.

Wieso "Gut Ist " ? Es ist doch viel leichter wie Du es Dir machst - indem Du
Dir einredest dass
da nie und nimmer ein Zusammenhang besteht ......

> Doch das ist Blödsinn

Klar - wiel Du ja **alles** und so viel besser weisst !

> Glaubs, habe 25 Jahre erfahrung

Und ?

>und sage das hier nicht um wen
> zu ärgern, sondern um Weitblick zu schaffen,

WITBLICK ?
Ich lach mich tot - Du blickst nicht weit - Du siehts haarscharf bis zu der
knappen Grenze Deines
steifen Standpunktes und keinen Deut weiter .

Nichts fuer ungut - und bitte belaestige mich nicht wieder mit e-mail.
Danke

Petra

WBTelekomm

unread,
Jul 22, 1999, 3:00:00 AM7/22/99
to
Schade daß Du so aggressiv bist. Habe niemanden für blöd gehalten, doch das mit
dem Zucker...naja. Das heißt noch lange nicht daß sich ein dummer Mensch
dahinter befindet!!!. Trotzdem sei mir doch erlaubt hier Stellung zu nehmen, Du
mußt es ja nicht lesen. Ich kann Dein Unterstellungen zu meiner Person nur
zurückgeben, obwohl ich mich gerne mit jemanden, der sich eben auch tiefer mit
der Sache beschäftigt hat, ausgetauscht hätte. Das erspare ich Dir , okay?
Frieden?
Vielleicht findet sich ja noch wer, mit dem das möglich ist?! Ich bin
tatsächlich gerade dran mich mit den in den USA wesentlich weiteren
Verhaltensforschungen zu beschäftigen, nur ist leider meine Zeit dafür sehr
knapp und so muß ich mich erstmal mit den europäischen Auswertungen zufrieden
geben. Ich habe nicht pauschalisiert, das wüßte auch Petra, wenn sie alle meine
Mails zu diesemthemaverfolgt hätte. Tut mir leid daß sie ein Pferd verloren
hat, sie soll froh sein einen Gelegenheitskopper zu haben. Es ist so gut wie
eindeutig erwiesen, daß Kopper irgendwann in ihrem Leben ein Traumatisches
Erlebnis hatten. Das kann kompensiert sein, was bestenfalls bleibt, ist ein
Gelegenheitskopper, der ein trotzdem glückliches Leben hat. Inzwischen...aber
irgendwann war da was...Schade, Petra, vielleicht liest Du es trotzdem. Du mußt
mich nicht lieben und nicht hassen, bleib ruhig. Gruß, tina

WBTelekomm

unread,
Jul 22, 1999, 3:00:00 AM7/22/99
to
...Und Kopperriemen sind DOCH unsinnig!!!!!
Dazu muß man aber verstehen warum!!!!
Tina

K. Binder

unread,
Jul 22, 1999, 3:00:00 AM7/22/99
to
On Wed, 21 Jul 1999 23:37:31 +0200, Ilse Mock
<Reiterh...@t-online.de> wrote:

>Früher habe ich es nicht besser gewußt, heute helfe ich meinem
>Pino mit APM nach Penzel.
>MfG Ilse Mock

Ob da nicht wieder Stinkstoffe im Spiel sind? Wenn Pferde ruelpsen,
das stinkt doch sicher.
Her mit den Kaefigmolekuelen!!!!

Sorry, ich konnte mir das nciht verkneifen. Ist nicht boese gemeint!

Katje

Petra Ruttiger

unread,
Jul 23, 1999, 3:00:00 AM7/23/99
to

WBTelekomm <wbtel...@aol.com> wrote

> Trotzdem sei mir doch erlaubt hier Stellung zu nehmen,

Klar ....

> Frieden?

OK :-)

>. Tut mir leid daß sie ein Pferd verloren
> hat, sie soll froh sein einen Gelegenheitskopper zu haben. Es ist so gut
wie
> eindeutig erwiesen, daß Kopper irgendwann in ihrem Leben ein Traumatisches
> Erlebnis hatten.

Schau - das glaube ich eben nicht - oder zumindest nicht die Kopper - die
nicht aus
Stress und Langeweile etc koppen.

Mein Monty ist seit Fohlen bei mir - seine Voll-Brueder sind mir auch
bekannt. Alle 3 hatten
ein super-pferde-freundliches Leben - alle 3 haben zwischen einem und 2
Jahren angefangen zu koppen.

Andere Fohlen von dem selben Zuechter aber nie.

In Holstein hatten sie mal eine Studie - die ich allerdings nicht mehr
finde - die Vererbung ganz eindeutig bewiesen hat.

Der Wallach meiner Freundin ist mit 18 jahren an Kolik gestorben - er hatte
einen greusslichen Tumor am
Darm. Dieser war allerdings nicht vom Koppen - das Pferd hatte auch nie in
seinem Leben eine Kolik .

Wir haben noch zwei Kopper im Stall - beide sind schwer gestresst und
entsprechen wohl Deinem oben genannten
Bild. Beide kriegen Kolik wenn mal der Riemen (wir haben nur die USA
Riemen - die ich zwar auch nicht mag - die aber nicht
grausam sind ) vergessen werden.

Dies ist jetzt schon ein paar mal passiert - unser Tierarzt - der uebrigens
ehemaliger Olympischer Tierarzt - und der Tierarzt der englischen Koenigin -
ist - hat auch bei Rennpferden (koeniglichen und anderen ) ein starkes
Nachlassen
der Koliken bei Koppers festgestellt.

Ausserdem ist es auf die dauer sehr schlecht fuer die Zaehne (bei starken
Koppern ) und die kriegen oft so einen haesslichen
Hals.

All das ist nicht "immer" und "nur". Koppen ist eine Endorphine Sucht - die
sehr verschiedene Ursachen und Auswirkungen und Hintergruende habe kann -
genause wie zum Beiispiel Kolik ein Symptom - nicht eine Krankheit als
solche - ist.

> Das kann kompensiert sein, was bestenfalls bleibt, ist ein
> Gelegenheitskopper, der ein trotzdem glückliches Leben hat.
Inzwischen...aber
> irgendwann war da was...

Nein Du - nicht immer und nicht unbedingt - ich kann echt dafuer garantieren
dass meinem Monty noch nie igendetwas furchtbares passiert ist - er war auch
nicht im Stall gestanden - sondern auf einer Riesen Weide mit anderen jungen
und 2 aelteren Pferden.

Seine Brueder sind auch total behuetet aufgewachsen - und die koppen auch
.....

Die Mutterstute nicht - der Hengst auch nicht. Die zwei anderen Fohlen der
Stute - von zwei verschiedenen Hengsten, haben es
auch nie aufgeschnappt - obwohl sie genause aufgewachsen sind und mit den
koppenden Jungpferden zusammen waren.

Monty hatte noch nie ein Pferd koppen gesehen als er es angefangen hat -
also das mit dem "Abschauen" kommt auch nicht hin.

Allerdings habe ich schon oefters Pferde (vor allem Stuten) erlebt - die das
Weben von einem Nachbarn abgeschaut haben.

>Schade, Petra, vielleicht liest Du es trotzdem.

Klar les ich - man lernt doch bekanntlich nie aus - oder ?

Gruss aus England,

Petra

Petra Ruttiger

unread,
Jul 23, 1999, 3:00:00 AM7/23/99
to

WBTelekomm <wbtel...@aol.com> wrote in message
news:19990722033620...@ng-fz1.aol.com...

> ...Und Kopperriemen sind DOCH unsinnig!!!!!
> Dazu muß man aber verstehen warum!!!!

Erklaer mal - dann erklaer ich warum ich die guten in bestimmten
Situationebn fuer sehr sinnvoll halte.

Petra

WBTelekomm

unread,
Jul 26, 1999, 3:00:00 AM7/26/99
to
Hi,Petra!
Find ich super, daß Du mehr erzählt hast. Ich habe meinen inzwischen toten
Kopper einem Verhaltensforscher zur Verfügung gestellt, der letztes Jahr seine
Studien veröffentlicht hat. Das Buch heißt "Problemverhalten beim Pferd" von
Dr.med.vet.Dirk Lebelt. Nicht ohne einem lachenden und einem weinenden Auge und
mit ein wenig stolz: Der abgebildete Schimmel war meiner. Doch das nur am
Rande-ist nicht soooo wichtig, aber er "lebt" so ein bißchen weiter für mich...
Ich merke daß Du sehr gut "in die Tiefe " gehen kannst... Ich kenne einen
Züchter, der eine xx-Stute von der Rennbahn zur Zucht von Sportpferden
einsetzt. Die Stute begann stets nach der Geburt zu koppen, bis zu dem
Zeitpunkt wo das Fohlen abgesetzt wurde. Sie war immer eine gute >Mutter un
dhat ordentliche Fohlen gebracht, lebt im Herdenverband, und nur wenn es sehr
heiß ist und kurz zum Fressen sucht sie ihre große Außenbox auf. Nie hat eines
ihrer Fohlen gekoppt. Und die 3 die ich auch erwachsen kenne, tun es auch
nicht. Und daneben auch keiner... und soo. Wir stecken oft nicht drin in den
Kreaturen, wir wissen doch alle zu wenig über die Beweggründe, und das macht
die Sache doch gerade so interessant-oder? Das mit Hals und Zähne ist absolut
richtig, bei extremen "Sucht"-Koppern ist der seelische Schaden durch
Koppriemen oft größer, als der Nutzen. Deshalb vertrete ich so eine Extreme
Meinung. Bei der xx-Stute führte der Riemen sogar zu einem Rückgang der Milch
und extremer Unruhe und Aggression in der Herde. Deshalb baute man den Riemen
wieder ab und ließ sie so wie sie war: Eine koppende Mami. Woher sie den
-meines Erachtens "Streß" hatte, der sie dazu verleitete kann auch ich nicht
nachvollziehen, sie tat es einfach.
Ich finde es echt toll, wie intensiv Du Dich mit den Pferden auseinandersetzt.
Eine Stute die ich kannte starb an Kolik. Ihre Mutter starb bei der Geburt, im
Alter von 3 Wochen begann sie zu koppen-kein anderes Pferd in ihrem Umfeld tat
das... Du siehst wie vielfältig die dämliche Grunzerei ist. Viele Sportpferde
koppen in ihrer "Freizeit", obwohl alles erdenkliche (aus Sicht der menschen)
getan wird daß sie es gut haben, und sie sind nie krank.(mal ein Husten,
okay...) Nun ja, würde mich sehr freuen wieder von Dir zu hören/lesen. Wenn ich
Dich wieder "Belästigen" darf-sagst Du es mir? Es interessiert mich sehr
weiters zu erfahren und flexibel zu werden und zu bleiben. Liebe Grüße aus
Bayern. Was machst Du in England?(Neugier...)
Tina

Ulrich Träm

unread,
Jul 26, 1999, 3:00:00 AM7/26/99
to

WBTelekomm schrieb in Nachricht
<19990726032526...@ng-bh1.aol.com>...
Hallo,
Kein Kopper gleicht dem anderen, behandelt sie individuell.
Zum Koppen, ich erwähnte es früher schon einmal, ich besitze 2 Kopper, einen
6-jährigen Halbblüter und eine 4-jährige Paint-Horse-Stute.
Sie verhalten sich sehr unterschiedlich, zumindest beim Koppen. Der Wallach
war zwar schon operiert, koppte aber trotzdem fleißig, gewöhnte es sich auch
in der Herde nicht ab und hatte ständig Koliken, manchmal täglich. Weil
Theorie, ein Kopperiemen macht noch mehr Streß, auch nicht die jüngste ist
haben wir es ohne versucht, aber irgendwann wird es einfach zu hart -
ständig Koliken, Tierarztkosten etc - also habe ich ihm einen Kopperriemen
angezogen. Das Pferd veränderte sich, er fraß regelmäßig, er gliederte sich
plötzlich in die Herde ein, er war nicht mehr der Einzelgänger wie früher,
er nahm zu, er ist in den letzten 2 Jahren noch 10 cm gewachsen, er ist
umgänglicher und leistungsfähiger geworden und er hatte keine absolut keine
Kolik mehr.
Die kleine Stute habe ich nach dem Wallach gekauft, sie sollte zum
Schlachter, weil sie sogar auf anderen Pferden und wenn keines dies
zugelassen hat auf ihrem Vorderfußwurzelgelenk gekoppt hat.
Ich habe sie gekauft und ihr einen Kopperriemen verpaßt. Sie hat einmal
probiert aufzusetzen, dann hat sie nie mehr mit Riemen aufgesetzt. Nehme ich
den Riemen ab, koppt sie, aber immer weniger. Wenn sie direkt aufsetzen
kann, an einer Krippe, an einer Anbindung, an der Tränke. Läuft sie jedoch
in der Herde koppt sie nicht, oder nur selten. Sie wird nachts in der Box
gehalten und tagsüber hat sie Koppelgang. Die Herde steht auf einer Koppel,
wo es keine Möglichkeit zum Aufsetzen gibt. Auch bei ihr habe ich den
Eindruck, der natürlich nicht wissenschaftlich belegt ist, daß es dem Pferd
ohne Koppen besser geht. Sie frißt mehr, Die Zähne nutzen sich nicht mehr so
stark ab, sie beschäftigt sich mit den anderen Pferden. Das hat sie mit
Hilfe des Kopperriemens gelernt. Also lege ich meinen Pferden bei Bedarf
einen Kopperriemen an. Und da bin ich ganz ignorant gegenüber den neuen und
alten Forschungsergebnissen und verhalte mich so, wie mir mein
"Pferdeverstand" das soll bedeuten mein Gefühl es mir diktiert.
Gruß Uli

WBTelekomm

unread,
Jul 27, 1999, 3:00:00 AM7/27/99
to
Lieber Uli!
Bravo!!!applaus, jubel...Das ist so ziemlich genau das, auf was ich
letztendlich raus will. INDIVIDUALITÄT!
Die Psyche des Pferdes ist mindestens genauso differenziert strukturiert wie
die der Menschen und oft noch geheimnissvoller als diese, mit der ja die
Menschen oft schon ihre Probleme haben. Sie ist noch dazu "fremder" und
erfordert so ein großes Maß an Objektivität, sowie ein Abschätzen. Es darf eben
meiner Meinung nach nicht so sein, wie es all zu oft der Fall ist, daß man
einen Riemen anzieht, dann ist (oftmals, aber wie Du selber weißt nicht
zwingend) Schluß mit Rülpsen- und gut ist es. Viele verschließen sich vor den
Ursachen, wenn die Symptomatik behoben ist. Pferde sind nicht viel "anders"
(natürlich unter Berücksichtigung daß es eben doch PFERDE sind) wie 1,5 Jahre
alte Menschen. Wie ich das mit der Individualität rüberbringen kann weiß ich
selber nicht, es wäre mir im Sinne der Tiere, wenn der eine und andere SELBER
darauf kommt und für sich und sein(e) Pferde die entsprechende Lösung finden
würde. Ich selber bin hier sehr oft mißverstanden worden und habe einige wohl
sehr provoziert. Aber auch hier soll der Zweck die Mittel heiligen, denn es
kommen nun immer öfter gute Fallbeispiele, aus denen sich jemand, der Fragen
zur Sache hat selber schön eine EIGENE Meinung bilden kann, wenn er ein wenig
Objektivität mitbringt. Und so soll es doch letztendlich sein. Die größten
Fehler, die Menschen machen, resultieren nicht unbedingt aus mangelndem Wissen,
sondern aus dem Mangel an Gefühl für die "Sache". Was man von Herzen, mit Hirn
und konsequent machen kann richtet meißt weniger Schaden an, als eine
Versteifung auf eine Kleinigkeit. Ich versuche auch so wenig wie möglich zu
Pauschalisieren, sondern nur mein e Erfahrungen und Wissen einzubringen, damit
jeder sich für seine Situation was "rausziehen" kann. Manchmal wirkt eine
gewisse Provokation Wunder, und man blickt auch mal "um die Ecke", um seine
Problematik vielleicht mal neu zu sehen. Ääääh, war das verständlich? Gruß an
Deine Pferderln. Schon mal draufgekommen, daß sich deine Stute wohl und umsorgt
fühlt, sei es auch nur weil sie jemand ernst nimmt, mag und ihr halt nen Riemen
anzieht? Mich interessiert mehr der Hintergrund, als die Handlung an sich, und
das ist bei Dir, wie auch letztendlich bei Petra schööön rübergekommen. Und da
kann ich mich freuen, wie ein Pferd, wenn es Futter kriegt...
Gruß, Tina

Martin Aupperle

unread,
Jul 28, 1999, 3:00:00 AM7/28/99
to
On Sat, 17 Jul 1999 10:29:50 +0100, "Petra Ruttiger"
<pe...@lancia.demon.co.uk> wrote:

>
>Nicht richtig - beziehungsweise falsch ausgelegt !
>Nicht alle Kopper sind gestresst - nicht alle sind automatisch
>verhaltensgestoert - die Luft an
>sich fuehrt nicht zu Koliken, die Verdau-ungs-stoerungen die durch die Luft
>bzw das Voelle-gefuehl
>hervorgerufen werden allerdings schon.
>

Dazu kommt noch, daß das durch die Luft erzeugte Völlegefühl bewirkt,
daß Kopper oft zu wenig Nahrung aufnehmen.

Holger Schmeling

unread,
Jul 29, 1999, 3:00:00 AM7/29/99
to

Ilse Mock schrieb:

> Hallo, auch ich kann dazu etwas sagen. Immer wieder wird erzählt, dass
> Koppen ein "Zeitvertreib" ist. Das ist falsch. Wenn wir Menschen ein
> Völlegefühl im Magen haben, so schlucken wir Luft und Röpsen es wieder
> heraus. Das ist Koppen, ein Problem in der Magen- und Darmarbeit der
> Pferde.
> Dasd dabei auch eine Kolik nicht selten ist, idt normal.

Hallo,

ich kenne persoenlich aus meiner Taetigkeit als Pferdewirtschaftsmeister Zucht und
Haltung auf einem Gestuet im Nordwesten einen Vollblut-Deckhengst, der sich nach fast
20 Jahren durch das Aufsetzen die oberen Schneidezaehne fast komplett abgenutzt hat.
In 2 jahren, in denen er durch mich betreut wurde, hatte er nicht eine einzige Kolik
oder andere Begleiterscheinungen. Vermutlich auch nicht in den Jahren zuvor.
Er koppt nachweislich seit seinem Jaehrlingsalter.

Das nur nebenbei ;-)

Holger Schmeling
Gestuetsleiter
Gestuet Karlshof


WBTelekomm

unread,
Jul 29, 1999, 3:00:00 AM7/29/99
to
Klingt gut, nur ist es durchaus möglich, daß Pferde durchs Koppen mehr
befriedigung erzielen als durch die Nahrungsaufnahme. Das sind dann eben die
schwerwiegenden Fälle, bei denen eine vorsichtig und mit Gefühl angesetzte
Therapie angezeigt ist. Das mit dem Völlegefühl kann ich nicht ganz so sehen,
da die Luft -nachweisbar- zum größten Teil nach dem Abschlucken fast unhörbar
wieder abgegeben wird, und so nicht allzulange Zeit hat ein Völlegefühl
auszulösen. Wenn, dann eher bei Extremkoppern. Eine Therapie sollte in
Vebindung mit einem Fachmann statt finden. Eine gute Adresse wüßte ich, bei
Interesse...
Gruß Tina.

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